Statistik
Besucher jetzt online : 146
Benutzer registriert : 22233
Gesamtanzahl Postings : 1097770
Die Bresser Astronews ...
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie – die Wissenschaft
 Astronomie und Schule
 Anschaffung Schulteleskop Gymnasium

Hinweis: Sie müssen sich registrieren, um eine Antwort schreiben zu können.
Um sich zu registrieren, klicken Sie hier. Die Registrierung ist kostenlos!

Auflösung:
Benutzer:
Passwort:
Funktion:
Format: FettKursivUnterstreichenDurchstreichen Links ausrichtenZentrierenRechts ausrichten Horizontale Line Hyperlink einfügenEmail einfügenBild einfügen Code einfügenZitat einfügenListe einfügen Spoiler einfügen
   
Nachricht:

* HTML ist AUS
* Forum Code ist AN
Smilies
Lächeln [:)] Lachen [:D] Cool [8D] Erröten [:I]
Lechzen [:P] Teufel [):] Winken [;)] Clown [:o)]
Blaues Auge [B)] Achter Kugel [8] Angst [:(] Schüchtern [8)]
Schockiert [:0] Verärgert [:(!] Erschöpft [xx(] Müde [|)]
Küsse [:X] Zustimmen [^] Mißbilligen [V] Frage [?]

  Signatur anhängen.
Dieses Thema abonnieren.
    

Ü B E R S I C H T    
skytom85 Erstellt am: 08.10.2018 : 21:52:35 Uhr
Hallo Leute,

ich bin Lehrer für Geographie an einem Gymnasium in Bayern. Zusammen mit einem Physiklehrer bin ich am überlegen, ein Schulteleskop anzuschaffen. Ich selber besitze zwei Dobsons (10 und 16 Zoll). Aus diesem Grund war mein Vorschlag auch sehr dobsonlastig:

10" GSO Deluxe Dobson
Hyperion-Okulare in 8, 13 und 31mm
Baader OIII in 2"
Telrad+Reiseatlas

Das Equipment ist glaub ich für einen gehobenen Einstieg gut geeignet. So... jetzt zu meinen Fragen:

1. Welche Erfahrungen habt ihr mit Schulteleskopen?
2. Ist die Fixierung auf visuell zu einseitig?
3. Werden die Angebote im Regelbetrieb auch von Schülern nachgefragt?
4. Habt ihr andere Empfehlungen bezüglich Teleskop und Ausstattung?

Viele Grüße
Thomas
D I E    15   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
perryblack Erstellt am: 05.12.2019 : 18:59:56 Uhr
Hallo Sternfreunde!

Meine Meinung nach und nach meine Erfahrung mit Anfänger wird ein 10 Zoll Dobson eine sehr guten Wahl für Studenten die die Himmel auch lernen (zB Sternbilder) will. Dazu:

1. Ein gute Sternkarte. Am Anfang der Deep Sky Reiseatlas (19,- von Amazon)
2. Ein 2 Zoll Baader Hyperion Mark IV Zoom Okular (220,- von TS).
3. Der mitgelieferte Sucher mit ein rechts-winkel bzw Amiciprism 8x50 Sucher austauschen (89,- von TS).
4. Ein Leuchtpunkt-Sucher auch drauf montieren (19,- für die Aufnahmeschiene und der "Starpointer" 30,- beide von TS)

... und fertig. Ganz einfach. Kein Schnickschnack wie ein EQ-Platform. Die Studenten werden sehr schnell lernen wie man die Dobson pushen muss.

Und jemand mit gute Erfahrung mit Starhopping soll ein oder zwei von die Stunden das Starhopping bei bringen.

Gruß und clear skies
Perry
JSchmoll Erstellt am: 26.11.2019 : 11:36:52 Uhr
Hier in England bin ich mit einem groesseren oeffentlichen Observatorium involviert, das jetzt auch Vertraege ueber Astronomielernpakete mit Schulen eingeht. Geliefert wird ein Rundumpaket mit Praesentationen, mobilem Planetarium und (wenn das Wetter mitspielt) Beobachtungen an mitgebrachten Instrumenten.

