Rolldachhütte fertig

  • Hallo Sternfreunde,


    zum Anregen (oder auch Abschrecken) im folgenden ein kurzer Baubericht:


    - der Plan



    - Standort: Garten am westl. Stadtrand



    - die Ausführung




    (drinnen ein 10"-Newton f/5 auf Gabelmontierung)


    - Materialien
    Dach: Stahltrapezprofil
    Rollen: D=100 mit Nadellager (Baumarkt)
    Wände: Kant- und Profilholz
    Außenfahrträger aus Alu-Vierkantrohr
    Fundament: Platte 2,8x2,8x0,2 m


    - Materialkosten ca. 1200 €
    - Vorfertigung in Garage: Monate ...
    - Montage: 90% an einem Tag
    - restl. 10% in 14 Tagen (Außenstützen, Dichtleisten, 3.Anstrich usw.)


    - Fazit: hoher Aufwand -u.a. infolge klappbarer Oberteile dreier Wände-, aber Komfort hat nunmal seinen Preis!


    es grüßt Lutz

  • Herzlichen Glückwunsch zum Einzug in Deine neue Sternwarte!![8D][:)]


    Genial. Der Wunsch nach einem Unterschlupf für das Teleskop wird auch bei mir immer lauter. Gerade Gestern nervte es mich wieder als ich alles zurück in die Garage schleppen mußte.


    Du kannst ja das Schienensystem nochmal näher beleuchten, würde mich interessieren.

  • Danke Thomas,


    Auf- und Abbau-Faulheit war größter Faktor für den Hüttenbau! Doch Wind-und Blendschutz (Straßenleuchte) spielten auch eine Rolle.


    Schienen sind innen aus Kantholz 58/78 (4x gelagert) und außen Al-Profilrohr 80x80x3, 3m lang, mit 2,5 m Stützweite (also 0,5 m auskragend).


    es grüßt Lutz

  • Hallo,
    Sieht sehr interessant aus. Allerdings möchte ich bei dieser Gelegenheit doch eine Frage stellen, die mir im Zusammenhang mit solchen Roll-Dach-Sternwarten immer wieder in den Sinn kommt: Wie beobachtet man aus so einem Gebäude heraus recht tief stehende Objekte wie z.B. Skorpion im Sommer o.ä.? Das wird doch (wenn ich das richtig sehe) bei den hohen Wänden einer solchen Konstruktion schnell zum Nachteil, oder?


    CS
    Sebastian

  • Danke Lutz für die Erläuterung.


    -> Sebastian:


    Man kann sicher 3 der 4 Seiten herunterklappen, wie auf dem Foto zu sehen. Somit denke ich, dass auch der Horizont erreichbar wird (soweit man überhauptbis zum Horizont Sicht hat)

  • Hallo Lutz,


    Glückwunsch zu Deiner neuen (& schönen) Sternwarte!
    Wie hast Du die notwendige Stabilität der Leitschienen trotz dreier wegklappbarer Seiten erreicht?
    Du schreibst: "Rollen: D=100". Wie werden die Rollen auf dem Kantholz (innen) und dem Al-Profilrohr (außen) geführt?
    Auf dem Bild sieht es aus, als wären die senkrechten Außenkanten der Sternwarte mit Aluprofil verkleidet. Ist das so, und - falls ja - wozu dient das?


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Danke für Eure Anerkennungen;
    sind als Teil des Lohnes für die Mühen sehr willkommen!


    -> Sebastian: Thomas hats schon erklärt; außer Nordwand sind jeweils die oberen 50 cm Wand umklappbar. Nach innen. Hochgeschwenkt liegen sie an den Eckleisten (Al-Winkel 100x100x3)an (-> Uwe), die somit Anschlag und Dichtung darstellen. Nut und Feder von beweglichem und festem Teil greifen dann wie üblich ineinander.
    Außerdem sollen diese Winkel das Nasswerden der Bretterstirnseiten verhindern.


    Die 4 Dachecken haben natürlich besondere Rollen (mit senkr. Achse) und liegen an Trägerinenseite an.


    Weil am Tubus noch die Original-Dobson-Lagerscheiben drann sind (das Ganze mal als GSO 880 bei "Wolfi" gekauft), ist Einsatz auf Rockerbox auch noch möglich.


    es grüßt Lutz

  • Hallo Lutz,


    sieht ja sehr einladend aus, respekt!
    Der kommende Winter wird dich mehr als genug mit Beobachtungsluxus für die erfolgten Strapazen der Bauarbeiten belohnen, glaubs mir...[;)]
    Wenn mans einmal "geschmeckt" hat, möchte man so eine Astrohütte nie wieder missen...[:D]


    Liebe Grüße
    Winni [:)]

  • Sehr schöne Rolldachhütte!


    Auch ich beschäftige mich rad mit dem Thema und am Anfang da steht natürlich ein PLAN: (bei mir etwas anders, da 2 Gartenebenen mit Stützmauer vorhanden)




    Zum Glück bin ich jetzt schon ein Stückchen über die "Träumerphase" hinaus und hab in den letzten beiden Wochen die Abende mit Schaufel und Karren im Garten verbracht[|)].
    Kurz um, das Loch ist ausgehoben, heute wird eingeschalt und morgen kommt der Beton[:p]!!!


