Amateur-Sub-Apertur-Interferometer (ASAI)

  • Hallo Kalle,


    ich verstehe auch nichts von dem was du sagst.Sorry.


    Wir haben einen Stern, ein Fernrohr und einen Beobachter. Der Beobachter sieht ein Beugungsscheibchen mit Ringen. Es geht hier nur um das was man sieht. Um nichts anderes.Sämtliche Mängel zeigen sich in irgendeiner Form am Beugungsscheibchen mit seinen Ringen. Das gilt für die Atmosphäre wie die Optik.


    Die Grundfrage war und ist, wie sich 2% Rippling gemessen in Strehl, auswirken am Okular. 2%Rippling bedeutet aus der Definition des Strehlwertes, dass die Ringe insgesamt auf Kosten der Beugungsscheibe 2% heller werden. Kann man das sehen? Stört das? Ich suchte nach Argumenten die zeigen, dass man das wahrnehmen kann. Deshalb die Geschichte mit den Doppelsternen.Mittlerweilen, d.h. so wie ich es dargelegt habe, komme ich zum Schluss, dass man diese 2% nicht feststellen kann mit den Augen. Das ist alles.


    Gruss Emil

  • Hallo,
    es war vielleicht etwas dumm, die Atmosphäre mit ins Spiel zu bringen.


    Im Prinzip würde es reichen, wenn jemand mitteilen könnte, wie <b>verschiedene Formen</b> des Ripplings im Bereich von 2% Strehleinbusse Auswirkungen auf die Beugungsringe haben. Wir haben nur Kurts Modell und Bild von den zerfedderten Beugungsringen. Aber in diesem Beispiel hatten wir homogenes Rippling.


    <b>Analog</b> zu atmosphärischen Störungen, ist doch denkbar, dass Rippling zu einseitigen Lichtverdichtungen in den Ringen bis hin zu Knoten führt. Und dann könnte man 2% Streulicht sehen, wenn ein Beugungsring partiell aufgehellt wäre.


    Gruss Emil

  • Hallo Emil,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...<b>Analog</b> zu atmosphärischen Störungen, ist doch denkbar, dass Rippling zu einseitigen Lichtverdichtungen in den Ringen bis hin zu Knoten führt. Und dann könnte man 2% Streulicht sehen, wenn ein Beugungsring partiell aufgehellt wäre.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    jetzt versteh ich endlich deinen Gedankengang. Rippling oder Rauheit hat nun mal die Eigenschaft dass es das Streulicht im Wesentlichen in alle Richtungen rund um das Beugungsscheibchen verteilt aber niemals konzentriert auf einen engen Bereich in den Beugungsringen. daher können 2% Verlust wg. Rauheut praktisch nie als Störung erkannnt werden.


    Dagegen konzentrieren Fehler wie Koma das Licht einseitig in die Beugungsringe. Dann würde man bereits bei S=0,98 allein wg. Koma eine einseitige Azufhellung des 1. Beugungsrungen wahrnehnem können. Das hab ich z. B. schon einmal bei einem ansonsten sehr guten 4" Refraktor gemessen und danach auch beim Test am K- Stern in ca. 50m im Okular erkennen können. Siehe dazu auch mein Bild 1 in der Diskussion
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=147441


    Gruß Kurt

  • Hallo Emil,


    zunächst eine grundsätzliche Anmerkung zu Deinen Experimenten:
    Wenn es Dir hilft, die Zusammenhänge anschaulich zu verstehen, ist das absolut in Ordnung!
    Blende doch den Tak so weit ab, bis das Seeing keine Rolle mehr spielt. Dann hast Du nur noch den Effekt der Beugung.

    Sobald Du versuchst, mit solchen einfachen Experimenten irgendwas zu "beweisen", geht es in die Hose.
    Es ist theoretisch und prinzipiell <i>alles</i> schon in Sack und Tüten. Da gibt es in Sachen Beugung, Seeing, MTF etc pp nicht die geringste Lücke. Dass man es anschaulich nicht mehr komplett verstehen kann ist eine andere Sache.
    Aber es führt kein Weg dran vorbei, dass man für eine definierte Aussage zunächst eine sauber vermessene Optik haben muss.

    Genau in diesem Punkt kann Kurt und ich auf einen gewissen Erfahrungsschatz vertrauen. Wir beobachten mit nichts geringerem als mit <i>komplett</i>, teilweise <i>mehrfach</i> und nach dem <i>neuesten</i> Stand der Technik vermessenen Optiken.
    Kurt's Teleskope sind teilweise sogar aus Glaskeramik wodurch die thermischen Effekt wegfallen.

    Emil, ich denke Du kommst persönlich am besten weiter, wenn Du Dich auf die Messtechnik fokusierst. Alles andere bleibt doch nur zweitklassige Kaffesatz-Leserei[;)]

    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai, Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">zunächst eine grundsätzliche Anmerkung zu Deinen Experimenten:
    Wenn es Dir hilft, die Zusammenhänge anschaulich zu verstehen, ist das absolut in Ordnung!
    Blende doch den Tak so weit ab, bis das Seeing keine Rolle mehr spielt. Dann hast Du nur noch den Effekt der Beugung.


    Sobald Du versuchst, mit solchen einfachen Experimenten irgendwas zu "beweisen", geht es in die Hose.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    dass mit dem gesunden Hausverstand der Physik nicht beizukommen ist, ist mir schon klar. Hab schon in der 1.Physik-Lektion nicht begriffen, weshalb man Sekunden quadrieren kann, ich meine die Sorte nicht die Zahl davor, und verstehe es auch heute nicht nach 2oJahren.[8D]Ist Wurst!


