Posts by norbert_loechel

    Hallo Timm,


    13 Nächte sind natürlich eine tolle Ausbeute in einem Urlaub!


    Auf dem Taubenberg gab es zwar keine Gänsehaut - das haben schon die Temperaturen verhindert - aber es hat trotz leichtem Dunst richtig Spaß gemacht! Mit am 18-Zöller waren zwei Novizinnen, daher war unser Programm nicht zu anspruchsvoll. In der Dämmerung hatte ich Antares eingestellt, ohne zu sagen, was daran besonders sein soll. Der Spiegel war noch nicht ausgekühlt, aber beide Damen haben ein oranges Wollknäuel beschrieben, das in Bewegungsrichtung eine grünliche oder blauweisse Stelle zeigt (vor 9 Wochen in Namibia war die Trennung in Zenitnähe leichte Beute für den Zehnzöller...). Danach kam der Tintenklecks an die Reihe; den haben die Mädels aber erst erkannt, nachdem ich ein Bild hergezeigt habe. Steht halt auch sehr tief hier! Der Lagunennebel und M17 waren jedoch dank O-iii-Filter mit schönen Dunkelstrukturen zu sehen (O-Ton: "der Schwan hat ja Federn").


    Der Komet C/2017 K2 PANSTARRS in Ophiuchus wurde als in der Mitte helleres, farbloses Wölkchen beschrieben. Na gut, dann eben wieder Buntes: Die Farben von Albireo und Rasalgeti haben den beiden gut gefallen. Auch der orange Stern in M11 wurde gleich bemerkt.


    Beim Ringnebel in der Leier musste ich dann erklären, wie so eine Form entsteht. Auch zu den bizarren Fasern im Cirrus-Komplex kamen Fragen. Beim Vergleich der Kugelhaufen M13 und M92 im Herkules ist beiden Damen die unterschiedliche Konzentration der Sterne zum jeweiligen Zentrum aufgefallen. Bei dem Doppelsternhaufen h und chi im Perseus gab es dann wieder begeisterte Kommentare zu den orangen Sternen der Haufen. Den Abschluss der DeepSky-Objekte bildete die Andromedagalaxie M31 - mit deutlichem Staubstreifen.


    Als langsam die Dämmerung nahte, haben wir uns noch Vesta, Juno und Neptun angesehen und dann unsere Dunkeladaption mit Mars, Saturn und Jupiter verabschiedet. Gegen halb fünf waren wir zurück in München...


    Viele Grüße

    Norbert

    Hallo Timm,


    danke für den schönen Bericht! Freut mich, dass Ihr zumindest in der zweiten Hälfte gute Verhältnisse hattet. Wünsche einen angenehmen Rückflug!


    Viele Grüße

    Norbert


    PS: Werde heute Nacht auf den Taubenberg fahren, wo die Verhältnisse nach dem Monduntergang recht gut vorhergesagt sind

    Hallo Ben,

    der Tarantelnebel ist einfach überwältigend auch wenn ich das nicht so ausdrücken kann wie Haley ;)


    Hallo Gerd und Lothar,

    bei der Planung des Reiseteleskops habe ich viel von Reiner Vogels Seite profitiert. Eventuell sind auf diesem Weg auch die Gene von Ulli Vedders schönen Reisedobsons eingeflossen...


    Gerd, wenn Du schon in der Atacama beobachtet hast, dann bist Du unheilbar infiziert und wirst Dich zwangsläufig irgendwann unter dem Südhimmel wiederfinden!


    Viele Grüße

    Norbert


    Am zweiten Abend hatte ich mir vor der Dunkeladaption Sirius vorgenommen, der steht zwar gute 30° hoch, aber funkelt doch deutlich. Egal, erstmal bei Rigel (ähnlicher Abstand, aber viel kleinerer Helligkeitsunterschied) ein Gefühl dafür bekommen, wie weit der Begleiter weg sein wird. Rigel ist gut zu trennen, viel Zwischenraum! Dann den Dobson hoch zu Sirius schwenken und das Handy so drehen, bis die Lage einiger Nachbarsterne auf dem Display zum Anblick im Übersichtsokular passt. Reinzoomen, bis der Begleiter sichtbar wird. Prima, der sollte genau zwischen den Beugungsspikes der Spinne zu finden sein, etwa bei halb 8. Auf gut Glück kommt das 3.5er Okular in den Auszug, und: Weia - Sirius sieht jetzt aus wie ein Kugelsternhaufen auf Amphetamin, ein wildes Gezappel kleiner Lichtfleckchen, die zur Mitte hin heller und konzentrierter werden. Es dauert eine Viertelstunde, bis ich mir sicher bin, dass an der erwarteten Stelle im Gezappel ein Fleckchen regelmäßig auftaucht. Aha, so sieht das also aus, wenn der Begleiter 10 Größenklassen schwächer als der Hauptstern ist... Bei München war mir eine Trennung in der bitterkalten Winterluft mit dem 18-Zöller nicht eindeutig gelungen, auch wenn meine Tochter ihn damals gesehen haben will.

