Karboknirschen mit 26 Zoll

  • Hallo beisammen,


    Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Neues Glas neues Glück




    Erst wurde die Rückseite planiert mit einer 90cm Glasscheibe (Tischplatte vorher mit Polfilter getestet). Mein Schleifteller ist nun gut ausgefüllt



    Nach vollzogener Planierungsaktion Check der "Randdicke" (Die Fase muss ich nachziehen).



    In den letzten Tagen wurde dann das 510mm Tool hergestellt als Sandwich.



    Dann ging es wieder mit K60 weiter, die Unebenheiten zu glätten. Erst mal mit Muskelkraft.



    Am nächsten Tag dann doch lieber gleich Umstellung auf Maschinen-Betrieb. Der Abtrag ist mit Maschine bei mir nicht ganz so hoch wie mit Hand. Aktuell liegen 10KG oben auf, das ist zu wenig bei der Größe. Größere Gewichte habe ich gerade nicht zur Hand. Aber trotzdem eine große Erleichterung. Dauert dann halt alles ein wenig länger. Das Dinges läuft mit 45U/Min mehr schafft meine Maschine nicht.



    Bin noch mittendrin im Grobschliff. Die restlichen Unebenheiten werden noch ausgemerzt. Pfeiltiefe ist bei 10,8mm. Ein wenig muss die Mitte dabei noch tiefer werden. Ich hoffe auf F3,7. Muss Gas geben. Ich freue mich
    schon auf das Parabolisieren. Der Grobschliff ist eine ganz schöne Schlammschlacht. Das Interferometer wartet derweil nervös im Prüferraum:-). Einen fetten Messständer braucht es noch. Der wird dann zu gegebener Zeit gemacht.


    Der Rohling ist im Grunde identisch mit diesem Tier:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=243996


    Nur eben größer, mit 51mm Randdicke und jetzt mit 219 Elementen, um den vorderseitigen Meniskus zu stabilisieren. Nun hoffe ich, dass der Glasgott mich nicht ins Knie beißt, ich keinen Muschelbruch fabriziere und ansonsten alles so klappt wie ich es mir vorstelle.


    Fortsetzung - folgt



    Viele Grüße und bleibt gesund![^]
    Gerhard

  • COOL! (groß ist wohl nur noch durch größer zu toppen :-) )


    In der Selbstbauecke ist es ja bei den günstigen Angeboten aus Fernost recht ruhig geworden.


    Da macht es richtig Spaß so innovative und auch experimentierfreudige Projekte ein wenig aus der Ferne verfolgen zu können.


    Also viel Erfolg bei Deinem ambitionierten Projekt!


    CS
    Harold

  • Hallo Harold und Timm,


    freue mich über Eure Rückmeldung. Das DSM ist leider ausgefallen, sonst hätte man sich wieder gesehen.


    In Zeiten von Corona ist das Spiegelschleifen eine schöner Ausgleich. Jeden Tag ein kleines Stück. Heute konnte ich die Pfeiltiefe auf nun 11mm erweitern. Der Spiegel ist bis auf eine kleine Stelle mit K60 nun ausgeschliffen. Morgen könnte ich mit dem Grobschliff wohl durch sein. Es ist schon eine Schlammschlacht. Grob über den Daumen sind inzwischen gut 1,5KG K60 verpulvert worden. Über das Gewicht kann ich nur spekulieren. Er ist ja per se sehr leicht und durch das schleifen geht prozentual deutlich noch was weg. Ohne mich festlegen zu wollen, könnte er auf ~8,7 KG kommen, sofern der Abtrag mit dem 17er identisch ist. Sowie ich mit dem Grobschliff durch bin, wird mal gewogen. Bin selbst schon gespannt, was da rauskommt.


    Über das Dobson gibt es noch keine genauen Vorstellungen, aber es wird auf jeden Fall ein Lowrider[8D]. Den Plan beim nächsten Projekt auf 26 Zoll zu gehen, hatte ich schon etwas länger im Hinterkopf und auch schon ein wenig konkretisiert. Nun hat sich ein Sternfreund gemeldet der zufällig (ich schwöre) genau an die gleiche Größe gedacht hat. Das gab dann die Motivation, die Ärmel vorzeitig hochzukrempeln.


    Hoffe der Corona-Zirkus ist bald vorbei. Zeitweilig hat mich mein Spiegel sogar an den Virus erinnert. Rund, grün und dann noch mit diesen Punkten[xx(]. Wird Zeit für Teleskoptreffen. Hoffe das ITV findet statt, dann sieht man sich wieder.[:)]


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    tolles Projekt. Eine Frage dazu hätte ich. Wie steuerts du den Abtrag. Spielt die Position des Tools auf dem Spiegel eine Rolle? Je mehr Randüberhang, desto mehr Randbearbeitung und je mehr Mittenposition, desto mehr Mittenabtrag? Was passiert, wenn das 75% Tool mit gleichen Überhängen Mitte und Rand schleift.


