ALL-IN-ONE 10" Dobson möglich?

  • Hallo Leute,


    nachdem ich beim Fliegen in den Süden oft das Übergepäck-Problem habe (20" und 24" sind einfach zu groß :) , würde ich das nun gerne abschalten und mir ein WIRKLICH schickes flugtaugliches Teleskop auf Basis meines 2,7kg schweren 10" Spiegels bauen. Hab auch schon ein paar Ideen und hab auch schon angefangen zu bauen...


    Trotzdem wollte ich nun gern die Meinung einiger erfahrener Selbstbauer für folgende "Grenzwerte" hören. Und zwar habe ich einen wirklich kleinen Holzkoffer mit den Maßen 45x35x20cm rumliegen, den jede Fluggesellschaft als Handgepäck akzeptieren würde.
    Ich würde die eine Hälfte des Koffers als Rockerbox verwenden, um Gewicht einzusparen.


    Das Problem: Maximal inklusive ALLEM, also inklusive der "Tasche" sprich Holzkoffer will ich 8kg Gesamtgewicht nicht überschreiten.


    Und noch wichtiger: in dieses kleine Köfferchen soll das GESAMTE Teleskop, inklusive Stangen, Obertubus, Spiegelzelle, Spiegel, Okularauszug, Streulichtschutz, Sucher und einem Zoomokular reinpassen. [:0]


    D.h. ich hätte alles, was ich zum Beobachten brauche, in EINER Einheit. Um dieses Ziel zu erreichen, bin ich schon dabei, den oberen Monoring aus Kohlefaser herzustellen, die Stangen werden aus pultrudierter Kohlefaser usw. um wirklich superleicht bauen zu können.


    Nun meine Frage: gibt es sowas bereits in dieser Größe? Also wirklich alles ALL-IN-ONE? Vorraussetzung ist, daß wirklich ALLES in einer Einheit inkludiert ist. Sobald man Stangen oder Spiegel extra transportieren muß, interessiert es mich nicht mehr...


    Ist es realistisch, mit diesen Randbedingungen ein wirklich gutaussehendes und gut funktionierendes 10" Gerät zu konstruieren?


    Für vielen "Senf" bin ich dankbar ;)


    Alfredo :)

  • ...leider erfüllen diese Reiseteleskope aber nicht die Bedingungen, die ich gestellt habe :-)Weder von den Abmessungen (Stangen werden EXTRA transportiert) als auch vom Gewicht her (mit 13kg bzw. 10kg zu schwer...)


    Gefordert waren:


    - maximal 8kg
    - Stangen und ALLES im Koffer


    Es ist kein Problem solche Teleskope wie auf der Website zu bauen, aber ich will mich halt an die Grenzen des Machbaren rantasten, sonst ist es ja witzlos, wie Stathis immer sagt ;)



    :)



    cs,


    Alfredo

  • Hallo Alfredo,
    ohne genaue Daten deines Holzkoffers kann ich da jetzt keine genaue Antwort geben, aber generell sollten die 8 kg machbar sein.


    Ich würde allerdings die Kombi Spiegelbox/Rockerbox/Untersatz speziell anfertigen und keine vorgefertigten Teile nehmen, weil zusätzliche Vorgaben schnell zu einem schlechter brauchbaren Ergebnis führen könnten.


    Welche Brennweite hat dein Spiegel?


    Sehr wichtig sind die Beschläge zum Verbinden der Rohrsegmente. Da darf nix wackeln, sie müssen die empfindlichen Enden der pultrudierten CFK-Rohre schützen, und leicht soll es auch noch sein.
    Den Truss würde ich deshalb eventuell als 3-Rohr-Design mit 6 Zugseilen bauen, dann brauchst Du weniger Rohrverbinder.


