600ter Ast-Sphäre

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  • 600ter Ast-Sphäre


    Hallo liebe Spiegelschleifer,


    nun lag der bis auf 1µ feingeschliffene 600ter Rohling schon seit 2016 in einer Holzkiste rum und die feine Oberfläche hat schon viele neugierige Augen fasziniert.
    Aber Mitte Oktober 2020 war es dann doch endlich mal soweit. Ich wollte mal wieder Polieren. Also wie immer Pechhaut gegossen, auf eine 30cm mit Epoxidharz abgedichtete runde Granitplatte und los gings. Soweit alles gut, nach 5 Polierstunden wollte ich auch meine Testgeräte in Stellung bringen um mal nachzuschauen ob ich eventuell Probleme mit Rand oder Kante früh erkenne. Also alles zusammengesucht und nach ein paar Experimenten konnte ich mit dem Foucault-Linealtest sehen dass alles gut ist.
    Also noch ein paar Interferogramme in 000° und 090° Stellung gemacht und gespeichert.
    Am nächsten Tag konnte ich dann das Resultat bewundern, boah eh:



    Sowas hatte ich noch nie verzapft und ich bin mir auch so richtig gar keiner Schuld bewußt. Der Spiegel liegt auf einer plangeschliffenen 50cm Durchmesser Granitplatte mit Teppichbelag und die Rückseite ist ebenfalls plangeschliffen. Außerdem hatte ich beim schleifen den Spiegel auch auf dem Teppich gedreht(soweit ich das nach 4 Jahren noch richtig erinnere).
    Beim polieren habe ich den Spiegel alle 6 Min. gedreht(habe dafür einen Kurzzeitwecker).


    OK dache ich, was ist das ist. Der Spiegel ist noch nicht auspoliert, also einfach mal weiterpolieren, nach zwei Stunden polieren(Tool 30cm / 6kg) gab es immerhinn schon einen kleinen Fortschritt:


    Was sagt Ihr, bekommt man so einen Astigmatismus mit neutralen Strichen wieder rauspoliert?
    Ich mach jetzt mal noch zwei Stunden, mal sehen was passiert...


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,
    ich zitiere da mal Stathis: "Alles was man rein poliert, kann man auch wieder raus polieren" ;-) Dauert halt etwas.
    Mein 18" hatte auch recht interessante Formen. Ich hab mir bei sowas den Bereich mit Edding von unten markiert und an diesen Stellen immer ein paar Striche mehr durchgeführt und ein wenig mehr Druck angewendet.
    Wenn du deinen neutralen Strich kennst, sollte das klappen.
    Wichtig ist, nicht zu lange Sessions zu machen, sondern den Erfolg zu kontrollieren. Striche zählen und gucken wie viel und wo was runter geht.
    Hier musst du vor allem gucken, dass du dir nicht auch noch ein Loch einfängst. Da ist nicht mehr viel Luft.
    Es kommen aber sicher noch ein paar andere Tipps.


    viele Grüße
    Dirk

  • Hallo Henri,


    wenn ich so einen schönen Kartoffelchip sehe frage ich mich immer wie der denn da rein gekommen sein könnte. Wie müsste ich polieren, was müsste ich machen um so ein Ergebnis zu erzielen?
    Wenn ich mir z.B. vorstelle unter einer Stelle des Spiegels klebt eine Euromünze. Die drückt durch. An dieser Stelle würde der Spiegel dann trotz drehen zu viel Politur abbekommen und beim Vermessen einen abgesunkenen Bereich zeigen. Die drei anderen Seiten (wenn wir uns den Spiegel in vier Zonen aufgeteilt vorstellen) sollte aber keinen Einfluss genommen haben. Oder mach ich hier einen grundsätzlichen Denkfehler?


    Jedenfalls wenn ich mal so ein Bild gesehen hatte war immer irgendwas schief. Allerdings nie der Spiegel, sondern immer was drumrum.


