Sterne im Ringnebel

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  • Angeregt durch Frank Richardsens Beitrag in der Deep Sky Liste und in Bezug auf die ausufernde Diskussion hier habe ich mir gestern zusammen mit Frank die Feldsterne in und am Ringnebel vorgenommen. Beobachtet haben wir mit 24" f/4,1 und 20" f/5 Dobsons bei sehr guter Voralpen Transparenz (Bortle 2-3, M33 indirekt sicher zu halten) aber recht mäßigem Seeing (4 auf meiner Skala). Die Vergrößerungen lagen bei 360 bis 700-fach, am besten ging bei mir 525-fach (4,8 mm Nagler):



    Der Ringnebel selbst ist auf der Zeichnung nur grob skizziert.
    - 1 Zentralstern: In ruhigen Momenten sicher indirekt zu halten
    - 2 neben Zentralstern: Ich nie gesehen, Frank hat ihn 1-2x aufblitzen sehen
    - 3 noch im inneren des Rings: Ich sehe absolut nichts
    - 4 im hellen Außenring Richtung SO: Ab und zu aufblitzend. Deutlich schwerer als Zentralstern
    - 5 der 15m6 Stern südlich außerhalb des Rings: Leicht direkt zu halten
    - 6 der 15m7 Stern westlich knapp außerhalb des Rings: Leicht direkt zu halten
    - 7: bin sehr unsicher, Frank sieht ihn sicherer
    Die IC 1296 Galaxie NO vom Nebel ist indirekt sicher zu halten.
    Hier eine Karte auf Basis des DSSII mit eingezeichneten Sterngrenzgrößen und einigen Hintergrundsgalaxien (Norden ist hier oben, Osten rechts). Meine Grenzgröße der Sterne außerhalb des Nebels war merklich jenseits der 17-mag Grenze.


    Stern 4 ist also der einzige Stern innerhalb des Rings, den ich außer dem Zentralstern sicher gesehen habe und der war nicht leicht. Mit wieviel Optik kann man nun bei besserem Seeing was sehen? Ich würde mich über ernsthafte Beobachtungen anderer freuen. Aber bitte genauen Ort aufschreiben, am besten grobe Skizze mit Himmelsrichtungen machen. Mit "ich hab da irgendwo im Nebel was gesehen" kann man wenig anfangen.

  • Stathis,


    danke für diesen guten Beitrag.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">24" f/4,1 und 20" f/5 ... bei sehr guter Voralpen Transparenz ... Zentralstern: In ruhigen Momenten sicher indirekt zu halten<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Da wundert es einen schon, dass manche mit 8" ... [:0]


    Gruß
    Stefan


    http://www.astromeeting.de

  • Hi,


    habe gestern (17.9.04) um 22.00 bei gutem Seeing aber mäßiger Transparenz nochmal mit dem 8" Galaxy Dob geschaut.
    Grenzgröße vis. 4,5 mag.


    Okulare 32er, 12er, 9er alles Plössels, 5x Powermate, O-III Filter.


    Ergebnis: Sterne im Ringnebel nicht zu sehen.


    O-III Filter steigert den Kontrast (logisch).
    Ring hell, dann (zum Zentrum hin) eine Radiale dunklere Zone, Zentrum wieder heller, aber klar ohne Sterne.


    Grüße


    Andreas

  • Alle Sichtungen mit 8 Zoll glaube ich nicht. In so einen huebschen Ring "denkt" man sich einfach einen Stern in die Mitte. Ich selbst habe den Zentralstern 2mal im Leben gesehen. Einmal mit einem 52 cm Newton in Puimichel und einmal (besser). Und das war gar nicht einmal einfach. Dann noch einmal Jahre spaeter mit dem 60cm Lippert-Astrographen der Hamburger Sternwarte. Da war der Zentralstern praktisch durchgehend mit indirektem Sehen zu erkennen, und blickweise ein 2. Stern (wohl Stern 2 in der Skizze), und der war hart an der Grenze.