    Wenn Du eine Kofferhälfte als Rockerbox verwendest, kannst Du die andere Hälfte eventuell als Untersatz benutzen. Sowas habe ich auch schon als kommerzielle Lösung gesehen.
    Das Ganze ist dann allerdings beim Transport nicht staubdicht, so dass Du besser noch eine gut passende flexible Hülle besorgst/machen lässt.


    Ich hoffe, meine Anregungen bringen dich etwas weiter...


    Gruß,
    Martin

  • Gia sou (=für dich Hola) Alfredo,


    ich halte das für schwierig, aber machbar. Ok, für Einfaches treten wie hier ja nicht an[8D]. Seit Jahren fahren mir mehrere Konzepte im Kopf rum:


    1.) 2 Stangen + Abspanndrähte Konzept ohne Hut ähnlich meinem 10" Reise Archimedes. Dieser wiegt 10 kg und ist nur fast All-In-One, sprich die Stangen sind extra. Sie sind jedoch teilbar und gehen in jeden Koffer oder Reise- Rucksack. Das Gewicht sollte mit deinem Spiegel statt meinem 5 kg Duranklotz und etwas mehr Karbon statt Holz auf 6-8 kg gesenkt werden können.


    2.) 3 Druckstangen / 6 Zugseiseile Konzept mit stabilem Einring Karbonhut. Die Druckstangen 3x oder 4x teilbar, wie bei Zeltstangen in Muffen zusammensteckbar ausführen.


    3.) Minimalistisches 6 oder 8 Stangenkonzept mit Einringhut und übergroßen Höhenrädern ähnlich wie bei Ulli Vedder oder der 180 mm f/5,3 von MartinB. Die teilbaren Stangen zum zusammenschrauben wie z.B bei Petra und Gernot's recht langen 8 Zöller. Statt der vielen Schraubverbindungen könnte ich mir auch Muffen zum schnellen zusammenstecken vorstellen. Das Spiel in den Muffen könnte man durch Biegespannung (eingespannte Stangenbefestigungen) eliminieren.


    Welches Öffnungsverhältnis hat der Spiegel? Hoffentlich nicht zu lang.


    Komm doch mal Dienstags zum Münchener Telskopbautreffen. Da ballt sich inzwischen so viel Reisedobson/ Karbonbau/ Minimalist/ Kompetennz, die platzen regelrecht vor Ideen.

  • Hallo,


    ...also, wie ich das sehe, gibt es bisher sowas nicht (oder hat doch jemand irgend eine Website, wo es sowas gibt?), daß wirklich ALLES in so einem kleinen staubdichten Köfferchen Platz findet und 8kg nicht überschreitet... dann wär die Herausforderung und Innovation die ich suche ja da :)



    Marcus, sehr schönes Gerät, wie auch das von dir gezeigte, Rolf, gefallen mir beide sehr gut. So in die Richtung wird wohl meine Konstruktion gehen. Allerdings sind auch hier, wenn ich das richtig sehe, die Stangen nicht im Koffer mit drin. Da ich sowohl die Stangen, als auch die Höhenräder in diesen kleinen Koffer packen will, muß ich relativ kleine Höhenräder bauen, wahrscheinlich sogar "faltbar". Damit ist aber auch mein Schwerpunkt schon relativ weit unten vorgegeben, was mir dann nur noch einen sehr sehr leichten Obertubus erlaubt.


    Das läßt sich dann bei diesen harten "Randbedingungen" fast nur noch mit Kohlefaser machen, die bei beiden gezeigten Teleskopen nicht verwendet wurde...