Es entstand der Gedanke, an der Schule etwas zurueckzulassen, das es Lehrern ermoeglicht, ein eventuell aufgeflammtes Interesse weiter zu foerdern. Die Idee war urspruenglich ein kleines Teleskop fuer um die 100 englische Pfund (derzeit ca. 117 Euro). Da ich an unserer Sternwarte der Instrumentenmensch bin, habe ich gleich gewarnt, dass man dafuer nicht viel erwarten kann. Wir haben dann auf 200 Pfund aufgestockt und dank der Abnahme groesserer Stueckzahlen ein schoenes Paket schnueren koennen.

So bekommt jede Schulgruppe einen 90/900er Refraktor auf einer nachgefuehrten EQ2. Natuerlich ist das nicht ideal (eine EQ3 waere sicher besser gewesen), aber im finanziellen Rahmen ist es brauchbar. Das Geraet ist nachgefuehrt, sodass Schuelergruppen durchschauen koennen, ohne das Objekt gleich wieder zu verlieren. Eine Anleitung zur groben Einnordung des Instruments wird mitgeliefert. Es hat einen guten 6x30-Sucher und mit 25mm und 10mm zwei brauchbare Okulare, nebst achromatischer Barlowlinse.

Vorteil: Das Geraet ist als Refraktor justierstabil. Es laesst sich an einem Stueck transportieren, ist nachgefuehrt und es zeigt auch unter Stadtbedingungen auf einem Schulhof schon Mond, die hellen Planeten oder auch ein paar helle Sternhaufen oder Nebel. Das Geraet ist auch noch in einem Schuelerbudget, sodass interessierte Schueler sich etwas Aehnliches selber anschaffen koennen und schon eine Idee ueber Staerken und Schwaechen der Kombination bekommen.

Nachteil: Die EQ2 ist natuerlich nicht das Gelbe vom Ei. Allerdings habe ich mit so einem Geraet (handnachgefuehrt) auch schon oeffentliche Beobachtungen unternommen - neben groesseren Geraetschaften. Der "selling point" war, dass es sich um ein guenstiges Einsteigerfernrohr handelt, was viele Besucher interessant fanden - trotz der Schwaechen im Vergleich zum danebenstehendem 3000-Euro-Fernrohr.

Gibt es in einer Schule ein ernsthafteres Interesse oder eine Astro-AG, dann waere natuerlich etwas Stabileres, vielleicht noch mit fester Saeule, angesagt. Das hier genannte Fernrohr ist eher ein "Appetitmacher" fuer Schulen, wo nur ein gelegentliches Interesse besteht und die Gefahr real ist, dass das Geraet als Schaustueck in der Sammlung verschwindet.

JSchmoll Erstellt am: 26.11.2019 : 11:23:28 Uhr
Zitat:
Schulteleskop ist doch unnötig, so lange die Schüler nur mit solchen Dingen wie Volumen- und Dichteberechnung von Planeten und ähnlichem Blödsinn gequält werden. Begeisterung für Astronomie schafft man so nicht, dafür aber sehr effektiv das Gegenteil.


Ist das nicht ein Widerspruch?

Ein Teleskop kann sehr gut dazu dienen, die Motivation zu erhoehen. Aber im Physikunterricht geht es natuerlich auch um Wissensvermittlung, und da gehoert auch Mathematik dazu. Insbesondere wichtig fuer Schueler, die sich fuer ein naturwissenschaftliches Studium interessieren.

Ueber Mathematik hoert man oft Aussagen wie "Das ganze Rumgerechne braucht man doch nicht im Leben." -- gerade durch einen praktischen Bezug wie das von Dir angesprochene Berechnen von Planetenvolumina und Dichten wird die Mathematik doch greifbar, und damit interessanter. Und wenn man dann solche Berechnungen angestellt hat und abends auf dem Schulhof Jupiter mit seinen vier Monden sehen kann, um so besser.

