Einsteiger Zweckentfremdung Erfahrungen und Ideen?

  • Hallo zusammen,


    ich hätte da ein etwas komplexeres Thema und hab mir auch schon viel angelesen, jedoch steh ich immer noch ganz am Anfang.
    Grob zusammengefasst suche ich die Eierlegende Wollmilchsau, doch weil es die nicht gibt, such ich nen Plan wo ich anfange und wie es weiter gehen könnte.
    Allerdings hab ich vllt. nicht die ganz klassischen Ansprüche: klar Astro-Beobachtung und Fotografie, aber auch Dinge wie Wärmebildastronomie oder Naturbeobachtungen interessieren mich und da kommen unübersichtlich viele Faktoren zusammen und teilweise ist nur wenig im Internet zu finden.


    Mein aktueller Stand ist: ich kann Jupitermonde nur mit dem Smartphone bewaffnet sehen und nutze auch mal das gute Fernglas meines Vaters und will mir jetzt mein erstes Teleskop holen. Wobei ich auch nicht direkt zu viel Geld ausgeben will um erst zu entdecken, wie viel Leidenschaft ich dann tatsächlich habe und weil ich ein armer Student bin.


    Da meine Interessen so breit gefächert sind, stellt sich natürlich die Frage, was da geeignet ist. Nachfolgend so die primären Aspekte, die mir bisher in den Sinn kamen:


    Fotografie: Ich bin vor allem davon begeistert, was Smartphones alles können und hab auch schon einen passenden Adapter. Vllt. rüste ich auch da mal auf und hol mir ne Astrokamera, die ich auch für IR-Nachtsicht nutzen kann, aber vorerst wäre das Smartphone meine Wahl. Als Ziele interessieren mich vor allem die Planeten, aber auch Andromeda würd ich gern drauf bekommen (also zum einen viel Vergrößerung und zum anderen ein großer Blickwinkel)


    Für Naturbeobachtungen ist natürlich ein kleiner Formfaktor relevant, viel Licht bedeutet kurze Belichtungszeiten und zu viel Licht lässt sich durch ND-Filter blocken. Hierfür fänd ich ein Cassegrain ganz gut. Allerdings fürchte ich, das es dann auch einer zweiten (leisen und einfachen) Montierung bedarf und dass die großen Brennweiten in Verbindung mit den klassischen Zoomokularen in der Praxis doch eher unhandliche Vergrößerungen bewirken, was sich vllt. mit nem Reducer ausgleichen lässt. Alles nur Theorie... Hat jemand Praxiserfahrung?


    Für Wärmebildaufnahmen sollte es natürlich ein Spiegelteleskop sein. Beim Schmitdt-Cassegrain hab ich noch nicht rausgefunden, ob die Korrektorplatte Wärmestrahlung durchlässt. Ich würde also eher richtung Newton tendieren und hab da so 150/750-1000 im Sinn. auch weil diese Teleskope scheinbar auch sonst recht vielseitig sind. Für Naturbeobachtungen sind diese allerdings eher groß. Als Kamera würd ich mir so eine Smartphone Wärmebildkamera holen, das hab ich aber auch ohne Ausblick auf Astronomie geplant. Um dann ein scharfes Bild zu bekommen sehe ich drei Ansätze: das Bild des Objektivs ganz normal mit der Wärmebildkamera abbilden, die Kamera umbauen und direkt den Sensor nutzen, oder ein Okular mit billigen Plastiklinsen selbst bauen. Ich hab aber keine Ahnung davon, was bei den beiden ersteren Methoden ne Rolle spielt oder wie gut man ein Okular selbst bauen kann... Ich bin da für jede Erleuchtung dankbar.


    Meine Ideen gehen noch viel weiter, aber ich such ja erst mal ein erstes Teleskop und vllt. ne Idee, was dazu als zweites passen würde. Schonmal vielen Dank an alle, die bis hier durchgehalten haben.


    Gruß
    Georg

  • Hallo Georg,


    willkommen hier auf Astrotreff und ein paar Anmerkungen zu deinen Überlegungen. <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...viel Licht bedeutet kurze Belichtungszeiten...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Das ist ein kleiner Denkfehler, viel Licht durch eine große Öffnung betrifft nur punktförmige Objekte, also Sterne. Für flächige Objekte gilt das nicht und da zählt nur das Öffnungsverhöältnis, vergleichbar zur Blende bei einer Kamera. Und ein SC gilt da als "langsame" Optik, mit f/10 benötigst du die vierfache Belichtungszeit gegenüber einer Optik mit f/5. <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich bin vor allem davon begeistert, was Smartphones alles können und hab auch schon einen passenden Adapter.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Das ist nett, um mal schnell was zu knipsen. Hauptnachteil ist aber, die Firmware im Smartphone liefert dir ein bearbeitetes Ergebnis und das ist in erster Linie für Tageslichtfotos ausgelegt. Für Astrofotografie will man aber unverarbeitete Daten, also möglichst Bilder oder Videos im RAW-Format.