    Martin, dein Teleskop hab ich ja schon mal auf der Sternwarte gesehen-phantastisch. Superleicht und doch sehr steif. Auch von hier werd ich was übernehmen ;)
    Und genau das ist meine letzte Vorgabe: das Ding soll nicht nur auf Leichtbau getrimmt werden, sondern extrem steif sein. Das Gerät soll wirklich FUNKTIONIEREN und Spaß machen, daher auch keine 5 oder 6 kg Gesamtgewicht als Vorgabe, Timm - auch wenn ich deinen 20" LR bestens kenne und den nicht als wackelig einstufen würde. Der ist wirklich steif genug... geht also :)



    Nun gut, werde wohl schon die nächsten Tage ein paar Fotos von den Arbeiten am Obertubus reinstellen, die Rockerbox und das Azimuth-Lager sind auch schon in Arbeit :)


    Stathis, nach dem Telefonat mit dir werde ich wohl wirklich die Kohlefaserstangen mit leichter Biegebeanspruchung einbauen, dann funktioniert auch hoffentlich meine Idee zum Verbinden der Stangen sehr gut, hoffe ich, OHNE daß das ganze in einer Schrauberei ausartet. Damit die Stangen beinand bleiben, werd ich wohl wie bei einem Zelt ein Gummiseil in die hohlen Kohlefaserstängchen einziehen, dann geht das Klick,klick,klich ratzfatz - hoffe ich.


    Von den drei Konzepten die du vorgestellt hast, werd ich mich auf eine eher klassische, aber minimalistische 6-Stangen-Konstruktion einlassen. Will keine Zugseile spannen, der Aufbau soll wirklich schnell gehen, ähnlich wie bei meinem 20"... Hab einfach das Gefühl, daß ich mit 6 Stangen und einem Kohlefaser Monoring eine bessere Nachführung durch mehr Steifigkeit des Gesamtsystems erreiche, mal sehen.


    Bin jedenfalls selbst toootal gespannt, wie das Dingchen wird :)


    bis bald, wie gesagt, ich stell bald die ersten Fotos hier rein...


    cs,


    Alfredo :)

  • Hallo Alfredo,


    ich würde wirklich auf die Anforderung verzichten, die Stangen im Teleskopkasten zu transportieren. Damit verbaust Du Dir mehr als es an Vorteilen bringt. Ich würde die Funktionalität höher ansiedeln als das schicke Feature "all in one".


    Drei Stangen mit sechs Zugseilen geht genauso schnell wie ein 6-Stangenprinzip, das kann man von der Konstruktion schon so lösen, dass es kein Gefummel gibt (siehe z.B. mein 14er). Auch ist die Stangenverbindung einfacher, da sie nur auf Druck belastet werden. Allerdings würde ich inzwischen wahrscheinlich auch eher eine 6-Stangen Konstruktion wie bei Ulli Vedder wählen. Ich denke, das ist letztendlich steifer.


    Auch beim Gewicht würde ich nicht versuchen, das extrem zu minimieren, sondern eher an der oberen zulässigen Grenze zu bleiben. Gewicht an sich stabilisiert ein Teleskop, macht das Ganze weniger wackelig. Führ mal ein superleichtes Teleskop nach, und schau, wie leicht das auf einer Seite vom Boden abhebt. Klar, oben muss das Teil leicht sein, aber unten brauchst Du eine gewisse Masse. Eine Alternative wäre, schon von Anfang an Möglichkeiten für Ballast einzubauen, die Du vor Ort auffüllen kannst (am einfachsten Wasser).


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hi


    Ein interessantes Thema. Da meine eigene Teleskopserie (Spacewalk Telescopes) oben genannt wurde, möchte ich auch meinen Senf dazu geben, denn Senf war ja gewünscht. [:D]


    Mein eigener 10" (aus dem ja die Advanced Serie entstanden ist) hat einen Spiegel mit 16mm Randdicke. Das Teleskop wiegt ohne Gegengewicht 7.1kg, mit Gegengewicht sind es dann 8.3kg. Es kommt also sehr nahe an deine Forderungen, was das Gewicht anbelangt. Das Packmaß beträgt 37x37x12cm incl. Spiegel. Also auch hier wären deine Forderungen erfüllt.


