Posts from graisn in thread „Beobachtungsbericht 28.10. (keine Fotos :-(“

    <b>Vorweg: Leider ist der Bericht etwas lang geworden. Ich hoffe es ist nicht zu langweilig. Es sind auch noch keine Fotos dabei, da ich noch Anfänger bin. Trotzdem viel Spaß beim Lesen.</b>


    <i>Beobachtungsort: Haltern am See, 51° nördliche Breite, 7° östliche Länge
    Zeit: 28.10.03 / 20.30-23.00; 04.00-05.00
    Instrument: Skywatcher Reflektor 114/900, Okulare: 10mm, 20mm, 2x Barlow
    Objekte: M13, M15, M27, M31, M45, M57, h+x, Jupiter, Saturn, Mars, Albireo
    Besonderheiten: zwei Beobachtungen in einer Nacht, gutes Seeing
    Status: Anfänger, seit drei bis vier Monaten Telskopbesitzer (dafür aber intensiv mit dem Hobby auseinandergesetzt)</i>


    Nach über einer Woche geschlossener Wolkendecke wurde es auch mal wieder Zeit für einen „kaiserlichen“ Himmel. Obwohl der Wetterbericht Wolken prophezeit hatte, klärte sich gegen Abend der Himmel auf und gewährte einen Blick in die Unendlichen Weiten........
    Also direkt um 20.00 Uhr (es war schon stockdunkel) meinen Reflektor und den ganzen anderen Kram auf den Balkon geschlört um ihn schon mal auskühlen zu lassen (den Reflektor ;-). Eben noch einnorden und den Sucher justieren und ab vor den PC. Ich hatte mir einiges vorgenommen für diese Nacht.
    Nach einer halben Stunde wieder raus und einen ersten Blick durchs Fernglas gewagt. Wirklich nicht schlecht die Sternenvielfalt heute Nacht. Das ließ auf einiges hoffen. Auch wenn es bitterkalt war. Schon um diese Uhrzeit!
    Mars
    Zunächst einfach mal unseren Nachbarplaneten anvisiert (aber eher um die Justierung des Suchers noch mal zu überprüfen als auf irgendwelche Details zu hoffen). Leider habe ich nicht die größte Auswahl an Vergrößerungen, darum erst mal mit 45x draufgehalten. Nur ein kleines Scheibchen. Hmm. Auch mit 90x oder 180x (Barlow) wollte mir der rote Planet keine Details offenbaren. Da waren die Zeiten schon mal besser. Naja!