    Gruß
    Kay

  • Hallo Dirk und Kay, vielen Dank für Eure Kommentare. Eines ist klar, die Schieflage kommt von mir. Entweder das Problem war schon beim Schleifen entstanden oder ich habs mir liebevoll reinpoliert. Ich erinnere mich, dass mir mein 50cm Granit Schleiftool kurz vor Fertig festgefressen war. Das bekam ich erst nach einem Tag und Schraubzwingeneinsatz wieder ab. Vielleicht hatte ich mir den Astigmatismus schon damals reingeschliffen.
    Habe jetzt noch ne Stunde poliert, dann tat mir der Ast weh... ;) Eine schnelle Auswertung zeigte wieder schlechtere Werte, trotz jetzt alle 3min Spiegel auf Unterlage drehen. Wobei Messen 10min nach Polierende wohl auch nicht schlau ist. Ich machs morgen noch mal.
    Ich werde auch noch mal die Rückseite des Spiegels prüfen.
    Mit Astigmatismus hatte ich eigentlich noch nie ein Problem. Immerhinn, die anvisierte Brennweite von 2,50m passt schon mal auf 5mm genau. :)


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,
    Verstehe ich das richtig dass dein 60cm Durchmesser Spiegel auf einer 50 cm Durchmesser Granitplatte liegt? (Teppich dazwischen, schon klar, aber darum gehts mir gerade nicht) Das hieße dass dein Spiegel rundherum 5 cm in der Luft hängt und überragt. Der Spiegel verbiegt sich dann natürlich, insbesondere wenn du mit Überhang polierst. Und sobald der Spiegel nicht zentrisch auf der Granitunterlage liegt (z. B. 4,5 cm and der einen Seite überragt, nennen wir sie „Norden“, 5,5 auf der gegenüberliegenden Seite, und perfekte 5,0 cm in Ost und West) gibt es eine bevorzugte „Durchbiegeachse“. Vielleicht ist das der Grund? Wenn du den Spiegel alle 3 oder 6 Minuten drehst, drehst du denn den Teppich mit? (sollte natürlich nicht sein, aber ich denke das weißt du alles)
    Noch mehr hätte ich aber eine nicht plane Spiegelrückseite im Verdacht.
    Viele Grüße,
    Stefan

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: stefanruprecht</i>
    <br />Hallo Henri,
    Verstehe ich das richtig dass dein 60cm Durchmesser Spiegel auf einer 50 cm Durchmesser Granitplatte liegt? ...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das hab ich glatt überlesen und sollte den Asti erklären.
    Der Spiegel darf nirgendwo ohne Unterlage sein! Glas reagiert da wie Hartgummi und geht dem Druck aus dem Weg. Nebenbei, nicht nur Spiegel und Unterlage drehen, auch das Tool will in alle möglichen Richtungen gedreht werden.


    Gruß Dirk

  • Hallo Henri, interessantes Projekt!


    wie dick ist der Spiegel?
    Wie hast du die Rückseite plangeschliffen? Mit welcher Toolgröße /Tooldicke? Erfolgte das planschleifen des 60 cm Spiegels auch schon auf der 50 cm Granitplatte?
    Warum ist deine Unterlage nur 50 cm? Warum nur alle 6 Minuten den Spiegel drehen? Ist das ein Drehteller?


    Ich vermute ja, dass der Spiegel relativ dick sein muss. Der über der zu kleinen Unterlage überstehende Rand hätte sich bei einem sehr dünnen Spiegel unter dem Polierdruck weggebogen und hätte einen deutlich zurückgebliebenen Rand hinterlassen. Dein Rand fällt jedoch nur wenig ab.


    Auch wenn das alles richtig wäre, polierst du ja mit einem 50% Tool, das ist im Verhältnis recht klein. Da kann schon mal Asti reinkommen, der von alleine nicht so leicht weg geht. +/- 0,5 Lambda erscheint mir bei einem so großen Spiegel nicht so viel.


    Du könntest mit dem 30 cm Tool TOT auf die hohen Ohren polieren. Vielleicht im ersten Durchgang je 5-10 Minuten und schauen, wie sich der Asti entwickelt.


    Alternativ hatte ich mal bei einem 508/42 mm Spiegel 1 mm Karton unter die hohen Stellen gelegt und symmetrisch poliert. Das war so effektiv, dass ich nach 30 Minuten polieren mit 40 cm 11 kg Tool einen doppelt so großen Asti in der anderen Richtung hatte. Die anfängliche Flucherei wich recht schnell dem positiven Gefühl der Erkenntnis: Es funktionierte, und zwar effektiver als ich dachte.


