Beiträge von Lucifugus im Thema „NGC 2440 – ein etwas chaotischer Planetarischer Nebel im Achterdeck des Schiffs (Bow Tie Nebula oder die Fledermaus)“

    Servus Micha,


    danke dir! Man sieht bei deinem Bild von NGC 2440 noch auf der rechten Seite den schwachen, roten Lappen, der auf meinem OIII-Foto natürlich fehlt. Die Knoten in der Mitte sind auch besser aufgelöst. Letzteres zeigt, dass ich bei besserem Seeing / besseren äußeren Umständen alles nochmal wiederholen sollte. Das Seeing ist bei den PN wirklich mit entscheidend.


    NGC 2438 wird sicher auch noch "dran glauben müssen". Man hat ja selten einen PN in einem Offenen Sternhaufen, zumindest einen so auffälligen. Abell 8 in Bica 6 beispielsweise ist viel lichtschwächer und der Haufen nicht so schön wie hier bei NGC 2438 der sternreiche M 46.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    wie bereits zur Entstehung des Fotos von NGC 1535, dem Auge der Kleopatra – siehe: Das Auge der Kleopatra – NGC 1535 am 14.1.2022 – beschrieben, waren die Aufnahme verhältnisse suboptimal. Was mir aber noch nicht klar war, war eben, dass mir während der Bilderreihe für NGC 2440 der Fangspiegel einfriert. Ich konnte daher nur 80 Lights zu je 10 s von fast 300 nutzen, denn nach den ersten 80 war schon Schicht im Schacht. Ist halt so, wenn bei 90% Luftfeuchtigkeit die Temperatur noch ein bisserl absinkt und das Teleskop bereits kalt genug ist, dass sich diese kriechende Feuchtigkeit auch innen im Tubus absetzt.


    Da NGC 2440 äußerst komplex und interessant ist, wollte ich schonmal viel Licht mit OIII sammeln, um später, wenn nicht gerade der Mond hoch am Himmel steht, RGB nachliefern. So habe ich nur insgesamt 13 min 20 s mit OIII abgelichtet. Ich dachte nicht, dass da überhaupt noch irgendwas bei rumkommt. Ein Bisserl kann man aber schon erkennen. Da nicht sehr viele Fotos von NGC 2440 hier im Forum zu kursieren scheinen, zeige ich das Ergebnis hier trotzdem vor:


    Bilddaten:

    Datum: 15.1.2022, zwischen 00:02 Uhr und 00:19 Uhr, 80 Lights zu je 10 s = 13 min 20 s Belichtungszeit, 20 Darks

    Optik: Omegon 8" RC mit OIII-Filter (Omegon)

    Montierung: iOptron CEM 40G, nicht geguidet

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II nicht modifiziert

    Stacking und Vorbearbeitung: APP

    Nachbearbeitung: PS


    Mondphase: 89%, hoch am Himmel

    Luftfeuchtigkeit 90%

    Temperatur -4° C


    An den Sternen erkennt man ganz gut, dass das Teleskop nicht gut justiert ist (das Seeing war so schlecht, dass ich nicht am Stern justieren konnte und als es besser wurde, war die Luftfeucht zu hoch und der Spiegel eben vereist). Eine Fledermaus erkenne ich nicht, auch keine Fliege (Bow Tie, also die Fliege, die man am Hals trägt anstatt einer Krawatte). Dass er aber im Inneren helle Knoten aufweist und außen Lappen bildet, das kann man doch bereits am Foto sehen. Insofern hat sich das Kurzzeitexperiment dann doch gelohnt. Es ist kein pretty picture, aber bietet ein paar Informationen. Und für mich vor allem die, dass ich mir diesen schönen Nebel nochmal bei besseren Bedingungen und/oder Spiegelheizung (oder einem anderen Hilfsmittel) auf den Pelz rücken muss. Und natürlich dann auch mit RGB (also beim nächsten Neumond an einem Wochenende und mit klarem Himmel und Puppis hoch genug, also 2023, 2024 oder 2025? ;)


    Ich habe einen Artikel entdeckt, in dem der chaotische Aufbau des Planetarischen Nebels analysiert und vermutlich gelöst wurde: https://www.researchgate.net/p…_morpho-kinematical_model – Lago & Costa (2007) – NGC 2440 : A morpho-kinematical model.


    Schade, denn hätte der Fangspiegel nichts an Feuchtigkeit abbekommen, dann hätte ich in der Nacht noch viel Zeit gehabt, um auch noch NGC 2438 (PN in einem Offenen Sternhaufen) und NGC 1818 NGC 2818 abzulichten (letztere ist im Kompass und steht noch tiefer als NGC 2440, aber die Neugierde)... Es war bis zum Morgen sternenklar, eine ganze Nacht, aber es hat nicht sollen sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph