600ter Ast-Sphäre

Am 03.08.2021 zwischen 16:30-19:30 Uhr werden auf den Astrotreff Servern mehrere umfangreiche Updates installiert.
Es wird in diesem Zeitraum zu längeren Unterbrechungen des Portalbetriebes kommen.
  • Hallo Emil,


    der komafreie Punkt existiert ja trotzdem, nur liegt er nicht in der Feldmitte am Okular, sondern den entsprechenden Millimeter (evtl. auch noch mit einem Faktor 2, das überblicke ich auf die Schnelle nicht) daneben.


    Viele Grüße, Holger

  • Hallo Henri,


    ich war auf der Suche nach einem ultraleichten und ultrakleinen Laserentfernungsmesser, der mit dem zertifizierten Leica Disto meines
    Ingenieurskollegen mithalten kann - zumindest auf der "Kurzstrecke" bis ca. 8m. Mehr braucht unsereiner eh nie. Der Witz: ich habe das Miniaturdingchen an meinem Interferometer so drangemacht, dass es, nachdem ich mit den Interferenzstreifen exakt im Fokus bin (Fokus bzw. mal 2 = ROC messe ich mittlerweilen am 20" Autokollimationsspiegel, ist natürlich einfacher und genauer) ich einfach auf den Knopf drücke, und sofort den richtigen Wert habe mit einer Genauigkeit unter 1mm. Man ist ja faul :-)


    Habe verschiedenste getestet gehabt und die meisten waren eine Katastrophe, aber dieser hier (obwohl mit nur 2mm Messgenauigkeit verkauft!)hat, nachdem ich es "geeicht" hatte, absolut identische Werte wie das teure Leica-Gerät ausgespuckt. Ich mache immer ca. 5 Messungen, die fast alle identisch ist. Ein Wert davon liegt oft 1mm drunter oder darüber, den verwerfe ich dann. Und das Allerbeste: das Ding ist auch preislich der Hammer:


    https://www.amazon.de/Entfernu…er&qid=1611659205&sr=8-15



    cs,


    Alfredo

  • Hallo Alfredo,


    habe die +- 2mm mal an Henris Daten durchgespielt. Im hochstrehligen Bereich zappelt gerade mal die dritte Nachkommastelle. Bei eher "normalen" Strehlwerten dürfte es noch weniger sein. [:p]
    Bin schon kurz vor der Bestellung...wie kalibriere ich einen Entfernungsmesser, bzw. kann ich auf die Werksgenauigkeit vertrauen?


    Größere Schwankungen im Strehl löst jedoch der Durchmesser aus. Selbst bei nur +-1mm im Durchmesser (bei Henris Daten) zuckt es merklich. Das hätte ich nicht so erwartet.


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    genau so ist es. Der Radius ist VIEL empfindlicher! Kritisch wird das Ganze aber tatsächlich bei sehr schnellen Spiegeln. Jörg ist da natürlich in Sphären vorgedrungen, bei der die Messgenauigkeit eine sehr wichtige Rolle spielt, deswegen macht er ja so einen Aufwand (der in meinem Augen bei diesen extremen Öffnugnsverhältnissen tatsächlich gerechtfertigt ist). Aber so bis f/4 kann man durchaus mit einem guten Klasse 1 Maßband sauber den Durchmesser eines Spiegels messen. Mehrere Messungen und dann mitteln, das ist absolut ausreichend.


    Zum Laser: die physikalische Messgenauigkeit dieses Geräts ist nach meinen Erfahrungen definitiv deutlich besser als 2mm.(Aber ich habe hier auch noch zwei andere (teurere) Geräte herumliegen, die in meinen Augen "Lotto" spielen, keine Ahnung wie die es schaffen, die Naturgesetze ausser Kraft zu setzen [:D]) Fakt ist, dass bei den meisten Geräten (auch bei teuren ist das oft der Fall!) der ANSCHLAG einfach nicht exakt stimmt, also ein rein mechanisches Problem. Man kann es aber intern in der Software justieren bzw. korrigieren. Bei Geräten, wo dies nicht möglich ist, muss man halt mit einem Referenzgerät oder einem Endmaß vergleichen und dann immer die "Fehldistanz" dazuaddieren. Geht auch wunderbar.


