Jupiter GRF 30.08.08 Newton 8" Nachtrag V

  • Hallo Planetenfreunde,
    anbei Nachschlag zu Jupiter vom 30.08.2008 22:31 MESZ bei brauchbarem, nicht optimalen Seeing (200x visuell o.k.).
    Eigenbau-Newton 205f6.5 mit Okularprojektion Kellner EO RKE 12mm auf ca. 10m (Nachtrag), Webcam SPC900NC, 1/10 sec Belichtung mit 10fps,
    1000 Bilder, Bearbeitung giotto, fitswork,registax,photoshop, Ergebnis verkleinert.
    Orginal war die Jupiterscheibe 80% Chip füllend, habe an diesem Abend so das beste Resultat erzielt. Lag wohl eher an Minuten ruhigerer Luft und gut getroffenem Focus als an den 10m Brennweite, 6m sollte reichen. Dank Hilfestellung und Unterstützung von Jan hier letzte Optimierung:
    Nachtrag 06.10.2008 (R-RGB wie vorher, aber Rotkanal und Grünkanal in registax gestackt), 60% Größe, Farbe von Jan verbessert

    und eine Version von Jan, von mir an 60% Größe angepaßt

    Nachtrag 18.09.2008 (Farbkanäle in Batchverarbeitung einzeln getrennt, jede Farbe einzeln gestackt und unterschiedlich bearbeitet auf optimalen GRF, R-RGB, hart geschärfte Version, 65% verkleinert)
    neue Details sichtbar z.B. die schlangenförmige Girlande rechts vom GRF

    selbes Bild etwas weicher bearbeitet


    Nachtrag 14.09.2008 (0,1% der Bilder, Mexican hut, auf 63% verkleinert, gedreht, Rotkanal-RGB, Farbkorrektur):

    zeigt Artefacte, aber ähnlich Detail wie der gute Rotkanal


    Nachtrag 06.09.2008 (0,2% der Bilder, Mexican hut, auf 50% verkleinert, gedreht, Farbkorrektur):

    war ursprünglich mein Favorit - Kompromiß aus Artefacten, Schärfe, Natürlichkeit Farbe


    Nachtrag 04.09.2008 (40% der Bilder, Mexican hut (milder geschärft, ohne Zwiebelringe), auf 60% verkleinert, gedreht, Farbkorrektur):

    Torstens Tipp da fast Artefact frei


    Hoffe, es gefällt. Kommentare und Veränderungen ausdrücklich erwünscht!
    Grüße
    Robert

  • Hallo Robert


    Ja, "es" gefällt! Muss sehr klare Luft geherrscht haben. So hat es am Samstagabend auch etwa an der Starparty in der CH ausgesehen. Ich sehe kaum einen Unterschied in den beiden Bildern, empfinde aber beide als zu stark kontrastiert. Farblich jedoch hervorragend!


    Grüsse
    Jan

  • Hab auf Jan´s Anregung noch etwas weichere Bearbeitungen erzeugt. Erstaunlicherweise bringt giotto mit großen Bildern die besseren Ergebnisse im Vergleich zu registax. Hab das Ergebnis gedreht und auf 50% verkleinert, hier Resultat:



    Die feindetailierte Auflösung von Torsten`s 8" war in dieser Nacht nicht zu erreichen, aber ein bischen was ist ja doch zu sehen. Ist das nun besser als das Großformat?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    klasse Aufnahmen.
    Das möcht ich in der Größe auch mal schaffen.
    Aber da muß schon alles stimmen.
    Wie macht das der Thorsten nur immer?


    Na ja,igendwann wir es auch mal bei mir klappen.


    Gruß Ingmar

  • Hallo Robert,


    da ist dir aber ein schöner Jupiter gelungen! [8D]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />... Eigenbau-Newton 205f6.5 mit Okularprojektion Kellner EO RKE 12mm auf ca. 8m, Webcam SPC900NC.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Ausgehend von Deinem dritten geposteten Bild, welches, wie ich entnehme, 50% der originalen Aufnahmegröße wiedergibt, hattest Du eine Brennweite von ca. 10m! Das ist aber verdammt wenig Licht gewesen! Erstaunlich, dass da überhaupt was bei rausgekommen ist.



