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Poffel
Senior im Astrotreff

Deutschland
131 Beiträge

Erstellt am: 14.02.2020 :  21:54:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sternfreunde,

nachdem ich nun viele Jahre mit Canon-Kameras fotografisch unterwegs war,viele Stunden für Lightframes und Darks aufgewendet habe, will ich nun den Umstieg wagen. Nun steht das Problem an die richtige ASI-Kamera zu finden.
Erst mal ein paar grundsätzliche Fragen meinerseits:
Reichen die in den Foren beschriebene 30s Belichtungszeit pro Lightframe aus, um lichtschwache Galaxien abzubilden?
Was machen die Kameras bei Ha-Nebeln? Ich hatte bis jetzt immer umgebaute Canon-Kameras.
Muß ich den Aufwand mit Darks, Flats usw. weiterhin betreiben oder bringt die Arbeit mit diesen Kameras eine wesentliche Zeiteinsparnis?
Welche Kamera wäre für ein 10"Newton,1250mm die richtige?
Die finanziellen Mittel könnten ca. 1000 € betragen. In meiner engeren Auswahl sind die ASI294mc, ASI183mc oder ASI533mc. Ich bin eigentlich nur Deep Sky unterwegs.
Sollte sie gekühlt sein oder reicht eine ungekühlte aus?
Brauche ich immer noch einen Komakorrektor oder geht das endlich ohne?

Ich weiß das sind viele Fragen, aber vielleicht könnte jemand kurz antworten, da ich ja sehe das viele schon Erfahrungen damit haben.

MfG

Thomas Schmidt

10" Newton,EQ6,Canon EOS 350DA/neu Canon 1200DA/Leitrohr 80/900,Alccd5
stationär

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Mike aus Bauschlott
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
56 Beiträge

Erstellt  am: 14.02.2020 :  23:49:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mike aus Bauschlott's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

die Frage ist, was Du Dir von einer dezidierten Astro-Kamera wie einer ASI gegenüber Deiner Canon versprichst.

Grundsätzlich brauchst Du natürlich immer noch einen Komakorrektor, um die Bildfeldwölbung des Newtons auszugleichen. Du brauchst immer noch Darks, um Hotpixel, Dunkelrauschen etc. zu beseitigen und immer noch Flats, um Vignettierung und Bildfehler durch Staub zu beseitigen und eigentlich auch BIAS-Frames und Darkflats.... Und Du brauchst zusätzlich immer einen Computer, um die Astro-Kamera zu betreiben.

Nein, weniger aufwendig ist eine Astro-Kam nicht, das Gegenteil ist der Fall! Aber das ist immer so, wenn man mehr aus DeepSky-Bildern rausholen will. Der Aufwand steigt (überproportional)

Was Du Dir halt überlegen mußt ist folgendes:

Du hast einen relativ langbrennweitigen Newton. Mit Deiner jetzigen Canon hast Du einen relativ großen APS-C-Sensor und damit noch ein relativ großes Bildfeld. Die ASIs, die Du oben erwähnst, haben aber maximal einen 4/3-Chip oder einen noch kleineren 1" Chip. Für Emissionsnebel wird der Bildausschnitt damit in der Regel viel zu klein. Simuliere das mal in Stellarium, um Dir einen Überblick zu verschaffen, was mit einer Kombi 1250mm und 1" Chip noch geht.

Abgesehen, vom Bildfeld: da Du jetzt 1000€ als Budget angibst, wird es mit einer (Peltier)-gekühlten Kamera ein bissle eng, maximal eine gebraucht. Das wäre aber ein konsequenter Schritt von einer astromodifizierten DSLR kommend. Gerade bei fernen Galaxien wird mit 30sec Belichtungszeit nicht viel gehen. Ich bin eher im Bereich von 300 sec (!) unterwegs. Und genau da spielen die gekühlten Kameras jetzt aber ihre ganzen Vorteile aus, da sich bei solchen langen Belichtungszeiten die Hotpixel in Grenzen halten lassen. Abgesehen davon, dass man Darks machen kann, die wirklich zum Lightframe passen, was bei der DSLR so eigentlich nicht geht...