    cs,


    Alfredo :-)

  • Hi,


    nachdem du Jörg, das Problem von extrem KURZEN Brennweiten hast, zeige ich hier mal ein Gegenbeispiel. Eine zu LANGE Brennweite bzw. Krümmungsradius. [:D] Das Problem: Der große 20" Spiegel steht in einer Ecke des Messraumes. In der anderen Ecke diagonal über den Raum das Foucaultmessgerät (Kai alias Fraxinus, falls du mitlesen solltest: erkennst du deinen X/Y-Kreuztisch wieder, den du mir vor 15 Jahren verkauft hast? [;)] ) und dahinter eine EOS 5D Mark2 Vollformatkamera mit einer sehr guten, verzeichnungsfreien Festbrennweite von Pentax. Wo passe aber ICH noch dahinter?[8D] Gar nicht! Der Raum ist zu klein! Also musste ich mir den Schminkspiegel aus dem Bad (noch ist es nicht herausgekommen, hihi) borgen und ihn in die hinterste Ecke des Raumes quetschen, damit ich die Kamera blindlinks von vorne mit einer Infrarotfernsteuerung steuern kann:







    Habe mit diesem Setup nun das Foucaultbild aufgenommen, das ich noch nachliefern wollte. Es handelt sich dabei um einen 20" LOMO Zerodurspiegel, den ich vor langer Zeit mit Alois interferometrisch vermessen hatte (Strehlwert kann ich mir sparen zu sagen, oder? [:p] )
    Einen Foucaulttest haben wir damals aber nicht mehr gemacht, deswegen war ich auch sehr gespannt auf eventuell sichtbare Zonen, aber auch wenn ich versucht habe, diese mit etwas Über- und Unterbelichtung herauszukitzeln, ist die Oberfläche wirklich glatt wie ein Babypopo:







    Allerdings, Henri, gebe ich Stathis und Jörg völlig Recht. Dein Spiegel ist dermaßen gut geworden, dass ich in diesem Fall ebenfalls NICHT versuchen würde, mit einem großen Tool drüberzupolieren. Du bekommst so zwar die Zonen weg, hast danach aber die Kurve mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstört. Solltest du aber dennoch nicht die Finger davon lassen können, interessiert uns natürlich brennend, ob du es geschafft hast [:D].


    cs,


    Alfredo :-)

  • Hallo Ihr Lieben! Nachdem ich mir Eure Beiträge mal sacken lassen habe muss ich den Spiegel tatsächlich noch mal richtig in Durchmesser und ROC vermessen. Ich habe mir den Laser bestellt. So wie ich das gestern Abend gelesen hatte, scheint sich die Abweichung auf die angegebenen Max Entfernung zu beziehen. Ich wäre jedenfalls schon froh, wenn ich den ROC zumindest auf 2mm genau messen könnte.
    Aber vielleicht, wenn ich mal fragen darf, könnte ich den Laser mal zu Jörg und/oder Alfredo schicken um das Teil mal abzugleichen? Wenn die Genauigkeit tatsächlich nur ein mechanisches Problem ist, könnte ich ja hinten etwas ab- oder drannfeilen.

    Also der Lomo Spiegel ist tatsächlich sauber, bis auf die Fussel! ;) Die nehmen sicher auch rotierende Tools, die zudem noch kreisende Bewegungen machen. Ich war kruz davor mir auch sowas zu bauen, ist sicher gar nicht so aufwändig.
    Aber ist die leuchtende Kante normal? Bei mir leutet die nur sehr sehr schwach. Oder muss ich mehr belichten?


