Hat jemand das APM 6x30 .....

  • ...wie kommst du mit Einzelokularfokussierung klar?

    CF für Center Focus. Die Variante ist ab April verfügbar.


    Die ab Februar von APM verfügbare IF/ Individual Focus Version würde mich aber auch mal interessieren, vielleicht genügt ja aufgrund der großen Schärfentiefe eine kleine Rotation mit beiden Zeigefingern vom Nahbereich zu Unendlich. Im 6x30 können meine Augen bei gutem Licht ab ca. 5m bis in die Ferne scharfstellen.


    Schönen Sonntag

    Alex

  • Uih, da hast Du aber noch gute Augen, Alex! Ich bin ein fleißiger Dreher am Fokusrad immer. IF käme für mich bei einem Glas, was auch für Tagesbeobachtungen taugt nicht in Frage.


    Auf Deinem Bericht zum 6,5x32 bin ich schon gespannt. Ich empfand den Sprung zu 7x Vergrößerung schon sehr abträglich, was das Thema Bildruhe im Vergleich zu 6x anging.


    Für die pauschale Mitnahme eines "Jackenglases" wäre ein vernünftiges 5x25 noch toll, wenn auch am Markt nicht verfügbar. So richtig kompakt ist das 6x30 nicht mehr.


    Gruß

    Johannes

  • Hallo Johannes,


    Uih, da hast Du aber noch gute Augen, Alex!

    Ich spüre aber schon, wie die Augen da arbeiten müssen. Ich hoffe, die Sicht wird dadurch trainiert und nicht ruiniert.


    ein vernünftiges 5x25

    Ich finde ja reverse Porros, zb. 6,5x20 auch recht attraktiv, die passen in die meisten Jackentaschen, haben gerne eine gute Schärfe in der Mitte, weniger CA und lassen sich wesentlich besser anfassen als gleichwertige 20mm Dachkant. Hätte mein Nikon Travelite III 7x20 nicht so einen Gelbstich, wär es immer dabei.

    Viel cutting edge Technologie wird es da wohl nicht mehr geben. 25mm ist mir selbst als Dachkant noch zu groß für die Tasche.


    So richtig kompakt ist das 6x30 nicht mehr.

    Kompakt nicht aber besonders handlich! Das fühlt sich so gut an im Einsatz, die Hände können wunderbar die Prismengehäuse umfassen. Dafür (und für die Öffnung natürlich) opfere ich gerne die Jackentaschentauglichkeit.


    Ich trag auch Ferngläser mittlerweile „mit Stolz“. Man kommt eigentlich oft zu netten Gesprächen wenn man dabei ein nicht allzu grimmiges Gesicht macht.


    Viele Grüße

    Alex

  • Hi Alfons,


    Ja das ist bestimmt gut. Ich hatte für eine Weile das Leica Ultravid 8x20, das ist auch wirklich ein gutes Fernglas, wobei da auch 7x20 attraktiver wäre. Mit der NL Anschaffung hat es aber schnell seinen Reiz verloren.

  • Hab eben mal die Kollimation geprüft und an zwei Schrauben gedreht…


    =O JETZT hab ich feine Sterne! Das war auch der Grund, warum es manchmal etwas anstrengend war, den Fokus zu halten.


    Ich muss mein Urteil also revidieren, auch stativgestützt bildet mein Exemplar in der Mitte sehr gut ab.

    Die Jupitermonde sind klar zu erkennen, der Planet „strahlt“ nicht mehr. Auch im Orion Trapez deuten sich neben C auch B und A,E,D als „Ohren“ an.


    Entschuldigt diesen Fauxpas, bis jetzt schien mir das nie ein Problem. Find ich aber gut, dass die Kollimation an vielen der Shogetsu Kansei/APM Ferngläser so leicht zugänglich ist.


    Viele Grüße

    Alex

  • Hey Alex (und natürlich auch Alfons ;) ), versteh ich das richtig, Du hast das "ausgefranzte Überstrahlen" damit reduzieren können? Welche Art des Abgleich hast Du denn gewählt beim drehen an den Einstellschrauben?


    @Kompaktheit: das 6x30 paßt bei mir auch noch ausgebeult in die Jackentasche. Das Celestron 7x35 (weiter vorne im Vergleich) dagegen war schon zuviel, auch vom Gewicht her für die Jacke.

    Wenn ich am Wochenende in die Natur gehe, kommt das 6x30 pauschal an der Gürteltasche mit, keine Frage.

    Für den Alltag träume ich von einer kleineren Version, bei gleicher AP, welche man immer dabei hat. 5x25, 4x20...