    Ich würde den Asti jetzt korrigieren. Wenn er anschließend beim weiter auspolieren wieder in gleicher Orientierung neu entsteht, wäre das ein Beweis, dass deine Rückseite astigmatisch ist, oder dass das Glas selbst zu inhomogen ist.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Sowas hatte ich noch nie verzapft...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Willkommen im Club der großen Spiegel. Aber hey, das Bisschen Asti kriegt man locker rauspoliert.

  • Hallo Henri,


    ich will dir deinen Asti natürlich nicht ausreden, mich macht nur immer so eine wunderbare Symmetrie skeptisch.
    Wenn sich die Astiohren aber klar mit dem Spiegel mitdrehen und auch in der 45° Stellung zu sehen sind, dann werden sie wohl wirklich im Glas sein. Bleibt die Frage warum. Wenn es vom Feinschliff kommt sollte das kein Problem sein. Gezielt die Hügel bearbeiten und gut is. Wenn es an der Rückseite liegt hätte ich jetzt allerdings keine Idee was man machen kann. Bekommt man die in diesem Stadium noch plan? Muss man vielleicht dauerhaft was drunter kleben?



    Gruß
    Kay

  • Hallo, also jetzt bin ich doch gleich mal runter gerannt und habe den Drehteller gemessen. Ich liste mal einfach alle Fakten auf:
    Spiegelrohling: Durchmesser: 597mm, Dicke 40mm, Material: Supremax, Fase 1mm oben, 5mm unten
    Brennweite 2,50m (fand ich auch praktisch zum berechnen der Vergrößerung mit diversen Okularen)
    Den Spiegel habe ich auf meiner Spiegelschleifmaschine geschliffen, darauf liegt er auch jetzt beim polieren - allerdings ist der Teller noch geklemmt und ich poliere per Hand um ein Gefühl für den Vorgang zu bekommen.


    Vielen Dank für Eure Beiträge - Ihr macht mir Mut den Spiegel auch ohne erneutes Schleifen hinzubekommen.


    Eines muss ich noch dazusagen: Die Pechhaut wurde aus einigen Resten(unbenutzt) verschiedener Gradzahlen gegossen die teilweise schon 15 Jahre in Gefriertütchen bei Zimmertemperatur lagerten. Der Hauptanteil ist wohl 28° Pech. Nun habe ich gerade mit erschrecken festgestellt dass die Luft in dem Zimmer nur noch 18°C hat. Ich weiss das ist nicht gerade ideal, aber mit diesem Pechmix hatte ich vor vier Jahren eine 30cm Referenzsphäre auch ohne Kratzer auf Strehl: 0,997 hinbekommen. Sollte also theoretisch gehen - so vermutete ich. Und hartes Pech schützt etwas vor abfallender Kante.


    Stefan -&gt; ich hatte mir das gar nicht so schlimm ausgemalt, aber jetzt leuchtet es mir irendwie auch etwas besser ein. Villeicht ist die Rückseite genau in dem Randbereich des Tellers etwas buckelig.


    Dirk -&gt; Ja ich drehe alles wie verrückt! :) Außer den Drehteller. Das Pechtool drehe ich schon fast automatisch direkt beim polieren immer wenn kein Überhang da ist lagnsam nach rechts.


    Stathis -&gt; Ich glaube ich hatte die Rückseite mit der Schleiftoolrückseite (50cm, 2cm dick) Plangeschliffen. Planitätgenauigkeit war eine Wasserwaage über die Diagonale.
    Ich werde das mit den Pappen unter die Ohren mal probieren, vielleicht 6min mit und dann noch eine Stunde ohne Pappen.


    Wegen der Schleiferei(war auch manchmal ganz lustig) hatte ich hier was zusammengetragen:
    https://www.sternwarte-kletzen.de/optik_605mm_spiegel.php
    Der Name der Seite passt eigentlich auch nicht mehr, denn beim Schleifen der Randes bin ich so in Fahrt gekommen, dann nun ganze 8mm Durchmesser fehlen... [8D]



    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Kay, wir haben uns überschnitten. Ich guck mir erst mal die Rückseite mit Sphärometer und Planlineal an, als nächstes könnte ich mir eine weichere Unterlage vorstellen. Irgendwie gefällt mir der Teppich auch nicht so richtig - er ist sehr dünn(aber er hat ein schönes Muschelmotiv) ;)
    Das Problem war: Es gab bei uns im Baumarkt keinen Teppich mehr. Da habe ich mir aus der Not beim Badausstatter was geholt. Bis dahin hatte ich immer Knallfolie genommen.
    Sollte ich bei der Rückseite schlampig gearbeitet haben, kann ich immer noch mal draußen drüberschleifen.


