Des Wahnsinns fette Beute - 33" f/3.9

  • Hallo an alle "Dünnspiegler",


    ich sehe gerade, am 11.08. war der letzte Eintrag von einer Aktion hier, Polieren der Rückseite.


    Viel ist zwischendurch nicht passiert, das Glas ist noch bruchfrei, jetzt geht es weiter!
    Deshalb eine kurze Zusammenfasung, was bisher gelaufen ist:
    - Herrausschleifen des größten Asti-Anteils
    - Hinneinschleifen einer Art "Parabel"
    - Auspolieren mit Subtool (200mm)
    - Kleiner Boxenstop: Rückseite polieren
    - Fertig poliert, bis auf die letzten 2cm am Rand!


    Bei der hineingeschliffenen Parabel handelte es sich um eine rotationssymmetrische Vertiefung mit einer CC=-1.2, die dann durch das Auspolieren zurück zur Sphäre tendierte, teilweise bis CC=-0.7. Das hat einiges an Glasabtrag erspart und beim Auspolieren mit dem Subtool konnte ich die CC entsprechend steuern.
    Die Kurve hatte sich übrigens durch das Anpolieren der Rückseite verändet. Etwas zurück Richtung Sphäre.


    Am schwierigsten war der Randbereich, denn der Spiegel wird an der 71% Zone in zwei 24-zoller geteilt. Die äußeren 12cm enthalten flächenmäßig den zweiten 24"!
    Entsprechend lange dauert das dort. Insgesamt vier lange Abende.


    Ganz an den Rand komme ich aber nicht, denn das ist ein Balance-Akt auf Kosten der Kante. Zu weit darf die nämlich nicht runter.


    Also steht der Rand "etwas" hoch. So 4-5 Lambda. Ein reichlicher Mikrometer auf der Oberfläche. Einen Teil des verbliebenen Asti konnte ich durch Anhalten des Drehtellers ebenfalls mit rauspolieren. Messung nach jeder Polieraktion ist selbstverständlich um die Sache nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen.

    Sieht doch schon ganz gut aus, oder?
    Kleiner Trick, der Maßstab ist um einen Faktor 10 zur üblichen OpenFringe Standarteinstellung (Scale 200) auf Scale=20 verschönbessert. Damit man überhaupt was sieht.


    Das nächste Problem: Wie kommt der Rand runter?
    Probleme gibts, tss[:D]


    Da ist leider mit einem normalen Tool nichts zu machen. Also musste wieder das bewährte Brett-Tool ran. Nur dieses Mal dachte ich ernsthaft ich komme ohne aus. Deshalb hatte ich beim Grobschliff auch keines mit angepasst, natürlich auch weil ich keinen entsprechend langen und dicken Glasstreifen hatte.
    Dumm gelaufen! Hier wird jetzt mit Multiplex improvisiert.

    Die Pechhauflage sieht so aus:

    Damit geht der Rand weg! Immer noch langsam, aber er kommt runter[:)]


    Zwischendurch wird "geglättet":

    Das ist der Boden von einem Saftglas.


    Und nun geht es eigentlich schon mit dem Zonenkampf los.
    Immer schön kleine Kreise ziehen.
    Alle die es schon mal probiert haben wissen: das geht extrem langsam!
    Da hilft nur eins: Druck!
    Druck bis die Finger wegfaulen[8D]


    Ja ich weiß, ist nicht gut für die Oberfläche. Nee, isses nicht[:D]
    Glatt mach ich's später, und klar, ab und zu schmeisse ich den Foucault Tester an. So ein klein wenig sieht's doch nach einer, wenn auch grob geschnitzten, Parabel aus.


    Nächster Schritt:
    Bestimmen der Teststand-Verbiegung.
    Da bin ich gerade drüber. Das wird spannend[8D]


    Viele Grüße
    Kai

  • Kai,


    du bist ein Wahnsinniger, wirklich. Das hätte mir eigentlich neulich schon am Telefon auffallen müssen :) Oder sogar schon aufm ITV. Du zwingst das Ding doch nach und nach tatsächlich in die Knie! Respekt!!


    Das sieht langsam echt schon nach Paraboloid aus!!


    Weiter so!!!


    cs,


    Alfredo :)

  • Hallo Kai !