    Aber Du hast schon Recht, für den Vergrößerungsbereich des APM ist 30mm Öffnung schon angenehm groß.


    Gruß

    Johannes

  • Hab eben mal die Kollimation geprüft und an zwei Schrauben gedreht…


    =O JETZT hab ich feine Sterne! Das war auch der Grund, warum es manchmal etwas anstrengend war, den Fokus zu halten.

    Hallo Alex,


    klingt sehr interessant. Erklär das doch bitte noch genauer. Wo sind diese Schrauben, wie sind sie zugänglich? Am besten mit einem Bild. Und wie hat sich das Verstellen ausgewirkt? Wurde neben der Schärfe auch die Kollimation beeinflusst?


    Danke und CS

    Jörg


  • Unter den beiden kleinen Gummistopfen befinden sich 2 Schlitzschrauben, mit denen man die federgelagerten Prismen verkippen kann.


    Ich hab den Diopter maximal verstellt und mit dem linken Auge scharfgestellt. Der scharfe Stern war dann tatsächlich außerhalb der defokussierten Scheibe. Dann hab ich solange an den Schrauben gedreht, bis der Stern wieder in der Mitte war.


    An der Schärfe per se dürfte das nichts geändert haben, aber ich hab davor warscheinlich nur mit Mühe die beiden Bilder zusammenbekommen. Die Dejustage war wohl nur nicht stark genug, um für meine Augen Doppelbilder zu erzeugen.


    Auch jetzt bei Tage geht nochmal mehr.


    Viele Grüße

    Alex

  • Hier noch ein kurzer Vegleich mit einer weiteren Fernglaslegende:



    Pentax Papilio 6.5x21


    APM 6x30 MS


    Interessant erschien mir hierbei, dass der Unterschied zwischen 6x und 6,5x für‘s Auge wesentlich größer schien, als es hier auf den Bildern zu sehen ist. Durch das kleinere sGf des Papilio liegt da vielleicht die gleiche optische Täuschung vor, die uns den Mond am Horizont größer erscheinen lässt.


    Ich mag das Pentax sehr gerne, bei dem kurzen Vergleich heute schien mir die absolute Schärfe und CA-Unterdrückung geringer als im APM aber der Durchblick ist immer angenehm. Farben und Kontraste wirken stärker, in den Schatten ist dadurch aber auch weniger Information. Auf die Nahfokusmagie geh ich jetzt nicht weiter ein.


    Dann noch bei einem Staustufenspaziergang mit dem 6x30 gestaunt, dass ich selbst da nicht das Bedürfnis nach mehr X hatte. Vielleicht helfen die Pfeifenten in knapp 100m Entfernung zur Veranschaulichung:


    1,6x digitaler Zoom mit Iphone 11 durchs Okular


    Dann noch weiter vergrößert. Sieht da jemand CA?


    Die Augen können all die Details gut wahrnehmen, das Hirn ist gesättigt mit Bildinformation. Dabei kann ich den kompletten Stausee untersuchen, ohne am Rädchen drehen zu müssen.


    Schönen Abend

    Alex

  • Oh, das Papilio! Das verdient eigentlich zum bevorstehenden Frühjahr glatt einen eigenen Thread!


    Ja Alex, gleiches Empfinden hat sich bei mir mit den beiden Gläsern auch eingestellt. Die 6,5x im Papilio fühlen sich fast wie ein Sprung an zum APM. Ich hatte mal beide Ferngläser auf Stativ (Die Konstrukteure des Papilio haben echt an alles gedacht, könnte denen ewig die Hand schütteln) an Doppelsternen ausgereizt und tatsächlich waren Sterne im Papilio zu trennen, welche im APM trotz größerer Öffnung nicht zu trennen waren. Da haben die nur 8,3% höhere Vergrößerung den Ausschlag gegeben.


    Das Gewicht des Papilio ist so gering und das Einblickverhalten für 21mm Öffnung so gut, daß ich es als Universalglas gern mitnehme, auch wenn die Ferne nicht seine Paradedisziplin ist und das sGF dann unter aller Sau ist 😁


    Das ist wieder so ein Glas, bei welchem ich gern ein Vielfaches zahlen würde für eine bessere Version, welche vllt auf die 56°sGF des APM kommt. Insgesamt schade, das Pentax keine größeren Version dieser Fernglasbauart herausgebracht hat.


    @CA beim 6x30: der Kontrast zwischen einem Bergrücken gegen bewölkten weißen Himmel zeigt, zumindest auf Stativ, leichtes CA. Ist aber m.E. völlig irrelevant für die Praxis.