    Danke für den Hinweis, das Tak abzublenden,die Beugungsscheibe wird dann ja auch grösser und anschaulicher. Insbesondere möchte ich beobachten, ob es nicht vorkommt, dass äussere Beugungsringe heller sind als innere, wenn man den Strahlengang stört. Bild 19 S.5 von Kurt zeigt nämlich so etwas.Der 3.Ring hat dort partiell hellere Flächenhelligkeiten als der innere Nachbar.- Wenn das erwiesen wäre, hätte man einen schwachen Hinweis, dass Rippling doch gefährlich sein könnte, wenn es zu Knotenbildungen in den Ringen käme.



    Gruss Emil

  • Hallo Emil,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Emil Nietlispach</i>
    Insbesondere möchte ich beobachten, ob es nicht vorkommt, dass äussere Beugungsringe heller sind als innere, wenn man den Strahlengang stört.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Theoretisch könnte man durch geeignete Oberflächen-Fehler des Spiegels fast jede beliebige Lichtverteilung in der Bildebene erzeugen. Man kann die äusseren Beugungsringe heller als die inneren machen, man kann Doppel- oder Mehrfachsterne erzeugen, ja man kann sogar die Mitte des Beugungsscheibchens völlig dunkel machen und die gesamte Energie in die Beugungsstrukturen leiten (1).
    Nur eins kann man leider nicht machen: Strukturen erzeugen, die deutlich kleiner als das Beugungsscheibchen sind.


    Von dieser theoretischen Bemerkung abgesehen weiss ich allerdings gar nicht mehr so richtig worum es in dieser Diskussion eigentlich geht.


    (1) Gedankenexperiment: Angenommen, der Spiegel hat einen "digitalen" Oberflächenfehler, der entweder 0 oder lambda/4 ist (d.h. 0 oder lambda/2 in der Wellenfront). Betrachten wir und nun die Oberfläche des Spiegels aus Pixeln zusammengesetzt, mit dem Koordinaten-Ursprung in der Mitte des Spiegels. Wenn das Pixel (x,y) den Oberflächen-Fehler 0 hat, dann soll das Pixel (-x,-y) den Fehler lambda/4 haben, und umgekehrt. Bei diesem Spiegel muss die Mitte des Beugungsscheibchens absolut dunkel sein, weil wir für jedes Pixel-Paar destruktive Interferenz haben.

    Gruß
    Michael

  • Hallo Michael,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Von dieser theoretischen Bemerkung abgesehen weiss ich allerdings gar nicht mehr so richtig worum es in dieser Diskussion eigentlich geht.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Diskussionsfaden: Das ASAI zeigt unbestrittenermassen, dass Rippling nicht so schlimm ist. Dem widerspricht die Spiegelschleifertradition und Suiter.Ein einfaches Doppelsternexperiment bestätigt die Resultate mit ASAI. Ausser man nimmt an, dass die Lichtverteilung in den Beugungsringen unregelmässig ist, es zu hellen Knoten kommt.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Nur eins kann man leider nicht machen: Strukturen erzeugen, die deutlich kleiner als das Beugungsscheibchen sind.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Wenn das auch für das Licht in den Ringen gilt,dann gibt es keine hellen Knoten.Also das würde heissen, man kann die Besselfunktion nicht so modellieren, dass schlanke hohe Peaks entstehen in den äusseren Ringen.




    Inzwischen habe ich nochmals den Suiter Kap. 13 genauer gelesen und glaube gefunden zu haben, was er meint:
    Er ist der Ansicht, dass Ripple eben zu gern und gut 10-20%Strehlverlust führt,weil die Umrechnung RMS zu Strehl nach einer andern Formel zu machen sei. Er übernimmt diese Formel vom Optiker: Mahajan (1982). Im Buch die Näherungs- Gleichung 13.2. Danach ergibt z.B. ein RMS 1/13 nur noch 0.8Strehl.


    Irgendwie liegt das Problem schon dort, dass beim Rippling durch Interferenz die Beugungsringe ein anderes Helligkeitsmuster bekommen und deshalb ein vom ASAI richtig vermessener RMS Wert zu einer tieferen Strehlzahl führt als nach der gängigen Formel.


    Aber ich kann da intern nicht mitreden.


    Gruss Emil

  • Emil,
    die Interferenz und Beugung kennt auch Situationen, in denen Beugungsringe Knoten bilden.
    Der Grundgedanke dahinter: Ein perfekter Spiegel wird genau an den Stellen abgeklebt, die für einen vorgegebenen Lichtstrahl (also genau ein Stern aus bekannter Richtung) zu konstruktiver Interferenz im ersten Beugungsring beitragen. Für jeden möglichen Lichtstrahl aus dem Blickfeld sind diese "ausmaskierte" Stellen allerdings einmalig. Man kann aber so z.B. den ersten Beugungsring für genau diesen Lichtpunkt "ausblenden".


    Aber genau dass macht ja das Seeing in ähnlicher Weise kurzfristig immer wieder, indem es den Weg des eingehenden Lichtstrahls um Lamda/2 "umleitet/verlängert", so dass er auf Teilbereiche des Spiegels konstruktiv interferiert (wo er im Labor destruktiv interferieren täte).


    Nebenbei: Da Du Physik nur in "anschaulicher" Weise zurecht kommst: Geometrische Optik behandelt Licht, indem es nur Winkel betrachtet aus denen es herkommt und wohin es gebrochen/gespiegelt wird. Wellenoptik betrachtet Licht, indem es zu jeder Lichtquelle die Wegstrecken betrachtet, die es bis zum Fokus (Abbildungsebene) zurücklegt. Du musst also zunächst die geometrische Optik anwenden und dann zu jedem Lichtstrahl die Wegstrecke berechnen bzw. die Differenz zur Referenzstrecke (z.B. der optischen Achse) berechnen. Diese Differenz kann man in Mikrometer ausdrücken oder in Anzahl Wellenberge einer bestimmten Lichtfarbe. Beträgt die Differenz Lamda-Halbe löschen sich Wellenberg und Wellental aus etc. Im Ergebnis bildet diese Betrachtungsweise somit ganz nebenbei alles ab, was die geometrische Optik auch kennt und darüber hinaus noch mehr. Vielleicht hilft Dir meine Vereinfachung zum Verständnis.