Fazit: willst Du Zeit sparen, dann bleib bei der DSLR, willst Du mehr rausholen, dann kauf Dir eine peltier-gekühlte Astro-Kam. Willst Du es auf die Spitze treiben, dann eine monochromatische und Schmallbandfilter. Dann bist Du aber bei 2300.- für eine mit 4/3-Chip

CS Michael

https://projekt-astrofoto.jimdofree.com/

8" F5 & 6" F4 Newton, ASI Zwo 1600 mono, EQ6R

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zappie
Neues Mitglied


6 Beiträge

Erstellt  am: 15.02.2020 :  07:35:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,
schau mal hier: https://astronomy.tools/calculators/field_of_view/ da kannst du im ImagingMode verschiedene Kombinationen von Kameras und Teleskopen austesten. Der Vorteil einer gekühlten Kamera ist wie oben schon gesagt, dass man die Darks später machen kann und dann auch wiederverwenden kann. Ich habe den Umstieg von einer EOS 1000 zur ASI183 nie bereut.

Bearbeitet von: zappie am: 15.02.2020 07:36:51 Uhr
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schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
450 Beiträge

Erstellt  am: 15.02.2020 :  12:20:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

was Dir Michael geschrieben hat, ist soweit richtig. Ich bin auch von einer Canon EOS 1000Da auf eine ASI294mc pro umgestiegen und habe schon die ersten Aufnahmen damit gemacht. Was die Chipgröße angeht,
ist der Unterschied bei dieser Kamera im Unterschied zum APS-C Format eher marginal (APS-C: 22,3mm x 14,9 mm; ASI294: 19,2mm x 13,0mm). Ich denke, diesen Unterschied kann man verschmerzen. Fakt ist, dass die ASI-Kameras eine völlig neue Generation von Astrokameras darstellen, die ein völlig verändertes Knowhow beinhalten. Früher habe ich mit einer ALccd8L fotografiert, das war schon mühselig mit den Darks und und und... Nachdem ich mein Equipment verkauft hatte (ich wollte mit dem Hobby aufhören - zum Glück hat das nicht funktioniert!), habe ich einige Zeit mit der Canon gearbeitet. Auch da habe ich ein Notebook mitgehabt, denn nur so lässt sich eine Canon rationell einsetzen (empfinde ich wenigstens). Die neuen ASI Kameras beherrschen bereits das Live-Stacking mit sehr kurzen Belichtungszeiten. Zusammen mit der Software Sharpcap, in die man sich ordentlich einarbeiten muss, war ich überrascht, dass mit 2 Sekunden Belichtungszeit pro Bild dass das Zentrum des Orionnebels nach 3 Minuten Gesamtbelichtung schon völlig ausgebrannt war. Die Darks und Flats werden sofort beim Live-Stacking verarbeitet. Auch für ferne Galaxien kommt man mit kurzen Belichtungszeiten aus. Obwohl ich weiter
Guiding durchführe, ist es mit dieser Technik und Software möglich, auf das Guiding zu verzichten. Ich brenne darauf, dass endlich Sternenhimmel wird, damit ich mein Setup weiter austesten und mein Handling vervollkommnen kann. Falls das Thema Notebook ein Problem ist, ein Hinweis: Ich habe mir bei ESM-Computer einen Leasingrückläufer von Dell mit Intel i5 Prozessor und 16GB Hauptspeicher für nicht einmal 150 € gekauft - hervorragend im Feldeinsatz!
Viele Grüße
Klaus

Bearbeitet von: am:
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Poffel
Senior im Astrotreff

Deutschland
131 Beiträge

Erstellt  am: 15.02.2020 :  18:26:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
... danke für eure ausführlichen Antworten.
Der Grundgedanke für den Umstieg war eigentlich. in der gleichen Zeit wie mit der Canon, mit der ASI viel mehr Bilder machen zu können.
Jetzt sieht mein Ablauf so aus, dass ich z.B 30 Lightframe a. 300s mit der Canon mache. Anschließend gleich die Darks.Das sind dann ca.5h und die Nacht ist vorbei.
Meistens reicht das noch nicht mal.
Also, wenn ich mit der Canon 300s belichte, wie lange muß ich dann mit der ASI belichten um ein gleichwertiges Ergebnis zu erzielen? Das ist eigentlich für mich die wichtigste Frage.
Wenn ich dann mit der ASI vielleicht nur 30s(weil lichtempfindlicher)brauche um ein ähnliches Ergebnis zu haben, wäre ich ja nach 30 min fertig. Kann man das so annehmen?
Überall steht und auch auf Nachfrage bei den Händler, ich brauche kein Guiding mehr, da die 30s ausreichen. Könnt ihr das so bestätigen?
Ich habe eine kleine Sternwarte in der die Rechner stehen, sollte also keine Soft- oder Hardwareproblem haben.

