Sturm auf dem Mars 2018 - Fotos? Visuell?

  • Moin zusammen,


    ich war am 28.06. gegen 0:13 UT los und hab mit dem 5" Mak auf Mars gehalten.
    Wie bei euch, war sowohl visuell als auch fotografisch nicht viel zusehen. Ausser der Polkappe waren keine Nennenswerten Details zu erkennen. Hab auch leider durch einige Schleierwolken filmen müssen.


    Es ist jedoch schön zusehen, wie sich die Oberfläche in an den verschiedenen Tagen etwas verändert hat.


    Es ist ein RGB mit der ASI178 bei ca. 1750mm und 1,5dz. AS!2, Fitswork und PS2.



    Gruß Piotr

  • Hallo Marsbeobachter,
    in den letzten Tagen habe ich nach längerer Pause endlich mal wieder ein ganz klein wenig beobachtet - der in den Morgenstunden strahlende Mars lockte mich auf meinen Balkon. Am 1.7. war das Seeing bei klarem Himmel extrem unruhig. Gestern und heute früh (5.7.) war es ruhiger durch eine dünne Wolkendecke. Ich konnte aber keine Oberflächenstrukturen erkennen (Televue TV 76, 76mm Öffnung, 80 fache Vergrößerung bei 480mm Brennweite und 6mm Radian Okular). Vermutlich eine Kombination aus dem Staubsturm, von dem ich jetzt hier lese und meiner eingerosteten Beobachtungspraxis.
    Viele Grüße, Heinz

  • Hallo zusammen,


    schön, was hier mittlerweile an Berichten und Bilder zusammengekommen ist. Ich habe auch vergangene Woche mehrfach beobachten können. Mars zeigt sich immer noch sehr eingehüllt. Allenfalls die markantesten Albedo-Strukturen sind erkennbar. Mittlerweile bringt ein Rotfilter leichte Besserung und lässt den Staub etwas durchdringen.


    Trotz mäßigem Seeing konnte ich Aufnahmen am Morgen des 7.8.2018 erstellen. Herausgekommen ist das:



    Links: IR (Baader 685nm); Komposit aus 2 IR-Aufnahmen, jeweils 15% von 5000 frames; Derotiert mit WinJupos
    Mitte: RGB, Komposit aus R+G+B, 15% von 2500 frames je Kanal
    Rechts: Komposit aus IR-Bildes (Luminaz) und Farbbild


    Zentralmeridian: 254°
    Aufnahmezeit: 8.7.2018 1.05UT
    Ausrüstung: 300/5400 Cassegrain, DMK21AU618


    Man erkennt gut das Hellas-Becken links unten, Syrtis Major links oben am Rand, Utopia-Gegend links unterhalb des Nordpols. Etwas links der Mitte leigt das Mare Tyrrhenum mit Syrtis Minor. Das dunkle Gebiet rechts der Mitte müssten Teile des Mare Cimmerium sein, welche aber relativ dunkel rauskommen. Eventuell ist hier der Staubanteil in der Atmosphäre geringer.


    Viele Grüße,
    Andreas

  • Hey,


    Diese Nacht bin ich auch mal länger aufgeblieben.



    Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Terra Cimeria und Terra Sirenium sind nur ansatzweise zu erkennen, am östlichen Rand wird es durch Tyrrhena Terra etwas dunkler.


    Aufnahmeuhrzeit war 02:02 Uhr MESZ
    Optik: Celestron Astrofi 90 mit 2,5fach Barlow
    Kamera: ZWO ASI 120MC
    Gestackt hab ich 300 von 3000 Frames. Seeing war mäßig bis gut.


    Gruß,
    Peter

  • Hallo Klaus,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">sorry, wie machst Du das mit der Vorschau bei Mars? <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    mit meiner Kristallkugel, natürlich ein Selbstbau, 12 Zoll Calziumfluorid.


    Muss 8.7. heißen, kommt davon, wenn man in den Dateien das umgekehrte Format JJJJMMTT verwendet.


