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 Buchrezension "Kosmische Kultstätten"
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 14.04.2013 :  18:37:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Kosmische Kultstätten


Autor: Ken Taylor
Verlag: Franckh-Kosmos Verlag
240 Seiten
Preis: 29.99 €
ISBN: 978-3-440-13

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© Franckh-Kosmos Verlag
Mit freundlicher Unterstützung
des Verlages

Klappentext:

Himmelskunde und Heiligtümer
Alte Völker lebten im Rhythmus mit dem Universum. Der Lauf von Sonne, Mond und Sternen wurde aufmerksam verfolgt. Sowohl aus praktischen Gründen, um die Zeit für Aussaat oder Ernte zu bestimmen, als auch als Bestandteil ihrer Kultur und Mythologie.

Heute ist nur noch wenig über jene Zeremonien bekannt, die an Orten wie Stonehenge in England oder Gizeh in Ägypthen stattfanden. Doch diese kosmischen Kultstätten sind uns als Zeitzeugen erhalten geblieben. Ihre Ausrichtungen auf die Erscheinungen am Firmament zeugen vom verblüffenden Wissen unserer Vorfahren über die himmlische Abläufen.

Viele dieser Relikte wurden zum Weltkulturerbe ernannt. Sie alle umweht die Faszination des Unbekannten. Sagen und Geschichten berichten aus einer Zeit, als Mensch und Kosmos noch miteinander in Verbindung standen.

Mehr als 50 Stätten weltweit werden in diesem Buch im Detail präsentiert – von Carnac (Frankreich) und Newgrange (Irland) über die Externsteine (Deutschland) bis Machu Picchu (Peru), Angkor Wat (Kambodscha) und Cahokia (USA).





Rezension:

Manchmal ist es mit Büchern wie mit Menschen – der erste Eindruck zählt. Und diesen zu revidieren kann verdammt schwierig sein. Bei dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, ist es mir so ergangen. Schon auf den ersten Seiten haben sich hier ein paar gravierende Fehler eingeschlichen, welche mich im Grunde für den Rest des Buches misstrauisch machten.

Das Buch beginnt mit einer Einleitung über die Bedeutung der Archäoastronomie, deren Möglichkeiten und Grenzen. Die Archäoastronomie, d.h. die Erforschung archäologischer Artefakte mit astronomischem Bezug, ist noch eine sehr junge Wissenschaft - die aber sehr interessante Aspekte der Astronomie umfasst – nämlich die Astronomie der alten Kulturen. Die Archäoastronomie ist ...

Die Kultstätten und Fundstücke sind in drei grosse Themen angeordnet:
- Sonne
- Mond
- Sterne und Planeten

Im Kapitel der Sonne spielen vor allem die Sonnenwenden, die Tagundnachtgleichen sowie die Sonnengräber eine Rolle. Die Kultstätten, welche nach dem Mond ausgerichtet wurden, sind vor allem nach Mondwenden, Finsternissen und Gottheiten sortiert.
Im Kapitel Sterne und Planeten geht es vor allem um auffällige Objekte und Formationen, wie z.B. die Plejaden oder das Sternbild Grosser Bär. Die Planeten kommen in diesem Kapitel kaum zum Zuge, wird hier doch einzig und alleine Venus behandelt.

Ausser der Unterteilung nach den Ausrichtungen gibt es keine besondere Ordnung, oder zumindest lässt sich keine erkennen - man findet die verschiedensten Kultstätten in loser Reihenfolge.

Schon im ersten Kapitel haben sich bei den Erklärungen zur Sonnenwende und anderen astronomischen Phänomenen gravierende Fehler eingeschlichen. Fehler, die auf das fehlende Verständnis des Autors schliessen lassen können und den Genuss des restlichen Buches nur mit einer grossen Portion Misstrauen zulassen – was sehr Schade ist, denn eigentlich ist die Archäoastronomie durchaus interessant.
Der Autor erklärt auf dieser Doppelseite, die Jahreszeiten entstünden dadurch, dass die Erde der Sonne im Laufe eines Jahres immer eine andere Seite zeigt, wodurch unterschiedlich lange Tage zustande kommen. Dass dies nur die halbe Wahrheit ist und die Jahreszeiten sowie die Tageslänge vor allem mit der Neigung der Erdachse und dem Winkel der eintreffenden Sonnenstrahlen zu tun haben, muss ich wohl nicht weiter ausführen. Auch die dazugehörige Zeichnung kann diesen Fauxpas nicht mehr retten, denn auch hier ist die Beschreibung des Bildinhaltes nicht präzise genug.
Auch die Annahme des Autors Polarlichter entstünden durch die Neigung der Erdachse und träten nur um die Tagundnachtgleichen auf, hat wissenschaftlich gesehen keinen Bestand. Inzwischen ist, glaube ich, den meisten Menschen bekannt, dass Polarlichter durch Teilchenreaktionen in der Atmosphäre ausgelöst werden.
Wirklich Schade - das Lesevergnügen wird schon zu Beginn durch eine grosse Portion Misstrauen bezüglich der restlichen Fakten im Buch getrübt. Auch im Laufe des Buches wird dieser Eindruck nicht besser. Es gibt zwar weniger Ausflüge in die Astronomie und der Autor bleibt sehr oberflächlich, allerdings wird für den Leser an einigen Stellen nicht ganz klar, dass die Erkenntnisse, welche der Autor zum Besten gibt, nicht alle gesichert sind. An einigen Stellen wird dies vom Autoren deutlich gemacht, an anderer Stelle wiederum fehlt ein solcher Hinweis.

