Erfahrungsbericht: Baader Morpheus Okulare

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  • hallo Forum,


    viel Spass beim lesen:



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    Erste Erfahrungen mit den „Morpheus“ Okularen
    - aus der Sicht eines Brille tragenden Beobachters -


    Als brillentragender Beobachter steht einem, ohne das man Abstriche am beschnittenen Gesichtsfeld hinnehmen möchte, leider nur ein Bruchteil der am Markt befindlichen Okulare zur Verfügung. Gerade die wie Sand am Meer angebotenen Weit(und superweit)winkelokulare sind hiervon allzusehr betroffen. Umso dankenswerter das ich (endlich) auf die „Morpheus“ Okulare gestossen bin.


    Der Wunsch nach mehr Gesichtsfeld keimte bei einer Session im April auf. Ein Astrokumpel mit seinem 18“er f/4 und ich mit meinem neuen 21“er f 3.4 nutzten diese letzte gemeinsame Nacht auf der Pläne in Reinsehlen (nahe dem ex. IHT Arreal) vor unserer anstehenden gemeinsamen Astroreise und den anstehenden weißen Nächten.


    Ich hatte meinen mit der TV Delite-Serie bestückten Koffer dabei. Mein nicht Brille tragender Beobachtungspartner hatte seine TV Ethos und Panoptic Okulare dabei. Auch dieses mal war es ernüchternd nach dem Blick durch seine Ethosse an meinen mit „62grad-Röhrenokularen“ Dobson zurückzukehren...


    Ich hatte ja schon einiges probiert. So besass ich einige Exemplare der gut abbildenden und halbwegs mit Brille erreichbaren, aber leider nicht homofokalen Speers Walers (Antares). Davor nutzte ich viele Jahre quasi als Einstieg in die Welt der WW Okulare die soliden LVW`S (Vixen) und nicht zu vergessen mein innig geliebtes 12mm Nagler T4 (Tele Vue). Es ist eines der wenigen Extremweitwinkel Okulare dieser Marke die brillentechnisch halbwegs komplett überschaubar sind.


    Nach der Beobachtungsaktion kam mir nun der Gedanke das Angebot der unverbindlichen Probebeobachtung wahrzunehmen. Nicht nur der Aktionspreis war verlockend, nein primär die Eckdaten: das großes Gesichtsfeld kombiniert mit angenehmen Pupillenabstand, zudem nicht allzu schwergewichtig verpackt.


    Aus meiner Erfahrung heraus und der sich für Deep Sky anbietenden Austrittspupille orderte ich das 9mm „Morpheus“.
    Schnell war es geliefert, und ich fieberte der nächstbesten klaren Nacht entgegen...


