Posts by Timm

    Hallo Mathias,
    wenn du im Spätsommer nach Andalusien fährst, wirst du bestimmmt viel Freude haben. In der Sierra Nevada kann man tolle Nächte erleben. Aber wenn du ganz hoch hinauf willst, denk dran dir warme Klamotten mitzunehmen. Dort ober friert sogar ein Schneemann! Im September kann schon es schon recht kalt werden. Auf dem Weg liegt die Sierra Cazorla, wo du einen Zwischenstop einlegen kannst. Dort ist Spaniens finsterste Ecke und man kommt auf über 1500m, ideal zu Spechteln.
    Der NGC 6229 liegt im Herkules nördlich vom M 13 und ist recht schwer aufzulösen. Mit 12 Zoll habe ich es auch schon mal geschafft, die Randzonen aufzulösen.
    Weiß jemand, wie hell die Einzelsterne sind?
    CS aus Spanien, heute sonnig, exterm klar und 20° warm.
    Timm

    Hi Klaus,
    auch ich habe für den 20"-low-rider schwarzen Stretch genommen. Stretch ist so dehnbar, dass er den Gittertubus faltenlos umgibt, wenn er eng genug genäht ist.
    Der Reißverschluss muss von oben zu schließen sein, damit man den Strumpf alleine befestigen kann. Beim 20-Zöller kann man nicht mehr um den Tubus herumfassen, außer man hat 2-Meter Arme. Nachteil: Stretch ist recht schwer... sieht aber toll aus!
    CS
    Timm

    Hallo Uwe,
    nein, die Spiralstruktur in der 3187 habe ich nicht gesehen... das werde ich beim nächsten mal probieren. Eine andere Super-Galaxis hatte ich noch vergessen aufzuzählen: M 106... das ist eine so schöne und große Galaxis mit Andeutungen der Spiralstruktur. Und im Umkreis von zwei/drei Gesichtsfeldern findet man beim genauen Hinsehen noch sieben oder acht schwache Galaxien. Da muss man sich etwas Zeit nehmen!
    CS mit den besten Wünschen für besseres Wetter in Deutschland
    Timm

    Hi Roland,
    ein schöner Bericht! Es wird höchste Zeit, dass wir mal was zusammen machen...
    von dir kann ich noch viel lernen: z.B. Leo 1, die ich heute früh wohl an der falschen Stelle gesucht habe. Die steht doch nördlich von Regulus? Wie hell ist sie? Mir fehlt eindeutig Band 2 des Night Sky Observer's Guide!
    Ich wünsch dir viel Spass beim Glasquälen mit den Planspiegeln!
    CS
    Timm

    Auf die Schnelle fünfzig Helle...