Omegon_Tassilo Erstellt am: 26.11.2019 : 10:29:53 Uhr
Zitat:
Original erstellt von: skytom85

Hallo Leute,

ich bin Lehrer für Geographie an einem Gymnasium in Bayern. Zusammen mit einem Physiklehrer bin ich am überlegen, ein Schulteleskop anzuschaffen. Ich selber besitze zwei Dobsons (10 und 16 Zoll). Aus diesem Grund war mein Vorschlag auch sehr dobsonlastig:

10" GSO Deluxe Dobson
Hyperion-Okulare in 8, 13 und 31mm
Baader OIII in 2"
Telrad+Reiseatlas

Das Equipment ist glaub ich für einen gehobenen Einstieg gut geeignet. So... jetzt zu meinen Fragen:

1. Welche Erfahrungen habt ihr mit Schulteleskopen?
2. Ist die Fixierung auf visuell zu einseitig?
3. Werden die Angebote im Regelbetrieb auch von Schülern nachgefragt?
4. Habt ihr andere Empfehlungen bezüglich Teleskop und Ausstattung?

Viele Grüße
Thomas



Hallo Thomas,
ich denke es ist am zweckführensten, mal Schulen zu kontaktieren, die das machen. Hier meine alte Schule:
https://rgl-bgl.de/startseite/
An der Kuppel auf dem Dach sieht man schon, was gemeint ist. Da war früher ein uralter nahezu unbrauchbarer Zeiss-Refraktor Typ D 200/1330mm drin, der dann auf ein 16"SC umgerüstet wurde. Möglich wurde das durch intensive Bettelarbeit bei Stiftungen durch den Förderverein und die Astronomische Arbeitsgruppe - ich war da auch nicht ganz unschuldig dran.... ;-)
Clear skies
Tassilo
dkracht Erstellt am: 12.10.2019 : 18:11:07 Uhr
Hey Thomas,
"ein Teleskop anschaffen" heißt für mich immer "eine Montierung anschaffen".
Mit einer schönen Montierung kann ich dann Fotos mit einer DSLR machen - da hat man ein sofortiges Erfolgserlebnis und einfachen Bezug zur Sternkarte.
Mit einem Foto-Objektiv (135mm oder 200mm) kann man richtig interessante Objekte fotografieren.
Clear Skies
Dietrich
Erposs Erstellt am: 28.02.2019 : 13:02:53 Uhr
Schulteleskop ist doch unnötig, so lange die Schüler nur mit solchen Dingen wie Volumen- und Dichteberechnung von Planeten und ähnlichem Blödsinn gequält werden. Begeisterung für Astronomie schafft man so nicht, dafür aber sehr effektiv das Gegenteil.
hobbyknipser Erstellt am: 29.12.2018 : 21:03:50 Uhr
Hallo, Thomas,

ich spreche hier nur als privater "Einzelkämpfer", der Lust auf Astrofotografie hat.
Hier mein Vorschlag, um mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit bei Deinen Schülern/innen Begeisterung zumindest für die DSO-Objekte auszulösen (Planeten nur visuell!):

1. parallaktische Montierung: HEQ5 oder EQ6: Du weißt sicherlich,wie man sie vernünftig einnordet; mit Leuchtpunktsucher: damit die Schüler sehen, wo sich das Teleskop gerade am Himmel befindet und die wichtigsten Sternbilder kennenlernen! Das ist sehr wichtig, finde ich.
mit Bleigel-Akku, ca. 26AH für die Stromversorgung

2. 8" f/4 Foto-Newton, Stahl-Tubus reicht! wie man den justiert, weißt Du sicherlich.

3. eine normale DSLR (z.B. von Canon, APS-C Format), unmodifiziert reicht!
damit dann bei niedriger bis mittlerer ISO für jedes Objekt 30 sec Aufnahmen machen und das Ergebnis auf dem rückseitigen Display die einzelnen Schüler begutachten lassen.
Die Schüler werden bestimmt die "plötzlichen" Unmengen an Sternen bestaunen! nicht nur bei den helleren Sternhaufen, sondern bestimmt auch die ersten Einzelheiten bei M31, M33, M81, M106 sowie den PN M27, M57, etc.

Rein visuell wird so viel ungläubiges Staunen und zukünftiges Interesse für den Himmel sicher nicht erreicht werden können, meine Meinung!

viele Grüße und häufiger cs
Andreas
Norbert Steinkellner Erstellt am: 22.11.2018 : 21:40:24 Uhr
Lieber Thomas,

ich fange einmal mit 3. an: Werden die Angebote im Regelbetrieb auch von Schülern nachgefragt?