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />Orginal war die Jupiterscheibe fast Chip füllend, ertaunlicherweise habe ich an diesem Abend so das beste Resultat erzielt, kürzer Brennweiten waren schlechter.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Interessant! Ich habe auch den Abend bei brauchbarem Seeing gefilmt und ebenfalls vergleichend eine Brennweitenverlängerung ausprobiert, welche deutlich das schlechtere Ergebnis gebracht hat.



    Grüße
    Torsten

  • Hallo Torsten,
    bin ja auf deine Bilder gespannt, Vergleich ist immer gut....


    Anbei ein besseres Einzelbild aus meinem besten Film vom 30.08.2008, in giotto rezentriert, Orginalgröße 640x480 Pixel. So sind viele von den 1000 Bildern geworden. Zum Nachführen ist Größe schon etwas knapp. Übel die Farbverschiebung blau zu rot (durch Atmosphäre?, hab ich aktuell an Jupiter mehr oder weniger stark immer mit Barlow und auch mit Okularprojektion). Farbe ist in fitswork leicht zu korrigieren.



    Ich glaube, mit 8m als Angabe liege ich da nicht daneben, 10m sind das nicht, was meinst du?


    Zum Licht: Belichtungszeit 1/10sec, 70%gain war o.k. und immer noch heller als mit 5m bei Saturn.


    In giotto mit 40% Verwendung 50/50 Schärfe/Verzerrung gestackt, Histogramm angepaßt, den Mexican hut einmal drüber und in fitswork die Farben und Schärfe korrigiert, ergibt dann schon diese Ergebnis:



    Mit etwas mehr Liebe sind die oben gezeigten Bilder bearbeitet. Wenn der Kollege Jupiter mal wieder höher steht, geht sicher noch mehr.....


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />...
    Ich glaube, mit 8m als Angabe liege ich da nicht daneben, 10m sind das nicht, was meinst du?
    ...

    ...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Die bearbeitete Aufnahme entspricht ja im Abbildungsmaßstab dem Einzelbild. Der Äquator hat knapp 380 Pixel Durchmesser. Das ergibt eine Brennweite von 10m und 5cm. [;)]



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />...bin ja auf deine Bilder gespannt, Vergleich ist immer gut....
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Wird leider derzeit nicht machbar sein, da ich mit den Bildern von 3 wesentlich besseren Nächten noch nicht mal durch bin.



    Grüße
    Torsten

  • Hallo Torsten,
    hab heute selbst versucht, auszurechnen, welche Brennweite bei 80% Chiphöhennutzung (Sony Chip ICX098BQ 1/4" 4,6x3,97mm) für Jupiter mit 44" ansteht. Komme da auch auf deutlich über 8m.


    Wie hast du das gerechnet?


    Gibt für mich erstaunliche Brennweiten für den 205f6.5 (1334mm):
    2x Barlow 3,2m
    3x Barlow 4,8m
    4x Barlow 6,4m
    12mm Kellner kurz 5,6m
    12mm Kellner mittel 6,5...6,8m variabel (meine Standardbrennweite)
    12mm Kellner lang 10,6m


    Dachte immer, das wäre kürzer. Die 3x Barlow war bei Saturn und Jupiter bisher immer zu kurz für volle Auflösung.


    Somit ist Verkleinerung auf 0,6 sinnvoll = f30



    Noch 160° gedreht, beschnitten und etwas geglättet:


    Was sagst du?


    Danke
    Robert

  • Hallo Robert


    So in Originalgrösse gefallen mir Deine Jupiter besser als die ersten! Frag mich aber nicht warum ... sehen einfach geil aus, die Monsterjupiter [:D] ! Hab mich ja auch am 26.8.2008 durch meinen 25cm-Cassi mit Monsterjupiterschiessen geübt, nur musste ich noch einen 0.8-Reducer einsetzen. Es war mittelprächtig ruhige Luft und mässige Durchsicht. Ich war wie Du erstaunt was da trotz der Grösse rauskommt. Hoffe es ist ok dass ich meine Resultate hier anhänge.


    Zuerst ein roher stack, mit den von Dir erwähnten Farbverschiebungen:



    Und dann dasselbe Bild nach R- und B-shifting in Registax:



    Erstaunlich wie farblos die Jupischeibe wird! Aber waveln holt dann die Farben wieder raus:




    Klar wär jetzt da kräftig verkleinern angesagt, aber eben mir gefallen halt diese Monsterjupis! Man muss nur aus ein wenig Entfernung vom Schirm gucken [:p].



