Beiträge von quilty im Thema „Eure Erfahrungen mit dem Bresser Mak 127/1900 ?“

    Hallo Reinhold,

    hast du beide Geräte verglichen? Selbstverständlich ist der CC schöner und einfacher aufgebaut. Und ich habe den Mak nicht getunt mit Innenauskleidung und anderem Blendrohr.

    Aber im direkten Vergleich finde ich den Mak sichtbar besser in Schärfe, Kontrast und Auflösung. Auch macht mein 6mm-Goldkantenokular am Terminator einen fiesen goldenen Reflex in der Bildmitte, im Mak viel weniger.

    Der CC hat bei mir ja auch nur 140 mm Öffnung bei 61 mm Obstruktion, kann bei gleicher Qualität der optischen Flächen also kaum mehr bringen. Hast du den auf 150 gekriegt?


    Gruß

    Stephan

    Ja, mein erstes und noch immer bestes Teleskop. Hätte außer dem kurzen 102/460 kein weiteres mehr kaufen sollen. Hab den Thread nochmal gelesen und, weil es Unklarheit gab wegen der Obstruktion, diese noch mal überprüft mit dem genialen Torchtest: 50 mm, oben schrieb ich 48, ist nicht die Welt, aber 50 ist besser.


    Gruß

    Stephan

    Ein kleiner Nachtrag. Was der GSO CC6 kann, kann der Bresser natürlich auch. Mars heute bei 330x eindeutig besser zu sehen als bei 250x. Polkappe und Landschaft.
    Auch für Doppelsterne lohnt sich das 6mm Okular.


    Nicht nur der Sucherhalter ist aus Plastik und schneller abgebrochen, als man gucken kann. Der Schuh selbst ist mit zwei Maschinenschrauben (ca. M4) eingeschraubt - ins Plastik des Bodendeckels. Das ist das Letzte. Dreimal los- und festgeschraubt und fertig ist. Warum Bresser hier so etwas Grottenschlechtes machen muss, keiner weiß es. Lösung: längere Schrauben nehmen und innen mit M4-Muttern richtig und reproduzierbar befestigen. Vorsicht, ca 5 mm weiter nach hinten setzen, die neuen Löcher, sonst geht die Bodenkappe hinterher nicht mehr drauf. A propos Bodenkappe: Die ist mit drei Inbusschrauben befestigt. Inbus 2,7mm passt nix, aber Torx geht. Aber dann greifen die mit ca. 1,5 Windungen. Noch einmal: Bresser, habt ihr so auf Kante genäht, dass 5 mm mehr Gewinde nicht drin war? Und nochmal Vorsicht: Auch das Gewinde ist was Verzolltes. M4 passt nicht, das Gewinde ist gröber, also einfach eine längere Schraube rein, so gut die Idee, erstmal müssen so passende Zollschrauben gefunden werden. Das sind so Ärgernisse, die man nicht hat, wenn man sich Qualität kauft. Qualität gibts hier nur bei der Optik selbst, alles andere ist schlechter als dürftig.
    Immerhin hat Bresser versprochen, längere Schrauben zu schicken, mal sehen. Denn ob Plastik oder nicht, an dem Bodendeckel hängen dann Okulare und Zubehör, in 2 Zoll kann das schon was wiegen, und der Deckel soll sich dann weder verformen noch abreißen, weil er oben nur an einer oder 1,5 Windungen (Durchmesser 3,4 mm) hängt. Ich habe mich bisher nicht getraut, mehr anzubringen als den leichten Plastikzenit mit 1 1/4 Zoll Okular.
    zweiter Nachtrag: Die drei Schrauben sind gekommen mit richtigem Gewinde und in richtiger Länge. Daraus, dass sie nicht neu waren, sehe ich, wie selten die wohl sind und das auch Bresser sowas nicht einfach aus der Lade zieht, sondern dass man solche Spezialitäten aufbewahren muss. Und jetzt traue ich dem Ding auch etwas mehr zu. Gestern zum Beispiel noch einmal bei 330x ein ganz kleines Eisfleckchen auf dem Mars gesehen und eine dicke Eisschicht auf dem Teleskop. Für Eis muss man jetzt gar nicht mehr so weit gucken

    Bresser hat selbst einen Testbericht dazu herausgebracht. Zum großen Teil kann ich mich dem anschließen


    Die Optik ist tatsächlich ziemlich gut, das merke ich im Vergleich zu immer mehr anderen Optiken. 32 Ori kenne ich nicht, nur Epsilon Lyrae. Ist richtig, wird spielend aufgelöst, ist aber kein Kriterium für ein 5"Optik. Aber, die Nebenmaxima sind relativ dunkel und die Airyscheibchen liegen so weit auseinander, dass man meint, sie wären auch zu trennen, wäre ihr Abstand auf ein Drittel reduziert.


    Im Garten habe ich mal die Auflösung mit einem winzigen, keilförmigen Riss in einer Alufolie vor dunklem HIntergrund abgeschätzt. Das Kriterium war nicht, bis wie weit der Riss zu erahnen war, sondern wo in der Mitte noch Schwarz zu sehen war, so kam ich auf 0,8", was ganz gut den Angaben entspricht. So etwas geht nur mit Hauptspiegelfokussierung. Abbildung schon bei 80facher Vergrößung mindestens eine Klasse besser als Skywatcher 120/600, was allerdings ein etwas unfairer Vergleich ist, weil der kurze Achromat bei dieser Vergrößerung schon eindeutig außerhalb seines Verwendungszweckes benutzt wird.


    Auflösung, Kontrast und Schärfe besser auch als GSO 6" Cassegrain. Das war für mich überraschend.


    127mm Apertur stimmen, jedoch nicht die angegebene Obstruktion von 35mm (28%) durch den Fangspiegel. Nicht der Fangspiegel macht die Obstruktion sondern die Lichtblende des Fangspiegels von 48 mm. Obstruktion linear also 48 statt 35 mm, was deutlich mehr ist und nicht verschwiegen werden sollte.


    Brennweite gemessen über die Durchlaufzeit von Altair durch ein 4mm-Okular. Wenn der Kurzachromat 102/460 tatsächlich 460 mm Brennweite hat, hat der Maksutov 2,0 m. Mit Bresser-1 1/4 Zoll Plastikzenit und Okular.


    Die Fokussierung mit Hauptspiegel macht zwar Backfokusverlängerungen überflüssig und ein Scharfstellen innerhalb des Gartens möglich, aber der Spiegelflop kann ein Ausschlusskriterium sein. Nicht nur, dass es witzlos ist, im Zenit zu fokussieren, um dann z.B. auf Jupiter zu schwenken, denn das Gerät bleibt dann einfach nicht fokussiert. Es kann auch während der Beobachtung plötzlich aus dem Fokus geraten, ähnlich, wie nicht verglaste Dias im Projektor plötzlich umspringen. Das nervt schon visuell, kann aber das Fotografieren unmöglich machen. Eine Stunde Belichtung unfokussiert macht kaum Sinn.


    Der Leuchtpunktsucher ist ein Witz ebenso wie die M3-Okularklemmschraube im Plastikzenit.


    Fazit: Visuell eine tolle Optik für Größe und Preis, zum Fotografieren eher ungeeignet, es sei denn, Bresser kann den Spiegelflop beseitigen. Auf dickes Fett kann man sich nicht verlassen.