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 Velour verlegen - Justierung
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt am: 25.09.2020 :  09:23:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zusammen,

ich habe mich spontan entschieden meinen Skywatcher Flextube 300P 12" mit Velour zu verkleiden. Durch das Flextube-System ist es einfach, da der Tubus besser zugänglich ist.

Da ich es eilig hatte, habe ich 45x100cm Teile bestellt. Mein Untere Tubus ist aber ca. 110cm x 59,5 cm lang. Ich kann also nicht mehrere Teilstücke um den Innentubus legen. Ich muss demnach die Streifen längst verlegen, also von Tubusöffnung zu Tubusöffnung zwei 45x59,5cm und einen 20x59,5cm. Die meisten verlegen es nicht längst sondern quer von Falz zu falz. Dann wäre noch die Frage zu klären, ob das Velours sich überlaben soll. Wenn ich es überlappe und dann die beiden überlappten Teile schneide, dann erhalte ich exakt Kante auf Kante. Es muss sich also nicht überlappen. Dann wäre eine weitere Frage, was mit den Befestigungsringen an den Tubenenden passiert. Die sind ja auch Schwarz lackiert, ragen aber bereits etwas in den Tubus rein. Andererseits solange alle was reinragt den Durchmesser des HS nicht überschreitet, passt es ja.

Und zu guter letzt frage ich mich, wie einfach es ist die Fangspiegelspinne wieder einzubauen. Wenn ich diese mit den Vier Schrauben löse und beim Einbau schaue, dass der Abstand zum Tubusrand überall relatiuv gleich ist, sollte es klappen, oder muss man noch mehr beim Einbau beachten?

3D-Drucker-Experte ;)
Bislang 3D-gedrucktes Teleskop basierend auf Raspberry Pi und Raspi HQ Kameramodul.

Bearbeitet von: whitecrane35 am: 25.09.2020 09:34:18 Uhr

Emil Nietlispach
Meister im Astrotreff

Schweiz
475 Beiträge

Erstellt  am: 25.09.2020 :  18:03:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Raoul,

An sich ist es eine simple Angelegenheit, die aber in einem totalen Frust enden kann mit Blasen und Runzeln etc.

Es ist nur eines wichtig für das Gelingen: Das Velour darf nicht schief eingeklebt werden, die Aufklebung muss im Zylinder exakt senkrecht zur den Endflächen erfolgen.Der erste Schritt bei der Anklebung entscheidet. Alle Masse sind exakt ermittelbar,somit kommt es weder zu einer Ueberlappung noch zu Leerstellen,

Ich würde wiefolgt vorgehen:
Querverlegung machen: Tubus auf den Boden stellen. Velour *bündig* zum Boden oder vorstehenden Innenring provisorisch *leicht* fixieren mit etwas doppelseitigem Klebband. Dann einen ca. 3cm breiten Streifen Schutzfolie abschneiden und die erste entscheidende Fixierung machen. Dann Schritt für Schritt die Schutzfolie entfernen und Velour sorgfältig andrücken.

das wiederholen für die nächste Umrundung und anschliessend die klaffende Lücke von 20cm austapezieren.

Velour ist eine gute Idee. Habe eben bei meinem 40er die Okularblende so entspiegelt. Wichtig ist aber der Staubschutz, Staub lässt sich nur schwer entfernen und mindert erheblich die Wirkung.

Gruss und gutes Gelingen


Emil


Bearbeitet von: am:
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 25.09.2020 :  19:36:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Es ist vollbracht. Jedoch habe ich das velour in mehrere Teilstücke längs und quer zerlegt und bis auf ein paar Mikrometer ziemlich gerade ausgelegt. Hab dabei überall ca. 1 cm überlappt. Hab dazu die Stücke in 45x29cm geschnitten. Was mir aufgefallen ist. Je mehr Spannung auf der ersten Kante ist, desto mehr falten gab es. Könnte die Überlappungen zwar wegschneiden, möchte mir aber auf den Tubus innenlack auch keine Kratzer machen, die später zu Rost und Korrosion führen könnten. Und notfalls kann ich die Arbeit irgendwann erneut wiederholen jetzt weiss ich ja, wie es geht und das abziehen und ziemlich einfach, da der Kleber nicht extrem fest haftet.

