McNeil Nebel in M78 wieder heller

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  • Vielleicht erinnert ihr euch noch an den McNeil Nebel in M78? Der Nebel wurde als neuer Nebel 2004 vom Amateur Jay McNeil in der Nebellandschaft um M78 entdeckt und konnte damals auch visuell beobachtet werden. Durch Bewegungen der Staubmassen vor dem beleuchtenden Stern bzw. Veränderungen der Helligkeit des noch sehr jungen Sterns selbst wurde der Nebel zwischenzeitlich *erheblich* schwächer (ich konnte ihn vor etwa zwei Jahren nicht sehen). Eine Aufnahme auf Cloudynights zeigte, dass der Nebel aber kürzlich wieder ziemlich zugelegt hatte.


    Mit einer Übersichtsaufnahme von M78 und meinem 22" machte ich mich gestern Abend dran. Es ist gar nicht so einfach, die genaue Stelle zu lokalisieren. Bedingt durch die Dunkelwolken ist die Gegend ziemlich sternenleer, und die wenigen verbleibenden Sterne sind ziemlich schwach. Ich musste einige Zeit investieren, bis ich die Feldsterne sicher halten konnte. Direkt neben dem Nebel ist eine schwacher Doppelstern (visuell kaum zu trennen, da zu schwach), der mit zwei anderen Sternen südlich und westlich ein gleichseitiges Dreieck bildet. Direkt westlich des Doppelsterns befindet sich McNeils Nebel. Die Helligkeit des Nebels war etwas geringer als die des Doppelsterns, konnte aber indirekt dauerhaft mit 22" gehalten werden.


    Als Übersichtsaufnahme hatte ich auch eine 60'x60' POSS II blue Aufnahme dabei, auf der vom Nebel selbstverständlich nix zu sehen ist, der aber bei der Suche sehr hilfreich ist



    Viele Grüße
    Reiner

  • Hallo Reiner,


    da hatten wir gestern die gleiche Idee! Mit 18" hab ich ebenfalls draufgehalten und eine sehr schwache, leicht längliche Aufhellung gesehen. Hab eine Weile gebraucht, bis ich den Doppelstern hatte - gut, mit 15.1 und 15.8mag auch net verwunderlich. [;)] Eine Zeichnung von dem ganzen Nebelgebiet folgt in den nächsten Tagen.


    McNeil ist aber wohl eher was für große Tüten. Ich denk, 14-16" wird man schon brauchen, um McNeils Nebel zu sehen.


    Grüße und einen guten Rutsch vom Nord- in den Südschwarzwald. [:)]


    Christian

  • Hallo Christian,


    und ich habe gestern noch versucht, den Crab-Pulsar (bzw. sein optisches Gegenstück) zu sehen. War leider nicht erfolgreich, trotz Augenverbiegen. Der ist ja nochmal eine ganze Ecke schwächer als der "helle" Stern daneben.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hi Reiner
    Ein wirklich interesannter Beobachtungstipp!
    Wir waren auch in Ittenhausen hinter dem Oku. Leider mußten wir durch eine leichte Hochnebelschicht beobachten. M 78 stand auch auf meiner Liste, jedoch bin ich da mit meinem 12 Zöller auch wahrscheinlich fehl am Platz. Das versuch mal mit meinem 16 Zöller, Ende des Monats!


    LG von Hajü

  • Hallo Hans-Jürgen,


    mit 12" wird's wahrscheinlich nicht reichen. Ich denke, das wird es schon schwer, die Feldsterne zu sehen. Mit 16" sieht das schon besser aus.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Servus Reiner,


    Na schau an ... grad vorhin bei Daniel's Thread gepostet, ob irgendwer kuerzlich McNeil's Nebel beobachtet haette, und siehe da ...
    Haette wohl auf der Seite vorher einmal ganz runterscrollen sollen, bevor ich sowas schreib.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: reiner</i>
    mit 12" wird's wahrscheinlich nicht reichen. Ich denke, das wird es schon schwer, die Feldsterne zu sehen. Mit 16" sieht das schon besser aus.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Wie in Daniel's Thread erwaehnt hab ich mir das Objekt letzte Woche mit 10" und wirklich exzellenten Bedingungen (ZLM ~ 7.0) vorgeknoepft. Den Doppelstern (oder zumindest die N-Komponente) konnte mit 10" indirekt ab und zu aufblitzen sehen, war aber erwartungsgemaess nicht dauerhaft zu halten; daneben (& ungefaehr mittig zwischen Bernes 106 und NGC 2064) vermeinte ich ausserdem blickweise (!) einen extrem schwachen, elliptischen Fleck auftauchen zu sehen, wobei ich jetzt nicht die Hand ins Feuer legen wuerde, ob da tatsaechlich was war oder nicht ... das Problem war vielleicht nicht so sehr die Helligkeit sondern das genaue Lokalisieren des Flecks, weil bei indirektem Sehen das Signal fast immer mit jenem der beiden Sterne nebenan interferiert hat.


