DIY Ausrüstung für Selbermacher, Teil 6 - Astrofotografie mit dem Gesamt Ensemble und dem Tchibo Torpedo 76/700

  • Rechtzeitig für die Planetenparade 2020 hatte ich, mit Ausnahme der Polhöhenwiege, meine Ausrüstung fertiggestellt. Nachdem Mars erst wieder 2022 in Reichweite meines Tchibo Torpedos kommt, habe ich den Bau der Polhöhenwiegen zurück gestellt, da diese ohnehin erst für meine ersten Deep Sky Exkursionen an Bedeutung gewinnt.


    Aller Anfang ist schwer, auch der Einstieg in die Astrofotografie. Am Anfang hatte ich keinen Plan wie der Einstieg erfolgen oder wie ich einigermaßen systematisch vorgehen soll. Also habe ich im Netz gesucht bis die WLAN Leitung glühte, alle möglichen Tutorials gelesen und gefühlt weitere 100 Stunden mit Lehrvideos über Giotto, Autostakkert, Registax, Pipp, CamLapLite, Firecapture, AsiStudio, SharpCap sowie unter Linux mit AstroDmx, AstroCrop, GuvcView, AviDemux verbracht.


    Aber trotzdem waren die ersten Schritte erst einmal ernüchternd und teilweise natürlich auch frustrierend. Die gezeigten Bilder zeigen das Ende einer stetig wachsenden Lernkurve, wobei nicht vergessen werden darf, daß die Ausschußquote, vor allem am Anfang, recht hoch war.


    Sehr hilfreich waren die Videos von Silivia Kowollik zum Thema Giotto und Planetenaufnahmen mit Webcam. Nachdem ich alle Videos angesehen hatte, war ich in der Lage erste Schritte mit Giotto zu unternehmen und Bilder zu bearbeiten. Meiner Lernkurve folgend, konnte ich das Gelernte dann auch auf andere Aufnahmesoftware übertragen, wobei am Ende überwiegend SharpCap und Autostakkert zum Einsatz kamen.


    Zunächst aber noch das Gesamt Ensemble der selbst gebauten DIY Ausrüstung im Zusammenspiel. Alle Teile lassen sich kombinieren. So benutze ich den Tischdobson für schnelles Grab&Go mit einem Walimex 60/500 auf dem Terassentisch oder auf dem Duschhocker. Wenn ich rein visuell beobachte möchte, nutze ich nur das Stativ mit dem Tischdobson und montiere das Walimex oder das Tchibo Torpedo, je nach dem was gerade noch im Wohnzimmer herum liegt weil es noch nicht aufgeräumt wurde.

  • 1. Ergebnisse mit der ZWO ASI 120 mc

    Im Gegensatz zu Deep Sky ist bei Planetenfotografie weder eine Polhöhenwiege noch eine automatische Nachführung notwendig, würde aber die Arbeit erleichtern. Als Aufnahmesoftware habe ich SharpCap genutzt und zur Weiterbearbeitung Autostakkert. Das Grundprinzip, welches der Planetenfotografie mit heutigen Astro Kameras zugrunde liegt, ist die Hoffnung auf “Lucky Images”, nachdem die Videos in Einzelbilder zerlegt und die besten Aufnahmen von der Bearbeitungssoftware aufsummiert werden.


    Zunächst also den Planeten der Wahl mit dem Sucher anviesieren und dann im Okular scharf stellen. Für mich war hierfür mein Zoom Okular 8 bis 24 besonders hilfreich. Neben dem Vorteil, daß ich nicht ständig das Okular wechseln mußte und schnell von 29 facher Vergrösserung auf ca. 90 fach vergrößern konnte, war die Fokuseinstellung dann schon nahe an der Astrokamera dran, der motorisierte Fokuser, tat dann ein übriges.