Hier Mal die Bilder dazu:



Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie ich die Spinne wieder einbauen und an der vier Ecken festziehen. Alles andere war ja zuvor justiert ...
Zum einen ist die Frage zu klären, ob mein Dobson 12" flextube 300P überhaupt einen Versatz hat im FS. Dann wäre die zweite Frage, ob ich einfach mithilfe eines lineals die Halterung des FS der Spinne mittig ausrichten und dann prüfen, ob bei Blick durch OAZ die Markierung des HS exakt mittig ist und rund ... Anders weiss ich mir nicht zu helfen.

3D-Drucker-Experte ;)
Bislang 3D-gedrucktes Teleskop basierend auf Raspberry Pi und Raspi HQ Kameramodul.

Bearbeitet von: whitecrane35 am: 26.09.2020 09:00:52 Uhr
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  08:44:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Also ich bin jetzt beim FS-Spinneneinbau wie folgt vorgegangen.

- Spinne leicht angezogen
- 2Zoll Adapter mit 3D-Drucker gedruckt und eine 3mm Bohrung mittig gemacht.



Dann durchgeschaut und versucht die Spinne so anzuziehen, dass die HS-Mittelmarkierung ziemlich mittig ist. Der HS spiegelt sich jedoch im FS leicht versetzt, wenn ich das tue. Soll ja bei Newtons üblich sein. Hauptsache die Mittenmarkierung ist ziemlich mittig zu den Spinnenbeinen oder? Die Beine scheinen beim Anziehen auch nicht so sensibel zu sein wie die Justierschrauben des FS selbst. Was aber doof ist, die Spiderbeine sind manchmal leicht geknickt und wenn ich von Ende zu ende messe ist der Mittelpunkt vom HS schief, wenn ich aber vom FS Mittelpunkt ein kleines Plus zeichne, dann ist es mittig.




Wenn ich die eine Seite weiter anziehe, werde die vertikalen Spider noch mehr geknickt. Denke aber es ist gut justiert.

- Laser für Kollimation eingesetzt; Laserstrahl ist ziemlich exakt im HS-Mittelpunkt und am Lasert selbst ist der Reflektierte Strahl bzw. der Punkt auch mittig. Passt das dann?


3D-Drucker-Experte ;)
Bislang 3D-gedrucktes Teleskop basierend auf Raspberry Pi und Raspi HQ Kameramodul.

Bearbeitet von: whitecrane35 am: 26.09.2020 09:24:12 Uhr
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4976 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  09:50:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Raoul,

verstehe ich dich richtig, dass du nur an Spinne und Fangspiegel justiert und gar nicht am Hauptspiegel?

Die üblichen Justieranleitungen kennst du?:
http://www.seeing1.de/2a_justage.html
https://skyandtelescope.org/astronomy-resources/how-to-align-your-newtonian-reflector-telescope/
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=11114

Siehst du mit deinem gedruckten Adapter überhaupt den Rückreflex der Bohrung?
Das Prinzip der Filmdose funktioniert ja nur mit transparenter Filmdose, damit sich die Bohrung als dunkler Fleck
gegen die scheinende Fläche der Filmdose abheben kann.
Vielleicht scheint dein weißes Material, wenn du es mit einer starken Taschenlampe anstrahlst?

