Deep-Sky-Fotografie mit Dobson,

  • Moin Ralf,

    ja puuhh , ist das abgefahren !! 8)

    Eine solch schöne Aufnahme habe ich nur in den guten Fachbüchern gesehen, wo die Profis ihre Aufnahmen zeigten.

    Waaahhnsin !!!

    Ich freue mich auf den Vergleich , wenn ich noch im H-alpha dieses Frühjahr nachlegen kann . Einiges von dem Burschen habe ich schon in der Schublade.

    Hoch neidische Grüße

    Markus

  • Hallo zusammen,

    so viele tolle Kommentare, vielen Dank, das freut mich.

    Tatsächlich ist die Begeisterung auch auf meiner Seite. Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt wesentlich bessere Bilder mit dem Dobson machen würde, aber es scheint wirklich so.

    Das führt mich zu Niklos Frage. Ja, bei besonders gutem Seeing geht noch mehr. Ich habe es noch nicht fertig, aber bei meinem nächsten Objekt, NGC4565, hatte ich für 1/2 Stunde sehr gute Bedingungen. Dieses Bildchen alleine "schlägt" 2 Std. bei normalem Seeing. Es ist nicht mal weniger tief.

    Was die Durchsicht angeht so ist das schon schwieriger. Damit man nichts an möglicher Tiefe verschwendet muss das Einzelbild zumindest ein klein wenig Himmelshintergrund zeigen. Bei mir sind es um die 3 von 100 Graustufen. Ist der Himmel jetzt dunkler, dann muss ich länger belichten um auf diese 3 Stufen zu kommen, das bringt dann u.U. wieder Bewegung und Unschärfe ins Bild. Verlieren tue ich natürlich nichts, aber ich könnte die Vorzüge eines wirklich guten Himmels weniger gut nutzen. (Diese Problematik ergibt sich übrigens auch mit Nebelfiltern und ganz besonders bei Schmalbandbelichtungen)

    Unabhängig davon ist das Teleskop nicht wirklich transportabel. Sicher, es geht, auch in einem normalen PKW, aber der Aufwand und die Gewichte sind schon enorm. Geliefert wurde das Teleskop per Spedition auf 3 Paletten, das sagt im Grunde schon alles. Wenn ich mir diese wunderbaren, leichten und eleganten Dobsons angucke, dann ist meines dagegen … ||

    Viele Grüße und bis bald,

    ralf

  • Hallo Ralf,

    Einfach eine Super Klasse Aufnahme, die Schärfe ist der Oberhammer, Farben finde ich auch klasse nicht so Amerikanisch überzogen wie es Oft gezeigt wird

    Bin auf deine Nächsten Aufnahmen sehr gespannt . Vermisse unseren Stammtisch .

    Liebe Grüße Jü-Lü

  • Hallo zusammen,

    ein neues Bild aus der Pipeline. Immer noch alles im Testmodus. M51 und NGC4565 hatte ich parallel belichtet. NGC4565 einfach nur, weil ich sie so schön finde.


    NGC 4565, die Nadelgalaxie, in 0,5 Sek. Bildern


    Es gab gute einzelne Stunden und Abende bei denen das Seeing eher mies war, aber ich habe jeden Abend genutzt wie es gerade kam. Beim C11 hatte ich immer gewisse "Ausschuss-Abende".

    An einem Abend habe ich dieses Filmchen machen können:


    Tubusseeing Animation


    An diesen unscharfen Sternscheiben kann man wirklich viel ablesen, eigentlich sogar alles, deshalb schaue ich immer ganz genau hin. Seht ihr die Rotation? Tja, das gabs beim C11 nicht, Tubusseeing durch Kamineffekt. Wenn man die Luftzufuhr unten unterbricht (z.B. mit einer Stoffabdeckung) hat man zumindest einen Störfaktor weniger. Ich fand das sehr interessant.