MfG
Thomas

10" Newton,EQ6,Canon EOS 350DA/neu Canon 1200DA/Leitrohr 80/900,Alccd5
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schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
450 Beiträge

Erstellt  am: 15.02.2020 :  19:39:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich denke, so strikt kann man das nicht vergleichen. Klar ist die ASI wesentlich lichtempfindlicher und man benötigt bestimmt weniger Zeit, um ein gleichartiges Ergebnis zu erzielen. Fakt ist aber, dass wesentlich mehr Lights anfallen, die man aber auch schon gestackt speichern und dann weiterverarbeiten kann. Sharpcap ist schon so intelligent, dass man vor den Lights eine Routine laufen lässt, die mit der ASI die Himmelshelligkeit mißt und anschließend Grenzen und Ziele für die Aufnahmen festlegt (bzw. vorschlägt). Das heißt, das Programm schlägt die optimale Belichtungszeit zur optimalen Gain-Einstellung vor und hilft so die richtigen Kameraeinstellungen auszuwählen. Das ist schon genial wie Sharpcap nach kurzer Zeit alle möglichen Kombinationen von Verstärkung und Belichtung simuliert, die man zur Aufnahme verwenden kann und berechnet, wie sich die einzelnen Parameter auf das endgültige Bild auswirken werden.
Was Deine Guiding-Frage betrifft, kann ich Dir im Moment noch keine taugliche Praxisauskunft geben, ob mit Deiner Brennweite bei 30 Sekunden Belichtung das Guiding total wegfallen kann. Allerdings führt
Sharpcap im Live-Stacking ein Aligment der einzelnen Frams durch und da muss man probieren, ob das gut läuft. Da fehlt mir zurzeit noch die praktische Erfahrung, weil der Wettergott nicht richtig mitspielt.

VG Klaus

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Mike aus Bauschlott
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
56 Beiträge

Erstellt  am: 15.02.2020 :  20:30:24 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mike aus Bauschlott's Homepage  Antwort mit Zitat
Belichtungszeit ist durch nichts zu ersetzen außer durch Belichtungszeit :-)

Es ist dabei nicht mal so entscheidend, ob ein Lightframe 30 sec oder 300 sec belichtet wird, da gibt es viele Meinungen. Will man aber ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis, muss man absolut Belichtungszeit einsammeln. Gegebenenfalls über mehrere Nächte! Und da geht es mir nicht ums Trapez im Orionnebel. Das ist so hell, dass man es mit blossem Auge sieht und lässt sich nur mit der HDR-Technik in den Griff bekommen.
Willst Du aber z.b. die Galaxien des Leo triplet fotografieren, hast Du es mit extrem lichtschwachen Objekten zu tun, die sich kaum vom Hintergrund absetzen. Und da reichen 1/2 Stunde hinten und vorne nicht. Schau mal bei astrobin bei den richtig guten Aufnahmen, wie lange da belichtet wird...

Da ich auch mit einer EQ6 arbeite. Die 30 sec sollten kurz genug sein, um aufs Guiden verzichten zu können, wenn die Polausrichtung penibel durchgeführt wurde. Wenn nicht, wird's bei 1250mm eng...

CS Michael

https://projekt-astrofoto.jimdofree.com/

8" F5 & 6" F4 Newton, ASI Zwo 1600 mono, EQ6R

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schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
450 Beiträge

Erstellt  am: 16.02.2020 :  16:36:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

gehe doch einfach mal auf youtube und gib in die Suche "Sharpcap Live Stacking" ein. Dort findest Du schon ein paar Filmchen und kannst an den Einstellungen sehen, mit welch kurzen Framebelichtungs-
zeiten Aufnahmen gelingen.

Gruß Klaus

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