Handliches 8'' Yolo F10

  • Hallo!
    Bisher habe ich nur gekaufte Teleskope benutzt. Wenn ich über die Jahre mir ansehe welches Teleskop ich am häuftigsten benutze, ist es eindeutig mein 4'' Refrektor. Er zeichnet kontrastreich und ist handlich genug. Ich überlegte mir ein obstruktionsfreies Teleskop mit größerer Öffnung zu kaufen. Bei der Suche im Internet bin ich auf das Yolo gestoßen und war gleich faziniert. Die Tatsache, dass es ein solches Teleskop nicht einfach zu kaufen gibt, war Ansporn den Eigenbau zu versuchen.
    Es soll mit 8'' deutlich mehr Öffnung haben als der 4'' Refraktor, um einen Sprung im Auflösungsvermögen zu machen. Es soll aber so leicht werden, dass ich mich nicht scheuen werde es zu benutzen und damit es noch auf meine gute alte GP DX Montierung passt.
    Es standen F10 der F12 zur Auswahl. Ich habe beide mit einem Konstruktionsprogramm skizziert und habe die äusseren Abmessungen bekommen. Diese habe ich dann mit Zollstöcken grob nebeneinander auf dem Boden ausgelegt. Das war ein Augenöffner, denn mir wurde klar, dass ich das F12 nicht oft benutzen würde und dass das F10 schon grenzwertig ist. Also F10, auch wenn der perfekt korrigierte Bereich in der Achse klein sein wird.
    Der Sekundärspiegel soll verspannt werden und es soll kein Toroid in den Spiegel geschliffen werden.
    Der Tubus soll mit einem Rahmen stabil aber möglichst leicht gebaut werden.
    Mit diesen Überlegungen ging es an das Schleifen der Spiegel.
    An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Stathis, Rainer und Beat für Ihre hilfreichen Ratschläge, Hinweise auf Links und sogar Berechnungen bedanken. Diese Beiträge finden sich unter dem Thema "Primärspiegel für Yolo mit Dreiblatt" in diesem Forum. Dieses Thema passte aber natürlich nicht zum Ursprungsthema und nahm einen zu großen Raum ein, so dass ich ein eigenes Thema zu meinem Neubauversuch eröffnet habe.

  • Ich habe mir aus dem Abfallcontainer eines freundlichen Fliesenlegers passende Stücke von Bodenfliesen herausgesucht. Zwei mit Epoxy zusammengeklebt und mit dem Diamandblatt rund geschliffen haben zwei Tools 6'' und 8'' ergeben. Mit einem Aluprofil und einer guten Mahr Messuhr habe ich das Wachsen der Pfeiltiefe verfolgt. Beim 5µ Schleifen des 8'' habe ich den Fehler gemacht und habe das System Spiegel-Tool hoch gehoben und gewendet. Leider war schon die Suspension aufgebracht. Die Flächen gegeneinander hatten fast keine Reibung uch auch meine nassen Hände hatten keinen guten Griff. So konnte ich nur tatenlos zusehen wie mein 8''er den Gesetzen des freien Falls folgte. Ich konnte ihn noch mit dem Bauch unter das Stativ meines Schleiftisches drücken,so dass er auf der Bodenplatte landete, die ich als Ablage und als Schwerpunktsenker benutze. Er landete natürlich auf der Vorderseite. Also Neustart mit dem 8''er.
    Nach dem ersten Polieren ergab der erste Blick durch den Foucaulttester, dass die Oberflächen beider Spiegel deutliche Hyperbeln waren. Statt wenige mm waren die Radien der Zonen dm auseinander. Ich habe versucht das mit Polieren und dann mit Feinschleifen zu korrigieren, aber der Zeitaufwand war zu gross. Deshalb bin ich auf das 180er Korn zurückgegangen. Ich hatte mit Kraft geschliffen und wahrscheinlich war das der Grund. Vielleicht hat auch ein Härteunterschied zwischen Glas und Fliesentool einen BEitrag geleistet. Beim zweiten Mal habe ich mich bemüht ohne Kraft zu schleifen udn nur die Gewichtsfraft des Spiegels bzw. Tools wirken zu lassen. Mit dem 8''er bin ich perfekt sphärisch herausgekommen. Da hatte ich als Tool den gebrochenen Rohling benutzt. Beim 6''er habe ich einen kräftigen "abgesunkenen Rand", also einen 15mm Rand mit 60mm längerem Radium erzeugt. Den habe ich mit Tricks an der Pechhaut und mit der Daumenmethode bearbeitet, aber leider ohne wirklich guten Erfolg. Jetzt hat mir Stathis noch einen 6''er zugeschickt und ich mache noch einen Versuch. Dieses Mal mit dem Glasrohling als Tool. Damit habe ich js schon gute Erfahrungen gemacht.