    Gruß, Henri

  • Die Rückseite des Spiegels ist unschuldig. Die ist flach wie eine Flunder. Nur am Rand konnte ich mit dem Sphärometer eine Krümmung feststellen - aber rotationssymmetrisch.


    Habe auch mal noch ein Aluprofil in den kritischen Stellungen drübergelegt und von hinten mit einer Taschenlampe beleuchtet. Der Test ist auch furchtbar empfindlich, ich konnte die nicht mal 10µ tiefe Mitte erkennen.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    da kann ich voll mitfühlen. Bei meinem 550mm / t=24mm hatte ich nach den ersten Stunden polieren das gleiche Bild (nur noch schlimmer 800nm von der tiefsten Stelle zur höchsten). Den Asti hatte ich bei mir im Foucault schon deutlich gesehen. Da ich erst ein paar (ca. 5h) Stunden poliert habe, nahm ich einfach an das der Asti schon beim Feinschliff reinkam.
    Ich hab dann den Asti gezielt rauspoliert. Ging eigentlich recht gut.
    Meine Unterlage bestand aus einer plan geschliffenen 600mm Fliese und (da wollte ich es extra gut machen beim großen Spiegel das der sich auch ja nicht zu sehr verbiegt) einem ca. 2mm dicken PVC Vynil Bodenbelag. Beim weiteren polieren merkte ich das der Asti langsam immer wieder zurück kam. Also hab ich die dünne PVC Vynil Unterlage gegen eine Teppichunterlage (ca.7mm), die ich auch schon bei meinem 400 Spiegel genommen hab, ersetzt. Beim weiteren Polieren war die Astineigung fast nicht mehr vorhanden. Ob bei mir die Spiegelrückseite (plangeschlifen mit 2 600mm Fließen) oder die Unterlage die Ursache war kann ich nicht beurteilen. Die Teppichunterlage gleicht bestimmt auch eine nicht ganz so plane Rückseite besser aus als die dünne PVC Unterlage.



    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi, ich konnte mittlerweile ein Reststück 6mm starken Teppich besorgen. Macht definitiv einen besseren Eindruck als das 2,5mm Zeugs was vorher drauf lag. Ich versuche es jetzt auch so wie Du und gehe einfach die Berge geziehlt an. Die Problematik ist natürlich eine sehr unruige Oberflache.


    Gruß, Henri

  • Hallo, nach einigem hin und her bin ich jetzt ziemlich sicher: Den Astigmatismus habe ich reingeschliffen. Damals lag nur PVC Fußbodenbelag und darüber Knallfolie unter dem Spiegel.
    Ich poliere nun direkt auf die erhabenen Stellen und lasse die Tiefen aus, zum Schluss mache ich noch 30 min neutrales Glätten ohne auf die tiefen Stellen zu achten.
    Mit einem Laser Reflextest sieht man ganz deutlich, dass die tefen Stellen bei 000° und 180° nahe am Rand deutlich mehr Reflexe zeigen als an den anderen Stellen des Spiegels. Also muss hier wohl noch großflächig einiges runter um eine komplett auspolierte Sphäre zu erreichen. Ich hoffe nur dass sich der Rand stabilisiert. Im Moment sieht es so aus:



    Die Auswertung wurde jeweil aus 5 Interferogrammen 0° und 90° gemittelt.
    Werde mir langsam mal Gedanken um einen Luft Tunnel zum Messen machen müssen. Am besten wäre wohl so eine Art Girlande zum zusammenschieben...



    Beste Grüße, Henri

  • Hallo,


    Hier mal ein etwas extremeres Beispiel dafür, dass bei dünnen Scheiben eine gute Unterlage wichtig ist. Die Bilder zeigen eine 25mm Scheibe mit 41cm Durchmesser nach dem Anpolieren. Ich habe es da mal mit 3 gerade rumliegenden Gummischeiben als Unterlage versucht. Nach dem Wechsel auf eine bessere Unterlage hat es dann geklappt.