    Nun kommt das Aber:


    - die Höhenräder. Es ist sehr schick, wenn diese in der Box versenkt werden können. Mir persönlich gefällt das ebenfalls sehr gut, aber:


    Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder man macht sie groß genug, um auch schwere Okulare vernünftig ausbalancieren zu können (dafür habe ich mich entschieden) oder man macht sie klein und bekommt Probleme mit dem Schwerpunkt.


    Um dieses auszugleichen, kann man nun befüllbare Gegengewichte anbringen (wobei man teilweise mal locker 2kg hinten dran hängen muss) oder man versucht es mit einem Federzugsystem. Auch das hatte ich anfangs drin und war nicht wirklich davon überzeugt. Sobald es Richtung Horizont ging, fing das Teleskop das Kippeln an und wenn es ganz blöd lief, zog die Feder das Teleskop beim Okularwechsel wieder nach oben oder der Drehpunkt war so weit aus dem Schwerpunkt verschoben, dass das Teleskop MITSAMT Rockerbox kippelte. Nachdem ich ein paar Mal so beobachtet hab, wurde mir die Geschichte zu blöd und ich hab die Höhenräder vergrößert. Seitdem liebe ich die Nachführung, die nun auch bei 380x absolut wackelfrei verläuft.


    Wie gesagt, an dieser Stelle muss man sich entscheiden, was einem wichtiger ist. Die Physik gilt und so muss man sich entweder für das eine oder das andere entscheiden.


    Wenn du nur kleine 1.25" Okulare mit 150g Gewicht in Verbindung mit einem 1.25" Kineoptics verwenden willst, kannst du die Höhenräder natürlich kleiner machen.


    - die Stangen:


    Es ist mit Sicherheit machbar, die Stangen teilbar zu machen.


    Ich habs versucht, aber es hat mich nicht wirklich überzeugt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu doof, ne stabile Verbindung zu erzeugen. Hatte aber vor zwei Tagen ne neue Idee, die ich beizeiten mal versuchen möchte. Außerdem sehe ich jetzt kein Problem darin, die Stangen in einem Versandrohr zu transportieren. Gerade bei einem 10" mit kurzer Brennweite sollten diese dann durchaus noch im Koffer Platz finden, wo sie auch geschützt wären.


    Ob Karbon beim Hut unbedingt notwendig ist, wage ich mal zu bezweifeln. Bei großen Teleskopen mag das durchaus Sinn machen, aber bei 10" finde ich die Gewichtsersparnis im Gegensatz zum Aufwand nicht sonderlich effektiv.


    Mein Fazit:


    Das All-in-one Design ist zwar sehr schick, aber du wirst Kompromisse eingehen müssen. Inwieweit du bereit bist, dies zu tun, obliegt natürlich deiner Entscheidung. So setzt natürlich auch jeder seine Prioritäten anders.


    Ich denke aber, dass es auf jeden Fall machbar ist. Mein eigener 10" wiegt ohne Karbon ja auch nur etwas mehr 7kg.


    Hoffe, ein wenig geholfen zu haben.


    Viele Grüße und viel Spaß beim Bauen,
    Christian

  • Hallo Alfredo,


    ich denke, dass der Gewichts- und Steifigkeitsunterschied zwischen einem Carboneinring und einem aus Aluquadratrohr nicht sonderlich hoch fällt. Das meiste Gewicht "oben" wird ja durch die Okulare vorgegeben. CFK-Stangen finde ich ok, das können bei etwa 120cm Länge schon mal 300g-400g ausmachen im Vergleich zum Alu.


    Mein 10,6er mit 11kg Gesamtgewicht besitzt einfach teilbare 15x1mm Stangen, die über M10 Gewindemuffen und -Stangen zusammengeschraubt werden.Die Stangen selbst finden bequem im Koffer Platz, ebenso die Rockerbox. Spiegel mit -Kiste und Einring kommen ins Handgepäck und wiegen so 6kg.


