Umgestaltung eines 18" f/4.5 von großer, schwerer auf kleinere, leichtere Bauweise

  • Hallo Sternfreunde!


    Vor 16 Jahren habe ich mir diesen (Foto1) 18" f/4.5 gebaut. Er trug, wie zu sehen, einen 6" f/5 FH und wurde in einem VW-Bus transportiert.

    Die, mir neue, Bauart, von der zu sprechen sein wird, findet man (Foto) unter dem Link (ich hoffe er funktioniert!):


  • Oh, jetzt ging Text verloren, also nochmals, anknüpfend an obigen ersten Satz:


    Jetzt, da ich keinen Transporter mehr habe, fällt nicht nur diese Teleskopkombination weg,

    ich muss den hohen, schweren unteren Tubus und dessen Einhängevorrichtung (also die gesamte Rockerbox)

    in der Höhe verkleinern und auch etwas "erleichtern".

    Da die Gitterrohrstangen deswegen zu kurz werden, habe ich heute 8 neue 15mm Alurohre (2m lang, 1mm stark) bestellt.


    Gestern stieß ich hier auf eine neue, interessante Bauweise für unteren Tubus und Rockerbox, die oben (nun schon) zu sehen ist.

    Sie ist m.E. genial einfach (birgt sie Vorteile?!!! wohl nur die (auffallenden) kürzeren Deklinationsräder - aber das verstehe ich nicht ganz!) , aber nur schwer zu verwirklichen:


    1.Die Gitterrohrstangen haben 2 unterschiedliche Längen, da die vorderen 4 an den verbundenen Deklinations-Rädern (hier nur Sicheln) befestigt sind.

    Das macht zentrisches Arbeiten (dass oberer und unterer Tubus auf einer Achse liegen) schwer.


    2.Die richtige Schwerpunktlage ist bei dieser Konstruktion nur schwer (ja, wie überhaupt?) zu ermitteln,

    da beim Verschieben der Sicheln (je nach dem vor oder zurück - bei letzterem wandern sie zwangsweise

    unter den Aufhängepunkt der 2 hintern (seitlichen) Gitterrohrstangen) nun auch die vorderen 4 Gitterstangen mitwandern

    (nach vorne werden sie zu kurz - nach hinten zu lang), aber diese Abweichung von der geplanten Bauweise (oberer Tubus mittig (zentrisch) über unterem)

    ist doch außerdem gar nicht zulässig oder (da müsste dann der HS etwas gekippt werden)?

    Dann müßte hier die Ausbalanzierung ausschließlich über Gewicht (am oberen oder unteren Tubus) erfolgen - sehe ich das richtig?

    Außerdem: Deklinationsräder müssen doch (im 45°-Winkel angebracht) - halbkreisförmig (180°) sein - hier reicht diese Sichelform,

    weil sie zwar nur 90° aufweisen, aber schon bei 0° (=Horizontalstellung) beginnen. Warum ist dem so?

    (Darum erscheint mir diese Bauweise wohl so genial - aber woran liegt das? Ich durchschaue es nicht! )

    Lassen sich solche Sicheln auch bei herkömmlichem unteren 4eck-Multiplex-Tubus verwirklichen (sie lassen sich wohl nicht mehr befestigen, warum?)

    Solche Tuben haben doch alle Halbkreis(180°)-Dekl.-räder!


    Also (bei so dummen Fragen) doch lieber auf die herkömmliche Bauweise mit unterem 4eckigen Multiplex-Tubus

    (und abnehmbaren Halbkreis-Deklinationsrädern) zurückgreifen, wo sich der Schwerpunkt leichter ermitteln läßt ?


    Ich erbitte eure weiter führenden Hilfen!


    Grüße, Sternfreund Helmut

  • P.S. Ich sprach bei der 2., neuen Bauversion von "unterem Tubus" und "Rockerbox" nur verständnishalber,

    die Bauweise ist jedoch so abgespeckt, dass von beidem eigentlich nichts (mehr) zu sehen ist!

    Da ist unten eigentlich nur noch die Spiegelzelle (habe ich mit 18-Punktauflage in viereckiger Form) (und HS-Schutzkasten) und Azimut-Dreh-Platte mit direkt darauf montierten

    Deklinations-Teflon-Scheiben, man gewinnt also auch (sicht-bar -lich) an Höhe!

    Hat jemand von euch schon einmal so etwas gebaut und gute/schlechte Erfahrung damit gemacht?

    Die Höhe spielt bei mir (ich messe nur 1,68m) bei 18" f/4.5 (2045mm Brennweite) schon eine gewisse Rolle,

    aber ich will trotzdem auf eine für mich gut realisierbare Bauweise zurückgreifen!


    Gruß, Helmut

  • Heute Nacht habe ich mich gefragt, wie man zu dieser neuen Bauweise, also minimaler Höhe der Deklinationskreise über der Azimutscheibe, kommen kann.

    Irgend wann wurde mir klar, dass der Kipppunkt (=die Deklinationsachse) dafür genau auf der Vorderkante des unteren Tubus (=UT) zum liegen kommen muss!

    Ich sah mir also heute Morgen (jetzt gerade) das Foto nochmals an: Das Teleskop steht nicht ganz senkrecht, aber schlägt man von den Enden der 90°-Sichel

    zum Kreismittelpunkt, so scheint diese Überlegung zu stimmen.


    Bei meiner alten Bauweise musste ich ja genau in die gegenteilige Denkweise gehen:

    Wie hoch muss ich den UT bauen, damit ich den 6" darauf, einigermaßen ausbalanziert, einsetzen kann? - hieß die Fragestellung damals.

    Zwangs stieß ich, bei maximaler Höheneinsparung auf diese (ich meine immer "mir"!) neue Bauweise.


    Jetzt wurde mir klar, dass man nur durch Befestigung der vorderen Gitterstäbe vor der vorderen Tubuskante (also nicht herkömmliche Weise alle 8 Stangen im OT!)

    auf einen derartigen Kipppunkt kommen kann! Mit Verrutschen der Sicheln (wie ich oben schrieb) geht da wohl gar nichts (abgesehen vom optische-Achse-Problem).


    Wie groß muss die Sichel wohl im Verhältnis zur Spiegelzelle (deren Größe (als UT) bestimmt ja den Kippunkt!) sein?

    Diese Bauweise kann diesen optimalen Kipppunkt nur zeigen, wenn ein bestimmtes Gewichtsverhältnis von OT:UT herrscht

    (wenn man ohne zusätzlichen Balast (=Ausgleichsgewicht) auskommen will.


    Wie groß ist wohl so ein optimales Gewichtsverhältnis?

    Wenn der Kippppunkt, wie gefordert, auf der vorderen UT-Kante liegen soll, bedarf es wohl keines sehr leichten OT mehr - sehe ich das (entgegen gängiger Bauregel) richtig?


    Mein OT (siehe Foto1) wiegt mit OAZ und Punktsucher 4,8kg hinzu kommt ein mittleres Okulargewicht von 600g (13er Ethos), also insgesamt 5,4 kg.

    Der UT (siehe Foto1) wiegt derzeit 45,5 kg, wobei, wenn ich mich recht erinnere, (1.) 25kg auf den HS (Galaxy-Optics 2" stark) (ich kann nicht mehr nachsehen, Gx-Optics baut keine Spiegel mehr!),

    (2.) etwa 10kg auf die 18-Punkt-Spiegelzelle und (3.) der Rest auf die riesige Birken-Multiplex-Platten (17mm) entfallen. Genauere Gewichtsangaben kann ich nach Ausbau geben.


    Es blieben also geschätzte 35kg für die (bei der) neue(n) Bauweise - wohl zu schwer für einen Kipppunkt vor der Spiegelzelle (UT), bei dem leichten 5,4 kg OT! Oder?

    Etwa ein Verhältnis von UT:OT = 6,5:1


    Gruß, Helmut

  • Weitere Fotos zu dieser mir "neuen" Bauart - Factory-Dobson genannt, finden sich hier (tolle Fertigungsweise für ATMler - aber keine meiner Fragen wird hier beantwortet):



    Einen Erfahrungsbericht mit diesem Dobson (-bauer) - für weitere Interessierte - gibt es hier:


    Erfahrungen 20" Dobson von The dobson Factory
    Hallo zusammen, ich wollte potentiellen Dobsonbesitzern mal die Erfahrungen schildern, die ich bei meinem neuen Traumteleskop gesammelt habe. Angefangen hat…
    forum.astronomie.de


    Gruß, Helmut

  • Kann sein, dass ich mich im Gewicht des HS getäuscht habe.

    Eine Gewichtsberechnung ergibt 17 kg - aber wenn ich ihn ausgebaut habe, weiß ich es genau!

  • Hallo Helmut,


    Vorweg zu den Begriffen: Ein Dobson ist eine ALT/AZ Montierung mit Achsen in Azimut und Höhe, folglich spricht man von Azimutlager und Höhenräder. Deklination gibt es nur bei parallaktischer Montierung.


    Für einen 18" f/4,5 in stabiler zitterfreier Bauweise empfehle ich 25x1 mm Alurohr. 15x1 mm halte ich sogar für einen minimalistischen Hut für zu schwingungsanfällig. Da gibt es aber auch andere Meinungen, vielleicht schreibt jemand was dazu.


    Das Konzept mit unterschiedlich langen Gitterrohren, von denen die vorderen am Höhenrad angreifen, haben im Leichtbau Vorteile, sind jedoch schwieriger zu bauen, wie du ja schon bemerkt hast. Das muss man vorab konstruieren und den Schwerpunkt vorab berechnen. Wenn du das nicht kannst, würde ich lieber die klassische Bauweise mit gleichlangen Stangen wählen. Aber auch hier sollte man den Schwerpunkt vorab zumindest überschläglich berechnen.


    Deklinationsräder müssen doch (im 45°-Winkel angebracht) - halbkreisförmig (180°) sein

    Ja, aber nur, wenn die Teflonpads in 2x45° auseinander liegen. Bei größeren Dobsons nimmt man aber gerne kleinere Abstände und dann können die Höhenräder weniger als 180° haben. Ich zeichne immer einmal in Zenitstellung und einmal in tiefster Lage, in der man noch beobachten will (z.B. 5° Höhe) und ermittele so, wie viel Grad die Höhenräder abdecken müssen.


    Der verlinkte Dobson-Factory Dobson hat eine sog. "FLex-Rocker" verwirklicht. Man kann mit klassischer und auch dieser Bauart schön flach bauen.


    Wenn du so schweres Gerät wie einen 6" Refraktor außerhalb des Höhendrehpunktes anbringen willst, musst du den Gesamtschwerpunkt berechnen (z und y Koordinaten) und die Höhenräder außermittig (y-Koordinate) unter diesen Schwerpunkt legen. Mit erscheint das auch aus ergonomischer Sicht wenig sinnvoll. Wie willst du bei flacher Spiegelbox und entsprechend tiefer Anbringung damit im Zenit beobachten? Ich habe einen selbstgebauten 100 mm Newton als Finder/Übersichtsteleskop verwendet (siehe mein 24" Dobson). Der ist ultraleicht und verändert die Schwerpunktlage in y-Richtung nur um ca. 5 mm, hat den Einblick höher und zeigt die astronomisch richtige Orientierung ohne spiegelverkehrte Bilder, genau wie das Hauptgerät.

  • Hallo Stathis!


    Vielen Dank für deine Auskünfte!

    Ich bestelle 8 Alustangen mit 25x1mm, die anderen 8 (abgeschaut einem anderen, noch größeren Dobson (den ich mich aber aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht mehr zu zeigen traue)) werden im Garten zum Tomaten hoch binden verwendet!


    "Das Konzept mit unterschiedlich langen Gitterrohren, von denen die vorderen am Höhenrad angreifen, haben im Leichtbau Vorteile, sind jedoch schwieriger zu bauen, wie du ja schon bemerkt hast. Das muss man vorab konstruieren und den Schwerpunkt vorab berechnen."


    Kann ich nicht, darum fragte ich ja nach einem (ungefähren) Gewichtsverhältnis von UT:OT

    (besser: Spiegelzelle mit Spiegel zu obigem Tubus (oder Ringfangspinne mit Fangspiegel - wie immer man das Teil nennt/nennen will- denn es ist ja auch kein Tubus mehr))-

    das würde mir zum Bau völlig genügen (vor leichtem Gegengewicht schrecke ich nicht zurück)!

    Der Höhenrad-achs-punkt zw. OT und UT bleibt ja (im Längen-Verhältnis) immer gleich, oder täusche ich mich da? (Dann würde kein bestimmtes Gewichteverhältnis mehr herrschen!)


    Vlt. kann mir ja jemand zu diesem Gewichtsverhältnis etwas sagen, denn diese Bauweise behagt mir sehr!

    Wenn ich diesbezüglich nicht weiter komme, dann baue ich eben in klassischer Bauweise und ermittle den Schwerpunkt wie einstmals.


    Dass die Teflons der Höhenräder auch enger als 90° beieinander liegen dürfen, wusste ich nicht,

    (dass in diesem Fall die Höhenräder weniger als 180° haben dürfen (ohne über die Teflonscheibe zu rutschen) ist klar)


    "Wenn du so schweres Gerät wie einen 6" Refraktor außerhalb des Höhendrehpunktes anbringen willst,..."