    Was macht ein eingefleischter Spechtler, wenn er am nächsten Tag das Dach der Loggia erneuern will? Richtig, er geht früh ins Bett!
    Und um 4 Uhr klingelt der Wecker. Der Spechtler packt nach einem Blick auf den glasklaren Himmel den low-rider ins Auto und fährt in die Berge! Dort nach 35 Minuten und 173 Kurven angekommen, wird im Windschatten eines Berghanges nach Sortierung der Stangen ohne Licht aufgebaut. Man will ja schnell an die Dunkelheit angepasst sein. Das klappt so gut, dass nach 3 Minuten der low-rider steht und gut justiert ist. Zum Justieren des Telrads wird der Jupiter angepeilt und schwupps ist die Adaption im A....! Immerhin kann man sehen, dass der Jupi eine Kugel ist und drei verwaschene Scheibchen sind wohl Monde! Das Auskühlen ist ja doch sehr wichtig. Also beide Lüfter einschalten!
    Weil ein paar Einzelheiten wichtig sind, hier vorneweg ein paar Daten:
    Das Teleskop: ein 20 Zoll low-rider im achteckigen "Klose-Design",
    (das bin ich selber ;-)) ) aus Alu und Multiplex-Birke ,
    Gewicht unter 35 Kg.
    Der Ort: Ein 950m hoch gelegenes Hochtal Nähe Confrides / Costa Blanca / Spanien. Genauer Ort: 38° 41' 02" N 0° 17' 33" W
    Temperatur 9° (PLUS!) Seeing schlecht, Durchsicht super,
    Grenzgröße 6,5m!
    Beobachtung am 19.01.05 von 4Uhr 50 bis 7 Uhr 10 , Dämmerungsbeginn etwa 7 Uhr. Sonnenaufgang 8 Uhr 13
    Und los geht es mit einem Genuss-Spechteln durch den Frühling:
    Schon lange nicht mehr gesehen habe ich M 104. Deshalb sind meine Leitsterne nicht mehr präsent. Ein Blick auf meine Telradkarte, dann weiß ich es wieder.
    Schon im 30mm Zeiss Ultraweitwinkel bei knapp 70 fach ein schöner Anblick, der sich mit zunehmender Vergrößerung atemberaubend steigert. Unglaublich schön! Mit dem 9mm Nagler fast wie ein Foto mit schön gezeichnetem Staubband. Da war doch ein Planetarischer in der Nähe? Richtig, die kleine aber helle Scheibe des NGC 4361 ist schnell gefunden. Bei 220 fach eine helle, diffuse Scheibe mit zart aufblitzendem Zentralstern.
    Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Erinnerungen an die Beobachtungen im letzten Frühjahr zurückkommen. Ich schwenke rüber zum Leo: Auswendig weiß ich da M 95 und M96, die auch sehr schnell gefunden sind. Beide sehr hell und großflächig. Weiter geht es zu M65, M66, in der Nähe M 105 und die NGC's 3384 und 3389.
    Der Roland hat vor kurzem die Sichtung von Leo 1 gepostet... habe ich trotz ausdauernder Suche leider nicht gefunden! Mir fehlt eindeutig der Night Sky Observer's Guide Volume 2... hat den einer übrig? Macht nix, Leo 1 werde ich bestimmt mal sehen! Oberhalb von Gamma liegt die Vierergruppe NGC 3185, 3187, 3190 und 3195. Dank Leitstern sofort im Bildfeld. Zum Abschluss die tolle Galaxis NGC 2903, bei der sehr deutlich die Spiralarme zu sehen sind.
    Ein Rutsch in den Zenit. Dort tummeln sich die Paradeobjekte in den Jagdhunden: M 51... der Knaller schlechthin. Die Spiralarme mit Knoten und Verdickungen wie gestanzt! Unheimlich kontrastreich und einfach nur schön.
    Dann M 63, groß und hell, und M 94, ebenso eine helle und große Galaxis.
    Weiter zur schönen NGC 4656, auch Fish Hook Galaxy genannt. Deutlich ist der nach oben gebogene Spiralarm zu sehen.
    Neben dran liegt die riesige NGC 4631! Ein toller Anblick im 9mm Nagler: fast bildfüllend und mit vielen Strukturen. Neben dran die kleine Galaxis NGC 4627.
    Ebenfalls in den Jagdhunden liegt NGC 4244, ein schmaler Strich durch den Himmel! Diese Galaxis sieht der NGC 4564, der Nadel in Coma Berenices sehr ähnlich. Bei der schnell gefundenen NGC 4565 ist ein dunkles Staubband zu sehen. Nicht weit weg liegt ein weit entfernter Galaxienhaufen: Abell 1656 um die helleren NGC's 4889 und 4874.
    Mehr als 20 Galaxien finde ich beim langsamen Hin- und Herschwenken. Die meisten sind nur klein und nicht heller als 12m oder 13m.


