Einstieg für Kinder

  • Hi liebe Astrotreff Community!
    Tolles Forum habt ihr hier und total sympathisch wie freundlich hier alle sind. Ich hoffe ich verärgere euch mit meiner Anfrage jetzt nicht zu sehr - so von nicht so Astrointeressiertem - zu euch - quasi Vollprofis.


    Meine Tochter (6 Jahre) beobachtet total gerne die Sterne, spricht viel darüber und ist sehr interessiert. Ich kann ihr da wenig erzählen. Sie hatte auch mal Gelegenheit durch ein Teleskop zu schauen und es hat ihr total gut gefallen. Beim Urlaub in den Bergen beobachtet sie die Sterne total gerne und mit großer Begeisterung.
    Ich hab mir dann eine App am Handy heruntergeladen, damit sie sich die verschiedenen Sternbilder ansehen kann, aber ich verstehe davon leider garnichts.
    Zu Weihnachten hat sie ein Teleskop bekommen, ein ganz billiges aus Plastik - ihr könnt euch bestimmt vorstellen wieviel Spass ihr das gemacht hat.
    Jetzt habe ich etwas gegoogelt und bin auf eine Seite von einem Shop gekommen und hab dort ein Teleskop der Firma Omegon bestellt. Dann hab ich kurz ein bisschen gelesen und bin draufgekommen, dass ich mich vielleicht vorher etwas informieren sollte...


    Also lange Rede, wenig Sinn, ich hab die Bestellung wieder storniert.
    Dann hab ich angefangen mich ein bisschen einzulesen... aber... ich versteh überhaupt nix. Ich bin total erschlagen von den ganzen Infos die man hier bekommt und versteh nur Bahnhof.
    Jetzt wollt ich mal fragen, wird das so überhaupt was? Ich bin schon gewillt mich etwas mit der Materie zu beschäftigen und etwas reinzufuchsen, aber ob es jetzt mein großes Hobby wird weiß ich nicht.
    Denkt ihr ich kann das meiner Tochter trotzdem irgendwie einrichten und dafür sorgen, dass sie Freude daran hat?
    Und was für ein Gerät würdet ihr da denn empfehlen?
    Bitte bedenkt, ich weiß nicht wielange sich meine Tochter dafür begeistert, möchte ihr aber die Chance geben, dieses tolle Hobby zu entdecken.
    Sollte es ihr keinen Spaß machen ist die Investition aber ja bestimmt nicht verloren, bzw. für meine zwei kleineren Buben vl. irgendwann interessant.


    Würde mich über eure Tipps sehr freuen.


    Vielen Dank und liebe Grüße
    Manuel

  • Grüß dich Manuel,


    schön das sich deine Tochter für die Sterne interessiert!


    Wie ich sehe seid ihr Nähe Wien daheim, da gibt es eine rührige Truppe glaube ich:
    https://www.waa.at/
    Schau mal ob du da Kontakte knüpfen könntest?


    Da ihr wahrscheinlich von der Lichterglocke Wiens ziemlich beeinträchtig werdet, würde sich momentan der Mond als Objekt der Begierde anbieten - da geht auch viel mit einem kleinen Teleskop von daheim aus wenn das schon vorhanden ist wie du sagst.


    Da gäbe es auch einen kleinen Mondatlas für wenig Geld, google mal nach dem moonscout.


    Empfehlenswert wäre auch eine kleine drehbare Sternkarte, bei der man Zeit und Datum einstellen kann und dann erkennt welche Sternbilder und Sterne zu der Zeit sichtbar sind.


    Ein größeres und teures Teleskop ist ja immer gleich gekauft und wird oftmals dann in die Ecke gestellt. Ein Fernglas jedoch hat eine viel längere Nutzungsdauer, da nicht nur für Astronomie sondern auch für viel andere interessante Beschäftigungen gut, vor allem wenn man nicht weiß wielange die Kids dabei bleiben wollen.