    Was soll ich sagen ? Die Kombi viel Öffnung plus sehr gut abbildendem Weitwinkeloklar war überzeugend nein besser - überwältigend !
    Ich konnte mich an M 51, formatfüllend im Gesichtsfeld liegend, nicht satt sehen. Das 9mm „Morpheus“ wurde die kommenden Abende mein meistbenutztes Okular. Ok, der Einblickspunkt muss sitzen welcher aber nach einigem Schauen sass. Danach wurde ich aber mit einer reflexfreien, knackscharfen Abbildung belohnt. Die Sterne erschienen erstaunlich sauber im Randbereich des Gesichtsfeldes. Ich rechnete nun im Kopf durch um kurzentschlossen drei weitere Okulare (17.5mm, 12.5mm und 6.5mm) zu ordern.
    Auch sie waren schnell geliefert, sodass der Test dank guter Witterung umgehend erfolgen konnte. Ich baute vor der Haustür drei Reisedobsons (6“ f4, 8“ f4.5 und 12“ f5) auf. Am meisten war ich auf das Abschneiden des 17.5mm`s gespannt. Ok, bei f/4.5 nahm die Unschärfe zum Rand hin deutlich sichtbar zu. Hingegen war sie bei f/5 noch sehr akzeptabel. Das 12.5mm war naturgemäß dahingend gutmütiger bzw. randschärfer bei ebenfalls gutem Einblicksverhalten. Wie das 9mm ein guter Allrounder. Das 6.5mm fiel vom Komfort her etwas ab, war aber ok. Die Randschärfe überzeugte dafür natürlich auch am f/4 System. Soweit so gut, die drei Okulare wollte ich nach den positiven Eindrücken wohl übernehmen. Ein direkt Vergleich des 12.5mm mit meinem 12mm Nagler sollte aber noch zuvor herhalten.
    Bestückt mit dem nun kompletten „Morpheus“ Quartett zog ich dann ohne den Delite-Koffer los. Ich benutzte die folgenden Abende ausschließlich den lichtstarken 21“Dobson. Wie sich schnell zeigte vertrugen sich die „Morpheuse“ sehr gut mit meinem ES-Komakorrektor. Aber selbst ohne ihn war der sponate Eindruck der drei kürzen Brennweiten bei f3.4 noch durchaus zufrieden stellend ! Was soll ich schreiben ? Ich war ehrlich gesagt schwer begeistert und wollte mich nur ungern meiner heimischen Ausrüstung lösen, obwohl für anstehenden Wochen ja der grandiose Südhimmel erneut locken sollte. Ich hatte Glück an mehreren Abenden hintereinander hinweg konnte ich testen, beobachten und vor allem geniessen. Ich schaute mir nur die „fetten Brocken“ sprich M`s und einige spektakuläre NGC`s an. Es war nun genial vom 9er auf das 6.5er zu wechseln. Die Galaxien kamen wunderbar detailiert rüber. Im 17.5er Cirrusnebel ein Gedicht. Ich verglich nun die von den Eckdaten her das sehr ähnliche 12mm Nagler mit dem neuen 12.5er. Das „Morpheus“ hatte in allen mir wichtigen Belangen dh.: Randschärfe, Einblickverhalten und geringerem Gewicht die Nase vorn. Die Trennung fiel leicht, ich bot es am nächsten Tag im Kleinanzeigenmarkt an...
    Klar brachten die fünf Zoll mehr Öffnung eine glatte halbe Grenzgröße gegenüber meinem damaligen 16“Dobson, aber diese brillenfreundlichen Weitwinkelokulare trugen ihren gehörigen Teil zu dem Spektakel mit bei.
    Ich fühlte mich wie im Wonderland und hätte nie gedacht das die „Morpheus“ Okulare so einen Kick, ähnlich nur vergleichbar wie damals der Sprung von 10“ auf 16“Apertur, auslösen würden !


    Ich muss als Fazit festellen: die Morpheus Okulare sind hervorragende Okulare und das zu einem erstaunlich kleinen Preis !


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    Die Testbebachtungen ermöglichte dankenswerterweise :
    (https://www.astrogarten-shop.de/)


    Gruß
    Christian

  • Hallo Christian,


    auf den Bericht haben vermtl. viele hier gewartet [:)]. Mich würde vor allem ein Vergleich mit den Hyperions interessieren. Konnte den nur mal kurz auf einer Messe, also am Tage, in einem SC machen und da war das Bild recht ähnlich, mal abgesehen vom SGF. Aber der Vergleich war halt nicht besonders aussagekräftig.
    Hast du schon fest bestimmte Teleskoptreffen eingeplant?


    Gruss Heinz

  • Ich habe das 17,5er Morpheus und bin ebenfalls sehr zufrieden. Von den Hyperions kenne ich einige Brennweiten und die können da qualitativ nicht mithalten.

  • Hallo Christian,


    Danke für den sehr aufschlussreichen Bericht. Vor allem dass Du das 12mm Nagler T4 durch ein Morpheus ersetzt hast, spricht finde ich Bände. Das 12er ist auch mein Lieblingsokular und ich hätte nicht gedacht, dass da etwas drüber geht.