    Jetzt folgt das High-Light der Nacht: Der Virgohaufen!
    Man startet normalerweise halbwegs zwischen Denebola und Vindemiatrix und stößt sofort auf M 84 und M 86... und weitere 6 Galaxien in unmittelbarer Nähe.
    Eine Viertelstunde fahre ich mit dem 16mm Nagler (130fache Vergrößerung) über Dutzende von Galaxien. Die meisten sind recht hell und großflächig und eine Vielzahl schwächerer Galaxien gesellen sich dazu. Alle zu identifizieren macht keinen Sinn, denn ich habe nicht mehr viel Zeit bis zur Dämmerung! Aber für die Galaxien im Großen Bär ist Zeit genug. Es fängt gut an: M 81 und M 82 sehen grandios aus.
    M 81 zeit im 5mm Nagler unheimlich viele Details... man sieht die Galaxis förmlich auseinanderfliegen! Auch M 82 sieht prächtig aus und neben dran finde ich auch gleich NGC 3998 und 3982 beide rund und recht hell. Auch NGC 3972 finde ich in der Nähe, eine schwache und leicht ovale Galaxis. Dann geht es zu M 108, M109, und M 97, den ich im O III mit Augen und ohne Filter mit zart aufblitzendem Zentralstern sehe.
    Dann kommt M 101, die fast so groß wie der Vollmond erscheint. Bei 220fach sehe ich deutlich die Spiralform... bildfüllend! Neben dran, beim genauen Hinsehen findet man auch noch die NGC's 5422, 5473, 5474 und 5485. Alle recht schwach auf der Brust, aber deutlich.
    Es bleiben noch 20 Minuten bis Dämmerungsbeginn... Zeit für einige Kugelhaufen! Ich beginne mit M 13: das Einstellen mit dem Telrad dauert zwei Sekunden und bei 128fach steht er in der Bildmitte! Wunderschön, obwohl ich den schon hunderte Male gesehen habe. Daneben steht NGC 6207, winzig aber schön mit hellem Sternchen in der Mitte. Weiter zu M 92, der auch sehr schön aussieht. Es folgt NGC 6229, der sehr klein ist , aber bei 400fach einige Einzelsterne sehen lässt.
    400fach ist eigentlich etwas zu hoch vergrößert, aber das seeing bessert sich immer mehr. Es folgen M 3, sehr schön! und NGC 5466, der wie eine Ansammlung vieler Einzelsterne ohne deutliches Zentrum wirkt. Fast wie ein offener Haufen.
    Zum Schluss darf die Adaption dran glauben: Jupiter! Aber, oh Graus, das seeing ist doch nicht so gut, dass man Spass dran haben könnte! Ein paar Streifen auf der wabernden Scheibe sehe ich, dann mache ich Schluss: Am Himmel sieht man eine deutliche Aufhellung und langsam bin ich auch durchgefroren! Trotz Lidl-Angora-Unterwäsche...
    Nach ein paar Minuten sitze ich im Auto und es geht heimwärts.
    35 Minuten später steht das Auto in der Garage und ich schleiche mich leise in die Wohnung. Frau und Hund schlafen noch und merken nicht, wie ich nach kurzer Zeit ins Bett krieche. Plötzlich ein gellender Schrei.... meine liebe Ehefrau mag es wohl nicht, wenn ich meine klammen Glieder an ihrem warmen Körper aufwärmen will!
    Astronomie kann so schön sein. Haben wir nicht ein herrliches Hobby?
    CS aus Spanien (herrlicher Sonnenschein bei 19°)
    Timm

    Hi Frank,
    wenn es ein extremer low-rider ist, kann das stimmen.
    Aber bei meinem low-rider ist das nicht der Fall!
    Schau mal im Astronomie-Forum unter Selberbauen am 15.6.04
    Thema "Nachtrag zum low-rider", da sind einige Fotos.
    CS
    Timm
    P.S. jetzt leg ich mich flach... um 4 Uhr klingelt der Wecker!
    Confrides lockt mit klarem Himmel und der Mond ist dann auch untergegangen!
    Ein Bericht folgt morgen.

    Hi Jörg,
    das Chesire-Okular geht auch, aber einer der Kreise, die man sieht, ist halt eine Ellypse. Man kann aber einen auf den genauen Winkel abgestimmten ellyptischen Fangspiegel hernehmen, so wie es der Roland (siehe weiter oben) macht. Dann ist die Chesire-Justage wie immer.
    Einfacher geht es natürlich mit dem Laser. Ich brauche dafür nur 10 oder 15 Sekunden, da ich ohne Werkzeug justiere. Einfach die Flügelmuttern drehen...
    CS
    Timm


    Ich habe noch nicht auf deine Frage nach Spanien geantwortet!
    Ich wohne in Altea, das ist etwa 50 km südlich von Denia. Also wenn du mal zur gleichen Zeit wie ich in Spanien bist, können wir zusammen spechteln! Meistens bin ich Mitte Dezember bis Mitte Februar, dann vier Wochen um Ostern und dieses Jahr auch im Oktober in Altea. Das Zentrum der ringförmigen Sonenfinsternis läuft über meine Terrasse!
    CS
    Timm