  • Hallo Arne


    Zum Konzept : Verspannung (nur) des Sekundärspiegels


    Das schnelle Öffnungsverhältnis 1:10 ergibt eine erhebliche Radiendifferenz .
    Deshalb würde ich den HS oder besser beide Spiegel verspannen .
    Der HS kann problemlos etas größer sein wie der genutzte optische Durchmesser . Bei einer Verspannung gibt es immer Fehler am äußeren Rand die man abdecken sollte . Wie dick sind deine Spiegel ?
    Das Okular befindet sich in der Nähe des HS sodas die Korrektur des Asti. hier einfach ist .
    Wenn Du zB. in Winspot dein Design symulierst ersetzt Du die Verspannung durch Radiendifferenz eines Toroids . Dabei wirst Du
    sehen , das die notwendige Radiendifferenz beim Hs viel geringer ist wie beim Sekundärspiegel .
    Beim Schleifen/Polieren ist das nicht schlimm ; beim Verspannen treten aber zusätzliche Fehler auf die mit dem Maß der Verspannung steigen .


    Schleifen : Test auf sphärisch
    Wenn Du ein Sphärometer hast kannst Du in jeder Phase den Spiegel auf sphärisch testen indem Du den Taster der Messuhr von der Mitte bis zum Rand bewegst .



    Die Meßuhr an der Stelle des Bleistiftes (asymetrisch)ergibt zwar keinen exakten Messwert aber es kommt ja nur auf den Unterschied an .
    Bei den ganz feinen Körnungen macht man besser den Eddingtest um die Gefahr von Kratzern zu vermeiden . Wenn der Eddingtest gleichmäßig ist , ist auch der Spiegel sphärisch genug .


    Tool : Feinsteinzeugfliesen mit Epoxi zusammengeklebt und mit feinen Rillen (Kanten mit Phase) im Abstand von ca. 5cm ergeben die besten Tools die ich kenne . Konstanter Widerstand , nichts bröselt , nichts klemmt oder backt zusammen . Bei 8" reichen schon zwei zusammengeklebte 10 mm dicke Fliesen .


    Viele Grüße Rainer

  • Hallo Rainer,
    es ist ein guter Hinweis auch den HS zu verspannen. Die Spiegel sind 21mm (6'') und 25mm (8'') stark. Der benutzte Durchmesser des Sekundärspiegels ist 135mm. Bleiben am Rand jedeis 10mm ungenutzt. Nicht sehr viel aber schon einmal etwas. Die Spannvorrichtung des HS wird zwar etwas Gewicht addieren, dafür habe ich aber alle Einstellmöglichkeiten.


    Ich hatte mir ein Sphärometer gebaut. Allerdings bin ich aufgrund der kleinen Grundfläche im Bereich der Genauigkeit meiner Messuhr. Ich werde den Eddingtest öfter machen.


    Ich nutze die Gelegenheit, dass ich den Sekundärspiegel noch einmal schleife und ziele einen größeren Radius von 6,9m an. Das gibt mir etwas mehr Backfokus und vergrößert den Winkel B nur wenig.


    Viele Grüße, Arne

  • Hallo Arne


    Den Hauptspiegel zu verspannen hat den Vorteil, dass dass zusätzliche Gewicht am "richtigen" Ende ist. Vorteil auch, dass die Verspannung bequemer justiert werden kann, wenn nötig.


    Der Hauptgrund weshalb der Erfinder Leonard es nicht gemacht hat ist, soweit ich den Originalbericht verstehe (und einleuchtet), dass er den Spiegelrand mit der Verspannung nicht gut genug hingekriegt hat. Das spielt beim Sekundärspiegel, wie Du erwähnst, eine geringere Rolle. Beim HS ist der Verlust an Oeffnung schade. Wie weit man den Primäspiegel je nachdem abdecken muss können wir heute mit Interferometrie einfach feststellen. Du kannst dann immer noch auf den Sekundärspiegel wechseln.