    Viele Grüße,

    ralf

  • Hallo Ralf,


    diese Aufnahmen machen einfach sprachlos. Bildergebnisse, die mit Dobson – Teleskopen gewonnen
    wurden, hat man ja schon gesehen, aber diese Qualität ist bemerkenswert. Verstehe ich deine Ausführungen

    richtig, daß du keine umfassende Nachbearbeitung der Bilder vorgenommen hast?


    Solche Ergebnisse mit Goto – Dobson und ungekühlter Kamera lassen Zweifel aufkommen, ob sich der Aufwand
    für einen Astrografen mit gekühlter Kamera, Filterrad, Guiding, usw. lohnt. Wenn du hier so weiter machst,

    werden nur noch Dobsons gekauft und der Astromarkt bricht zusammen! :)


    Nichtsdestotrotz, sei so gut und zeige noch viele dieser Aufnahmen.


    Schöne Grüße

    Heinz

  • Hall Ralph,


    eine Verneigung auch von mir!

    Den Titel kannst Du in "Very-Deep-Sky Fotografie mit Dobson" umschreiben.


    Da fällt mir die Werbung eines Fernost Autoherstellers ein: "Nichts ist unmöglich!"


    CS,

    Walter

  • Ich muss meine Kinnlade suchen gehen. Ist schon wieder runtergefallen.


    Wahnsinnig gut.


    Du hast ja eine richtige Nachführung. Denkst Du, sowas wäre prinzipiell bei kurzen Belichtungszeiten auch mit einer EQ-Plattform möglich?


    CS

    Dirk

  • Hallo Ralf,


    da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen!! Und Du betrachtest das auch noch als "Testmodus" 8| Wo soll das noch hinführen? Das ist ja jetzt schon sowas von gut :thumbup: :thumbup: :thumbup:


    Aber eine Verständnisfrage habe ich auch: Du hast ja viele Stunden im Alt-Az-Modus belichtet und müsstest durch die Bildfelddrehung doch eigentlich einen mehr oder weniger quadratischen Summen-Ausschnitt bekommen. Aber hier hast Du selbst in der 100%-Ansicht noch ein rechteckiges Bildformat. Hast Du das passend zur Objektausrichtung zugeschnitten oder mache ich einen Denkfehler?


    Viele Grüße und bitte weiter so!

    Andreas

  • servus Ralf,


    eine wirklich sehr schöne Aufnahme. Besonders gefällt mir, dass man durch den zentralen Bulg sozusagen "durchschauen" kann, und dennoch das kleine Zentrum in kräftigen, aber nicht zu übertreibenen Farben sehen kann. Normalerweise würde der Zentralbereich mit dem Halo drüber ja bei dieser Galaxie hemmlungslos ausbrennen, aber bei Deiner Aufnahme nicht. Zeugt auch von sehr guter Verarbeitung der Daten. ;)


    CDS
    Stefan

    visuell:

    ICS Dobson 14.5" f/4.7


    fotografisch:

    Lichtenknecker FFC 190/760mm f/4

    Galaxy RC 10" f/8

  • Hallo Ralf,

    das ist, wie alle meine Vorredner schon gesagt haben, echt der helle Wahnsinn, oder anders ausgedrückt: Krasser shit 8o .

    Ich liebe solche Astro-Anarcho-Geschichten. Ich fühle mich auch immer erst recht angestachelt, wenn mir jemand sagt: Das geht nicht,..., das macht keinen Sinn.

    Fakt ist, häufig gehts halt doch ;)

    Was mich an dem Projekt nur etwas abschrecken würde, sind die unglaublichen Datenmengen. Aber bei solchen Ergebnissen.....

    Also,wie gesagt, grandios ist fast zu kurz gegriffen.

    Ich freue mich schon auf weitere coole Bilder aus deinem Lichteimer. ^^


    Gruß Guido

  • Hallo Ralf ,

    Auch NGC4565 ist nicht zu fassen. Herrlich der Anblick, der bei mir voll ins Herz geht.

    Die Messlatte steigt und steigt, und ich wage es eigentlich kaum noch, meine beiden hier die nächsten Tage einzustellen .

    Bewundernde Grüße,

    Markus

  • Hallo zusammen,

    noch einmal, vielen, vielen Dank.

    Ich bin tatsächlich ein wenig überrascht über die vielen Reaktionen. Ich glaube das liegt auch daran, dass die "Trennung" zwischen Dobson (=visuell) und Guiding mit langen B-zeiten (=fotografisch) ein wenig durchlässiger geworden ist. Bei einigen Kommentaren wird das ja sogar klar. Wenn es euch also "in den Fingern juckt", dann bin ich gerne bereit Hilfestellung zu geben. Hier, oder auch privat. Natürlich erhält man nicht sofort perfekte Aufnahmen, da gibt es viele, viele Stellschrauben, die man erst einmal beherrschen muss, aber, ... der Weg ist das Ziel.

    Mir geht auch noch ein anderer Gedanke im Kopf herum. Natürlich habe ich hier "nach bestem Wissen (und Gewissen)" meine Bilder bearbeitet. Für Außenstehende/Einsteiger/fotografische Anfänger, ist es daher schwierig abzuschätzen, was Bildbearbeitung ist und was die Aufnahme selber von alleine hergibt. Ich habe daher angefangen jeweils nur 1 min. des Materials zu stacken. Mir schwebt vor, dass wir vllt. eine Art "1-min-Archiv" erstellen könnten. Die Bildbearbeitung wäre auf ein Minimum (nur strecken) reduziert. Sehen würde man in etwa so viel wie die erfahrenen Visuellen sehen könnten. Auch da wäre wieder eine kleine Brücke zwischen den "Lagern" aufgeschlagen. Ich werde das später noch einmal, vielleicht in einem eigenen Beitrag, thematisieren.

    Zu euren Fragen:

    Bildbearbeitung, ja (s.o.), so gut ich kann. Ich glaube ich bewege mich da im Mittelfeld, was die Intensität betrifft. Der wichtigste Punkt ist natürlich das (nicht lineare) Strecken. Daraus ergibt sich ein SNR-Überschuss in den Lichtern. Dieses nutze ich selektiv um nur die Lichter zu schärfen. Mache ich das in PS dann bin ich schon zu 80% fertig. Mache ich das in Fitswork dann schmieren mir die Sterne ab und die werden sehr hässlich. Deshalb muss man diese aus der unbehandelten Aufnahme übernehmen, (... und da fängt schon die Bastelei an). Der Rest ist aber i.d.R. dann nur noch Gradienten Entfernung und andere, nicht wirklich bildbestimmende, Faktoren. Manchmal verkleinere ich die hellen Sterne noch ein wenig. Ich arbeite insgesamt oft mit selektiven Prozessen, also "alles was hell und weiß ist" oder "alles was fast schwarz ist", aber ein Lasso oder Radiergummi benutze ich eigentlich nie.

    Ob das ganze auch mit einer EQ Plattform möglich ist wüsste ich auch gerne. Eigentlich spricht nichts dagegen. Die Bewegung müsste halt (größtenteils) ruckelfrei sein, das ist selbst bei meine Montierung z.Z. nicht 100%ig gegeben. Wer hier Lust hat das mal auszuprobieren, - ich wäre an den Ergebnissen sehr interessiert. Ich plane auch (irgendwann mal) einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben, da wäre es schon fast zwingend nötig das zu wissen, denn so eine GoTo-Dobson-Montierung ist ja noch nicht so weit verbreitet. (Wer hat Lust Co-Autor zu werden ;-))

    Das mit dem Testmodus verstehe so, dass ich immer noch lerne mit dem Teleskop und seinen Eigenheiten umzugehen. Siehe Tubusseeing u.s.w. Es gibt viele kleine Stellschrauben und alles zusammen, das nennt man dann Erfahrung.