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Alfredo,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Holzkoffer mit den Maßen 45x35x20cm <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Was für eine Verschwendung!
    Da ist doch Platz für fast 14", kleine Achse versteht sich[:D]
    Denn bei diesen ungewöhnlichen Kisten-Maßen tät ich für einen elliptischen Hauptspiegel votieren. Hätte den Vorteil, dass der Fangspiegel rund bleiben darf. Spart echt Gewicht, oben wo es wichtig ist[:)]


    Im Ernst, ich sehe das wie Reiner. Der Engpass liegt doch beim Fliegen. Danach kann vieles evtl im Ganzen transportiert werden. Ein wenig Schrauberei würde ich im Urlaub in Kauf nehmen, was soll man denn sonst die ganze Zeit machen? Ok, evtl Brunnen buddeln um an das kostbare Nass für das Balancegewicht zu kommen[:p]


    Ich selbst würde nur den Spiegel ins Handgepäck nehmen und den Rest so unverwüstlich bauen, dass er in beliebigen Stückelungen zwischen den Socken überlebt.
    Das Design von Stathis finde ich für ein Reiseteleskop auch interessant weil es den sperrigen Hut einspart, der immer nirgends richtig mit reinpasst. (Außer man macht die Spiegelkiste größer. Das ist aber Verschwendung, weil dann tät ja wieder ein größerer Spiegel reinpassen... ad infinitum[;)]) Von den eingesparten Stangen mal abgesehen.


    Was auch immer dabei herauskommt, das wird in jedem Fall eine rundum perfekte Lösung. Rein zufällig habe ich Deinen 20" beim ITV gesehe und ahne, welche Verarbeitungsgüte zu erwarten ist[:D]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Leute,
    einen ganz gewaltigen Vorteil hat es wenn das komplette Teleskop im Handgepäck ist. Der Koffer mit den restlichen Klamotten kann weg kommen. Wenn man die Badehose beim Flug schon an hat, die Geldbörse am Mann und das Teleskop an der Hand hängt, kann doch im Urlaub nichts mehr schief gehen, oder?[:D]
    Die Badehose könnte man des nachts sogar gleich als Streulichtschutz verwenden.[^]
    Alles andere lässt sich verschmerzen.
    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo Alfredo, hallo Kai


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Ich selbst würde nur den Spiegel ins Handgepäck nehmen und den Rest so unverwüstlich bauen, dass er in beliebigen Stückelungen zwischen den Socken überlebt.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Eigentlich, ist der Spiegel das unverwüstlichste Teil des Teleskopes. Der lässt sich auch sehr einfach und stabil in Holz "einwickeln", so dass die Oberfläche mit nichts in Kontakt kommt. Und dann ab ins Koffer.


    Die restliche Mechanik ist - auch ohne Spiegel - extrem empfindlich. Sie würde den Flug nur in eine PELI-Case sicher überstehen. Ich würde z.B. die Stangen nie in einem normalen Koffer abgeben. In den letzten zwei Jahren sind mir beim Fliegen zwei Schalenkoffer soweit zusammengedrückt worden, dass sie Risse bekommen haben.


    Viele Grüße,
    Horia

  • Hallo zusammen,


    Das Gewicht müsste 'einfach' zu machen sein - ausser die Holzkiste hat eine Wandstärke von 2cm und dein Zoom Okular ist von Speers Waler und 600g schwer [:)]. Und wo bleibt eigentlich der Justierlaser und die Sternkarte?


    Die Stangen müssten vermutlich gedrittelt werden, was für die Stabilität nicht so toll ist. Zumindest für mich war der ungelöste Knackpunkt die Höhenräder so teilbar zu machen, dass sie in die Kiste passen. Da habe ich sie lieber ganz gelassen. Trotzdem eine Idee für die Höhenräder: Die Sicheln in 10cm lange Segmente teilen und einen Steckmechanismus einbauen, welcher erlaubt die Segmente auch zu kehren. Somit würde aus der Sichel eine Schlangenlinie entstehen.