    Nein, ist bei dieser Bauweise nicht mehr möglich, darum schrieb ich ja eingangs:

    "Jetzt, da ich keinen Transporter mehr habe, fällt nicht nur diese Teleskopkombination weg,..."


    Vlt. bekomme ich ja noch von irgend jemanden einen Hinweis auf das Gewichtsverhältnis von UT:OT,

    dass ich mein künftiges Dobson auch im Alter (schwerstes Teil ist der UT, abgespeckt: Fangspiegelzelle mit Spiegel (schon schwer genug!)!)

    noch gut tragen, transportieren und aufbauen kann!

    Ansonsten kürze ich einfach den vorhandenen UT in der Höhe und bringe die Höhenräder an neuer (zu ermittelnder) Stelle an,

    diesmal jedoch abnehmbar, da weniger sperrig, also besser transportabel!


    Grüße, Helmut

  • Kann ich nicht, darum fragte ich ja nach einem (ungefähren) Gewichtsverhältnis von UT:OT

    ....

    Vlt. kann mir ja jemand zu diesem Gewichtsverhältnis etwas sagen, denn diese Bauweise behagt mir sehr!

    Warum fragst du UNS nach dem Gewichtsverhältnis der Komponenten von DEINEM Dobson? Oder verstehe ich die Frage falsch?

    Wenn ich dein Bild oben ausmesse, sind die Hebel ca. 1:3.

  • Ich muss mich präziser ausdrücken:

    Beim Factory-Dobson-Bau ist ja eine bestimmte Hebellänge (UT -Höhenradachse-OT) gegeben/gefordert, die für gegebenen Spiegeldurchmesser bei gegebenem Öffnungsverhältnis fix ist.

    (Danach muß entsprechend (dem Gewichtsverhältnis von UT und OT gebaut werden)

    Aus diesen 2 Längenverhältnisse (r1=UT-Höhenradachse und r2=Höhenradachse-OT) ergibt sich ja nach dem Hebelgesetz das gleiche Gewichtsverhältnis (Gewicht OT: Gewicht UT also m2:m1).

    Bei r1:r2=1:5 gilt also auch m2:m1=1:5

    Meine Frage ist nun, wie steht es mit diesem Verhältnis (egal ob Gewicht- oder Längenverhältnis, ist ja - nur proportional umgekehrt dasselbe) bei einem austarierten 18" f/4.5 Dobson?

    Dann wüßte ich, ob meine Fixgrößen


    1. OT=5,4kg und

    2. UT=Spiegelzellengewicht+Spiegelgewicht (weiß ich auch genau nach Ausbau aus dem alten Gerät)


    in etwa dem bei Factory-Bauweise geforderten Verhältnis entsprechen!

    Wenn dem so wäre, könnte ich so Factory bauen, bei größerer Abweichung müsste die Bauweise dann klassisch sein.


    Natürlich kann man das Längenverhältnis aus einem Foto in etwa herausmessen, ideal dafür wäre ein weitgehend horizontal (da wirkt der Hebel ja am kritischsten) ausgerichtetes Dobson (genau in Profilstellung!) mit einem Okular mittlerer Brennweite (also mittlerem Gewicht).

    Da sieht man dann auch gleich, ob es sich (tatsächlich!) um ein gut austariertes Dobson handelt, was man ansonsten glauben muss).

    In etwa müsste man bei einer solchen (horizontalen) Messung dann von Mitte HS (=halbe Spiegelstärke) zur Höhenradachse und von dieser weiter zur Fangspiegelmitte (OAZ!) messen (bei Hutbauweise abschätzen, wo in etwa der Schwerpunkt des OT liegt (zwangsweise etwas weiter zurück- bei Fangspinnenringbauweise stimmt es wohl ziemlich)


    Was mich von der Factorybauweise abschreckt, ist

    1. das Problem der Befestigung der 2 Gitterohrstangen am jeweiligen Höhenradende

    2. das sperrige (Höhenradlänge und etwa 63cm breite) Höhenradteil (dafür gäbe es aber zerlegbare Varianten (2 Höhenräder mit Alu-verbundstange am Ende))

    3. ein komplizierterer Aufbau am Beobachtungsplatz ,


    weshalb ich zur Zeit zu deinem Rat tendiere, die klassische Bauweise zu bevorzugen.


    Bevor ich neue Alurohre bestelle, hier ein Zitat von R.Vogel (welcher in Hut-Bauweise baut!):


    "Für meinen 22" Dobson habe ich 22x1.2 mm Stangen, für die 16" Dobsons 20x1.2 mm"


    Ich habe nämlich ein 30mmx30mm Alu-4-kant-block (40cm lang) den ich in 8 Teile (also knappe 5 cm lang) sägen werde,

    welche (gleich tiefe) Bohrungen auf einer gesägten Seite) zur Aufnahme der Stangen erhalten werden (und durch eine weitere, seitliche Bohrung weiter unten an die Multiplexwände

    des UT geschraubt werden). Bei 25x1mm bleibt da nur wenig Masse am Rand übrig (und ist schwerer zu bohren)


    20x1,5mm Alurohre müßten dann doch für einen 18" f/4,5 genügen ?

    (dazu wahrscheinlich in klassischer Bauweise - da werden sie dann noch kürzer - aber ich bestelle sie in 2m Länge, um mir beide Optionen offen zu halten!)


    Gruß, Helmut

  • Lieber Helmut,

    dein Bestreben nach einem leichteren Teleskop kann ich gut nachvollziehen.

    Wir werden alle nicht mehr jünger.

    Mein erster 17,5 Zoll F4.5 Dobson , geplant 1987, fertiggestellt 1990 wegen

    3 jähriger Lieferzeit des Optiksets von Coulter, wog etwa 80 Kilo.

    Es dürfte einer der ersten grösseren Dobsons in D gewesen sein.

    ( Debüt auf dem ITT 1991 , Wöllaner Nöck in Kärnten)


    Das Manko zu kleiner Höhenlager mit 25cm D und fehlende Erfahrung musste damals mit dem Einbau von 2 Stück 5 Kilo Gewichten hinter der Spiegellzelle ausgeglichen werden.

    Inzwischen weiss man durch die gegenseitigen Austauschmöglichkeiten im "www" bessere Lösungen, manche lernt man aber erst zusammen mit den Menschen vor Ort bei praktizierter gemeinsamer Beobachtung kennen.


    Mein heutiger Dob, inzwischen auch schon 10 Jahre alt ,ist ein 16" F4.5, der unter dem Nickname "Zitronenfalter" in der Szene bekannt geworden ist.

    Es ist sehr klein "zusammenfaltbar".