    Viel Erfolg,
    cs Thomas

  • Hallo Gerhard,


    tolles Projekt was Du da gestartet hast. Wünsche Dir den bestmöglichen Erfolg.
    So eine einfache Schleifmaschine hatte ich mir auch gebaut, funktioniert wunderbar.
    Beim Polieren gibt es eine Tendenz zu Zonenfehlern und Zentralberg. Später beim Parabolisieren von Hand verschwinden der Bürzel und die Zonen aber wieder schnell.
    Wie Du weißt habe ich da ja "noch was rumliegen". Das wird auf alle Fälle fortgesetzt.

  • Hallo Thomas,


    zur Einstellung der Maschine. Das ist so eine Sache. Wollte etwas mehr Pfeiltiefe und entsprechend lief das Tool möglichst weit innen. Soweit so gut. Die Pfeiltiefe wollte aber nicht so richtig tiefer gehen. Bin aber bei der Einstellung geblieben, weil mir das logisch erschien. Dann der Eddingtest...[:I]. Bei der Grösse vielleicht doch mal im früheren Stadium anzuraten. Es gab ein ziemliches Aha-Erlebnis.






    Bei der Einstellung werden Mitte und Rand weniger stark bearbeitet bzw. sind dann zu hoch. Gerade aber in der Mitte wäre doch der höchste Abtrag zu erwarteten. Da ist die Intuition wohl fehl am Platz. Und so ein wenig ist das mir auch beim polieren des 17er aufgefallen. Dort hatte ich einen Berg der nicht wirklich weg wollte. Nun gibt es ein Progamm "Polsim" von Martin Cibulski.
    Meine Einstellungen sind die Simulation ganz links





    Gut zu sehen, wie Praxis und Theorie hier zusammen gehen. Das hilft und gibt Vertrauen. Nach dieser für mich neuen Erkenntnis ging es dann per "Handbetrieb" entsprechend Mitte über Mitte weiter.

    Die Fitnessstudios sind zur Zeit geschlossen. Heimisches Workout. Ziehe meinen Hut vor jedem, der sowas im reinen Handbetrieb raushobelt oder vor Leuten wie Kai und Jörg Peters mit noch deutlich grösseren Spiegeln. Schlussendlich wurde dann doch die Mitte vergleichbar mit dem parabolisieren mit einer kleine Hantelscheibe konzentriert bearbeitet. Nur 3(!) Chargen K60 haben ausgereicht, um dann dafür zu sorgen, dass auch die Mitte vollends gut in die Fläche integriert ist. Minitools beim Grobschliff....[:D][:D][:D]. So ein Eddingtest ist bei der Größe goldwert. Bin froh, dass ich das jetzt schon gemacht habe. 2,5 KG K60 sind verpulvert. Der Kontakt passt. Nun wieder Maschine mit neutraler Einstellung, um bei der Sphäre zu bleiben, diese zu verfeinern.




    Die Pfeiltiefe liegt nun bei 11,2 bis 11,4mm. Etwas schwierig zu messen über den Durchmesser. Ernüchterung gab es dann beim Gewicht. Die Waage zeigt 9,6 KG an. Gut es wird jetzt noch etwas weggehen. Die Differenz erklärt sich damit, dass beim 17er ein paar Extra-Runden nötig waren, bis guter Kontakt da war. Die darf man als Abspeck-Runden auch freiwillig einlegen[;)].



    Die Maschine wurde vom Schlamm befreit. Grobe Arbeit....Das Tool für den Feinschliff aufpäppeln. Krümel vom Rand sind beim Feinschleifen nicht so optimal[:)].


    Dieser Blitzzement enthält wohl kein Quarz. Ein Schleiftest mit zwei Stück Glas und dazwischen das Material verlief negativ.