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Übel die Farbverschiebung blau zu rot (durch Atmosphäre?, hab ich aktuell an Jupiter mehr oder weniger stark immer mit Barlow und auch mit Okularprojektion). Farbe ist in fitswork leicht zu korrigieren.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Genau, die verschobenen Farbkanäle sind wirklich gut zu korrigieren bei dieser Vergrösserung! Bei kleineren Planeten hab ich damit viel mehr Mühe. Wie das so kräftig entsteht mit der Toucam, das ist mir auch nicht ganz klar. Früher hab ich genau deswegen gescheut, mit 100% Farbsättigung aufzunehmen. Ich denke aber, es ist nicht wegen der atmosphärischen Refraktion. In gleicher Stärke tritt das ja auch beim wesentlich höherstehenden Planeten auf, wie Mars und Saturn vergangenen Winter. Dazu hab ich mal ein typisches Verarbeitungsbeispiel zusammengestellt:



    Auch mit meiner gekühlten Astro-RGB-CCD kommen so stark verschobene Farbkanäle raus, und das ist gefühlsmässig viel mehr als durch die Farblayerberechnung entsteht. Seltsam, seltsam ... ich stör mich aber heute nicht mehr daran weil ja so gut korrigierbar!


    Grüsse
    Jan

  • Hallo Robert,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />...
    Wie hast du das gerechnet?
    ...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    f = 206,265 * P * U / D , mit folgenden Abkürzungen


    f : Brennweite in mm
    P : Pixelabmessungen des fotografierten Objektes (hier 380)
    U : Pixelgröße des Kamerachips in µm ( hier 5,6 )
    D : Tatsächliche Größe des fotografierten Objektes in Bogensekunden (hier 43,66)


    Gibt f = 10053,4 mm.



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />
    ...Gibt für mich erstaunliche Brennweiten für den 205f6.5 (1334mm):
    ...
    ...Dachte immer, das wäre kürzer. Die 3x Barlow war bei Saturn und Jupiter bisher immer zu kurz für volle Auflösung.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Die V-Faktoren der Barlows sind vermutlich alle für eine Brennpunktlage innerhalb der Steckhülse berechnet, wie es bei Benutzung von Standardokularen wohl auch der Fall ist.
    Bei Benutzung einer Webcam liegt der Fokus weiter hinten, was die Brennweite des optischen Systems und damit den V-Faktor heraufsetzt.



    Grüße
    Torsten

  • Hallo Kollegen,
    anbei Versuch, Schärfe durch 0,2% Verwendung in giotto und Verkleinerung zu optimieren:



    Anschließend noch 160° gedreht und Farbe etwas modifiziert:



    So kommen im EB und NEB etwas mehr Details raus.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    die letzten Bilder die Du eingestellt hast gefallen mir deutlich besser als die ganz am Anfang. Sehr gut gelungen, etwas weichere, schwächere Farben finde ich immer etwas realistischer (auch wenn ich noch nicht "vor Ort" war um Vergleiche anzustellen ;) )
    Mach weiter so (ich wünschte meine Bilder hätten schon dieses Niveau)
    MfG
    TOM

  • Hallo Robert,


    eine schnelle Antwort (bin etwas in Eile).


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RobertR</i>
    <br />


    Noch 160° gedreht, beschnitten und etwas geglättet:


    Was sagst du?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Diese Schärfungsvarianten fand ich bisher am gelungensten. Deine beiden aktuellen Bilder zeigen einen Schärfungs-Ringartefakt am Planetenrand.


    Wenn ich mir das Histogramm zu Deiner Aufnahme oben anschaue, stelle ich fest, dass Du einen großen Teil Deines Dynamikumfangs nicht ausnutzt. Der Grund könnte eine Unterbelichtung bei Aufnahme sein.
    In Virtual Dub soll es möglich sein, ein Histogramm während der Aufnahme mit einzublenden. So hättest du auch bei der TUCam bzw. SPC 900 die Kontrolle über Dein Ergebnis.


    Grüße
    Torsten

  • Hallo Oliver,
    wie geht es denn so im Norden? Über Kommentare von dir freue ich mich immer besonders. Hast mich ja maßgeblich in die höherwertige Bildbearbeitung mit registax eingeschult.