    Nachdem der Nachbar auch grad freundlicherweise sein altes Haus über den Haufen schieben lässt ist Bauholz auch schon im Überfluss (UND GRATIS) vorhanden.


    Mehr dann also nächste Woche, dann hoffentlich schon mit Foto vom Grundgerüst.


    Zum Thema Horizont: Leider hab ich nur Sicht von ca. ONO bis S, aber ich hab die Wände (bei offenem Dach) nur 1,60m hochgeplant, und schiebe noch ca. 25cm Wandhöhe mit dem Dach nach hinten. Das vordere Gibelfeld wird zum herunterklappen und da bei mir zuhaus alles voller Hügel ist, seh ich damit genau auf die Horizontlinie(n)


    CS, rapTor

  • Hallo Lutz,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die 4 Dachecken haben natürlich besondere Rollen (mit senkr. Achse) und liegen an Trägerinenseite an.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Danke für die Details!
    Siehst Du in dieser Art der seitlichen Führung (Rollen mit senkrechten Achsen) Vorteile gegenüber einer simplen Führung durch U-Schienen?


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Hallo Lutz,
    auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Rolldachhütte.
    Du wirst nur Freude damit haben.
    Gleich nach einem guten Fernrohr ist so eine kleine Sternwarte das beste was man sich schenken kann.

  • Hallo rapTor,
    nach so einer schönen Zeichnung muss der Bau ja auch gut werden! Wünsche Dir freundliches Wetter, das das Bauen wenig behindert.
    Stützmauer erleichtert die äußere Schienenlagerung, und man kann sich auch nicht den Kopf an deren Unterkante stoßen (habe meine mit Heizleitungs-Dämmrohr beklebt).
    Wie generell beim Bauen tauchen während der Arbeiten Detailprobleme auf, die man vorher unzureichend durchdacht hatte (z.B. Dichtheit gegen Schneetreiben), aber dank Baumarkt ist alles lösbar.


    -&gt; Uwe: Ich habe seitliche Führungsrollen gewählt weil mittels Lagerung in Langlöchern das
    Spiel einstellbar ist. Denn das Verziehen der inneren Holz-Schienen ist eine
    unbekannte Größe.
    Bei U-Schienen sehe ich noch außen Gefahr von Wasseransammlung und Eisbildung!
    Lassen sich aber durch Löcher an richtigen Stellen auch vermeiden.
    Letzten Endes werden beide Möglichkeiten funktionieren.



    es grüßt Lutz

  • Zum Thema Schienen:


    Ich hab vor runde Edelstahlrohre als Schienen zu verwenden.
    Die Stangen werden mittig auf Gewindestangen gelagert, damit eventuelles Verziehen des Holzrahmens ausgeglichen werden kann.
    Auf den Rohren laufen Rollen aus Hartplastik, die mittig eine halbrunde Nut als Lauffläche haben (selbst gedreht)


    Vorteil des Ganzen:


    Wenig bis keine Eisablagerungen auf den runden Profilen
    bzw. durch Abkehren sehr leicht von Schnee und Schmutz zu befreien
    Jederzeit sehr fein höhenverstellbar
    "Selbst"-Führung der Laufräder durch die runde Rollfläche


    Thema Dichtheit:
    Beim Fundament wurden Fugenbänder verwendet und die "Anschlusskanten" zwischen neuem Fundament und alter Mauer werden mit Dichmasse zugespachtelt.
    Das Betonfundament steht ca. 20cm über die Rasenfläche empor um Spritzwasser auf der Aussenschalung zu vermeiden.
    Die Betonplatte auf der oberen Ebene (für die Schienen) ist nach hinten (von der Hütte weg) abfallend, steht ca. 4cm unterhalb der Stützmaueroberkante und hat einen eigenen Abfluss in einen unbedeutenden Wiesenbereich.
    Rund um die Hütte kommen ca. 30cm breit Schotter, bis knapp unter die Grasfläche, damit das Wasser sich nicht an der Oberfläche sammelt.


    Damit bin ich hoffentlich von unten her dicht, was auch notwendig ist, da mein Innenboden 20cm unter der Rasenfläche liegt!


    Alles andere wird sich zeigen!



    Grüße aus der neuen Betonwanne,
    rapTor

  • Grüzi Raptor,


    das mit den Rohren ist eine gute Idee, aber schaufeln wirst du auf alle Fälle müssen fürchte ich, oder baust du auf die Fläche wo das Dach raufläuft eine Fußbodenzeizung mitein...??? ;-))
    Es besteht ja auch die Gefahr das du beim wiedereinfahren des Daches Schnee mit ins Innere nimmst - was ziemlich schlecht ist für das Interieur.
    Ich überleg die ganze Zeit was man da machen könnte, aber mir fällt leider nichts gescheites ein....


