absolut unscharf -> Refraktor in den Müll?

  • Hallo!
    Ich habe neulich einen Refraktor gebraucht gekauft, einen alten Bresser 60/900, Typenbezeichnung 45-1200 (wahrscheinlich ein Vorläufer der "Lyra"). Ich habe das Gerät nur wegen der für einen anderen Tubus verwertbaren Montierung gekauft, es hat wirklich nur einen Appel und ein Ei gekostet.
    Trotzdem wollte ich nun gern mit dem Refraktor Beobachtungen machen, und siehe da: nichts war zu sehen [|)]. Ich meine: Ich sehe dadurch schon irgendwas, aber alles höchst diffus und verschwommen, egal, ob ich mir den Mond angucke oder den Schornstein von gegenüber. Egal, welche Okulare ich verwende, egal, wie ich die Schärfe einstelle. Egal, ob ich drinnen, draußen, im Kalten oder in der Wärme beobachte: Es tut sich nichts, es bleibt immer in dem selben Maße verschwommen... [xx(].
    Die Okulare sehen eigentlich in Ordnung aus (beim Durchgucken in ausgebautem Zustand), die Objektivlinse wirkt auch gut, allerdings hat die Taukappe eine Beule. Liegt's vielleicht daran?
    Was macht man in solch einem Fall? Schmeißt man den Refraktor in den Müll?
    Gruß, Jan

  • Hallo Jan


    man tut einfach so als wäre es ein Lidl-Refraktor und sucht die Seiten wo deren Optimierung beschrieben ist, vieleicht ist ja beim entstehen der Beule irgendwas in der Fassung verutscht


    Oder wenn das nichts bringt zerlegst du es in alle Einzellteile und baust alles wieder sorgfälltig zusammen, Problen sind wohl die zwei Linsen im Objektiv


    Gruß Frank

  • Hallo Frank!
    Ich finde leider noch nicht die passenden Seiten zur Optimierung bzw. Justierung der Linsen meines Refraktors, auch mit der Suchfunktion nicht. Hat jemand einen Tip, wo man so etwas findet?
    Gruß, Jan

  • Hallo!
    Vielen Dank, Bernd und Melli, für eure Tips!
    Ich habe nun herausgefunden, daß der Fehler anscheinend bei mir lag, und ich glaube, es ist ein saudummer Fehler. Aber der Reihe nach:
    Ich habe nun - mehr oder minder unkoordiniert - heute morgen das Teleskop auseinandergenommen, war dabei einigermaßen in Experimentierlaune und habe also auch die Linsen aus dem Objektiv genommen und sie wieder hineingelegt. Als das nichts gebracht hat, habe ich einfach mal die Anordnung der Linsen geändert, denn ich dachte, daß der vorherige Besitzer des Refraktors vielleicht dort schon herumgebaut haben könnte. Es hat alles nichts gebracht... [xx(]
    Dann auf einmal ist mir aufgefallen, daß der Okularauszug sich drehen ließ, was ich überhaupt nicht verstehen konnte, denn sowohl der Okularauszug als auch das Okular waren ja festgeschraubt. Doch genau hier lag des Rätsels Lösung:
    Ich habe das Blendrohr entdeckt, von dem ich zunächst eher besorgt zur Kenntnis nahm, daß es frei beweglich war, dann aber hat sich herausgestellt, daß ich durch das Herausziehen des Blendrohrs ein scharfes Bild erreichen kann!!![:0][:0][:0]
    Tut mir leid, daß ich euch mit diesem saudummen Anfängerfehler langweilen musste! Ich hatte bisher einen Reflektor und kannte deshalb überhaupt nicht das Prinzip, daß es ein Blendrohr gibt, das man herausziehen kann. Auch in der zweiseitigen Bedienungsanleitung des Refraktors stand nichts über diese Eigenschaft...
    Fazit: Ich hoffe, ich habe bei meinem Herumgeschraube heute nichts ernsthaft kaputtgemacht, aber wenn der Mond heute abend genau so gestochen scharf ist wie der Schornstein von gegenüber eben gerade, dann hat sich mein Problem eindeutig erledigt [:)].
    Ich bin sehr happy und danke euch für eure Antworten!
    Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser Fehler passiert ist, oder kennt ihr das irgendwo her?


    Viele Grüße, Jan

  • Hallo Jan


    coole Nummer, hast du ja durch das basteln doch was Rausgefunden.
    Eine Sache ist aber bei allen Teleskopen gleich es gibt eine Intrafocale und eine extrafocale Abbildung, dazwichen irgendwo ist das Scharfe Bild oder es gibt keins.


    Ist das etwa so ein alter Revü Refraktor mit diesem Klappspiegel-Sucher?


    Gruß Frank

  • Hallo Frank!


    Ehrlich gesagt: Ohne Herumprobieren wäre ich nicht darauf gekommen, daß man bei einem Refraktor außer der Schärfeeinstellung durch die Rädchen auch ein bewegliches Blendrohr hat, das man benutzen sollte. Ist das bei alles Refraktoren so?


    Ich habe herausgefunden, daß man bei diesem Teleskop das Blendrohr zum Betrachten mit einem Okular ganz herausziehen muss. Wenn ich nun einen Zenitspiegel verwende, ziehe ich das Blendrohr dann nach Gefühl heraus, oder gibt es da irgendeine Maßregel?


    Das Teleskop ist ein Bresser "45-1200", und es sieht in etwa so aus wie das heutige "Lyra" (Durchmesser 60mm, Brennweite 900mm). Es ist orange und auf einem braunen Holzstativ, parallaktische Montierung. Man verwendet noch die alten 1-Zoll-Okulare [8)]
    Ich weiß nicht, ob es früher von Quelle vertrieben wurde, ist das so?


    Eine Frage habe ich noch: Beim Ausbauen der Linsen des Objektivs und beim Ändern von deren Anordnung hatte ich leider die Ausgangsanordnung vergessen. Nun scheint ja alles gut zu passen: Bikonvex-Linse außen und Konvex-Konkav-Linse innen in Richtung Tubus.
    Allerdings waren im Bereich der Linsen auch 2 durch sichtige dünne filterähnliche Plastikscheibchen eingebaut, deren Zweck ich noch nicht so recht begreife und deren Ausgangsanordnung ich ebenfalls vergessen hatte. Ich habe nun das eine Scheibchen außen vor die Bikonvex-Linse plaziert, das andere zwischen die beiden Linsen. Ist das so richtig?


    Die Sicht durch das Teleskop war ja gestern erstmal toll, aber ich freue mich, wenn jemand noch etwas dazu sagt.


    Grüße, Jan

  • Hallo Jan,
    was du da verschieben kannst, ist wohl ein Blendrohr, sondern eine Zoom-Zusatzoptik, die in Verbindung mit dem Okular unterschiedliche Vergrösserungen bringen soll. Soweit ich weiss, lässt sich das Teil irgendwie auch abnehmen, was wegen Qualitätsverlusten dieser Optiken auch ratsam ist.
    Probier mal zum Test am terrestrischen Objekt eine kleine Drehung an dem 'Blendrohr' und stell wieder scharf, dann ändert sich bestimmt die Vergrösserung.
    Gruss
    Günter

  • Hallo Günter!


    Nein, die Vergrößerung ändert sich überhaupt nicht dadurch, daß ich das Blendrohr drehe, bzw. herausziehe. Es wird dadurch nur das Bild scharf.


    Die verschiedenen Vergrößerungen erreiche ich ganz normal durch die verschiedenen Okulare (KE 22mm, HM 9mm, SR 4mm).


    Grüße, Jan

  • Blendrohr?
    Ich hätte eher auf eine Tubus-Verlängerung getipt. Falls das eine sein sollte, dient es der Verlängerung des Tubus, falls ohne Zenitprisma und dessen längeren Lichtweg guggt wird. Bei anderen Klein-Refraktoren ist das manchmal mit 'ner Verlängerungshülse gelöst.
    Gruß
    Flatratte

  • Hallo Flatratte!


    Ach so! Dann ist es wohl kein Blendrohr sondern eine Tubusverlängerung. Wo ist denn der Unterschied zwischen Tubusverlängerung, Verlängerungshülse und Blendrohr?


    Grüße, Jan

  • Hallo Jan


    das mit dem Blenrohr im Refraktor ist mal Quatsch, aber bestimmt bloß Falsch benannt worden. Ein Blendrohr ist bei Cassegrainteleskopen notwendig damit man nicht am Fangspiegel vorbei direkt in den Himmel sieht, das würde wohl nicht nur den Kontrast schmälern.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank!


    Danke für die Antwort! Dann habe ich diesem Bauteil einen falschen Namen gegeben. Es ist dann wohl eine Art "herausziehbare Tubusverlängerung".


    Gibt es denn im Internet keine Seiten, auf denen der Aufbau eines Refraktors richtig gründlich dargestellt wird?


    Denn mich interessiert ja neben der Bezeichnung für diese Tubusverkängerung auch noch, wie man die durchsichtigen Plastikscheibchen zwischen/vor den Objektivlinsen richtig anordnet. Da hatte ich ja ein bisschen improvisiert [;)]


    Grüße, Jan

  • Hallo Jan!
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Was macht man in solch einem Fall? Schmeißt man den Refraktor in den Müll?...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Bei Ebay verkaufen. [;)]

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