    Die Kernidee dazu bekam ich beim Betrachten eines Schränkchens für ein Dartboard.


    "Zeige mir Deinen selbstgebauten Dobson und ich sehe eine Baustelle "galt auch für mein Teleskop, und ich denke es wird Dir mit Deinem geplanten Neubau nicht anders ergehen.

    Das macht aber nix, wir haben die Gerätschaft selbst erbaut und damit viel weniger Scheu Säge oder Stechbeitel anzusetzen als die Benutzer gekaufter Teleskope.


    Mein Teleskop wiegt insgesamt 25 Kilo, da Schwerste Teil zu tragen circa 12 Kilo.

    Vorteil: Flugreisetauglichkeit, es war 2 mal auf La Palma dabei.

    Nachteil: Mehr Aufwand beim Aufbau als ein klassischer Dob.

    1te Besonderheit: Durch einen Trick, den ich beim Helmut Sedlacek vom ATMN abgeschaut habe, ist es Binotauglich für die Planetenbeobachtung.

    Ich hänge eine Gummiseil ein, um in tiefer Deklination das Teleskop in Balance zu halten, während mit Binoansatz, Glaswegkorrektor und Okularpaar etwa 1,5 Kilo Gewicht im Feathertouch stecken.

    Dafür wurde ich die Tage mit tollen Plantenbildern belohnt, die auch mit grösseren Refraktoren kaum besser zu sehen sind.

    2te Besonderheit: Ich kann in jederPosition meines Dobson, auch im Zenith

    dank meines Füssener Astrostuhls XL im Sitzen beobachten.

    3te Besonderheit: Mein 16" Dob passt neben dem selbstgebauten 12 cm Bino in den Kofferraum der Mercedes B-Klasse. ( VW Golf Format).


    Die hintere Rückbank ist umgelegt und es befindet sich noch der Füssener Astrostuhl und ein Vermessungsstativ für das Bino, u.v.m. für eine Woche Emberger Alm im Auto.

    Mein aufgebautes Instrumentarium beim ITT 2021. 8)

    Dobson 16" F4.5 und ein Selbstbau Bino aus 2 Kometensuchern 120/600 auf einem Vermessungsstativ. mit dem Füssener Astrostuhl XL


    Dein 18" ist ebenso in leichterer und besser transportableren Ausführung machbar.

    Du sollest zu Beginn festlegen was Dir bei der Beobachtung wichtig ist.

    Dein hohes Spiegelgewicht ist ein wenig Handicap, bietet aber andererseits Potential für das Erreichen eines schönen Balancepunkts.

    Wichtig sind wie schon von Stathis bereits beschrieben ausreichende dicke Gitterrohrstangen und ausreichend grosse Höhenräder (, min. 1,5x Spiegel-D).


    Falls Du keine Lust/ Zeit zum Selbstbau hast ,

    kann ich Dir auch einen Bausatz von Dieter Martini empfehlen.

    Dieser kann ohne zu grossen Aufwand auf Deine Bedürfnisse angepasst werden.

    Vorher kannst Du ggffs. mit Dieter Deine Anforderungen besprechen.

    Finish und endgültige Ausstattung obliegt dann Deiner Gestaltung.


    LG aus dem Schwabenländle vom Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

    Edited once, last by GerdHuissel ().

  • Lieber Gerd!


    Danke für deine ausführliche, tolle Beschreibung deiner 2 Geräte und Bau-anweisungen/-möglichkeriten!

    Den gelben Zitronenfalter kenne ich von Fotos her schon seit vielen Jahren (ist ja auffällig und legendär!)

    und dein Selbstbaubino mit den 2 höhenversetzten 120ern (tolle Einblicklösung!) hast du ja (nicht nur mir)

    in astronomie.de im Thread " "Was man beim Kauf von Großferngläsern (+Teleskopen) beachten sollte" vorgestellt.


    Den Füssener Astrostuhl durfte ich (noch zur Lebzeit von Martin) bei ICS an einem "Tag der offenen Tür" live bewundern!

    (Ich habe nur einen klapprigen blauen Bügelstuhl - auf dem Foto etwas verdeckt, durch den schwarzen Lichtschutzstoff))


    "Dein 18" ist ebenso in leichterer und besser transportableren Ausführung machbar."


    Ja, wobei mir eigentlich nur ein leichterer UT (da immer das schwerste Teil!) wichtig ist, wo die Factorybauweise eben maximal abspeckt und nur noch Spiegelzelle (die habe ich (allerdings sehr hoch, justierfreundlich, gebaut!) in 18-Punktauflage mit 4-eckigem Untergestell - was unabdingbar für die Factorybauweise ist, da ja nur so die Sicheln montiert werden können!) mit Spiegel vorhanden ist.


    Als Spiel für das Ausbalanzieren bleibt mir derzeit (so weit ich das durchschaue):


    1. Ein Federzug (=Schnur mit (zu ermittelnder) Spiralfeder - aber deine Lösung mit Gummizug geht natürlich auch!) der von einer minimal hohen Rockerbox (so elegant wie der hier beispielhafte 16"-Factory wird mein 18er sicher nicht, wegen der hohen Spiegelzelle (schenke ich Bauhöhe her - war mir beim damaligen Bau kein Thema!) über ein Umlenkrad zum einem der Höhenräder läuft (hat mein 10" Reisedobson von R. Schulten so und wohl auch manch anderer zu leicht gängige Dobson, der mit schwerem 31er Nagler betrieben wird).


    2. durch Auseinander-oder Zusammenschieben der jeweiligen 2 Teflons der Höhenräder - das las ich bei R. Vogel -

    An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön nicht nur ihm sondern allen, die Bau-anleitungen/-vorschläge (wie auch Stathis) der Allgemeinheit zur Verfügung stellen!


    3. letztlich noch durch Gegengewicht


    "Wichtig sind wie schon von Stathis bereits beschrieben ausreichende dicke Gitterrohrstangen und ausreichend grosse Höhenräder (, min. 1,5x Spiegel-D)."


    Ja, bezüglich ersterem warte ich noch auf eine Antwort von ihm, (ob ich bei stärkerer Rohrwandung von 25mm auf 20mm Durchmesser gehen kann) und

    -bezüglich der Größe der Höhenräder (die ja hier beim Factory-bau auch kleiner werden- nicht im Durchmesser, aber nur noch 90°-Viertel darstellen) - werde ich aus obigem Foto

    den Durchmesser heraus messen und um den Faktor 18/16 vergrößern.


    Sei herzlich gegrüßt, Sterngucker Helmut (der seinen 18" Monocoloss in einen 18" Mononanos verwandeln will)

  • Noch ein kleiner Nachtrag (auch wenn off topic):

    Als ich vor Tagen auf folgenden Link hier stieß, musste ich an dich, Gerd, denken!

