OdM Februar 2024 – tierische oder geisterhafte Nebel im Gürtel des Orion – IC 423, 424 und 426

  • Christoph, richtig schicke Objekte hast du vorgestellt. Obwohl IC 423, IC 424 und IC 425 so prominent gelegen sind, habe ich sie ich noch nie beobachtet. In SkiSafari werden sie nur angezeigt, wenn man sie gezielt eingibt.


    Ben, das ist ja spektakulär die IC 423 und IC 426 Tierchen mit dem Fünfling! Dein Fünfling hat von allen mit Abstand die meisten km auf der Uhr. Die schönen Beobachtungen der anderen zeigen, dass diese Reflexionsnebel selbst mit dicken Dobsons nicht einfach sind. Mein Versuch, es visuell zu probieren, ist wegen Wetter, Wetter, Wetter, gescheitert.


    Vom Stadtbalkon jedoch konnte ich 2 Wolkenfenster nutzen: Vor 11 Tagen klar und mondlos, gestern mit dickem Mond und Wolkenschleier. Und siehe da, nach insgesamt 6 Stunden Belichtung mit dem 10" f/4 Newton geht was:



    Wenn ich die Aufnahme von Seraphin als Referenz nehme (wow, was für ein Bild!) ist der unruhige Hintergrund bei mir teilweise echt, teilweise Artefakte durch die starke Streckung unter Laternen, Mond und Stadtaufhellung. Der blaue Schein am rechen Rand kommt von Mintaka. Die tiefe Weitfeld Aufnahme von Heinz zeigt noch mehr solche Viecher, herrlich! Die von Christoph erwähnte Galaxie PGC 3081033 habe ich auch drauf. Knapp rechts oberhalb davon ist die ultraschwache "Low Surface Brightness" Edge On 2MASX J05364723-0039144 und noch eine weitere rundliche. Rechts unten im Bild bei HD 36825 ist noch die kleine 2MFGC 4532, sowie weitere. Interessant, dass es Galaxien schaffen, sich durch den Orionstaub zu bohren.


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    Teleskop: Getunter TS-UNC Newton 250/1000 + TS-GPU Komakorrektor

    Kamera: ToupTek 2600 Color @ Gain 100 und -10°C

    Montierung: Losmandy G11

    Guiding: ZWO 30/120 mm mini Guidescope + ASI 120MM mini Guidecam, PHD2

    Bedingungen: Stadthimmel, Laternen, teilweise Mond, Bortle 8, fst 4 mag, SQM laut ASTAP= 17,9 mag/arcsec^2.

    15+25.02.2024, 2 Sessions 180x2 min = 6h00m

    Lights mit Sharpcap, Darks, Himmelsflats mit Bias während der Dämmerung mit Sharpcap.

    Bearbeitung: Stacking mit Siril, Hintergrundabzug + Asinh+ GHS+ Hystogrammstrecken mit Siril. Siril GHS Sättigungsstreckung, Feintuning in RawTherapee.

    Nebel mit Starnet++ extrahiert und verstärkt als Ebene in Gimp aufaddiert.

    Grenzgröße im .jpg Bild 19,8 mag (Stellarium Gaia Helligkeiten), laut ASTAP im Rohstack 20,1 mag.

  • Hallo Stathis,

    Ben, das ist ja spektakulär die IC 423 und IC 426 Tierchen mit dem Fünfling!

    Ja ich denke wenn Dunkelheit und Transparenz sehr gut sind, dann können sich auch solch zarte Nebelchen bei dieser Öffnung bemerkbar machen.


    Ein gutes Beispiel dafür sind für mich auch die beiden Nebel IC 59 und IC 63 bei Gamma Cas: Wenn ich mit dem 120mm Refraktor in der Gegend vorbeigekommen bin waren sie meist gar nicht oder nur sehr schwierig indirekt auszumachen. Dann hatte ich in den Bergen aber mal so gute Bedingungen, dass sie sofort deutlich ins Auge gesprungen sind - sie standen einfach da, ich musste nicht nach ihnen suchen.


    Servus

    Ben

  • Hallo,


    diesen Monat war das Wetter ja eher nicht so prickelnd für astronomische Zwecke. Entsprechend mickrig fällt dann auch die Ausbeute zum Objekt des Monats aus. Ich hatte keine einzige Gelegenheit für eine visuelle Sichtung und nur sehr knappe 4 Stunden für Aufnahmen. Schlechte Transparenz, durchziehende Wolken, zunehmender Mond und die Bäume im Südwesten tragen nicht gerade zur Erleichterung bei. Aber immerhin, wenn man genau hinschaut sieht man die Tierchen zart schimmern.


    Durch das kleine Bildfeld musste ich zwei getrennte Aufnahmen machen.


    Zuerst IC 423 und IC 424 von denen ich am 31.01.24 insgesamt 4004x2s =2h 13min verarbeiten konnte.

    IC 423 und IC 424


    Und von IC 426 konnte ich am 05. und 17. Februar insgesamt 2649x2s =1h28min einsammeln.

    IC 426


    Beide Bilder wurden mit dem 200/800 Newton auf einer Celestron GCX und einer ASI 183MC aufgenommen.

    Aufnahmeproramme waren SharpCap und NINA

    Staking und Endverarbeitung in Siril


    Eine eher magere Ausbeute, mehr Licht und weniger Zirre wären hier sicher förderlich gewesen. Eine visuelle Inspektion der Objekte kann ich hoffentlich noch irgendwann nachholen. Die Transparenz war dafür bisher einfach zu schlecht, die Milchstraße habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen. Da brauche ich visuell gar nicht anfangen.


    Viele Grüße,

    Bianka

    Teleskope: Newton 130/f5 , VMC 260/f11,5 / Newton 200/f4 , Kameras: ZWO ASI 183MM/183MC aber meistens visuell.

    Montierungen: EQ6-R,Celestron CGX,


  • Servus Heinz und Stathis,


    sehr schöne Fotos! Cool, bei den Bedingungen.

    Obwohl IC 423, IC 424 und IC 425 so prominent gelegen sind, habe ich sie ich noch nie beobachtet. In SkiSafari werden sie nur angezeigt, wenn man sie gezielt eingibt.

    Das war mit Grund für die Auswahl. Der Orion ist so voll mit hellen Objekten, dass diese knuffigen Tierchen/Geisterchen so schnell übersehen werden. Grund genug, diese Schätzchen etwas aus ihrer Versenkung zu holen.


    Servus Janka,


    ob "mickrig" oder nicht, du hast alle drei Objekte abgelichtet, man kann Details sehen, die Form etc. Ist doch ein super Ergebnis in Anbetracht der äußeren Umstände. ;)

    Ja ich denke wenn Dunkelheit und Transparenz sehr gut sind, dann können sich auch solch zarte Nebelchen bei dieser Öffnung bemerkbar machen.

    Trockene Luft, super Transparenz, das war früher ja mal normal im Winter bzw. Spätwinter. Gestern beispielsweise hätte ich glatt eine Beobachtungslücke gehabt (Sonnenuntergang bis ca. 23 Uhr). Aber luftfeucht wie sonstwas und deshalb sofort Nebel.


    Möge das Frühjahr "schöner" sein. Bei diesen Refelxionsnebeln ist der Himmelhintergrund das A und O, denn Schmalbandfilter helfen ja nicht. Vermutlich aber ein Blaufilter...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (8 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

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