    Liebe grüße
    Winni

  • Hallo Sternfreunde,


    eigentlich ist das Thema ja abgeschlossen, aber weil es von Schutzhütten meistens nur Außenansichten gibt, erlaube ich mir, für Bauwillige zwei Innenansichten des Daches nachzutragen:




    Das untere Bild zeigt das geöffnete Dach auf den Außenträgern mit Anschlag und Verankerung gegen Windböen durch das gabelförmige (rotbraune) Teil. Das gleiche Teil hält das <b>geschlossene</b> Dach
    auch gegen Abheben. Doch nur 2 der 4 Dachbinder; die beiden anderen sind auch mit Winkelprofilen verbunden, die mittels Steckern das Dach gegen Verschieben und Abheben halten (oberes Bild, knapp über dem Tubusvorderteil zu erkennen).


    es grüßt Lutz

  • Hallo Lutz,


    auch von mir anerkennende Grüße des Fleißes & Schweißes[;)]
    Sehr gut gefällt mir die Idee mit den Abklappungen.
    Auch das Trapezblech auf dem Dach sieht richtig gut aus, war aber wohl nicht ganz billig. Sollte meine Wellacryl-Lösungden Geist aufgeben, würde ich wohl auch auf Trapezblech zurückgreifen wollen.
    Könnte ich nochmal eine Detailansicht der Windverankerung sehen?

    CN&CS

    Toni

  • Hallo Toni,


    danke für Anerkennung; hier die Verrriegelungdetails der Westwand:





    Die Doppelgabel des mittl. Bildes umschließt Stifte, die seitlich aus den Fahrträgern herausstehen. Links für geschl., rechts für off. Dach.


    Unteres Bild zeigt Stecker, der Verschieben <u>und</u> Abheben verhindert. Gegen das Vergessen des Einsteckens wird gelegentlich blinkende LED nachgerüstet.


    Dachblech (aus Baumarkt) war mit 20 €/m² -einschl. Firstbl. und Schrauben- gar nicht soo teuer. Soll später unten mit Styropor beklebt werden.


    es grüßt Lutz

  • Hallo Lutz,


    merci für die Detailansichten, die Sicherung gefällt mir gut, so gut, daß ich sie als Idee bei mir mit einfließen lassen werde [;)]
    das Trapezblech ist in der Tat günstiger als ich gedacht hätte, bei meinen Recherchen kam ich auf so 60-70 Eur/m²...
    Wieso mit Styropor verkleiden? Hälst du damit im Sommer nicht unnötig die Wärme im Hüttchen zurück? Wird mal interessant im nächsten Sommer, ob man auf dem Blech Spiegeleier braten kann...

    CN&CS

    Toni

  • Hallo Lutz,


    hier also das Vorbild [:)]
    Ich seh schon, die Führung ist sehr gut durchdacht. Und die Rollen machen den Eindruck eines kinderleichen Laufs auf den Holzbalken. Das mit dem Dachblech find ich eine gute Idee. Mal überlegen, ob ich mir das vielleicht noch leiste, da der Hütteninhalt ja doch recht teuer ist.
    Aber Du hast natürlich schon ein wenig mehr Platz. Um den beneid ich Dich ein wenig. Mit meinen 6 m² wird es sicher eng.
    [:)]
    Besonders gefällt mir, dass Du einen Teil der Wand herausnehmen kannst. Das wäre noch eine Überlegung wert!

  • Hallo Toni,


    Styropor soll die Wärme ja erst gar nicht reinlassen! Damit abends nicht solange Temperaturausgleich abläuft.
    Aber Du hast schon recht: erst mal abwarten, wieviel Sauna im richtigen Sommer entsteht.


    es grüßt Lutz


    Übrigens bietet der Metallhandel (hier in Gera) vergleichbares Alu-Wellblech 0,7 mm für ebenfalls 20 €/m² an.

  • Hallo Sternfreunde,


    zum Abschluss des Themas möchte ich doch noch zeigen, mit welch atemberaubender Technik hier dem Vergessen der Sturmsicherung entgegengewirkt wird:



    Der Schalter bedient ein LED-Gürtelclip (an der Wand), der dann Leseleuchte ist. Lässt sich auf Blinkmodus umstellen.


    Ließe sich auch bei ausreichender Akku-Kapazität so verwenden, dass bei <u>eingesteckter</u> Sicherung und <u>außen sichtbarer </u>LED eine aktivierte Alarmanlage vorgetäuscht wird (Schalter muss dann Öffner sein).


    So, nun lass' ich Euch mit meiner Hütte in Ruhe!


    es grüßt Lutz

  • Warum Alarmanlage nur vortäuschen? Bei mir ist die Hütte via Kabelschacht in die Hausalarmanalage integriert, sobald auch nur einer das Dach bewegt geht die Sirene los und eine SMS an mein Handy. Wenn Du eh Strom in der Hütte hast kannst Du auch dort eine Hupe einbauen.


    CS


    Frank

  • Moin Frank,


    stimme Dir zu: Je nach örtlicher Gegebenheit sollten Überlegungen zur Anlagensicherheit Bestandteil der Planung sein!


    es grüßt Lutz

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