    Hallo Rüdiger,


    ja ich hoffe, dass Du bald weitermachst...[:)]. Ich selbst musste loslegen mit schleifen... War so nicht geplant. Aber die Verlockung, wenn so ein Teil neben einem steht, nicht auch gleich ein Tool herzustellen und dann so ein klein, klein wenig anzufangen war für mich zu groß....[8D]


    Viele Grüsse
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    danke für deine aufschlussreiche und ausführliche Antwort. Bevor ich mein Projekt 60 als eigenen Beitrag starte, wollte ich einfach nur sicher gehen, ob ich mit meiner Annahme richtig lag. Jein ist wohl die treffende Erkenntnis. das Progrämmchen ist mir bekannt und ich bin froh, dass hier die Realität mit der Theorie übereinstimmt. Bin ebenfalls gerade im Grobschliff mit K80 und habe zur Vertiefung keinen so großen inneren Überhang gewählt. Kämpfe da gerade mit ganz anderer Problematik. Die Rollen, die den Drehteller stützen sollen hab ich offenbar viel zu klein dimensioniert. Die Last, die da mit Tool und Spiegel drauf liegt ist doch recht üppig. Mein Spiegel wiegt zarte 30kg. Oldschool eben! Bin jetzt zu Rollerskate Rollen übergegangen, die ich nächste Woche einbauen werde. 5 Stück sollten reichen...Härte 82a!
    Wie hast du das realisiert? Das mit der Schaumglasplatte ist ja auch eine Idee! Müsste bei mir aber 85cm haben!


    Viel Grüße,
    Thomas

  • Hi Gerhard,
    ein tolles Projekt und ich bin total gespannt auf die ersten interferometrischen aussagen, die dir das Teil liefern wird.


    Das 510mm Tool ist aber nicht plan oder? Das sieht für mich auf den Bildern so aus, aber bei dem vorgekrümmten Rohling kann ich mir das nicht vorstellen.


    Diese Polsim kenne ich gar nicht. Kannst Du die empfehlen? Ich bin ja, was die spiegelschleifmaschinen anbelangt absolut unwissend. Es wird Zeit, dass ich mich mal da reinfuchse.


    Viel Erfolg weiterhin. Das ist echt spannend.
    Matze

  • Hallo miteinander,



    Thomas meine Schleifmaschine ist hier kurz dokumentiert.


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=238228


    Ich benutze nur 3 Rollen, damit ich eine gute Auflage bekomme. Kugellager mit Nylonüberzug. Leider sind die recht klein. Würde größere nehmen, damit es ruhiger läuft. Wenn Du aber 5 Rollen nimmst, wie stellst Du die Auflage sicher, damit es nicht kippelt? Die Räder laufen auf einem 75% Radius, recht weit außen wegen der Stabilität. Mein Motor hat nur max. 60 Watt. Das schleifen hat damit aber gut und klaglos geklappt. Nur beim Polieren mit dem 20 Zoll Tool war er dann überfordert.


    Der Spiegel wurde über K220 (4,5 Stunden), K400 (3 Stunden) K800 (4 Stunden) und K1000 (2 Stunden) ausgeschliffen. Das anpassen der Pechhaut war ein Drama. 3 Versuche mit Pechabkratzen und reichlich Schwund. Pech ist in zwischen nachbestellt. Letztlich war die Pechhaut zu dünn und das polieren klappte nicht gut. Am Rand polierte der Spiegel nicht aus. Bin wieder zurück zum Feinschliff und mache einen neuen Anlauf. Das Gewicht ging durch das schleifen auf nunmehr 9,3KG zurück[:p]


    Hallo Matze, ich finde das Programm durchaus brauchbar. Ist eine Orientierung letztlich variiere ich den Offset immer ein wenig beim schleifen.
    Beim Drehteller neigt man zur Faulheit. Das ist gefährlich. Da musste ich schon Lehrgeld zahlen. Auch hier reichlich den Spiegel gegen den Drehteller verdrehen, dadurch wird auch die optische Mitte mit der geometrischen Mitte deckungsgleich, selbst dann, wenn der Spiegel nicht genau auf dem Drehteller zentriert ist, oder selbiger etwas eiert, da "Homemade". Keine Faulheit. Drehen ist auch hier das a und o. In Youtube gibt es einige gute Lehrvideos für Maschinenbetrieb. "Gordon Waite" heißt der Mann. Ein dickes Osterei habe ich mir jetzt bei diesem Spiegel auch nicht nehmen lassen.


    Aufgrund der Schlammaktion mit K60 wollte ich mir meine Teppichunterlage nicht beim Feinschliff völlig verschmutzen. Habe den Feinschliff ohne Teppichunterlage auf meinem knallharten Glasdrehteller gemacht. Dann hat sich aber Schleifbrei zwischen Drehteller und Spiegelrand eingenistet und den Spiegel am Rand an einzelnen Stellen minimalst hochgebogen. Beim Polieren eine böse Überraschung[V]....Zurück auf Los...Feinschleifen...


    Frohe Ostern
    Gerhard

  • Hallo beisammen,


    eine große Pechhaut mit ordentlich Krümmung herzustellen viel mir schwer. Lernen durch Schmerz.
    Habe heute dann mal diesen Versuch gestartet. Von unten nach oben.


    1) Stabile Holzunterlage darauf eine dünne Schutzfolie und ein Damm außen herum.
    2) Gips mit Form des Spiegels
    3) Dünne Angstfolie und darauf ein Silikon/Acrylkunstwerk.


    Gips anrühren und auf die Holzunterlage kippen. Folie drüber und dann
    das Tool auflegen und leicht anpressen. Nach dem Aushärten hat dann
    der Gips die Form des Tools bzw. Spiegels aufgenommen. Anschließend mit der Silkonpistole
    seiner Kreativität freien Lauf lassen.



    Bei meinem Spiegel ist der frontseitige Meniskus etwa 5mm dick. Man könnte
    das Pech auf einen normalen Spiegel sicher gießen und das Tool auflegen.
    Hier habe ich aber Angst, dass es dann zu einem thermischen Schock kommt.
    Versuche dieser Art mache ich besser mal an einem Ausschuss-Rohling.


    Jetzt hoffe ich, dass ich eine gute Anpassung hinbekomme und gleichzeitig dann auch
    schon die Kanäle drin sind. Muss jetzt sagen, dass es bis hier hin gar nicht soviel Arbeit war.
    Aber ob es funktioniert kommt auf. Den Durchmesser der Pechhaut will ich dabei etwas verringern auf ~46cm.
    Das Zeug härtet nun schön aus über Nacht. Morgen dann Finale Furioso mit gutem
    frischem Pech (Danke Stathis:-).


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo und ein gutes neues Jahr,


    seit April lief nicht viel außer, dass ich den ersten Rohling aufgegeben haben. Die Rückseite konnte ich zum guten Teil nicht planschleifen (Formbruch im Schmelzofen) und die Hoffnung, dass die 2 Zoll Randdicke das ausgleichen war leider vergebens.


    Weiter ging es die Tage mit Rohling Nr. 3. Nachdem der Rohling anpoliert war, ging es mit der Messtechnik weiter. Die hat mir arg zu schaffen gemacht. Mal zeigte der Spiegel Asti, dann wider nicht, dann wieder in eine andere Richtung. Es ging hin und her. Ich bin wirklich kirre geworden. Aber ich denke so langsam kriege ich den Bogen raus. Dass bei 26 Zoll manches anders ist als bei 17 Zoll ist mir klar. Die Frage ist nur immer was genau. Wenn aber die Messtechnik nicht klappt, dann wird es seeeehr schwierig einen tauglichen Spiegel zu schleifen. Ursache war die Lagerung im Mesständer, wie sich mehr und mehr herauskristallisierte.



    Im Gegensatz zum 17er hat hier die Schlinge nun nicht mehr funktioniert. Ich bin dem warum und wieso nicht mehr weiter nachgegangen, da mich das Teil wirklich wahnsinnig gemacht hat. Bin mir wie auf einem schwankendem Schiff vorgekommen. Beim 17er funktionierte die tadellos, aber hier bei 26 Zoll nicht.
    Die Schlinge ist nun nach oben gewandert und liegt nur noch lose auf dem Spiegel, um groben Unbill zu verhindern. [8D]
    Unten habe ich nun als Provisorium Isolierschaumstoffrohr verwendet. Da die rückseitige Platte einen kleine Tick größer ist, wurde an diesen Auflagestellen ein nur wenige mm tiefer Schlitz reingemacht.



    Hier nun die ersten Messergebnisse. Wichtig war mir bis jetzt nur, dass ich zumindest, im Rahmen meiner Messmöglickeiten mit dem PDI, halbwegs reproduzierbar die Form bestimmen kann. Optimieren kann man noch vieles, aber das Prinzip taugt weit besser als die Schlinge.
    Noch nie habe ich mich über einen sich mitdrehenden Asti so gefreut. [:D][:D][:D]


    000 Grad Position:



    090 Grad Position (im Uhrzeigersinn)



    135 Grad Position (zur weiteren Absicherung, alles Neuland für mich)



    Den Hauptübeltäter "Spiegelasti" konnte ich nun (endlich) dingfest machen. Leider kann ich noch nicht sagen, wie groß ggf. ein Knick-Asti ist. Ich denke es wird nicht viel sein. Das liegt jetzt erstmal alles im Spiegel. So manches Pechtool zappelt seit kurzem nervös...


    Bei der Größe habe ich mit dem PDI oft viele Unwrap-Errors. Bin mir aber nicht klar warum. Beim 17er hatte ich viel weniger, dieser Einlesefehler. Nunja, muss mich noch etwas durchkämpfen bis ich ein Bath habe.