    Was verstehst du mit Wärmebildaufnahmen? Den nahen Infrarotbereich kann man auch noch mit einem Refraktor nutzen, allerdings muss dann auch die Kamera dazu passen. Und "normale" Kameras wie eine DSLR und wohl auch die in Handys haben einen IR-Blockfilter verbaut. Es gibt zwar am Smartphone ansteckbare Wärmebildkameras, aber für welchen Zweck am Teleskop einsetzen?


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    vielen Dank für die Überlegungen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das ist ein kleiner Denkfehler, viel Licht durch eine große Öffnung betrifft nur punktförmige Objekte, also Sterne. Für flächige Objekte gilt das nicht und da zählt nur das Öffnungsverhöältnis, vergleichbar zur Blende bei einer Kamera. Und ein SC gilt da als "langsame" Optik, mit f/10 benötigst du die vierfache Belichtungszeit gegenüber einer Optik mit f/5.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, da hab ich mich nur etwas knapp ausgedrückt. Eigentlich meinte ich bei konstanter Brennweite, also im Endeffekt genau, was du geschrieben hast.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das ist nett, um mal schnell was zu knipsen. Hauptnachteil ist aber, die Firmware im Smartphone liefert dir ein bearbeitetes Ergebnis und das ist in erster Linie für Tageslichtfotos ausgelegt. Für Astrofotografie will man aber unverarbeitete Daten, also möglichst Bilder oder Videos im RAW-Format.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Viele Smartphones unterstützen mittlerweile auch RAW-Format und so auch meines. Außerdem kann man viele Einstellungen manuell steuern und wenn man das Maximum rausholen will, kann man sich auch die Rechenleistung des Smartphones zunutze machen. Auch dann gibt es zwar noch Nachteile, aber mein Handy sieht teilweise mehr als ich.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Was verstehst du mit Wärmebildaufnahmen? Den nahen Infrarotbereich kann man auch noch mit einem Refraktor nutzen, allerdings muss dann auch die Kamera dazu passen. Und "normale" Kameras wie eine DSLR und wohl auch die in Handys haben einen IR-Blockfilter verbaut. Es gibt zwar am Smartphone ansteckbare Wärmebildkameras, aber für welchen Zweck am Teleskop einsetzen?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    NIR interessiert mich zwar auch (genauso UV), aber das lässt sich natürlich leichter bewerkstelligen. Ich hab z.B. in meinem alten Smartphone den Filter ausgebaut. Dadurch ist zwar der Fokus falsch, aber wenn man es mit anderer Ausrüstung verwendet, lässt sich auch das lösen und es kommen (bedenkt man das Alter des Handys) brauchbare Vollspektrum-Bilder raus.


    Aber eigentlich meine ich die weniger triviale Wärmestrahlung, wie z.B. hier demonstriert: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=219749
    Wenn möglich, will ich natürlich auch noch mehr und bessere Bilder erzielen, aber bisher findet man nur schwer, was andere mit vergleichbaren Aufbauten hinbekommen, weil es so wenige probieren.


    Gruß
    Georg

  • Hallo Georg,


    nur kurz was zu deiner "Wärmebildastronomie".
    Wenn du nicht gerade ein Flugzeug hast in dem du dein Teleskop hoch an den Himmel fliegst wird das nicht wirklich etwas.
    Siehe hier:


    Nahinfraot geht, da sollte dir aber klar sein, dass da die Störungen von der Erde, dem Teleskop usw. recht groß sind, da alles nah ist und warm.
    Abgesehen davon werden Infrarotorientierte Teleskope mit Goldbedampften Spiegeln genutz...


    Weiterhin, möchtest du den Filter vom Smartphone ausbauen.
    Dir ist aber klar, dass das Farbchips sind und eine Bayermatrix auf den Pixeln liegt mit GRBG Filter-Muster (oder andere Anordnung).
    Da wärde dann nur 1 von 4 Pixeln überhaupt was durchlassen, wenn der Rotfilter so weit offen ist.