    Du ziehst das Ding knadenlos durch ! Das gefällt mir ich zolle dir größten Respekt !
    Das mit der Verbiegung im Teststand ist echt ein Kapitel für sich.
    Bin ja echt gespannt, wie er dir gelingt.
    Ich drücke dir auf jeden Fall alle Daumen und freue mich auf deinen nächsten bericht der gläsernen Baustelle... .


    Viele Grüße und immer eine Handbreit Luft unter dem Spiegel..


    André

  • Hallo zusammen,


    zum Thema "Teststandverbiegung" kommt mir gerade folgender Gedanke: Warum lässt man sie überhaupt zu? Sprich: Warum lagert man im Teststand den Spiegel auf zwei Kanthölzern und nicht gleich in ner g'scheiten Laterallagerung, wie sie in der Spiegelzelle verwendet wird?


    Viele Grüße,
    Stefan


    ....und DAUMEN HOCH für Kai den Unermüdlichen! :-))

  • Servus Kai,


    was ist das für eine braune Poliersuppe? Schaut nicht nach Ceri HPC aus.
    Ich hab den ganzen Thread nochmal überflogen um herauszufinden, warum du die Rückseite polierst. Hab aber nix gefunden. Erzähl mal. Kann ja nicht sein, daß das ein spaßiger Zeitvertreib ist.


    Grüße,


    Harry

  • Hallo Stefan,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">zum Thema "Teststandverbiegung" kommt mir gerade folgender Gedanke: Warum lässt man sie überhaupt zu? Sprich: Warum lagert man im Teststand den Spiegel auf zwei Kanthölzern und nicht gleich in ner g'scheiten Laterallagerung, wie sie in der Spiegelzelle verwendet wird?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    weil das keinen Unterschied macht. Die Teststandverbiegung ist ja die Verbiegung des Spiegels infolge der senkrechten Aufstellung, die ist im Teleskop bei Beobachtungen am Horizont genauso.
    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo,


    danke für Eure netten Kommentare[:)]


    (==&gt;)Alfredo: Wir leben doch alle nur die Lego-Defizite unserer Kindheit aus[:D]
    Deshalb lieben wir Kisten und boren Löcher rein ala Lego Technic. Spiegelscheifen ist nur Nebensache damit's was zum reintun hat[^]


    (==&gt;)André: Danke für die "Handbreit Luft", ist wichtig!


    (==&gt;)Stefan: Jörg hat es schon geschrieben. Es geht um eine Aufstellung die immer die gleichen Ergebnisse liefert. Das geht (vermutlich) exakt senkrecht oder exakt waagerecht am besten.
    Verbiegung ist nicht schlimm, das lässt sich heraussrechnen.
    Damit keine Unklarheiten aufkommen: Das ganze wird erst oberhalb 20" bei dünnen Spiegeln relevant. Oder wenn extreme Genauigkeiten angestrebt werden.
    Bei kleineren Spiegeln empfielt es sich trotzdem, die Verbiegung zumindest einmal zu bestimmen um sicherzugehen, dass der Spiegel gut im Teststand steht.


    (==&gt;)Harry: Die Rückseite habe ich poliert, weil die Bruchempfindlichkeit damit sinkt. Ist sonst nicht so wichtig, aber in der Mitte sind es nur noch 6.8mm.


    Die braune Pampe ist Ceri3000F.
    Normal nehme ich die Reste vom Ceri HPC (gibt's nicht mehr) und das neue CER-SKX, was Stathis anbietet.
    Ich sehe da im Foucault keine Unterschiede, das hängt nur vom Druck ab. Sowas wie oben in der Parabel macht man normalerweise nicht, 10kg auf ein 50mm Tool und so Scherze[}:)]
    Das Ceri3000 hat nur die nette Eigenschaft, dass es nicht festbäckt und "Fraßspuren" hinterlässt wenn es eintrocknet.
    Beim 28" war das immer ein Höllenstress um alles nass zu halten.
    Das bekomme ich jetzt bei der nochmal größeren Fläche gar nicht mehr gebacken.
    Dafür scheint es (deutlich?) langsamer zu polieren.


    Viele Grüße
    Kai

  • Danke Kai,


    laß mich dich noch was fragen:
    Warum hast du die Kante mit Paketband abgeklebt? Ist das nur damit die Kante nicht zusifft?


