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Seite: von 10

stardust3
Altmeister im Astrotreff


3369 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  13:38:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ist die Wahrscheinlichkeit, daß er nächste Woche hoch geht eigentlich gleich groß (in etwa) wie daß er in 100.000 Jahren hoch geht?
Oder gibt es so eine Art Wahrscheinlichkeitsdichtekurve die bei z.B bei +40.000 Jahren am höchsten ist?

Grüße,
Walter

LLAP

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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  14:51:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Kalle66

Marco,
bei der Frage kommt es auf dessen Masse an. Bei 20-facher Sonnenmasse, die Beteigeuze hat, dürfte er als Supernova enden. Und es dürfte am Ende ein Neutronenstern übrig bleiben. Auf jeden Fall ein Ereignis, worauf sich die Stellar-Physiker sicher freuen würden, denn damit könnten sie viele Details ihrer theoretischen Modelle überprüfen.




Hallo Kalle,

danke für die Antwort. Was ich hierbei noch nicht verstehe, obwohl es als Fakt nachzulesen ist: Warum hat Beteigeuze nur die 20-fache Sonnenmasse? Grob überschlagen dürfte unsere Sonne ja rund eine Milliarde mal in das Volumen passen, das Beteigeuze einnimmt. Sind die Dichte-Unterschiede so extrem unterschiedlich?

Viele Grüße,
Marco

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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1813 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  15:50:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Marco!

> Sind die Dichte-Unterschiede so extrem unterschiedlich?

Ja, müssen sie ja wohl. Die meiste Masse eines Roten Überriesen ist aber in dem Kern versteckt, auch logisch - wo sollten auch sonst die exotischen Dichten und Temperaturen herkommen, um die speziellen Kettenrektionen in so einem Stern in Gang zu halten?

Die Außenbereiche sind dichtemäßig extrem dünn, man spricht nicht umsonst vom "roten Vakuum", das geringer ist, als wir es momentan selbst auf der Erde herstellen können. Erst durch diese geringen Dichten und Schwerkraftverhältnisse im Außenbereich ist es dem Überriesen auch möglich, so einen starken Sternwind zu produzieren, der den Stern laufend viel Masse kostet.

Ich meine, so wie unsere Sonne am Himmel aussieht, darf man sich den Roten Überriesen aus größerer Nähe nicht vorstellen. Die "künsterlischen" Darstellungen und Graphiken mit den roten Kugeln, die immer größer werden, dürften nicht dem wahren Aussehen entsprechen. Vielmehr ist es ein riesiges rote Gebiet, das zentral sternförmig immer heller wird. Die paar Fotos, die Beteigeuze bspw. als mehr oder weniger helle Scheibe zeigen, sind m.M. nicht das, was man mit dem Auge zu sehen bekommt (wenn man mal die außergewöhnliche Helligkeit eines solchen Sterns außer Acht läßt).

BTW: Den Werdegang einer SN kann man gut anhand der SN1987A verfolgen, besonders was die Interaktionen (Lichtechos) mit den zuvor ausgestoßenen Sternwindmassen angeht. Nur ist Beteigeuze ein ganzes Stück näher an uns dran: 700 zu 150.000 Lj.
.

Bye 4 now, Micha

ehemals: Winnie's Heimatseite + Kometenseite
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd"

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10417 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  16:45:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Sind die Dichte-Unterschiede so extrem unterschiedlich?

Verwechsle die Ausmaße jetzt nicht mit durchschnittlichen Dichteunterschieden. Das ist viel komplexer. Im Kernbereich ist Beteigeuze dichter als die Sonne. Es ist die äußere Hülle, die sich aufbläht. Bildlich gesprochen: Die schäumt vor Energie, wie ein heftiger Kochtopf, wo das Wasser über den Topfrand sprudelt.

Das, was Beteigeuze als Sternenwind schon alles wegbläst, ist ja "langsam" im Vergleich zu dem, was bei der Supernova-Explosion dann wegfliegen wird. Letzteres wird dann Jahre später auf dieses langsame Gas aufprallen und es zum Leuchten bringen, so wie beim Krebsnebel und anderen planetarischen Nebeln.

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Bearbeitet von: Kalle66 am: 27.12.2019 17:19:32 Uhr
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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  16:51:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Michael,

super, danke für die sehr guten Informationen! Dann ist wohl die verbreitete und falsche Darstellung eines Roten Überriesen als homogenes, "scheibenförmiges" Gebilde das Problem. Bin sehr gespannt, ob Beteigeuze noch zu unseren Lebzeiten zur Supernova wird.

Viele Grüße,
Marco

Bearbeitet von: am:
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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:00:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Kalle66

Zitat:
Sind die Dichte-Unterschiede so extrem unterschiedlich?

Verwechsle die Ausmaße jetzt nicht mit Dichteunterschieden. Das ist viel komplexer. Im Kernbereich dürfte Beteigeuze dichter als die Sonne sein. Es ist die äußere Hülle, die sich aufbläht. Bildlich gesprochen: Die schäumt vor Energie, wie ein heftiger Kochtopf, wo das Wasser über den Topfrand sprudelt.