In kurzform:
1. Spinne hinreichend zentrisch mit dem Lineal zentrieren (das muss gar nicht soooo genau sein)
2. Fangspiegel Tilt so einstellen, dass der Hauptspiegel sich darin zentrisch zeigt (das ist bei dir komplett schief)
3. Hauptspiegel so justieren, dass der Rückreflex der Filmdose mit der Hauptspiegel Mittenzentrierung zusammenfällt
(funktioniert nur, wenn die Mittenmarkierung auch wirklich in der Mitte des Hauptspiegels sitzt).
4. Am Stern prüfen und ggf. am Hauptspiegel leicht optimieren.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 26.09.2020 09:55:24 Uhr
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  17:00:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Den HS have ich nicht justiert, weil ich vor dem Umbau alles justiert hatte. Am HS habe ich nichts verstellt. Nur die Spinne habe ich entfernt. Durch das Loch der selbstgedruckten Dose sehe ich die Mittelmarkierung vom HS und die ist Recht exakt mittig zu den spinnenbeinen.so sollte es sein denke ich. Wenn ich meinen Laser einstecke, dann leichter der Laser Punkt exakt in er mite des HS. Daher gehe ich davon aus, dass alles perfekt justiert ist.

Und ja, der HS zeigt sich nicht exakt mittig im Fangspiege, aber das liegt wohl am Versatz der Montage bei Newtons oder nicht ? Wenn ich die Spinne so ausrichten, dass der JS exakt mittig steht dann ist die Mittelmarkierung vom HS nicht mehr mittig zu den spinnen beinen

3D-Drucker-Experte ;)
Bislang 3D-gedrucktes Teleskop basierend auf Raspberry Pi und Raspi HQ Kameramodul.

Bearbeitet von: whitecrane35 am: 26.09.2020 17:01:57 Uhr
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4976 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  17:26:08 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: whitecrane35

Den HS have ich nicht justiert, weil ich vor dem Umbau alles justiert hatte.

Du hast doch den Hauptspiegel mitsamt seiner Zelle ausgebaut, um das Velour zu verlegen?
Wie kannst du dann bei Wiedereinbau davon ausgehen, dass alles wieder auf das my genau gleich ist?
Auch wenn das so sein sollte, dann war der Fangspiegel halt vorher schon schief.
Wir können ja nur nach dem urteilen, wie es jetzt aussieht und das ist schief. Das hat nichts mit dem Offset zu tun.
Zitat:
Und ja, der HS zeigt sich nicht exakt mittig im Fangspiege, aber das liegt wohl am Versatz der Montage bei Newtons oder nicht ?

Nein! Eine gleichmäßige Ausleuchtung erhältst du nur,
wenn der Hauptspiegel mittig im Fangspiegel sitzt.

Zitat:
Durch das Loch der selbstgedruckten Dose sehe ich die Mittelmarkierung vom HS und die ist Recht exakt mittig zu den spinnenbeinen.so sollte es sein denke ich.


Ja das schon, aber das ist ja trivial. Du musst auch den Rückreflex von der Justierdose Bohnung sehen
und diesen mit den Hauptspiegel Justierschrauben mit der Mittenmarkierung des Hauptspiegels in Deckung bringen.
Da du das gar nicht erwähnst, vermute ich, dass du diesen Rückreflex gar nicht siehst,
weil deine Dose so dick ist, dass sie lichtdicht ist.
Schau dir mal den Aufbau eines Cheshire Justierokulars an. Da ist ein durchbohrter Spiegel eingebaut, um den Rückreflex erkennen zu können.

Zitat:
Wenn ich die Spinne so ausrichten, dass der JS exakt mittig steht dann ist die Mittelmarkierung vom HS nicht mehr mittig zu den spinnen beinen

Dann musst du halt mit dem Hauptspiegel wieder richtig zurück justieren.

Noch mal im Klartext: Du musst dich an die richtige Reihenfolge halten, wie in den Justieranleitungen oben beschrieben.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 26.09.2020 17:36:32 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10625 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  18:02:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,
meine Erfahrung mit Verlours-Folie im Tubus:
Das Wichtigste sind saubere Klebeflächen.
Das Zweitwichtigste ist ein Entfuseln der Folie. (mit Anzug-Anti-Fusel-Kleberollen und Staubsauger)

In meinem 8"-Volltubus hält das inzwischen gut ~10 Jahre. Ich habe auf Stoß verklebt, indem ich mit einem scharfen Cuttermesser die Überklebungen abgeschnitten habe. Lücken kann man prima mit Schnittresten auffüllen.** In meinem Tubus sieht man die Klebekanten der Bahnen jedenfalls nicht.