    Viele Grüße

    Johannes

  • tatsächlich waren Sterne im Papilio zu trennen, welche im APM trotz größerer Öffnung nicht zu trennen waren. Da haben die nur 8,3% höhere Vergrößerung den Ausschlag gegeben.

    Hallo Johannes,

    ich glaube eher daran, dass Du etwas Astigmatismus haben könntest, welcher bei der niedrigeren AP (3,2 vs. 5 vom APM) nicht so durchkommt, sodass Du schärfere Sterne siehst, was eine Trennung erleichtert oder zumindest, dass der höhere Kontrast den diese kleinere AP liefert die Ursache für die einfachere Trennung ist.


    Beste Grüße

    Norman

  • Hallo Alex,


    ich habe mein 6x30 auch dahingehend überprüft. Nutzte den Jupiter, der einerseits eine starke Leuchtquelle zur Scheibchenerzeuung am unscharfen Okular ergab, und mit den feinen Monden eine gute Überprüfung der Mittenschärfe anbot.


    Tatsächlich war der scharfe Jupiter etwas am außeren Rand des unscharfen Scheibchen des verstellten Okulars.

    Nach Zentrierung waren z.B. die Jupitermonde subjektiv schärfer zu sehen, hmm. Vllt auch ein Einbildungseffekt ("wenn man dran gefummelt hat, muß es besser sein")

    Jedoch verlangt das Fernglas jetzt einen leicht schielenden Einblick. Etwas anstrengend.



    Hallo Norman,


    den Begriff les ich öfters, aber kann mir visuell nichts darunter vorstellen. Der Beschreibung nach dürfte man dort keine Punktquellen sondern längliche Objekte sehen?


    Viele Grüße

    Johannes

  • Hallo Johannes,

    Jedoch verlangt das Fernglas jetzt einen leicht schielenden Einblick. Etwas anstrengend.

    ...sind denn, nach dieser Justage, die Austrittspupillen (aus einiger Entfernung betrachtet) noch mittig u. rund in den Okularen zu sehen?

  • Hallo zusammen,


    Ja es ist -denke ich- darauf zu achten, dass beide Seiten zentriert sind. Im Extremfall decken sich zwar die Bilder, aber das Fernglas schaut garnicht gerade aus, oder?


    Und Saabo : vielleicht hab ich es überlesen aber hast du in anderen Optiken (mit 5mm AP) schonmal „bessere“ Sterne gesehen oder ist das ein Ideal? Das von dir beschriebene „ausfransen“ könnte ja tatsächlich auf Asti hinweisen. Mir fallen zum Beispiel meine fliegenden Mücken im 6x30 auch viel stärker auf als zB. im 10x32, was ja nicht an der Qualität der Optik liegen kann.


    Viele Grüße

    Alex

  • Mir fallen zum Beispiel meine fliegenden Mücken im 6x30 auch viel stärker auf als zB. im 10x32, was ja nicht an der Qualität der Optik liegen kann…

    Hallo Alex,


    das wundert mich, denn die „fliegenden Mücken“ – kleine Partikel, die frei im Kammerwasser des Auges schwimmen – fallen eigentlich um so mehr auf, je kleiner die Austrittspupille ist. Klar, denn bei einer Ap von 5 mm geht noch viel unbeeinträchtigtes Licht an den kleinen Biestern vorbei, so dass das Gehirn genug gute Bildinformation bekommt und die Störung leichter „herausrechnen“ kann. Am stärksten stören mich die „fliegenden Mücken“, wenn ich am Teleskop weniger als 1mm Ap habe und auch noch ziemlich steil nach unten blicke. Da hilft es dann für einen Moment, den Mückenschwarm aufzuscheuchen: Dreimal kräftig mit den Augen rollen, dann kreiseln sie erst mal und stören vorübergehend nicht ganz so. Klingt sicher abenteuerlich und wenig glaubhaft, aber probier es mal aus.


    Dein Eindruck, dass sie mit dem 6x30 stärker sind als mit dem 10x32, könnte an der größeren Flächenhelligkeit des 6x-Glases liegen. Die spielt nämlich auch eine Rolle. Freiäugig ist der Effekt dann am größten, wenn die Pupille bei hellem Licht sehr klein ist. Warum das so ist – siehe oben.


    Aber auch die Bildqualität hat einen Einfluss. Ist das Bild beispielsweise durch das Seeing beeinträchtigt, fallen sie mehr auf, als wenn es ruhig und knackscharf ist. Klar, denn dann hat das Hirn weniger Arbeit mit der Bildauswertung.


    CS

    Jörg

  • Hallo Jörg,


    Danke für deine Ausführungen.


