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 Wer sieht was? Welche Farbe hat NGC 6572?
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Seite: von 4

DaRestem
Meister im Astrotreff

Deutschland
597 Beiträge

Erstellt am: 09.07.2006 :  17:16:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche DaRestem's Homepage
Hallo Liste,
das Posting von Randolf in diesem Thread vom Andreas hat mich auf eine interessante Idee gebracht:

- Wie stark unterscheidet sich bei verschiedenen Beobachtern der subjektive Farbeindruck an einem Objekt? -

Allgemein bekannt ist´s ja schon, dass der subjektive Farbeindruck bei der teleskopischen Beobachtung von Mensch zu Mensch deutlich variieren kann, aber wie stark denn nun wirklich?
Ein ideales Objekt für einen kleinen Feldversuch ist NGC 6572, ein kleiner aber extrem heller PN im Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger), welcher in den nächsten Wochen optimal hoch am Himmel stehen wird. Bei meiner Beobachtung vor kurzem viel mir sofort die ungewöhnliche Einfärbung auf, welche besonders bei grosser bis mittlerer Austrittspupille überdeutlich ins Auge springt.

Selbst mit 600x Vergrösserung bleibt ein leichter Farbeindruck! Die besonders intensive Farbe und die extrem hohe Flächenhelligkeit von 4,7mag (!) machens möglich.

Bei dieser Vergrösserung angelangt, konnte ich eine kleine, immer noch sehr helle und leicht babyblaue Scheibe erkennen, welche im Norden und Süden von einer Art „Ohren“ (entfernt ähnlich M 27) umgeben ist, die zwar etwas schwächer als die Scheibe, aber immer noch sehr hell sind. Die exakt runde Scheibe (ohne die „Ohren“) scheint im Westen am hellsten, in diesem hellsten Bereich blitzt immer wieder ein kompakter Knoten oder Stern auf, genau liess es sich nicht erkennen. Der etwa östliche Quadrant der Scheibe wirkt im Vergleich zur Mitte und insbesondere zum Westbereich schwächer, die Grenzen der Scheibe sind hier relativ diffus. Diesen gesamten Zentralbereich umgibt in weiten Bereichen ein nach Norden ausgedehntes Halo. Das südliche „Ohr“ allerdings ist recht scharf zum Hintergrund abgegrenzt, das Halo ist hier definitiv nicht mehr sichtbar.
Mit schwacher Vergrösserung scheint ein deutlicher Zentralstern im Zentrum zu stehen, welcher sich ab 200x als Täuschung heraus stellt. Ein sehr ungewöhnlicher PN bei jeder Vergrösserung!

Mir erschien der PN in einem klaren und sehr intensiven hellblau, Ekkehard (Pteng) sah das ziemlich ähnlich. Steve Coe dagegen beschreibt den PN ganz anders: „The noteworthy aspect of this gem is its' color. In every scope I have ever owned, from an 8" to an 18" this is the greenest nebula I have ever seen! This guy is as green as an Irishman's coat on St. Patrick's day. Alright, alright, it is as green as lime Jello.“

Da der PN aufgrund seiner Helligkeit auch unter ungünstigen Verhältnissen (Mond, künstl. Lichtverschmutzung) gut beobachtet werden kann, hier meine Bitte an alle: denkt in der nächsten brauchbaren Nacht an diesen Thread, beobachtet das Teil und bringt eure Sicht der Dinge hier mit ein! Ich bin sehr gespannt, welches Bild sich so ergibt (ausreichende Beteiligung voraus gesetzt). Gerade auch Beobachtungen mit kleineren oder besonders grossen Optiken sind hier sehr interessant, vielleicht könnten sich leichte Tendenzen durch die eingesetzte Öffnung erkennen lassen. Generelle Einflüsse auf die Wahrnehmung wie Instrument, Erfahrung, beste AP, auch Dunkeladaption (?!) und nicht zuletzt die Himmelsqualität... könnten von Bedeutung sein, sie sollten bei einer Beschreibung dazu gehören.