    Dein Bild hier im Forum ist das einzigste was ich in der Art von Amatören gesehen habe und das hatte eine Spezielle Wärmebildkamera und kein "zerstörtes" Smartphone. Ich glaube du traust den Chips im Handy etwas viel zu.
    Ich nutze auch gerne das Smartfone paralle und auch RAW, aber Smartphone RAW ist kein DSLR/Astrocam raw, dass sollte dir auch klar sein.


    Als armer Student (nicht nur die haben kein Geld [;)]) würde ich für die Fotografie vom Feststativ über Fotomontierungen zur EQ-Montierung mich steigern und bei den Kameras vom Smartphone über DSLR mit Festbrennweiten zum Teleskop wechseln.


    Wie schon erwähnt, die f-Werte sind sehr wichtig, aber unter f5 muss man bei Teleskopen Komakorrektoren verwenden bzw. Verziehen die Sterne ausßerhalb der mitte Start zu "Kometen".
    Das ganze sieht man auch bei Objektiven.
    Je geringer der f-Wert um so größer der Verzug und weniger % der Bildmitte sind nicht verzogen ohne Korrektor.


    Ich hoffe ich konnte etwas helfen und habe nicht deinen Elan gebremmst, Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

  • Hallo Sven,


    danke für die aufschlussreiche Grafik, die sich mit meinem Wissen deckt, aber auch darüber hinaus geht. Für die Infrarotastronomie gibt es verschiedene Frequenzbänder die man zur Beobachtung von der Erde aus (eingeschränkt) nutzen kann. Die Kameras die ich meine, decken sich ziemlich genau mit dem N-Band bei 10nm. Also der größten Lücke zwischen sichtbarem Licht und Radiowellen. also bestimmt nicht ganz so toll, wie die Lücke beim sichtbaren Licht, aber immer noch ganz gut. Mir macht da auch mehr die Eigenstrahlung der Atmosphäre sorgen, als die Absorbtion.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Weiterhin, möchtest du den Filter vom Smartphone ausbauen.
    Dir ist aber klar, dass das Farbchips sind und eine Bayermatrix auf den Pixeln liegt mit GRBG Filter-Muster (oder andere Anordnung).
    Da wärde dann nur 1 von 4 Pixeln überhaupt was durchlassen, wenn der Rotfilter so weit offen ist.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ich habe bereits ein Smartphone umgebaut und die Empfindlichkeit im NIR-Bereich zeigt sich am Rotstich des ganzen Bildes und dass Pflanzen extrem hell sind (da sie NIR reflektieren). Also ja, sollte ich mir mal ne spezialisierte NIR-Kamera holen, dann wäre sie ohne Bayermatrix empfindlicher, aber grundsätzlich ist dasumgebaute Smartphone nichts anderes als ne zur Fullspectrum Kamera modifizierte DSLR, wie man sie auch für die Astrofotografie kaufen kann (nur halt in miserabler Qualität).


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">und das hatte eine Spezielle Wärmebildkamera und kein "zerstörtes" Smartphone. Ich glaube du traust den Chips im Handy etwas viel zu.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, dass das ne spezialisierte Kamera ist und ne normale das nicht kann, ist mir klar. Ich glaub da hab ich dich etwas verwirrt, als ich darauf eingegangen bin, dass mich NIR auch interessiert. Um Wärmebilder aufzunehmen wollte ich ein Zusatzgerät fürs Smartphone kaufen, wie es sie vorallem bei Flir und Seek Thermal gibt. Der normale Smartphonesensor kann das definitiv nicht.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich nutze auch gerne das Smartfone paralle und auch RAW, aber Smartphone RAW ist kein DSLR/Astrocam raw, dass sollte dir auch klar sein.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ich vermute, dass ich auf lange Sicht ne echte Astrocam brauche. Aber bis da hin kann ich denke ich schon viel mit dem Smartphone probieren und das Geld erst mal in die Grundlagen stecken (oder eben ne Wärmebildkamera).


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Als armer Student (nicht nur die haben kein Geld ) würde ich für die Fotografie vom Feststativ über Fotomontierungen zur EQ-Montierung mich steigern und bei den Kameras vom Smartphone über DSLR mit Festbrennweiten zum Teleskop wechseln.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Danke, das klingt nach ner groben Struktur an der ich mich orientieren kann.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wie schon erwähnt, die f-Werte sind sehr wichtig, aber unter f5 muss man bei Teleskopen Komakorrektoren verwenden bzw. Verziehen die Sterne ausßerhalb der mitte Start zu "Kometen".
    Das ganze sieht man auch bei Objektiven.
    Je geringer der f-Wert um so größer der Verzug und weniger % der Bildmitte sind nicht verzogen ohne Korrektor.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Von Koma hab ich zwar schon was gehört, aber den Zusammenhang mit den f-Werten kannte ich noch nicht. Also muss man da die Balance zwischen Koma und Helligkeit finden?


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich hoffe ich konnte etwas helfen und habe nicht deinen Elan gebremmst<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Keine Sorge, ich hab mich ja schon viel informiert, was ich grob erwarten kann und für das, was ich nicht weiß, bin ich ja hier um eben auch die negativen Faktoren zu hören um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Vielen Dank für deine Einblicke, Georg

  • Hi Georg,


    das hört sich schon mal etwas realistischer an.
    Es wird aber sicher sehr schwer, erstens wegen der Athmosphärenwärmestahlung, die Menschheit arbeitet hier ja eher in Richtung mehr wärme, in der Atmosphäre. [;)]


    Der f-Wert ist eigentlich das Brennweite zur Öffnungsverhältniss.
    Brennweite / öffnung = Blendenwert.
    Man kennt den Wert z.B. von Fotoobjektiven.


    Die Blendenwerte sind 1 - 1.4 - 2 - 2.8 - 4 - 5.6 - 8 - 11 -...
    Jede ganze Blendenstufe muss man doppelt so lange belichten für die selbe Helligkeit.
    Wenn man also mit ISO 400 und 1 Minute bei f2.8 gut belichtet hat müsste man bei f4 entweder 2 Minuten belichten oder die ISO auf 800 setzen.
    Bei letzterem kommt aber nicht die gleiche Lichtmenge an sonder sie wird nur "hochgerechnet" beim Auslesen der Pixelwerte.


    f 5,6 mit ISO 1600 ist schon bei 1:30 stark Hintergundbegrenzt.
    Die Hintergrundbegrenzung bei Astrofotos ist wichtig um das Kamerarauschen zu überdecken so das nur noch das "Rauschen des Raumes/Himmels" ins Gewicht fällt.


    Mich würden deine Ergebniss mit den Wärmebildern interessieren, wenn du damit anfängst, also Post mal deine Erfahrungen.
    Ich tippe es ist leichter mit einem alten Kofferadio und Satelittenschüssel Radioastronomie zu betreiben, aber auch die anderen Wellenlängen finde ich interessant.


    Lass dich nicht aufhalten, Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

  • Hi Sven,


    dann schein ich das mit den Blendenwerten richtig verstanden zu haben. Die Begriffe und Orientierungswerte bleiben vllt. auch hängen.


    Bei den Wärmebildern muss ich wohl einfach ausprobieren, wie viel möglich ist. Ich hoffe natürlich, dass man mehr als nur unseren Mond sehen kann, aber das wird sich zeigen. Der Vorteil bei Wärmestrahlung ist, dass Städte da weniger Auswirkung haben als bei Lichtverschmutzung. Der Nachteil ist, dass man auch nicht viel mehr sehen wird, wenn man extra von den Städten weg fährt. Wenn ich damit Anfange, versuch ich meine Erfahrungen zu teilen.


    Radioastronomie klingt natürlich auch interessant und deckt sich auch mit anderen Ideen meinerseits. Satellitenschüsseln sind da vermutlich ein guter Ansatz. Aber eins nach dem anderen, sonst sammel ich doch nur weiter wie bisher Ideen, statt mal anzufangen.


    Wärmebilder kann ich zwar aktuell nicht liefern, aber hier mal als kleiner Trost ne Demonstration, was ein Smartphone ohne jede Zusatzausrüstung kann. 4,7x optischer Zoom, digital dann auf 50x, davon dann nur der Ausschnitt und damit das Bild nicht verwackelt, das Handy an den Fensterrahmen gepresst und mit dem Kopfhörerkabel ausgelöst. Zu sehen (erahnen) sind Jupiter drei seiner Monde. Jupiter ist überbelichtet und scheint daher größer, als er eigentlich ist und verschluckt die Monde.


    Viele Grüße
    Georg

  • Auch ein klasse Bild.
    Ist halt ein ganz anderes Ziel. Die benutze App hab ich auch, allerdings seit dem noch kein passendes Wetter gehabt und was Nachbearbeitung betrifft, hab ich noch gar keine Ahnung, außer dass man Bilder stackt[:D]. Auch ein Punkt auf meiner Liste.