    Ansonsten mußt du wohl als Papa in den sauren Apfel beißen und dich mit einbringen - könnte schlimmer sein und Fußball sein als Hobby...
    [:D][;)]


    lg und viel Spaß euch beiden
    Winni


    Nachtrag:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=257078
    Schau dir doch mal dieses Buch an, wenig Geld und viel Nutzen fürs Mädel..

  • N'abend Manuel und Tochter,


    ach ja so fing es bei mir auch an.
    Papa war Astrophysik interessiert und gute viele Stern Videos und meine Tochter fand die Sterne auch interssant.
    Ich kam bei einm Kunden zur Besichtigung der noch ein altes Teleskop hatte. Für 40€ gekauft....
    Jetzt sind Pferde wichtiger und ich stehe nachta auf den Feld un fotografiere Sterne für mich... äh sie. [;)][:o)]


    Ein kann ich dir als Vater und Erzieher sagen; für Kinder muss es schnell gehen!
    Logo haben sie auch etwas gedult, aber eine EQ-Montierung mit Newon ist so das unpraktischste für Kinder.


    Ich würde dir zu einem Astro-/Fernglas raten, aber ein, dass recht stabielen Fokus hat und sich nicht so schnell verstellt.
    Dass auf einem passenden Stativ und du hast was richtig gutes für ein Kind.
    Warum? (Wenn sie mit mir Sterne gut, dann mit Fernglas.)
    1. Man kann es auch mal schnell packen und für 15 Minuten vor dem schlafen gehen nutzen. Im Sommer kommt die Nacht erst spät und im Winter ist es kalt, vor allem Nachts.
    2. Kinder können meist schlechter sich auf den Blick mit nur einem Auge konzentrienen in dem alter. Die Piratenklappe geht, stört aber.
    3. Der Blick durch ein Duales Gerät ist sehr schön und mit einem großen Teleskop wird es auch nicht heller, nur größer und damit Flächiger bei Objekten. Andromeda bleibt ein grauer Fleck mit mehr oder etwas weniger Stuktur. Kinder gucken auch eher Sterne und die bleiben Punkte.
    4. Die Handhabung ist einfach zu erlernen und den großteil kann ein Kind schnell.
    5. Es ist für Kindergröße wie für Erwachsene passend. Meine Tochter ist sehr groß 8,9 Jahre 149,5cm (jedes Jahr 10 cm+) [B)], aber sie hatte bei einem Newton auf EQ arge Probleme bis hin zu kann nicht reingucken. Ein Dobson geht auch, aber sobalt die auf etwas steigen müssen, neigen Kinder dazu sich fest zu halten.
    6. Man kann von "günstig" bis teuer alles bekommen.
    7. Verkauft bekommt man es auch zu passenden Preisen.
    8. Auch Tagsüber nutzbar.


    Was würde ich empfehlen?
    Je nach Budget:
    Level 1 min 50mm Öffnung (ab 100€)
    Level 2 3 Wegeneiger Stativ mit Fernglashalter (ab 100€)
    Level 3 mit Wechselokularen (ab 800€)
    Level 4 günstige Fernglasmontierung (ab 100€)
    Level 5 80mm und mehr Öffnung (ab 1200€)
    Level 6 teure Fernglasmontierung (ab 500€)


    Für jeden Geldbeutel etwas dabei und vorallem Kindertauglich.
    Wenn es eher um dich geht wäre ein 8" Dobson ein guter Einstieg.
    Ideal mit Kinder erst was gebrauchtes holen, dann wird man nicht nervös, wenn das Kind am Teleskop selber "einstellt".


    Noch ein Tip, lad die Skymaps, Skysafarie oder ähne App auf das Handy, es macht Kinder Spaß raus zu finden welcher Stern das ist wie weit weg....usw.
    Das ist "kostenlos" und geht auch neben bei.


    Viel Spaß bei den Sternen, Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

  • Hallo Manuel,


    "veraergern" wirst Du uns bestimmt nicht, denn was ist schoener, als einem jungen Menschen die Faszination der Himmelskunde zu vermitteln?