    Die Bildfelddrehung führt natürlich dazu, dass Teile abgeschnitten werden. Das ist insbesondere dann blöd, wenn man so einen kleinen Kamerachip nutzt wie ich. NGC4565 war besonders schwierig, weil die "Nadel" so lang war, dass sie nur diagonal ins Bildfeld passte. An einem späteren Abend hatte ich sie aber genau anders herum diagonal im Bildfeld, da musste ich schon ordentlich herumschneiden und die Ränder sind z.T. auch weniger tief, weil nur von weniger Bildern errechnet.

    In der Tat kann man bei nur 0,5s Belichtungszeit die Galaxienkern oder helle Zentren allgemein vor Überstrahlung schützen. Mein Einzelbild hat zwar nur 256 Graustufen, (weil ich mit 8bit Bildtiefe arbeite), aber als Summenbild ist die Dynamik und die Bittiefe enorm.

    Datenmengen?, ja !! ;( , da sagte Michael doch, hier hast du eine 3,5 TB Platte, damit solltest du eine ganze Weile auskommen. Stimmt, die Weile war aber nach 2 Wochen zu Ende. Ich muss also viele Rohdaten löschen, die Zwischenstacks sind dann mein Rohmaterial.

    Markus spricht einen Punkt an, den ich schon öfter gehört habe. Also bitte, ich möchte nicht DE-motivieren, ich würde mich freuen, wenn ich motivieren könnte. Ich habe auch nichts gegen Leute die "klassisch" arbeiten und nicht allen Astrofotografen geht es um das letzte bisschen Schärfe, vielen geht es mehr um Tiefe, es gibt da kein Richtig oder Falsch.


    Das letzte Kapitel hier ist noch nicht geschrieben. ich habe mindestens noch ein schönes Bild, aber auch nur begrenzt Zeit ... bis bald also und viele Grüße,

    ralf

  • Hallo, Ralf,


    alles tolle Ergebnisse, da schließe ich mich gerne den anderen Kollegen an. :thumbup: :face_with_open_mouth:


    Ab wieviel sec wird denn die Bildfelddrehung bei Dir störend und hattest Du nicht mal erwähnt, man könnte sie mit autostakkert herausrechnen?

    Wenn das schon bei wenigen sec Probleme gibt, käme für mich (mit DSLR) ein Goto-Dobson nicht infrage...das wäre mit einer eq-Plattform besser, nicht wahr, da ich schon minutenlange Einzelbelichtungen hiermit gesehen habe...dann schon eher ein normaler Dobson mit einer solchen Plattform.

    z.b. hier:

    http://www.equatorialplatforms.com/images.shtml


    viele Grüße und häufiger Glück mit dem Seeing!

    Andreas

  • Hallo,

    habe gerade die Bilder von Andreas (Woody) gesehen.

    Es geht also noch einfacher und mit "nur" EQ Plattform. Das freut mich sehr.

    Andreas, (Hobbyknipser)

    die Feldrotation ist an verschiedenen Punkten am Himmel verschieden stark. Im Zenit am stärksten. In bestimmten Regionen über Minuten gar nicht. In den meisten Fällen (so viele sind das aber noch nicht) konnte ich 1 min. problemlos belichten. Bei einem großen Sensor könnte das aber weniger sein. Ich behaupte mal frech und frei, dass man bis auf Extrembeispiele 15s immer ohne merkliche Rotation auskommt. Das reicht dann wohl aus, damit DSS oder andere Deep-Sky-Stacking Programme genügend Sterne finden und die Bilder zueinander drehen.