    Mit Gruss, Beat

  • Hallo Rainer,
    ich habe inzwischen auch etwas mit Winplot herumgespielt. Es zeigt sich, dass die Radiendifferenz des Toroids DER Parameter ist. Jede kleine Änderung wirkt sich dramatisch auf die Abweichung aus. Die Empflidlichkeit ist beim Hauptspiegel natürlich noch größer. Zwei Verstellmöglichkeiten zu haben macht die Justage nicht einfacher.


    Vielleicht verspanne ich im ersten Schritt nur den Sekundärspiegel und schaue wie gut ich damit werde. Eine Verspannhalterung für den Hauptspiegel zu bauen und einzubauen bleibt mir ja dann immer noch offen. Es ist ja nichts verbaut.
    Wenn sich herausstellt, dass die benötigen Verspannkräfte beim Sekundärspiegel so groß sind, dass die Abbildungsqualität zu stark leidet, könnte ich einen Teil des Torus ggf. einschleifen und nur einen kleinen Rest als Einstellmöglichkeit lassen. Gibt es da schon Erfahrungen?


    Viele Grüße, Arne

  • Lieber Arne


    Es macht aus verschiedenen Gründen wirklich keinen Sinn, nur einen Teil des Torus einzuschleifen. Entweder oder!


    Die "Einstellmöglichkeit" ist nur eine Behinderung, man braucht sie nicht! Der Torus soll sich stabil halten! Die Justage des Yolo erfolgt auf andere Weise.


    Wenn Du aber die Gelegenheit ergreifst und einen Spiegel verspannst, am besten den sekundären, wirst Du messen können wie gut er wird, um dann zu entscheiden. ob Du den Torus nicht doch besser schleifst.


    Gruss, Beat

  • Hallo Rainer,
    Ich bohre am besten 4x 2 Löcher in die Seitenwand des Sekundärspiegels. Jetzt bin ich beim 25my Schleifen, also im richtigen Arbeitsschritt. Damit halte ich mir alle Möglichkeiten offen.


    Meine Überlegung ist, dass ein stark verspannter Spiegel beim Schleifen seine Fehler überträgt. Ein schwach gespannter Spiegel im Schliff mit schwacher Spannung im Instrument ist vielleicht vorteilhaft. Ich kann es nicht beurteilen. Vielleicht hast Du recht und es macht keinen Sinn. Wahrscheinlich hat es noch niemand probiert.
    Viele Grüße, Arne

  • Hallo Arne


    Verspannen / Toroid schleifen/polieren


    Wenn Du ein f 1/15 oder f 1/17 bauen würdest hättest Du einen wesentlich geringeren Radienunterschied , was die Verspannung wesentlich problemloser macht .
    Weiter hättest Du für den HS 18mm Dicke wählen können . Die Verspannkäfte wären dann nur 1/2,68 (Dickenverhälnis^3) .
    Beim Sekundärspiegel 15mm Dicke . (15/21)^3 = 1/2,74 .
    Die Summe aus all diesen Maßnahmen hätte eine Verspannlösung begünstigt .


    Bei deinem Design und dicken Spiegeln würde ich Dir raten den Sekundärspiegel als Toroid zu schleifen/polieren . Das ist wie Beat gezeigt hat möglich und kann ganz hervoragend werden .


    Viele Grüße Rainer

  • Hallo,
    ich habe am Wochenende eine Spannvorrichtung gebaut, die in die Zylinderwand eingreift. Damit habe ich die Möglichkeit verspannt zu schleifen. So eine Spannvorrichtung sieht so einfach aus, ich aber gar nnicht so einfach und hat etwas Zeit in Anspruch genommen.


    Prof. Leonard beschreibt die Moeglichkeit im ersten Schritt nur den Hauptspiegel zu bedampfen und an einem hellen Stern einen Test der Optik durchzuführen. Hat das schon jemand probiert? Ist der Stern mit nur einer Alu Oberflaeche hell genug, um vernuenftig testen zu koennen? VG Arne

  • Hallo Arne


    Meine Empfehlung: den zu verspannenden Spiegel zuest sphärich machen (nicht unbedingt auspoliert), dann verspannen und im Ellipsoid Test mit Foucault analysieren. Verspannt schleifen würde ich erst, wenn die Fläche auf diese Weise gut wird, sonst kann man einfacher ohne Verspannung ein Toroid machen.


    Ich habe früher das Toriod mit Alu belegt, damit ich die hyperbolische Korrektur des Primärspiegels in Autokollimation optimal machen konnte. Solches ist heute nicht mehr nötig, weil mit Interferometrie eine sehr zuverlässige Messungen der Einzelspiegel möglich ist.
    Einen Test am hellen Stern wie Du es beschreibst wäre mir viel zu ungenau und wäre auch enorm mühsam. Es gibt nicht viele Tage im Jahr wo die Luftruhe annähernd adäquat ist. Realistisch in Frage käme zudem nur der Polarstern, wenn das Teleskop noch nicht fertig gebaut ist. Der wäre wohl zu wenig hell.


    Gruss, Beat

  • Hallo Beat,
    ich kenne mich mit dem Ellipsoistest und der Interferometrie noch nicht gut aus. Haettest Du vielleicht einen Link, der weiterhilft? ich habe es bis jetzt nur geschafft einen Foucault Tester zu bauen und due Ergebnisse zu interpretieeen.
    Viele Gruesse, Arne

  • Hallo Arne


    Der Toroid Test in Ellipsoidkonfiguration kann für Foucault, Ronchi, Sterntest bestens hinhalten. Für die PDI Interferometrie ist er ideal (Bath geht da wohl nicht). Die Anordnung ist selbst erklärend:



    Lukas Howald hat zum Schliff und Testung eines Toroids eine kleine Broschüre verfasst:


    https://pdfslide.org/documents/toroidschliffhowald.html


    Kurt Schreckling hat das Prinzip der PDI Interferometrie gut erklärt:


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=51509


    Das PDI Plättchen kannst Du bei Michael Koch beziehen. Er hat mir auch die Laserdiode mit Ansteuerung geliefert:


    http://www.astro-electronic.de/pdi.htm


    Von mir wird demnächst ein Uebersichtsartikel über die Konstruktion des Yolo im „Journal für Astronomie“ des VdS erscheinen.


    Dein Interesse am Yolo freut mich.


    Mit Gruss, Beat

  • Hallo Beat,
    vielen Dank für die interessanten Links!


    Ich habe gestern einen ersten Foucaulttest mit dem zum zweiten Mal geschliffenen 6''er gemacht. Wieder der genau gleiche abgesunkene Rand! Ihr hattet recht, die Ursache ist nicht eine zu weiche Fliese des Tools. Der gleiche Effekt tritt auch bei einem Glastool auf.
    Ich denke, dass die Ursache meine Angewohnheit ist den Spiegel oder das Tool bei jedem Zug etwas weiter zu drehen, um einen Astigmatismus zu verhindern. Dadurch kommt eine zusätzliche erhebliche Drehbewegung zustande. Diese trägt mit zunehmendem Radius linear mehr ab. Das würde das Phänomen erklären. Ich schleife jetzt erneut vom 320er herunter, dieses Mal nur mit seltenen Drehungen.


    Viele Grüße, Arne

  • Hallo Arne


    Gut möglich das zu viel drehen die Ursache ist .
    Bei Texereau gibt bes eine deutliche Warnung davor .
    "Avoid especially to "waltz" the tool at the end of each stroke....."



    Viele Grüße Rainer

  • Hallo Arne


    Wie breit ist der abgesunkene Rand und wieviel ist der Radiusunterschied zum Rest des Spiegels? Wenn man bedenkt, dass wir früher beim Toroid eine Radiusdifferenz von 100mm in den Spiegel POLIERT haben, gibt es von mir aus gesehen keinen Grund wegen einem rel kleinen Formfehler zum Feinschliff zurückzukehren. Solche Fehler sollen in der Regel beim Polieren korrigiert werden. Wenig Asti stört sowieso nicht, weil er im Yolo auskorrigiert wird oder sogar erwünscht ist.


    Gruss, Beat

  • Hallo,
    nach 10h Ringen mit einem erhoehten Rand habe ich heute meinen. 6"er fertig polieren koennen. Jetzt kommt als naechstes der Test der Verspannung. Ich bin gespannt wie viel Kraft ich brauchen werde, um die notwendige Verformung zu erreichen.
    Viele Gruesse, Arne

  • Hallo Beat,
    Deine Einschaetzung war richtig. Es hat zwar gedauert, aber ich habe mit selektivem Polieren des aeusseren Bereichs ueber lange Zeit die Erscheinung wegbekommen.
    Heute habe ich die Spiegelhalterung gebaut. Ich habe darauf geachtet, dass Verspannung und Halterung unabhaengig voneinander sind, so dass ich den Spiegel mit der Verspannung ein Stueck in der Halterung drehen kann.
    Ich habe mir helle LEDs gekauft. Mit der LED will ich einen kuenstlichen Stern von 30my Durchmesser bauen und mich damit am Testaufbau nach Leonard versuchen.
    Viele Gruesse, Arne