    Hi Ulli, Hi Jörg,
    der plane Fangspiegel reflektiert das Licht, ohne es zu verändern... wenn er genau genug poliert ist! Der Winkel muss nicht 45° sein, sondern kann auch 30° oder 35° betragen.
    Bei meinem low-rider ist der Fangspiegel ellyptisch, d.h. er sieht im Strahlengang nicht rund aus. Aber das macht auch nichts aus. Hauptsache er ist so groß, dass man beim Schauen durch den leeren Okularauszug den ganzen Hauptspiegel sehen kann.
    Noch was: alle off-set-Probleme fallen weg.
    CS
    Timm

    Hallo Uwe,
    die Stangenbefestigung ist doch ganz einfach!
    Die Stangen stecken auf Schrauben und werden mit Schnellspannern fixiert.
    Durch die Position der Löcher können sie nur einige Grad hin- und herwackeln, sind aber bombenfest, wenn die Schnellspanner angezogen sind. Kein "Stangensalat"!
    Schon mit zwei Stangen hält der "Hut", mit einiger Vorsicht natürlich... das Aufstecken und Fixieren der restlichen Stangen geht in Sekunden!
    Die Höhenräder sind aus 22mm Multiplex-Birke, was auch für Horizontbeobachtungen ausreicht.
    Das Teleskop ist ja kein Schwergewicht!
    Komplett ohne Rockerbox nur 27,5 Kg.
    CS
    Timm

    Hi Reiner,
    Mitte Februar komme ich aus Spanien zurück. Ich wohne in Gengenbach, also nicht weit von Freiburg entfernt. Wir können ja mal gemeinsam low-ridern... wo spechtelst du denn normalerweise?
    Zum Link, den du angibst: dieses Teleskop ist wirklich extrem (bestimmt auch extrem instabil). So weit sollte man nicht gehen.
    CS
    Timm

    Hallo Kurt,
    willkommen bei den "Bequemspechtlern"!
    Das ist wirklich ein riesiger Gewinn am Beobachtungsspass, wenn man einfach so vom Orionnebel zum M 81 schwenkt und gleich wieder zurück, weil man den mit NGC 891 vergleichen will... ohne eine Leiter versetzen zu müssen. Ne halbe Stunde nur die gleiche Gegend abzugrasen, um die Leiter stehen lassen zu können, macht für mich wenig Sinn. Mir macht es halt sehr viel Freude, aus dem Kopf die schönsten Objekte anzufahren. Vielleicht ist das nicht sehr "wissenschaftlich", aber mir macht das am meisten Spass!
    Und bei dir scheint durch den großdimensionierten Fangspiegel eine Kürzung der Stangen ein einfacher Weg zum low-rider zu sein. Im Hut den Fangspiegel samt Streben ganz nach oben, dann den Fangspiegel etwas schräg nach unten stellen und den Okularauszug darauf zentrieren... mehr ist das nicht! Viel Spass beim Bauen!
    CS
    Timm
    P.S. Ich bin beim ITT natürlich vertreten!

    Hi Stathis,
    du waagrechtes Gewohnheitstier! Also das waagrechte Schauen ist bei meinem Dobson zwangsweise selten, denn der Okularauszug ist wegen der achteckigen Bauart um 45° versetzt. Das hat den Vorteil, dass ich mich beim Beobachten in Horizontnähe nicht hinlegen oder auf die Knie niedersinken muss :-)))
    Dafür aber schaue ich halt schräg rein... auch reine Gewohnheitssache!
    Bei Riesen wie einem 32-Zöller kann man warscheinlich keinen so niedrigen low-rider bauen, dass man ohne Leiter auskommt. Dazu wäre ein zu großer Fangspiegel nötig, mit der daraus folgenden größeren Abschattung. Warscheinlich muss man einen Kompromiss schließen...
    Übrigends bin ich schon seit ewigen Zeiten in diesem Forum angemeldet, habe mich aber still verhalten. Man kann ja nicht überall mitmischen. Aber mir scheint der Astrotreff mittlerweile interessanter, da hier mehr der "wichtigen" Leute vertreten sind.
    Du zum Beispiel ;-)))
    Herzliche Grüße aus Spanien, wo der Hallbmond grade am Zenit vorbeiwandert. Der 20-Zöller wartet schon!
    Timm