Es fällt mir immer noch schwer, das Ganze zu erfassen: Eine Milliarde mal mehr Volumen als die Sonne, ein noch dichterer Kern und dennoch nur die 20 fache Gesamtmasse. Jedenfalls vielen Dank für die hilfreichen Informationen und vielleicht kocht der Topf ja schneller über als erwartet...

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philipp
Meister im Astrotreff

Austria
397 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:09:06 Uhr  Profil anzeigen  Besuche philipp's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

dem aktuellen Stand der Forschung nach kann man sich Beteigeuze ungefähr so vorstellen: https://www.youtube.com/watch?v=hJn-jmL_hyo (Simulation, ich glaube einer halben Beteigeuze Umdrehung ~ 16 Jahre, in einem mitrotierenden Koordinatensystem.)

Dass man die Entfernung von Beteigeuze so schlecht kennt liegt auch daran, dass die Parallaxe geringer als die scheinbare Größe am Himmel ist, dafür gibt es Aufnahmen die Oberflächendetails auflösen (naja, vermuten lassen).

beste Grüße,

Philipp

--------------------------------------
http://salzgeber.at

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10417 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:28:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi mag16,
wie reden doch auf der Erde auch noch von Atmosphäre in 100km Höhe, obwohl dort fast ein besseres Vakuum herrscht, als wir es technisch herstellen können.
Und die reicht, einen Satelliten sicher zum Absturz/Verdampfen zu bringen. Überschlägig reicht dazu eine Gasdichte, die von ihrer Größenordnung eine Masse vereinigt, so dass ein Satellit bei einer Erdumrundung mehr Masse zur Seite schieben muss, als er selbst hat. Naja, das Volumen einer solchen Erdumrundung (Erdumfang+200km)*Satellitenquerschnitt ist recht groß und auf ein solches Volumen nur ein paar Hundert Kilo Luftmasse hört sich recht wenig an, oder?

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Bearbeitet von: Kalle66 am: 27.12.2019 17:30:04 Uhr
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30sec
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2520 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:31:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche 30sec's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,
also ich brauche das nicht, ich meine, dass der Topf überkocht. Visuell wird es nichts zu sehen geben, außer einem hellen Punkt. Und Deep-Sky-Fotografie wird auf Monate unter "Vollmond-Bedingungen" stattfinden müssen. Klar, die Astronomie würde im öffentlichen Bewusstsein aufgewertet werden, dafür würden aber auch wieder Weltuntergangs-Propheten Hochkonjunktur haben.
Viele Grüße,
ralf

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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:50:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Ralf,

ich kann Dich verstehen und bin bei der Vorstellung auch hin- und her gerissen. Einerseits wäre eine Supernova in dieser Nähe ein Jahrtausend-Ereignis, andererseits fände ich es auch schade, wenn das Sternbild Orion nicht mehr in seiner bekannten Form weiter existieren würde.

Viele Grüße,
Marco

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Bikeman
Meister im Astrotreff

Deutschland
613 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  17:54:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Na das wäre natürlich tragisch wenn man mal ein paar Monate nicht so gut Fotos von Objekten machen könnte, die schon seit 1000 Jahren so aussehen wie heute und in 1000 Jahren auch noch exakt so aussehen werden.... was ist dagegen schon eine SN vor der Haustür?

CS
HB

6" f/5 GSO Newton, 8" f/5 Omegon Newton, GP2+SBS, HEQ5Pro SynScan, Canon EOS 1100D, ZWO ASI 178mm, StarAnalyser 100, vintage smc Pentax Objektive (50mm 1:1.4, 85mm 1:2, 135mm 1:2.5, 300 mm 1:4)

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10417 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  18:13:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Och,
für so einen niegel-nagel-neuen Nebel würde ich auch 3 Wochen Vollmond in Kauf nehmen. Wenn's zum Sommeranfang ist, würden wir den Sternenhimmel im Norden Deutschland noch nicht mal vermissen. Eines ist doch sicher ... es wird keine Messier-Objekt-Nummer kriegen.

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Spica 44
Meister im Astrotreff


724 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  18:35:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Also Betelgeuze hat doch direkten Sichtkontakt zu uns auf der Erde.
Wenn der explodiert, kann es dann nicht sein, dass uns da was trifft.
Die Druckwelle könnte doch einen Kleinplaneten zu uns wie eine Lawine
Steine runterwerfen oder den Mond auf uns schleudern. Ich bin kein
Wissenschaftler und kenn mich da nicht so aus.
Fragend
Marwin

Bearbeitet von: am:
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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  18:45:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Marwin,

theoretisch könnten Gamma-Strahlen gefährlich werden, aber soviel ich weiß zeigt die Rotationsachse des Sterns nicht in unsere Richtung, so dass der Gamma-Blitz die Erde nicht (mit voller Wucht) treffen würde.

Viele Grüße,
Marco

Bearbeitet von: mag16 am: 28.12.2019 09:43:27 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3567 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  18:55:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Marvin,
von einer Druckwelle, die ganze Festkörper zu uns treibt, kann bei der dünnen Gaswolke keine Rede sein. Aber mit ihr kämen viele radioaktive Elemente zu uns. Das wäre dann schon gefährlicher. Allerdings ist die Wolke viel langsamer und es würden mehrere tausend Jahre vergehen, bis sie hier einträfe.

Gruß Armin

Bearbeitet von: am:
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