    Da steht vor dem Preis, den ich damals für meinen 6" f/5 FH zahlte, noch eine eine "2" davor - für Gebrauchtware!

    Dass der Unterschied zu einem Gerät von Al Jaegers gleich so groß ist, war mir damals, als ich diesen Namen erstmals bei dir las, nicht klar!

    Ich hoffe, deiner ist in guten Händen!

    Was die da an einem FH-Objektiv noch nachbearbeiten/verbessern können?



    Grüßle aus dem Allgäu, Helmut

  • Lieber Helmut,


    den Stangendurchmesser zu verringern und dafür mehr Wandung ist keine gute Option.

    Für die Steifigkeit ist" die äussere Haut "der Rohre zuständig.

    Mehr D und weniger Wandung ergibt bessere Stetigkeit.

    Haderst Du wegen dem Bohren von Klemmklötzen mit einem grösseneren D?

    Auch kann ich nur 90° Segmente als Höhenräder mir nicht vorstellen.

    Nahezu 90° sind die Positionen der Teflonpads auseinander + 90 Grad Bewegungsbereich

    von Horizont zu Zenit- da kommt man unter 180° = Halbkreis nicht davon.


    Zur Hauptspiegelbox:

    Ich bevorzuge eine niedrige Kiste mit einer kreisrunden Blende auf der ich eine Spiegelabdeckung befestigen kann. Das schützt die Optik vor herabfallenden Teilen bei Auf und Abbau.

    Hut:

    Da ist Leichtbau angesagt, den kann man durch dünne Wandung und Versteifungsrippen erreichen. Eine Wandung aus dünnem Flugzeugsperrholz gibt zusätzliche Stabilität.

    Die Verwendung von Fahrrad Schnellspannern für die Montage des Huts mit den Gitterrohren vereinfacht Auf und Abbau.


    Gitterrohr:

    25mm Wandung für einen 18" ist das Minimum, ich besser sind 30mm und 1mm Wand.

    Die kannst Du mit Schrumpfschlauch überziehen. Mit der Heissluftpistole aufschrumpfen-fertig.

    Das gibt ausser der schwarzen Farbe ein angenehmes Handling, die Stangen sind nicht so kalt zum Anfassen und es scheppert weniger beim Transport im Auto.


    Jaegers:

    Das ist ein Liebhaberpreis für ein individuell hergestelltes Teleskop.

    Meiner war Selbstbau inclusive. 3,5" Auszug.

    Für des Objektiv habe ich vor 25 Jahren 1500DM bezahlt.

    LG von Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

    Edited once, last by GerdHuissel ().

  • Lieber Gerd!


    "25mm Wandung für einen 18" ist das Minimum, ich besser sind 30mm und 1mm Wand.

    Die kannst Du mit Schrumpfschlauch überziehen. Mit der Heissluftpistole aufschrumpfen-fertig.

    Das gibt ausser der schwarzen Farbe ein angenehmes Handling, die Stangen sind nicht so kalt zum Anfassen und es scheppert weniger beim Transport im Auto."


    Das ist eine sehr gute Idee, für die ich meinen Alublock opfern werde, da ich mir das teure Eloxieren (mit langer Wartezeit) spare!

    Ich werde also 30x1mm Alurohre bestellen!


    "Auch kann ich nur 90° Segmente als Höhenräder mir nicht vorstellen.

    Nahezu 90° sind die Positionen der Teflonpads auseinander + 90 Grad Bewegungsbereich

    von Horizont zu Zenit- da kommt man unter 180° = Halbkreis nicht davon."


    Ja, das dachte ich auch immer! Aber hast du dir die eingangs von mir verlinkte Factory-Bauweise dieses 16ers einmal angesehen?

    Dann brauchst du dir es gar nicht mehr vorzustellen.

    Bei (minimal weiterem, hochdrehendem) Anschlag steht der Dobson senkrecht, wie weit er hinab reicht ist schwer zu sagen, aber auf Horizontsicht verzichte ich gerne!

    Ich habe einmal den Radius der 90°-Sicheln heraus gemessen (ausgehend von 50cm Kistenmaß, die etwa auf dem Foto etwa 5,5cm entsprechen) und komme dabei auf 7cm

    (wo der weiße Lichtstrahl an der vordersten Gitterrohrstange aufhört, müsste der Kreismittelpunkt in etwa liegen),

    was einem Schwenkradius (für 16") von 64cm gleich kommt, so dass dieser für meinen 18" 72cm betragen müsste.


    "Wichtig sind ......... ausreichend grosse Höhenräder (, min. 1,5x Spiegel-D)."


    Ich denke, du meinst, dass der Durchmesser der Höhenräder mindestens 1,5x der des HS sein sollte.

    Das wäre für meinen 18" ein Durchmesser von 69 cm (in 180°-Bauweise) .

    Bei Factory-Bauweise übertrifft sogar der Radius (=72 cm) der Höhenräder noch diesen Durchmesser - auch darum finde ich sie so toll!


    "Haderst Du wegen dem Bohren von Klemmklötzen mit einem grösseneren D?"


    Bei 30x1,5mm Alurohrstangen (die habe ich auch bei der jetzigen, alten Bauweise, sind aber für die neue Bauweise zu kurz, daher habe ich soeben neue 1,75m lang bestellt),

    wird es wieder die alte Befestigungsweise mit 8 Schrauben am UT (mittels Einschraubmuttern M8) und 4 Schrauben am OT .

    Anschraubmöglichkeit der 8 Stangen erfolgt mittels 16 Stück (oben und unten) 30mm Beschläge (wie sie Gerd Neumann anbietet), die an den Rohrenden eingelassen und mit jeweils 2 Inbusschrauben befestigt werden. Hat sich bei mir bewährt, kann nichts dagegen sagen.


    Grüßle, Helmut


    P.S. Ich dachte ein "Jaegers" ist ein Instrument, gebaut von Al Jaeger?! Ist das eine Bauart, dass man das selber bauen kann? Auf eine gute kurz brennweitige Linse kommt es doch an!

  • Lieber Helmut,


    Al Jaegers:

    Der hatte das Objektiv hergestellt, das 6" war das "Flagship"

    erhältlich in den Öffnungsverhältnissen 1:5, 1:8, 1:10 und 1:15.

    Ein 6" F8 haben wir noch ! 8)

    Erkennbar ist ein 6" Jaegers Objektiv an den 6 Abstandsplättchen.

    Das Teleskop welches Markus anbietet ist eine hochwertige Eigenfertigung

    mit einem Jaegers Objektiv.


    Dobson:

    Ich würde Dir raten den von Innen nach Aussen zu bauen.