    Einen Abend später ist die Luft deutlich ruhiger, und ich habe nach weniger als einer Minute eine positive Sichtung. Neben mir steht ein Berliner mit seinem 12-Zöller. Auch er braucht für die erste Sichtung länger, aber dann gelingt es immer schneller. (P.S.: habe hinterher festgestellt, dass der Wind mir einigen Sand auf den Spiegel geblasen hat, das davon gestreute Licht wird die Sache nicht einfacher gemacht haben).

    Später, als der Skorpion hoch steht, probiere ich mal Antares. Sieht lustig aus: Ein oranger Riese schiebt ein grünlich erscheinendes Sternchen ganz dicht vor sich her. Die App sagt: Positionswinkel 276° in 2.7" Abstand, also wirklich fast genau im Westen von Antares. Der ist im Gegensatz zu Sirius im Zehnzöller einfach zu trennen, hier sind's auch nur gut 4 Größenklassen Unterschied.

    Die Sterne haben noch mehr zu bieten als psychedelische Begleiter, jetzt wirds richtig bunt! Dazu wird das Spektroskop ausgepackt und in den Filterschieber geschraubt. Los geht es mit Gamma Velorum, ein binäres System mit dem hellsten Wolf-Rayet-Stern am Himmel. Diese Dinger sind ungeheuer heiß (ca. 60000K) und mehr als 100000 mal so hell wie die Sonne. Ihr immenser Strahlungsdruck hat die äußere Wasserstoffhülle weitgehend weggeblasen und man blickt auf tiefe heliumreiche Schichten mit den Fusionsprodukten des Heliums, besonders Kohlenstoff. Im Okular sieht man den üblichen Strich in den Regenbogenfarben, bei dem der kurzwellige Teil deutlich heller ist (weil der Stern so heiss ist). Das Besondere jedoch sind grelle Emissionslinien im Regenbogen, je eine gelborange und gelbgrüne, und eine blau-violette. Spektakulär! Auch Eta Carina ist wunderbar, wenn man sein Spektrum betrachtet. Man sieht mehrere Emissions-Linien: eine schwach im Violett (H-Gamma?), eine deutlicher im Blaugrün (H-Beta?), und am Ende leuchtet es richtig hell im Tiefrot (wohl H-alpha). Nimmt man das Spektroskop aus dem Strahlengang und vergrößert ordentlich (330-fach), so erkennt man den Homunkulus-Nebel, eine pink-orange bipolare Blase. Natürlich wird danach zur Übersichtsvergrößerung gewechselt und der Eta-Carina-Nebel mit Nebelfilter betrachtet - seeehr lange. Aber den Nebel kann ich mit Worten nicht angemessen beschreiben, den muss man gesehen haben!


    Das Spektroskop kam in den weiteren Nächten noch oft zum Einsatz, z.B. für Gamma Crucis (sehr schöne Absorptions-Banden), R Hydrae, Theta Muscae, Rasalgethi, Albireo, R Leonis, RS Cancri, Sephdar, Y CVn ... Ein Astrophysiker mag darüber schmunzeln, sich Spektren ANZUSEHEN, aber ich bin ja zum Spaß hier!


    Einen Abend habe ich mit Kugelhaufen verbracht. Es hat schon etwas, wenn man innerhalb weniger Minuten den bekannten M13 mit den südlichen Platzhirschen Omega Centauri, NGC104, M22, NGC6752, M4 und NGC6397 vergleicht. Auch die ebenfalls sehr hellen NGC2808, 6541, 362, 6388 und 3201 waren prächtig! Wir können aber auch anders, ganz anders! Willkommen auf der dunklen Seite der Pracht: Palomar 9 war noch einfach, Pal 7 und 8 waren bei Aufsuchvergrößerung direkt zu halten und wirkten im 13er indirekt granular. Für Terzan 3 und 7 musste ich mir schon stärker die Augen verdrehen. Pal 11 konnte ich in einem langestreckten Sterndreieck als ganz schwache Aufhellung wahrnehmen, wenn das Teleskop leicht bewegt wurde. Pal 12 war dann richtig grenzwertig...