    Ein Feldstecher kann in der Tat der erste Schritt sein. Allerdings muss die Knickbruecke es zulassen, dass auch eine Sechsjaehrige da durchgucken kann. Auch muss das Instrument von Deiner Tochter sicher gehalten und gefuehrt werden koennen (kleine Haende). Letztes Weihnachten hatte ich fuer ein kleines Maedchen in unserer Familie, das sehr naturinteressiert ist (nicht unbedingt Astronomie), einen Feldstecher mit 8x21 gekauft. Ich hatte den auf Ebay gefunden, wo ich nach Feldstechern fuer Kinder suchte. Leider bekommt man da sehr viel Spielzeug (Galilei'sche Plastikoptik), aber dieser war ein echter Prismenfeldstecher. Allerdings fuer Astronomie nur bedingt geeignet, aber fuer kleine Haende greifbar und leicht genug, um sicher gefuehrt werden zu koennen.


    Ein Problem des Feldstechers ist natuerlich die geringe Vergroesserung. Als "richtiges Teleskop" auch fuer Mond und Planeten empfehle ich oft einen kleinen Tischdobson wie den Sky-Watcher Heritage 100P. Der hat mit 100mm schon eine Oeffnung, die auch die hellsten Deepskyobjekte (Nebel, Galaxien, Sternhaufen) gut zeigen kann. Der parabolische Spiegel erlaubt hoehere Vergroesserungen und damit werden Mondkrater, Jupiter's Monde und Wolkenstreifen, oder Saturns Ringe sichtbar. Dabei ist das Geraet fuer Kinderhaende handhabbar, nicht zu schwer zu tragen und einfach zu bewegen, wie es bei Dobsons so ist.


    Das klassische Einstiegsgeraet war lange ein Refraktor mit 50-60mm Oeffnung, doch leider sind heutige Geraete dieser Groesse so schlecht verarbeitet, dass sich das kaum lohnt. Ein hoher Plastikanteil und unterdimensionierte Montierungen und Stative lassen da kaum Freude aufkommen.

  • Hallo Manuel,


    noch zwei Dinge:


    (i) Momentan ist eine schlechte Zeit fuer Teleskopkaeufe. Die Preise sind hoch und die Geraete kaum lieferbar. Beides Folgen von Covid-19: Die Lieferketten sind an verschiedenen Stellen unterbrochen, und es gibt Probleme mit dem Ruecklauf von Ueberseecontainern nach China, wo die allermeisten Teleskope herkommen. Dadurch sind die Transportkosten aus China in die Welt signifikant gestiegen.


    (ii) Auch wichtig, speziell fuer bewoelkte Naechte: Buecher! Mit sechs Jahren wird Deine Tochter ja gerade lesen lernen, und es gibt sicher kindgerechte Buecher dafuer. Entweder astronomische oder Kinder-Lexika, die ein breiteres Spektrum an Sachthemen eroertern. Als Bettlektuere sehr praktisch: Lesen macht muede, gleichzeitig lernt sie was und sie bekommt ein Gefuehl fuer sprachlich korrekte Texte. So haben meine Eltern mich damals auch sehr effizient ins Bett bekommen. [:)] Bei mir waren es damals in den 1970ern ein "Atlas fuer Kinder" und verschiedene Lexika aus dem Herder-Verlag. Auch gab es Buecher aus der Serie "Was ist Was?", die mehr auf spezifische Themen eingingen. Sicher wird es heute Aehnliches geben.

  • hmm Manuel,
    6 Jahre, da kann sie kaum lesen und rechnen wohl erst recht noch nicht. auf der anderen Seite saugt sie alles auf, wenn sie nur motiviert ist ...