    Durch Martin´s Bericht (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=76033) vom 09.09.2008 animiert, hab ich jetzt noch ein R-Kanal meines Farbfilms und ein daraus gewonnen L-RGB in Martin´s Größe reinhängen. Sein Rotkanal mit 14" und DMK von 20:17 zeigt deutlich mehr Details als mein 8" und zeigt den Vorteil großer Öffnung bei brauchbarer Luftruhe. Um 20:42 egalisiert sich das bereits wieder.


    Mein Rotkanal 30.08.2008 MESZ 22:31:

    Martin´s Rotkanal vom 09.09.2008 20:17 (von mir ähnlich bearbeitet):

    Martin´s Rotkanal vom 09.09.2008 20:42 (von mir bearbeitet):


    Mein 350f4.5 ist seit Besuch bei dir nicht mehr eingesetzt worden, da Montierung immer noch nicht fertig geworden ist. Wenn die Montierung mal wieder rennt, kann ich vielleicht noch ein Schäufelchen nachlegen und 10m Brennweite wirklich mit Details füllen. Den Astigmatismus sollte ich dem Dicken jedenfalls abgewöhnt haben.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    ich fühle mich geehrt, aber so viel habe ich Dir wirklich nicht gezeigt. (-:
    Dass der Detailsreichtum auf Martins Jupiter nur auf die Öffnung zurückzuführen ist, da würde ich garnicht unbedingt drauf wetten. Du solltest einfach viel öfter probieren. Wenn freie Sicht ist, dann gucke ich zuerst visuell kurz drauf. Wenn dann Jupiter schon sichtbar am wabbeln ist oder die Monde aufgebläht erscheinen, dann klappe ich wieder alles zusammen. Aber gelegentlich (an wenigen Tagen) ist die Luft dann doch mal ruhiger, und die Monde von Jupiter erscheinen sehr klein. Dann sollte man es probieren. Das ist allerdings bei Dir immer mit viel Aufwand (Fahrerei etc.) verbunden und daher natürlich schwieriger. Es ist und bleibt damit ein Glücksspiel. Ruhigste Sicht (Seeing) hattest Du noch nicht, das sieht man an der Bearbeitung (extrem scharfer Rand im verhältnis zu den kleinsten Oberflächendetails). Dennoch sind Aufnahmen mit der größeren Öffnung natürlich interessant!!


    Also viel Erfolg, oder besser Glück! (Erfolg... an der Art der Bearbeitung ist ja nichts mehr zu meckern (-: )


    Gruß,
    Oliver

  • Sorry Kollegen,
    hoffe, ich langweile niemanden bei dem schlechten Wetter. Motiviert und etwas gefrustet durch die tollen Bilder der Kollegen von der Südhalbkugel hab ich mir den besten Film mit GRF nochmal vorgenommen und etwas mehr herausgesaugt (Farbkanäle einzeln unterschiedlich geschärft).
    R-RGB, klein und fein:


    und größer heftig geschärft - Randartefacte aber auch mehr Detail

    Das mehr an Detail scheint nach Vergleich mit Ergebnissen der Kollegen von der Südhalkugel real zu sein, sonst hätte ich das hier nicht gepostet. Ich wollte einfach das Detail auch bei mir sehen, ohne sofort Reise nach Namibia buchen zu müssen [V]. Mit Batchverarbeitung ist vielleicht noch mehr zu holen, denn die Farbkanäle sind sehr unterschiedlich über den ganzen Film.


    Vielleicht gibt es auch nochmal Nachschlag "best of" aus diesem Film, wenn das Wetter nicht bald neue Aufnahmen erlaubt....


    Robert

  • "Mit Batchverarbeitung ist vielleicht noch mehr zu holen, denn die Farbkanäle sind sehr unterschiedlich über den ganzen Film."
    --&gt; Ich hoffe Du meinst es anders, aber wo ein Rotbild schlecht ist, da ist das Grün- und Blaubild ebenfalls schlecht.


    Gruß,
    Oliver

  • Hallo Oliver,
    sehe das andersherum: wenn der Rotkanal gut ist, muß insbesondere der Blaukanal nicht toll sein. Habe sicher viele gute Rotbilder, die ein rauscharmes hochwertiges R-Bild erlauben. In Blau wabert die Scheibe heftig. Da ist die Verwendung der meisten Bilder im Hinblick auf Verzerrung deutlich schlechter. Und die Kanäle wabern keinesfalls gleich, obwohl im selben Moment aufgenommen.