Wir haben seit 18 Jahren schon ein Freifach Astronomie an der Schule (Realgymnasium, 600-700 SchülerInnen), und dieses ist immer sehr gut besucht - des öfteren muss ich mich sogar bemühen, Werteinheiten für einen 2. Kurstermin zu bekommen (so wie dieses Schuljahr, 34 TeilnehmerInnen).

Ich habe einen Kurs am Nachmittag (allgemeinen Einsteigerkurs, für die jüngeren) und einen Abendkurs (Doppelstunde jede Woche, 18:00 Uhr bis 19:40 Uhr). Die Interessenslagen der SchülerInnen sind verschieden: manche eher das praktische Beobachten auf unserer Schulsternwarte, manche eher Unterricht und Austausch über astronomische Themen. Aber es war niemals in Frage, ob der Kurs zustandekommt - eher musste ich begrenzen.


Wir sind in der glücklichen Lage, seit 2000 eine richtige Sternwarte zu besitzen (4m Baader Kuppel, www.keplersternwarte.at). Wir sind halt leider mitten in der Stadt, was unsere Möglichkeiten natürlich einschränkt. Das meistbenutzte Fernrohr bei uns ist nicht das größere (12,5" f/15 Cassegrain), sondern der kleinere Achromat (6" f/8). Sonnenbeobachtung ist ein sehr wichtiger Punkt, auch wir haben ein Coronado PST, das möchte ich keinesfalls missen. Die SchülerInnen lieben es, Mond- und Planetenschnappschüsse mit ihren Smartphones zu machen: reine Beschränkung auf einen Dob wäre also eine große Einschränkung. Und die Möglichkeit, mit einfachen Formen der Astrofotografie zu arbeiten bzw. vielleicht einmal zu spektroskopieren, ist für eine Schule schon interessant.

Einen immer wichtigeren Platz im Schulleben nehmen bei uns aber jetzt die zwei jährlichen Fahrten zu Teleskoptreffen ein (zum ITT im Herbst und zum KTT im Mai), zu denen immer mehr SchülerInnen mitkommen möchten - ein mobiles Gerät ist also ebenfalls sehr wichtig (wir haben da einen 5" Bresser Refraktor; ich ab aber auch immer meine drei Newtons mit).

Grüße aus Graz!

Norbert

P.S.: ich freue mich bei meinem schülerorientierten Teleskoptreffen in Österreich natürlich auch über Besuch aus Bayern ;)
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=232150
https://www.facebook.com/groups/2174725902853025/
G2-Astro Erstellt am: 27.10.2018 : 13:46:24 Uhr
Hallo Roland,

ja es muss geeicht werden an hellen Sternen aus einer angezeigten Liste!

Mit Nachtansicht + Rotfolie ist das gut machbar!

Es hat sich gezeigt, das ein Goto Dobson etwas besser für Demonstrationen geeignet ist als eine EQ Platform, die doch wohl zu oft verrutscht ist!

Für Mond Beobachtungen mit Zeichenkurse per Planetenkamera und Beamer auf eine Leinwand in den Schulraum!

Alle Easy - Push - to bestückten Dobson sind mit Libellen und einer Stellschraube, zum genauen Aufstellen ausgerüstet!

Das selbst Aufsuchen per Handy ist aber eindeutig der Favorit bei den Kid´s!
Es wurden 2 EQ Plattformen selbst gebaut, die aber nur von den Zeichnern regelmäßig genutzt werden.
Die Anderen beobachten lieber ohne EQ freihand, weil sie es doch auch zu Hause dann so machen!

Einige Besucher die mit eigenen Dobson kommen, können ein Easy - Push - to - Set ausleihen, da Das ja mit der Magnetbefestigung, nur an einen Dobson mit Metallstreifen ausgerüsteten Rockerbox, angesetzt werden muss!

Der Lehrer hat dafür seine Original Rockerbox mit Goto für den 12" Schul - Newton nachgerüstet.

Für seinen eigenen 12" Reiseteleskop - Umbau, eine Neue mit größeren Höhenräder direkt angepasst an eine EQ - Plattform mit Easy - Push - to gebaut und bemerkte, 15 Jahre hab ich per Sternhopping Objekte aufgesucht, jetzt finde ich jeden Beobachtungsabend, auch Alle, Die mit erheblichen Kopfverrenkungen immer schwierig waren!