    Was es sonst noch gab: Den Kometen C/2017 K2 (PANSTARRS) als kleines, wanderndes Bällchen in Ophiuchus und die Supernova in NGC4647 (ein Sternchen genau zwischen dieser Galaxie und der benachbarten M60, das da nicht hingehört). A propos, ich hatte noch ein Erlebnis mit einem Stern, der nicht an seinen Platz gehörte. Beim Star-Hopping zu Palomar 11 stolperte ich über ein Sternmuster, das nicht zur Anzeige in SkySafari passen wollte. Wie das? Im Okular war ein Stern zuviel! Also einen Screenshot machen und den überzähligen Stern einzeichnen, den ich auf 7.5 mag schätze. Wird wahrscheinlich ein heller Asteroid sein, aber was, wenn nicht ?! Naja, am nächsten Morgen habe ich mir dieses Gebiet im POSS angeschaut und da war der Stern natürlich drauf - also keine Nova entdeckt. Auch in Stellarium auf dem Rechner eines Sternfreundes ist der fragliche Stern zu sehen. Da ist wohl im Katalog von SkySafari etwas durch die Ritzen gefallen...


    Insgesamt waren tatsächlich alle 14 Nächte völlig wolkenlos, aber selbst an einem derartig guten Standort sind nicht alle Nächte gleich. Dem visuellen Beobachter fällt dies z.B. am Kohlensack auf, der manchmal tiefschwarz ist und manchmal nur dunkelgrau. Die Fotografen auf der Farm haben mir dann bestätigt, dass sie in solchen Nächten einen schwachen grünen Hintergrund auf ihren Bildern haben - Skyglow. Den kann ich nicht vom Gesehenen abziehen wie die Fotografen ihre Dark Frames, also nutze ich eine der besonders dunlen Nächte ohne erkennbaren Skyglow zur Beobachtung von Dunkelnebeln. Wie dunkel es war, fällt gut am Pfeifennebel auf, der sich heute deutlich als Hinterteil eines Dunklen Pferdes zeigt. Am einen Ende der Pfeife findet sich der Schlangennebel. Mit 24mm und etwas Eingewöhnung zieht sich tatsächlich eine S-förmige Dunkelschlange durch den Hintergrund schwacher Sterne. Direkt südlich davon stehen noch zwei kompakte schwarze Flecken. Sehr deutlich war auch B64, der zusammen mit dem Kugelsternhaufen M9 einen schönen Anblick bietet. B84 war als langestreckter Dunkelschlauch zu sehen, auch B90, B263, B50 und B55 habe sich gut abgehoben. Am besten gefallen hat mit der Tintenklecks, B86, der direkt neben dem offenen Sternhaufen NGC6520 steht. Daneben gibt es noch den obskuren Kugelsternhaufen Djorgowski 2, den ich vom 24-Zöller kenne, aber im 10-Zöller nicht gefunden habe. Am Rand der sehr sternreichen Kleinen Sagittariuswolke, M24, waren B92 und B93 deutlich als dunkle Kleckse zu erkennen.


    Wer in einer so dunklen Nacht in dieser Gegend unterwegs ist, wird natürlich auch bei den Gasnebeln in und um den Schützen vorbeischauen. Der Schwan, M17, war mit Filter wunderbar strukturiert: Über dem Kopf hatte er ein Krönchen, der Körper war von schrägen dunkleren Streifen gezeichnet und ost-südöstlich waren schwache großflächige Nebelmassen zu erkennen. In M16, dem Adlernebel, war südlich des Sternhaufens indirekt ein schmaler, dunkler Keil zu erkennen, der von Südosten in den Nebel drang. Weitere Dunkelflecken konnte ich aber mit 10 Zoll nicht erkennen. Schön war auch der Trifid, M20. Die Dunkelschläuche wirkten fast wie auf einem Foto. Im Lagunennebel hatte es mir die Sanduhr angetan; bei 330-fach war die schön zu erkennen, direkt daneben in einem dunklen Fleck das schwache Sternchen, das die Sanduhr beleuchtet. Neben der Kleinen Saggitariuswolke habe ich noch NGC6590 und 6589 besucht. IC1283 war grenzwertig, aber eindeutig. Außerdem gefallen haben mir die Reflexionsnebel bei Rho Ophiuchi, die Katzenpfote NGC6334 und der große Emissionsnebel NGC6188 in Ara.