    Alfredo, funktioniert die Canon Fernbedienung auf dem Bild bei Dir? Ich habe auch so eine, habe sie an meiner 7D allerdings nie zum laufen bekommen.
    Abgesehen davon: Ich nehme für die Tests einen alten Laptop und die Canon Utilities. Der Liveview ist eine echte Erleichterung, habe auch ein Akkudummy mit Netzteil in der Canon. Bei dem Spiegel ist es bei mir auch etwas eng, der Kopf würde vielleicht noch hinter die Kamera passen, aber dann bräuchte ich vermutlich drei Brillen übereinander, bei 5cm Auge Display Abstand. ;)))


    Beset Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, man möge mir verzeihen :-) Also, es ist bei einigen Lasern nicht nur ein rein mechanisches Problem. Die Qualität der elektronischen Bauteile spielt eine große Rolle. Temperaturdrift, Timing, Frequenzstabilität, saubere Signalverarbeitung, damit die Phase (und diese wird ja bei dieser Art von Geräten gemessen)exakt bestimmt werden kann, beeinflussen natürlich die Reproduzierbarkeit der Messungen. Sonst gäbe es nicht so große Unterschiede zwischen den von mir getesteten Geräten. Aber WENN die ordentliches Zeug und eine gute Linse verbaut haben, DANN kommt
    eben noch zusätzlich dieses mechanische Problem zum Vorschein. Welches sich aber eben leicht umgehen lässt. Die Genauigkeitsangaben der Hersteller beziehen sich tatsächlich auf die maximalen Reichweiten des Lasers. Bei unseren kurzen Messstrecken ist die Genauigkeit dieses Gerätes definitv um die 1mm.


    Klar kannst du mir das Dingens schicken. Ich kann es im Anschluss auch nochmal an den Jörg schicken, falls Interesse besteht, um eine Art "Round-Robin 2" (erinnert ihr euch? [:D]) zu veranstalten. Stathis ist vielleicht auch dabei? :-)


    Wegen der leuchtenden Kante, Henri: wenn du einen Spiegel "foucaultierst", hast du am Rand immer einen schönen ganz dünnen (!)hell leuchtenden Ring. Dieser entsteht durch Beugungseffekte. Das ist normal und sogar ein Qualitätsmerkmal. Also alles gut bei dir :-) Du musst auch nicht mehr belichten. Im Gegenteil. MEIN Bild ist links überbelichtet. Wollte nur eventuelle Zonen deutlicher hervorspringen lassen.


    Die Fussel habe ich absichtlich drangelassen, weil man so gut auf diese fokussieren kann [:D].


    Die Fernbedienung ist die günstigste, die es gibt, unter 10 Euro. Habe zwar noch eine programmierbare, aber diese hier ist fürs Messen mehr als ausreichend und funktioniert super. Ist deine EOS 7D aufgeführt als unterstützte Kamera im Handbuch? Dann sollte es eigentlich gehen...


    cs,


    Alfredo :-)

  • Also die Unwegsamkeiten sind manchmal schon aufreibend, da habe ich so ein wunderbares Klasse II Stahlmaßband und messe den Spiegel rund hereum um dann zu bemerken, dass der Anschlag einen Millimeter falsch angenietet ist. Ich wunderte mich schon, denn ich erinnerte mich, dass ich den Durchmesser auch mit Umfang gemessen hatte. OK, also noch mal genau - 595 stimmt mit 0,5 Phase. Also 594 Durchmesser.
    Bild von der Fase mit ZeissTischMessLupe und Handy fotografiert:


    Nun habe ich auch mal mit DFTFringe rumgespielt, die Fehler scheinen sich auszugleichen. Wenn ich jetzt mal den gestern gemessenen ROC von 4970mm annehme(das wird sicher mit dem Laser genauer) und jetzt noch die 594mm Spiegeldurchmesser in der Mirror Configuration eintrage:


    Bums - schon ist alles wieder gut! Natürlich nur bis der Laser kommt...
    Appropos Bums, da ich gerade die schöne Messlupe am Wickel hatte. Der Einschlag mit der Stahlkugel sieht darin so aus:

    Bin gespannt was daraus beim Beschichten wird.


    Hallo Stathis, so wie es im Moment aussieht lege ich da kein Poliertool mehr drauf.
    Aber ich habe die letzten Polituren auch mit einem "größeren" Tool gemacht. Aber "größer" ist ja relativ - ich meinte damit mein 140mm Tool. Ich hatte dann nur noch ein größeres und das war 290mm.
    Wenn ich beim ROC eine kleinere Zahl eingegeben hatte, kam in der Mitte ein Buckel raus, da hätte ich das 140ger angesetzt.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    >da habe ich so ein wunderbares Klasse II Stahlmaßband und messe den >Spiegel rund hereum um dann zu bemerken, dass der Anschlag einen >Millimeter falsch angenietet ist.