  • Hi Georg, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Von Koma hab ich zwar schon was gehört, aber den Zusammenhang mit den f-Werten kannte ich noch nicht. Also muss man da die Balance zwischen Koma und Helligkeit finden?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Koma ist vorzugsweise das Problem bei einem Newton. Bei f/6 noch sehr gering sichtbar, bei f/5 schon stärker ausgeprägt und f/4,5 oder noch schneller wird das sehr deutlich und störend.


    Zur "Helligkeit"- ob du einen 100/500 oder einen 200/1000 nutzt- für flächige Objekte ändert das nichts an der Helligkeit bzw. der nötigen Belichtungszeit. Mit 200mm Öffnung sammelt man zwar annähernd die 4-fache Menge Licht, aber die größere Brennweite verteilt das auch auf die 4-fache Fläche des Kamerachips. Ähnliches gilt für visuelle Nutzung, egal wie groß die Öffnung des Teleskops ist, du wirst nie ein "flächiges" Objekt heller sehen als mit freiem Auge- nur eben größer. Wobei noch zu erwähnen ist, die größere Öffnung verhilft bei gleicher Vergrößerung zu einer größeren Austrittspupille, daher siehst du das Objekt heller als mit der kleineren Optik. Aber trotzdem nicht heller als mit freiem Auge.


    Zu IR-Fotos: Es gibt diverse kleine Videokameras, die mit einem SW-Chip ausgestattet sind und die auch ohne IR-Sperrfilter erhältlich sind. Kosten auch nicht viel mehr als die von dir angedachten Zusatzgerät fürs Smartphone, bieten dir aber deutlich mehr Möglichkeiten. Du brauchst zwar einen Laptop und eine Spannungsversorgung dazu, dafür kommt mit ziemlicher Sicherheit ein deutlich besseres Ergebnis heraus. [:)]


    Gruß
    Stefan

  • Hi Stefan,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ähnliches gilt für visuelle Nutzung, egal wie groß die Öffnung des Teleskops ist, du wirst nie ein "flächiges" Objekt heller sehen als mit freiem Auge- nur eben größer. Wobei noch zu erwähnen ist, die größere Öffnung verhilft bei gleicher Vergrößerung zu einer größeren Austrittspupille, daher siehst du das Objekt heller als mit der kleineren Optik. Aber trotzdem nicht heller als mit freiem Auge.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Da dachte ich grad, ich hätte es verstanden... Ich dachte schon als Kind hätte ich die Erfahrung gemacht und erklärt bekommen, dass gute Ferngläser (flächig) heller machen (als mit dem Auge direkt schauen). Das scheint dann wohl subjektive Wahrnehmung gewesen zu sein, dass sich vllt. aufgrund der Details und des Kontrasts das Bild heller anfühlt.
    Außerdem dachte ich theoretisch eine Optik berechnet (also nur einfache Formeln) zu haben, die genau das macht. Also nicht vergrößert, aber heller macht. Aber das Stichwort AP hab scheint da die Antwort zu sein. Nachdem ich noch mal drüber nachgedacht habe, meine ich meinen Fehler gefunden zu haben.


    Also wenn ich das richtig verstehe, gibt die AP (bei Flächen) an, wie hell es ist, wobei eine AP größer als die Pupille des Auges nichts bringt. Die AP berechnet sich aus der Öffnung durch Vergrößerung, also macht gibt es Grenzen dafür, welche Öffnung noch sinnvoll ist, wenn man eine gegebene Vergrößerung will. Und ein paar Überschlagsrechnungen decken sich mit den Grenzen, welche Teleskope angeboten werden. Klingt fast so, als hätten die sich was dabei gedacht. :D
    Bis ich es vollends verstanden habe, werde ich vermutlich noch paar mal drüber nachdenken, aber es erscheint mir jetzt logisch.


    Danke dafür.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Zu IR-Fotos: Es gibt diverse kleine Videokameras, die mit einem SW-Chip ausgestattet sind und die auch ohne IR-Sperrfilter erhältlich sind. Kosten auch nicht viel mehr als die von dir angedachten Zusatzgerät fürs Smartphone, bieten dir aber deutlich mehr Möglichkeiten. Du brauchst zwar einen Laptop und eine Spannungsversorgung dazu, dafür kommt mit ziemlicher Sicherheit ein deutlich besseres Ergebnis heraus. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, darüber hab ich mich auch schon etwas informiert, falls ich Geld in die Richtung in die Hand nehmen will. ZWO z.B. kann man wohl auch übers Handy betreiben und da mein Laptop ausgedient hat, ist das ne Überlegung wert. Ich werds jedenfalls im Auge behalten aber vermutlich andern Dingen ne höhere Priorität geben.