    Bei der Bildverarbeitung hole ich mir die meisten Artefacte im Blaukanal, leider ist auch der Grünkanal nicht ganz so toll. Habe beim letzten Versuch (gestacktes Bild in RGB aufgetrennt und jeden Kanal so optimal wie möglich geschärft) blau und grün nur dezent geschärft. Das Gesamtergebnis war (in meinen Augen bei Kenntnis der interessanten Details) detailreicher. Klar, für den weniger detailverliebten Beobachter ist zwischen den Ergebnissen nicht viel um und der Ästhet stört sich an den Schärfungsartefacten und Zwiebelansätzen.


    Mit etwas Zeit werde ich trotzdem versuchen, jedes Einzelbild in 3 Bilder RGB aufzutrennen, optimale Bilder auszulesen, jede Farbe optimal einzeln zu stacken, zu schärfen und dann ein RG-RGB oder R-RGB zu bilden. Habe das schon mal in fitswork mit Saturn gemacht. Leider weiß ich nicht mehr wie, da muß ich nochmal tiefer einsteigen. Derzeit ist nach Batchbearbeitung noch kein sinvoll aufgetrenntes RGB Ergebnis zu sehen, vielleicht überschreite ich kritische Grenzen bei der Bildmenge.


    Laß dich überraschen, ob ich da noch was raushole, ich glaube jedenfalls, da steckt noch etwas drin im Film .....[:p]
    Robert

  • Hallo Robert,


    also mit den Farbkanälen, dass ein Blaukanal auch gut sein kann, wenn der Rotkanal schlecht ist, das ergibt keinen Sinn. Die Luft verzerrt das Licht im gleichen Moment. Das heisst, dort, wo Rot "ausschlägt", da schlägt Blau aufgrund der kürzeren Wellenlänge wesentlich heftiger aus. Ist nun ein gutes Rotbild vorhanden, wurde zum gleichen Zeitpunkt auch ein gutes Blaubild aufgenommen. Bist Du sicher, dass Du das richtig beobachtet hast?


    Gruß,
    Oliver

  • Hallo Oliver,
    du hast sicher Recht, daß die Kombination guter Blaukanal und schlechter Rotkanal eher nicht vorkommt.
    Konnte nun durch Batchbearbeitung in fitswork den 1000 Bilder Film in 3000 .fit Bilder auftrennen und diese einzeln in gioto behandeln. Leider nimmt registax keine .fit Bilder zum Stacken, sonst könnte ich multialigment in registax probieren. Eine einzelne Schärfungsbox bekomme ich eh nicht mehr über den Planeten. Da könnte ich dann die interessante Stelle im NEB und den GRF gleichzeitig ideal behandeln. Daß meine Idee grundsätzlich gut funktioniert, siehst du an der schlangenförmigen Girlande am GRF oben rechts, die bisher nicht mal zu ahnen war.


    Bin weiterhin der Meinung: der Film hat immer noch Potenzial, nur fehlt es mir an Kenntnissen der Bildverarbeitung. Auch die Randartefacte gehören besser eingeschränkt. Bin auch hier noch am Lernen, wie ich die wegbringe, ohne Details in der Scheibenmitte zu verlieren.


    Hoffe, es gefällt trotzdem,
    Robert


    PS: Inzwischen schaut es auch in Orginalgröße ganz nett aus....[8D]

  • Hallo Jan,
    dein Wunsch ist mir doch Befehl. Bin garantiert nun schon 10h am Computer über diesem Film gesessen. Artefacte konnte ich etwas mit registax Stacken bekämpfen. Dazu mußte ich die Einzelbilder alle in .bmp umwandeln, da registax .fit-Format aus fitswork nicht stacken will [xx(].
    Auschnittschärfungen bringt noch manch genauere Detailabbildung, was sinnvolles konnte ich daraus nicht zusammenschnitzen. Das seeing war nun doch nicht soo toll, so daß mit registax multialigment das Planetenbild in lauter Segmente zerfällt, trotz bis zu 12 Boxen.


    Glaube, das ist nun die Endfassung: 65%-Verkleinerung, Artefacte reduziert, an das urspüngliche braun angeglichen, R-RGB mit RG in Registax gestackt, geschärft in Giotto:



    und auf 50% verkleinert


    Die Monsterfassung bringt nicht mehr als die letzte. Der Rotkanal ist am detailreichsten, rauscht mehr als grün. Grün ist ziemlich rauschfrei, bringt allerdings die meisten Zwiebelringe. Blau ist mau.