**Passgenau kann man spitz zulaufende Lücken (die typische Lückenform) dadurch schließen, indem man zunächst ein Probestück draufklebt, abzieht, so das genaue Maß (auf der Klebefläche) sieht, es dann auf einem anderen Schnittrest zurechtschneidet, um es dann perfekt passend einzukleben.

PS: Geklebt wurde der Tubus "nackt" ohne irgendwelche Anbauteile. Anschließend wurde alles wieder angeschraubt und zuletzt justiert.

Kalle - Alles wird gut !
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  18:12:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich habe alles von Anfang an gestartet:

- Spinne exakt mittig eingespannt (bei Skywatcher soll der Versatz bereits beim Verkleben des FS berücksichtigt sein, in welche Richtung der Versatz auch immer gehen mag). Die Spinne ist jedenfalls mittig, die Beine von Lieferung an leider minimal verbogen.
- HS abgedeckt und durch meinen 2" Adapter mit 3mm Loch geschaut (Filmdose ähnlich). Der FS ist exakt mittig, also erstmal gut ausgerichtet
- HS Schrauben gelockert und FS Schrauben solange gedreht, bis die 3 Halter des HS exakt mittig sind, also zentrisch oder wie das heißt.
- Laser eingesetzt, aber FS anscheinend nicht gut ausgerichtet, also so lange an den Schrauben gedreht, bis der Laserpunkt an HS Mittelmarkierung.
- Jetzt noch HS eingestellt, bis reflektierender Punkt am Laser ebenfalls mittig.

Jetzt habe ich aber noch mal mit einem Adapter und Loch eine Sichtprüfung gemacht, der SPiegel ist jetzt nicht mehr exakt mittig im FS aber besser als vorher. Also wenn ich per Sicht des FS so einstelle, das HS exakt mittig reflektiert, dann ist der Laserpunkt versetzt. Deshalb mit Laser FS nachkorrigiert, dann ist aber HS nicht mehr mittig mit Filmdose per Sicht aus gesehen.


3D-Drucker-Experte ;)
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 27.09.2020 :  11:06:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Laut deiner Anleitung, die du oben verlinkt hast, erscheint der HS nicht zwangsläufig auch mittig:

Zitat: "Wie schon erwähnt justiert man den HS nur mangels besserer Anhaltspunkte in die FS-Mitte. Dieser Schritt darf so deshalb nicht verallgemeinert werden. Es kann aber gut sein, daß dies je nach Geschick und Teleskop ausreicht. Außerdem sind bei diesem Schritt Toleranzen vertretbar, wenn man den folgenden Schritt wie beschrieben durchführt. Genauer ist hier eine Justage mit Sight-Tube oder Laser über die die Anpeilung der HS-Mittelmarkierung. Dann erscheint der HS aber je nach Position des FS im Tubus nicht zwangsläufig auch mittig im FS. "

Hab das jetzt aber ziemlich mittig bekommen und der Laser trifft auch auf die Mitte. Wichtig ist eher, das der FS einigermaßen mittig und rund durch den OAZ erscheint. Alles andere ist Justierarbeit

3D-Drucker-Experte ;)
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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 28.09.2020 :  21:23:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Heute musste ich feststellen, dass die beobachteten Objekte nach der vollständigen neujustage nicht rund sondern eiförmig sind. Woran könnte das liegen? Bei der Justage sollte der FS durch den OAZ exakt rundfoermig sein, bei mir kommt das grob hin. Liegt das eventuell trotzdem daran ? Mit dem Laser habe ich zumindest perfekt mittig justiert.