    Viele Grüße
    Georg

  • Servus Georg, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Also wenn ich das richtig verstehe, gibt die AP (bei Flächen) an, wie hell es ist, wobei eine AP größer als die Pupille des Auges nichts bringt<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Richtig, du bekommst dann das maximal mögliche Licht einer Optik ins Auge, wenn die AP gleich groß ist zu der Pupille deines Auges.


    Ist die AP größer, geht einfach ein Teil des von der Optik eingesammelten Lichts vorbei, es fällt außerhalb der Pupille auf das Auge. Ist die AP kleiner, wird nur ein kleinerer Teil der Rezeptoren im Auge getroffen. Daher erscheint dir das Bild dunkler.


    Gruß
    Stefan

  • 11.001001

    Changed the title of the thread from “Einsteige Zweckentfremdung Erfahrungen und Ideen?” to “Einsteiger Zweckentfremdung Erfahrungen und Ideen?”.
  • Hallo zusammen,


    es hat jetzt ein bisschen gedauert, aber ich habe nun tatsächlich ein 150er Newton von Omegon ersteigert. Ich muss aber scheinbar erst noch viel lernen.

    Hier mal eines meiner ersten Bilder vom Saturn. So ganz zufrieden bin ich noch nicht. Falls ihr mir helfen könntet, was ich noch verbessern kann, wäre das sehr hilfreich.

    Also erst mal, was ich weiß:

    der blaue Rand unten scheind durch die 2x Barlow zu kommen. Ohne ist er nicht da oder zu schwach als dass ich ihn gemerkt hätte.

    Es ist eher ein Schnappschuss, aber auch mit dem Auge ist die Qualität nicht um Welten besser. Also kann ich zwar beim Fotografieren noch was verbessern, aber es ist nicht das Hauptproblem.

    Das Bild habe ich heute Nacht aufgenommen, als der Saturn hinter den Nachbarsbäumen hervor kam. Er stand also noch ziemlich tief und es war ordentlich Atmosphäre dazwischen. Ist die der Hauptfaktor?

    Von Kollimation habe ich zwar noch wenig Ahnung und erstrecht keine gute Ausrüstung, aber mit einem unscharf gestellten Stern konnte ich überprüfen, dass es zumindest überprüfen, dass es für meine aktuellen Ansprüche ganz ok hinbekommen habe. Da werde ich aber definitiv auch noch üben.


    Schonmal vielen Dank für eure Unterstützung


    PS: Wärmebildkameras beobachte ich auch weiterhin. Jedoch will ich mir einigermaßen sicher sein, was ich tatsächlich brauche, bevor ich mir eine hole.


  • Hallo,


    die Justage ist noch verbesserungswürdig. Kleiner Tipp, der Chinamann bietet im Netz Justierokulare für sehr kleines Geld an. Zur Not tut es auch ein modifiziertes Filmdöschen. Wenn den Newton erst richtig justiert ist und Du nicht gerade Planeten direkt am Horizont betrachtest, wirst Du sehen was für ein leistungsfähiges Gerät du da in den Fingern hast.



    MfG


    Rainmaker

  • Hallo,


    tatsächlich war mein Hauptproblem beim Justieren, dass die Schrauben nicht so ganz das gemacht haben, was ich wollte und der Spiegel dabei gewackelt hat. Dass es noch nicht perfekt ist, konnte ich mit einer einfachen Pappscheibe mit Loch sogar schon feststellen (wenn auch umständlich und mir unsicher war, weshalb ich es erst mit einem Stern überprüfen wollte, bevor ich noch ewig rumprobiere). Langfristig werde ich vermutlich in ein Justierokular investieren.


    Also meinst Du, dass das der Hauptfaktor war?


    Viele Grüße

    Georg

  • Hallo Georg,


    so ein f/5 ist schon recht justierempfindlich, wobei die Atmosphäre am Horizont auch so übel sein kann, dass man selbst sehr üble Justagefehler kaum sieht. Der Farbfehler an Saturn ist übrigens durch die Atmosphäre bedingt. Bei einer höheren Stellung über dem Horizont wird er deutlich geringer. Das wird aber noch etwas dauern.



    MfG


    Rainmaker

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!