    Waere jedenfalls interessant, eine Vergleichsbeobachtung mit 12" oder 14" zu haben. Also Hajue ---&gt; wenn du das naechste Mal Beobachten gehst den 12" nicht einmotten, sondern mitnehmen und berichten, was Du damit sehen hast koennen ! [:)]


    CS,


    Matthias

  • Ciao Reiner,
    hey, super-interessant Dein Link/Bild/Post ! Leider hab ich ihn zu spät gelesen - ich hatte kürzlich M78 drin, aber nur im Überblick. Habe jetzt aber alles vorbereitet. Wirklich hochinteressante Sache mit den veränderlichen Nebeln (siehe auch Hubble/Hind) ! Macht echt Spass, wenn ein Thema hier so abhebt... :-)
    Schöne Grüsse downsouth,
    Peter

  • Hi Matthias,


    ich bin da auch eher von meinen beobachterischen Fähigkeiten und Ausdauer ausgegangen [;)]. Da sähe es mit 10 oder 12" sicher ziemlich mau aus. Selbst mit meinem 22" war McNeil jetzt nicht ein Nebel, der einen sofort anspringt, wenn er im Gesichtsfeld ist. Vielleicht liegt es auch zum Teil an den Bedingungen, Schwarzwald ist halt nicht (ganz) Alpen.


    Weiss jemand von euch, was der primäre Grund für die Helligkeitsvariation ist? Sind es Instabilitäten des jungen Sterns oder Veränderungen im umgebenden Staub?


    Viele Grüße
    Reiner

  • Ciao Reiner,


    normalerweise kann sich Staub/Gas allein ja nicht so schnell entwickeln, Sterne (oder eine ähnliche Quelle) - gerade in der Bildungsphase - schon. Wie bei NGC 2264 ist es die zentrale Quelle (Stern), die hier variiert oder einen Helligkeitsausbruch hat. Dieser Ausbruch erleuchtet dann die umgebende Staub/Gas-Hülle, und das sieht man.


    Hier ein paar Links (ich habe aber nach Primärliteratur noch nicht geforscht):
    http://www.noao.edu/outreach/aop/observers/mcneil.html
    http://en.wikipedia.org/wiki/McNeil%27s_Nebula


    Bo Reipurth ist ein Herbig-Haro-Spezialist, der früher bei ESO/ auf La Silla war.


    Gruss, Peter

  • Ciao Gerald,
    ja, an sich ein guter Artikel! Danke für den Link.
    Allerdings ist zu bemerken: die Jets und auch die Materie kommt NICHT aus dem INNEREN der Sterne, wie da gleich 2x steht. Vielmehr ist das meist Material, das gerade aus der umgebenden Scheibe akkretiert worden ist. Auch von der Oberfläche (!) des Sterns gibt es starke Materieabströmungen (Winde), aber eben nicht direkt aus dem 'Inneren' (ist auch schwierig vorstellbar bei einem Stern der gerade 'krampfhaft' versucht, zu kontrahieren, die zentrale Temperatur bis zu H-Zündung zu erreichen und dann ins Gleichgewicht zu kommen).
    Gruss, Peter

  • Hallo Peter,
    die von Oliver genannten Vorgänge beziehen sich nicht auf McNeil. Das aktuelle Erscheinen hatten wir nur zum Anlass genommen, im Zusammenhang mit M78 auf das erneute Erscheinen hinzuweisen.
    Dass Jets bei der Sternentstehung nicht aus dem Innern des gerad im Entstehen begriffenen Sterns kommt, ist allerdings richtig. Ich werde das gleich dem Oliver mitteilen. Das muss tatsächlich geändert werden.

  • (==&gt;)Gerald:
    Vielen Dank zu dem Link. Ich hatte Deine Bilder schon auf Astronomie.de gesehen.


    (==&gt;)Peter:
    Mit dem Staub meinte ich natürlich nicht, dass die reflektierenden Staubmassen sich so schnell verändern, sondern absorbierendes Material aus der unmittelbaren Umgebung bzw. Akkretionsscheibe des Sterns und es somit zu "Beleuchtungseffekten" kommt. Vermutlich ist das ja aber bei McNeil nicht der Fall. Bei einem anderen RN, Gyulbudhagians Nebel (allein schon wegen des Namens beobachtenswert [;)]) im Cepheus scheinen solche Projektionseffekte eine Rolle zu spielen (ich hoffe ich bringe da jetzt nichts durcheinander). Auf der AmAstro Yahoo-Group gab es da mal eine Diskussion darüber. Dieser Nebel ist im Gegensatz zu McNeil zur Zeit nicht beobachtbar (ich konnte letzten Herbst nix davon sehen).


    (==&gt;)Bernd: Ich hatte 2004 nicht geschaut, sondern erst später (zu spät, wie ich feststellte [:o)]). Im Vergleich kann ich deshalb zur Helligkeit nichts sagen. Zur Zeit sollte er mit dem Equipment jedoch sicher zu sehen sein, solange der Himmel einigermaßen stimmt (siehe Christian und Matthias).


    Viele Grüße
    Reiner

  • Ciao all,


    (==&gt;)Gerald: OK + übrigens auch nichts für ungut (wegen meiner Bemerkung ) ! :-) Abgesehen von dem erwähnten Detail finde ich diese Artikel auf der VdS Website durchaus sehr gut. Eben weil mal etwas mehr über die Physik gesprochen wird als sonst üblich. AdM ist definitiv ne gute Aktion !


    (==&gt;)Reiner: Ok, da hatte ich Dich missverstanden, sorry. Die Beleuchtungseffekte gibt es bestimmt. Zumindest hab ich auch in Zusammenhang mit NGC2261 schon davon gelesen.


    (==&gt;)all
    Insgesamt wollte ich auch mal sagen, dass ich es klasse finde wieviele interessante Diskussionen + Anregungen es kürzlich hier im DeepSky-SubForum zu StarFormation + jungen Sternen gab ! Macht richtig Spass, wenn ein Thema (sogar in mehreren Threads) so 'abgeht' und man weiss wieder warum so ein Forum ne wirklich gute Sache ist...! :-)


    Schöne Grüsse an die Runde,
    Peter

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