    Gruß

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Kalle,
    danke, hat etwas gebracht. Ich glaube jetzt zu sehen, dass solche möglichen Knotenbildungen in den Beugungsringen niemals zu exzessiven Helligkeitsschwankungen im Beugungsbild führen können, so dass wesentlich mehr Streulicht sichtbar würde als bei einer 'normalen' Lichtverteilung in den Beugungsringen: Konstruktive Interferenz kann letztlich nicht mehr Licht hinzufügen, als destruktive Interferenz Licht wegnehmen kann.


    Gruss emil

  • <b>3. Verbesserungen zu ASAI</b>
    <b>3.1 Was kann FFT unter „openFringe“ (OF)?</b>
    Um das zu veranschauliche hab ich ein mit OF synthetisiertes I-gramm bildbearbeitungstechnisch „misshandelt“ und danach wieder an OF verfüttert.


    <b>Bild 21</b>


    Der Abstand zwischen zwei benachbarten Streifen entspricht genau einer Wellenlänge Wegunterschied. Parallele, äquidistante Streifen bedeuten Fehlerfreiheit der Wellenfront und würden ein völlig ebenes Wellenfrontbild ergeben. Voraussetzung ist allerdings dass die Helligkeitsänderung von einem Streifen zu nächsten stetig nach Art einer Sinuskurve erfolgt. Jede Abweichung davon, auch der kleinste Fliegenschiss wird von OF als Wellenfrontfehler interpretiert, quantitativ dargestellt und im RMS-Wert berücksichtigt. Dabei ist bemerkenswert dass auch Strukturen mit deutlich kleinerem Abstand als der von benachbarten Streifen noch getrennt und annähernd richtig quantifiziert werden. Das sind z. B. die Rillenpaare 1, 2 und 3.

    <b>3.2. Maßnahmen zur Steigerung der Messgenauigkeit</b>
    <b>3.2.1 Forderung nach sauberen I-grammen </b>
    OF weiß nicht woher denn die Fehler im I-gramm kommen. Uns interessieren natürlich nur die Fehler des Prüflings. Daher ist es zwingend notwendig möglichst saubere I-gramme zu produzieren.


    <b>3.2.2 Forderung nach mehreren I-grammen für eine bestimmte Analyse</b>
    Da 3.2.1 nicht zu 100% möglich ist bleibt nichts anderes übrig mehrere I-gramme mit unterschiedlicher Streifenlage sowie Position des Prüfglases für eine Analyse aufzunehmen und die Auswertungen zu mitteln. Letzteres ist mit OF kein Problem. Je sauberer die I-gramme desto geringer wird ihre erforderliche Anzahl. Durch den Wechsel der Position Prüfglases vor jeder neuen I-grammaufnahme werden auch dessen mögliche Oberflächenfehler weitgehend unterdrückt.


    <b>3.2.3 Forderung nach hinreichender fotografische Auflösung der I-Gramme</b>
    Die fotografische Auflösung für Abweichungen vom der idealen Verlauf der Streifen ist durch die Anzahl der Pixel zwischen benachbarten Streifen bestimmt. Wenn der Streifenabstand z. B. 100 Pixel beträgt dann können noch „Höhenunterschiede“ von PtV &gt;= 1/100 Wellenlänge als Wellenfrontfehler erkannt werden. Das dürfte für alle praktisch sinnvollen ASAI Anwendungen mehr als ausreichend sein. Man bedenke: Die Störwirkung von Rauheit wird nicht durch irgendeinen PtV -Wert sondern vom RMS- Wert bestimmt. Dieser ist aber immer erheblich kleiner als der PtV- Wert der untersuchten Probe.


    Natürlich braucht OF zur Analyse mehr als nur zwei benachbarte Streifen über der Sub-Aperture. Als sinnvollen Richtwert kann man ca. 15 Streifen annehmen. Danach ergibt sich für den auszuwertenden Bereich ein Mindestbilddurchmesser von &gt;1500 Pixel. Die gewählte Sub-Aperture ( z.B. D=10 mm) muss also mit einem geeigneten Objektiv auf diese Pixelgröße vergrößert werden. Das ist mit modernen Kameras kein Problem. Hier ein typisches Beispiel:


    <b>ACHTUNG, alle nun folgenden I-gramme sind echt ASAI!</b>
    Aus Formatgründen sind sie mit 35% ihrer natürlichen Größe wiedergegeben.


    <b>Bild 22</b>


    <b>3.2.4 Verbesserung durch Diodenlaser mit rotierender Mattscheibe und gewölbtem Prüfglas</b>
    Das obige I-Gramm wurde mit folgender Anordnung gewonnen.

    <b>Bild 23</b>


    <b>Bild24</b>


    Das Lasergehäuse enthält einen grünen und einen roten Diodenlaser. Vor beiden befanden sich ursprünglich mittels Motorantrieb drehbare Streuscheiben zur Erzeugung von dekorativen Multipunkt-Lichteffekten. Diese Streuscheiben wurden entfernt und durch eine spezielle drehbare Mattscheibe ersetzt. Die Mattscheibe streut den Laserstrahl (fast) völlig diffus auf den mattweißen Schirm. Dieses Streulicht wird von den dicht benachbarten Oberflächen des Prüflings und des Prüfglases reflektiert. Dabei entstehen die Interferenzstreifen. Deren Dichte und Lage kann man mittels Alufolie fast beliebig eintrimmen.
    Das Material für die Mattscheibe war ursprünglich Teil eines Plastik- Aktenhefters.

    <b>Bild 25</b>


    Durch die Bewegung oder Drehung der Mattscheibe im Strahlengang wird die erheblich störende Körnigkeit der Interfernbilder praktisch völlig unterdrückt.