    Zur Orientierung würde sich eine drehbare Sternkarte anbieten. Traust du dir zu, dass du den Umgang verstehst und es ihr erklären kannst?
    .. so mit Datum, Uhrzeit und das ganze passend so einstellen?
    So nebenbei kann man die Uhr erklären und am Sternenhimmel die Himmelsrichtungen erklären. Und die Sternbilder sind auf so einer Karte zumindest skizziert. Das würde die Orientierung am Himmel fördern, was Voraussetzung für Papa und Tochter ist, wenn sie mit Fernglas oder Teleskop überhaupt mal was "spannendes" am Himmel finden wollen.


    Z.B. Kosmos drehbare Sternkarte

  • Das man einfach ein Fernglas nehmen kann hätte ich mir nicht gedacht und jetzt sehe ich, dass es sogar Ferngläser gibt die extra zur Sternenbeobachtung verkauft werden, toll.
    Ich werd da mal weiter schauen, ein Fernglas aufs Stativ und durchschauen wird ihr bestimmt gut gefallen. Die Sternenkarte werde ich auch besorgen, das werden meine Tochter und ich schon hinbekommen :)
    Die kleinen Dobson werde ich mir auch mal ansehen, Dobson ist ja überhaupt ein Name den man hier im Forum oft liest. Für mich ist es sehr schwer die Geräte untereinander zu vergleichen, da ist es super zumindest mal eine "Vertrauenswürdige"Marke zu kennen.
    EDIT: oook Dobson ist garkeine Marke, verstanden;-)


    Vielen Dank erstmal für eure ganzen tollen Antworten.

  • Hallo Manuel,


    das Thema kommt immer wieder mal. Die Suche nach 'teleskop für kind' hier im Forum findet über 1000 Beiträge.


    Gruss Heinz

  • Moin allerseits und Manuel,


    oh ja hab die Suchfunktion mal bemüht. Tja, in der Tat 1070 Ergebnisse in 0,7 sekunden , es überwältigt einen etwas. ;-).


    Tja Manuel, da wirst du Dich mit dem Thema etwas beschäftigen müssen, fürchte ich ;-).


    Aber gut, daß Du das Teleskop zurück geschickt hast (oder war es schon so eine Tisch Dobson Konstruktion?).


    Jedenfalls, das mit der drehbaren Sternenkarte finde ich auch ganz gut. Ein Kompass dazu ist nützlich (oder genaue Kenntnis der Himmelsrichtungen im Garten, falls vorhanden). Auch ein Buch was gut SternenBilder und die Griechischen Geschichten die dahinter stehen erklärt, sind vielleicht für ein Kind ganz spannend (Wie kam Orion an den Himmel? warum eigentlich: Zwillinge?). Leider habe ich keinn Buchtip konkret, aber ein kleine Suche - oder hat jemand eine Empfehlung? Natürlich muß Vater oder Mutter vorlesen ;-)!


    Und naja, ein Fernglas. Es wurde was zur Kindertauglichkeit (Augenabstand) geschrieben, Ganz wichtig finde ich aber auch eine gute Montierung auf einem Stativ und passenden Stuhl. Denn sonst zittert das sternige Bild und macht nicht so viel Spaß. Nachts ist es schlimemr als am Tag. Habt ihr vielleicht ein Fernglas? Ansonsten würde ich mittelfristig auch zu einem solchen Tisch Dobson raten. wie z.B.


    https://www.teleskop-spezialis…gel-mit-Zubehoer::14.html


    Für dich: Eine kleine Kunst ist es die passenden Objekte am Himmel zu finden. Also Galaxien und so. Das wird nicht ohne Dich gehen. Einfach das Fernrohr auf irgendeine stelle am Himmel zu richten bringt nur Sterne und Sternchen. Man braucht detaillierte Aufsuchkarten und ein grobes Verständnis/Orientierung am Himmel. Wie früher, mit den Karten, wenn man einen touristisch interessanten Spot mit dem Auto finden wollte (erst geradeaus, dritte Kreuzung nach rechts, 300m geradeaus, dann rechts ab und dem Fluß folgen...).


    Jetzt sind das tolle "allgemeine Tips". Ich wünschte mir, ich könnte Dir ein konkretes Kaufziel nennen, was Fernglas, Stativ, Sternenbild Buch betrifft. Leider hab ich das alles so nicht durch. Ich selbst habe mit ca. 15 Jahren angefangen und mir ohne Eltern alles selbst zurechtgelegt. Meine Kinder wiederum haben sich nicht sonderlich für das Thema interessiert ;-).


    Vielleicht doch, die Sternenbildgeschichten hab ich früher in dem Kosmos Himmelsjahr gelesen. Da sie sich immer wieder wiederholen, kannst Du vielleicht gebraucht eine Sammlung eines alten Jahres (oder mehrere Jahre) preiswert erstehen. wirklich nur wenig Geld dafür ausgeben, denn es ist ein "Kalender", was würdest Du für einen Kalender 2018 ausgeben ? Oder halt ein Buch dazu, oder Internet irgendwo (Wikipedia) - ich fand die Stories zu den Sternbildern jedenfalls nicht uninteressant.


    Liebe Grüße,
    Walter

  • Hi Heinz, du hast natürlich recht. Es gibt echt tausende Themen, ich bin gerade dabei mir das alles etwas anzusehen.


    Danke auch dir Walter für deinen Beitrag. Ein Buch hat mir ja Winni dankenswerterweiße schon empfohlen :)
    Es war ein Omegon 114/900 EQ-1. Aber ich habe die Bestellung wie gesagt direkt storniert und werd jetzt versuchen mich in das ganze Thema noch ein bisschen einzulesen. So wie ich es mir anfangs gedacht habe "Teleskop auspacken, in den Himmel richten, durchschauen und freuen" wirds wohl nicht funktionieren.


    Nochmal vielen Dank, ich werd jetzt mal mit Buch und Sternenkarte beginnnen.
    Und jetzt lese ich mir mal weiter die 10.000 Beiträge mit Kaufberatungen für Kinder durch :)

  • Der 114/900er selbst ist kein schlechtes Geraet. Viele Sternfreunde haben damit angefangen. Das Konzept ist schon Jahrzehnte alt. Der Schwachpunkt war immer die Montierung, die das Geraet wackeln liess. Sie war mit der EQ2 vergleichbar. Inzwischen haben viele Hersteller, anstatt dieses Problem anzugehen, die EQ2 gegen die noch wackligere EQ1 ersetzt. Und genau deswegen kann man nur noch davon abraten.


    Generell koennte eine Sechsjaehrige so ein Instrument natuerlich nur mit einem Erwachsenen zusammen benutzen, da es etwas komplexer zu bedienen und auch relativ schwer ist. So ein kleiner Tischdobson ist da geeigneter.


    "Dobson" kommt von John Dobson, einem Amerikaner, der diese einfache Bauform eines Teleskops popularisiert hat. Urspruenglich war die Idee, sich auch als finanziell nicht gut gestellter Mensch ein Teleskop mit stattlicher Oeffnung selber bauen zu koennen. Durch den Verzicht auf Technik wie Motoren oder Feintriebe wird ein Low-Tech-Teleskop geschaffen, bei dem ein Grossteil des Fertigungsaufwandes in die Optik fliessen kann.


    Wenn Du mir eine persoenliche Nachricht schreibst, kann ich Dir einen kleinen Leitfaden ueber die Anschaffung eines Teleskops zukommen lassen, den ich vor ein paar Jahren mal geschrieben habe. Hierbei liegt der Hauptaugenmerk auf Teleskopbauformen und nicht-technische Dinge, die bei der Teleskopauswahl eine Rolle spielen. Es ist keine konkrete Kaufempfehlung fuer ein bestimmtes Geraet, sondern ein eher "zeitloses" Dokument zur Teleskopauswahlhilfe.