    Grüße,


    Harry

  • Hallo Harry,


    das Klebeband ist ein Provisorium weil ich den Spiegel irgendwie seitlich fixieren musste beim Polieren. Hatte keine Lust vier Klötzchen da ranzubasteln. Da es sich aber bewährt hat, bleibe ich jetzt dabei. Sooo teuer ist es ja nicht und ich hoffe unter einem Kilometer zu bleiben[}:)]


    cs Kai

  • Hallo Leute,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Zitat:zum Thema "Teststandverbiegung" kommt mir gerade folgender Gedanke: Warum lässt man sie überhaupt zu? Sprich: Warum lagert man im Teststand den Spiegel auf zwei Kanthölzern und nicht gleich in ner g'scheiten Laterallagerung, wie sie in der Spiegelzelle verwendet wird?



    weil das keinen Unterschied macht. Die Teststandverbiegung ist ja die Verbiegung des Spiegels infolge der senkrechten Aufstellung, die ist im Teleskop bei Beobachtungen am Horizont genauso.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das verstehe ich jetzt nicht. Warum macht man sich dann die ganze Mühe mit der Laterallagerung (Kugellager, Pianowire und was es sonst noch so gibt), wenn es "keinen Unterschied" macht[?][?][?] Ich war immer der Meinung, der Sinn der Laterallagerung ist es, den Spiegel so zu lagern, dass er sich in Horizontnähe nicht verbiegt?


    Verwirrte Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich war immer der Meinung, der Sinn der Laterallagerung ist es, den Spiegel so zu lagern, dass er sich in Horizontnähe nicht verbiegt?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    die Laterallagerung ist dazu da, damit nicht noch zusätzliche Verschlechterung der unvermeidbaren Spiegelverformung Richtung Horizont oben drauf kommt.
    Wenn die Laterallagerung falsch gebaut ist, kommt noch dazu, dass sie den Spiegel auch in anderen Lagen, sogar bei Beobachtungen im Zenit verbiegt. Deshalb der Aufwand.
    Viele Grüße
    Jörg

  • Stefan,
    Spiegellagerung und Teststand haben unterschiedliche Aufgaben.


    Im Teststand (senkrechter Spiegel) will man den Spiegel ohne Rückenabstützung so auf die lat. Lagerung stellen, dass er reproduzierbare Teststand-Asti (davon möglichst wenig und wenn, nur achssymmetrisch und nicht in höherer Ordnung) hat. Sowas kann man dann durch 90°-Drehung und zweiter Messung (die anschließend mit der ersten ungedrehten Messung gemittelt wird) rausrechnen. Deswegen sind die Teststand-Lateralpunkte vorzugsweise im 90°-Winkel.


    Jede Schräglage induziert zusätzliche Fehler (wie Plop sie berechnet). Beim Testen also besser ganz vermeiden oder ganz haben (waagrechter Spiegel). Nur für letztgenanntes fehlt es vielen an passenden Räumen mit entsprechender Deckenhöhe. Man könnte sich sowas sicher mal überlegen und hätte damit eine Bestätigung, dass Plop richtig rechnet und man richtig gemessen hat.


    Die Spiegelzellen sind aber nicht 180°-symmetrisch bzw. Spiegelsymmetrisch, sondern eher auf 120° bzw. 60°, da alles auf Dreiecke/Sechsecke basiert. Mit mehr als 6-Punkt-Wippenlagerungen kann sogar eine Mehrfachwelle als Asti in den Spiegel gedrückt werden. Dann biegen sich u.U. zwei einander zugewandte Wippenenden nach oben, und die nachfolgenden Enden nach unten usw. wie im Wasserbett oder einer schlaffen Luftmatratze ohne Kammern.


    Gruß

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Guten Abend,


    wie angekündigt das erste Ergebnis zur Teststand-Verbiegung.
    Ich habe mich auf diese Messung gefreut, denn hier ist nun wirklich was zu sehen. Im Sinne einer eindeutigen Verbiegung[;)]



    In Zahlen:
    RMS: 0.31 waves Wavefront
    PV: circa 2 waves Wavefront


    Auffällig ist die Asymmetrie unten rechts. Das liegt daran, dass der Teststand offensichtlich noch nicht exakt waagerecht steht.
    Deshalb betrachte ich im folgenden nur die beiden Hauptfehler, Asti_X und Treefoil_Y



    Was sagt PLOP dazu?