    MfG Thomas (VdS Mat.zentr.)



  • Hallo Henri,


    das sieht doch schon sehr entspannt aus. Schon fast fertig sozusagen. [:D][:D]
    Da könnte doch jetzt gut der Polier-O-Mat laufen um den Rest blank zu bekommen. Oder willst du alles per Hand machen?
    Spannend wird da wohl in dieser Jahreszeit eher das vermessen werden. Sind bei dir Polier- und Messraum von der Temperatur her identisch? Ich hab da die Erfahrung gemacht das man schon zusehen kann wie Zonen kommen und gehen während sich der Spiegel temperiert. Aber mit entsprechender Zeit funktioniert natürlich auch das.



    Bin gespannt wie es weitergeht.


    Gruß
    Kay

  • Hallo, ich habe die Bilder vom Ende des Schleifens Februar 2016 gefunden. Genauer gesagt vom letzten Unfall, die 50cm Schleif-Granitplatte hatte sich brutal festgeferssen. Das muss bei 3µ Schleifkorn passiert sein:


    Damals hatte ich einen Tag gebraucht um die Teile wieder auseinanderzubekommen, das ging am Ende nur noch mit brutaler Gewalt(Schraubzwingen), davor hatte ich viel Wasser in die geflexten Kanäle der Schleifplatte gedrückt.
    Beim zweiten Bild sieht man schön, dass ich zwei Unterlagen unter dem Spiegel hatte. PVC Fußbodenbelag und darüber Knallfolie, das hatte bei kleineren Spiegel immer gut funktioniert.
    Aber bei dem Großen eben wohl nicht ausgereicht.


    Thomas -&gt; sieht auch nicht schlecht aus! [:D] Gestern hatte ich den Spiegel mal für ein paar Minuten nur auf die PVC Unterlage gelegt. Das ist so dicht dass ich Mühe hatte ihn vom Teller wieder runter zu bekommen. Nur ein Hebel mit einer Dachlatte hat geholfen. Und wenn da noch Wasser dazwischen kommt - Oh je...


    Kay -&gt; Ja so zusagen schon fast fertig. [8D] Ich mache alles in einem Raum und bei den Fehlergrößen habe ich noch keinen Messfehler feststellen können. Die gemittelten 0° und 90° Interferogramme gleichen sich glücklicherweise noch recht genau.
    Also die Buckel müssen wohl noch per Hand rausgeruppelt werden, wobei ich immernoch die 29cm Pechhaut nehme, aber ich nehme zwischendurch auch mal die Maschine und meinen Rücken mal ne Pause zu gönnen. Wenn die Sphäre dann so einigermaßen stimmt, werde ich sicher immer häufiger die Maschine machen lassen.


    Habe auch schon bemerkt, dass die Pechhaut immer gleichmäßiger läuft, je weniger Berge im Glaß sind.


    Beste Grüße, Henri

  • Hi Henri,


    ich habe vor 10 Jahren über ein Jahr lang mit Alois Ortner eng zusammen arbeiten dürfen. Da lernt man so viel. Er war ein Meister seines Fachs.


    Ich habe mit den Temperaturen das gleiche durchgemacht, wie du jetzt in der Jahreszeit. das Pech war immer zu hart und hat das Polierergebnis immer stark beeinflusst.
    Aber da kam Alois der Gedanke. Er meinte, ich solle ein Glas Wasser in den Polierraum stellen und ein paar Stunden warten, damit es sich an die Raumtemperatur anpassen kann.


    Dann sollte ich das Pech nochmal einschmelzen und ein bisschen Speiseöl dazu mischen. Das macht die Pechhaut weicher. Gerade für kühlere Raumtemperaturen echt nützlich. Ich sollte nach der Zugabe von dem Öl alles gut durchrühren und dann einen Tropfen Pech auf ein Stück Papier geben. Diesen Taucht man ein paar Sekunden in das Glas mit Wasser. Danach drückt man mit dem Daumennagel in das Pech. Dann sollte sich bei mittleren Druck eine Rille ins Pech drücken lassen. Ist das nicht der Fall, wieder etwas Öl dazu geben.