    <b>Bild 26</b>

    Diese Körnigkeit sieht man übrigens auch dann wenn man zur Aufweitung des Laserstrahls eine Linse benutzt.


    Als Prüfglas dient ein konvex -hyperbolische Fangspiegel mit annähernd gleichem Krümmungsradius R=-1300 wie der des Prüflings. Das erklärt die asphärisch verbogenen Interferenzstreifen in Bild 24. Bei der typischen ASAI Anwendung wird aber nur ein kleiner Ausschnitt davon gebraucht. Daher erhält man dann annähernd parallele und gerade Streifen.

    <b>4. Anwendungsbeispiele</b>
    <b>4.1 Test auf abgesunkenen Spiegelrand</b>
    Mit diesem Leiden hat wohl schon jeder Spiegelschleifer Bekanntschaft gemacht. Ein Prüfglas mitannähernd gleichem Krümmungsradius aber umgekehrten Vorzeichen erlaubt hier einen schnellen und zuverlässigen Test. So sieht man z. B. im Bild 26 dass die Streifen erst im letzten ¼ mm Abstand vom Rand ganz leicht verbogen sind. In diesem Falle würde ich sagen: Irgendwelche Korrekturmaßnahmen oder Tests auf abgesunkenen Rand sind nicht notwendig. Dazu braucht man die I-gramme noch nicht einmal zu fotografieren und auch keine Laserbeleuchtung.

    Wem das nicht ausreicht der könnte sich einige I-gramme wie im folgenden Bild erstellen und diese mit OF –FFT auswerten.


    <b>Bild 27</b>

    <b>


    Bild 28</b>


    Wenn man diese I-Gramme auswertet und die Wellenfronten mittelt sieht das so aus:


    <b>Bild 29</b>


    Offensichtlich dominieren hier die Artefakte bedingt durch die Interferogrammstreifen. Das könnte man zwar durch Auswertung von zahlreichen I-Grammen weitgehend unterdrücken, lohnt sich aber bei PtV &lt;0,1 bzw. RMS 1/ 152 Wellenlänge nicht wirklich.

    Man kann obigen Randtest auch an einem Prüfling machen dessen Krümmungsradius deutlich größer ist als der des Prüfglases. Dazu ein Beispiel mit einem 300 f/5 Parabolspiegel, entsprechend R=3000 und dem obigem Prüfglas R=1300. Die I-gramme haben dann mehr oder weniger stark gekrümmte bis gekringelte Streifen.


    <b>Bild 30</b>


    Hier kann man nicht mehr so recht rein visuell beurteilen ob und in welchem Maße der äußerste Rand abgesunken ist. Man kann aber mit OF-FFT problemlos den markierten Durchmesser als Sub-Apertur auswerten. Hier das Ergebnis nach der Mittelung von 4 I-grammen ähnlich wie Bild 29.


    <b>Bild 31</b>


    Danach kann man auf dem letzten mm des Spiegeldurchmessers eine Absenkung um ca. ¼ lambda Wellenfrontfehler nachweisen. Beim Test am realen Stern war mir davon aber nichts aufgefallen.


    <b>4.2 Rauheit nach Politur mit 20 mm Minitool und Vergleich mit Foucaultildern</b>
    Nachdem ich tagelang vergeblich nach handfester Rauheit bei meinen Spiegeln gesucht hatte bin ich darauf verfallen den obigen Prüfling mit einem 20 mm Minitool zu traktieren. Mit diesem hab ich ohne Druck 3 Minuten lang annähernd kreisende Striche auf einen Randsektor des Prüflings ausgeführt. Die behandelte Oberfläche sah hinterher im Focaulttest recht grausslich aus. Ohne irgendwie fassbare Angaben zum Ausmaß des Fehlers könnte man damit schon Angst und Schrecken verbreiten.


    <b>Bild 32</b>


    Für die ROC-Aufnahme im Abstand R=1300 mm wurde ein 180 mm Teleobjektiv verwendet. Sonst würde man die feineren Details nämlich nicht erkennen können.


    Anstandshalber hab ich natürlich auch Foucaultbilder von dem Bereich aufgenommen wo das Minitool nicht tätig war. Also dort wo die Sphäre ganz normal auspoliert ist.


    <b>Bild 33</b>


    Das sieht zweifellos weniger rau aus.
    Die typischen ASAI I-gramme über den grün markierten Kreisflächen verraten noch garnix.


    <b>Bild 34</b>


    Man sieht etwas Unruhe in den Streifen. Aber ob es sich dabei um das echte Oberflächenfehler oder Artefeakte handelt kann man erst nach der Auswertung von mehreren I-Grammen beurteilen.


    <b>Bild 35</b>

    Für die FFT- Analyse wurden jeweils 8 I-granne aufgenommen. Die Ergebnisse zeigt das nächste


    <b>Bild 36</b>


    Schauen wir zunächst auf die Wellenfrontbilder. Die zeigen nach der Minitool-Politur ganz eindeutig mehr Struktur als nach normaler Politur. Aber mit RMS ca. 0,01 Wl. ist das nach meinem Verständnis noch nicht beunruhigend. Bei normaler Politur braucht man sich überhaupt keine Gedanken über Rauheit zu machen.
    Bemerkenswert ist auch, dass die auf FFT- Basis synthetisierten Foucaultbilder recht gut zu den realen „slitless“ passen.

    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,
    danke für Dein Opfer. Eine Prüfsphäre mit Minitool zu zerkratzen....[:D]. Ich bewundere Deine sehr gut dokumentierten Beiträge in diesem Forum.