    In diesem Thread sind einige Details von PLOP geklärt worden. Kalle und Reiner hatten direkt mit dem Autor des Programms Kontakt aufgenommen. Mit dem verblüffenden Ergebnis, dass die Schwerkraft nach *links* im Bild wirkt. Aha!
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=119580


    Ich habe das mit PLOP für meinen Spiegel versucht zu modellieren.
    3-Punkt Lagerung mit Schlinge, 90 Grad gekippt, die drei Punkte liegen ganz am Rand.
    Alle Bilder hier sind entsprechend gedreht, damit die Schwerkraft nach unten wirkt. Ich komme sonst echt durcheinander[:D]



    Die Gegenüberstellung:
    PLOP links, OpenFringe rechts.
    Nur die beiden Hauptfehler! Weiterhin ist in PLOP die Farbpalette geändert, rot ist Berg, blau ist Tal.



    Die Werte von PLOP werden in "Nanometer surface" geliefert.
    Umgerechnet in "Waves Wavefront" wie in OpenFringe üblich ergibt das:


    RMS: 108nm ---&gt; 0.39 waves Wavefront
    PV: 540nm ---&gt; knapp 2 waves Wavefront


    Na also! Geht doch!
    Die Größenordnung stimmt erstaunlich gut, trotz der unterschiedlichen Lagerung, Schlinge gegen zwei Punkte bei +/-45 Grad.


    Wer mag kann das für seinen Spiegel ausprobieren, einfach den Text unten in ein PLOP file mit der Endung *.gr kopieren. Oder einfacher noch, in den Reiter "Edit as text" copy&paste.
    PLOP mit Häckchen "Z88" starten und hinterher natürlich "Z88" anwerfen.


    Ich hoffe nichts übersehen zu haben. Immerhin scheint PLOP recht nah an der Praxis dran zu sein, oder eben umgekehrt[:D]


    Die Bestimmung der Teststand Verbiegung hat übrigens noch einen sehr praktischen Wert bei der Politur:
    Ich brauche nämlich so nicht jedesmal vier Stellungen vermessen. Ab jetzt wird dieses einmal bestimmte Teststand-Wavfrontfile einfach subtrahiert. Natürlich wird das zwischendurch immer mal wieder verifiziert und erneuert.


    Viele Grüße
    Kai


    PLOP file:



    ;autocell for 3 point
    diameter 849
    thickness 20.3
    focal-length 3280
    n-mesh-rings 8
    n-mesh-depth 5
    rel-support-radii 1
    num-support 3
    support-angle 0
    basis-ring-size 3
    basis-ring-min 0
    obstruction-diam 0
    edge-support-sling-angle 90
    sling-included-angle 180

  • Kai,
    leider ist David mit seinem Plop noch nicht soweit, laterale Punkte als Lager zu akzeptieren. Hab gerade noch mal auf der Homepage nachgeschaut.


    Wäre natürlich hochinteressant, wenn man einen Teststand mit 3-Punkt-Spiegelzelle sowie lat. Lagerung in Oberflächenfehler berechnen könnte und dann einfach vom Openfringe-Ergebnis abziehen könnte.


    Umgekehrt auch: Mit einem Modus für lat. Lagerungen könnte Plop natürlich auch jeden anderen Teststandasti berechnen. Wäre sicher aufschlussreich.


    Gruß

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Kai,
    weiterhelfen kann ich Dir bei deinem Wahnsinns-Projekt nicht, sondern eigentlich nur mit offenen Mund in den Stuhl fallen lassen und staunen.
    Werde hier weiterhin fleißig mitlesen.
    Viel Erfolg weiterhin,
    Matze

  • Mir geht es wie Matze: Ich komme auch aus dem Staunen nicht mehr raus. Ein ehrgeiziges Projekt und sehr viel Fachkompetenz.


    Wo lässt Du einen solch großen Spiegel beschichten? Kann Beford das noch oder muss er nach Hamburg?


    Was soll mit dem Spiegel geschehen, wenn er fertig ist? Selbst benutzen oder verkaufen?