    Bist du dir sicher? Das wundert mich jetzt extrem bei einem Klasse II Band. Der Anschlag ist ja immer locker, also beweglich genietet, damit
    er die Dicke desselben ausgleichen kann. D.h. wenn du das Stahlband gegen eine Wand drückst zum Messen, fährt es ca. 1 mm ein. Wenn du eine
    Tischkante damit umfasst, muss derselbe Anschlag um ca 1mm ausfahren. Nur dann stimmt der Nullpunkt.


    Überprüf das mal, das wundert mich jetzt schon sehr...


    cs,


    Alfredo :-)



    ps: so oder so ist der Strehlwert deines Spiegels dermaßen gut, dass du am Himmel selbst bei 10 Punkten weniger Strehl keinen Unterschied bemerken würdest. Würde mich freuen, da mal durchguggen zu dürfen :-)

  • Alfredo Du hast Recht, das habe ich jetzt mit einer Messlehre überprüft.
    Man kann den Anschlag tatsächlich sogar sehr genau verschieben.
    Also doch wieder 1mm weniger: Spiegeldurchmesser jetzt 593mm.
    Hoffentlich ist am Ende dieses Threads überhaupt noch was vom Spiegel übrig...


    Zur Abwechslung habe ich mal mit dem Dall Null Test angefangen. Ich habe einen Achromaten mit vermutlich 170mm Brennweite aus einem alten 10x50 Feldstecher.
    Zum Berechnen der Abstände ROC - Linse - Punktlichtquelle nahm ich die Beschreibung auf dieser Seite:
    https://www.telescope-optics.net/dall_ross_null_test.htm
    Bei einem Abstand von 20cm vom ROC nach innen kam ich auf 9,2mm Abstand Linse - Lichtquelle. Nach etwas hin und herschieberei bekam ich tatsächlich so eine Art Sphären Foucault-Bild. Die Luftschlieren steigerten sich schon extrem. Doch leider hat sich immer eine dunkle Fläche ins Bild geschoben, ich nehme an man muss einfach mehr Zeit zum Justieren investieren. Hatte ich gerade nicht. Aber ich freue mich über den Teilerfolg und bin sehr Hoffnungsvoll das noch hinzubekommen.
    Ich hab mal noch zwei Fotos von dem Aufbau:


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    du bist ja wirklich unerschütterlich, find ich klasse! [8D]


    Zu deinem Aufbau: leider ist der Dall Null Test für deinen Spiegel nicht wirklich geeignet. Bei diesem Spiegeldurchmesser und diesem Öffungsverhältnis bringt dieser Aufbau keine aussagekräftigen Ergebnisse. Warum? Der Versatz von Punktlichtquelle und "Empfänger" führt zu viel zu großem Astigmatismus. Ich hatte sowas mal mit meinem 600mm Spiegel versucht und es ganz schnell wieder sein lassen. Was du brauchst, ist tatsächlich der ROSS Null Test, bei dem alle Bauteile auf der optischen Achse liegen.


    Allerdings durchläuft hier dann das Licht die Ross Linse zweimal, so dass diese von extrem hoher Qualität sein muss, wenn du nicht die Fehler deiner Linse mit im Messergebnis haben möchtest. Jetzt verstehst du, warum ich betont hatte, dass ich eine EXTREM genaue Linse verwende für solch einen Test. Die Achromaten eines Fernglases sind meistens für nur 10-fache Vergrösserung hergestellt. Dementsprechend genügt die Genauigkeit der Oberflächen meist bei weitem nicht. Was du dann siehst, sind nämlich hauptsächlich die Oberflächenfehler der Linse und weniger die deines Spiegels...


    cs,


    Alfredo :-)

  • Ja ds verstehe ich. Ich wollte den Spiegel damit auch nicht unbedingt qualitativ vermessen. Hätte ich gleich mit schreiben sollen. Ich möchte aber mal versuchen überhaupt eine größere Fläche auszuleuchten um dann den Lyottest anzuwenden. Mir ist auch klar dass im Lyottest sichtbaren Mikrostrukturen keinen Einfluss auf das Verhalten der Optik haben. Ich möchte aber mal sehen ob sich die Polierbewegungen meiner Mini- und Microtools auf der Oberfläche zeigen.
    Als ich vor ein paar Jahren meine 300mm Referenz-Sphäre gemacht hatte kamen damit die tollsten Dinge zum Vorschein.
    Oder habe ich das falsch verstanden? Würde der Lyottest dann auch die Mikro Oberflächenstrukturen der Linse zeigen? Dann könnte ich mir das tatsächlich sparen, denn die Linse hat schon viel mitgemacht(Kratzer).