    Mir ist noch nicht ganz klar, wie man vom "Strehl" des ASAI auf den Strehl des Prüflings kommt. Ich führe meine Gedanken mal aus:


    Der Strehl des ASAI's bezieht sich auf Beugungsscheibchen mit erheblich grösserem Durchmesser als das Beugungsscheibchen des gesamten Spiegels, bei einem Prüfling von 120mm und einem ASAI-Ausschnitt von 10mm ist das Beugungsscheibchen des ASAI genau 12 mal grösser als das des Spiegels. Auf dieses 12x "zu grosse" Beugungsscheibchen bezieht sich der Strehl, den uns OF herausgibt.


    Dies erklärt, warum trotz gut messbarer Oberflächenfehler kaum Licht neben das Beugungscheibchen "gestreut" wird und die Definitionshelligkeit, der Strehl, nahezu bei 1.0 liegt.


    Das Beugungsscheibchen der Prüfsphäre ist jedoch 12x kleiner. Wie kommen wir nun von den Resultaten des ASAI zum Strehl der Prüfsphäre, angenommen, du hättest den ganzen Spiegel so grässlich malträtiert?[:(]


    Wer hat eine Idee wie man das praktisch rechnet oder aus OF rauskriegt?


    Grüsse


    Max

  • Hallo Max,


    genau genommen gelten die hier berecheten Strehlzahlen nur für die untersuchte Sub- Aperture. Wenn man es mit Stutkturen zu tun hat deren laterale Ausdehnng wesentlich kleiner ist als die Subapertute dann sind sie vieeel kleiner gegenüber der vollen Öffnung. In diesem Falle wäre die rauheitsbedingte die Strehlzahl S als auch der Minderungsfaktor F für die MTF nach der üblichen strehlformel zu berechnen:


    S = F = e exp-( 2 x pi x RMS)²


    Bei sehr kleinen RMS wie hier kann mam auch rechnen:
    S = F = 1-( 2 x pi x RMS)²


    OF gibt auch noch RMS Werte raus wenn auf 3 Dezimalen gerundet S=1 wird. Aber man kann natürlich nach der obigen Formel S auf beliebig viele Dezimalen ausrechnen. Das hab ich nur deshalb getan um zu demonstrieren in welcher Größenordnung die mit ASAI erfassbaren RMS-Werte liegen.


    Nach den Beispielen in Bild 36 hätte man demnach bei Politur mit Minitools ca. 1-0,996 entsprechend 4 Promille Kontrastminderung wg. Rauheit zu rechnen. Bei normaler Politur wären es dann nur noch 1-0,9997 entsprechend 0,3 Promille Verlust. Selbst wenn meine Messung relativ ungenau sein sollte braucht man sich bei normaler Politur keine Sorgen wg. Rauheit zu machen. Vielleicht kann Kai das noch etwas anschaulicher erklären[:D]


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,
    herzlichen Glückwunsch zu diesem Durchbruch!
    Du hast es geschafft, zwischen zwei Poliertechniken zu differenzieren.
    Du bist im letzten Bild bei 0.75nm RMS surface (S=0.9997) rausgekommen
    Super[:)]

    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wenn der Streifenabstand z. B. 100 Pixel beträgt dann können noch „Höhenunterschiede“ von PtV &gt;= 1/100 Wellenlänge als Wellenfrontfehler erkannt werden.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt! Also eher weniger Streifen und gut sinusförmig durchmoduliert. Werde das bei Gelegenheit mit Natriumlicht selbst verifizieren.


    Hallo Max,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der Strehl des ASAI's bezieht sich auf Beugungsscheibchen mit erheblich grösserem Durchmesser...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Ja. Aber es wird von vornherein abstrahiert, dass <i>der gesamte Spiegel </i>so aussieht wie die kleine Stichprobe.
    Dieser Strehl (oder RMS) gilt dann für die Ebene 3 und wird zu Ebene 1 und 2 hinzugerechnet.
    Nochmal meine Skizze dazu:

    Das Zusammenfügen der Ebenen ist mathematisch mit Strehlmultiplikation machbar. Oder über die geometrische Addition der RMS Werte.


    <b>S_gesamt = S_1 * S_2 *S_3</b>


    Bei "normalen" Spiegeln fällt der Fehleranteil in Richtung hochfrequente Fehler (--&gt; Ebene 3) schnell ab.
    Das heisst, in Ebene 1 ist der größte Fehler zu erwarten. Entsprechende Sorgfalt ist hier vonnöten.


    Bei Ebene 2 je nach Öffnungsverhältnis ebenfalls. Besonders schnelle Spiegel neigen zu MSF-Errors:
    http://www.asphere.com/CA_mid-spatial.html

    Ebene 3 ist normalerweise kein Problem und S_3 liegt nahe an 1.000 Deshalb sind Stichproben hier zulässig. Zusätzlich sind Messfehler von 50% absolut kein Problem. Es kommt nur auf die richtige Größenordnung an.
    Diese hat Kurt hier festgezurrt. Meine Messung (2nm RMS surface) stimmt mit der Obergrenze ebenfalls überein. Diese 2nm RMS surface sind als Obergrenze von Profis für astromische Optik generell akzepiert. Das führt zu 2 Promille Streulicht. Es ist dann egal, <i>wohin</i> das Licht gestreut wird. Dieses "wohin" ist bei Ebene 1 und 2 noch absolut wichtig für die Leistung einer Optik (---&gt; MTF)

    Die Abstrahierung in verschiedene Ebenen ist keine Erfindung von Kurt und mir, das ist gängige Praxis bei den Profis.
    Stichwort: PSD - Power Spectral Density
    https://de.wikipedia.org/wiki/Spektrale_Leistungsdichte

    Für jeden ernsthaften Profi-Spiegel gibt es so eine (interferometrische!) PSD Analyse.

