Venus bei Neptun 28.01.2020

  • Hallo Planetenfreunde,


    heute ergab sich eine Gelegenheit, das Treffen von Venus und Neptun fotografisch zu dokumentieren. Zudem stand der Mond nicht weit vom Planetenduo entfernt.


    Hier ein erstes Bild von 17:55 Uhr


    Und hier eine gute Stunde später:


    Neptun steht von der Venus aus gesehen etwa in Richtung 5 Uhr. Wenn man die Strecke von Venus über den Stern phi Aquarii noch einmal um knapp dieselbe Entfernung verlängert, findet man ihn.


    Hier ein Bild mit mehr Brennweite, in der Bildmitte befindet sich phi Aquarii:


    Und zum Schluss noch ein Einzelbild vom heutigen Mond:


    Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass ich gestern zwischen 14:00 und 14:30 Uhr versucht habe, Neptun mit Hilfe der Venus am Taghimmel fotografisch aufzufinden. Trotz hoher Brennweite (2500 mm), genauer Kenntnis der Lage von Neptun durch die Venus und mehreren Belichtungsreihen ist es mir nicht gelungen, den sonnenfernsten Planeten sichtbar zu machen, auch nicht mit extremer Bildbearbeitung. Das wäre mal interessant zu wissen, ob das schon jemand einmal probiert bzw. geschafft hat.


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    sehr schöne Bilder, das ist Dir gut gelungen. Bilde ich es mir ein oder erscheint Neptun auf dem dritten Bild tatsächlich ein wenig bläulich?


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo Stefan,


    es ist richtig schön, deine Fotos zu sehen, während hier draußen starker Wind geht in Begleitung von Regenschauern. Deshalb war es für mich auch richtig überraschend, von der Konjunktion heute zu erfahren, denn an irgendwelche Gestirne braucht man im Moment nicht zu denken. Eine interessante Serie hast du eingestellt. Eigentlich gefallen mir die Bilder besser, die nicht einen tief schwarzen Hintergrund haben. Deshalb finde ich den dezenten Wolkenschleier im 3. Foto sehr gut passend, auch weil er deinem Foto eine räumliche Tiefe gibt.


    Zu deiner Frage bezüglich Neptun am Tageshimmel kann ich nur ansatzweise aus eigener Erfahrung antworten, denn ich (und ich meine auch Ralf, "30sec") hatte es Ende Oktober mit Jupiter direkt neben dem Mond probiert - siehe hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=244026
    Es war schon schwierig genug, Jupiter überhaupt zu erkennen, und mit dem doch einige Größenklassen schwächeren Neptun stelle ich es mir fast unmöglich vor, denn die Atmosphäre dürfte ihn einfach überstrahlen. In Erinnerung habe ich Berichte, Polaris am Tageshimmel gesehen bzw. fotografiert zu haben. Aber da wissen andere bestimmt mehr.


    Nochmals danke für das Einstellen deiner Fotos.


    Viele Grüße
    Manfred

  • Hallo,


    es freut mich, wenn Euch die Bilder gefallen. Es war aufgrund von starken Winböen nicht einfach, zu fotografieren. In den wenigen windstillen Phasen waren immer nur kürzere Belichtungszeiten bei gleichzeitig hohen ISO-Werten möglich.


    Marcus: Ich meine ebenfalls einen ganz dezenten Blauschimmer im Bild erkennen zu können. In der Originalaufnahme ist er für mich aber nicht auszumachen. Um Neptun eindeutig identifizierbar zu machen, stelle ich hier noch ein Foto mit mehr Brennweite und gleichzeitig beschnittenen Bildrändern ein:



    Da ist die bläuliche Färbung Neptuns eindeutig zu erkennen. Alle Aufnahmen sind übrigens mit einer 6D II sowie verschiedenen Objektiven, teilweise auch mit Telekonverter(n) gemacht worden. Daher auch die unterschiedlichen Blendensterne.


    Manfred: Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ich selbst habe schon alle Planeten vom Merkur bis zum Saturn am Taghimmel beobachten können. In besonderer Erinnerung ist mir die Marsbedeckung durch den Mond 2008 geblieben. Unser äußerer Nachbar war auch noch lange Zeit nach der Bedeckung leicht aufzufinden, obwohl er damals nur einen scheinbaren Durchmesser von 5.5" hatte. Die rötliche Farbe bildete einen guten Kontrast zum Himmelshintergrund. Als Stern habe ich bis jetzt nur Regulus gesehen. Bei der Beobachtung diente ebenfalls die Venus bei einem nahen Vorübergang als Aufsuchhilfe. Aufgrund dieser Beobachtung halte ich es daher für realistisch, auch lichtschwächere Sterne wie Polaris zu finden. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass jemand Sterne bis hinunter zu 4 mag geschafft hat. Für Neptun wird es visuell nicht reichen, da bin ich ganz Deiner Meinung. Mit nur 2.3", einer Helligkeit (oder Dunkelheit) von unter 7.5 mag und der bläulichen Färbung ist das nicht machbar. Mir ging es einfach um den Nachweis mittels Fotografie. Mit den heutigen Aufnahme- und Bearbeitungstechniken kann ich mir vorstellen, dass man da etwas erreichen kann. Ich bleibe auf jeden Fall am Ball bzw. am Planeten[8D]