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


18101 Beiträge

Erstellt  am: 28.09.2020 :  23:31:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Raoul,

ich weiß ja nicht, wie du die Kamera zum OAZ gehalten hast. Aber das Abbild des HS steht doch auf den Bildern keinesfalls mittig auf der Fläche des FS, das Abbild ist doch nach rechts unten verschoben.

Kannst du überprüfen, indem du mit dem Auge oder der Kamera mit ausreichend Abstand zum OAZ/Tubus mittig in den OAZ guckend einblickst (z.B. OAZ komplett bzw,. weit genug ausfahren), das du gerade noch den Rand des FS sehen kannst. Und dann muss der HS ebenfalls noch komplett sichtbar sein.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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whitecrane35
Mitglied im Astrotreff


98 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2020 :  06:48:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen, wenn das Abbild des HS mittig ist, dann passt es mit den Laser justieren nicht mehr. Sobald ich mich nach dem Laser orientiere, ist der HS nicht mehr ganz mittig. Auch die HS Mittenmarkierung ist minimal versetzt, wenn ich mit oder nachjustiere. Merkwürdig. Laser selbst ist aber justiert, hatte vor dem Abbau ja auch widnerbsr geklappt.

Und ich weiss immer noch nicht, ob die FS Streben mit Versatz montiert waren oder der FS bereits so mit Offset verklebt wurde.

Auch wäre die Frage, wenn 8ch die FS Hauptschraube festziehen, ob der FSll exakt zu mir gerichtet sein muss oder leicht verdreht.

3D-Drucker-Experte ;)
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Bearbeitet von: whitecrane35 am: 29.09.2020 06:57:34 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10625 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2020 :  15:54:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
FS-Spinnenversatz - sofern vorhanden - kannst du mit einem Maßband ausmessen. Notfalls druckst du Dir einen Papierstreifen mit Millimeterteilung dafür aus oder besser zwei, die du einander verschieben kannst.

Aber eine Justage scheitert nicht am FS. Das ist nämlich nur ein Planspiegel. Der hat selbst keine opt. Achse und auch keinen Fokus. Seine einzige Aufgabe ist es, für einen Knick im Strahlengang zu sorgen.

Justage bedeutet, dass die optische Achse des Objektivs (Hauptspiegels) auf die optische Achse der Okulare (=geometrische Mittellängslinie im Okularauszug) gebracht wird. Nur dann kann ein Stern bestmöglich scharf abgebildet werden.

Klar ist es wünschenswert, dass der Fangspiegel so im Strahlengang zu liegen kommt, dass er möglichst viel Licht vom HS zum Auszug rüber spiegeln kann. Aber für eine perfekte Sternabbildung ist es völlig egal, ob das ein perfekt mittiger FS erledigt oder ein FS, der total neben der Spur liegt. Hauptsache er knickt das Licht (das er abkriegt) an der richtigen Stelle im passenden Winkel ...

Apropos Winkel: 90° Knickwinkel sind es ja nur deshalb, weil der Okularauszug im 90°-Winkel angeschraubt wurde. Erlaubt ist aber auch, nur 80° oder 100° zu knicken, wenn man den OAZ passend schräg anschrauben täte. Das ist nicht in Stein gemeißelt.

***

Wenn man eine Grundjustage bei Null durchführen muss, fängt man mit dem frisch angeschraubten Okularauszug an und kontrolliert, ob der überhaupt mittig quer auf dem Tubus sitzt, seine opt. Achse überhaupt den Tubus halbiert. Alle anderen Justageschritte haben nämlich nur die Aufgabe, die opt. Achse des Hauptspiegels auf die opt. Achse des Okularauszugs zu bringen. Der FS knickt das Licht passend rein, die HS-Justage liefert es passend an, sprich sorgt dafür, dass sich die Achse des OAZ und des HS im Tubus irgendwo überhaupt schneiden wie zwei Jedi-Laserschwerter bei Kontakt. Dort an der Kontaktstelle sollte dann der FS auch mit seinem Zentrum (inkl. Offset) sitzen.