Bikeman Erstellt am: 26.10.2018 : 20:05:12 Uhr
Es muss auch nicht immer gleich ein Teleskop sein: Bereits mit einem Teleobjektiv, einem einfachen Stativ und einer DSLR kann man die Helligkeit von Sternen bis (sagen wir) ca Magnitude 8 wunderbar *messen* und Lichtkurven erstellen, die Temperatur von Sternen bestimmen etc etc. Da hat man dann auch am Tag während des Unterrichts etwas zu tun (Datenauswertung).

HBE
skytom85 Erstellt am: 26.10.2018 : 18:29:14 Uhr
Hallo Leute,

vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge und Infos. Ich habe vor einer Woche mit meinem privaten 10"er vom Sportplatz aus einen Beobachtungsabend gemacht. Die Resonanz war sehr gut und es waren auch viele Schüler da. Neben den Standartvorführungsobjekten (M27, Cirrus, M13...) haben wir auch ein paar Objekte außerhalb der normalen Wege beobachtet (NGC 7331, NGC 7888...). Der Himmel ist ganz brauchbar.

Wir haben das Glück, dass wir neben der Schule ein paar Kilometer entfernt eine Sternwarte haben. Bevor wir jetzt was anschaffen, werde ich versuchen so oft es geht mit den Schülern auf die Sternwarte zu gehen, um auch zu testen, wie nachhaltig das Interesse ist.

Viele Grüße
Thomas
Niklo Erstellt am: 26.10.2018 : 14:58:36 Uhr
Hallo Günter,
das Ez Push to hört sich interessant an. Muss man das eichen, damit das System weiß, wie die Position des Telskops ist? Dann wird vermutlich die Ausrichtung an das Smartphone übertragen und darüber die Position in der eingeblendeten Sternkarte angezeigt, oder?
Wie verhindert man, dass die Dunkeladaption durch das Handydisplay gestört wird? Ich weiß nicht, wie weit das ein Problem ist.
Ansonsten scheint das eine feine Sache zu sein.
Zum Dobson und Schulteleskop. Vermutlich würd ich da auch eine EQ Platform als Schulteleskop anschaffen. Die muss man ja nicht immer dabei haben, aber an öffentlichen Abenden, wo auch Eltern und Geschwister bzw. Besucher einmal durch das Fernrohr ein Objekt betrachten wollen ist eine Nachführung denk ich schon hilfreich.
Servus,
Roland
G2-Astro Erstellt am: 26.10.2018 : 14:38:46 Uhr
Hallo Thomas,

wichtig ist die Jugendlichen von Anfang an mit einzubeziehen und neugierig machen!

Dazu ein Beispiel: mit Astrofreunden hatten wir im August 2017 Sonnen und Mond Beobachtungen gemacht, und danach die Frage der Jugendlichen, beantwortet was kann man noch am Tage beobachten?
Also wurde der 12" Goto Dobson auf helle Sterne und Nachmittags auf Jupiter eingerichtet.
Das Erstaunen war groß, was man doch Alles sehen konnte, wenn man es mit Goto anfahren konnte!

Dann aber kam der Gigg, als der 10" Dobson eines Freundes ausgerüstet mit Easy - Push - to > https://romer-optics-llc.myshopify.com/collections/easy-push-to < > den Umstehenden nun alle auf dem Handy die Passende App aufrufen ließ und so Alle die Teleskopposition verfolgen konnten.
Im Nu war der Goto Dobson fast abgemeldet, denn alle wollten nun selber Objekte vom Display geführt aufsuchen!

Beim nächsten Astrotreff, hatten sich schon 5 Jugendliche Teleskope damit ausgerüstet,
2 Dobson 150/1200mm + 200/1200mm wurden neu gekauft, aber auch 2 vorhandene 114/900mm und ein 150/1400mm wurden so auf Dobson umgerüstet, wobei ich mit Bauvorschlägen unterstützend helfen konnte.

Und gerade diese Drei sagten, endlich kann ich, mal das sehen was ich mir beim Kauf mal vorgestellt hatten, kein Wackeln mehr und auch finden, was ich damit Alles zu sehen ist!
Und das leidige Einrichten, bis damit alles auch positionierbar ist hat ein Ende, dort kam der größte Frust mit meinem 114/900mm Newton her, wenn es nicht so richtig klappen wollte, erzählte eine Astrobegeisterte Schülerin!