  • Hallo Manuel,


    ich habe schon vielen Kindern und Jugendlichen den Sternenhimmel gezeigt. Für kleiner Kinder hat sich ein kleiner Tisch-Dobson bewährt. Das können die Kinder intuitiv benutzen und nicht viel "kaputt" machen. Dazu braucht es aber eine gute Peileinrichtung und eine nicht zu hohe Vergrößerung, damit die interessanten Objekte auch leicht gefunden werden.
    Die Kinder sind aber immer irritiert von dem auf dem Kopf stehenden Bild im Dobson. Außerdem beobachten Kinder auch gerne erdgebundene Ziele und Tiere, was mit dem kopfstehenden Bild des Dobson nicht gut funktioniert.


    Daher ist meiner Meinung nach ein preisgünstiges Spektiv (z.B. 20-60 x 60) mit Tischstativ eine gute Lösung für Kinder. Das Spektiv hat ein aufrechtes Bild und eine Zoomfunktion, was Kindern (und Erwachsenen ebenso) Spaß macht. Damit kann man sehr schön den Mond, Planeten insbesondere Venus, Jupiter und Saturn, und helle Deep Sky Objekte anschauen. Man muss nur noch einen günstigen LED-Sucher auf dem Spektiv montieren. Das erfordert etwas Bastelgeschick. Ein Sucher ist für den Nachtbetrieb unbedingt notwendig. Der Preis hält sich auch in Grenzen, und es ist wie gesagt auch tagsüber ein schönes Instrument.


    Aber Vorsicht, das Kind tagsüber niemals alleine mit dem Spektiv schauen lassen. Ein Blick in die Sonne kann fatale Folgen haben.


    Gruß
    Robert

  • Hallo,


    auch ich halte nicht viel davon, Anfänger und speziell Kinder mit nicht justierstabilen Spiegelteleskopen zu malträtieren, speziell nicht mit Newtons, wegen dem seitlichen Einblick und dem unintuitiven Peil-und Suchvorgang.


    Ich bin da mit Robert, ein Zoom-Spektiv wäre sehr gut geeignet. Die gibt es alle Jahre wieder für kleines Geld bei Aldi, Lidl oder anderen Ketten oder bei Astrohändlern. Ich hatte mal zwei Stück 20-60x60, deren Optik gut genug war um spannende erste Schritte ins Universum zu unternehem. Beide sind nun bei Neffen/Nichten in Afrika als Weihnachtsgeschenke gelandet und werden immer noch gerne benutzt. Einen Sonnen-Warn-Aufkleber habe ich bei beiden direkt auf den Tubus geklebt.


    Eine andere Alternative wäre der Acuter Maksy-60, der in einem Video-Review ganz gut wegkam:


    External Content www.youtube.com
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    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.



    Grüße, Gerd

    Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
    Und errötend wich Es zurück - das Universum.


    Bresser 102/460 | Tasco 76/1200 | Tasco 60/1200 | Tasco 60/900 | Tasco 60/700 | Tasco 50/600 | Minolta Bino 10x42 | Kasai s'Gucki 2.3x40

  • Da ich selber Wieder-Anfänger bin und mit etlichen Anfängern zu tun hatte, kann ich folgende Regeln guten Gewissens aufstellen:
    1. Das Teleskop muss einfach zu bedienen sein
    2. Die Saturn-Ringe müssen sichtbar sein


    1. heißt:
    Keine äquatoriale Montierung
    Aufrechtes seitenrichtiges Bild
    Klein genug, damit's kein Geschleppe wird


    2. heißt:
    Die Vergrößerung muss hoch genug für die großen Planeten sein, irgendwelche Verfärbungen sind dabei ziemlich egal. Nebeneffekt: Auch der Mond ist damit dann wirklich beeindruckend.


    An Deep-Sky würde ich bei einer 6-Jährigen überhaupt nicht denken. Das zu erklären, ist doch viel zu weit weg von ihrer Lebenswirklichkeit. Und ohne Hintergrundwissen schauen alle Deep-Sky-Objekte doch echt fade aus. Doch die Saturnringe einmal live gesehen zu haben, das war bisher noch für jeden begeisternd.

  • Hey, vielen herzlichen Dank für eure Antworten.