  • (==&gt;)Kalle: <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">leider ist David mit seinem Plop noch nicht soweit, laterale Punkte als Lager zu akzeptieren.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Bitte bescheid sagen, wenn Du was mitbekommst[8D]
    Wobei der Teststand ein Sonderfall ist, denn da stören die hinteren Unterstützungspunkte. Deshalb habe ich die drei Punkte ganz nach aussen gelegt.


    (==&gt;)Matze: Freut mich!
    Vielleicht sieht man sich zum gemeinsamen Sterntest mal irgendwo[;)]


    (==&gt;)Erik:
    Verspiegeln ist in der Tat ein Problem! Ich habe eine Firma gefunden, wo ich die Scheibe mit reinhängen kann in deren Kammer. Das geht aber nur, weil das Ding so leicht ist. Ansonsten ist das ein sehr teuerer Spass.


    Verkaufen werde ich den Spiegel nicht. Der kommt in ein Dobson.
    Das Polieren von so dünnen Spiegeln ist wesentlich aufwendiger als bei dicken.
    Möglicherweise bin ich hier schon einen Schritt zu weit gegangen, aber egal, zumindest kühlt er schnell aus und günstig war der Rohling ebenfalls[^]


    Schönen Abend!
    Kai

  • Hallo Kai,


    das mit dem polieren ist bei den dünnen echt heftig. Aber da hast du ja schon gut Erfahrung sammeln können. Ich als Greenhorn in dem "dünnen Großen" Metier brauchte 1 1/4 Jahre vom 3 mµ bis zur Parabel.

    Ich kann mir das fast gar nicht vorstellen, wie man solch einen dünnen Spiegel ordentlich im Testastand vermessen kann ?


    Aber bei dir ist alles möglich..[;)].


    Viele Grüße und weiter gutes gelingen...


    André

  • Hallo,
    stimmt, der Temperaturausgleich geht viel schneller. Und das geringere Gewicht ist beim Dobson ja auch ganz angenehm.


    Beim Verspiegeln gibt es ja unterschiedliche Reflexionsgrade bzw. Vergütungen und dann auch noch eine Quarz-Schutzbeschichtung.
    Ich habe gerade gehört, dass ein namhafter Verspiegeler (ich bleibe vornehm diskret, weil ich niemanden beschuldigen möchte) vor 2-3 Jahren einen großen Spiegel beschichtete (ich nehme an mit vorheriger Reinigung und wie sich das so alles gehört) und der Spiegel jetzt schon wieder matt sein soll. Normalerweise muss die Verspiegelung aufgrund der heute hervorragenden Schutzbeschichtungen 15-25 Jahre halten. Also, drauf achten. Wäre ja schade um das gute Stück.

  • Hallo Fraxinus! Mit welchem Gefühl bewegt man sich mit diesem Teil, zum Teststand?
    21mm/850mm Ist doch ziemlich heftig. Wieviel hat den die Scheibe gekostet?
    Grüße HagerSepp

  • Hallo zusammen,
    es geht weiter!


    (==&gt;)Erik: <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Normalerweise muss die Verspiegelung aufgrund der heute hervorragenden Schutzbeschichtungen 15-25 Jahre halten.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das kann niemand vohersagen. Selbst wenn es so alte, intakte Schichten von irgendeiner Firma gibt hat das nichts zu sagen. Das ist jedesmal ein Glücksspiel. Aber solange das Glas ganz bleibt ist das alles zweitranging.


    (==&gt;)Sepp: <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Mit welchem Gefühl bewegt man sich mit diesem Teil, zum Teststand?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Einfach fest zupacken, schön geradeaus laufen und nicht stolpern. Lange, spitze Scherben machen böse Aua!
    Die ganze (rechteckige) Scheibe hat reichlich 700 Euro gekostet, bei Selbstabholung in Jena. Ist immer Glück dabei, denn es gibt keine Spezifikationen bezüglich Ebenheit über die ganze Scheibe. Es zählt jeder Millimeter nutzbare Dicke.


    (==&gt;)all:
    Ich bin mittendrin im Zonenkampf, also dem Aufräumen der vielen Buckel und Rinnen. Es werden täglich mehr[xx(]
    Die CC pendelt um die magische "minus Eins" und muss gehalten werden. Genauso der Asti, der auf sehr erfreuliche Mini-Werte zurückgedrängt wurde.


    Zwei Neuigkeiten gibt es zu berichten:
    Nach der bisherigen Messpraxis mit 4 Drehungen alle 90 Grad habe ich vor zwei Wochen erstmals noch weitere 8 Winkelstellungen dazugenommen und das ganze zu einer Auswertung zusammengewurstelt.
    Ein Aufwand, der nicht für jede Polierseesion vertretbar ist. Aber ab und zu muss es sein.
    Gleichzeitig steigt durch das Mitteln von insgesamt 48 Interferogrammen (4 Stück je 30° Stellung) die Detailfülle noch einmal. Hier ist das 3-D Bild, völlig ohne Glättung! Kein Lowpass, nix!


    Die rote Linie ist für den Vergleich mit Foucault eingezeichnet. In der letzten Stellung (11 Uhr) habe ich eine Foto Auswertung mit Andreas Reifkes Shadogram Analysis durchgezogen:
    http://www.astrotreff.de/topic…CHIVE=true&TOPIC_ID=52905


    Eine Übereinstimmung der Profile hatte ich bei 14-15 Zonen nicht wirklich erwartet, mir ging es um die Gesamt-Korrektur, also die CC. Obwohl ich mir recht sicher bin, dass das Interferometer richtig arbeitet, kann eine Kontrolle nicht schaden. Ausserdem macht es richtig Spass etwas anderes als immer nur Streifen zu fotografieren[;)]
    Hier ist eins von den Fotos. Man sieht sehr schön, dass die Öberfläche an manchen Stellen noch unschön ist:


    Und hier die Auswertung, oben der Schnitt in OpenFringe, unten Foucault übertragen in FigureXP. Alles in der Einheit "Nanometer Surface" wie in FigureXP üblich.

    Am Rand gibt es Differenzen. Abenso in der Mitte. Das liegt daran, dass bei Foucault nicht direkt die Oberfläche vermessen wird, sondern die Anstiege. Und diese Anstiege werden rechts-links gemittelt. Wenn jetzt schmale Zonen im Spiegel sind, dann wird es schwierig. Ebenso wenn es keine Rotationssymmetrie mehr gibt.
    Aber darum ging es mir gar nicht!
    Die Überraschnung war die CC!
    Bei drei unabhängigen Foto-Auswertungen (14-15 Zonen a 1mm, jede Serie 0.5mm bzw 0.25mm versetzt) komme ich auf CC=-1.001, -1.002 und -1.004[^]
    Interferometrisch schwanken die Auswertungen zwischen -0.990 und -1.010 mit Mittelwert auf CC=-1.001 !


    Wenn ich die problematischen Randzonen in FigureXP schrittweise weglasse, pendet die CC ebenfalls knapp um die -1 herum.
    Das ist schon ein gutes Gefühl, sich nicht völlig verhubbelt zu haben[;)]


    Wie geht's jetzt weiter?


    Genau wie immer! Die jeweils höchsten Bergspitzen werden werden rund poliert. Mühsam aber sicher und eine reine Routineangelegenheit. Es geht (fast) immer vorwärts, der RMS Fehler nimmt ab. Das hält die Motivation hoch, ein ganz wichtiger Punkt[:)]


    Wie sieht so ein Zyklus aus?


    Zuerst skizziere ich die geplante Operation. Alles mit exakten Zonen-Radien die ich auf dem Spiegel wiederfinde. Das braucht seine Zeit, die verschiedenen Darstellungen von OpenFringe sind eine große Hilfe. Gerade jetzt, kurz vor Schluss, muss man das etwas genauer nehmen. Ein Loch an der falschen Stelle ist ungünstig[xx(]


    Dann werden die Werkzeuge flott gemacht. Zur Zeit nehme ich ein 50mm und ein 100mm Rundtool und ein Dreieckstool für den äussersten Rand. Das Ceri lagert in der Spritze.


    Wie groß der Abtrag wirklich ist, kann leider nicht genau bestimmt werden. Ich versuche mit unterschiedlichem Druck und der Polierzeit einen Erfahrungsschatz aufzubauen. Es ist wichtig, immer einen Blick auf die Größenordnung zu werfen und nicht in Gewohnheiten zu verfallen.


