Neu im Forum - Ich fang mal klein an...

  • Danke für ausführlichen und gut verständlichen Infos. :thumbup:


    Sind die Modelle denn auch für den Neueinsteiger geeignet, der sich am Nachthimmel noch so gar nicht auskennt?


    Und wäre auch der (baugleiche?) Omegon Radiant ok?


  • Hallo,

    der Karkoschka wurde ja schon empfohlen. Es muß (sollte) nicht unbedingt eine neue Ausgabe sein.

    Ich habe eine Ausgabe von 1989, die mir immer noch gute Dienste leistet. Was ich gar nicht brauche ist Hardcover und bunte Bilder in die Buch. Eine ältere Ausgabe kann man günstig bei Gebrauchtbuchhändlern kaufen.

    Grüße

    Dietrich

  • Hallo,

    Sind die Modelle denn auch für den Neueinsteiger geeignet, der sich am Nachthimmel noch so gar nicht auskennt?

    Diese Reflexsucher wie der Telrad oder der Rigel sind auch für Neueinsteiger geeignet. Das sind einfach zu bedienende Teile. Durch diese sieht man den Sternenhimmel so wie er ist, es werden nur Aufsuchkreise "in den Himmel projiziert". Es findet dabei keine Vergrößerung statt.

    Durch einen Reflex und auch durch Leuchtpunktsucher sieht man immer mit zwei Augen: Eines schaut durch den Sucher mit seinem Aufsuchkreisen und ein Auge sieht daran vorbei. Das liest sich eventuell kompliziert ist aber eine sehr einfache und intuitive Sache. So hat man eine große Übersicht am Himmel. Einen Stern kann man so in wenigen Augenblicken in das Teleskop zentrieren.

    Für mich gehört eine Peilhilfe wie ein Reflex- oder ein Leuchtpunktsucher zu den wichtigsten Ausstattungen am Teleskop.


    Und wäre auch der (baugleiche?) Omegon Radiant ok?

    Rein von den Bildern zu Urteilen, handelt es sich um ein baugleiches Modell wie der originale Telrad. Für mich spricht nichts dagegen den sich anzuschaffen.

    Dieser Sucher wird mit Doppelklebebändern am Tubus befestigt. Ich kann nur raten, zu Anfang die Schutzfolien der Doppelklebebänder nicht abzuziehen, sondern die Basis und den Reflexsucher zunächst provisorisch mit Klebebändern, Gummibänder o.ä. am Tubus zu befestigen, bis die ideale Einblickposition gefunden ist. Erst dann würde ich die Basis endgültig befestigen.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne im Weißlicht und der H-alpha Linie. Beobachtungen am Nachthimmel mit verschiedenen Teleskopen.

  • ...und falls der Telrad zu nahe am Tubus ist, und der Einblick dadurch schwierig ist, gibt es Erhöhungen die zwischen der Basis und dem eigentlichen Reflexsucher geklemmt werden.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne im Weißlicht und der H-alpha Linie. Beobachtungen am Nachthimmel mit verschiedenen Teleskopen.

  • Habe eben mal den hellsten Stern, den ich sehen konnte mit 24/25mm anvisiert, erschienen ist nur ein großer milchiger Fleck. ?( Sind vielleicht die Spiegel nach den mehrfachen Versuchen sie zu justieren vollends verstellt? Der Justierlaser sagt nein, aber es kommt mir so vor.


    Jetzt warte ich mal auf den Mond, dann werde ich weitersehen.


    Grüße in die Nacht!

  • Ich hab jetzt den ganzen Thread nicht mitverfolgt, daher nur mal eine Antwort auf die Sache mit dem Laser.


    Der Laser alleine reicht nicht zur kompletten Justage des Newton.

    Der Fangspiegel benötigt auch die korrekte Höhe und genaue 90° Position zum Okularauszug. Die Mittelschraube im Halter des Fangspiegels dient zur Höheneinstellung.