Einfach Genial war noch zu hören, das " Easy - Push - to" kann ich auf jede spätere Teleskopgröße mitnehmen!

Viele der Astrotreffs gingen dann bis weit in den späten Abend hinein, da auch ein Abholservice mit den Eltern verabredet war!

Wo dann die richtigen Highlights Gasnebel; PN und Kugelsternhaufen aus Tausenden Lichtjahren Entfernung, live sichtbar und erlebbar wurden.

Danach danach auch noch die vielen Galaxien rund um den Großen Wagen, die nun aus 20 - 60 Millionen Jahren noch Licht in Deren Augen schickte.
Wenn das denn so Erkannt wird, und Sie dann die überschwänglichen Kommentare, von dem gerade Gesehenem den verblüffen Eltern mitgeteilt wird, höhren!

Und nach dem Die sich, von den Sprösslingen gedrängt, an M81 + M82 davon überzeugt haben, das da Millionen Jahre altes Licht, auch in Ihr Auge triff.
Dann das mit, hab garnicht gedacht, das es so Toll und ein so ernsthaftes live Erlebnis ist, quittiert wird, hat man es richtig gemacht!

Objekte wie Jupiter oder Mars (bei entsprechender Tagessichtbarkeit) sind so auch sehr gut beobachtbare Objekte, dazu kommen natürlich die hellsten Sterne, im Großem Wagen; Laier; Schwan usw. , welche am Tageshimmel zu finden wären: Arktur, Betelgeuse, Sirius - ein Versuch ist unbedingt zu empfehlen!

Der Skyglow-Neodymium und ein Hochwertiges Schott Orange Filter hilft hier, dämpft das Atmosphärische Streulicht und verbessert so den Kontrast etwas, der Orangefilter nimmt den Blauschimmer zurück, um Mond und die Planeten zu beobachten.

Die Schüler können so, dabei auch Aufnahmen mit dem Handy am Okular machen.

So hatten wir schon 2014 übers Jahr Venus, Mars; Jupiter ( gegenseitige Mondbedeckungen) und Saturn auch Tagsüber bei Beobachtungen gesehen. mit dem GOTO - Dobson angefahren.

Auch am Mond lassen sich so manche Besondere Schattenstellungen ( oder das aufblitzen von Bergspitzen oder Kraterränder ) noch beobachten!


Also ein Goto Dobson oder Solche mit " Easy - Push - to" System, die per Wi fi dann ein wirkliches Dabeiseinfeeling vermitteln mach Sinn, das so stärkere Aufmerksamkeit sicherstellt und nicht so schnell Langeweile bei den wartenden aufkommt!

Da die sich das Objekt ja schon am Display anzeigen lässt, was man dann am Okular live erleben kann

Wenn Es da finanzielle Hilfen oder Spenden gibt, wäre die Anschaffung von weiteren Newton - Tuben, die für den selbst Umbau angeschafft werden könnten und per Patenschaft vergeben werden, ein guter Weg mehr als nur die 4 - 7 Leute, länger bei der Stange zu halten!

Besonders wenn man Langweiligere Lehrinhalte mit Astronomischen Themen und Erkenntnissen verbindet, damit man erkennt wozu man das alles lernt, z.B. Flugzeiten zum Mond, Mars oder für Umlaufbahnen ermittelt;
Kratergrößen oder Berghöhen von Mondfotos aus berechnen, oder aus Stern - Lichtkurven, die man im Webb findet, Umlaufzeiten oder Helligkeitstufen berechnet!

Auf die Frage der Schüler, wie kommen Die da drauf wie groß eine Planeten oder Sonnen Scheibchen ist und wie groß die Umlaufbahn eines nahen Planeten, hat der Lehrer den Lichtspot, eines Scheinwerfers in der Aula vom Flur aus vermessen lassen, dann den Durchlauf eines wiederkehrenden Schatten / Lichtpunktes!
Daraus wurde ein 5 Wöchiger Forschungskurs mit 23 Teilnehmern und 4 Fachlehrern!

Und der Bitte der Schüler doch sowas spannendes öfter im Unterricht zu machen!

