Beiträge von Kalle66 im Thema „Kaufberatung for Teleskope“

    Marcel,
    Planeten sind mit 200mm Öffnung kein Thema. Das reicht ganz gut. Jupiter und Mond blenden sogar fast. Uranus und Neptun in Oppositionsstellung sind als Minischeibchen erkennbar. Pluto ist visuell allerdings außer Reichweite.


    Wenn Du in Deiner Umgebung hinsichtlich Kontakten nicht weiter weißt, würde ich mal Lajos Szantho von "Teleskop Austria/Lacerta" in Wien anrufen oder kontaktieren. Das wäre immerhin mal in Deiner "erweiterten" Reichweite. Der kann auch passende Teleskope verkaufen. Laut Profil bist wirst du 16 - das heißt, bestenfalls ist Bahnfahren drin oder Du hast einen Chauffeur. [;)]

    Moin Marcel,
    willkommen im Forum.


    Das, was Du so äußerst, sind die typischen Anfänger-Wünsche. Es fehlt noch die Option, damit Fotografieren zu können.[:D]


    Warum ich das schreibe?
    Für mich ist das so ein Indiz, Dass Du noch keine Vorstellungen davon hast, was Du mit einem Teleskop so sehen kannst. Und erst recht nicht, worauf man so alles achten sollte.


    Meine Gegenfrage bzw. mein erster Ratschlag wäre: Hast Du schon mal durch ein Teleskop durchgeschaut? Es gibt überall Astrovereine, Stammtische und Sternwarten (oft in Vereinsform) und ich empfehle zunächst dort Kontakt aufzunehmen, und bei passender Gelegenheit mal durch ein Teleskop hindurch zu schauen. Ohne eigene Erfahrung kaufst Du die Katze im Sack und bist vielleicht danach enttäuscht. Teleskop-Treffen (die Saison fängt jetzt so richtig an) wären ein idealer Ort, sehr viele unterschiedliche Teleskope (und ihre Besitzer) kennen zu lernen. (tagsüber, nachmittags anreisen, warme Klamotten mitnehmen, Essenversorgung/Getränke mitnehmen und je nach Wetterlage am nächsten Morgen abreisen.)


    Zu den unterschiedlichen Aspekten, die da einer Antwort harren:
    Während man einen Feldstecher mit 10-fach-Vergrößerung gerade so in der Hand halten kann, braucht schon ein Spektiv mit 20-fach ein Stativ, sonst verwackelt alles. Teleskope, die mir hinsichtlich Deines Budget so einfallen, die fangen bei so 30-fach an und können bis 250-fach vergrößern. Ganz wichtig ist hierbei, wie stabil sie aufgestellt sind. Grundsätzlich gibt es da zwei Strategien:
    a) Möglichst preiswert, aber ohne Motoren zwecks Ausgleich der Erddrehung oder
    b) möglichst komfortabel, dann frisst die Mechanik aber einen Großteil des Budgets und das Teleskop selbst muss kleiner ausfallen.


    Fall a) ... da kommt eigentlich nur ein Dobson in Frage: Ein Newton-Spiegelteleskop in einer stabilen Holzbox gelagert. Sehr stabil, kaum Wackeln, und man hat die größten Newtonteleskope der Preisklasse. Aber nicht motorisiert, keine Computerunterstützung, keine Chance fotografisch aufzurüsten. Mein Tipp hier: 8"-f/6-Dobson (200mm Öffnung bei 1200 mm Brennweite) von Galaxy, GSO oder Skywatcher. Das Teil ist ein Allrounder und es bleibt noch ein Batzen Geld für Okulare und weiteres Zubehör im Rahmen Deines Budgets.


    Fall b) ... Da muss man schon kleinere Brötchen backen, denn gut die Hälfte des Geldes muss man in eine Nachführungsmontierung stecken. So eine Montierung besteht aus drei logischen Teilen: Stativ, Montierungskopf (Montierung) und Steuerungselekronik. Fotografisch 'muss' die Montierung parallaktisch arbeiten können, die Stundenachse also parallel zur Polachse der Erde ausgerichtet werden. Sonst verdreht sich das Bild bei Langzeitaufnahmen, selbst wenn die Montierung immer auf die gleiche Stelle im Himmel zielt. Visuell spielt die Einschränkung keine Rolle und es ist Geschmackssache.


    Das schöne an Stativlösungen: Praktisch jedes Teleskop kann man darauf montieren, insb. auch die Typen, wo man von hinten reinschaut (z.B. Linsenfernrohr). Der Pferdefuß: Jede Mechanik geht ins Geld, eine Gotosteuerung kostet noch mal extra. Und bis 200 Euro (Montierung) sprechen Eingefleischte eigentlich nur von "Wackeldackelmontierungen". Zum Vergleich: Ein ordentliches Fotostativ kostet auch über 100 Euro.


    Das musst Du letztlich selbst entscheiden. Vorher lohnt es sich nicht, konkreter zu werden.


    Es gibt noch weitere Kriterien, die beachtet werden sollen: U.a. Will man regelmäßig das Teil im Auto fahren, damit in Urlaub fliegen oder ist es für den eigenen Garten. Zum Vergleich: Besagte 8"-Dobson, da passt der Tubus gerade so quer auf den Rücksitz eines Autos, die "Rockerbox" füllt 1/3 des Kofferraums. Das Teil ist schon recht groß und wiegt ~20kg.