    Das hat super funktioniert.


    Ich hatte bei meinem 21" mit 25mm Randdicke auch Asti drin. 2 mal sogar. Immer mit einem Laser vermessen und die Zonen behandelt, die noch runter mussten.


    Viele Grüße


    André

  • Hallo André, nun bin ich gleich mal runter gerannt und habe mal einen Fingernageltest( allerdings mit einer Spachtel) gemacht. Wenn ich mir eine Pechhaut mache, dann drehe ich mir aus Resten immer noch unter warmen(40-50°) Wasser ein paar Würste. Wenn ein paar der Blöcke der Pechhaut zu klein ausfallen oder zu tief sind, tropfel ich dann mit einem Feuerzeug etwas Pech von den Würsten nach. In so eine "Erstzwurst" habe ich die Spachtel mal etwa 10s gedrückt. Es ist eine kleine Ritze zu erkennen, die Spachtel dringt aber nicht sehr tief ein.
    Nur mal prinzipiell, welches Öl ist dafür denn geeignet? Geht Oliven oder Rapsöl? Oder besser Kokosöl, das ist ja bei 18° auch schon fest.
    Ich kannte den Alois Ortner nicht persönlich, aber auch hier im Forum hat er so viel Wissen hinterlassen dass man Tage lesen könnte.


    Gestern konnte ich 5 Stunden am Stück polieren und bin plötzlich bei Strehl 0,91 - huch? Wäre schön wenn das sich bestätigt. Habe die Maschine immer mehr im Einsatz.
    Nun bekomme ich tatsächlich langsam Probleme mit der Messgenauigkeit ohne Tunnel. Da muss ich was tun.
    Vom Asti sind noch einige Artefakte zu erkennen, aber die werden werden immer geringer, derzeitig: X-Asti RMS 0,007, Y-Asti RMS 0,014
    Heute Nachmittag wird nochmals möglichst lange poliert... Mal sehen, wann der Rand endlich kommt!


    Beste grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    Öl kann das Pech schmierig und damit praktisch unbrauchbar machen. Da ist Bienenwachs besser geeignet. Dafür gab es extra bei einem Händler Bienenwachsperlen, die aussahen wie Speiselinsen. Damit konnte man die Wachsmenge sehr gut einstellen.
    Aber Vorsicht. Hier hat man schnell zu viel rein gemacht.


    MfG Thomas


    MfG Thomas

  • Hallo Thomas und Siegfrid - vielen Dank.


    Habe mich mal mit der Pechhärte auseinandergesetzt. Meine Pechhaut ist definitiv viel² zu hart. Ich wollte sie ja für die Sphäre auch nicht zu weich haben, denn bei meinen zwei Parabolspiegeln(30cm 2005 und 40cm 2008) war die Kante immer das größte Problem. Den 40cm habe ich im Einsatz mit abgeblendetem Rand.
    Aber ich werde es mal angehen, aus drei Möglichkeiten zu wählen:
    1) Speiseöl
    2) Bienenwachs, habe der Bucht mal Bienenwachs eingegebe, gibt es in allen Formen.
    3) Einfach neues Polierpech besorgen


    Vielleicht baue ich mir so eine Polierpech - Testeinrichtung wie wie im Texerau beschrieben. Das Anfertigen so einer Pechhaut macht ja so viel Arbeit, dass es Sinn macht das Pech vorher zu kontrollieren.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo, also manchmal wird einem die Entscheidung eine neue Pechhaut zu gießen förmlich aus den Händen gerissen! [B)] Dabei war die Pechhaut noch so schön...
    Ich wollte gerade anfangen den Spiegel zu glätten, da flutschte mir das Tool aus der Hand und quer über den Tisch. Die restlichen zwei Stunden hatte ich mit saubermachen zu tun.
    Nundenn, neues Pech - neues Glück! [8D]