Eine Schülerin bemerkte, jetzt verstehe ich den Ausspruch "Mutter der Wissenschaft" so betrachtet ist Astronomie ja wirklich die Mutter aller Wissenschaften, wenn man alle Anderen braucht um das Entdeckte zu erklären!

Wie wahr!




Astrohardy Erstellt am: 25.10.2018 : 12:40:46 Uhr
Ich habe mal mit einer von mir betreuten Schul-AG im Hamburger Westen mit einem 10" Dobson gearbeitet. Die Optik mochte mein Astroverein nicht mehr, die Rockerbox war aus Schulmöbeln mit Hilfe des Hausmeisters und eines schreinerisch begabten Schülers zusammengedengelt :-) Das Ding passte zerlegt in einen Schrank der Biosammlung. Die Schüler waren dazu in der Lage, das Ding zusammenzubauen, herunterzutragen, die Optik grob zu justieren und ab ging's.

Man kann damit natürlich keine hochwissenschaftlichen Sachen machen, aber es ist a) stabil & robust, b) leicht verständlich, c) funzt, d) reicht von der Optik her aus, dass man auch etwas sieht. Kann ich nur empfehlen. Man kann damit die wichtigsten Objektkategorien wirklich sehen, auch wenn man kein so furchtbar geübter Beobachter ist. Das ist doch super!

Ich kenne demgegenüber platzbeengte Schulsternwarten mit komplexer äquatorialer Steuerung, Fernrohr ist ein "Heiligtum" der Schule, an dem nur ganz wenige Leute arbeiten dürfen, usw; man soll Video in einen Fachraum übertragen usw. Funktioniert nicht wirklich, ist zu komplex, erfordert eine wirklich damit vertraute Lehrkraft, Interaktion der Schüler mit dem Ding ist oft nicht möglich, usw.

Für Sachen, die eine äquatoriale Montierung erfordern, kann man immer noch einen kleinen Newton auf einer kleinen äquatorialen Monti dazukaufen.

Hartwig

roblindau Erstellt am: 11.10.2018 : 16:04:37 Uhr
Hallo Thomas,

ich bin zwar kein Lehrer, habe aber immer wieder Jugendgruppen oder Schüler zu Besuch auf meiner kleinen Rolldachsternwarte.

Mein festes Instrument in der Sternwarte ist ein SCT (Celestron CPC 925) mit Binoansatz. Daneben stelle ich meist einen 4" Refraktor auf parallaktischer Montierung und einen 12" Dobson im Garten auf.
Das CPC und der Dobson sind bei den Kindern und Jugendlichen die
beliebtesten Instrumente.

Der Anblick von Mond und Planeten im SCT mit Binoansatz löst Begeisterung aus. Ferner ist der Einblick am gabelmontierten SCT in jeder Stellung komfortabel. Die Gotosteuerung, die sich auch mit diversen Planetariumprogrammen ansteuern lässt, begeistert die Kinder ebenfalls. Alles in allem, ein gabelmontiertes nachgeführtes SCT wäre sehr gut für deine Zwecke geeignet. Für Planeten und Mondfotos oder Lucky Imaging ebenfalls hervorragend geeignet.

Ok, die Bilder im SCT sind spiegelverkehrt. Wen das stört kann ein Zenitprisma für aufrechte und seitenrichtige Bilder verwenden. Sternkarten lassen sich auch spiegelverkehrt ausdrucken.
Die Objekte sucht man aber mittels Sucher oder Leitteleskop.

Der Dobson ist einfach und intuitiv bedienbar, was den Jugendlichen gefällt. Mit einem Telrad-Sucher und einer Sternkarte lassen sich viele Objekte im Handumdrehen auch von weniger geübten Beobachtern finden.

Also meine Wahl wäre entweder ein Goto-SCT auf Gabelmontierung oder ein Dobson ggfs. mit Nachführplattform.

Eine kleine Rolldachsternwarte für das Internat wäre ebenfalls einen Gedanken wert. Die könnte z.B. im Rahmen eines Schülerprojekts selbst gebaut werden, Als Basis kann z.B. ein handelsübliches Gartenhäuschen dienen, das relativ einfach zur Rolldachhütte umgebaut werden kann.

Viele Grüße
Robert

Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.35 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?