    Wenn die Zellen und Tubus fertig sind, die Optik rein,

    dann ohne und mit dem schwersten Okular ausbalancieren.

    Dann die Dir grösstmögliche Höhenräder Abmessung wählen,

    und die Abmessung der Rockerbox gibt sich dann von alleine.

    Leg den Dob so tief wie möglich, auch evtl. Aussparungen am Rocker

    für das freie Durchschwingen vornehmen.


    Die französischen Dobsons sind mir zu sehr "designed"

    Mein Baustil ist etwas pragmatischer,

    das Teleskop muss bestmöglichst zu bedienen und für Zubehörwünsche tauglich sein.


    Ich mag auch keine nackten Hauptspiegel,

    das kann, wenn Du mal Besuch hast

    etwas problematisch mit dem Sabber auf der Optik werden.

    (Ausser jeder hält bei Reingucken die Klappe :evil1:)

    Auch falls von irgendwo her einer funzelt, stört es nicht gleich als Streulicht im Okular.


    Ich habe bei um Stuttgart fast mir keinen dunklen Ort,

    wo nicht von irgend her ein kleines Störlicht ist.

    Die Abhilfe:

    Der Dob wird hinter das Auto platziert, und ich hänge eine 2 m grosse lichtdichte schwarze Decke über den Heckdeckel, eine kleinere habe ich optional für mich selber.

    Komfortabel ist dazu der Kofferraum als Ablage für Zubehör..

    Niemand kann Dir in die Okularkiste oder auf die Sternkarte latschen.


    Wenn Du die Gitterrohre oben plattmachst ( schöner wird das Plattdrücken mit einer gefeilten Aluschablone.) und mit einem Aluwinkel verbindest,

    kannst Du den Hut und die Rohre oben mit Fahrradschnellspannern verbinden,

    und Du hast anstelle von 8 Einzelrohren 4 Pärchen.


    Dazu würde ich auch die Stangen unten am Boden der Spiegelbox anschlagen

    und an der Oberkante der Spiegelbox klemmen, das gibt zusätzliche Steifigkeit.

    Ob Deine 1,75m langen Stangen dazu ausreichen müsstest Du ermitteln.


    So ,das war mein Senf dazu am Nachmittag :D


    LG von Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

  • Ich habe mich gerade nach Schrumpfschläuchen (habe keine Erfahrung damit) umgesehen ......

    wäre einer in schwarz 32mm/16mm (Schrumpfverhältnis) das richtige Maß für 30x1,5mm Stangen (siehe ganz unten)?

    Der Meter kostet etwa 6.- Euro, 14m brauche ich in etwa, wären also 84.- Euro. Fast schon Eloxierpreis!


    aber eine günstige Alternative wäre:

    Nächster Durchmesser 40mm, der lfMeter nur 1,40.- ( Schrumpfverhältnis 2:1, weniger Verschnitt da in einem Stück zum Selbstschnitt)

    Kann, soll ich den bestellen? Was meinst du?


    Alternativ kann man Alu auch anschleifen (aufrauhen), säubern, grundieren und streichen.

    Grüßle, Helmut



  • Lieber Helmut.


    Ich würde 15m vom D 40 mit dem Schrumpfverhältnis 2:1 kaufen.


    Du benötigst dazu noch eine Heißluftpistole.


    Das geht dann razfatz und ist schön mattschwarz!


    Mach vorher ein kleines Probestück, Du wirst begeistert sein!


    Alurohre, schleifen und streichen ist mühselig, und die Rohre bleiben "kalt"


    LG von Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

  • Lieber Gerd,


    ich danke dir für diesen tollen Lösungsvorschlag! Genau so werde ich es machen!


    Wenn ich die klassische Bauweise verwirklichen sollte, werde ich nach deinem obigen Ratschlag vorgehen (von innen nach außen), der ja auch dem

    R. Vogels entspricht. Ich habe mich aber dazu entschlossen, die Factory-Bauweise auszuprobieren (testen), denn was habe ich dabei zu verlieren?:


    1. Die Arbeit an den 2 Sicheln (kann ich erst einmal mit günstigen Holzplatten (Pappelsperrholz 2520x1850x6mm geviertelt und 4x oder nur 3x oder nur 2x verleimt?)

    ausprobieren um Multiplexverschnitt zu vermeiden) und

    2. deren Gegenstücken, die ich an meiner alten Rockerbox aussägen kann, wo also kein Holzverschnitt entsteht, um das Gleichgewicht UT:OT erst einmal

    (in Schwindel erregender Höhe!) zu testen.


    Das war dann auch schon alles, denn für die kurzen, vorderen 4 Stangen kann ich ja jetzt meine alten verwenden (dass ich dafür die neuen im gleichen Maß kaufen muß, darauf hätte ich eigentlich selbst kommen müssen, aber diesen, nun tollen Umstand, verdanke ich dir, Gerd!) :)


    Ich habe also bei dem Umbau so oder so, nicht viel zu verlieren und: Probieren geht über Studieren!


    Hallo Sternfreunde!


    3 Fragen an alle:


    Frage1: Soll ich die Sicheln erst einmal etwas größer bauen (als berechnet, sprich 72cm Radius) (dann verliere ich an Höhe, macht aber nichts), um sie eventuell kleiner sägen zu können, oder darf ich von dem (richtig?) ausgemessenen/berechneten nicht abweichen? Das ist mir noch nicht klar!


    Frage 2: Je länger ich das Foto von dem 16er anschaue, umso unsicherer werde ich mir (der innere, irrelevante Kreis der Sichel irritiert, man darf ihn nicht beachten und eine Kreisscheibe auf das Bild legen geht auch nicht, da die Aufnahme nicht genau im Profil erfolgte!). Gerd hat wohl recht, dass 90° nicht reichen, der Kreis ist doch etwas größer als 90° wohl eher 120° (bringe ich aus der Sperrholzplatte auch noch heraus). Was meint ihr?


    Frage3: Wie oft soll ich das 6mm Sperrholz verleimen? (R. Vogel macht die Höhenräder aus 21mm Birke-Multiplex)

    Mir ist nicht klar, wie sich die Stärke der Höhenräder auf die Gleitfähigkeit auswirkt! Die Reibung wird wohl mit zunehmender Stärke größer?


    (Das Maß meiner Teflonscheiben beträgt 84mmx19mm - ich kann also mit 2 Sperrholz-Lagen (=12mm) oder 3 Lagen (=18mm) arbeiten (bei 4 Lagen bräuchte ich dann breitere Teflonscheiben))


    Dann müsste ich (bei allen 4 gleichzeitig ausgesägten), erst einmal nur 2 verleimen, bei Nicht-balance 3 nehmen und wenn auch da nicht dann auf 4 Lagen erweitern.

