Rotationen im Vergleich

  • Hi


    Was ist eigentlich der Grund, dass sich die Rotationen der inneren Planeten (Merkur, Venus) in ihrer Eigenrotation so stark unterscheiden von den äusseren Planeten? Hat das was zu tuen mit der gebunden Rotation? [8]


    Clear Skies


    Philipp

  • Hallo Philipp


    Also es hat wirklich etwas mit der gebundenen Rotation zu tun. z.B. beim Mond weiß man, dass sich auf der erdnahen Seite so genannte "Mascons" gibt, d.h. Gebiete in denen eine höhere Dichte herrscht. Solche Gebiete entstehen, wenn z.B. ein schwerer Meteorit einschlägt. Diese Gebiete werden dann stärker von der Erde angezogen und verringern die Eigenrotation des Mondes, bis sie letztendlich ganz stehen bleibt.


    Gebiete mit erhöhter Dichte wie auf dem Mond vermutet man auch beim Merkur. Das würde seine Rotation erklären, die jedoch sehr Eigenartig ist, da er sich in der Zeit von zwei Umläufen um die Sonne exakt dreimal um sich selbst dreht.


    Die Venus dreht sich jedoch rückläufig, also geht auf der Venus die Sonne im Westen auf. Und ihre Rotation ist sehr langsam. Warum das so ist weiß ich nicht?! Hat man das überhaupt schon herausgefunden?!


    Die äußeren Gasplaneten besitzen keine solche "Unregelmäßigkeiten" in ihrer Dichte (das Gas vermischt sich eben gleichmäßig), wodurch ihre Eigenrotation auch nicht von der Sonne oder anderen Planten beeinflusst werden kann. Außerdem sind sie natürlich weiter Entfernt von der Sonne und damit auch nicht so sehr ihrer Gravitation ausgesetzt.


    Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!


    Liebe Grüße
    Simon

  • Hallo Simon
    Ein Körper rotiert immer um seinen Schwerpunkt.
    Wenn eine Seite dichter ist, dann ist nur die Rotation nicht gleichmäßig.
    Aber die Energiesumme bleibt gleich!
    Abgebremst wird durch Gezeitenwirkung! Die Rotationsenergie wird in Wärme umgewandelt. Der Körper bleibt dann wie ein auslaufendes JOJo auf der niedrigsten potentiellen Energie liegen.
    Deshalb zeigt am Schluss die 'schwere' Seite dem bindenden Himmelskörper zu.


    Alles andere ist korrekt :)
    lg Bernd

  • hey
    danke vielmal. für die Antworten. Ich suchte noch nach einer Seite die den Zusammenhang etwas genauer erklärt, so mit Formeln vielleicht etc.
    Aber so Astronomische Dinger sind gar nicht so einfach auf dem Netz zu finden, und das meiste ist halt auf Englisch.
    Da ist halt das Astroforum schon die Nr.1 für mich :P
    Thanks again!

  • Hallo Philipp,
    das unterschiedliche Verhalten von Merkur, Venus und Erde/Mond, Mars hinsichtlich der Eigenrotation untereinander sowie im Vergleich zu den äußeren Gasplaneten zeigt auch den unterschiedlichen Werdegang der Planeten. Z.B. dreht die Erde wohl deshalb noch so schnell, weil bei der Kollision, aus der der Mond entstand, ein entsprechender Drehimpuls übertragen wurde.
    Merkur hat eine 2/3-gebundene Rotation mit der Sonne - nur durch die exzentrische Bahn zu erklären (je nach Bahnlage mal schneller/langsamer). Egal wie schnell sich der Merkur auch vorher gedreht haben mag, der würde jederzeit wieder rotationstechnisch da enden. (Ebbe und Flut zeigen sich da in Form von Erdbebenwellen). Die Besonderheit Merkurs ist sein großer Eisenkern. Noch nicht einmal dessen Ursache kennt man.
    Die äußeren Planeten haben ihren Drehimpuls überwiegen beim Aufsammeln von Gas erhalten. Etwas was die Sonne im inneren Bereich des Sonnensystems rechtzeitig weggeblasen hat.
    Schau doch mal bei u.a. in die Videos von Alpha Centauri rein, da wird hin und wieder von H. Lesch darauf eingegangen. Wer die Drehung deuten will, muss schließlich herausfinden wie die Planeten entstanden sind. http://www.br-online.de/alpha/centauri/
    Gruß


    PS: Formelmäßig geht es immer nur um Impulserhaltung (im Raum). Also schöne brave Vektorrechnung.

  • schön brave Vektorrechnung? haha, Danke für das Videos, ein paar davon hab ich mir schon mal angesehen. Mein Favorit ist jedoch " Wie park ich ein Auto im Weltall" ^^


    >>Die Besonderheit Merkurs ist sein großer Eisenkern. Noch nicht einmal dessen Ursache kennt man.<<


    Wie meinst Du das? Man kennt nich die Ursache für das Eisen im Kern? Also die Erde hat ja anscheinend auch Eisen im innersten Kern, durch nahdisnach "auskristaliesieren" des Eisen vom Mantel wurde somit der Erdkern immer grösser und der Anteil des Eisens im Kern grösser. Das ist beim Merkur anders?

  • Hallo,
    es geht um das Masse-Verhältnis der verschiedenen Elemente untereinander. Bei "gleichen" Entstehungs- und Entwicklungsprozessen sollte auch das Ergebnis vergleichbar sein. Merkur fällt da aus der Rolle. Entweder bei ihm lief alles anders oder er war früher viel größer und hat die leichten Elemente wieder verloren. (wie?).
    Gruß


    schau mal hier unter 1.3: http://de.wikipedia.org/wiki/Merkur_%28Planet%29

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