    Ist es denn mit einem Zoom Objektiv gefährlicher als mit Fernrohr oder normalem Teleskop in die Sonne zu schauen? Jedenfalls vielen Dank für den Hinweis, daran hätte ich nicht gedacht.
    Werde mir auch die Zoom Objektive genauer ansehen.


    Ich traus mich ja eigentlich garnicht wirklich sagen, weil ich mir sehr dumm vorkomme, aber als ich die Tage mal mit der "Ausrüstung" die ich da habe den Mond ansehen wollte um das ganze mal bisschen einzuschätzen habe ich den Mond nicht gefunden... Ich kam mir sehr dumm vor und eigentlich komm ichs mir immernoch. Kann es sein, dass der Mond aktuell nur von 23 Uhr- ca. 8 Uhr sichtbar ist? Zumindest lese ich das so aus der Handyapp heraus, die meine Tochter gerade mit Begeisterung benutzt.
    Vielleicht bin ich echt nicht der richtige um Kindern irgendwas zum Sternenhimmel zu erzählen, wenn ich nichtmal weiß das der Mond Nachts nicht dauerhaft zu sehen ist.


    Aber mal sehen, meine Tocher lässt eh nicht locker :)

  • Hi Manuel,


    der ungefilterte Blick in die Sonne ist mit jedem optischen Instrument gefaehrlich, ob Zoom oder nicht. Ich denke, Gerd hat das nur erwaehnt, weil er halt die Warnaufleber auf die fuer Erdbeobachtungen gedachten Zoomfernrohre geklebt hat.


    Der Mond aendert seine Auf- und Untergangszeiten taeglich. Er geht pro Tag ca. 50 Minuten nach, wobei das aufgrund seiner wechselnden Maximalhoehe im Sueden variiert. Momentan ist es nach Vollmond, und der Mond geht erst spaet abends auf, bleibt aber dafuer noch in den Morgenstunden sichtbar. Um das wieder in "tochterkonforme" Zeiten zu bekommen, warte zwei Wochen. Dann ist der Mond als Sichel abends nach Sonnenuntergang sichtbar, was dann auch eher zum Zeitbudget einer Sechsjaehrigen passt.


    Der Mond ist uebrigens schoener, wenn er nicht voll ist. Man sieht dann aufgrund der Schattenwuerfe die Krater besser.

  • Hallo Manuel,


    Der Mond ist nicht immer am Abendhimmel sichtbar. Aktuell haben wir abnehmenden Mond und der geht sehr spät auf. Jeden Tag noch später. Morgens kannst du ihn zur Zeit hoch am Himmel sehen.


    Schon mit bloßem Auge in die Sonne schauen ist bereits unangenehm. Ein Fernglas oder Teleskop sammelt viel mehr Licht als dein Auge und fokussiert es auf deine Netzhaut. Das wirkt wie ein Brennglas. Den Rest kannst du dir denken.


    Gruß Robert

  • Hallo Manuel,
    ich würde dir empfehlen, mit deiner Tochter - sobald das wieder möglich ist - ins Planetarium zu fahren - dort gibt es eigene Vorträge für Kinder, wo Grundlagen erklärt werden, ev. ja auch für dich interessant.
    Danach in die Sternwarte, wo man dann auch tatsächlich Himmelsobjekte beobachten kann, was noch mehr Spaß macht, wenn man davor etwas darüber gehört hat.
    Vorteil: Du hast Leute dabei, welche euch helfen, alles einstellen und man muss selbst eigentlich nur durchs eingestellte Fernrohr schauen.
    Die WAA machen sicher auch wieder Beobachtungsabende, wo Kinder immer herzlich willkommen sind.
    Ist jetzt schon paar Jahre her, als ich selbst immer wieder mal bei Beobachtungsabenden dabei war und den Kindern und deren Eltern paar Dinge im Teleskop zeigen und erklären konnte und das hat immer viel Freude gemacht, also mir und auch den Kindern. :)


    lg
    Hannes

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