    Gruß,
    Andreas

  • Ähm ja, mit IR780er Filter kommt man ein wenig durch den Sand durch und an Strukturen ran. Aber leider macht das Seeing alles zunichte. Der Mars ist für mich 10 Grad über dem Horizont.



    15/16.7.2018, 23:13UT, 10" SCT, IR785nm Pass, 2X Barlow, DMK21-618. Verwendungsrate 5% von 5000 Bildern.


    Hartwig

  • Hallo,


    eigentlich ganz spannend dieser Sturm. Selbst mit EBV war am 15.07. gegen 02.15 Uhr allerdings kaum etwas auf der Oberfläche auszumachen. Visuell konnte man die Polkappe vielleicht hin und wieder gerade so erahnen. Bin mir nicht ganz sicher.



    12,5" Newton, 2x Barlow, ASI 120MC, 10000 Bilder 20% Verwendungsrate; wie meist mit meinem Teamkollegen Sven aufgenommen.


    Nachdem ich diese schwachen Details aus dem bescheidenden Material herausarbeiten konnte habe ich Schluss gemacht um in der Nähe der Realität zu bleiben.


    Gruß
    Jürgen

  • Na ja, jetzt haben wir noch 14 Tage bis zur Opposition und danach verschwindet der Mars auch nicht sofort. Vielleicht hat sich in ein paar Wochen der Staub wieder gelegt.


    Weiß jemand, wie lange die letzten globalen Staubstürme die Sicht be-/verhinderten?

  • Hallo Peter,


    ja leider ging mit dem 12er nicht mehr, obwohl gut justiert. Wir haben auch nur ein kurzes Beobachtungsfenster zwischen Baum und Haus. So tief stehend ist sogar meist die Beobachtungshütte selbst im Weg.
    Eine IR-Variante gäbe es auch noch, aber für die habe ich noch keine richtige Zeit gefunden.


    Gruß
    Jürgen

  • Hallo mal wieder,


    heute morgen gegen 2:00 (00:00 UTC) hab ich nach zwei Wochen Urlaub wieder mit dem 4" Refraktor auf den Mars gehalten. Wau, schön große Kugel mittlerweile. Aber keine Details bisher, außer der Süd-Polkappe die als recht kleines Fleckchen herausschimmerte. Nun ist die Seite des Mars (150 Grad Längengrad) von sich aus konturarm, aber im Süden hätte ich Mare Cimmerium sehen müssen und im Westen Solis Lacus. Etwas schattiertes meine ich herausgeschält zu haben aber es ist zu groß für die genannten Strukturen und war schwer einzugrenzen, jedenfalls auf der südlichen Hemisphäre großflächig jaaanz zart dunkler. Das Seeing war nicht besonders und der Himmel leicht milchig. Gelb und Blau Filter halfen nicht.


    Ich habe heute gelernt, daß man sich ab 8" auch an den Marsmonden versuchen könnte, wenn man sich im Okular was bastelt, was den Mars abdeckt. Man brauch natürlich ein Okulr wo man an die Brennebene ran kommt. Huygens fällt mir so ein... vielleicht eion Erfle? Mein nutzlioses 10mm Lunt könnte ich vielleicht verbasteln.


    Jedenfalls hier der Artikel von Universe Today:
    https://www.universetoday.com/…-to-mars-opposition-2018/


    Das Wichtigsrte:


    Mond: Helligkeit: max. Abstand


    Deimos: 12,4mag: 66"
    Phobos: 11,3mag: 20"


    Zum Vergleich, der Mars ist jetzt etwa 24" groß. Ist also recht sportlich und verlangt eine scharfe Abblendung des Mars, der gerade bei fast -3mag ist.


    Nebenher, der muss auch am Tageshimmel gut zu finden sein! Am Oppositionstag 27.7. ist z.B der Mond (Finsternis!) ganz nahe. Ich versuche es vielleicht mal am Wochenende, wenn morgens mehr Zeit ist.