    Verhält es sich jedoch umgekehrt, müsste ich erst einmal mit 3 verschraubten Lagen beginnen und bei Nichtbalance auf 2 reduzieren.


    Ich erbitte diesbezüglich helfenden Rat!


    Grüßle, Helmut

  • Lieber Helmut,


    Folgende Parameter regeln die Gängigkeit der Höhenlager Deines Dobson .

    Die Grösse der Gleitfläche, deswegen ist die Breite des Teflonpads alleine nicht relevant,

    sondern auch die Länge,- (Ich feile den Radius der Höhenräder in die Pads rein.)

    Das Gewicht vom Tubus, und der Winkel in dem die Pads am Rocker angebracht werden.

    Je grösser die Fläche ist um so leichter bewegt sich Dein Teleskop in Höhe.

    und je enger der Winkel desto leichter bewegt es sich.

    Da man ein leicht laufendes Teleskop wünscht, dies aber mit und ohne Okular

    im Höhenlager stehen bleiben soll, sind die Grenzen damit gesetzt.

    Dazu kommt die Grösse der Höhenräder, je Grösser um so Besser.

    Dann kommt es auf die Gleitmaterialien an.

    Bewährt ist Teflon auf Ebonystar, ein Strukturprofil ( Resopal) aus Amerika.

    es gibt aber auch Teleskope mit Tropfenblech Laufflächen,

    ( unser 30"-mit über 100 Kilo Tubus Gewicht , da gelten andere Regeln)

    ich habe auch mal einen Rolladengurt am Höhenlager aufgeklebt.

    War mir aber zu leichtgängig.

    Wenn Du Deine Pads in der Rockerbox im 60° Winkel Abstand befestigst,

    reichen die 150° Kreis Ausschnitte der Höhenräder aus.

    Wenn Du genug Holz rumliegen hast, probier verschiedene Optionen aus,

    bevor Du die endgültige Variante für Dich festlegst.


    PS:

    Ich bin der Meinung dass 18mm dicke Höhenräder vollkommen ausreichend sind.

    Du willst die Dinger ja auch noch tragen können!

    Dieter Martini kann Dir Höhenräder für relativ kleines Geld

    mit seiner CNC Bearbeitung aus der vollen Multiplex Platte fräsen.

    Das haben wir beim 30" Neubau 2007 so gemacht

    und damals 1,2m grosse Höhenräder beim Dieter bestellt.


    Der Factory Dobson hat die Pads am Rocker nach meiner Schätzung

    insgesamt nur 45° auseinander,

    der Kreisabschnitt der Höhenräder dürfte 135° ( 90+45°) betragen.

    Du musst bei dieser Bauart schauen,

    dass Du den Tubus passend dafür Ausbalanciert bekommst,

    und er nicht zu leicht in der Höhe läuft.

    LG von Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

    Edited 3 times, last by GerdHuissel ().

  • Lieber Gerd!


    Vielen Dank für deine umfassende Stellungnahme zu den Parametern!


    1."Die Grösse der Gleitfläche, deswegen ist die Breite des Teflonpads alleine nicht relevant,

    sondern auch die Länge,- (Ich feile den Radius der Höhenräder in die Pads rein.)......


    Geradlinige Teflons bilden ja eine Tangente zum Höhenradkreis, daher dachte ich, dass deren Länge keine Rolle spielt.

    Wenn der Radius jedoch eingefeilt wird (auf diese Methode bin ich noch nirgends gestossen), dann leuchtet es natürlich ein.

    Darauf kann ich zurückgreifen, wenn das Dobson gut ausbalanciert ist und ich es leichter gängig machen will!


    2."Je grösser die Fläche ist um so leichter bewegt sich Dein Teleskop in Höhe."


    Das wollte ich wissen! Ich beginne also mit 2x6mm (aufeinander geleimten) Platten und wenn ich da schon nicht in die Balance komme, brauche ich mit 3 Lagen gar nicht weiter machen.


    3."Ich bin der Meinung dass 18mm dicke Höhenräder vollkommen ausreichend sind."


    Ja, mehr wie 3 Lagen werde ich auch nicht verwenden! (zumal die Teflons nur 19mm breit sind)


    4."Das Gewicht vom Tubus,....."


    Ja, das ideale Gewichtsverhältnis von UT:OT muss ich, so gut es geht, vom Foto noch heraus messen!


    5.".... und der Winkel in dem die Pads am Rocker angebracht werden.... je enger der Winkel desto leichter bewegt es sich."


    Ja, das schreibt auch R. Vogel.


    6."Der Factory Dobson hat die Pads am Rocker nach meiner Schätzung insgesamt nur 45° auseinander"


    Ja, der ist gut ausbalanciert, daher kommt er so nah zusammen. Ich glaube nicht, dass ich das bei meinem gegebenen Gewicht von UT und OT schaffe, bei mir werden

    die 2 Höhenlager jeweils Multiplexbrettchen (welche Höhe (?) diese haben müssen, um mit den Teflons dementsprechend weit auseinander zu kommen, muss ich ermitteln),

    die mit entsprechendem (Höhenrad-) Durchmesser ausgeschnitten sind. Für diese elegante Bauweise, schenke ich gerne Höhe (und auch mehr Gewicht an der Azimutplatte) her.


    7."Dazu kommt die Grösse der Höhenräder, je Grösser um so Besser."


    8. Das gilt bei der klassischen Bauweise, ob für die Factory auch, ist mir nicht klar. Ich werde erst einmal den 72cm Radius ausprobieren, so lange sich niemand

    zu meiner Frage "Soll ich die Sicheln erst einmal etwas größer bauen (als berechnet, sprich 72cm Radius)....?" äußert.


    9."Dann kommt es auf die Gleitmaterialien an. Bewährt ist Teflon auf Ebonystar, ein Strukturprofil ( Resopal) aus Amerika."


    Ich habe mit Ebonystar (nur noch teuer zu bekommen) schlechte Erfahrungen gemacht, auch wenn es allseits gelobt wird!

    Schlecht zum Bearbeiten und nach etlichen Jahren musste ich dann die Höhenräder auch noch neu (mit diesem Material, mittels Spanngurten) belegen,

    daher habe ich jetzt 2mm ABS Kunststoffplatte (gibt es tollerweise im größeren Maß von 100cmx49cm! - für große Höhenräder wichtig) genarbt bestellt.

    Weniger Gleitfähigkeit nehme ich in Kauf, damit die Teleskopstellung (mit und ohne Okular) gewährt bleibt.


    10."Wenn Du Deine Pads in der Rockerbox im 60° Winkel Abstand befestigst,reichen die 150° Kreis Ausschnitte der Höhenräder aus."


    Ja, ich werde deinem Vorschlag entsprechend mit 2x30° beginnen und den Kreisausschnitt bei erwähnter Sperrholzplatte maximal belassen (mal sehen, welchen Kreisausschnitt das ergibt.

    Ich habe zwar viel Holz herum liegen, aber keine Platten in dieser Größe mehr.

    Das Herausfräsen ist für mich keine Problem (daher nehme ich anfangs auch erst einmal billiges Sperrholz)!


    11."Du musst bei dieser Bauart schauen, dass Du den Tubus passend dafür Ausbalanciert bekommst, und er nicht zu leicht in der Höhe läuft."


    Das trifft das eigentliche Problem bei der ganzen Sache - mal sehen, was ich dafür alles ausprobieren muss!

    Bei zu schwerem OT hilft ein Gummi- oder Federzug,

    bei zu schwerem UT sehe ich als Option nur

    -Teflonpad-abstand erhöhen und

    -dünnere Höhenräder

    -schlechteres Gleitschichtmaterial (damit mehr Haftung, aber auch schwerere Gängigkeit)


    Sei herzlich aus dem Allgäu gegrüsst, Helmut

  • Post by GerdHuissel ().

    This post was deleted by the author themselves ().
  • Lieber Gerd, Stathis, Sternfreunde!


    Gerd, warum hast du deinen letzten Beitrag gelöscht? Der war doch sehr informativ/konstruktiv!

    Du hast ja schon in jüngsten Jahren mit Dobsonbau begonnen!

    Einen Dobson mit Metallbeschlägen an den Kanten (und auch damals schon in gelb!) hatte ich noch nie gesehen.

    Wir hatten in Legau einen Schreiner, der fertigte mittels Siebdruckplatten und solchen Beschlägen Transportkoffer aller Art, auch für Übersee.


    Nachdem mir sowohl von Stathis, als auch von dir die klassische Bauweise empfohlen wurde, bin ich dem Factory-Experiment nicht weiter nachgegangen, sondern gleich zur klassischen Bauweise.


    Hier nun ein kurzer Zwischenbericht des Umbaus:


    Nach einem letzten Aufbau (Foto1) wurden UT und Rockerbox zerlegt, zuvor der HS (wiegt 17,3kg) und die HS-halterung ausgebaut (der 18-Punkt-Selbstbau wiegt 3,9kg, siehe Foto2+3).

    Die damalige Bauweise (stammt nicht von mir, sondern wurde nach Plan gefertigt) kostet Höhe, heute würde ich es anders machen, aber zum Feinjustieren an 3 Schrauben mit Collimaster ein Traum!


    "Ein Spiegel gehört in eine Kiste"

    Gut! Der neue UT (=Spiegelkiste) hat die Maße 59cm x 59cm x 16cm und wiegt nun mit eingebauter Halterung (Foto3) und Spiegel (Foto4 - nicht irritieren lassen - der gereinigte Spiegel zeigt die Zimmerdecke!)) 28,7kg. Ich hätte an Höhe noch einsparen können, aber das wollte ich nicht, so komme ich beim Aufbau zum Anschrauben der Alustangen am oberen Alurahmen (besser als Inbusschrauben, denn er versteift da die Kiste nochmals - auf Foto3 unten gut zu sehen) noch gut in die Ecken.


    Der OT (Foto5) wiegt (Korrektur) 5,3kg ohne Okular. Das ergibt einen Hebel (Gleichgewichtspunkt) von etwa 1:5.


    Derzeit bin ich beim Einbau der 16 (Stück) 30mm Beschläge von Gerd Neumann in die 30mm Alurohre.


    Ach ja - wichtig für den Umgang mit Schrumpfschlauch:

    Die Angaben (40mm etc.) der Hersteller beziehen sich nicht auf den Durchmesser (wie bei einem Schlauch zu erwarten), sondern, da sie geplättet von der Rolle kommen auf die nun gemessene Breite.

    Ich musste den 40mm Schrumpfschlauch gegen einen 60mm umtauschen, was die Firma freundlicherweise gerne tat (warte derzeit noch auf die 2. Lieferung).


    Derzeit mache ich mir noch Gedanken, wie man einen größeren Sucher am Gleichgewichtspunkt (sprich einer der 8 Stangen) am besten befestigen kann. Wenn ich dann noch an dessen Justage (Ausrichtung) denke, wir mir schwindelig. Ich denke an ein ausgebohrtes (30mm) Holzteil (an dem der Sucherschuh befestigt ist), das fest an der Stange verbleibt.

    Ich bin diesbezüglich um Ratschläge froh!


    Seid alle herzlich gegrüßt, Sterngucker Helmut

  • Lieber Helmut,


    ich dachte mein Beitrag war des Guten zuviel :).

    Das Bild von 1993 stelle ich gerne wieder ein.

    Damals habe ich eine Serie von 16" Dobsons für AIT gebaut.

    Den ersten Dob haben wir auf der FAA 1992 in Laupheim vorgestellt und veräussert.


    Schrumpfschlauch:


    Du hast mit dem Schrumpfschlauch recht, man muss beim mass darauf achten ob es sich um die Breite oder den Durchmesser handelt.

    Ich habe beim Zitronenfalter für 20mm Stangen D 25 Schrumpfschlauch verwendet.

    Schrumpfmass 2:1 ohne Kleber.

    Der hält nach nun 10 Jahren noch immer wie am ersten Tag.

    Zuerst zuschneiden, denn das Rohr auf gewünschte Position reinschieben und mit einem Heissluftföhn aufschrumpfen.


    Befestigung Sucher an Gitterrohrstange:


    2 Abnehmbare Leisten mit je 2 Klemmböcken aus Multiplex anfertigen.

    Die kannst Du mit Fahrrad Schnellverschlüssen auf die Stangen festklemmen.

    Durch die Schräglage der Stangen und die daraus resultierende Lage der Klemmböcke

    ist die Position fixiert. Dann darauf den Klemmbock des Suchers anbringen.

    Wie gross soll der Sucher sein?


    Ein Freund von mir hat den Dobson mit Sucher austariert.

    Wenn er seinen Binoansatz verwendet, wird der Sucher abgebaut.

    (Sucher und Binoansatz sind etwa gleich schwer.)

    Somit passt die Balance wahlweise immer.


    LG von Gerd

    LG von Gerd

    ein Backnanger Sterngucker

    Edited once, last by GerdHuissel ().

  • Vielen Dank für das nochmalige Reinstellen des Bildes, Gerd!


    Einen derartigen Umbau wie ich ihn derzeit mache, hat übrigens Manfred Kleisa in "Metamorphose eines 18" f/4,5 Dobson" vor vielen Jahren gemacht:


    18" Leichtbau

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