Wer kann eine Wellenbohrung in einem Schneckenrad aufbohren / aufdrehen ?

  • Moin,


    ich habe hier ein Schneckenrad 288z mit einer 45mm Bohrung. leider ist meine Welle aber 46mm.... :(

    Ein abdrehen der Welle ist nicht möglich.


    Wer kann mir die Bohrung im Schneckenrad auf 46mm aufbohren / aufdrehen ? :/

    VG, Stefan

  • Hallo Stefan,

    normal kein Problem. Kleine Skizze wäre hilfreich. Welche Toleranz soll die Bohrung haben,.. ich habe keinen Lehrdorn 45mm.

    Hat das Schneckenrad einen Flansch, auf den man in der Drehmaschine spannen kann?

    Mal sehen, was ich tun kann.


    Gruß Phensri

  • Phensri,

    vorab Fotos einfordern.


    Lass dir beide Teile geben, ich vermute, dass Stefan nicht die Mittel hat, Dir Passtoleranzen anzusagen. Je nach Situation kommt noch eine Passnut inkl. Passsfeder dazu ...


    50° im Backofen im Falle einer minimalen Überpassung sollten andererseits immer möglich sein.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Danke Kalle,


    habe gerade gesehen...46mm. Warten wir erst einmal ab bis sich Stefan meldet, alles andere wäre jetzt nur Spekulation.


    Gruß Phensri

  • Moin Leute :)

    Sorry für die späte Rückmeldung. Hatte keine Nachricht über Antworten bekommen. Muß ich dringend mal einstellen.

    Ich füge mal Bilder hinzu, OK ?
    Und Kalle hat recht.... Ich habe nicht die Werkzeuge dafür. Sind ja auch nicht gerade üblich.
    Aber techn. Verständnis und eine Metaller Grundausbildung ist vorhanden. Wenn auch etwas sehhhr lange her :)


    Das schneckenrad ist in der Art wie Herr Alt sie genutzt hat. Also mit einer Klemmung am Ende. Macht die Sache sicherlich nicht einfacher weil da schon Schlitze drinnen sind die sich zum einen zusammendrücken und zum anderen bei der Bearbeitung stören...

    Aber vielleicht seht Ihr doch noch eine Möglichkeit.


    Grüße, Stefan

  • Nachtrag:

    Passfeder und Passnut sind nicht erforderlich. Und das Schneckenrad soll auf der Achse sich noch drehen können. Also dann vielleicht auf 46,1 vergrößern ?
    An die Well wo es drauf soll komme ich nicht ran. Das ist derart massiv verbaut das ich befürchten muß das ich das trotz 2 rechter Hände verbasteln würde........

    Grüße

    Stefan

  • Noch´n Nachtrag :)

    Die Maße sind:


    Dieser "Steg" in der Mitte ist das Objekt das angepasst werden soll.
    Außendurchmesser des „Stegs“ 53mm
    Wandstärke 4mm
    Steghöhe: 26mm
    Innendurchmesser ist: 45mm
    Innendurchmesser soll: 46mm +/- ?? . Es soll auf einer 46mm Achse noch rutschen können, als wenns etwas mehr wäre, vielleicht 46,1mm wäre vielleicht nicht schlecht.


    Grüße


    Stefan

  • Mit einer groesseren Drehbank sollte das gehen. Die Herausforderung ist das Einspannen. An dem Rohrstueck mit den Schlitzen ist es schlecht, weil es dann die Seiten nach innen drueckt. Schiebst Du einen 45mm-Zylinder ein, um das zu verhindern, kannst Du die Innenwand nicht ausdrehen. Die Nabe ist zu flach, um sicher zu klemmen. Und das Schneckenrad von aussen zu fassen, wuerde es wahrscheinlich beschaedigen - ausserdem muesste das Drehfutter recht gross sein.


    Vielleicht ein kleines Drehfutter nehmen, wo die drei Spannbacken das Teil von innen halten koennen? Dann erst eine Seite ausdrehen, das Teil umdrehen, und dann die andere Seite ausdrehen? Der geschlitzte Klemmring muss dabei dranbleiben, um ein Aufbiegen der geschlitzten Buchse zu vermieden. Das Problem ist, ein kleines Drehfutter zu haben, das an eine hinreichend grosse Drehbank passt, die das Schneckenrad aufnehmen kann.


    Wenn es 46mm grosse Metallbohrer gaebe ... gibt es sogar:

    https://www.ebay.co.uk/itm/333…1bbb61:g:bYYAAOSwbX5cgmxz

    Aber 85 englische Pfund fuer eine Bohrung - und der Morsetaper des Tailstocks muss auch passen.

  • Hallo,


    dass sollte mit einer Planscheibe (Nutsystem oder Langlöchern) funktionieren, d.h. die große Stirnfläche wird als Auflage- und Spannfläche genutzt.


    Ich würde einen kleinen Ring vorher fertigen der dem Außendurchmesser des geschlitzten Ansatzes entspricht (Übergangspassung).

    Ring auf den geschlitzten Ansatz stecken und mit "leichtem" Loctite sichern.


    Der Ring soll während der Bearbeitung ein Aufspreizen durch die Abdrängkräfte des Drehstahls verhindern und kann danach wieder entfernt werden.



    Gruß


    Jannis

  • Vielleicht ein kleines Drehfutter nehmen, wo die drei Spannbacken das Teil von innen halten koennen? Dann erst eine Seite ausdrehen, das Teil umdrehen, und dann die andere Seite ausdrehen? Der geschlitzte Klemmring muss dabei dranbleiben, um ein Aufbiegen der geschlitzten Buchse zu vermieden. Das Problem ist, ein kleines Drehfutter zu haben, das an eine hinreichend grosse Drehbank passt, die das Schneckenrad aufnehmen kann.

    Den Gedanken hatte ich auch. War mir aber nicht sicher ob das klappen würde.
    Würde der Drehmeißel nicht an den Schlitzen dann hängen bleiben ? Oder muß man dann halt nur vorsichtig genug sein.......


    Grüße, Stefan

  • Quote

    Würde der Drehmeißel nicht an den Schlitzen dann hängen bleiben ? Oder muß man dann halt nur vorsichtig genug sein.......

    Hi Stefan,

    ich habe auch schon Dinge gedreht, die unterbrochen waren - Schlitze oder Loecher. Das rappelt halt schoen. Man sollte dem Rechnung tragen, indem man die Zustellung begrenzt und lieber oefter druebergeht. Und immer wieder messen - ein zu gross geratenes Loch kleiner zu bohren ist ein nichttriviales Problem. :)

  • Ich habe mal das Schneckenrad gemessen (grob). Man könnte das Schneckenrad auf dem kleinen Ansatz aufnehmen. Leider hat das Schneckenrad 232mm Durchmesser. Da habe ich bei unserer kleinen Weiler etwas Angst.

    Zweite Möglichkeit wäre noch auf der Fräsmaschine mit dem Wolhaupter ausspindeln (vorher mit dem Centricator ausgerichtet).

    Die Bohrung 46 +0,1mm halte ich für zu groß... ich würde 0,05mm vorschlagen.


    LG Phensri

  • Ich würde das auf einer Fräsmaschine machen - Flach aufspannen und mittels Ausdrehkopf ('Wohlhaupter'...) auf 46mm bringen. Auf KEINEN Fall aber auf 46,1mm - dann funktioniert der Schneckentrieb nicht mehr, weil das Schneckenrad dann nicht mehr sauber auf der Welle drehen kann, sondern einen Winkelfehler aufweist bzw. sich durch die Andruckkraft der Schnecke weggedrückt wird.

  • Hmm... bei 0,1mm Spiel soviel Auswirkung ?
    Aber da bin ich kein Fachmann.... Mir kommt es nur darauf an das das Rad auf der Welle drehen kann.


    Und bin hochglücklich wenn mir das jemand machen kann... Es soll auch natürlich nicht für umsonst sein.


    Zu erreichen bin ich unter Astro et sbruns punkt de :)


    Viele Grüße


    Stefan

  • Hallo


    Man könnte auch einen Stahlring zum Spannen anschrauben und den dann auf einem Dorn überdrehen.

    Aber Bohrwerk, Fräsmaschiene geht auch vermutlich mit weniger Aufwand.

    Man muss aber aufpassen das es keinen Planschlag bekommt, das ist wohl bei Schneckentrieb schlimmer wie 1-2/100 axialer Schlag.

    Ist anzunehmen das es mit dieser eigenen Klemmung verzahnt wurde, weil es so Sinn macht, man sollte eventuellen Planschlag der Flächen vorher auf einem Dorn kontrollieren und zur Not die Auflagefläche korrigieren.


    Gruß Frank

  • Ausspindeln sollte klappen. Ist aber nicht ganz einfach.

    Durch die Klemmschlitze werden die Klemmlappen nach außen gedrückt werden so das bei zuviel Spanabnahme die Bohrung verschieden Durchmesser aufweisen kann.

    Von anfang an minimale Zustelltiefe und zum Schluß mehrfach ohne Zustellung die Bohrung nachspanen.