    Hartwig

  • Hallo,


    Samstag 18.09.04 gegen 22Uhr30, Standort im Mölltal/Kärnten auf 1600m Seehöhe, sehr gute Bedingungen, M33 und M13 direkt sicher zu sehen.
    Seeing laut Stathis´ Skala ca. 2-3.
    Teleskop: 16Zoll/f4,8 Dobson.
    Mit dem 7mm Nagler (Vergrößerung 280fach) sind Strukturen im Ringnebel sehr gut zu sehen, OIII bringt deutlichen Kontrastgewinn. Vom Zentralstern ist weder indirekt noch direkt irgendetwas zu sehen, weder ohne OIII und erst recht nicht mit OIII.
    Mit dem 4,7mm UWA (Vergrößerung 410fach) ist der ZS kurzzeitig indirekt wahrzunehmen (ohne OIII), direkt ist nichts zu sehen.
    Eine Steigerung der Vergrößerung auf 540fach mit einem 3,6mm Billig- Okular (kleines Gesichtsfeld, besch...nes Einblickverhalten, aber erstaunlich guter Kontrat und Schärfe) ist der ZS indirekt blickweise sichtbar, subjektiv länger als mit dem 4,7er.
    Direkt sehe ich definitiv nichts vom Zentralstern.
    Ich hatte erwartet, das der Zentralstern von M57 mit 16Zoll bei guten Bedingungen im Hochgebirge sichtbar sein würde, habe diese Hoffnung aber jetzt aufgegeben.
    Die Transparenz und das Seeing waren wirklich gut, selbst Ungeübte haben alle 5 Komponenten von Stephans Quintett auf Anhieb erkennen können.


    Gruß Ulli

  • Hi Ulli,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich hatte erwartet, das der Zentralstern von M57 mit 16Zoll bei guten Bedingungen im Hochgebirge sichtbar sein würde, habe diese Hoffnung aber jetzt aufgegeben.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Sowas hätte ich nicht gleich erwartet, aber schon im stillen gehofft. Mit meinem 15"er habe ich noch nicht explizit nach dem Zentralstern geschaut, nur M57 als Ring genossen. Sobald Wetter und Fahrgelegenheit sich zusammentun werde ich das mal nachholen, einfach aus Neugier. Obwohl auch ich meine, dass dies eher eine Grenzerfahrung wird, vor allem wegen der Kinderschuhe, in denen ja meine Beobachtungstechnik steckt.


    Ich habe keinen Zweifel an den Beobachtungen, es bleibt aber für mich interessant, was die anderen gesehen haben. Die eine Seite ist geklärt (erfahrene Beobachter mir großen Geräten), die andere macht mich noch neugierig (gemischte Beobachter mit kleinen Geräten).

  • Am Freitag, 17.9.2004, war ich wieder auf der Hohloh bei Kaltenbronn, 933m ü.NN. Mit dabei waren Michael Koch, Christian, und ein paar Sternfreunde aus Waghäusel. Wir haben M57 gegen 23:15 Uhr ca. 20 Minuten lang durch mein AOM 20" f/4 bei 500x ohne Filter beobachtet. Das Seeing war an diesem Abend sehr gut für Mitteleuropa, auf meiner Skala 8/10.


    Für die geübten Beobachter war der Zentralstern indirekt mehr oder weniger sofort sichtbar. Ich konnte den ZS indirekt über mehrere Sekunden halten, manchmal war er auch kurz direkt zu sehen. Genau in diesen Augenblicken habe ich Stern #2 mit aufblitzen gesehen. Stern #4 konnte ich ebenfalls immer mal wieder ganz kurz sehen. Die Sichtung dieser beiden Sterne war vergleichbar mit der Sichtung des ZS bei 'normalem' Seeing, immer mal wieder ganz kurz. Stern #6 war dagegen leicht zu halten.


    Ich habe meine Beobachtungen ohne vorige Kenntnis der obigen Karte skizziert und erst später mit selbiger verglichen. Stern #2 steht in meiner Skizze an identischer Position, Stern #4 allerdings ca. 20 Grad weiter im Uhrzeigersinn.


    Ich habe meine Skizze übrigens zuerst mit Fotos verglichen und festgestellt, daß alle offenbar spiegelverkehrt sind, z.B. http://nineplanets.org/twn/n6720.html oder auch auf dieser sehr empfehlendswerten Seite: http://c3po.cochise.cc.az.us/astro/deepsky02.htm


    -Udo.

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