Der Autor bietet neben ausführlichen Beschreibungen der Stätten in Aussehen und Dimension mehr allgemeine und geschichtliche Infos und versucht die Funktion anhand dessen zu beschreiben, was heute bekannt ist. Auch verarbeitet werden Zusammenhänge oder Parallelen zu anderen bzw. angrenzenden Kultstätten.

Endgültig amüsant wird es dann im letzten Kapitel „Archäoastronomie im Reich der Spekulationen“. Mal davon abgesehen, dass die Wissenschaft selber sehr viele Spekulationen über die Absichten alter Völker mit sich bringt, geht es in diesem Kapitel um die angeblichen Begegnungen alter Völker mit Ausserirdischen. Und so endet das Buch noch schlimmer als es begonnen hat. In welcher Beziehung „Wissen“ mit „rechten Winkeln“ steht, hat sich mir trotz der Ausführung des Autors bisher nicht erschlossen – es scheint aber, da die antiken Stätten ebenso im rechten Winkel ausgerichtet sind, wie zwei 4km lange Betonarme des LIGO-Observatoriums in Louisiana, dass der rechte Winkel doch eine grosse Bedeutung in der Welt hat. Seit jeher.


Bisher bietet die Archäoastronomie sehr viel Raum für Spekulationen, da wir noch viel zu weniger über die Astronomie im Altertum und anderer Völker wissen. Dieser Spielraum wird auch im Buch schonungslos ausgenutzt. Es gibt vom Autor zwar hin und wieder den Hinweis, dass es sich um nicht gesicherte Erkenntnisse handelt, aber für mein Empfinden viel zu wenig. Ebenso gibt der Autor verschiedene Deutungsansätze der Forschung preis, aber zugegebenermassen ist das keine Kunst, da es bei vielen historischen Stätten kaum Wissen über die Völker und ihre Kultur gibt.

Fazit:
Natürlich darf man von einem Buch über Archäoastronomie in keinem Fall überdurchschnittlich viele wissenschaftliche Beweise erwarten. Eine gewisse Seriosität ist aber durchaus möglich, wird in diesem Buch aber nicht zur Gänze ausgeschöpft.

Empfehlenswert ist dieses Buch nur in geringem Masse, nämlich nur für Menschen, die kein Problem mit ungesicherten Erkenntnissen und Spekulationen haben. Es gibt tolle Bilder der historischen Stätten und es bietet sicherlich einen schönen Überblick über die heute bekannten historischen Stätten, bei denen man einen astronomischen Hintergrund vermutet. Man kann ein wenig Stöbern und sich über das Gelesen so seine Gedanken machen - wer weiss schon was damals wirklich war? Als Reiseführer durch die Welt der alten Völker kann es durchaus dienen. Damit ist die Funktion des Buches aber auch schon erfüllt. Die Erklärungen sind häufig sehr oberflächlich, stark vereinfacht und unpräzise. Und über die astronomischen Rückschlüsse des Autors, die Ausserirdischen und so manchen esoterischen Ausflug kann man nur den Kopf schütteln.

Bearbeitet von: am:

Domjos94
Senior im Astrotreff

Deutschland
165 Beiträge

Erstellt  am: 02.06.2013 :  10:57:15 Uhr  Profil anzeigen  Sende Domjos94 eine ICQ Message
Hallo zusammen,
ich hab das Buch gelesen und muss auch leider sagen, dass ich nur teilweise zu dem Buch raten kann.
Also ich fand es am Anfang sehr gut, man bekam die verschiedenen Orte vorgestellt und die Funktionsweise der Orte vorgestellt.
Leider fand ich manches sehr unklar beschrieben und ich hatte meine Zweifel, ob man wirklich alles glauben sollte.
Desweiteren hingen mir die Orte irgendwann zum Hals rauß, was jetzt nich direkt mit dem Buch zusammenhängt, sondern auch, dass die Orte halt meistens die selbe Funktion haben.
Also habe ich dieses Buch in mein Bücherregal gestellt und seither irgendwie nicht wieder herausgeholt.
LG Dominic

GSO Dobson 10", Bresser Refraktor 70/700
Celestron Skymaster 20-100x70
Canon Eos 300d, Sony Alpha 58

Bearbeitet von: am:
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