    Zur Toleranz der Passung empfehle ich min. H7 Bohrung. Aber am besten mit dem Mikrometer nachmessen...bei fast jeden Mikrometer ist noch ein Eichdorn mit dabei wo Ihr das Mikrometer noch einmal nullen könnt. (Raumtemperatur ca.20°)

    Gehe davon mal aus das die Antriebswelle nicht ausgebaut werden kann...ansonsten ausbauen und Schnecken rad an Welle aufpassen.

    Es ist aber wirklich nicht ganz trivial das Ding passgenau aufzuspannen und auszuspindeln.


    Gutes gelingen und denkt an eine geringe Spantiefenzustellung...ihr müsst Euch wirklich viel Zeit nehmen.


    saluti Giovanni

  • Wenn man diesen Aluring der auf dem Bild ist mit einem Lack aufklebt den man wieder lösen kann federt nichts weg außer der Drehmeißel, der muss extrem scharf sei und die letzten Späne so dünn es noch geht


    Gruß Frank

  • Wenn es 46mm grosse Metallbohrer gaebe ... gibt es sogar:

    https://www.ebay.co.uk/itm/333…1bbb61:g:bYYAAOSwbX5cgmxz

    Mit einem Bohrer bekommt man weder die notwendige Oberflächengüte noch die Genauigkeit des Durchmessers hin...wenn schon, sollte man eine Reibahle verwenden. Verstellbar, weil 1mm doch etwas viel ist. Gibt es auch und sind günstiger: https://www.ebay.de/itm/172636…eb2132:g:TOoAAOSwa29egMOa. Allerdings braucht man dann noch eine Innenmikrometerschraube....

    Edited once, last by Ullrich: Typo :( ().

  • Hi Stefan,


    helfen kann ich Dir leider nicht. Meine Drehbank ist zu klein (obwohl ein Neugeraet, eine Warco GH1230, geordert ist), und ich sitze zu weit vom Schuss (England).


    Eine Sache ist mir noch eingefallen, was neue Ideen betrifft. Da Du ja ein neues Getriebe an eine vorhandene Montierung adaptierten willst, und die Welle nicht einfach ausbaubar ist: Waere ein gedrehes Adapterteil sinnvoll? Ein Zylinder, der von weiblichen 46mm auf maennliche 45mm geht, um das Schneckenrad aufzunehmen? Die Schnecke sitzt dann lediglich ein Stueck weiter unten.

    Vorteil: Kein Risiko, da keines der vorhandenen Teile veraendert werden muss. Wenn man den Adapter versaegt, kann man sich einen neuen machen.

    Nachteil: Die Passfehler (i) Montierung zu Adapter und (ii) Adapter zu Schneckenrad addieren sich, und die Schneckenlagerung muss weiter von der Montierung wegkommen.


    Ein solcher Adapter koennte einen breiten Flansch haben, der das Schneckenrad gegen Verkippen schuetzt. Desweiteren koennte eine Rutschkupplung, z.B. mit Tellerfederpaketen (a la Rupp) eingearbeitet werden, um das Getriebe zu schuetzen wenn jemand im Dunklen mit dem Fernrohr kollidiert oder jemand versehenlich nach der Beobachtung die Nachfuehrung anlaesst.

  • Man könnte auf die 46mm Welle mal ein Kugellager draufschieben, wenn das klappert wird es schwierig,

    Durchmesser sollte man besser mit Bügelmeßschraube messen lassen, die Mittel dazu sollte eine Auto oder Motoradwerkstatt auch haben.

    Den Aufwand das Schneckenrad herzuri hten und einzuri hten um es bearbeiten zu können ist vermutlich um die zwei Stunde. Eigentlich ist es wenn die Welle hinten und vorn Zentrierung en hat erheblich leichter diese zu bearbeiten.

    Die zwei Stunden die du fürs ausbauen benötigst kosten auch nichts


    Gruß Frank

  • Moin,
    das mit der kleinen Drehbank ist ein Problem, England nicht ;)


    OK, so ein Adapter wäre machbar. Allerdings wüde der gesamte Antrieb dann um die 5cm nach unten rutschen. Und ich darf dann die Mechanik ändern an der Schnecke und Motoren befestigt werden. Klar, wenns anders nicht geht.... Aber soweit sind wir ja noch nicht :)

    Und wegen Verkippen und Rutschkupplung.... das ist ja mit dem Schenckenrad schon gelöst...... Deswegen die Schlitze am Ende. Das ist Quasi die Rutschkupplung (So hat Herr Alt das auch gemacht)


    Grüße


    Stefan

  • Stefan,

    ich weiß ja nicht, wie bei einer Alt der Formschluss des Schneckenrads mit der Welle hergestellt wird. Du schreibst, dass es sich auf der Welle noch drehen können soll. Das heißt im Umkehrschluss, dass weitere Bauteile notwendig sind, um die Kraft dann auf die Welle zu übertragen. Irgendeinen Kupplungsmechanismus muss es ja geben. Siehe Skizze?



    Ich halte es für einfacher, die Welle in diesem Bereich abzudrehen.

    Der geschlitzte Wellenflansch am Schneckenrad ist der GAU für eine nachträgliche Passungsbearbeitung. Die Wandstärke des Flansches selbst ist zu dünn für jegliche Zerspanung in der Fräse oder Drehbank und würde flexibel nachgeben, so dass alles Mögliche da entsteht, aber keine zylindrische Form.

    Der erste Schritt müsste darin bestehen, dass man von außen den Überwurf anfertigt, der den Flansch stabilisiert, bevor man innen ausdreht/fräst. Sonst macht das Schneckenrad später einen Eiertanz auf der Welle.


    Wir reden hier von Hundertstel Millimeter oder noch genauer.


    Bin dafür aber nicht der Fachmann, um das abschließend einzuschätzen. Aber der, der die Schlitze angebracht hat, hat sich dabei ja was gedacht. Meine Skizze ist vereinfacht, Du hast da schon einen geschlitzten Überwurf. Der ist aber geschlitzt, weil er für sich genommen flexibel sein soll. Da muss es demnach noch ein weiteres Bauteil geben, dass per Pressung kuppelt.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Man muss die Passung von der ungeschlitzten Seite aus machen, das was im Geschlitztem wegfedert tut es auch auf der Welle ist schon fast Rutsch kupplung.

    Bei gedachten 0,03mm Spiel müsste man den Wellendurchmesser aber auf +-1/100mm kennen, geht auch mit gutem digitalem Meßschieber.


    Gruß Frank

  • Klar, der geschlitzte Flansch auf dem Schneckenrad ist schon eine Rutschkupplung. Allerdings kann die auch sehr fest angezogen werden, und dann koennte bei Ueberlast doch ein Schaden entstehen.


    Ich habe diese Art der Klemmung bei meinen Montierungen gleich zweimal: Beim Schneckenrad von Kesel fuer eine Selbstbaumontierung, und bei der grossen Rupp Typ4. Bei der Letzteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die Klemmung ziemlich anknallen muss, um ein Durchrutschen zu verhindern. Vielleicht liegt es an Abnutzung, denn die Montierung ist Baujahr 1980. Ich habe das dann mit einer zweiten Kupplung kombiniert. Das Tellerfederpaket, das das Schneckenrad zusaetzlich axial an die Sternflaeche der stufenfoermig gedrehen Welle presst, habe ich durch ein grosses Handrad ersetzt. Jetzt benutze ich die originale Klemmung nur noch, um eine Grundfriktion einzustellen, die relativ gering ist und ein manuelles Verstellen ermoeglicht. Die eigentliche Klemmung passiert mit dem Handrad, das durch seinen Durchmesser von 200mm auch im Dunkeln leicht zu finden und schoen griffig ist. Seitdem habe ich keine Probleme mehr mit dem Durchrutschen.

    Nun aber zurueck zum Ausgangsproblem: Vielleicht waere es doch das Beste, die Rektaszensionswelle auszubauen und abzudrehen. Auch wenn das etwas mehr Arbeit macht ... bei meiner Rupp ging das uebrigens sehr gut, da diese nur Gleitlager hat. Das Abdrehen kann man auf einer groesseren Drehbank durchfuehren, idealerweise mit einem Loch im Antrieb, das die Achse aufnehmen kann. Ansonsten mit einem "Fixed steady" oder mit Aufspanndorn am anderen Ende (Tailstock - ich habe Drehen erst hier in UK gelernt und kenne die Fachbegriffe leider nur auf Englisch!). Dann laesst sich auch eine groessere Amateurdrehbank dafuer verwenden. Besser vor der Spanabnahme noch mit einer Messuhr kontrollieren, ob die Welle auch wirklich rund laeuft.

    Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit: Im Falle eines Fehlschlages ist eine gedrehte Welle einfacher ersetzbar als ein Schneckenrad, das ja normalerweise das kostspieligste Bauteil in einer Montierung darstellt und das heutzutage als Einzelteil schwer zu beschaffen ist. Kesel zum Beispiel (die Quelle von Staus, "Fernrohrmontierungen und ihre Schutzbauten") hat ja die Produktion ihrer Schneckenraeder schon lange eingestellt.

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