    CS,
    Walter

  • Hallo Walter,
    in der Nacht vom 27.7 auf den 28.7 hab ich meinen 6" f/8 Newton aufgebaut gehabt und auch Mars beobachtet. Als erstes ist mit der große Mars aufgefallen mit einer hellen (fast weißlichen Kappe). Ist das eine Polkappe von Mars? Nach längerem Schauen hab ich ein paar ziemlich schwache Dunkelgebiete erkennen können. Der Kontrast war aber leider sehr schwach. Hier mal meine gestackten Bilder. Verwendet wurde der 6" f/8 mit 2x Barlow und ASI 120 MC (Bilder stehen vermutlch auf dem Kopf)
    28.7.2018 0:16 Uhr:

    Um 0:17 Uhr:

    Um 0:42 Uhr hab ich zwei Varianten:

    und direkt von Autostackert geschärft:

    Die Atmosphärische Dispersion hab ich in fitswork mit Farblayer zurechtrücken zurechtgerückt. Visuell war der schwache Kontrast der Dunkelgebiete vielleicht sogar noch schwächer. Der Staubsturm hat ganze Arbeit geleistet. Da hab ich auch im kleinen 80/1200 schon deutlich mehr gesehen und filmtechnisch festgehalten.
    Servus,
    Roland

  • Hallo Roland,


    nach der MoFi habe ich auch den Mars beobachtet. Allerdings stand nur 75fache Vergrößerung zur Verfügung. Die Polkappe war als erstes zu sehen. Nach längerem, konzentriertem Beobachten kamen hauchzarte Oberflächenstrukturen zum Vorschein.
    Du hast den Gesamteindruck gut getroffen!


    Viele Grüße,
    Guntram

  • Hallo Guntram,
    merci. Ja, so ähnlich war es bei mir auch nur bei deutlich höherer Vergrößerung. Mit was für einem Fernrohr hast Du beobachtet?
    Servus,
    Roland

  • Hallo Niklo,


    200mm Tetra-Schiefspiegler. Ich hatte nur ein Großfeld-Demonstrationsokular mit 32mm Brennweite dabei, weil MoFi- Demo angesagt war. Von der MoFi habe ich übrigens nur wenig mitbekommen, weil ich mit erklären und Objekte einrichten- auch am 160mm Newton- komplett ausgelastet war.


    LG,
    Guntram

  • Hallo Roland,


    da sind dir schöne Bilder vom verschleierten Mars gelungen. Klar, die Südpolpolkappe ist visuell zu sehen. Machmal auch ein schwacher weißer Schimmer in der Nordpolregion (Winterwolken?). Aber ansonsten keine Strukturen mit dem TAL unter den herrschenden Seeing Bedingungen. Manchmal meint man, aber es ist nicht zu fassen bei dem Geflirre. Vielleicht ist auch die Kontrastleistung des FH (der ja nicht mal ein "richtiger FH ist) nicht gut genug im Moment. Bei Deinen ED aber schon. Deine Fotos zeigen das doch was dran ist an Bodenstrukturen.


    Etliche Internetseiten sagen ja, daß der Sturm nun abflaut und der Staub nun langsam abrieselt. Hoffentlich! Solange der Mars noch schön groß ist...Opportunity ist übrigens immer noch im Winterschlaf Modus, wie man bei NASA/JPL liest


    CS,
    Walter

  • Servus Guntram,
    wow, mit dem großen 8" Tetra-Schiefspiegler. Grad schad, dass Du keine Okulare mit niedriger Brennweite dabei hattest. Bei Mars hätte die höhere Vergrößerung vermutlich schon etwas gebracht. Für mich war Mars fast schon zu hell. Hast Du mit Filter beobachtet?
    Ich wär auch neugierig, wie ein Video oder Photo von Mars mit Deinen Schiefspieglern ausschaut.