    Hier nun ein erster Blick auf das Print-Through:



    Bislang scheint es sich zu bestätigen, dass bei größeren Spiegeln das Print-Through in der Tendenz geringer wird. Das freut besonders, da musss ich aber mal sobald ich ein Bath habe nochmals näher hinschauen.


    Bin mit meinem Spiegel wieder einigermaßen versöhnt, nenne ihn aber vorerst noch "Bürschchen"[;)]


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,
    wozu Corona nicht alles gut ist. Der Wahnsinn.
    Den Astigmatismus solltest Du ignorieren. Den drueckst Du am Ende einfach raus. Machen die Yolos ja auch nicht anders. Oder Du baust gleich 219 Aktuatoren ein, anstelle der statischen Verbindungen. Dann musst Du nur auspolieren und einen Leitstern an den Himmel projezieren.
    Polierst Du eigentlich maschinell oder manuell?
    Weiter so.
    Gruss
    Axel

  • Hallo Alex,


    ich schleife und poliere auf einem Drehteller. Das schleifen, mache ich gern mit der Maschine aber ohne Exzenter. Das Polieren klappt nicht mehr bei dieser Größe, dafür bräuchte der Motor mehr Leistung.


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    bei meinem 20"er funktionierte eine Schlinge auch überhaupt nicht. Es gab nur heftigen unregelmäßigen Asti zu sehen.
    Als ideal empfinde ich auch die Lagerung auf auf zwei Punkten in einem Winkel von 90°.
    Ich verwende dazu zwei Holzklötzchen auf denen nur die hintere, größere Scheibe zum Ruhen kommt.
    Die vordere freischwebende Spiegelseite zeigt dann keinerlei sichtbaren Asti.
    Das funktioniert auch im Teleskop sehr gut. Mit 18 Punktlagerung und radial auf zwei Klötzchen geht super.


    Leider kommt man in Coronazeiten, wenn man viel Zeit hat, auch auf seltsame Ideen.
    Meine Idee war, dass ich meinem 20" mit einem Fullsizetool die "Pickel" austreiben könnte, um den "ultimativen Sandwichspiegel" zu machen.
    Ist schon ein komische Gefühl bei einem funktionierenden Spiegel den Belag abzulaugen...
    Der Spiegel ließ sich dank eines starken Drehtellers (den ich Dir wirklich ans Herz legen möchte) in drei Stunden zu einer perfekten Sphäre zurückpolieren.
    Die Oberfläche wurde ordentlich glatt, im Ronchitest war von den Stützstrukturen nichts mehr zu sehen. Im Foucaulttest waren sie noch schwach nachweisbar.
    Die Idee war mit einem Sterntool und weichem Pech (Härte 19/20) ala Mel Bartels die Parabel mit kurzen Strichen hinzukriegen.
    Kurzum bei mir hat es nicht geklappt.
    Bis zur 50% Zone funktionierte auch alles harmonisch. Danach ging gar nichts mehr. Durch die stärkere Asphäresierung wurde der Polierwiderstand etwas größer, was dazu führte das in der Zone wo das Pech den höchsten Druck ausübte sich die Stützstrukturen ordentlich durchdrückten. Es entstanden Zonenfehler die auch mit mehrfach veränderter Pechhaut nicht beherrschbar waren. Wenigstens der Rand war hochgezogen, so dass keinen Stress mit einer abgesunkenen Kante gibt.
    Jetzt bin ich noch am überlegen wie es weitergeht. Wahrscheinlich zu Sphäre zurück und dann mit 8" Tool TOT.

  • Hallo Rüdiger,


    bin noch am experimentieren, wie ich das mit der Kantenlagerung mache. Im Mesständer den Spiegel allein auf der hinteren Platte zu stützen, habe ich noch nicht ausprobiert. Lässt sich aber einfach umsetzen und werde ich mal testen.


    Drücke Dir die Daumen, dass das Überpolieren gut klappt, und dass Du noch etwas rausholen kannst:-). Freue mich aufs ITV, so Gott will es stattfinden kann....


    Ich muss mich noch an die Größe des Spiegels und die Eigenheiten, die sie mit sich bringt gewöhnen. Der Asti war real, aber aber weit weniger stark. So ist das, wenn man den Testständer erstmalig auf/bzw. umbaut und dabei den Spiegel permanent hin- und herstellt und dann mit gewisser Ungeduld gleich mal Interferogramme schießt. Immerhin war er "wirklich" im Spiegel[8D].


    Auch die mechanische Durchbiegung im Messständer auf den Auflagepunkten, ist noch nicht befriedigend gelöst. Der Spiegel hängt etwa einige Grad vornüber und wird von der Halteschlinge oben am Kippen gehindert. Es gibt halbwegs reproduzierbare Messergebnisse, die aber immer einen Trefoil zeigen aus der Lagerung.