    Die Höhe des Fangspiegel (und seine Verdrehung) kontrolliert man z.B. mithilfe eines "Cheshire" :


    Teleskop-Express: TS-Optics Cheshire Justierokular fÃŒr Newtons und Refraktoren


    Das ist nicht ganz einfach, da beim Einblick der Hauptspiegel sowie der Fangspiegel mehrere Reflexionen erzeugen und man sieht mehrere Kreise.


    Löst man die 3 Justageschrauben des FS, dann fällt der FS ein bisschen bzw. wird locker und die Höhe und Verdrehung kann eingestellt werden.

    Im Web gibts Anleitungen, wie man damit umgeht., aber ich hab auch so 2h lang daran getüftelt, bis ich in endlich justiert hatte!

    Die Einstellung der Spiegelhöhe ist die ERSTE Einstellung.


    Erst wenn diese stimmt, darf mit dem Laser weitergemacht werden. Der erste Schritt mit dem Laser ist dann die EInstellung des Fangspiegels zum Hauptspiegel und der letzte Schritt die Einstellung des Hauptspiegels. Die Einstellungen mit dem Laser sind dabei geradezu ein Kinderspiel. Man muß sich aber daran halten, dass immer nur EINE Schraube am FS eine winzige (1/16 -1/8) Umdrehung gelöst und eine andere nachgezogen wird. Immer die 2 gleichen Schrauben nehmen. Gleiches am HS. Immer nur die beiden gleichen Schrauben nehmen.

    Nimmt man immer jeweils wahllos alle 3 Schrauben, dann kann sich der FS lösen oder der HS verändert seine gesamte Lage und damit Brennweite.


    Wenn Du Dir sicher bis, dass Du den FS nie in der Höhe verstellt hast und auch nicht verdreht ist, dann die Kollimation nur mit den Justageschrauben des FS/HS vornehmen!


    Grüße

    Hartmut

    EQ6R-PRO | OMEGON PUSH+ | SW Allview | Unistellar eQuinox | Seestar S50 |  ASKAR FMA 135

    SW 200PDS/1000 | SVBONY 503 80/560 (448) | SkyMax 102/1300 MAK | TS 61EDPH II

    ASI 120MC-S & MM-Mini | veTEC533c / 571c | N.I.N.A.

    METEORCAM (RPi4) (https://globalmeteornetwork.org/weblog/DE/index.html) DE000Q

  • Vielen Dank Hartmut, das bringt Licht ins Dunkel.


    Der FS war beim ersten Versuch zu justieren schon ziemlich locker und ließ sich mit der Hand ziehen und verdrehen, der wird es nach deiner Beschreibung dann ziemlich sicher sein. Dann muss also noch so ein Cheshire Okular her, ich dachte, der Laser reicht. :rolleyes: Ist der Laser dann überhaupt noch nötig, wenn ich das Okular habe?


    Gruß

  • Ich glaube, dass geht alles mit dem Cheshire. Aber ich hasse das Ding. Liegt aber daran, dass ich Brillenträger bin. Mit Brille kann ich aber ganz schlecht durch die winzige Öffnung des Cheshire schauen und ohne ist es unscharf.

    Ich hab das soeben mal hinbekommen und danach nie mehr angefasst bzw. anfassen müssen.


    Ich mache aber mit dem Laser vor jeder Beobachtung nach dem auskühlen des Netwon eine kurze Kollimationskontrolle.

    Mein SW 200PDS/1000 ist aber sehr kollimationsstabil. Bei ganz großen Temperaturwechseln kann es sein, dass ich kurz und minimal den FS alle paar Monate mal einstelle.

    Ich habe mir dazu anstelle der 3 Inbusschrauben 3 lange Schrauben M3 gekauft und 3 Knöpfe 3D-gedruckt. Ich brauche also nicht mehr mit dem Inbusschlüssel rumzuhampeln, der dann womöglich noch in den Tubus auf den HS fällt.