    Gruss Benny

  • Hallo Alfredo, hier ein paar Hinweise für alternative Bauweisen;
    von dem Vorhaben, alles für 10" in einer Kiste (Handgepäck -Flug)
    unterzubringen, solltes du dich nicht abbringen lassen.
    - mit einem zusätzlichen Ring kann die Länge der Stangen halbiert
    werden - sehr stabil aber mehr Schraubarbeit da 16 Stangen.
    - Ringe aus Alu T-Profil 15x15x2 hochkant gebogen sind extrem
    steif und leicht. (meine bevorzugte Bauweise für den Hut)
    - Kürzere Stangen durch Doppelring - Hut.
    - Man braucht die Sichel nur bei Beobachtung unterhalb ca.30°;
    wenn man die Auflagepads durchgehend macht könnten je 2 Rollen
    die zweite Hälfte der Sichel bilden.(sollten einstellbar sein)
    Viel Erfolg, Gruß, Joachim

  • Hallo,


    also, das ganze soll in erster Linie einfach eine Herausforderung UND gleichzeitig ein lockeres Experiment sein, ob des denn nun geeeed oda neeeed :-)Und es soll Spaß machen :)
    Wenns nicht geklappt hat am Ende, werd ichs und meine Mitbeobachter schon merken und das Dingens kommt gaaanz schnell wieder in den Müll ;) Also immer locker bleiben :)


    Ich meine, die Kunst bei der Sache ist ja, wirklich ALLES in einen superkompakten und leichten Koffer zu kriegen, OHNE (!!) dabei auf Stabilität, Funktionalität und Ästhetik eines superscharfen 10"-Dobsons zu verzichten. Gemacht hat sowas ja anscheinend noch keiner, das wirklich alles (ok, Justierlaser versuch ich auch noch reinzubekommen, und wenns sein muß sogar die Badehose als Streulichtschutz, ich kann auch FKK :-)) inklusive ist. Und WENNS funktioniert, wärs doch wirklich superpraktisch, wenn man keine verbogenen Stangen am Zielflughafen hat oder alles wieder kreuz und quer in allen Koffern verteilt ist.


    Aaaalso, Konzept steht jetzt - DANKE an ALLE, die schon SENF dazugegeben haben, hab mir wirklich alles zu Gemüte geführt...auch die Kritik. Es wird ein 6-Stänger.


    Und nun kanns losgehen. Die größte Drecksarbeit ist den Schwerpunkt weeeeeit nach unten zu bekommen ----&gt;


    Phase 1:supersteifen und gleichzeitig suuuperleichten Monoring anfertigen:



    Wie ihr seht, wurden zwei kreisrunde Holzplatten zusammengeklebt, um auf die 5cm Höhe des Monoringes zu kommen. Drumherum Frischaltefolie gewickelt, dann die sogenannte Abreißfolie drumgewickelt, dann erstmal 5 Lagen Kohlefaser, dann nochmal drei und alles schön mit dem schleimigen Zeug eingepinselt (sogenannte Leinwand innen, ganz außen kommt der schöne "Körper").



    Hier oben seht ihr die "Aufhängung" für die Stangen. Dazu wurden Holzklötzchen mit Bohrungen drangekebt, in die später die Stangen reingehen. Für die Arretierung gibts ne besondere Idee, kommt später :) Letztendlich kamen noch ein paar Lagen Kohlefaser drüber, und das Ding sieht jetzt echt schick aus (lasst euch nicht täuschen von den Bildern, das Ding ist kreisrund und sieht wirklich top aus, wird jetzt nur noch geschliffen und lackiert, damit es dem "Porsche"finish entspricht ;)



    Auch seht ihr schon zwei eingebrachte Aluröhrchen, in die das zukünftige Kohlefaserokularbrettchen für den HC-1 reingesteckt wird und von oben mit zwei Schrauben gesichert wird - das wird bombensteif.