    Grüße Robert

  • Hallo Robert
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">dein Wunsch ist mir doch Befehl.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ui, wenn das bei meiner Tochter doch auch so einfach funktionieren würde ... [:D]
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Bin garantiert nun schon 10h am Computer über diesem Film gesessen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Nur so wenig?!? Das kommt mir irgendwie bekannt vor ...


    Ich hab eigentlich das mit den Farben absichtlich ins Spiel gebracht. Irgendwie hab ich einfach den Eindruck, vor lauter Details, Farbkanälen und Zwiebelringen kommt das wesentliche zu kurz, nämlich eine schöne Farbabildung. Dein letztes Bild empfinde ich leider als Verschlimmbesserung, da sehe ich nun grün, rosa, braun etc.


    Ich kenne das auch bestens, manchmal verrennt man sich total und merkt es vielleicht noch irgendwann mit Glück, oder eben auch nicht. Ich will nicht schulmeistern oder belehrend sein, bitte nicht falsch verstehen, gell?!? Ich spreche ja nur von mir selber ...


    Also: Immer eine Farbreferenz nebenbei offen haben, und zwar eine aus unseren Breitengraden und am besten auch mit Toucam. Eine gute Referenz finde ich den Jupi von Martin Fiedler, die hat mir sehr geholfen:


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=76033


    Wie Torsten fand ich auch den ersten von Dir geposteten Monsterjupi (den vom 3.9.) ein gelungenes Ausgangsbild. Der ist etwas zu gelblich und gegen den Rand zu stark abgedunkelt, aber sonst von den Kontrasten, Details und sanfte Verarbeitung absolut schön. Mit einigen Farbanpassungen hab ich diesen Monsterjupi draus gemacht:



    <center></center>



    Zuerst hab ich in PS den Farbabgleich gemäss Martin verbessert und mit Gradationskurve den ganzen Jupi angehoben. Dann R- und B-Kanal in Giotto zurechtrücken, und nochmal Feinanpassungen in PS. Ich hoffe dieses Resultat sieht auch auf Deinem Schirm passabel aus, mir gefällt es so supergut. Stelle es sonst neben den Jupi von Martin und verkleinere das Bild. Wie ist Dein Eindruck?


    So, und jetzt gilt 'ab ins Bett' für mich!


    Herzliche Grüsse
    Jan

  • Hallo Jan,
    danke für deine Kommentare und deine Bildbearbeitung. Ich poste meine Versuche tatsächlich mit der Hoffnung, daß mir jemand Tipps gibt und den richtigen Weg zeigt. Auf dem Schirm, an dem ich gerade sitze, ist mein letztes Bild tasächlich in der Mitte fast ausgebrannt und wirkt farblich unnatürlicher als auf meinem Berbeitungscomputer. Deines ist bzgl. Helligkeitsverteilung toll gelungen.


    Ohne Diskussion ist der 40% stack in giotto ohne die viele Bastelei am Bild am nähesten am optischen (realen?) Anblick:

    Vieleicht ist es einen Hauch zu braun. Werde auch noch ein Vergleichsbild aus einem Film ein paar Minuten früher einstellen, auch ohne viel Bastelei, mit 5fps und ca. 6m Brennweite. Muß das noch optimal Stacken. Hab zulange aufgenommen. Farbe ist aber schön.


    Spätestens mit Auftrennung des Farbildes in RGB-Kanäle und zusammensetzen als R-RGB beginnt der Farbärger und Popart bricht aus. Die farbliche Gestaltung hab ich an Anthony Wesley´s Spitzenjupiter mit GRF vom 02.09.2008 8:56 http://alpo-j.asahikawa-med.ac.jp/kk08/j080902z.htm angelehnt.
    Tatsächlich finde ich meine vorletzte Version da farblich vergleichbar (und sie hat halt einfach gute Feindetails am GRF).

    Wie bringst du eigentlich den starken Helligkeitsabfall von der Mitte zum Rand bei Jupiter in den Griff? Werde dir fit Bild meiner detailreichsten Variante mailen (natürlich in Monstergröße!) mit der Bitte, das so zu trimmen, daß der Randabfall o.k. ist und die Farben dir gefallen. Hab PS nicht am Rechner. Oder gibt es da Tricks mit Freeware?


    Grüße,
    Robert

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