    <b>Albireo</b>
    Dann mal was Neues anvisieren. Mit 45x einfach mal Albireo, den Doppelstern im Schwan, rangeholt. Viele Astrofreunde haben mir schon viel von diesem Anblick vorgeschwärmt, jetzt wollte ich mich überzeugen. Und wirklich! Ein toller Doppelstern. Der blaue Begleiter des Hauptsterns(?) sieht wirklich toll aus, am besten mit 90facher Vergrößerung. Das macht Lust auf mehr. So langsam wurde ich warm (wie das auch immer gehen soll bei der Ars**kälte).
    <b>M13</b>
    Nachdem ich mir ein weiteres Paar Socken angezogen hatte, suchte ich M13 auf. Seit der letzten Beobachtung (ich suchte über 30 Minuten den unteren rechten Stern des Herkules-Vierecks) weiß ich ja wo ich suchen muss. Von Tau Her über Sig Her nach Eta Her und Ahh! Da war der Kugelsternhaufen ja schon. Wirklich schön. Bei 90x schon ganz außen ein paar Randsterne zu sehen, aber auch sonst ein lohnendes Objekt. Auch von der Helligkeit. Halt ein heller konzentrischer Kugelsternhaufen. Wenn man weiß wie er aussieht lässt sich beim Blick durchs eigene Fernrohr einiges Erahnen.
    <b>M57</b>
    Von M13 direkt weiter in die Leier und M57. Auch den Ringnebel finde ich sofort. Leider lässt sich diesem zarten Rauchkringel selbst bei Maximalvergrößerung nicht viel entlocken. Dieses Objekt ist vielleicht doch größeren Optiken vorbehalten. Was soll’s. Ich hab ihn schließlich gefunden und eindeutig identifiziert. Also weiter nach M27.
    <b>M27</b>
    Dieser schöne Nebel von dem Jedermann spricht gehört auch zu meinen Lieblingsobjekten. Mit einer Helligkeit von 7.30m ist das wirklich ein sehr lohnendes Objekt. Auch für etwas kleinere Optiken. Deutlich ist hier die außergewöhnliche Form auszumachen (hoffentlich war es kein Wunschdenken). Am schönsten kommt der Hantelnebel bei 90facher Vergrößerung rüber (finde ich jedenfalls). Für alles andere ist das Objekt anscheinend zu lichtschwach. In meinem Übermut noch versucht M71 im Pfeil zu finden aber leider ohne Erfolg0 – Schade!
    <b>M45</b>
    Mittlerweile war das Siebengestirn M45 aufgegangen und zeigte sich so eben über unserem Dach. Eigentlich ja ein Paradeobjekt für das Fernglas – also einen Blick riskiert. Ich muss sagen, überzeugt hat mich der Blick durch den Bino nicht. Da erhoffte ich mir von meinem Teleskop mehr. Ich sollte auch nicht enttäuscht werden. Deutlich sah ich die hellen Sternen in schöner bläulicher Färbung. Einfach klasse. Noch kurz den Karkoschka zur Hand genommen um typische Sternformationen auszumachen und dann einfach den Blick dieses Objekts genossen – absolute Suchtgefahr. Da ich mich noch nicht lange diesem Hobby verschrieben habe, fasziniert mich dieser Anblick bestimmt mehr als einen „alten Hasen“. Nach einigen Minuten auf zum nächsten Objekt: M15.
    <b>M15</b>
    Von diesem Kugelsternhaufen in der Nähe des Pegasus wurde ich leider etwas enttäuscht. Von der Form wie M13 aber nicht so lichtstark und auch wesentlich kleiner. Kein Objekt zum „ins-Schwärmen-geraten“. Also schnell weiter.
    <b>H+Chi</b>
    Jetzt wollte auch ich endlich mal den sagenumwobenen Doppelsternhaufen im Perseus sehen. Im Gegensatz zu M15 wurde ich hier fast umgehauen und ich hörte mich selber staunen. Dieses Objekt hat es in sich. Sehr hell erscheinen mir die beiden Sternhaufen bei 45facher Vergrößerung. Mehr macht keinen Sinn. Alle Sterne aus dem Karkoschka finde ich in dem Gewirr aus Sternen wieder- einfach toll. Diese Sternenhaufe werden ihrem guten Ruf wirklich gerecht. Mittlerweile fingen meine Füße an kalt zu werden (trotz drei paar Socken) und ich entschied mich noch kurz einen Blick auf unsere Nachbargalaxie zu werfen, ehe ich es für die erste Nachthälfte blieben ließ.
    <b>M31</b>
    Naja, was soll ich hier unnötig Worte verlieren, selbst für einen Anfänger wie mich hat dieses Objekt schon viel an Reiz verloren. Für die Astrophotographie sicher ein Objekt erster Güte, aber visuell.... . „Ein heller Matschfleck“ würde ich es mal vorsichtig ausdrücken.
    Jetzt baute ich mein Teleskop ab um es später auf einem nahegelegenen Spielplatz wieder aufzubauen. Dort habe ich eine wesentlich bessere Horizontsicht. Dort wollt ich noch Saturn und Jupiter beobachten.
    <b>Saturn</b>
    Das Aufstehen fiel mir schwer, aber es sollte sich lohnen. Um 4 Uhr war kaum noch Licht in der Umgebung zu sehen. Das Teleskop nach draußen geschleppt und aufgebaut. Einnorden – fertig. Sofort sah ich Saturn. Im Teleskop ist es ja wirklich faszinierend. Die Ringe waren deutlich zu erkennen und es hat einfach Spaß gemacht, auch wenn sich die Ringteilung noch nicht zeigen wollte (was für mehr Öffnung). Sehr majestätisch, wie Saturn durch mein Gesichtsfeld wandert. Leider bin ich in der Astrophotographie noch nicht sonderlich bewandert, sonst wäre das heute eine super Chance gewesen. Das Seeing war außerordentlich gut.
    <b>Jupiter</b>
    Auch Freund Jupite ließ mich nicht im Stich. Wunderbar wie der große Gasplanet mit seinen Begleitmonden am Himmel thronte. Die Staubbänder konnte ich leider nur erahnen, was mich ein wenig enttäuschte. Da hätte ich mir noch ein bisschen mehr erwartet. Jetzt wurde mir aber doch sehr kalt und ich hatte eigentlich keine Lust mehr (hatte mich lange bei den Planeten aufgehalten). Leider fand ich das Sternbild Orion und den zugehörigen Nebel nicht, was mich sehr sauer machte. Gerade M42 Sche**e. (Wie es wohl aussieht wenn um 4 Uhr Nachts eine fluchende Person auf einem Kinderspielplatz wütet – mir wars egal). Trotzdem ließ ich mir von diesem Misserfolg nicht die Nacht verderben und war mit den Beobachtungen zufrieden.


    Alles in allem ein sehr erfolgreicher Beobachtungsabend für einen Anfänger. Vielleicht ein paar viele Objekte fü einen Beobachtungsbericht, aber die sind ja auch alle einfach aufzufinden. Demnächst werden auch wohl noch etwas „schwierigere“ Objekt auf meiner Liste stehen aber bis dahin... . Auch der Astrophotographie werde ich mich zuwenden, damit ich auch was vorzuzeigen habe. Bis dahin graisn!