Beiträge von Timm im Thema „Firebird, running chicken und carinas smile“

    Hallo Walter,


    die Idee ist recht gut, erfordert aber etwas Überwindung.
    Schaun mer mal...



    Hallo Klaus,


    du hast den Feuevogel gut getroffen... genau so hat ihn der Dieter Wallasch auch gemacht.
    Dieses Foto hat uns bewogen, es einmal visuell zu versuchen. Erstaunlich, was man da alles sehen kann.
    Besonders schön ist der bipolare Nebel, den du sehr gut erwischt hast. Sogar das Halo ist gut zu sehen!


    Hallo Ben,


    ja, eine schwere Entscheidung! Entweder viele interessante Objekte, oder viele interessante Leute!
    Und mit Glück auch ein paar interessante Objekte, bevorzugt in schönen Karaffen und gut gekühlt.


    Ich sitze gerade am Flughafen Alicante und warte auf den Einstieg zum Flug Richtung Deutschland.
    Morgen früh fahre ich mit dem Astromobil nach Gedern und werde den heiligen Rasen am frühen Nachmittag betreten.
    Ich würde mich freuen, wenn du auch kommst.


    cs
    Timm

    Hallo Freunde des südlichen Himmels,


    es ist zwei Wochen her, dass ich aus Südafrika zurück bin.
    Weil mir die Beobachtungen auf Hotties Astrofarm noch frisch in Erinnerung sind,
    schreibe ich schon mal einen kleinen Bericht, bevor mein Gehirn mir vom ITV überschrieben wird.


    Dieses Mal beschreibe ich ein paar Exoten, die ich mit dem Walter genauer angeschaut habe.
    Aus Dieter Willaschs Buch "Perlen des Südhimmels" kennt man sie: das rennende Hühnchen, den Feuervogel und Carinas Lächeln.
    Wenn man das Buch neben dem Dobson auf dem Beobachtungstisch liegen hat,
    kann man sich gut zurechtfinden in diesen visuell schwachen Objekten. Ein OIII-Filter und eine große AP sind ein Muss!


    Ich fange mal mit dem Feuervogel an. Der NGC6188 ist ein riesiger Emissionsnebel.
    Er umschliest einen offenen Sternhaufen und ist ohne Filter nur ein zarter Hauch... aber mit dem OIII wird das ein echter Kracher.
    Besonders schön ist der sternreiche Hintergrund (Vordergrund?), durch den sich die Nebelfetzen ziehen.
    Das sieht fast schon dreidimensional aus!


    Nicht weit entfernt findet man (besser: sollte man finden) den bipolaren Nebel NGC6164/6165, der uns bestimmt eine Viertelstunde Suche gekostet hat.
    Beim Abscannen des Himmels ist dieser Nebel, ober- und unterhalb des hellen Sternes gelegen, nicht auffällig.
    Deshalb mussten wir uns an Sternketten und auffälligen Konstellationen entlang hangeln.
    Das dauerte und dauerte, bis ich plötzlich, ziemlich groß und nur mit OIII-Filter, beide Nebelbögen sehen konnte.
    Das Objekt sieht etwa wie ein Z aus. Von den äußeren dünnen Filamenten des Halos war nichts erkennbar.
    Dieser bipolare Nebel wird von einem Dreifach-Sternsystem erzeugt, dessen Hauptstern extrem heiß ist und etwa 40 Sonnenmassen hat.
    Wenn man diesen schönen Bipolaren Nebel einmal gefunden hat, ist er plötzlich ganz einfach.
    Zumal er einen guten Telrad-Leitstern hat.


    Der nächste Exot ist der "running chicken" Nebel, der schon auf unzähligen Astrofotos abgebildet ist.
    Visuell ist er nicht schwer, hat mit rennenden Hühnern überhaupt keine Ähnlichkeit.


    Man sollte mir großer AP und mit UHC und besser mit OIII- Filter rangehen.
    Dann sieht man viele strukturierte Nebelgebiete, die sich vor dem dichten Sternhintergrund der Milchstraße weit verfolgen lassen.
    Verfolgt man das running chicken, ist es nicht mehr weit zum Eta Carinae Komlex, der eine ganz andere Nummer ist!
    Dazu erzähle ich demnächst mehr, denn der Komlpex incl. Homunkulus-Nebel ist einen eigenen Bericht wert.


    Der letzte Exot ist nicht weit entfernt und wird in der Nähe des Krachers Eta-Carinae gerne übersehen.
    Das ist schade, denn Carinas Lächeln ist der schöne Emissionsnebel NGC3199, der einen Wolf-Rayet-Stern umgibt.
    Dieser Emissionsnebel erinnert etwas an den Cirrusnebel, ist aber viel kleiner, dafür aber kräftiger.
    Besonders schön ist das Lächeln, wenn es mit narrowband-Filtern fotografiert wird.
    Visuell kommt es am Besten mit dem 13mm Ethos und OIII-Filter am 20-Zöller.
    Auch hier kann man viele Details herauskitzeln, wenn man es mit dem Foto aus Dieter Wallaschs Buch vergleicht.


    Wir hatten viel Spass mit diesen Exoten und werden sie in die Liste der "must see" aufnehmen!


    cs
    Timm