    Hi Jörg,
    nur im Zenit schaut man minimal nach oben! Eigentlich mehr waagrecht... und schon bei 10 Grad weg vom Zenit ist der Einblick waagrecht. Und alles was weiter in Richtung zum Horizont geht, bedeutet nach unten zu schauen. Der schrägere Einblick ist überhaupt kein Thema. Etwa 90% der Beobachtungszeit schaut man sowieso nicht waagrecht in den Okularauszug.
    Bei meinem 20-Zöller gibt es eigentlich keine Nachteile! Wenigstens keine, die beim Spechteln zu merken sind. Aber die Vorteile, wie etwa das Beobachten ohne Leiter, die niedrige Bauhöhe und das geringe Gewicht sind schon gewaltig.
    Viele Menschen hängen an nun mal gewohnten und bewährten Dingen... man sollte auch mal quer denken, denn es gibt so viele Wege nach Rom. Und manche davon sind einfach kürzer.
    Das ist das Schöne an unserem Hobby! Und jedes Teleskop hat seinen Himmel... wenn er endlich mal wieder zu sehen ist.
    CS
    Timm

    Hallo Werner,
    schön, dass es auch andere Leute gibt, die die Vorteile eines low-riders
    erkannt haben. Wie schwer ist eigentlich dein 22-Zöller?
    Das Gewicht spielt beim Genuss-Spechteln ja eine große Rolle.
    Noch was:
    Bei f/5 hast du ja viel weniger Probleme mit der Qualität der Okulare. Bei meiner f/4 Optik muss man schon auf die Nagler-Familie zurückgreifen, wenn man ein scharfes Bild auch am Rand sehen will. So drängt sich ein langbrennweitiger low-rider förmlich auf!
    CS
    Timm

    Hallo Roland,
    schön, wenn du auch zur low-rider-Gemeine stößt!
    Denn es ist wirklich eine Freude, ohne Leiter zu spechteln!!!
    Weg mit den Leitern!!! Muss sich denn erst einer zu Tode stürzen?
    Bis bald mal... ich freu mich auf gemeinsames Spechteln!
    CSW
    Timm

    Hallo Jürgen,
    low-rider bedeutet im ursprünglichen Sinn ein Motorrad, bei dem man sehr tief sitzt und der Lenker sich in Augenhöhe befindet. Man schleift förmlich mit dem Hintern über den Boden. Bei Teleskopen besitzt der low-rider einen schräger gestellten Fangspiegel, der die Lichtstrahlen schräg nach unten wirft und so eine kürzere Bauart erlaubt. Der einzige Nachteil ist der etwas größere Fangspiegel, der auch mehr Abschattung verursacht.
    Die Vorteile sind bei großen Öffnungen allerdings beträchtlich. Mein 20-Zöller ist so handlich wie normalerweise ein 12-Zöller! Das macht das Beobachten zur Freude...
    Also nachbauen!!!
    CS
    Timm

    Hallo Freunde,
    mal was Grundlegendes zum Thema low-rider:


    In letzter Zeit haben eine Reihe von Amateuren
    große Dobsons gebaut, viele um 20 Zoll Öffnung.
    Der Wunsch nach noch größeren Lichteimern
    steigt und steigt. Sind 20 Zoll noch einigermaßen
    "tragbar" und das Beobachten mit kleinen Leitern
    möglich, wird es bei 24 Zoll oder sogar 30 Zoll
    zunehmend beschwerlich. Als Beispiel ein 30-Zöller:
    Der Umgang mit solchen Riesen erfordert meist schon
    einen zweiten Mann. Wer schleppt schon gerne solche
    schweren Teile alleine? Das Aufbauen dauert recht lang
    und geht meist allein nicht mehr. Die Einblickhöhe im
    Zenit ist in schwindelerregender Höhe und die nötigen
    Leitern sind mindestens 3,5m lang.
    Bei 100 facher Vergrößerungen liegt die Austrittspupille
    über 7 mm und Licht geht verloren. Bei optimaler AP
    von 2 bis 4 mm hat man eine Riesenvergrößerung, die
    man wegen des meist schlechten seeings selten verwenden kann.
    Und von den Kosten will ich nicht reden...
    Es liegt also für den alleine beobachtenden Menschen nahe,
    sich Gedanken über das "optimale" Instrument zu machen.
    Hier sind meine Erfahrungen zum optimalen Dobson:
    Mein f/4 20-Zöller ist als low-rider konzipiert mit einer
    Einblickhöhe von ca. 170cm im Zenit. Der Fangspiegel ist
    mit 110mm etwas größer als normal und schattet rund
    22% ab... also noch erträglich. Der Einblick im Zenit ist
    leicht schräg nach oben, was für einen Astronomen "normal"
    sein sollte. Es ist ein völlig entspanntes Beobachten möglich!
    Das Gesamtgewicht beträgt ca. 35 Kg und das schwerste
    Teil, das Tubusunterteil mit dem Spiegel, wiegt 23 Kg, also
    leicht zu tragen. Die Breite des Unterteiles ist so berechnet,
    dass es durch jede Tür passt... auch durch die vom Aufzug!
    Der Aufbau ohne Werkzeug dauert nur ein, zwei Minuten.
    Auch das Justieren geht ohne Werkzeug in Sekundenschnelle.
    Der eigentliche Vorteil aber ist, das man trotz 205 cm
    Brennweite ohne Leiter oder Auftritt beobachten kann.
    Das spart viel Zeit und ist auch viel sicherer, als wackelige
    Leitern rauf und runter zu klettern.
    Nun zu Beobachtungen mit dem low-rider:
    Beobachtungsnacht am 14./15.1. 05,
    Hochtal bei Confrides an der Costa Blanca.
    Höhe 952m, Temp. 7° sinkend auf 5°, windstill.
    Seeing mäßig, Grenzgröße 6.0 m


    Ich habe in dieser Nacht mal ausprobiert,
    was mit dem low-rider in drei Stunden alles möglich ist.
    Auf meinem laminierten Skyatlas vom Will Tirion
    hatte ich mit wasserlöslichem Stift Telradkreise bei
    allen interessanten Objekten eingezeichnet.
    Das ist sehr hilfreich und erlaubt effektives Spechteln.
    Es befindet sich nur ein Telrad-Finder an meinem Dobson.
    Wie der Name schon sagt kein Sucher, sondern ein Finder!
    Die Sternbilder Orion, Fuhrmann, Zwillinge, Cassiopeja
    und Cepheus waren meine Zielgebiete.
    Allein in diesen fünf Sternbildern habe ich mehr als
    100 Objekte gesehen... und das mit verschiedensten
    Vergrößerungen und diversen Filtern. Das Finden mit
    dem Telrad ist mit einiger Übung so einfach, dass ich
    für viele Objekte nur Sekunden brauche.
    Einige Objekte liegen allerdings in Regionen ohne
    helle Leitsterne (wie etwa NGC 2903), da muss man
    etwas länger suchen. Mit dem 30mm Zeiss-Ultraweitwinkel
    habe ich aber ein Gesichtsfeld von fast 1 1/2 Grad...
    der perfekte Sucher!
    Außerhalb der fünf Sternbilder, wo ich praktisch alle
    in 20-Zöller sichtbaren Objekte gefunden habe
    (einige Ausnahmen bestätigen die Regel), sind noch
    viele "Standardobjekte" dazugekommen:
    NGC und Messier-Objekte im UMA, einige NGC's in den
    Jagdhunden und viele Galaxien im Leo.
    Fazit:
    Mit meinem low-rider macht das Spechteln richtig Freude.
    Wem es Spass macht, weit mehr als 100 Objekte in
    3 Stunden zu sehen, kommt um einen low-rider nicht herum!
    Und mit "sehen" meine ich nicht nur finden... sondern auch
    mit verschiedenen Vergrößerungen und den passenden
    Filtern beobachten!
    CS wünscht aus Spanien
    Timm

    Hallo Leute,
    ich bin ab Ostern mal wieder für einige Wochen an der Costa Blanca.
    Wer dort Urlaub macht und mit mir in das Hinterland zum Spechteln fahren möchte, ist herzlich willkommen.
    Instrumente: 10 Zoll Premium Dobson (mit Oldham 1:5,8 Optik)
    und 16 Zoll Dobson
    CS
    Timm