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Seite: von 2

Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10564 Beiträge

Erstellt  am: 31.10.2018 :  14:31:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Letztlich eine Frage der Fertigungstechnik und der Herstellungskosten. Vor einigen Dekaden konnte sich auch keiner vorstellen, dass man einen 8"-Newton als Einsteigergerät bezeichnet. Deshalb bin ich vorsichtig mit Prognosen. Denn, was uns heute fertigungstechnisch - wir sprechen von Kleinstserien im Astrobereich (im Vergleich zum Fotomarkt etc.) - unvorstellbar erscheint, könnte "morgen" mit irgendwelchen CNC-Maschinen selbstverständlich sein. Gerade auch hinsichtlich Toleranzbeherrschung und Flexibilität im Fertigungsprogramm. Ähnliches gilt für die Materialbeherrschung zur Herstellung optischer Gläser.

Im Grunde reicht doch ein Blick in die Halbleiterindustrie, um zu sehen, wie gewaltig dort die Fortschritte in den letzten Jahren waren. Die platzieren Belichtungsmasken und Bauteile inzwischen mikrometergenau und besser. Und materialtechnisch verweise ich auf den Werkzeugbereich, wo man heute Wolframcarbid-Fräser und diamantbeschichte Schleifscheiben nachgeworfen kriegt. Materialien, die vor wenigen Jahrzehnten für den Hobbymarkt unbezahlbar waren.

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Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 31.10.2018 :  15:53:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kalle,

Zitat:
...ein Blick in die Halbleiterindustrie, um zu sehen, wie gewaltig dort die Fortschritte in den letzten Jahren waren.


Naja, da wird aber alles immer kleiner.
Warten wir also auf den APO in Streichholzgröße

Wenn ich in alte Preislisten für optische Gläser schaue, dann kennen die Kilogramm-Preise über die Jahre nur eine Richtung - nach oben.
Glas ist nicht nur Technologie sondern besteht aus teilweise seltenen Rohstoffen und Energie.

Viele Grüße
Kai


Bearbeitet von: am:
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arminius
Altmeister im Astrotreff


2004 Beiträge

Erstellt  am: 31.10.2018 :  21:21:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Kalle,
die Halbleitertechnik wird von ca. 98% der Bevölkerung genutzt, wohingegen gute Linsen und Spiegel
eher nur für ganz besondere Fans interessant sind. Es ist nicht die Frage des Angebotes sondern
der Nachfrage.
Vergleich hinkt.

Gruß,
Armin

Bearbeitet von: arminius am: 31.10.2018 21:34:19 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2018 :  08:50:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen,

anbei ein Chart aus dem Buch 'Telescope Optics' von Rutten & van Venrooij, Seite 224:



Es gilt für helle Objekte (Mond, Planeten) unter Seeing-Einfluss, die Herleitung ist nicht genau beschrieben.
Trotzdem würde ich den generellen Kurvenverlauf so unterschreiben.
Die rote Linie bei 150mm Öffnung habe ich selbst da reingemalt.

Man sieht sehr schön, daß kleinere Instrumente bei durchschnittlichen Seeingbedingungen den größeren nicht viel nachstehen, ja teilweise besser abschneiden.
Die Obstruktionsfreiheit hilft, ein gegebenes Kontrastlevel mit der kleinstmöglichen(!) Öffnung zu halten.

Ein 300mm APO braucht leider ein Seeing unter 1" um zur Geltung zu kommen.
Hat allerdings den Vorteil, durch seine enorme Länge einen Teil des Bodensseings unter sich zu lassen.

Vor einiger Zeit habe ich Seeing-Messungen an meinem besten Platz gemacht.
Unter 1" ist in Ausnahmenächten im deutschen Mittelgebirge möglich, an einem beliebigen Platz (Terrasse hinter dem Haus) ist es meistens 2"-3".

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=132847

Mein Fazit: für richtig scharfe Bilder muss man auf einen Berg/Hügel fahren. Dann tut's auch ein entsprechend großer Spiegel.

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 02.11.2018 08:51:03 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5657 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2018 :  11:14:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kai,
das ist interessant. Bei 5" Seeing wird es sogar ab 150 mm Öffnung wieder schlechter bzw. die optimale Vergrößerung wieder geringer. Normal sagt man doch, dass mehr Öffnung immer mindestens genauso viel zeigt, wie eine kleinere Öffnung.
Bei 2" Seeing ist der Wendepunkt bei 300 mm Öffnung erreicht.
Ich kann dazu nichts sagen. Tatsächlich hab ich gesehen, dass ich im 150 mm Newton an Jupiter oft nicht mehr Details gesehen habe wie im 4" APO, manchmal sogar weniger. Bei sehr guten Bedingungen hat der 6" dann eine Linie/Struktur ein bisserl feiner gezeigt wie der 4" APO und natürlich war das Bild durch die größere Austrittspupille heller.
Ich hab die Schuld aber beim Tubusseeing gesucht. Ich vermute sowieso, dass bei guter Optik (guten Linsen oder guten Spiegeln und guter Justage) das Tubusseeing und thermische Effekte oft einen relativ großen Einfluss spielen.
Für die Beobachtung vom Balkon würd ich das Seeing oft bei 1" bis 2" einschätzen. Wobei kurzzeitig bessere Phasen unter 1" dabei sein dürften. Im Winter ist das Tubusseing meiner Erfahrung nach beim 6" geringer wie im Sommer bei fast waagrechten Tubus. Dafür kann man im Winter manchmal Effekte durch warme Atemluft beobachten, die an der Tubusöffnung vorbeigeht ;)
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

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BeatK
Senior im Astrotreff

Schweiz
141 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2018 :  11:42:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen und Hallo Kai

Genau diesen roten Strich an derselben Stelle habe ich eingezeichnet, unabhängig von Dir, für einen Vortrag, den ich bald halten werde. Deine Erfahrungen, wie Du sie beschreibst, kann ich nur bestätigen.

Bei meinen Ausführungen werde ich auf Vorteile meiner 15cm Yolo Schiefspiegler zu sprechen kommen.
Mit dem leichten Schiefspiegler fährt man viel häufiger ins Gebirge als mit einem schweren Teleskop auch wenn die Bilder dort mit einem grossen Spiegel nicht immer konkurrieren können. Zu Hause gewinnt der Schiefspiegler praktisch immer, auch gegenüber den APO Refraktoren, die ich damit verglichen habe.

Gruss
Beat

BeatK: The Perfect Telescope is the Yolo Reflector

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10564 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2018 :  14:25:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Armin,
Zitat:
Es ist nicht die Frage des Angebotes sondern
der Nachfrage.

da könntest du sogar Recht haben. Das liegt nicht nur am Preis, sondern ganz profan an Größe/Gewicht und Transportabilität. Ich kenne einige, die sozusagen im Downsizing begriffen sind; oft altersbedingt, oder weil sie keinen "dunklen Landhimmel" mehr haben, der einfach unbezahlbar ist. Für kein Geld der Welt, wirst du inmitten unserer Zivilisation das Rad mit der hell erleuchteten Stadt zurückdrehen können. Mal überspitzt formuliert: In Holland wird es nachts erst wieder dunkel werden, wenn im Rahmen des Klimawandels der Meeresspiegel um ein paar Meter steigt und 40% der Landfläche unter Wasser steht.

Kalle - Alles wird gut !
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