    Dass dabei Quacksalbereien wie der Lyot-Test keinen Platz haben, erklärt sich auch daraus, dass es speziell dafür immer noch keine Theorie gibt. Das nur mal so nebenbei[;)]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kurt,
    da hast du wieder eine schöne Messserie hingelegt.[^]
    Bloß gut, dass du ein wenig Zeit übrig hast, ausgiebig testen kannst und uns obendrein an den Ergebnissen beteiligst.
    Ich hoffe, dass du weiterhin exzessiv in diese Kerbe haust![:D]


    Der Qualitätsunterschied zwischen den I-Grammen ohne und mit Mattscheibe ist verblüffend, da fragt man sich, wie konnte es vorher ohne Scheibe überhaupt funktionieren?
    [:0]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wenn der Streifenabstand z. B. 100 Pixel beträgt dann können noch „Höhenunterschiede“ von PtV &gt;= 1/100 Wellenlänge als Wellenfrontfehler erkannt werden.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Diese Erkenntnis bedeutet ja im Umkehrschluss eine deutlich geringere Auflösung bei sehr hoher Streifendichte, wie es z.B. bei großen Spiegeln Richtung f/3 vorkommt, wenn diese aus dem Krümmungsmittelpunkt vermessen werden.
    Dort muss man schon richtig fette Megapixelkameras benutzen um wenigstens 3-4 Pixel zwischen den Streifen zu bekommen.
    Da komme ich jetzt doch ziemlich ins Nachdenken.
    [xx(]
    Zumindest Strukturausdehnungen im Millimeterbereich wären bei Vermessung der kompletten Optik nicht mehr hochgenau.
    Oder habe ich jetzt einen Denkfehler?



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Danach kann man auf dem letzten mm des Spiegeldurchmessers eine Absenkung um ca. ¼ lambda Wellenfrontfehler nachweisen. Beim Test am realen Stern war mir davon aber nichts aufgefallen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Der Ausschnitt D=5 bedeutet Durchmesser = 5mm ? Dann ist der abgesunkene Kantenbereich in Bild 31 ja höchsten 0,1mm.
    Das sollte nun wirklich nicht am Stern zu sehen sein.
    Der Prüfling hat da eigentlich noch eine perfekte Kante.



    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo Jörg,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Diese Erkenntnis bedeutet ja im Umkehrschluss eine deutlich geringere Auflösung bei sehr hoher Streifendichte, wie es z.B. bei großen Spiegeln Richtung f/3 vorkommt,...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Böse Falle[;)]
    Man muss unterscheiden zwischen lateraler (=seitlicher) Auflösung und Auflösung in der <i>Höhenmessung</i>.
    Bei Ebene 3 braucht es letzteres um erst einmal überhaupt etwas messen zu können.

    In Ebene 1 kann bzw muss man auf die Höhen-Auflösung zu Gunsten des Gesamtbildes verzichten. Ist aber kein Problem solange nicht der gesamte Spiegel in einem Lambda/10 Korridor liegt. Du weisst ja was das in Praxis heisst[:D]


    Viele Grüße
    Kai

  • Moin


    Das mit der Streifenzahl/Streifenqualität erinnert mich mit an die Frage, wie man auf einer Schallplatte in 'einer' Rille ein Stereo-Signal (für zwei Kanäle) unterkriegt. [;)]


    (==&gt;)Kurt
    Wie liest eigentlich ein Programm wie OF die Streifen aus?
    Soweit ich weiß, ermittelt es anhand von Bilderkennung
    a) die geometrische Lage der Streifenmitte (Verlauf/Richtung)
    b) quer zum Verlauf die Farbverteilung und die Abstände zum Nachbarstreifen (der Farbverlauf wiederum dient auch der Mittenerkennung zu a))


    Meine Frage: Wenn der Helligkeitsverlauf quer zum Streifen für die OF-Analyse herangezogen wird, dann heißt das doch, dann man peinlich genau auf eine gleichmäßig Ausleuchtung und Schärfe im Kamerabild achten muss. Meine Schlussfolgerung wäre dann, dass man die Messbilder (I-Gramme) mit Flats nachbearbeiten könnte.


    Gruß

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Kai,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Böse Falle
    Man muss unterscheiden zwischen lateraler (=seitlicher) Auflösung und Auflösung in der Höhenmessung.
    Bei Ebene 3 braucht es letzteres um erst einmal überhaupt etwas messen zu können.


    In Ebene 1 kann bzw muss man auf die Höhen-Auflösung zu Gunsten des Gesamtbildes verzichten. Ist aber kein Problem solange nicht der gesamte Spiegel in einem Lambda/10 Korridor liegt. Du weisst ja was das in Praxis heisst<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    na ja, ich hatte das schon richtig interpretiert. Wenn 100 Pixel Auflösung mit Lambda/100 korrespondieren, dann können 4 Pixel nur noch Lambda/4, das wäre ein bisschen wenig.
    Einen Fehlschluss habe ich aber wohl doch, in der Annahme, dass lateral auflösbare Strukturen nicht kleiner werden können, als der Streifenabstand. Dann würden richtig wenige Streifen zum Wegfall der Ebene3 und teilweise Ebene2 führen.
    Hm, Meister, ich bitte um Erleuchtung.[?][B)]


    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo Kurt,


    besten Dank für diese seriöse Arbeit. Die Resultate betreffend Rauheit decken sich in etwa mit dem,was Profis dazu vermessen haben.
    http://www.savvyoptics.com/fil…_presentationSep_26-3.pdf S.5


    Für mich sind diese Resultate noch nicht zweifelsfrei. Ich habe die Idee,dass Huygens dir da noch ganz gemein das Bein stellen könnte und rippling eben doch schwer Streulicht erzeugen kann wie ein völlig zerkratzter Spiegel. Mehr dazu, falls erwünscht, und anstandshalber erst dann, wenn die direkten Fragen zu deinem Experiment ausdiskutiert sind.