    AS!3 ist deutlich empfindlicher und man braucht nur 2 (besser3) Sterne oder Objekte und es wird gestackt. AS!3 kann aber normalerweise keine Rotation der Bilder korrigieren. Hier gibt es unter "experimentelle Einstellungen" ein Feld in dem man quasi blind eine Rotation vorgibt. Man muss Alt und AZ des Objektes eingeben. Das klappt bei mir bis 30 min. und mehr. In Extremfällen musste ich den Stack aber teilen und z.B. 2 mal 15 min. draus machen. Die einfachste Lösung ist es wohn AS!3 zu nuten, ohne Rotation für 30s bis 1 min und Einzelstackts zu machen. Diese dann in DSS oder Co. normal zu stacken. Je nach Motiv fand aber auch DSS gleich genug Sterne zum ausrichten.

    Viele Grüße,

    ralf

  • Hallo Ralf,


    Wunderbare Bilder, der Kernbereich von NGC4565 ist sowas von plastisch, sagenhaft. Über Deine zurückhaltende Bearbeitung freu ich mich immer.


    Ich bin auch sehr gespannt auf die angekündigten "pseudovisuellen" Bilder, der DSS ist da als Referenz nicht schlecht, aber durch nichtlineares Strecken bekommt man mehr Dynamikumfang rein, das wäre gut (bessere Auflösung sowieso). Das HDR bekommst Du mit den Kurzbelichtungen ja geschenkt.


    Viele Grüße und weiter viel Spaß,


    Holger

  • Hallo, Ralf,


    Danke für die ausführliche Info! :)


    Du setzt doch schon jahrelang Deine erfolgreiche Kurzbelichtungsmethode ein, eine eigentlich "sichere" Methode, um eine möglichst gute Auflösung bei unseren durchschnittlichen Beobachtungsverhältnissen zu erreichen. Ich glaube auch weiterhin daran, aber dann sehe ich manchmal Ergebnisse von Kollegen, die minutenlange Einzelbelichtungen machen, und trotzdem eine Super-Auflösung erreichen.

    Hier z.B. der Kollege Dietmar im Nachbarforum, der stolz auf seine extrem genau laufende alte Montierung ist...o.k. das ist ein Grund für die gute Auflösung, aber dann 15 min an einem Stück und diese Auflösung (und das bei den instabilen atmosphärischen Bedingungen, die wir alle doch in unseren Breiten haben)... Da kommen mir doch manchmal Gedanken, ob es nicht doch anders geht..., aber wie? :/

    Jedesmal, wenn ich mehrere sec belichte, fangen die Sterne an, größer zu werden, und damit sinkt die Auflösung. Ich nehme an, Dir geht es i.d.R. genauso.

    Wie also schafft Dietmar diese Auflösung?

    https://forum.astronomie.de/th…esen.306296/#post-1577295


    Leider hat mir Dietmars Antwort auf diese meine Frage nicht so recht weitergeholfen... Hast Du darauf eine Antwort? Ich weiss, das würde Dir die Kurzbelichtungsmethode beschädigen... :D


    Zu Deiner sehr guten Nadel NGC 4565, die ich jetzt aber auf keinen Fall schmälern möchte!: Ich habe Dein .jpg-Bild mal mit Aufnahmen von Kollegen aus CN verglichen. Da gab es z.B. auch eine .PNG-Aufnahme mit einem EHD 9.25, wenn man da die Farbsättigung leicht erhöht und minimal stärker schärft, erhält man praktisch die gleiche Auflösung wie Du sie mit 0,5-2 sec erreicht hast. Die Aufnahme ist unter Bortle 2-3 gemacht und mit Einzelbelichtungszeiten von 180 sec, 1645mm und 7,8h. Damit will ich auch mal allgemein behaupten: Himmelsqualität, Transparenz, Seeing ist wichtig, die Genauigkeit des Laufes der Montierung ist wichtig, die Bildbearbeitung ist wichtig --> die Öffnung ist nicht das Wichtigste, auch mit kleinerer Öffnung kann man durchaus die Auflösung einer größeren Öffnung erreichen. Damit möchte ich auch Allen hier Mut machen, jetzt nicht vor Ehrfurcht vor Deinem 16" Teleskop zu erstarren. :evil: :evil:

    ... und das auch mit wesentlich längeren Einzelbelichtungszeiten! :evil:


    z.B. bin ich auch von Ergebnissen der Kollegen Lars, Lars73, mit seinen großen APO's und Peter, Pete.xl mit seinem APO beeindruckt, damit meine ich das Kontrastvermögen dieser Refraktoren, das zu einer tollen Auflösung führt. Wenn die Kollegen mal sehr gutes Seeing haben...


    viele Grüße und cs

    Andreas


    Addendum: Ralf, bitte nicht falsch verstehen: es ist toll, dass Du mit dem Dobson so gute Ergebnisse erreichst, also ohne eine parallaktische Montierung!

    ... und ich könnte mir vorstellen: immer nur uneingeschränkt gelobt zu werden, ist doch langweilig! :evil:

  • hallo Ralf,


    supergeniale Details, und - na bitte, wer sagt da noch mit einem (motorisierten) Dobson geht nix?

    Die hellen Anteile von DeepSky Objekten wie Planetenoberflächen behandeln, das muss ich auch mal probieren :thumbup:


    hups, dir ist ja die Null im Nick verrutscht ^^


    lg Tommy

  • Hallo Andreas,

    in Grunde lässt sich die Sache ganz schnell erklären. Bei gutem Seeing bringt eine kurze Zeit keinen Vorteil.

    Um das gute Seeing zu nutzen muss man aber alle Parameter optimiert haben. Wenn ein Bild unscharf ist, kann man überlegen warum das so ist. Ist ein Bild scharf, dann stimmt wohl alles. warum es scharf ist, das sind dann alle Faktoren zusammen. Die Fotos mit den vergleichsweise kleinen Refraktoren sind mir auch aufgefallen. (Peter und Lars) Von Peter kenne ich auch Rohbilder, die sind einfach so scharf, das ist nicht Bildbearbeitung oder so. ich sag´s ein bisschen ungerne, aber Refraktoren sind da oft wirklich besser.

    Beim Guiden gibt die Software sicher die richtigen Daten raus, aber was macht die Monti damit? Alle scharfen Bilder, die ich kenne, sind auf sehr guten Montierungen entstanden.



    Hallo Tommy,

    sehr gerne nehme ich dein Lob entgegen.:) und 30Sec. sind echt schon zu lang, oder?

    Mal sehen, mit einer EQ Plattform geht's auch, wenn ich jetzt weiter denke, dann bleibt nur noch das "hin und wieder Schubsen".

    Die PSF-Schärfung funktioniert sehr gut bei flächigen Objekten. es ist dabei nicht so wichtig ob du linear oder nicht linear gestreckt hast, der Stern (PSF) sollte aber auch dies Streckung mit gemacht aber, also recht hell sein. Bei Werten unter 1 wird der Hintergrund verschont. Die ausgebrannten Teile der Sterne wechseln irgendwie ins Negative und werden dunkel.

    Viel Erfolg,


    Holger, fast hätte ich dich übergangen, sorry.

    dein Lob zählt viel. Ich denke da an eine richtige Datenbank. Das wäre doch mal was. Würde dann gleichermaßen den Visuellen und Fotografen nutzen.