    Fortsetzung folgt...


    cs,


    Alfredo

  • Hallo Alfredo,


    bis dahin sieht es schon echt gut aus!
    "geeeed oda neeed"... man wird es bald sehen.
    So habe ich es ja auch mit dem federleichten 16-Zöller gehalten.
    Die Flexrockerbox ist ein kleiner Schwachpunkt mit minimalen Schwingungen.
    Das liegt an den vielen Teflonlagern. Nicht drei wie üblich, sondern 8 Stück!
    Zur Sicherheit habe ich noch eine "normale" Holzrockerbox machen lessen,
    die allerdings ein halbes Kilo schwerer ist.
    Die eigentliche Testphase kommt, wenn ich aus Spanien zurück bin.


    Habe ich überlesen, wie das Öffnungsverhältnis des Spiegels ist?
    Das sollte schon f/4 bis f/4,5 sein, damit du keine mörderlangen Stangen brauchst.
    Ich hätte wahrscheinlich das Dreistangen-Spanndrähte-Modell bevorzugt.
    Ich bin nun echt gespannt, wie du eine stabile Stangenteilung hinbekommst.
    Weiter viel Spass beim Bauen.
    CS
    Timm

  • Saludos, Timm,


    bin schon total gespannt auf deinen neuen 16er, wenn der genauso steif ist wie dein 20er bin ich gerne wieder dein Platznachbar auf dem nächsten ITV :)


    Das mit dem Flexrocker ist immer so eine Geschichte. Auch Peter Wickelmeier und ich hatten mit diesem Konzept so unsere Schwierigkeiten - ich habs durchs Bruteforceverfahren gelöst, kennste ja von meinem 20"er, wo es durch den 32kg schweren Lomospiegel eh schon wurscht war: relativ schweren, aber sehr steifen Ring, pfeif aufs Gewicht...dann gehts, ansonsten wirds schwierig und man hat ein statisch überbestimmtes System am Boden...


    Wegen Stangen: ich glaub als Bauingenieur darf ich ruhig mal was vom Brückenbau abkupfern. Und zwar den "vorgespannten Beton" :) In den hohlen, dreigeteilten Stangen, die nur gesteckt werden, wird, wenn alles klappt wie ich mir das vorstelle innen ein Drahtseil laufen, das sich schnell vorspannen lässt und sämtliche Stangen auf DRUCK vorspannt. Zusätzlich werden sie "vorgebogen" eingebaut.So bleibt das Zeug bombensteif und da wird rein gar nix klappern :)
    Und ich hab meinen superschnellen Aufbau, der mir auch beim 20"er sehr sehr wichtig war... bei Minusgraden in den Hochalpen vergehts mir einfach immer, wenn man da nicht in höchstens 3Minuten aufgebaut hat. Mal guggen, ob das alles so klappt wie ich mir das vorstelle...


    Die Brennweite ist leider schon vorbestimmt, f/4.7 also 1200mm. Der Topspiegel ist nunmal schon hier :) Auch werd ich zwar zwei Okularbrettchen aus Kohlefaser bauen, die auswechselbar sind, aber in erster Linie soll das System mit einem 1 1/4" Auszug funktionieren, da ich mit nem 16er Nagler und nem 24er Panoptic auf sehr schöne Austrittspupillen komme. Das schwere 31er Nagler bleibt im Urlaub ja so oder so zuhause...