    Meistens reicht aber sowieso, des HS winzigst zu korrigieren, ... wenn überhaupt. Ich transportiere des Newton aber nur vom Wohnzimmer auf die Terrasse.

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  • Ich hab mal eins bestellt, sollte morgen kommen. Handschrauben auch, danke für den Tipp. :thumbup:

    Bis jetzt hab ich noch keine wirklich gut Anleitung zur Benutzung gefunden, geschweige denn ein gut verständliches Video, aber das wird schon klappen.


    Gruß

  • Ja, so richtig glücklich war ich auch bisher mit keiner der Anleitungen im Web. Alle geben sich Mühe, aber letztendlich muß man es doch selbst machen und Erfahrung sammeln.

    Bei dem Cheshire hat es mir sehr geholfen, eine Papierblende aus DIN A4 Kopierpapier grob zu falten und hinter den Fangspiegel zu fummeln, sodass man zunächst mal nicht mit dem Spiegelbild des Hauptspiegels irritiert wird.

    Hier noch ein paar Quellen.


    Grüße

    Hartmut


    https://www.interstellarum.de/wp-content/uploads/2019/12/is54-48ais55-63a.pdf


    Seeing1 Newton Justage


    https://www.sternfreunde-muenster.de/pdf/newtonjustage.pdf

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  • Hallo Hartmut.


    Die letzten zwei kannte ich noch nicht, danke dafür. Ich werde mir die Tage mal ne Kanne Kaffee machen und mir ein paar Stunden Zeit nehmen, um das Ganze möglichst entspannt zu erledigen. Habe dann den Laser, das Cheshire sowie die Filmdose, das sollte doch zu machen sein. ;)


    Gruß

  • Hallo Jean-Luc,


    Input hast Du ja jetzt schon jede Menge bekommen.

    Ich würde Dir dennoch empfehlen, in Deiner Umgebung mal nach Leuten Ausschau zu halten, die das Hobby schon länger betreiben und mit denen Du dann mal gemeinsam beobachten kannst.

    1.) kannst Du dabei sehr viel lernen und 2.) machts viel mehr Spass als alleine zu beobachten.


    Gruß Ulli

  • Ich würde Dir dennoch empfehlen, in Deiner Umgebung mal nach Leuten Ausschau zu halten, die das Hobby schon länger betreiben und mit denen Du dann mal gemeinsam beobachten kannst.

    1.) kannst Du dabei sehr viel lernen und 2.) machts viel mehr Spass als alleine zu beobachten.

    Ciao,


    Das würde ich absolut so unterstützen. Und noch:

    Beobachten, beobachten, beobachten !


    Guten, dunklen Himmel in der Gegend suchen. Hiermit:

    Light pollution map


    Lesen. Bücher, WIKI, Beobachtungsberichte.

    Paar Infos aus meinem Fundus gibt s hier: https://eyes4skies.de/v2/art/art.htm


    Technische Aspekte (kauf dies, kauf jenes) werden hier sehr oft stark überbewertet. Wichtig ist, eigene Erfahrung aufzubauen, dann kanst Du vieles bald selbst beurteilen...


    Good luck,

    Peter

  • Danke dir Peter.


    Bzgl. eigener Erfahrungen habe ich es jetzt immerhin geschafft das völlig von mir verstellte Teleskop bzw. dessen Spiegel wieder einigermaßen hin zu bekommen und konnte kürzlich das erste Mal damit scharf in den Nachthimmel schauen. Auch wenn ich noch keine Planeten oder Nebel sehen konnte, war es trotzdem ein kleines Erfolgserlebnis. Der Ausblick vom Balkon aus ist leider sehr begrenzt und mit den auffinden der jeweiligen Ziele muss ich mich auch noch intensiver beschäftigen.


    Auf jeden Fall danke an alle für die umfangreichen Tipps.


    Gruß,

    JL

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