    Auch in der Umgebung von Eta Carina gab es viel zu sehen: Den großen und schwachen IC2948 ("Running Chicken") um Lambda Centauri (ein rennendes Huhn war nicht zu erkennen, aber dafür Gum 39 und RCW61 dicht daneben), Carinas Lächeln NGC 3199 und die schönen, komplexe Nebelgruppen um NGC3603 und 3581.


    Früher am Abend stand noch Herschel's Bleistift NGC2736 auf dem Programm, ein schwacher, langestreckter Kreidestrich, der auf einer Seite ganz schwach auffächert. Dort in der Nähe habe ich mit Hilfe eines Fotos einzelne Filamente des Vela-SNR abgefahren. Der ist riesig groß und seeehr schwach, ein paarmal hab' ich mich verfahren und mußte zurück auf Los...

    Die härteste Nuss des Aufenthalts war CG1, eine Kometarische Globule in Puppis. Die genaue Position hatte ich mit dem POSS verifiziert. Dort war mit 24mm eine extrem schwache Aufhellung östlich von einer sternarmen Region zu vermuten. Die Aufhellung schien im Süden etwas heller zu sein, hat aber der Dunkeladaption nicht geschadet ;)

    Natürlich standen auch viele Galaxien auf dem Programm, besonders schön: NGC6744 in Pavo, das Grus-Quartett und spät in der Nacht NGC55 und 253. Sehr hell und detailreich: M83 und M104. Am anderen Ende der Nahrungskette steht Barnard's Galaxie NGC6822, schwach, aber eindeutig.


    Die 14 Nächte sind wieder viel zu schnell vergangen, mit reicher Ausbeute (die Buchhalterin im Handy listet 284 Beobachtungen) bin ich zurückgeflogen. Leider sagt die Buchführung auch, dass bei mittlerweile 7 Namibia-Reisen es nun zum drittenmal Ärger mit eingechecktem Gepäck gab, das wurde mir erst dreieinhalb Tage nach der Ankunft in Frankfurt nachgebracht. Da nichts kaputt war und das erst auf dem Rückflug passiert ist, will ich mich nicht weiter beklagen. Werde mir aber überlegen, ob ich das nächste mal nicht den Aufpreis für ein zweites Handgepäckstück in Kauf nehme...



    Danke für Eure Geduld!

    Norbert

    Nach inzwischen drei Jahren hartem Entzug musste ich einfach wieder unter den Südhimmel! Also rechtzeitig Flüge und Quartier gebucht, immer mit der latenten Angst im Nacken, das blöde Virus könnte im letzten Moment einen Strich durch die Rechnung machen... Hat es glücklicherweise nicht und am 20.5. sitze ich im randvollen Flieger nach Namibia. Der Security-Check in Frankfurt hat mich gefilzt wie nie zuvor: Den Reisedobson im Handgepäck musste ich aufmachen und alles gaaanz genau erklären, durch die Okulare wurde einzeln durchgeschaut. Öha! Im Teleskop sind für solche Fälle Bilder vom aufgebauten Fernrohr und von Saturn. Als ich schließlich gefragt werde, ob man den wirklich so gut sehen kann, entspannt sich alles und man wünscht mir viel Spaß unter den Sternen.


    Der Flug hat über den Tropen ein bisschen geruckelt, und in Windhoek guckt man mit einer Infrarot-Kamera nach Passagieren mit heißer Stirn. Also cool bleiben! Die Impfzertifikate werden ganz genau angeguckt, dann darf ich zum Baggage Claim. Diesmal erscheint auch meine eingecheckte Reisetasche auf dem Band - da sind die Stangen für den Dobson drin und meine Daunenklamotten. Bin hier schon zweimal ohne Gepäck angekommen und mir fällt ein Stein vom Herzen. Hinter der Absperrung winkt Waltraud von der Farm, der Himmel ist wolkenlos und Meteoblue sagt, das bleibt so. Hach!