Also, wer jetzt grosse Lust bekommen hat, mal selber nachzuschauen, den bitte ich, dabei an diesen Thread zu denken! Schreibt hier eure Eindrücke bzgl. Farbe nieder, eine rege Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht! So würde aus meinem einzelnen Bericht ein kleines Projekt werden, vielleicht mit Überraschungen...

Und was soll das Ganze? Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht. Ich fände es einfach nur recht spannend zu erfahren, zu welchen Ergebnissen wir kommen können...
Wer was zur Theorie beitragen kann, soll auch ruhig was dazu schreiben, es darf auch gemutmasst werden

Viel Spass beim beobachten!
Daniel
www.astro-visuell.de

P.S Wer einen Polfilter sein eigen nennt, könnte diesen ruhig auch ein mal ausprobieren, NGC 6572 soll eine leichte Polarisation aufweisen...

P.P.S Nebelfilter sind natürlich tabu!

Bearbeitet von: DaRestem am: 09.07.2006 17:26:14 Uhr

martinschoenball
Meister im Astrotreff

Deutschland
261 Beiträge

Erstellt  am: 09.07.2006 :  17:54:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche martinschoenball's Homepage
Hallo Daniel,
klingt nach einer spannenden Sache! Eigentlich sollte die Farbe keiner Diskussion bedürfen.
Ich hab mal aus http://cdsads.u-strasbg.fr/cgi-bin/nph-bib_query?1994MNRAS.269..975H&db_key=AST&nosetcookie=1 alle nennenswerten Linien mit ihren relativen Intensitäten herausgesucht:

H-Alpha 656nm 280
HeI 588nm 16
[OIII] 501nm 1077
[OIII] 496nm 363
H-Beta 486nm 100
HeI 447nm 5
H-Gamma 433nm 35
H-Delta 410nm 28

Also strahlt praktisch alles in der [OIII] Linie. Die H-Beta Emission ist also praktisch 3mag schwächer als die [OIII] Emission. Der PN sollte für uns monochromatisch erscheinen. Soviel zur Theorie. Die Frage ist nun, in welcher Farbe erscheint dem Beobachter die [OIII] Linie.
Ich werde mal bei Gelegenheit draufhalten.

Edit: bei einer Beobachtung vor 5 Jahren erschien er mir "leicht grünlich".

Gruß
Martin

www.schoenball.de

Bearbeitet von: martinschoenball am: 10.07.2006 12:21:05 Uhr
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Deneb
Altmeister im Astrotreff


1498 Beiträge

Erstellt  am: 09.07.2006 :  17:55:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Deneb's Homepage
Hallo Daniel! [8D)

Eine sehr interessante Sache das mit dem Farbeindruck. Hatte nämlich auch schon des öfteren Diskussionen mit Leuten über die Farbe des "Blue Snowball", von daher bin ich ebenfalls gespannt, was dabei herauskommt.

Zitat:
Mir erschien der PN in einem klaren und sehr intensiven hellblau


Dem kann ich voll und ganz zustimmen, mit 12" hatte ich genau den gleichen Farbeindruck.

Mir ist zum Beispiel noch aufgefallen, dass die Farbe von helleren Sternen umso intensiver ist, je kleiner das Instrument. Ich denke da zum Beispiel an my Cep oder an Albireo. In meinem 8 Zoll hatten die immer schöne Farbunterschiede, im 12" verblassten die Farben dann. Gehört zwar jetzt nicht ganz zum Thema, wollte ich aber dennoch mal erwähnt haben. Vielleicht ist ja anderen ähnliches aufgefallen.