    Dann habe ich auf der Aufnahmesoftware die Videoaufzeichnung gestartet, bis der Planet aus dem Bild herauswandert (ca. 30 sek), dann die Videoaufnahme pausiert, den Planeten vorsichtig wieder herbei geschubst, und die Aufzeichnung weiterlaufen lassen. Durch die Eigenrotation von Planeten sind Aufnahmen mit mehr als zwei bis drei Minuten Dauer ohnehin nicht weiter hilfreich, weshalb ich mich auf ca. zwei Minuten beschränkt habe.


    1.1 Planeten und Mond



  • 1.3. Ergebnisse mit einer 10 Euro Webcam


    Nachdem eine normale Webcam schon seit Jahren unbenutzt bei mir ihr Dasein fristete, lag es nahe diese einmal in den OAZ zu schieben. In dieser Phase war es dann unumgänglich sich mit Aufnahme- und Bearbeitungssoftware für Astrofotografie zu befassen. Nachdem ich alle 6 Videos von Silvia Kowollik angesehen hatte, fiel die Wahl für die erste Aufnahme- und Bearbeitungssoftware auf Giotto (schade das dieses Programm nicht mehr weiterentwickelt wurde).


    Nun sind beide Wolkenbänder von Jupiter zu erkennen, am Saturn, wenn man ganz, ganz, ganz genau hinschaut, ein Hauch von Cassini Teilung.






  • 1.4. Ergebnisse mit dem Bresser MicrOkular


    Dieses Teil, war einmal Beifang einer Ebay Auktion. Nie habe ich in Erwägung gezogen, diese Kamera zu benutzen, aber nachdem auch die Ergebnisse mit der 10 Euro Webcam nicht so prickelnd waren, habe ich damit mein Glück probiert. Ich finde die Bilder jetzt nicht berauschend, aber bei Jupiter ist zumindest der GRF zu erkennen, die Cassiniteilung bei Saturn jedoch (noch) nicht.


    Die besondere Erkenntnis war für mich bei diesen Aufnahmen, daß, entgegen der Empfehlung von Silvia Kowollik, es durchaus möglich und sogar sinnvoll sein kann, eine höhere Auflösung zu verwenden, was die Bresser Kamera auch anbietet, 640 x 480 wird nämlich von dieser Kamera nicht unterstützt. Endlich wurden die Planetenscheiben ein wenig größer.




  • 1.5. Ergebnisse mit der SvBony SV205


    Mit der SvBony SV205 habe ich mir den Durchbruch in Sachen Astrofotografie versprochen, wird doch ein Sony IMX179 CMOS Sensor mit einer Diagonalen von 5,7 mm verbaut.

    Eigentlich sind die Ergebnisse für eine 69 Euro Kamera nicht schlecht, der GRF auf Jupiter ist zu erkennen, die Cassiniteilung an den Saturnringen und auch die Polkappe des Mars.


    Jedoch wirken, besonders bei der Marsaufnahme sichtbar, die Bilder als ob ein kleines Männlein im Teleskop sitzt und den Planeten aufs Papier pinselt. Wenn man jedoch bedenkt, daß die ganze Ausrüstung einschl. der SvBony SV205 keine 100 Euro gekostet hat, sind die Aufnahmen doch ein Beweis, daß Astrofotografie auch mit kleinen Mitteln möglich ist.


    Leider habe ich die Kamera mittlerweile verkauft, gerne hätte ich gesehen was sie bei Deep Sky zu leisten vermocht hätte.



  • 1.6. Ergebnisse mit dem Smartphone

    Gemessen am Gefummel mit dem Smartphone am OAZ und dem (fast) Verlust des Smartphone durch die Schwerkrafteinwirkung, geht die Qualität der Bilder, mit Ausnahme des Mondes, mehr in die Richtung bescheiden. Aber es war ein Anfang, Ringe und Planetenkugel des Saturn sowie ein Wolkenband des Jupiter sind zu sehen. Das macht Lust auf mehr.


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  • KanaTschi

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