    Hast Du mal ein Bild von einem Test mit deiner Ross Test Linse zum zeigen? Wie wirkt sich die Lichquelle zwischen der Linse und der Kamera aus?


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,



    ein Foto eines Lyottests an meinem Autokollimationsspiegel kann ich dir schon mal zeigen, aber ich habe nie versucht, einen Lyottest durch die Ross-Null-Linse hindurch zu machen. Auch hier würde jedoch der Fehler der Linse auf jeden Fall die Oberflächenpolitur deines Spiegels überlagern. Beim Durchgang durch Linsen sind die Fehler gegenüber einer Spiegelung zwar halbiert, aber da der Durchgang zweimal stattfindet ist das Verhältnis wohl wieder 1:1. Ausserdem gibt es ja ZWEI Linsenflächen.


    Bei deinem Dall-Test geht das Licht nur einmal durch die Linse, so dass hier die Politur deines Spiegels besser sichtbar sein müsste.
    Ich kenne nur einen, der so einen Test einmal gemacht hat, nämlich Kurt Schreckling. Leider hat er genau diesen Test damals nicht protokolliert. Allerdings habe ich heute mit ihm telefoniert und er meinte, es funktioniert, solange die Linse extrem glatt poliert ist. Das ist also die große Frage, so daß du erstmal die Glätte deiner Linse wissen müsstest [xx(]


    Die Kratzer selbst sind nicht das Problem, dessen Abmessungen sind ja um ein Vielfaches größer.


    cs,


    Alfredo :-)

  • Hallo, heute habe ich den Laser bekommen und gleich mal getestet. So kalt wie er aus dem Lieferwagen kam und zwei Stunden später mit voll geladenem Akku. Die Ergebnisse waren fast auf den µm gleich.


    Nun habe ich den Spiegel gemessen: ohne Tunnel wie man am Foucaultbild sieht. Etwa 100mm vom Rand(die schwarzen Ringe haben immer 50mm Abstand) und in der Mitte. Wenn ich die weißen Isolierbandstückchen getroffen habe, bekam ich die Werte wie auf dem Display:


    Das Isolierband hat 0,1mm, kann man also getrost vernachlässigen. Nun habe ich mir mal die Parabel angeschaut:


    Wenn ich jetzt nicht falsch liege, ist die 70% Zone(etwa 200mm von Mitte) etwa 0,004mm näher am Laser als die Mitte. Also auch nicht relevant was die Lasermesserte ja auch so bestätigen.
    Die Werte in DFTFringe eingegeben und ich komme auf einen Strehl von 0,986 - vorrausgesetzt der Laser stimmt. Es ist schon bemerkenswert, dass ich mit den Zollstöcken vor ein paar Tagen auf das gleiche Ergebniss kam!


    In DFTFringe sehe ich schon wieder solche verlockende Ringzonen! Wie gemacht für meine Tools.
    Aber erst vergleichen wir mal unsere Laser.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    bin da nicht so tief drin. Aber wenn die Radiendifferenz einer Parabel und einer Sphäre, noch dazu bei einem solchen Spiegel, nur 4 Mikrometer beträgt, dann würde wohl niemand einen Spiegel parabolisieren. Oder sage ich was falsches.[?][?]. Bitte korrigiere mich. Eventuell habe ich Dein Vorgehen auch nicht richtig nachvollzogen.
    Würde hier den Foucault Tester doch auf die mittlere Zone stellen bzw. nullen und dann mal messen. Ich denke der Brennweiten bzw Roc unterschied ist deutlich grösser als 4mü zwischen 71% und Zentrum.