Chris

www.beyond-earth.de

Bearbeitet von: am:
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Randolf
Senior im Astrotreff


126 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2006 :  12:15:13 Uhr  Profil anzeigen
Hallo, dann ist nochmal der "Verursacher" des threads dran:
Aus Doug Snyders (www.blackskies.org) Beobachtungsdatenbank einige Statements:
http://www.blackskies.org/reports09.htm#n6572

und aus Visualdeepsky.org z.B. das:
http://www.visualdeepsky.org/logs/msg01711.html.

Der Bezug zur Bezeichnung Emerald ergíbt sich aus der TAAS 200 Liste: hier:
http://taas.org/taas200/taas200d.xls

Ich selber habe ihn vom 100mm Refraktor bis hin zum 10" Newton einige Male besucht und den PN eigentlich immer gleich an Hand seiner Färbung identifizieren können und als deutlich bläulich beobachtet. Aber noch steht er ja günstig, und sobald der Mond in einigen Tagen spät genug aufgeht und einige Distanz zum Ophiuchus angenommen hat, werde ich ihn nochmals aufsuchen.

Randolf

Bearbeitet von: Randolf am: 10.07.2006 12:19:45 Uhr
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DaRestem
Meister im Astrotreff

Deutschland
597 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2006 :  18:02:02 Uhr  Profil anzeigen  Besuche DaRestem's Homepage
Hallo Leute,
schön, dass Interesse an der Thematik scheint ja vorhanden zu sein!
Zitat:
Die Frage ist nun, in welcher Farbe erscheint dem Beobachter die [OIII] Linie.

Aus der Literatur hatte ich immer Grün für 500nm im Hinterkopf, es sollte aber laut Wikipedia (Blau 450-500nm, Türkis 490-495, Grün 520-565nm) eher Richtung Türkis gehen. Hmmm, ich sah PN ganz klar blau.
In Randolfs Quellen halten sich die Verfechter von Blau und Grün in etwa die Waage...

Also mir scheinen äussere Einflüsse die warscheinlichste Erklärung.
Oder ist es einfach nur eine Frage der Interpretation des Begriffs "Türkis"...?

Bin gespannt, wie´s weitergeht!
Daniel
www.astro-visuell.de

Bearbeitet von: am:
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martinschoenball
Meister im Astrotreff

Deutschland
261 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2006 :  18:40:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche martinschoenball's Homepage
Die Wahrnehmung von Farben finde ich höchst interessant! Ich frage mich schon lange, ob dein Gelb für dich genauso aussieht wie meins...

Ich würde [OIII] auch eher Türkis nennen. Zumindestens, wenn ich mir ein helles Sternspektrum mit [OIII] Filter anschaue. H-Beta ist dagegen richtig blau, aber hellblau.
Trotzdem erschien mir der PN damals (siehe Edit oben) grünlich, auch M 42 sehe ich immer grünlich. Vielleicht erscheinen schwache Intensitäten von Türkis tendenziell grüner...? Ich werd auf jeden Fall nochmal drauf halten.

Gruß
Martin

www.schoenball.de

Bearbeitet von: am:
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cybermudl
Senior im Astrotreff

Österreich
218 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2006 :  14:28:31 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Martin, Daniel, usw.

dachte mir, ich koennte auch mal wieder ein wenig Senf dazugeben ...

ich denke, dass die Unterschiedliche Farbwahrnehmung hauptsaechlich von 2 Einflussfaktoren bestimmt sein koennte, die bislang nicht diskutiert wurden.

Zum einen wird die Farbwahrnehmung sicher von der Anzahl der einzelnen Rot/Gruen/Blau - Farbzaepfchen im Auge ( bzw. von deren Verhaeltnis ) abhaengen. Z.B. beobachte ich bei mir selbst, dass mein rechtes Auge Objekte roetlicher darstellt als mein linkes Auge. Nachdem ich nicht glaube, dass ich in dieser Hinsicht ein Einzelfall bin, nehme ich an, dass die Anzahl der Rezeptoren von Auge zu Auge variiert ( & Mensch zu Mensch betrachtet vermutlich wesentlich staerker ist als bei mir ).