    Ich hätte erwähnen sollen, dass ich sie bei Tageslicht im 6x30 stärker wahrnehme. Könnte natürlich auch einfach daran liegen, dass bei größerem realem Gf und kleinerer Vergrößerung öfter mehr Hintergrund zu sehen ist. Im 10x32 sind sie mir jedenfalls noch nicht so stark aufgefallen.


    Am Teleskop bei monokularen astronomischen Tätigkeiten habe ich die gleichen Beobachtung en wie du gemacht und rolle auch die Augen, bzw. zucke kurz mit dem Kopf, um Bewegung in die Suppe zu bringen.

  • Hallo Alex ( und natürlich Alfons und Jörg) ,

    Vielleicht hab ich es überlesen aber hast du in anderen Optiken (mit 5mm AP) schonmal „bessere“ Sterne gesehen oder ist das ein Ideal? Das von dir beschriebene „ausfransen“ könnte ja tatsächlich auf Asti hinweisen.

    Nein, tatsächlich nicht. Meine besten Sterne sehe ich im 12x36 mit AP 3mm sowie im 6-12x24 auf 12x Stufe mit AP 2 mm.

    Ich hab das Phänomen der ausgefransten Sterne immer auf die Qualität der Optik geschoben, da sie bei den billigen TS, Celestron 15x70 u.a. immer am stärksten ausgeprägt war.


    Wobei natürlich das Ausfransen mit der Helligkeit stark korreliert.


    Wäre das wirklich ein Augen- und kein Optikproblem des Glases kann ich ja bedenkenlos die Edelgläser von der Wunschliste streichen 😅


    Was die Achsen am 6x30 angeht: diese habe ich bei Tage nun mit minimalsten Schielen eingestellt und der Einblick Komfort ist herrlichst entspannend geworden. Sofortige Neuverliebung in das Fernglas . Ich bin gespannt wo nun bei Nacht der Stern im Scheibchen sich befindet.


    Beste Grüße

    Johannes

  • Hallo Johannes,


    Wäre das wirklich ein Augen- und kein Optikproblem des Glases kann ich ja bedenkenlos die Edelgläser von der Wunschliste streichen 😅

    Mit dem Öffnen der Pupille nehmen ja auch - wie beim Fotoobjektiv- die Bildfehler zu. Je größer dann die AP des Fernglases, desto mehr davon erscheinen auch auf der Netzhaut. Mit 2 oder 3mm AP blendest du ja effektiv ab, egal wie groß deine Pupille ist. Wenn ich das recht verstanden habe nimmt dadurch auch die Schärfentiefe des gesamten Sytems Fernglas/Auge zu und kann - je nach Alter/Adaptionsfähigkeit- auch zum Teil die Bildfeldwölbung ausgleichen.
    Ich jetzt mal nicht davon aus, dass zB. dein Zoomfernglas tatsächlich besser abbildet als ein ordentliches Porro (was das APM mMn. definitiv ist). Es macht es deinen Augen einfach nur leichter. Wieviel dann Edelgläser für dich noch rausholen, müsstest du mal testen, die gibt es ja auch mit 2-3mm AP ;).


    Ich stelle fest, bei der Bewertung von Ferngläsern, oder eigentlich aller Dinge empfiehlt sich zuerst eine Selbstbetrachtung, um ein zu verfälschtes Urteil zu vermeiden. Allein dafür hat sich das APM 6x30 schon gelohnt.


    Viele Grüße

    Alex

  • Achja, das Hängeverhalten des APM 6x30 war für mich inakzeptabel. Die Ösen müssten sich eigentlich oben auf den Gehäusedeckeln befinden, damit das Glas nicht mit den Objektiven in Richtung Brust/Bauch hängt. Hatten die Entwickler vielleicht garnicht vorgesehen, dass da einer täglich mit durch den Wald rennt. Das Nikon EII hat aber augenscheinlich das selbe Problem.


    Da ich noch 2-3mm Fokusweg übrig habe, konnte ich die Situation mit Kabelbindern erheblich verbessern. Mechanisch stellen die kein Hindernis dar.


  • den Begriff les ich öfters, aber kann mir visuell nichts darunter vorstellen. Der Beschreibung nach dürfte man dort keine Punktquellen sondern längliche Objekte sehen?

    Hallo Johannes,

    die Sterne werden durch Asti unscharf, richtig, sie werden länglich verzerrt bzw. eiförmig. Man bekommt einfach keine scharfe Sternabbildung hin. markant fiel mir dies im Vergleich Brille auf/ Brille ab am f/5 Fernglas auf. Heftig.


    CS

    Norman

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