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo Stefan,
    wunderschöne Aufnahmen hast Du da gewinnen können und Dank deines Beitrages konnte ich feststellen ,
    das ich auf meiner Aufnahme vom 28.01.2020 auch den Neptun drauf habe!Mit etwas Bildbearbeitung war er dann auch zu sehen:

    Aufgenommen habe ich mit einer Nikon D750
    mit Sigma 150/600 Tele im DX Format und hatte so scheinbare 840mm Brennweite...
    beste Grüße
    K.Heinz

  • Hallo Stefan,
    ich noch mal,ich glaube da habe ich mich total geirrt! Wenn ich mir deine Aufnahmen noch mal genauer anschaue, dann ist der von mir angenommene Neptun auf meiner Aufnahme wohl eher der Stern phi Aquarii[:D] und da habe ich mich wohl zu früh gefreut, was meinst Du?
    beste Grüße
    K.Heinz

  • Stefan,


    nach einem verregneten Tag war heute nach Sonnenuntergang tatsächlich noch etwas vom blauen Himmel zu sehen, aber die Wolken blieben präsent, wie diese beiden Fotos mit 35mm es kurz vor 17 Uhr zeigen ( ich hoffe, es ist ok, wenn ich sie dranhänge):










    trotz der Wolken wollte ich es mit Venus und Neptun auch probieren. Bei diesem Foto mit 200mm und 15s Belichtungszeit fehlt nur der rechte äußere Streifen. In der Mitte phi Aqr, Neptun befindet sich gleich rechts darunter, genau gegenüber der linken oberen Bildecke:







    und daraus ein Ausschnitt mit Neptun fast in der Mitte:







    Immerhin, er ist mit auf dem Foto, und mein Sohn sagte spontan auf die Frage, welche Farbe der Punkt über dem Mauszeiger hätte, ohne zu wissen, was dort zu sehen ist - er wäre blau.


    Viele Grüße
    Manfred

  • Hallo Stefan,


    wunderschöne Aufnahmen, toller Neptun in der Konstellation. Den am Tageshimmel zu sehen bzw. zu fotografieren mit 7,8 mag sehe ich als nicht machbar an, vielleicht auf über 4000 m bei trockenster Luft...
    => Karl-Heinz: Ich kann den äußersten Planeten nicht erkennen auf Deiner Aufnahme, leider das war PhiAgr mit 4,2 mag....
    Unser Sternwarten- Vereinschef, der Andreas, in Radeberg hat das Ding jedoch drauf! Aufgenommen aus dem nordöstlichem Dresden! Hatte das als Venus-Mond-Konstellation im internen Forum eingestellt, ich habe das Bild gekitzelt und siehe da, Neptun zu sehen...


    Nochmal Chapeau an Stefan für die Bildidee und...


    Gruß und CS!


    Volker

  • Hallo,


    schön, dass es zu diesem Thema eine rege Beteiligung gibt. Das freut mich sehr!


    K.Heinz: Du hast es schon selbst erkannt. Den Stern hast Du noch erwischt, Neptun ist leider nicht auf deinem (trotzdem tollen) Bild zu erkennen. Der Abstand Venus-Neptun betrug am 28. ca. 1°, also zwei Monddurchmesser. Auf Deinem Foto passt der Mond aber nur einmal dazwischen, also ist es phi Aqr. Vielleicht hast Du ja noch mehr Bilder gemacht und kannst Neptun dort finden.


    Manfred: Na klar, immer her mit den Bildern [:D] Bei uns war es gestern komplett dicht, daher ist es schön, Deine Aufnahmen zu sehen. Zumal im Vergleich mit meinen Bildern die Dynamik in unserem Sonnensystem verdeutlicht wird. Venus hat auf Deinem Bild schon einen Abstand von ca. 2° zu Neptun, einen Tag vorher war es nur ca. 1° Abstand. Ganz schön flott unterwegs, unser Schwesterplanet[:)]


    Volker: Danke für die netten Worte. Die Bildidee war eigentlich etwas anders: Venus und Neptun einen Tag vorher, am 27.01., zu erwischen. Da betrug der Abstand am Abendhimmel weniger als 10 Bogenminuten. Da wäre dann mein Teleskop zum Einsatz gekommen. Da aber aufgrund einer aufziehenden Wolkenfront klar war, dass das abends nichts wird, habe ich ein paar Bilder am Nachmittag aufgenommen. Außer Venus ist da aber, wie oben schon geschrieben, nichts zu erkennen. Dafür hat es ja aber einen Tag später geklappt, wenn auch schon mit einer größeren Distanz zwischen den beiden.


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo zusammen,


    am Tag der Konjunktion war hier leider "Schietwetter", aber ab Tag danach bekam ich Venus und Neptun ins gemeinsame Gesichtsfeld. Meine Zeichnung und was es dazu zu sagen gibt hier: http://www.sternfreunde-soest.de/beobachtungsbericht-1.html

    "Hängst hier die ganze Zeit rum und wartest auf uns"

    Fünfhundertsechundsiebzig Milliarden Dreitausendfünfhundertneunundsiebzig Jahr", sagte Marvin. "Ich hab sie gezählt."...

    Die ersten zehn Millionen Jahr waren die schlimmsten...und die zweiten zehn Millionen Jahre waren auch die schlimmsten.

    Die dritten zehn Millionen Jahre haben mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Danach habe ich ein bisschen die Lust verloren"

    (D. Adams)

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