Zweitens wird auch die Lichtempfindlichkeit der Rezeptoren eine Rolle spielen - ich nehme nicht an dass die fuer Gruen & fuer Blau gleich ist, sondern ebenfalls Unterschiede aufweist. Je nachdem, welche der beiden lichtempfindlicher ist, wird man deshalb Objekte eher blau oder eher Gruen sehen. Ev. koennte auch die spektrale Empfindlichkeit der Rezeptoren vvon Mensch zu Mensch leicht verschieden sein.

Uebrigens hab ich in einem der letzten Scientific American gelesen, dass Voegel & Reptilien nicht 3, sondern sogar 4 Arten von Farbrezeptoren besitzen. Was die wohl so alles sehen koennen ... *neid*

greetz,

Matthias

Bearbeitet von: am:
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Pteng
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1417 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2006 :  17:47:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Pteng's Homepage
Hallo Jungs,

in der Tat eine sehr interessante Geschichte.

Der Matthias hat in einem Posting angerissen was mich kurz nach der Beobachtung des besagten PNs in eine interessante Diskussion mit Daniel brachte und seit dem nicht mehr losläßt.

Ist es denkbar, daß farbliche Wahrnehmung in diesen lichtschwachen Bereichen durch die Dunkelanpassung des Auges variiert?
Ich meine, kann es sein daß evtl. gewisse Farben in der Wahrnehmung bei nicht dunkelangepaßtem Auge "überstrahlt" werden und somit ein anderes Spektrum wahrgenommen wird?

Falls ja, dann könnte es sein daß Daniel und ich den PN durch unsere nicht dunkelangepaßten Augen (Wann wird´s mal wieder richtig dunkel.. - in Gedenken an Rudi Carell) in "Falschfarben gesehen haben.

Hmm...ich werde diese Möglichkeit bei nächster Gelegenheit im Selbstversuch überprüfen.

Am Rande hierzu eine Anregung:
Es wäre m. E. hilfreich bei Beobachtungsberichten oder Zeichnungen den Dunkeladaptionszustand des Auges mit anzugeben.
Bei Fotos wird ja auch immer Blende, Belichtungszeit usw. angegeben.
Was meint ihr dazu?

(==>)Daniel:
Mannmann...wieder ´ne klasse Zeichnung - GENAU so hab ich das Teil in Erinnerung!

CS

Ekkehard
www.pteng.de

Geist ist geil!

Bearbeitet von: Pteng am: 11.07.2006 17:49:16 Uhr
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martinschoenball
Meister im Astrotreff

Deutschland
261 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2006 :  20:11:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche martinschoenball's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: cybermudl
Z.B. beobachte ich bei mir selbst, dass mein rechtes Auge Objekte roetlicher darstellt als mein linkes Auge.



das ist ja interessant! Bei welchen Beleuchtungsverhältnissen merkst du das am stärksten?

Gruß
Martin

www.schoenball.de

Bearbeitet von: am:
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jaramillo
Meister im Astrotreff

Deutschland
615 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  13:51:17 Uhr  Profil anzeigen
Mahlzeit Leute,

erst durch Ekkehard bin ich auf dieses interessante Thema aufmerksam geworden, hatte zunächst garnicht gecheckt, dass es hier um den Blue Snowball geht .

Habe nochmal in meinen Aufzeichnungen (noch aus 8"-Zeiten) rumgekramt und folgenden Eintrag gefunden: "Sehr hell, intensiv topasblau". Wer schonmal die Färbung eines (ungeschliffenen) Topas im Gegenlicht der Sonne betrachtet hat, weiß sicher was ich meine. Grenzgröße war um 6m0, allerdings nicht auf's letzte 1/10 bestimmt. Das war im September 2004, ich frage mich gerade, warum ich das Teil im letzten Jahr garnicht beobachtet habe, so schlecht war das Wetter ja garnicht.

Nachtrag: Die Aufzeichnungen beziehen sich auf 210-fache Vergrößerung (Antares W70 5.7mm), außerdem befand sich ein Astronomik (Profi-)UHC im Oku.

Gruß und CS,

Mathias
------------------------
„Die größten Ereignisse - das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.“ (F. Nietzsche)

Bearbeitet von: jaramillo am: 13.07.2006 12:46:54 Uhr
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cybermudl
Senior im Astrotreff

Österreich
218 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  15:13:14 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Ekkehard, Martin & rest ov tha gang,

Zitat:
Original erstellt von: Pteng
Ist es denkbar, daß farbliche Wahrnehmung in diesen lichtschwachen Bereichen durch die Dunkelanpassung des Auges variiert?
Ich meine, kann es sein daß evtl. gewisse Farben in der Wahrnehmung bei nicht dunkelangepaßtem Auge "überstrahlt" werden und somit ein anderes Spektrum wahrgenommen wird?



Ich denke schon. Die Zaepfchen des Auges sprechen ja erst ab einer gewissen Lichtmenge an, die ins Auge tritt. Der Farbeindruck koennte deshalb bei unterschiedlichen Pupillenweiten durchaus verschieden sein - wenn zB die Lichtmenge schon ausreicht, die blauen Rezeptoren anzuregen, fuer die gruenen aber noch nicht ausreicht.

Zitat:

Hmm...ich werde diese Möglichkeit bei nächster Gelegenheit im Selbstversuch überprüfen.



Gute Idee - genau das werd ich glaubich auch machen !

(==>) Martin:
Zitat:

das ist ja interessant! Bei welchen Beleuchtungsverhältnissen merkst du das am stärksten?



mir ist es bis jetzt am staerksten immer am Morgen ( & wenns draussen hell ist ) aufgefallen - hab eine knalleweisse Wand in meinem Schlafzimmer & wenn ich die abwechselnd mit linkem und rechtem Auge angucke, seh ich sie einmal mit leichtem Gruen- und einmal mit leichtem Rotstich.

Uebrigens hab ich mich gestern abend noch ein wenig herumgespielt: Hab an einem roten LeuchtLED versucht zu erkennen, ob die Farbwahrnehmung auch davon abhaengt, ob man das Objekt zentral im Blickfeld hat oder etwas versetzt. Fazit: bei direktem Sehen wars deutlich rot, bei indirektem Sehen allerdings genauso deutlich gelb !! Offensichtlich sind nicht nur die Staebchen, sondern auch die einzelnen Farbrezeptoren im Auge ungleichmaessig verteilt - was bedeuten koennte, dass der Farbeindruck am Teleskop auch davon abhaengt, WIE man das Objekt beobachtet.

Muss ich glaubich so bald als moeglich am Teleskop testen !!

lG

Matthias

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Rastaban
Meister im Astrotreff

France
649 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  17:36:28 Uhr  Profil anzeigen
Hallo,

Sehr interessante Diskussion! Mir scheint auch der NGC6572 im 12er Orion bei 150-200x wie eine echte Smaragdperle, also gut grün.

Grüsse,

Patrice


20" F/4 KHLT (Klose-Herrmann-Lowrider-Teleskop)

»Du wirst in der Nacht die Sterne anschauen... Mein Stern wird für dich einer der Sterne sein. Dann wirst du alle Sterne gern anschauen ...Alle werden sie deine Freunde sein. « Le Petit Prince - Antoine de Saint-Exupéry

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matthias_juchert
Senior im Astrotreff

Österreich
100 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  20:26:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche matthias_juchert's Homepage
Hallo Daniel,

sehr geniale Zeichnung.

Also ich habe das Teil 2004 genau unter die Lupe
genommen und für mich war NGC 6572 intensiv hell-blau!

Interessante Diskussion.

