Altes Pech noch brauchbar?

  • Hallo,

    ich wollte an meinem alten Projekt mal wieder weitermachen. Ich hatte 2007 das Materialset von Stathis gekauft. Davon ist noch eine Tüte Pech original verpackt(von Stathis). Ist das nun zu alt um damit weiterzumachen? Es war immer trocken und bei Raumtemperatur gelagert und die Tüten verschlossen.

    Ich habe auch beim Youtube Kanal von Gordon Waite gesehen, dass er ein bisschen Öl hinzufügt um das Pech wieder etwas weicher zu bekommen. Hat das schonmal jemand probiert? vlt. wäre das eine Möglichkeit.


    beste Grüße,

    Stefan

  • Grundsätzlich ja,

    allerdings könnte sich die Arbeitstemperatur durch Ausdünstung der leicht flüchtigen Stoffe verändert haben. Meine Vermutung ist, dass dies selbst nach einem Jahrzehnt weniger als 1° Raumtemperatur entspricht.


    Ich bin kein Spezialist, womit man Polierpech "weicher" macht. Ob Paraffinwachs oder irgendwelches Öl ...


    Wichtig ist, dass keine Festkörper (Schmutz) ins Pech gelangten. Solange die Tüte verschlossen war, dürfte das aber kein Thema sein. Anders sieht das aus, wenn man ein mit Pech belegtes Tool im Regal liegen hatte.

  • Super, dann werde ich das mal versuchen. Ich möchte mir ein neues kleines Tool aus einer 1kg Hantelscheibe bauen. Ich werde also eine neue Pechhaut gießen. Beim Spiegel fehlt nicht mehr viel, muss noch ein bisschen parabolisieren und viel messen :)


    vielen Dank und beste Grüße.

  • Hi Stefan,


    gieß doch eine kleine Probe, 50 g oder so, und mach einen Fingernageltest.

    Wenn es sich bei 2-5 N nach 30s spürbar eindrücken lässt (0.1- 0.3mm Rille erkennbar), dann ist es noch brauchbar.


    "Brauchbar" ist im Prinzip sowieso ein dehnbarer Begriff.

    Wenn die Flächen gut passen, dann ist sogar sehr hartes Pech brauchbar.

    Man muss nur lange genug anpassen lassen.


    Ich habe schon Glas auf Glas mit Ceri geschliffen, und das geht auch, wenn die Flächen gut (sehr gut!) passen.

    Glas ist ja unendlich hart im Vergleich zu Pech.


    Nachtrag: die sicherste Methode ist m.E. diese: man presst ein Fliegengitter in das Pech (bevor man die Rillen macht).

    Wenn das schon misslingt, ist das Pech zu hart.


    Dann "fräst" man Rillen mit einem alten Lötkolben ins Pech. (Pechhaut senkrecht stellen).


    Dann enfernt man die überschüssigen Fließkanten an den Rillen mit einem Cuttermesser.


    Dann presst man die Pechhaut kalt an den Spiegel. Dann müssen die Fliegengitter-Rechtecke platt gedrückt werden.

    Ca. 50% - 70% der Fläche im Bereich der Fliegengitterfläche muss sich platt an den Spiegel anpassen.

    Kann auch mal länger dauern, je nach Härte.


    Wenn man den Zustand hat ist alles gut.


    Gruß

    John

  • Heute habe ich mir in Freecad ein "Tool" gezeichnet, quasi als Zwischenstück zwischen Hantelscheibe und Pech, da die Hantelscheibe auch noch anderweitig verwendet werden soll und außerdem kann ich so das Gewicht evtl. auswechseln/weglassen. Dann habe ich das Teil im 3D Drucker gedruckt. Es ist 20mm dick und hat eine 31mm Aufnahme für meine Hantelscheiben. Nebenbei das Bath generalüberholt. Jetzt warte ich noch auf einen Polfilter für die Kamera für die ersten Messungen.


    Auf dem Bild das Pech, das Tool und die Hantelscheibe


    Wenn jemand eine Meinung dazu hat, immer her damit! :)


    Grüße,

    Stefan

  • Stefan,


    das mit dem Kunststoff-Zwischenstück wird scheitern.

    Es ist nicht steif. Hier geht es um nm.


    Geh zum Baumarkt und hol dir eine Granitscheibe.


    Gruß

    John

  • Kann ich da auch Gips nehmen?

    Nein, Gips ist nicht wasserfest genug.

    Pech auf die Hantelscheibe selbst zu gießen, gefällt mir auch nicht, wegen der Vertiefungsrille darin. Das ergibt eine unterschiedliche Pechdicke und könnte zu Zonenbildung neigen. Ist nur eine Vermutung, ich habe es noch nie probiert.


    Zum alten Pech: Ich habe schon 20 Jahre altes Pech neu gegossen und verwendet. Funktionierte wunderbar. Die äußereste Schicht gast jedoch aus, wird hart und glasig und poliert nicht mehr gut. Daher muß man es neu aufschmelzen.

  • Auf Ebay einfach nach "Stahlronden" Ausschau halten. Bei einem geplanten Tooldurchmesser von 10 cm als Subtool muss die nicht extra passend zum Öffnungsverhältnis "modifiziert" sein. Einfach einmal sauber machen und mit Sprühlack gegen Rost schützen, sonst brauchst du kein Ceri mehr, denn du hast dann ja "Rouge" (Feinst gemahlenes und geschlämmtes rotes Eisenoxid als Poliermittel). ^^
    Das Mittelloch kann du mit einem Korken stopfen oder einfach offen lassen. Gibt auch Ronden (Stahlscheiben) ohne Mittelloch.


    Die sind unterm Strich besser als Hantelscheiben gleicher Größe, weil "glatt".

  • Freut mich, dass das alte Pech noch nicht übers MHD gegangen ist :)


    Stahlronde, so werde ich es dann machen. 80mm bei 15mm Dicke ohne Bohrung falls keine Widersprüche kommen.


    Vielen Dank für eure Hilfe. Ich werde hier weiter posten wie es mit dem 8 Zoll F5,1 voran geht. Leider ist ja nicht mehr so viel los hier was Spiegel angeht.

  • Hallo Stefan,

    für ein mittelgroßes Tool hab ich mal Deckel vom EInweckglas genommen - schön aus Glas, hat auch gut funktioniert...


    hab auch noch einen alten 8"er zum nachploieren rumliegen, bist also nicht alleine ...

    Gruß,

    Martin

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