    Viele Grüsse
    Gerhard

  • Hallo Gerhard, was die Kurve zeigt sind die Abweichungen der Parabel von der Sphäre. Das sind immerhinn 4000nm, die dort durch Polieren verändert wurden. Ich habe die konische Konstante auf 0 gessetzt(Sphäre, siehe roter Kringel).
    Ich glaube wir denken da gerade an einander vorbei. Die Änderungen auf der Topographie des Spiegels betragen 4µm.
    Die Schnittweitendifferenz im Foucaulttest ist was anderes. Da geht es tatsächlich um ein paar mm. Deshalb habe ich den Foucaulttester so eingestellt, dass etwa die 70%Zone gleich hell ist. Ich gehe davon aus, daß das die "gemittelte" Schnittweite ist und bei parallel eintreffenden Strahlen(am Himmel) dann den Schärfepunkt ergibt. Oder bin ich jetzt wieder auf nem falschen Dampfer? Sollte man wirlich den Mittelpunkt des Spiegels nehmen? Also zurückrechen... und mit Foucaut prüfen.
    Das muss ich doch gleich noch mal probieren. Hoffentlich finde ich 'ne Formel.


    Danke Gerhard, man wird ja manchmal echt Betriebsblind. Ich guck mal wie viel das in Zahlen bei mir ausmacht.


    <u>Edit:</u> Ich habe mal nach der Formel s=h²/R (s=Schnittweite, h=Abstand vom Spiegelmittelpunkt in mm, R=Krümmungsradius in mm) berechnet wie weit die Messerschneide noch nach innen müsste: 8mm!
    Zum Foucault-Test komme ich heute leider nicht mehr.


    Spannend...


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    In deiner Formel fehlt der Faktor 2 im Nenner.
    Die richtige Gleichung lautet s=h^2/(2*ROC), bei dir 4 mm.
    Wie schon erwähnt, ist der Abstand Spiegeloberfläche zu Messerschneide an der Mittelzone als ROC zu nehmen. Stell dir gedanklich vor, dein Spiegel hätte nur 100 mm Durchmesser. Wie groß ist hier der ROC? Dieser ROC gilt auch für den ganzen Spiegel.
    Wenn du die Foucault Messerschneide statt auf die Mitte auf die Zone bei 200 mm Spiegelradius einstellst, musst du von diesem Abstand die 4 mm abziehen, um den ROC zu erhalten.

  • Hallo Stathis, danke für die gute Beschreibung. Die Sache mit dem ROC ist mir jetzt gut nachvollziehbar. Heute früh hatte ich mir gleich mal das Buch vom Martin Trittelvitz gegriffen und auf Seite 96 steht daß die Formel s=h²/R fur feste Lichquelle und bewegliche Messerschneide gilt. Bei mir wird Lichtquelle und Messerschneide auf einem Kreutztisch bewegt und dadurch halbieren sich die Werte.
    Deine Formel stimmt also bei meinem Messaufbau perfekt.


    Da erinnerte ich an meine Foucaultmessungen mit denen ich meine ersten zwei Parabolspiegel gemessen hatte.
    Das konnte man bei dem Programm "Foucault Image Analysis" eintragen. Leider läft das Programm bei mir unter W10 nicht mehr...


    Betse grüße, Henri

  • Hi Henri,


    das ging aber schnell mit der Laserbestellung :-)
    Es freut mich, dass dein Gerät scheinbar genauso konsistente
    Messungen hergibt wie meines. Ich werde es dann mit meinem vergleichen, sobald es hier angekommen ist.


    Wie ich dir schon am Telefon gesagt hatte, konnte ich nicht widerstehen, und habe nun einen ähnlichen Laser bestellt, allerdings mit Metallgehäuse. Bin gespannt, ob er von der Messgenauigkeit an diesen kleinen Schwarzen rankommt, sonst schick ich ihn zurück.
    Werde jedenfalls hier berichten.


    Auch werde ich jetzt meinen mal öffnen, um den Druckknopf über Kabel nach aussen zu führen. Mit dieser "Fernsteuerung" wäre die Messung dann ohne Schwingungen und das Messgerät berühren zu müssen noch deutlich komfortabler.