  • Hallo Arne


    Als Punktquelle brauche ich in aller Regel eine rote Laserdiode (ohne Linse, ohne Elektronik). Das ist billig und ohne Aufwand. Ganz einfache Stromversorgung mit z.B. 5 Volt USB und zwei schaltbaren Widerständen (oder Potentiometer). Die Diode soll im LED Modus (mit Okular etc.) und im Laser Modus (für die PDI Interferometrie) zu gebrauchen sein. Der maximale Strom (um 30mA) ist aus dem Datenblatt zu entnehmen und der kleinere Widerstand entsprechend zu dimensionieren. (Bei zu hohem Strom verabschiedet sich die Diode mit einem kleinen Blitz.) Vielleicht sind diese meine Angaben für Dich aber trivial...
    Alternativ beliefert Dich Michael Koch mit dem PD Plättchen und der verdrahteten Laserdiode.


    Beim Ellipsoid Test habe ich die Diode auf einem Fotostativ. Da kann man ganz fein deren Höhe und den Abstand zum Foucault Gerät einstellen. Die Höhenverstellung macht eine Drehbarkeit des Spiegels unnötig. Ein Vorteil ist auch, dass man dann während der Messung nicht zum Spiegel laufen muss. Es würde dadurch Luftunruhe entstehen und man muss dann immer länger warten bis eine schlüssige Beurteilung oder Messung möglich ist. Ja, so empfindlich ist die Sache und darum auch so genau.


    Berichte über das Resultat und wenn Du weitere Hilfe brauchst.


    Mit Gruss, Beat

  • Arne,


    Ergänzung: Bevor du einen Ellipsoid Test machst, musst Du die Radiusdifferenz erstellen und messen: Den Abstand beider Foci bestimmen. Die Abbildung zeigt das „wie“. Der Übersicht halber ist die Punktquelle (hier auch eine Laserdiode) nicht abgebildet. Das geht bequem mit dem Foucault Gerät und einem Okular. Ein Foto davon machen geht am besten mit einer Planetenkamera anstelle des Okulars. Es soll je einen Strich von der Breite des AD geben mit regelmässigen Beugungsstrichen.



  • Hallo Beat!
    Ich verspanne den Sepundärspiegel. Die Spannvorrichtung nutzt zwei kräftige Spiraldruckfedern. Die Zugkräfte und die Druckkräfte leite ich über insgesamt 8 Bohrungen in der Zylinderwandung der Glasscheibe ein. Ich habe im ersten Schritt den Aufbau nach Prof. Leonard gemacht. Ein Dreieck aus Lichtquelle, Spiegel und Okular. Die Basis der Dreiecks also der Abstand zwischen Lichtquelle und Okular berechnet sich für meine Konfiguration zu 2,37m. Der Abstand von Lichtquelle zum Spiegel und vom Okular zum Spiegel ist R2=7,79m. Als Lichtquelle diente eine normale aber starke weisse 3W LED, vor die ich eine sehr enge Blende gesetzt hatte. Die Blende habe ich aus vier Rasierklingen gebaut. Jeweils zwei Klingen ergeben einen extrem engen Spalt. Die sich ergebenden zwei engen Spalte werden 90° gedreht aufeinander gesetzt. Fertig ist der künstliuche Stern. Im nicht verspannten Spiegel habe ist wie beschrieben starken Astigmatismus gesehen. Ein lichtschwacher aber sehr scharfen senkrechter Strich. Dann habe ich die Spannung nach und nach erhöht. Der Strich wurde langsan kürzer und unschärfer. Durch VErgrößerung des Abstands Okular zum Spiegel konnte ich den Strich sehr feinfühlig wieder scharf stellen. Dann wieder die Spannung erhöhen und so weiter. Am Anfang hatte ich Zweifel, ob die Kräfte meider Federn ausreichen würden, um die notwendige Verspannung zu erreichen. Aber am Schluss hat eine kleine Erhöhung der Kraft einen sehr großen Effekt auf die Strichlänge gehabt. Ich brauche erhebliche Kräfte, die aber im 60% Bereich des Federverstellwegs liegen, also im guten voll elastischen Bereich der Federn. Am Ende des Prozesses habe ich einen scharfen Punkt mit schönen Beugungserscheinungen gesehen. Die Methode ist eine sehr gute und feinfühlige Möglichkeit, um die richtige Spannung einzustellen.
    Du hattest einmal Interesse gezeigt den verspannten Spiegel in der Ellipsoidkonfiguration interferometrisch zu vermessen. Ich traue mir zu die Ellipsoidkonfiguration aufzubauen und einen Foucaulttest zu machen. Interferometrie habe ich noch nicht gemacht. Wäre ein Foucaultbild für Dich interessant?