    Zwischenstand: Der Astigmatismus hat sich schön verteilt und ist eigentlich nur noch durch eine gewisse Quadratur des Kreises zu erkennen. Die Polierzeit schätze ich bisher auf 10 - 15 Stunden. Insgesamt muss noch einiges runter, denn der Rand ist noch lang nicht auspoliert. Bin sehr glücklich, dass es bis jetzt so gut lief denn bisher hatte ich immer gedacht Asti ist unverschämt hartnäckig.
    Die Auswertung erfolgte ohne Tunnel aber mit Mittelung von je 5 Interferogrammen in 000°/090°/180°/270°. Heikel wird das Messen meist erst nach den Glätten, aber das sollte heute nicht sein... ;)



    Das Glätten sollte relativ schnell erledigt sein, es ist ja immer noch eine Sphäre.
    Mal sehen, wie sich ein etwas weicheres Pech macht. Das Ziehl ist natürlich Rotationssymmetrie.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo, ich habe mir gestern einen Pech Tester nach TexerauSE S.395 gabaut.



    Die Spitze hat die beschriebenen 14° und ist auf Durchmesser 1mm abgeflacht.



    Zwei Messungen ergaben folgendes:


    Bei 18°C Raum- und Pechtemperatur:
    Einsinken eines 1kg Gesamtgewichtes von 1,6mm (0,06 inch) in 5min.



    Wenn ich nun im Diagramm nachsehe, findet sich das getestete Pech bei 18° am rechten Rand des eingegrauten Rechtecks wieder(rote Markierung).
    Da auf der Tüte mit dem Pech 28° stand scheint dies auch noch zu stimmen(senkrechte Linie). Oder habe ich hier einen falschen Zusammenhang hergestellt?


    Ich mache mir nun Gedanken wie tief die Spitze in 5min einsinken sollte um mit dem Pech bei 18°C gut polieren zu können.
    Ich möchte nun die Standardhärte 23°(grüner Punkt) anvisieren.
    Dann müsste ich doch theoretisch die 2,5 Diagonallienien nach links wandern, wieder auf die Pechtemperaturlienie 18°C runterwandern und die vertikale Achse ablesen. Aber da lese ich etwa 0,007 inch ab, das Pech wird noch härter.
    Wenn ich den grünen Punkt nun aber mal 2,5 Diagonallienien nach oben verschiebe komme ich auf eine Einsinktiefe von 15mm (0,6 inch), das erscheint mir wiederum zu viel.


    Was haltet Ihr davon: Empfohlen wird Bereich von 0,02 - 0,25 inch. Davon nehme ich die Mitte: 0,12 inch (3mm) Einsinktiefe in 5min. Bei meinen 18°C Raumtemperatur.
    Oder ist das noch zu hart?



    Beste Grüße, Henri

  • Hallo, nach einigem hin und her habe ich bei mir noch zwei Stangen 23° Pech gefunden und diese verwendet. Der Unterschied war gewaltig!
    Nun konnte ich mich ganz den Artefakten des Astigmatismus widmen und habe mich dabei vor Allem auf einen rotationssymmetrischen Rand konzentriert. Es geht immer noch um die Sphäre.
    Nun ist der Asti Geschichte. Habe heute mal ganz genau gemessen: je 5 Interferogramme mit je 45° Drehung des Spiegels auf dem Teststand. Also insgesamt 40 Interferogramme. Nicht ganz einfach war es dafür einen über 5m langen Tunnel zu bauen, den man schnell zum Spiegeldrehen öffnen und schließen kann.
    Hier ist nun das Ergebniss:



    Ich freue mich dass die 16 Profile so dicht beieinander liegen.
    Der rote Pickel rechts unten ist übrigens real. Da ist mir leider eine Stahlkugel auf den Spiegel gefallen, wobei ein kleiner Krater im Glas entstand:



    Fühlen kann man den mit dem Finger nicht, aber die Spannung im Glas drückt einen kleinen Buckel aus der Oberfläche. Glücklicherweise wird der mit jeder Polieraktion kleiner und ich hoffe der verschwindet noch ganz.


    Nun muss ich mir mal einen Plan machen wie es weiter geht.
    Mir fallen drei Möglichkeiten ein:
    1) 10cm Tool für die Ringzone machen und damit eventuel kleiere Zonen verursachen
    2) mit dem 29cm Tool weiter direkt auf die Ringzone
    3) Ab jetzt Richtung Parabel polieren und hoffen, dass die Ringzone am Ende irgendwie verschwunden ist...


    Was würdet Ihr machen?



    Beste Grüße, Henri

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