    Es geht in die richtige Richtung. Kein Asti, aber mit der Kante bin ich nicht ganz zufrieden. Soweit ich das sehen kann, ist diese ganz außen sogar i.O. nur der Ringwall kurz davor stört.


    Bei der Auswertung habe ich den Spiegel auf 135°, 180°, 225°, 270° und 315° vermessen. Für die Positionen den Mittelwert gebildet, diesen zurückgedreht und dann den Durchschnitt gebildet. Ich hoffe, dass ich das so richtig gemacht habe. Es war eine gewisse Messorgie mit dem PDI. Bin mit dem Polieren aktuell etwas zurückhaltend, solange ich noch Unsicherheiten im Messen spüre. Der Spiegel ist nahe an der Sphäre. Das ist ein guter Zeitpunkt, hier mehr Erfahrung zu sammeln.
    Die ersten Messungen in 0° und 90° habe ich verworfen, wegen starkem Asti aus Thermie.


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Glasquäler,


    das DSM für diese WE wurde abgesagt. Daher an der Stelle eine kleines Update zum Stand meines Schleifprojektes. Das Karboknirschen habe ich nun ein gutes Stück hinter mir gelassen. Und nun bin ich froh, dass es aktuell gut klappt, nachdem ich doch zu Anfang mit Asti zu kämpfen hatte. Den konnte nach einem Fehlschuss mit einem zu kleinen Tool, dann doch noch abbauen. Dafür habe ich ein 10 Zoll Tool verwendet und hier mit recht großem Überhang gearbeitet und dann in Rosetten den hohen Rand poliert. Im Prinzip wie ein Mini-Tool nur eben mit 10 Zoll. Alle drei Umdrehungen dann ein langes Oval zur Spiegelmitte. Da waren dann die Ohren zu meiner großen Erleichterung gut angelegt. An einer Stelle im Nordwesten hat die Kante etwas gelitten. Bin dann noch mit einem 6 Zoll Tool an einige rote Stellen dran. Als der Spiegel 0.57 Strehl hatte, habe ich zum Parabolisieren angefangen.


    Hier mal der aktuelle Stand. Bei der CC habe ich inzwischen schon fast Halbzeit erreicht.



    Bislang wurden 5 Stunden poliert. Der Drehteller läuft recht langsam. Aktuell poliere ich nur mit dem 10 Zoll Tool. Viel Mitte über Mitte (60%) und dann V-förmig so, dass der Rand des Tools die Mitte ein wenig noch mitnimmt. Das Tool schiebe ich dabei immer bis zum Rand des Spiegel und noch ein kleines Stück etwa 1cm darüber hinaus.


    Asti ist zum Glück keiner mehr drin, und es scheint sich auch keiner mehr auszubilden. Aber eine Ringzone baut sich mehr und mehr auf und auch Trefoil stellt sich ein.


    Für die Auswertung oben sind 4 Interferogramme gemittelt. Ohne Derotation oder Abzug von IM-Asti. Alle Zernikes sind aktiviert. Auch das PDI funktioniert noch gut und liefert schöne Streifen.



    D 660mm, ROC 4818, 652nm


    Bin mal gespannt wie weit ich mit dem PDI noch komme bei dem Spiegel.


    Das Print-Through ist beim Parabolisieren stärker geworden im mittleren Bereich und wird sich nach meiner Erfahrung wieder etwas zurückstellen, wenn man sanfter drüber geht gegen Ende des Parabolisierens. Der Rote-Bereich oben ist ziemlich sicher ein Artefakt aus der Messung.




    Beim Mesständer gab es auch noch eine Veränderung. Auch den V-Support habe ich nun schlussendlich für die Messung verworfen und bin zu einer 1-Punktlagerung übergegangen. Knick-Asti soweit ich bislang sagen kann, trotz der Größe, nicht vorhanden. Selbst wenn, man könnte das rausmitteln. Aber die Reproduzierbarkeit der Messung war so für mich nochmal besser als beim V-Support. Ich denke die Klemmwirkung auf das Glas beim V-Support ist nicht zwingend jedes mal gleich und in Summe dürften die Kräfte auf das Glas größer sein, als bei einer Einpunktlagerung. Der Spiegel steht somit nun völlig frei auf dem unteren Punkt. Genau genommen liegt die vordere Platte liegt in/auf einer 3cm breiten V-Nut und die hintere Platte auf einem geraden Stück Teflon (eine enge Dreipunktlagerung im unteren Bereich).