    Hallo Walter,
    mir war, wie wenn ich Norden auch einen hellen Schimmer gesehen hab. Auf den Bildern kommt das aber nicht so heraus. Ich hab übrigens diesmal nicht mit dem "ED" 4" f/9 Fluorite Refraktor beobachtet sondern mit dem größeren 6" f/8 Newton. Die Hoffnung da hochauflösende Bilder machen zu können, hat sich nicht verwirklicht.
    Ich hab den Newton mit saugenden Lüfter betrieben. Da bricht die Auflösung und der Kontrast nicht ganz so stark ein wie ohne Lüfter. Am 4" Refraktor ist das Tubusseeing meist deutlich geringer. Ich hoffe, dass ich mal mit dem 4" f/9 APO bald eine Marsbeobachtung + Video machen kann.
    Ich hab nochmal mein Video von 0:42 neu gestackt, stärker geschärft (vielleicht schon grenzwertig) und auf 120% vergrößert:

    Ich wünsche Dir bald wieder eine schöne Beobachtung und vielleicht hilft der nachlassende Staubsturm, dass die dunkelstrukturen im 4" f/10 FH besser herauskommen.
    Auch alles anderen viel Erfolg und Freude beim Beobachten.
    Servus,
    Roland


    Nachtrag: und auf 150% vergrößert bei 2300 gestackten Bildern:

  • Hallo Roland,


    danke - gestern hab ich es noch mal versucht. Das Geflirre ist schon nervig am heißen Abend. Tubus Seeing ist da das vernachlässigbare Element. Wie denn auch: Zimmertemperatur 27 Grad, Balkontemperatur 29 Grad um 23:30.


    Jedenfalls gestern war ich sicher, ganz schwach eine weiträumige Struktur auszumachen ähnlich wie auf deinem Foto. Es bessert sich scheint es tatsächlich langsam :-).


    CS (eigentlich garantiert die letzten Monate, kauft denn niemand mehr Teleskope hier?!?),
    Walter

  • Hallo Walter,
    das freut mich, dass Du jetzt auch mehr Details sehen konntest und der Marssturm abflaut.
    Ich bin auch schon neugierig bald mal mit dem 4" Refraktor beobachten zu können. Den 6" f/8 Newton kann ich im Sommer bei niedrig stehenden Objekten ohne Lüfter bisher nicht ausreizen. Da sind die Tubusströmungen und das Tubusseeing so schlimm, dass der Kontrast und die Schärfe merklich einbricht. Dazu kommt auch, dass das lokale Seeing am Balkon nicht optimal ist.
    Schauen wir einmal, was der Samstag bringt. Dir und den anderen viel Glück. :)
    Servus,
    Roland

  • Hallo an Euch,


    der Sturm scheint nachzulassen:


    <center>
    Zeiss 50/540 Basteloptik, 2x Barlow und ALCCD5LII</center>


    Visuell waren bei 90x Syrte und Polkappe auf Anhieb wahrnehmbar und das trotz des tiefen Standes um 22:24 Uhr!


    Viele Grüße,


    Micha

  • Hallo Micha,


    Glückwunsch zu deinen Seeing-Bedingungen!
    Hier im Rheintal in Österreich zeigt sich Mars nach wie vor als kontrastarmes Scheibchen. Egal wie viele Bilder gestackt werden: Nur nach einigem Nachhelfen in der Bildverarbeitung lassen sich zarte Strukturen erkennen.


    Hier ein Beispiel. Es war auch noch ein Dispersionskorrektor im Einsatz.




    Viele Grüße,
    Guntram

  • Hey,


    hab diese Nacht um 00:22 Uhr auch nochmal draufgehalten. Das Seeing war mäßig bis gut, es gab während der Aufnahme derb schlimme Phasen aber auch sehr ruhige.



    Aufgenommen mit dem 90mm/910mm Refraktor, der 2,5fach Barlow und der ZWO ASI 120MC. Gestackt hab ich 300 von 3000 Frames.


    Aus dem abklingenden Staubsturm schälen sich nun doch schon recht deutlich die Große Syrte, das Hellasbecken darunter, Terra Noachis , sowie Terra Sabea und Terra Meridiani.


    Ein wenig stört mich der grünliche Saum am Rand der Polkappe entlang. Keine Ahnung wo der herkommt.


    Gruß,
    Peter

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