    Mai san mia faul...


    cs,


    Alfredo :-)

  • Hallo Leute, ich habe nun am Wochenende ein wenig gebastelt und es doch noch geschafft den Dall Null Test mit dem Lyot-Test zu verbinden. Das Ausrichten der Linse war sehr fummelig, so dass eine Fassung her musst. Der Feldstecher-Achromat hat 50mm Durchmesser und 175mm Brennweite. Leider hat er vorne und hinten verschiedene Krümmungsradien, was sich als sehr schwierig herausgestellt hat. Die Linse funktionierte im Dall Aufbau nur in eine Richtung einigermaßen gut. Außerdem lag sie wohl auch schon länger auf sandigen Unterlagen, die Mitte ist völlig zerkratzt(sieht man schon mit bloßem Auge). Für den Lyot Test konnte ich ein Metallbedampftes Glasplättchen nutzen das von Alois Ortner stammt und mir netterweise von Kurt Schreckling 2016 zur Verfügung gestellt wurde. Hier ist der Link zu dem damaligen Thread bei dem die Prüfshäre für den ovalen Planspiegel für diesen 600ter Parabolspiegel entstand:
    http://www.astrotreff.de/topic…PIC_ID=202056&whichpage=1


    Der Testaufbau:


    Und das bisherige Ergebniss:


    Das rechte Bild zeit im intrafokalen Defokus das Lyot Plättchen(was man übrigens auch gut funktionierend mit Kerzenruß selbst herstellen kann, siehe obigen Link). Ich habe nur das mittlere Quadrat benutzt.
    Im Linken Bild sieht man ein Lyot-Bild im Dall Null Aufbau. Die Qualität ist zugegebenermaßen nicht berauschend. Alle größeren Kratzer kommen von der Linse, aber die Rillen im Spiegel sind gut zu erkennen.
    Nur warum sieht man denn keine Mikrostrukturen auf der Spiegeloberfläche. Könnte das an der schlechten Linse liegen?
    Aber vielleicht ist die Spiegeloberfläche tatsächlich relativ glatt. Zumindest habe ich beim polieren irgendwann immer auf kreisende Bewegungen der Minitools geachtet.
    Zumindest bei dem Einschlag sollten doch ein paar Kratzer zu sehen sein. Nun gut, vielleich kann das noch etwas verfeinert werden.


    Es ist wirklich eine tolle Sache, so eine relativ starke Parabel wie eine Sphäre im Foucault und Lyot sehen zu können.


    Hallo Alfredo, bin auch schon auf den Laser gespannt. :)


    Beset Grüße, Henri

  • Alfredo, Deine Nerven sind gut investiert. [8D]


    Hallo Liebe Mitleser, wir haben hier heute Abend einen fantastischen Schneesturm und zwischen den ganzen Messungen ist ein Blick aus dem Fenster eine schöne Abwechslung.


    Aber zurück zum Dall-Null-Lyot Test(darf man das so nennen?). Ich habe mir in der Bucht eine 40€ schwere Linse besorgt: Plan Konvex, 66mm Durchmesser, f200mm. Diese kam mit einigen (1mm)Einschlägen am Rand und scheinbar wurde beim Schleifen eine Körnung vergessen. Mit einer Lupe sieht man die vielen Löcher in der Oberfläche.
    Und dennoch konnte ich hier die Oberflächentopographie des Spiegels ertstaunlich gut sichtbar machen:



    Links die 0° Stellung und rechts um 90° nach links gedreht.
    Auf den Bildern sieht man dass der Foucaultanteil doch recht hoch ist. Aber es gibt auch feinere Strukturen zu sehen, das könnten die Lyot-Test Anteile im Bild sein.


    Mit den weißen LED konnte ich kein sauberes Bild erzeugen, da die Refraktion der Linse einfach nicht zu beherrschen war. Auch mit Rotfilter funktionierte das nicht - zu viele Artefakte und zu lichtschwach für die Kamera.
    Also machte ich mir noch eine Punktlichtquelle 100µm mit einer ultrahellen grünen LED.
    Dafür habe ich Alufolie und einen 0,1mm Bohrer benutzt. Das ging sehr gut. Die LED wurde wie immer fein flachgeschliffen um näher an die Lochblende zu kommen.