Clear skies
Matthias

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martinschoenball
Meister im Astrotreff

Deutschland
261 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  21:37:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche martinschoenball's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: cybermudl
Uebrigens hab ich mich gestern abend noch ein wenig herumgespielt: Hab an einem roten LeuchtLED versucht zu erkennen, ob die Farbwahrnehmung auch davon abhaengt, ob man das Objekt zentral im Blickfeld hat oder etwas versetzt. Fazit: bei direktem Sehen wars deutlich rot, bei indirektem Sehen allerdings genauso deutlich gelb !! Offensichtlich sind nicht nur die Staebchen, sondern auch die einzelnen Farbrezeptoren im Auge ungleichmaessig verteilt - was bedeuten koennte, dass der Farbeindruck am Teleskop auch davon abhaengt, WIE man das Objekt beobachtet.



also so langsam macht mich dieses Thema richtig an! Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine rote LED gelblich erscheinen kann...sie emittiert doch nur in einer Linie rot. Die grün-empfindlichen Zapfen sollten doch gar nicht angeregt werden...
...ich werd dann auch mal rumspielen.

Gruß
Martin

www.schoenball.de

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Bartkauz
Meister im Astrotreff

Deutschland
337 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2006 :  22:55:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Bartkauz's Homepage
Hallo Daniel,

NGC 6572 hatte ich schon öfters im Okular.

Zitat:
Ein sehr ungewöhnlicher PN bei jeder Vergrösserung!


Allerdings! Und der hellste, der mit je "begegnet" ist.

Zitat:
Mir erschien der PN in einem klaren und sehr intensiven hellblau, Ekkehard (Pteng) sah das ziemlich ähnlich.


Und das ist noch interessanter. Bei 260-facher Vergrößerung am 10" SCT würde ich die Farbe von diesem PN eher als "blaß-türkis" bezeichnen. Strukturen konnte ich bisher noch keine ausmachen, ebensowenig einen Zentralstern. Fahre ich die Vergrößerung auf 100 herunter, dann wird der Farbeindruck eher noch intensiver.

Noch ein kleiner Nachschlag - gerade haben wir klaren Himmel über Tölz aber ein grausiges Seeing. Hab mir den NGC6572 nochmal in meinem Fernröhrchen angeschaut - es bleibt dabei - einwandfrei türkis!

Hier ist noch mein Beitrag dazu:
http://astrofotografie.ilo.de/aufnahmen/deepsky.planetarische.nebel.php#NGC6572

Viele Grüße und klare Nächte
Klaus

Grundwissen, Tips & Tricks zur Astrofotografie --> http://astrofotografie.hohmann-edv.de/

Bearbeitet von: Bartkauz am: 12.07.2006 23:13:36 Uhr
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cybermudl
Senior im Astrotreff

Österreich
218 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2006 :  09:28:26 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Martin,

Zitat:
Original erstellt von: martinschoenball
also so langsam macht mich dieses Thema richtig an! Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine rote LED gelblich erscheinen kann...sie emittiert doch nur in einer Linie rot. Die grün-empfindlichen Zapfen sollten doch gar nicht angeregt werden...
...ich werd dann auch mal rumspielen.



der Farbeindruck, den das Auge dem Hirn vermittelt, kommt durch das Zusammenspiel aller drei Farbrezeptoren zustande; die spektralen Empfindlichkeitsbereiche der Rezeptoren ( bzw. der in ihnen enthaltenen lichtempfindlichen Verbindungen ) ueberlappen sich naemlich in einem gewissen Ausmass, wodurch nicht zuletzt das sichtbare Farbspektrum erweitert wird ( soll heissen: deshalb sehen wir nicht nur rot, gruen, blau, sondern auch tuerkis, orange, ... ). Eine rot erscheinende LED wird deshalb nicht nur die roten, sondern auch die gruenen Rezeptoren anregen und deshalb einen bestimmten Farbton haben. Der allerdings scheinbar von der Position des auf die Netzhaut projizierten Bildes abhaengt!

lG

M.

Bearbeitet von: am:
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