    Nachdenklich:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo Christian,


    Sehr interessanter Bericht.


    Könntest du die Morpheus gegen die TV Delos vergleichen? Die Eckdaten und Brennweitenabstufungen sind ja sehr ähnlich.


    Viele Grüße,
    Stefan

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: StefanSLS</i>
    <br />Könntest du die Morpheus gegen die TV Delos vergleichen? Die Eckdaten und Brennweitenabstufungen sind ja sehr ähnlich.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ich konnte mal Delos und Morpheus (beide 14mm) vergleichen und da konnte das Morpheus in Sachen Randschärfe bei weitem nicht mithalten. Das 17,5mm hingegen ist in dieser Beziehung sehr gut. Die Morpheus sind nicht alle gleich gut, zB. schwankt auch die Größe des Gesichtsfeldes je nach Brennweite etwas.

  • Hallo 'coltrane',


    mit welchem Teleskop wurde der Vergleich gemacht? Gerade in Sachen Randschärfe ist das Öffnungsverhältnis interessant.

  • Hi,


    ich hatte ja auch schon mal verglichen- Morpheus gegen Nagler-


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=199389


    Dabei war ich einmal über die etwas größere AP des 9mm Morpheus gestolpert und ich hatte auch noch etwas festgestellt. Die Feldblende der Morpheus war im Gegensatz zu der bei den Naglern nicht richtig scharf abgrenzend.


    vielleicht kann Christian auch mal noch dazu was probieren. Bei meinem Test spielte das Wetter nicht so richtig mit, der Mond war auch fast voll, also kein echter Vergleich am Sternhimmel. Und zu lange wollte ich die von Rudi freudlicherweise zu Verfügung gestellten Teile auch nicht behalten.


    Bezüglich Randverzeichnung oder Randunschärfe konnte ich wenig Unterschied feststellen, die Teile von Baader sind mit dem etwas kleineren Eigengesichtsfeld den Nagler weitgehend ebenbürtig.


    Allerdings würde ich mein 12mm T4 nicht eintauschen wollen, einzig das mehr an Gewicht stört vielleicht an manchen Dobson, aber bezüglich Abbildung ist das eines der besten weitwinkligen Okulare um 82° die ich kenne.


    Gruß
    Stefan

  • hallo Forum,


    Heinz:
    die Hyperion kann man NICHT mit den Morpheus vergleichen.
    Ein Astrokumpel hatte das 24mm,10mm und 5mm die waren an seinem 10" Dobson f5 nur mäßig in Sachen Randschärfe am f/4.5 ganz zu schweigen.
    Am SC mit f/10 machen fast alle Okulartypen eine gute Figur.
    Der Trend geht nun aber unverkennbar zu erschwinglichen lichtstarken
    Dobsons schneller als f/4... das wissen auch die Okulardesigner.


    Marcus:
    das 12mm Nagler ist ein sehr gutes Okular. Der Vergleich ist auf hohem Niveau insbesondere aus der Sicht des Brillenträgers.


    Stefan:
    vergleichen konnte ich mit den Delos nicht. In solch seltenen klaren mondlosen Nächten wir beobachtet nicht getestet.


    Gruß
    Christian

  • Hallo Christian,


    mal konkret nachgehakt: ist aus Deiner Sicht das Morpheus randschärfer als das 12er T4 Nagler gewesen? So liest sich das bei Dir.


    Grüße
    Norman

    12" f/4,5 mit Nauris-Spiegel - 72mm Lacerta Apo -
           

    - who stands the rain deserves the sun! -

  • hallo Forum,


    Norman:
    ja, eindeutig bei f/3.4 und auch bei den langsameren Öffnungsverhältnissen, daher ja meine spontane Trennung von ihm...
    Ich hätt´s vorher auch nicht gedacht.
    Für Brillenträger sind die Morpheus Okus ein Segen !


    Gruß
    Christian

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