Wenn man Justageanleitungen liest, sollte man immer das Ziel vor Augen haben. Ansonsten wird man von den ganzen Kreisdeckungen nur verwirrt. Der Umweg über die konzentrischen Kreise erfolgt ja nur, weil man die Mitten meist nicht selbst sieht.
OK, der HS hat gewöhnlich eine Mittenmarkierung, am Einblick hat man mind. eine Zentrierhilfe, um das Auge mittig zu halten. Aber schon die opt. Achse des Okularauszugs könnte man nur mit einem zweiten Fadenkreuz am inneren Ende des Auszugsrohr sichtbar machen oder einem Laser ... und der FS selbst ist in der Regel nicht mit einer Mittenmarkierung ausgestattet.

Last but not least: Aus der Perspektive des Betrachters erscheint ein per Offset richtig platzierter FS dann genau mittig, wenn man genau aus dem Fokus heraus zurück ins System schaut. Geht man näher ran oder noch weiter weg mit dem Auge stimmt die Perspektive nicht mehr. Eine Kannte des FS ist ja näher am Auge als die andere (wegen der 45°-Stellung des FS). Ist man zu nahe mit dem Auge dran, wirkt sich das relativ stärker aus, als wenn man zu weit weg ist. Außerdem ist die Ellipsenform des FS nur eine Näherung an die Idealform, die wird also selbst in perfekter Lage bei perfekter Perspektive immer etwas rest-eirig und nicht perfekt kreisrund erscheinen (regelmäßig allerdings jenseits dessen, was man erkennt).

Kalle - Alles wird gut !
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whitecrane35
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98 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2020 :  18:45:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich bin jetzt so vorgegangen:

- OAZ überprüft
- FS Schrauben gelöst, mittige Schraube genutzt, um FS möglichst mittig zum OAZ zu platzieren. Die anderen drei Schrauben dann leicht angezogen, mit der mittigen Schraube dann nochmal leicht gespielt, bis FS einigermaßen rund war
- dann Justierlaser rein, FS zu HS eingestellt und dann HS zu FS.

Dann habe ich nochmal mit meinem Adapter und Loch geschaut. Der HS und seine Halter sind nicht exakt mittig im FS zu sehen. Deshalb habe ich die FS Schrauben noch etwas gelöst und dann per mittlere schraube den FS weiter hochgezogen. Dann alles neu justiert. Will damit sagen, ich habe nicht nur die Laser justoersrbeot mehrmals wiederholt, sondern auch die Drehung und das mittige platzieren des FS, bis der HS exakt in der Mitte mit Mittelmarkierung zu sehen ist und der Laser am Ende das selbe Ergebnis ergibt.

Also im Prinzip mache ich eine vollständige Justage mehrmals hintereinander und taste mich langsam vor. Wenn ich nämlich mit dem Laser justieren, dann ist der HS in FS immer leicht versetzt linsl oben. Also drehe ich den FS durch die Mittelschraube leicht und ziehe den FS gleichzeitig weiter hoch, damit nicht nur die Justierung mit Laser sitzt, sondern auch der HS im FS vollständig mittig zu sehen ist.

Was ich also sagen will, in dem letzten Bild oben von mir ist das Ganze mit Laser justiert. Wenn ich aber den FS etwas nach links drehen und nach unten verschiebe mit der mittlere Scheibe, dann sitzt auch der HS mittig Stat schief.

So sieht es aktuell aus: https://1drv.ms/u/s!AnkQo7tqnKociTFCtEadZo1s-m3o

Der FS muss also noch etwas hoch und nach rechts gedreht werden, damit der HS mittig sitzt. Denn mit dem Laser ist ja alles bereits sauber justiert.

3D-Drucker-Experte ;)
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Bearbeitet von: whitecrane35 am: 29.09.2020 19:01:23 Uhr
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whitecrane35
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98 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2020 :  19:52:59 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Nochmals die Höhe von FS korrigiert: https://1drv.ms/u/s!AnkQo7tqnKociTIvtJREdPi6J7IO

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