    Das was früher der V-Support war, dient nur noch dazu im Fall der Fälle ein seitliches wegrollen zu verhindern.
    Bin mal gespannt wie lange es noch dauert, bis ich nahe an CC -1 bin. Wird wohl Zeit, an einen Laserentfernungsmesser zu denken...[8D]


    Jetzt hoffe ich, dass mit dem Spiegel keine Unbill passiert. Da habe ich doch gestern glatt aus Übermut den Spiegel genommen und zu Saturday Night Fever von den Bee Gees im Werkraum abgetanzt. Die Anlage war gut aufgedreht. [:0][:0][:0]. So ist das am Samstagabend im Coronaland....Vom meinem coolen Hüftschwung und den Powermoves gibt es nun aber keine Bilder...[:I]


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Gallo Gerhard, das ist ja ein toller Rohling. Ich kann mir schon vorstellen dass sich die Auflage bei so einer "holen" Glasscheibe anders verhält als bei einer schweren Vollen.
    Mich wundert ein wenig, dass sich die Glasbolzen so unterschiedlich durchdrücken. Manche sind knallrot und manche kaum zu sehen.
    Ich habe mal eine Verständnissfrage: was meinst Du bei den Interferogrammen mit "Ohne Derotation"?


    Beste Grüße und weiterhinn gutes Gelingen, Henri

  • Moin Gerhard,


    schön, das es bei Dir wieder rund läuft.


    Meine Verschlimmbesserungsaktion ging bisher komplett in die Hose.


    Zur Sphäre zurück dauerte es mit weichem Pech und Fullsizetool MOT doppelt so lange wie mit härterem Pech.
    Die anschließende Parabolisierung mit 8" Tool Pech mit sehr schnellen Bewegungen und wenig Druck lies die Strukturen viel weniger durchdrücken. Mit dieser Methode ging es auch ziemlich rasant in Richtung Parabel, viel schneller als "Standardtempo" mit etwas Druck.
    Das war die einzige positive Erkenntnis bei diesem Spektakel.


    Bin dann zum Schluss etwas über das Ziel hinausgeschossen und wollte noch eine Zone korrigieren, was komplett misslang und wieder einen Neustart in Richtung Sphäre erforderter.
    Anschließend ging es dann mit dem 8"Tool in gewohnter Weise wieder mit dem Parabolisieren los.
    Nach einer knappen Stunde dann festgestellt, dass der Spiegel schön zerkratzt ist. Irgendwie war da Dreck reingekommen, und ich habe es nicht bemerkt.


    Also neuer Feinschliff. Dazu wollte ich das schön angepasste Fullsizeschleiftoll verwenden, es war aber noch mit Pech belegt.
    Nachdem ich es in zwei Müllsäcke gepackt hatte, sollte das Tool im Garten mit vorsichtigen Hammerschlägen vom Pech befreit werden.
    Offenbar war das Estrichtool wohl doch nicht so robust wie erhofft und zeigte bald starke Risse.
    Ich habe es nur teilnahmslos zur Kenntnis genommen....


    Neues Tool gegossen lackiert, mit Fliesen beklebt und mit K 120 eingeschliffen.
    Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Wieso habe ich überhaupt vor vielen Jahren mit diesem blöden Hobby Spiegelschleifen angefangen?

  • Hallo Henri,


    Deinem Hinweis folgend habe ich mich noch mal an die Arbeit gemacht und nun 12 IF ausgewertet, um damit das PrintThrough zu ermitteleln. Die Daten sind alle aus der gleiche Messung wie oben. Ich mache immer mehr IF als ich später verwende. Das habe ich mir so angewöhnt. Nicht immer sind diese brauchbar und dann bin ich froh, wenn ich einen gewissen Überschuss gleich geknipst habe.


    Manche Spitzen wurden etwas reduziert. Etwas ganz wesentlich anderes ist dabei glaube ich aber nicht heraus gekommen. Hier mal die Auswertung mit 12 Interferogrammen im Hintergrund.



    In der Tat ist das PT nicht überall gleich. In der Mitte, scheint es mir jedenfalls stärker zu sein und am Rand hin eher schwächer. Meist ist es anders herum, da nach Außen hin weitere Unterstützungspunkte fehlen (zumindest meine Theorie dazu). Ein gewisse "Lebendigkeit" ist da immer drin. Manche Regionen kommen deutlicher hervor, andere verschwinden mit der Zeit wieder etwas. Daher schaue ich mir das immer wieder mal zusätzlich mit an, um eine Gefühl zu bekommen, wie ich mit dem Polierdruck stehe und wie sich das PT entwickelt. Sehr spannend finde ich halt den Umstand, dass man solche Dinge inzwischen als Amateur mittels mit IF und OpenFringe (mit DFT kenne ich mich nicht gut aus) untersuchen/isolieren kann.