    Gruss Emil

  • Hallo Emil,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Emil Nietlispach</i>
    <br />Hallo Kurt,


    besten Dank für diese seriöse Arbeit. Die Resultate betreffend Rauheit decken sich in etwa mit dem,was Profis dazu vermessen haben.
    http://www.savvyoptics.com/fil…_presentationSep_26-3.pdf S.5


    Für mich sind diese Resultate noch nicht zweifelsfrei. Ich habe die Idee,dass Huygens dir da noch ganz gemein das Bein stellen könnte und rippling eben doch schwer Streulicht erzeugen kann wie ein völlig zerkratzter Spiegel. Mehr dazu, falls erwünscht, und anstandshalber erst dann, wenn die direkten Fragen zu deinem Experiment ausdiskutiert sind.


    Gruss Emil


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Vielen Dank für die Anerkennung meiner Arbeit. Ich hab auch kein Problem damit wenn Du denkbare Unsicherheiten diskutieren möchtest.


    Meine Messungen wurden an mit normaler Pechpolitur auspolierten bzw. zusätzlich mit einem Minitool polierten Spiegeln durchgeführt. Die sind weder völlig, noch merklich verkratzt. Es ist auch höchst unwahrscheinlich dass bei dieser Poliertechnik gravierendes Rippling oder Mikrorauheit eingeführt wird mit lateralen Strukturen &lt;&lt; 1 mm. Gravierend heißt: die Intensität des dadurch bedingten Streulichtes müsste schon in die Größenordnung der Intensität der Beugungsringe kommen. Da wäre ich wirklich neugierig auf Fälle wo das gegeben ist ohne dass gleichzeitig die Rauheit im Bereich 1 bis 0,1 mm auffällig wird.


    In dem Zusammenhang möchte ich noch mal an meine Versuche zur Messung des Streulichtes mit Hilfe einer Lyot-Blende erinnern.
    http://www.astrotreff.de/topic…CHIVE=true&TOPIC_ID=61210
    Auch damals hab ich an Spiegeln nach Pechpolitur gemessen.


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    das Folgende ist nur eine Anregung, wie Streulicht durch Rauheit produziert werden könnte.


    1.)Lyot-Bilder oder auch schon Bild 32 zeigen eine zerfurchte raue Landschaft der Spiegeloberfläche. Wie trügerisch solche Bilder auch erscheinen, sie zeigen 2 Dinge gewiss: 1. Die Spiegeloberfläche weist in der Grössenordnung von wenigen cm oder mm unterschiedliche Steigungen auf. 2. Es gibt so etwas wie Knick-Linien,d.h Stellen, wo sich die Steigung abrupt ändert. Das bedeutet, dass an diesen Linien gemäss Huygens Beugung entstehen muss, wenn eine Wellenfront auf eine solche Linie stösst. Das ist zunächst einmal reine Physik: Beugung entsteht an Bergkämmen und am untersten Punkt einer v-förmigen Talsohle.


    2.) Analog zur Spiegeloberfläche denke man sich eine Alu-Folie auf dem Tisch. Bei grober Behandlung zerknittert sie und sie erscheint rau.Es entstehen <i>Tausende</i> solcher Linien,wo sich Beugung aufsummieren kann zu einem massgebenden Faktor. Alle diese Störungen gingen an der Messlate des Interferometers vorbei.Weil an diesen Linien die auftretende Wellenfront nicht nur verbogen würde, sondern neue Wellenschalen entständen.
    Das Bild mit der Folie ist zwar schön, aber es vergisst den Massstab.


    3.)Die Skizze veranschaulicht den Sachverhalt etwas, aber sie ist immer noch lange nicht einigermassen massstabgetreu.



    Es sind eher Röntgen-Wellen eingezeichnet und man beachte, die Hügel hätten einen Durchmesser im Bereich von Kilometern. Daraus ergeben sich <i>sehr</i> stumpfe Winkel und die Frage ist:



    <i>Wie stumpf dürfen die Winkel sein, dass Beugung an solchen Stellen nicht auftreten kann.</i>



    Nach diesen Vorstellungen wäre das genau der Unterschied in der Poliertechnik: Langsames druckloses Polieren erzeugt milde Wellenmuster auf der Oberfläche, während heftiges verkantendes Rubbeln mit Mini-Tools eben spitze Winkel auf der Oberfläche hinterlässt.


    4.) Das sind natürlich nur unbeweisbare Vorstellungen, die ich da gemacht habe. Aber Leute z.T. Autoritäten haben eben von der schädlichen Auswirkung des Ripplings berichtet.Man kann sich da wiefolgt verhalten: Man hält sie für Märchen oder aber man muss sich Gedanken machen, wie dieses Streulicht trotz korrekter Messungen von Kurt und andern trotzdem da ist.


    Gruss Emil

  • Hallo Emil,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">4.) ...Das sind natürlich nur unbeweisbare Vorstellungen, die ich da gemacht habe. Aber Leute z.T. Autoritäten haben eben von der schädlichen Auswirkung des Ripplings berichtet.Man kann sich da wiefolgt verhalten: Man hält sie für Märchen oder aber man muss sich Gedanken machen, wie dieses Streulicht trotz korrekter Messungen von Kurt und andern trotzdem da ist.


    Gruss Emil
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Um deine Vorstellung von der schädlichen Auswirkung des Ripplings zu stützen müssten RMS- Analysen her die beweisen dass es bei normaler Pechpolitur Mikrorauheit mit lateraler Ausdehnung unterhalb der ASAI- Auflösung gibt deren Streulichtintensität in die Größenordnung der Beugungsringe kommt ohne dass gleichzeitig die ASAI- Rauheit hoch ist.