    Gruß,

    ralf

  • Hallo zusammen,

    ein Bild (aus meiner Testphase) bin ich euch noch schuldig, M104. M104 deshalb, weil sie gerade mal 27° hoch kommt und ich sie zwischen Haus und Baum nur bei ungünstigen Bedingungen fotografieren kann. Sehr auffällig war das schlechtere Seeing zum Horizont hin, das war auch erwartet worden. Interessant aber, dass es einen Abend gab, bei dem die Luftruhe sehr gut war und nicht schlechter als im Zenit. An diesem Abend konnte ich 90 min belichten. Die übrigen 4 Std. sind an 3 verschiedenen Abenden zusammen gekommen. Alle Summenbilder aus diesen Nächten waren ähnlich scharf, das bei gutem Seeing natürlich schärfer. Und jetzt ratet mal, welches Summenbild tiefer war, 1,5 gegen 4 Std. Die Antwort: gleich tief ! Das zeigt einmal mehr wie wichtig gutes Seeing nicht nur für die Schärfe ist, sondern auch für die Tiefe. Gutes Seeing kann man nicht kaufen, auch das war ein wichtiger Test für mich. M104 bewegt sich ziemlich genau auf der Jupiter und Saturnbahn bei mir. Wenn ich schreibe zwischen Hauswand und Baum, dann ist ganz klar die Hauswand das Problem. Ohne Ausnahme waren die Bilder in der Nähe der Hauswand schlechter, auch Nachts um 2 Uhr noch.

    Bei nur max. 27° Horizonthöhe macht sich die Refraktion der Lufthülle schon gut bemerkbar. 2,2 Luftmassen musste das Licht durchdringen bis es auf meinen Chip fiel. In der Folge war ist das Sternscheibchen in die Länge gezogen. Da ich keinen ADC einbauen wollte/konnte habe ich stattdessen nur mit Rotfilter gearbeitet. Die Fähnchen waren dann weg aber das Objekt natürlich auch deutlich dunkler. Ich hätte also - um meine Hintergrundlimitierung nicht zu gefährden - länger belichten müssen. Da aber der Horizont schon deutlich aufgehellt war, konnte ich bei 0,5s für eine Einzelbelichtung bleiben.

    Ein fast 2m langes Rohr fast waagerecht zu stellen ist natürlich auch ein Experiment. Die Kollimation muss zwingend korrigiert werden, das ist verständlich, aber leider hat die Montierung, also die Rockerbox, da auch Probleme bekommen. Die ansonsten so perfekte Nachführung hatte Probleme beim Meridian. Innerhalb von 15 min. verschob sich das Bildfeld um 30´. Nur um später diese Bewegung in entgegengesetzter Richtung wieder auszugleichen. Ist nicht toll, aber, wenn man das weiß ist es schon o.k.

    Hier also das Bild. (Ich widme es meiner Tochter und ihrem Freund, mögen sie lange und ungestört umeinander rotieren ;-))


    In der Galerie gibt es das Bild in maximaler Auflösung:

    M104


    Und dann kann ich euch noch einen Schnellschuss von M87 zeigen. An dem Abend hatte ich nicht viel vor und es war Vollmond. M87 ist aber ja hell genug. Das Seeing war nicht gut, aber brauchbar. Ich hatte gehofft ein besseres Ergebnis zu erhalten, wenn ich nur 33% oder 50% der besten Bilder verwende. Dem war aber nicht so. Die Einzelbelichtungszeit hatte ich auf 250ms reduziert und insgesamt 6 mal 5 min. gefilmt. Selbst im Live-Bild war der Jet zeitweise zu erkennen.

    Das Ergebnis ist nicht besser als das, das ich mit meinem C11 gemacht hatte, aber: viel, viel schneller erreicht. Und sollte es einmal wirklich ein Ausnahmeseeing geben, dann müsste ich für solch helle Objekte vermutlich noch die Brennweite erhöhen.


    Und hier, wie angekündigt, fast unbearbeitet jeweils 1 min. der Objekte. Die Minute wurde wahllos irgendwo am Anfang der Filme herausgeschnitten:

    M57 wurde bisher nicht weiter verfolgt, aber trotzdem interessant.

    So, das war´s wohl erst einmal aus meiner "Testphase". Jetzt kommt der Sommer, dann die Planeten, aber natürlich werde ich weiter Deep-Sky mit dem Dobson machen. Viel Grüße und bis da hin,

    ralf

  • Hallo Ralf,

    Das ist weiterhin ganz großes Kino. Und das ist auch weiterhin Absoluter Wahnsinn !!! M104 trifft bei mir besonders ins Herz . Wunderbar die Struktur oberhalb der Galaxie und am dunklen Gürtel.