    Gerade auf kleine Tools gibt man schnell zu viel Druck. Aber allein mit Samtpfötchen wird auch kein Spiegel fertig[;)]


    Da der Aufwand für eine ordentliche Messung schon gewaltig ist, versuche ich, soviel wie möglich in einer Poliersession unterzubringen. Das führt dann zu Polierzeiten von über einer Stunde bis der Zettel abgearbeitet ist! Dann noch abwaschen, aufräumen etc... da sind schnell zwei Stunden weg. Aber schon mit regelmässigen(!) 2-3 Sessions die Woche kommt man ganz gewaltig voran. Irgendwann wird die Flunder fertiggemacht, lange kann es nicht mehr dauern[:)]


    ps. Diesesmal wird es keinen Strehl geben. Auf den 28" f/3.1 mit seinen 57% bin ich (im Nachhinein!) schon stolz, aber hier möchte ich zu keinem Vergleich anstiften. Jeder der sowas angeht, wird einen einzigartigen Spiegel haben - und selbstverständlich meine Unterstützung!
    (Und nebenbei, der Strehl hat unter 50% sowieso wenig Aussagekraft, ich orientiere mich da an der MTF)


    Viele Grüße
    Kai

  • Puh!
    Da werden ja schon die klitzekleinen Tools eingesetzt, lieber Kai!
    Hoffentlich verlierst du nie die Geduld, all die kleinen Berge mit diesen Minitools zu bearbeiten.
    Immerhin hast du schon einen Teil der steinigen Weges hinter dir.
    Ich wünsche weiter viel Erfolg und ein "happy ending" [:D]
    Hoffentlich ist der Riesendobby bald fertig... ich will was sehen!
    Bis zum DSM wird es aber eng, oder?
    CS
    Timm

  • Hallo Kai


    Wow._ 48 Interferogramme._ das gibt eine sichere Auswertung !![:)]
    Da sehe ich schon den Nachahmer von Jörg Peters kommen.
    Wenn du so weiter machst dann kommt der Strehl fast von selbst
    und dann erwischt dich der Eifer und du kannst ihn nicht mehr bremsen.
    Die 3D Darstellung ist sehr sauber geworden und hat keine Artefakte mehr.
    Bin sehr gespannt wie es weiter geht und wünsche dir viel Erfolg dabei.


    Viele Grüße
    Alois

  • Hallo Timm,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Da werden ja schon die klitzekleinen Tools eingesetzt<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Der Spiegel hat nie was anderes gesehen. Die kleineren Tools haben allerdings schon die dritte Pechhaut drauf[;)]
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Bis zum DSM wird es aber eng, oder?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Ja, ziemlich eng[;)] Vom Dobson existiert noch nichts ausser etwas Material und ein paar Ideen. Und kalt ist es auch noch in der Werkstatt...nein, das ist eine Arbeit für den Mai!


    Hallo Alois,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Da sehe ich schon den Nachahmer von Jörg Peters kommen<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Nein, mit Jörg werde ich mich nicht messen, da kann man nur den Kürzeren ziehen[8D]
    Aber den Trostpreis für das beste Preis/Leistungsverhältnis schnapp ich mir! Koste es was es wolle[:D]


    Danke für Eure Wünsche!
    Kai

  • Hallo Kai,
    es scheint ja voran zu gehen. Nur nicht stolpern, dann wird er sicher bald fertig sein. Schon erstaunlich, das Foucault und die Igramme zumindest bei der CC so eng beineinander liegen.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Nach der bisherigen Messpraxis mit 4 Drehungen alle 90 Grad habe ich vor zwei Wochen erstmals noch weitere 8 Winkelstellungen dazugenommen und das ganze zu einer Auswertung zusammengewurstelt. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das heißt alle 30Grad? ist echt ein ganz schöner Aufwand. Aber ohne diesen Aufwand geht es auch nicht.
    Mich würde aber mal interessieren: wie groß der Unterschied zwischen der 4x90° und 12x30° Auswertung ist?
    Sind es nur mehr Details oder ändert sich auch die Oberfläche?
    Nimmst du weiterhin die 90° Auflage bei dem Teststand oder etwas anderes?


    Aber es ist echt Wahnsinn. In der Mitte nur 6,8mm!! Da Hat mein Sucher mit 113mm Durchmesser in der Mitte viiiiiel mehr zu bieten.[:D]


    Also weiterhin viel Erfolg und Geduld.
    CS, Andreas

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