    Falls es so etwas bei den von mir untersuchten Spiegeln gäbe dann wäre mir das bereits bei dem nun zum x-ten Mal angesprochenem Versuch zur Streulichtmessung mit Hilfe eine Lyot- Blende aufgefallen. Der Witz dieses Versuches ist doch, dass ich nicht die Rauheit selbst sondern deren Auswirkung, nämlich die Verteilung des Streulichtes in Fokusnähe bei gleichzeitiger Unterdrückung des normalerweise unvermeidbaren Beugungslichtes untersucht habe. Genau genommen hab ich da immer das Streulicht von mikroskopischer Rauheit + ASAI- Rauheit erfasst. Das war doch in allen untersuchten Fällen ganz offensichtlich erheblich geringer als das Streulicht wg. der Begrenzung der Optik. Wenn aber bei amateurpolierten/belegten und/oder drastisch verschmutzen Spiegeln (Bild 14,15 u 16 im o.a. Bericht) das Streulicht aus Rauheit + Mikrorauheit bereits viel geringer ist als Streulicht wg. unvermeidbarer Beugung wie zu Teufel soll denn Streulicht allein wg. Mikrorauheit auffällig werden? Ich kenne bisher keinen nachvollziehbaren Beleg dafür.


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Falls es so etwas bei den von mir untersuchten Spiegeln gäbe dann wäre mir das bereits bei dem nun zum x-ten Mal angesprochenem Versuch zur Streulichtmessung mit Hilfe eine Lyot- Blende aufgefallen. Der Witz dieses Versuches ist doch, dass ich nicht die Rauheit selbst sondern deren Auswirkung, nämlich die Verteilung des Streulichtes in Fokusnähe bei gleichzeitiger Unterdrückung des normalerweise unvermeidbaren Beugungslichtes untersucht habe.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Diese Versuche leuchten mir ein. Aber das Beispiel das du dort gibst mit dem 17cm f9 Spiegel taugt nichts, weil der Spiegel gar nicht rau ist, wie ich es hier meine. Er ist eben ziemlich glatt oder gar kinderpopoglatt. Deine Versuche mit der Lyot-Blende zeigen ja eindrücklich, dass alle diese schädigenden Dinge wie Staub, dicke Streben,Rauheit etc. gar nicht so schlimm sind, wenn sie nicht exzessiv sind, also geputzter Spiegel, dünne Streben und normale Rauheit. Aber vielleicht sieht es ja dann bei einem mit Daumen und mini-Tool traktierten Spiegel im Test mit der Lyot-Blende aus wie beim verstaubten ungereinigten Spiegel[:(]!


    Gruss Emil


    Aber du musst jetzt nicht extra einen deiner schönen Spiegel zu Testzwecken versauen[:D]

  • Hallo Emil,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Aber du musst jetzt nicht extra einen deiner schönen Spiegel zu Testzwecken versauen[:D]
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    das wäre gar nicht notwendig. Ich könnte den bereits misshandelten Prüfling auf Mikrorauheit ohne gleichzeitige ASAI- Rauheit untersuchen. Damit das Prüfergebnis aber hinterher als unabhängig gewertet werden kannn bräuchte man aber noch einen weiteren Prüfer[8D].


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Nachdem ich tagelang vergeblich nach handfester Rauheit bei meinen Spiegeln gesucht hatte bin ich darauf verfallen den obigen Prüfling mit einem 20 mm Minitool zu traktieren. Mit diesem hab ich ohne Druck 3 Minuten lang annähernd kreisende Striche auf einen Randsektor des Prüflings ausgeführt. Die behandelte Oberfläche sah hinterher im Focaulttest recht grausslich aus<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Wenn man nur den misshandelten Randsektor des Spiegels unter das Seziermesser des Lyot-Blendentests brächte, wäre das hochinteressant.


    Aber es müsste schon irgend ein Vertreter des lokalen Gerichts anwesend sein, damit ich Sicherheit hätte, dass nicht der ganze Prüfling untergeschoben wurde. [:p][:p]


    Gruss Emil

  • Hallo Emil,<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Emil Nietlispach</i>
    <br />Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Nachdem ich tagelang vergeblich nach handfester Rauheit bei meinen Spiegeln gesucht hatte bin ich darauf verfallen den obigen Prüfling mit einem 20 mm Minitool zu traktieren. Mit diesem hab ich ohne Druck 3 Minuten lang annähernd kreisende Striche auf einen Randsektor des Prüflings ausgeführt. Die behandelte Oberfläche sah hinterher im Focaulttest recht grausslich aus<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Wenn man nur den misshandelten Randsektor des Spiegels unter das Seziermesser des Lyot-Blendentests brächte, wäre das hochinteressant.


    Aber es müsste schon irgend ein Vertreter des lokalen Gerichts anwesend sein, damit ich Sicherheit hätte, dass nicht der ganze Prüfling untergeschoben wurde. [:p][:p]


    Gruss Emil
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Der Einsatz eines Minitools an einem an sich sehr guten Prüfling wird für mich eine einmalige Angelegenheit bleiben. Jetzt auch noch den Test mit Lyot-Optik dranzuhängen wäre mir zu aufwändig. Das würde nämlich ca. 2 bis 3 Tage Experimetierarbeit erfordern.



    Als Nutzeffekt bleibt folgende Erkenntnis: Die ASAI-Kontrolle mittels angepasstem Probeglas auf Rauheit nach <b>notwendigem</b> Minitooleinsatz ist sinnvoll. Der Einsatz von sub-Diameter- oder Minitools wird aber erst bei großen oder besonders lichtstarken Spiegeln notwendig werden. Dazu braucht man natürlich auch ein passendes Probeglas. Das kann man problemlos bei der Herstellung des Spiegels mittlerer Körnung mitzuschleifen, so ca. 2"-4" Öffnung. Letztendlich könnte man danach auch den Streulichttest mit Hilfe der Lyot- Blende durchziehen um letzte Zweifel wg. denkbarer Mikrorauheit abzuklären.


    Bei mir spukt so etwas von 16" f/3,8 im Kopf herum. Dazu müsste ich nämlich nur meinen (astigmatischen) 16" f/4,85 umschleifen...


    Gruß Kurt

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