    Wie immer bei einem Null Test machte ich auch die Fingerprobe um Berge und Täler nicht zu verwechseln,
    mit dem Finger ein wenig Wärme ins Glas gebracht ergibt den Buckel ganz rechts im linken Bild:


    Nun kam der von Alfredo justierte Laser zur möglichst genauen Messung des ROC zum Einsatz.
    Dazu wurde im Foucaulttest die 70% Zone(Bild rechts) eingestellt und 4970mm gemessen. Davon noch die 4mm Schnittweitendifferenz zur Mitte abgezogen ergibt nun:


    ROC = 4966mm
    Durchmesser 593mm


    Das wiederum ergibt nun in DFTFringe einen Strehl von 0,988 und einen Best Fit Conic von 1,002.


    Nun lasse ich den Spiegel so.


    Vielen Dank für Eure Tipps und Hilfen, das hat wirklich weitergeholfen.
    Jetzt gehts ans Teleskop bauen! :)


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    die Ausleuchtung ist schon mal perfekt! Aber irgendwie sieht das nicht ganz nach Phasenkontrasttest aus. Die wesentlich feineren Oberflächenstrukturen müssten eigentlich viel stärker hervortreten. Mir fehlen auch die für den Phasenkontrasttest typischen Beugungserscheinungen am Spiegelrand, oder täusche ich mich da?



    Hast mich jetzt dennoch neugierig gemacht, ob das überhaupt zufriedenstellend funktioniert. Allzuviele Leute haben das ja offensichtilich noch nicht probiert. Ich werde sobald ich eine Fassung habe ein paar Experimente in Form eines "Ross-Null-Phasenkontrasttest" (keine Ahnung ob man es so nennen darf, aber nachdem du deinen "Dall-Null-Lyot-Test genannt hast....[:D]) machen.




    Ach ja...bei aufgerundet 0,99 Strehl würde ich den Spiegel auch so lassen [:D] . Monsterteil. Gratuliere!
    cs,


    Alfredo :-)

  • Hallo Alfredo, das ist ein Problem was ich schon bei meiner 300ter Test-Sphäre hatte. Am Anfang bekam ich fast nur Schatten-Foucaultbilder, aber nach und nach - während des Justierens konnte ich die Phasenkontraststrukturen sehen. Bis ich richtig gute Bilder davon machen konnte verging noch mal etwas Zeit. Aber es war wie beim ersten Foucault Bild oder beim ersten Interferogramm. Wenn man es einmal gesehen hat, findet man es immer wieder.
    Aber diesmal mit der Linse im Strahlengang war es von Anfang an schwieriger, ich bin da wirklich geduldig und habe die Ruhe weg. Wer schon mal so einen DallNullTest gemacht hat weiss sicher wie empfindlich genau die Linse in allen Richtungen justiert sein muss.
    Aber vielleicht ist die Linse auch einfach zu schlecht poliert. Die Bilder der kompletten Oberfläche haben jedoch für den Aufwand entschädigt. Es ist sogar zu erkennen an welchen Stellen ich die kleinen Poliertools bei der Rotation des Spiegels vom Glas genommen und wieder aufgesetzt habe.


    Die Beugungserscheinungen am Rand waren an der Sphäre eigentlich wie hier im DallNullTest.


    Es wäre aber sehr interessant wenn du ein RossNullLyotTestbild mit Deiner Linse hinbekommen würdest.
    Dann würde ich dich nämlich drängeln es auch mal mit dem astigmatischen DallNullLyotTest zu versuchen! ;)


    Da fällt mir ein: So ungefähr bei Strehl 0.8 wollte ich schon mal einen Lyottest machen. Es war wohl schon etwas spät, so dass ich nicht daran dachte: es geht ja nur in Autokollimation oder eben bei einer Sphäre. Die Parable war aber schon sehr weit fortgeschritten. Ich bilde mir aber ein, dass an den Stellen wo das Foucaultbild gleichhell ist die feinen Strukturen gesehen zu haben.


    Beste Grüße, Henri


    p.s. Eine Fassung aus Metall wäre sicher das Beste für die hochwertige Linse vom Alois.
    Aber wenn PLA eine Alternative für dich wäre?

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