    Ich bin gerade dabei die Verpackung für die Spiegel für den Versand zum Bedampfen zu bauen. Dann habe ich hoffentlich in 2 bis 3 Wochen fertuige Spiegel!!


    Viele Grüße, Arne

  • Hallo Arne
    Das tönt ja vielversprechend!


    Ausmass der Verspannung: Mit der Methode nach meiner Abbildung ginge das einfach mit dem Foucault Gerät "wie gehabt". Da muss man den Abstand Okular zur Lichtquelle nicht nachjustieren. Wenn man die Radiusdifferenz erreicht hat, kann man dann einfach den Spiegel zur versetzten Lichtquelle schwenken. Justieren kann man dies grob mit einem Laserkollimator und dann wie von Dir beschrieben fein kollimieren. Wenn die Form des Spiegels gut ist, geht es dabei um Millimeter.


    Punktquelle: sollte einen Durchmesser von 25 mikron oder weniger haben, d.h. Hälfte des AD Durchmessers (was schwierig zu basteln ist). Sonst kann man die Beugungserscheinung (Abbildung der Punktquelle) nicht schlüssig beurteilen. Eine rote Laserdiode ist dafür sehr gut geeignet. Kannst Du die Masse Deiner "Doppelspaltquelle" abschätzen? Hast Du mit Deiner Methode ein typisches Beugugsscheibchen mit geschlossenen sauberen Ringen? Poste ggf ein Bild davon. Du kannst dazu auch ein Foucault (und Ronchi) Bild posten. Wenn beides perfekt ist, braucht es die Interferometrie im Prinzip nicht und der Spiegel ist gut in seiner Verspannung und kann aluminisiert werden.


    Mit Gruss, Beat

  • Hallo Beat,
    ich kenne die Kantenlänge oder die Diagonale des künstlichen Sterns leider nicht. Mir fehlt ein Maßstab, den ich zusammen mit den gekreuzten Rasierklingen mikroskopieren könnte. Ich habe die Klingen wirklich bis zur Berührung zusammengeschoben. Die Lichtintensität geht dann natürlich stark in die Knie aber ich wusste, dass die Blende wirklich klein werden muss.
    Im Test habe ich eindeutig Beugungserscheinungen gesehen. Die Intensität nimmt von Maxiumum zu Maximum stark ab, so dass ich es mir leider nicht zutraue über das erste Maximum hinaus die Beugung zu beurteilen. Ich werde versuchen den Ellipsoidtest noch zusätzlich zu machen und mir das Foucaultbild anzusehen.
    Gibt es bei Deiner Laserdiode eine Angabe wie groß die Licht emittierende Fläche ist? Oder konntest Du sie einmal abschätzen? Das ist ein echter Vorteil gegenüber der LED, wenn man die Laserdiode ohne Blende in voller Intensität einsetzen kann und die Fläche klein genug ist.


    Viele Grüße, Arne

  • Hallo Arne


    Wenn Du einen Maßstab für das Mikroskopieren suchst nimm Haare .
    Nach Wiki sind Haare 50 - 80 µm , dünne Haare 20 - 40µm .
    Bei mir bin ich mit leichten zusammendrücken des Messchiebers auf 40 µm und bei meiner Frau auf 30 µm gekommen .
    Beim Messchieber sieht man dann einen feinen Spalt und wenn das bei deinen Rasierklingen auch so ausieht passt das mit 25 µm ungefähr .


    Bring mal ein Bild von deiner Verspannvorrichtung .
    Hast Du dir schon Gedanken gemacht wie Du den SP lagern willst ?
    Wenn nötig (wenn das besser zur Verspannvorrichtung passt) kannst Du auch 4 Lagerpunkte wählen , zwei feste und zwei auf einer Wippe .


    Viele Grüße Rainer

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