    Aber wie gesagt, ich lass mich auch weiterhin beraten und inspirieren, es ist alles noch abänderbar...


    cs,


    Alfredo


    ps: die nächsten Fotos kommen schon sehr bald ;)

  • Hallo Alfredo,
    ich finde das mit den vorgespannten Stangen einen echt interessanten Ansatz, ganz prima!
    Eine Frage dazu: Sind eher dünne Stangen, dafür aber in größerer Zahl - bei Dir eben sechs - besser, oder wären drei Stangen vorteilhafter, dafür mit größerem Durchmesser (die sollten ja dann biegesteifer sein, oder?).
    Gruß,


    Steffen

  • Hallo Steffen,


    wenn du ein Objekt im Raum statisch bestimmt lagern willst (d.h. dieses Objekt, in diesem Fall unser Obertubus, hat keinen Freiheitsgrad für Bewegungen mehr, bleibt also in jeder Lage fest), mußt du ihn an mindestens drei -unbeweglichen- Stellen anbinden.


    Diese drei Stellen, in unserem Fall das oberste Ende unserer Stangen, können auf verschiedene Art und Weise "erzeugt" werden. Z.B. durch drei gelenkig gelagerte Stangenpaare, die oben in jeweils einem Punkt münden und ausschliesslich auf Druck und Zug dimensioniert werden, ODER auch beispielsweise durch nur 3 Stangen, die aber Biegemomente übertragen müssen, also unten NICHT gelenkig gelagert sein dürfen - sonst würde das ganze System ja zur Seite schwenken, wie du dir leicht vorstellen kannst.


    Wenn du also nur drei Stangen nimmst, MÜSSEN diese unten eingespannt sein. (Bei einer seitlichen Belastung q durch z.B. Wind oder was auch immer, entsteht bei einer Stange oben eine Durchbiegung von q*l'4/8EI, es gibt auch Formeln für Einzelkräfte usw...) Ich will das jetzt nicht näher ausführen, aber du brauchst dann Stangen mit einem relativ großen Flächenträgheitsmoment bzw. E-Modul, um die Durchbiegung im Zaum zu halten. Einfacher und gewichtssparender ist es, mehr Stangen zu nehmen, die dann aber nur auf reinen DRUCK oder ZUG belastet werden. Dadurch wird das Material pro Kg viel besser ausgenutzt und du kannst leichter bauen... Wobei ZUGStangen auch, wie von einigen hier bevorzugt, durch Drahtseile ersetzt werden können...


    Und hier gleich der nächste Schritt: Der wirklich suuuuperleichte und sehr steife Ring,fertig geschliffen und lackiert, beim Trocknen...


    Darunter die Spinne:


    aus nur 0,25mm dünnem und biegbarem Karbon (fast wie eine Rasierklinge ;) geschnitten, mit 4 dreiecksförmigen und wie schweizer Käse durchlöcherte Holzklötzchen in der Mitte verklebt. Da ist nicht mehr viel Holz dran. Wirklich federleicht das Ganze und minimal in der Obstruktion. Das eher suboptimale zentrische Zulaufen der Streben spielt bei diesem sehr kleinen und leichten Fangspiegel keine Rolle, da bewegt sich kaum was. Der Vorteil ist der, daß man im fokussierten Sternbildchen nur ein schönes Kreuz als Beugungsscheibchen sieht. Bei exzentrisch zulaufenden Streben sieht man die immer doppelt, was ich persönlich nicht so ästhetisch finde.
    Wollte ursprünglich ne reine Drahtaufhängung des Fangspiegels machen, wie Uwe Glahn in seinem 27"er, aber durch die superdünnen 0,25mm bin ich in diesem Fall sogar dünner als mit dem 0,5mm Drahtseil :)







    Fortsetzung folgt...


    cs,


    Alfredo :)

  • Hallo Alfredo,
    vielen Dank - hab nicht auf Wikipedia nachschauen müssen ... muß wohl doch was von den Vorlesungen 'Technische Mechanik' hängengeblieben sein ;)
    Dass bei einem System mit - in dem Fall sechs - Stangen nur Zug- bzw. Druckkräfte wirken hatte ich nicht ge- bzw. bedacht.
    Der Carbonhut jedenfalls macht richtig was her, bin auf weiteres Bildmaterial gespannt!
    Gruß,


    Steffen

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