    Den Grund für einzelne Spitzen sind wohl solche Interferogramme:


    Jedenfalls bei mir zeichnet OpenFringe an der Stelle des "Auges" eine hohe Spitze ein. In finde aber jetzt nicht, dass das IF deswegen gar nicht zu gebrauchen wäre. Es zerhagelt etwas den RMS, aber die wesentlichen Baustellen kann man trotzdem erkennen. Ein Bath-IM wäre natürlich eine gute Sache, und ich denke das werde ich mir wohl auch bauen müssen. Naja, momentan komme ich mit dem PDI noch zurecht. Die wesentlichen Baustellen werden auch mit einem Bath keine anderen sein. Ein wenig reizt mich auch die Frage, wie weit ich mit dem PDI beim dem Spiegel komme.
    Mit "Derotieren" war gemeint, dass ich den Spiegel nur in einer Position gemessen habe.


    Hallo Rüdiger, ja das war schon so eine Aktion, an dem fertigen Spiegel nochmals Hand anzulegen...Ich leide jedenfalls mit Dir... [xx(] Ich hätte mich so gefreut, am ITV einen Blick zu riskieren. Wer weis aber, ob das ITV überhaupt stattfindet, mit dem Hin- und Her bei Corona. Hoffe nur, dass die frontseitige Platte nicht irgendwann mal völlig aufgearbeitet ist. [;)]


    Viele Grüße
    Gerhard

  • Hallo Interferometriker und Grossscheibenschleifer,


    habe gestern noch 2 Stunden parabolisiert. Dabei ist die CC gerade mal auf jetzt -050 gewandert. Kann das nicht so recht einordnen. Habe nicht gerade langsam aber auch nicht super schnell poliert (10 Zoll Tool). Insgesamt sind es nun schon rund 7h parabolisiert. Ist das normal, dass das einfach dauert?


    Mein Sorge ist, dass ich u.U. mit Openfringe die Sache falsch auswerte. Ich glaube es nicht. Aber vielleicht könnte jemand mal die obigen IGs bei sich auswerten und mir ein Handzeichen geben, dass das soweit passt mit der CC bzw. was er herausbekommt.


    Vielen Dank
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,
    So wie das letzte und das vorherige Ig aussieht, bist du weit über das Ziel hinausgedriftet. Man sieht das an dem Omega im Ig. Ich denke du bist eher an -2 als an -1. Mein Auswertversuch zeigte eine cc von-1,85 und sehr viel Astigmatismus.
    Deine Igs kann ich nur sehr schwer mit DFTFringe auswerten.

  • Hallo Gerhard,


    musste mich gestern erstmal hinsetzen.....[xx(]


    Habe nun folgendes improvisiert:


    http://www.astrotreff.de/topic…PIC_ID=210415&whichpage=5


    Dort sind Interferogramme (Glasklar, einfach der Hammer), die Alois gemacht und ausgewertet hat. Tatsächlich kommt bei mir nahezu das gleiche Ergebnis raus. Sowohl beim Strehl, als auch bei der CC. Lediglich die anderen Daten eingetragen und dann die Auswertung gefahren so wie sonst auch. Minimale Abweichung beim Strehl und der CC.


    Poliert wurden gestern zwei Stunden. Danach war ich eine Weile damit beschäftigt, die Auswertungen von Alois nachzuvollziehen..... Bei der CC kommen nun -0.58 raus. Hoffentlich passt das. Ein gewisses Magengrummeln ist allerdings noch da.


    Rüdiger, die Zeiten können grob hinhauen. Deutlich größere Fläche, mehr rauszubaggern und Politur mit "normaler" Geschwindigkeit.


    Leider macht sich der Zonen-Teufel bemerkbar. Der Ringwall bzw. Treefoil ist etwas stärker geworden. Werde versuchen mit einem Sub-Tool gegenzusteuern, ehe es mit dem Parabolisieren weiter geht.


    Danke für die Rückmeldungen!


    Gerhard

  • ...

    Nachdem ich es in zwei Müllsäcke gepackt hatte, sollte das Tool im Garten mit vorsichtigen Hammerschlägen vom Pech befreit werden.
    Offenbar war das Estrichtool wohl doch nicht so robust wie erhofft und zeigte bald starke Risse.
    ...

    Hallo Rüdiger,


    Mein Tipp zum Entfernen der Pechhaut ist das Gefrierfach. Einfach Tool mit Pechhaut über Nacht in den Freezer. Dann bröckelt das Pech schon mit einem einfachen Spachtel ab.


    Clear Skies,

    Gert

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