    Bewundernde Grüße

    Markus

  • Hallo Ralf,


    Deine Fotos sind wunderbar! Und die Fortschritte der Deep Sky Dobson Fotografie der letzten Jahre sind riesig, vor allem wohl durch die Kurzbelichtungstechnik.

    Vor ca. 10 Jahren habe ich auch mit Fotografie experimentiert. Ich habe einen 18" f 4,5 Obsession Dobson benutzt, der mit ServoCat (Goto plus Nachführung) ausgestattet war, dazu eine SBIG ST-9E Kamera. Über den ServoCat und den zweiten Chip der ST-9E konnte ich auch Autoguiding verwenden.

    Damals habe ich keine Kurzzeitbelichtung verwendet - das hast Du ja gerade erst erfunden - sondern, limitiert durch die Bildfelddrehung, mehrere Aufnahmen von 60 - 120 Sekunden Belichtungszeit. Die wurden dann mit AstroArt derotiert und gestackt. Dazu Darks, aber keine Flats.


    Hier mal zum Vergleichen meine damalige Version von M 104 mit 30 x 60 Sekunden Belichtungszeit (wenn man genau hinschaut, sieht man in den dunklen Flächen links unten die Drehspuren des wohl nicht ganz flachen Hintergrundes):



    Viele Grüße

    Johannes

  • Hallo Ralf,


    ganz herzlichen Dank schon mal für die "pseudovisuellen Fotos", ich komme gerade nicht dazu, sie mal in Ruhe anzuschauen, hab aber schon festgestellt, dass sie je nach Bildschirm sehr unterschiedlich rauskommen. Ich wollte mich wenigstens kurz melden...


    Viele Grüße, Holger

  • Hallo Markus, Johannes, Mario und Cleo,

    Danke für eure netten Rückmeldungen.

    Markus, M104 gehört auch bei mir zu den "Big 5".

    Johannes, das ist schon ein sehr bemerkenswertes Ergebnis, vermutlich auch besser als mein halbstündiges (zwischen)Ergebnis. Vielleicht versuchst du es heute noch einmal. Mit den neuen Kameras, die deutlich weniger Ausleserauschen haben, könntest du da bestimmt anknüpfen. Nur zur Richtigstellung, ich habe natürlich nicht die Kurzbelichtungstechnik erfunden. Ich nehme nur für mich in Anspruch sie weiter verbreitet zu haben. Auch ich bin dazu inspiriert worden und zwar durch die Bilder von Bernd Gährken. Aber auch der hat sie nicht erfunden, im Grunde ist er nur immer dabei geblieben. In den Anfängen der Digitalfotografie hatten die Kameras oft noch keine Möglichkeiten für Langzeitbelichtungen, und wenn, dann waren das sehr, sehr mäßige Ergebnisse. So gesehen gab es die Kurzzeitbelichtungen schon immer. Erfunden wurde lediglich das Guiding.

    Mario, M57 steht sicher noch an. Hier aber werde ich ja mit Schmalbändern ran müssen und das ist wieder ein ganz neues Thema. Es geht, soviel habe ich schon getestet.

    Holger, die Bilder sind noch nicht normiert, also versch. hell, versch. starkes Rauschen usw. Auch werden sie verschieden groß angezeigt glaube ich. Es soll ein erster Eindruck sein und einfach das Interesse wecken so nach dem Motto: "oh, das schon nach einer Minute, das schaffe ich auch".

    Vielleicht sollten wir uns speziell noch mal über die einfachste Form der Bildbearbeitung unterhalten. Du hattest da mal etwas angedeutet.;)

    Ich arbeite gerade an einer eigenen Astro-Website. So eine "Minimalismus-Bildbearbeitungs-Beschreibung" werde ich dort sicher mal unterbringen wollen.

    Viele Grüße an alle,

    wünscht, ralf

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