    Nach drei Stunden Schotterpiste kommen wir auf die Farm, wo es viel Kaffee gegen die Müdigkeit gibt - an Schlaf im Flieger war nicht zu denken. Dann ist natürlich das Fernrohr dran: Checklisten sind ja eine gute Sache, aber erst, wenn alles komplett zusammengebaut ist und wirklich nichts fehlt, kommt die ruhige Vorfreude auf die erste Nacht.



    Bisher war ich immer im Juli oder August hier; jetzt im letzten Maidrittel sollten Vela und Puppis abends noch schön hoch stehen, da wollte ich mich schon lang mal umsehen. Auch für die große Magellansche Wolke braucht man nicht bis zum frühen Morgen warten.


    Abendessen ist um 18:15, bald darauf geht die Sonne unter und ich staune immer wieder, wie schnell es in diesen Breiten dunkel wird. Als wir satt sind, ist es stockfinster und draußen warten die Sterne. Selbst wenn man gerade aus dem Hellen kommt, ist der erste Blick auf die Milchstraße umwerfend: Hoch im Süden steht das Kreuz, direkt links daneben der Kohlensack und etwas weiter auf der andern Seite der Eta-Carina-Nebel und die südlichen Plejaden. Im Westen legt sich Orion auf den Horizont, Sirius und Canopus strahlen um die Wette. Sehr gut! Während die Dunkeladaption fortschreitet, wird das Zodiakallicht immer deutlicher. Verglichen mit den Milchstraßenwolken in Carina kommt es mir leicht gelblich vor.


    Dann wird das Quengeln der Großen Magellanschen Wolke penetrant: Guck - Mich - AN !! Der Tarantelnebel ist mit dem 24er Panoptic schnell gefunden, und mit hoher Vergrößerung und einem 6nm Oiii-Filter einfach unbeschreiblich. Von der Tarantel geht es auf eine vorbereitete Tour mit 42 Stationen - Nebel- und Sternhaufenhopping in der LMC - was mit SkySafari eine wahre Freude ist. Zu jedem Objekt gebe ich dort eine kurze Notiz ein, dann erlischt das beobachtete Objekt auf der Karte und es bleiben nur die noch offenen Positionen übrig. Mann - da könnte ich glatt zum Buchhalter werden!


    Dabei ist es schon toll, keine Bücher mehr halten zu müssen. Früher habe ich immer dicke Atlanten und Führer verwendet, die man nicht so gern in den Staub legt und deshalb jedesmal von oder zu einem Tisch schleppen musste. Jetzt stecke ich einfach das Handy in die Tasche. Im Rotlicht-Modus kann ich mir auch Bilder der Objekte angucken - nie wieder Papier! Meine Stirnlampe bleibt in der Tasche, die Milchstraße ist hell genug zum Orientieren.


    Falls andere Buchhalter mitlesen, hier die Bilanz der LMC:

    NGC 1711, 1714, 1727, 1743, 1755, 1763, 1769, 1783, 1818, 1829, 1835, 1850, 1856, 1858, 1866, 1869, 1874, 1901, 1910, 1918, 1935, 1955, 1966, 1978, 1983, 2004, 2014, 2018, 2029, 2035, 2070, 2074, 2075, 2077, 2100, 2103, 2122, 2157, 2164, 2210, IC 2117. Ach ja, und S Dor. Viele der Objekte haben Emissions-Anteile; ich bin froh, mir einen Filterschieber ans Reiseteleskop gebaut zu haben...


    Als ich mit der LMC durch bin, steht ihre kleine Schwester bereits sehr tief. Egal, die ist halt in den nächsten Tagen dran.


    Die Wirkung des Kaffees läßt nach, die Müdigkeit kommt zurück :yawning_face: und die Monddämmerung wird heute vor Mitternacht einsetzen, also noch ein Schnelldurchgang - wie früher am Ende der Hitparade - Schmuckkästchen, Centaurus A, und auf Platz 1: Omega Centauri. Und dann beglückt und zufrieden ins Bett.

    14-Zoll Dobson f/5 zu verkaufen


    DIeses Teleskop hat mir viel Spaß gemacht. Ich trenne mich, da es wegen Umstieg auf mehr Öffnung nicht mehr genutzt wird. Dafür ist es viel zu schade.


    Öffnungsverhältnis: f/5,0

    Einblickhöhe im Zenit: ca. 1,69 m

    Spiegel: 356 mm / 38 mm dick (fine annealed Pyrex)

    Sehr gute optische Qualität (Strehl > 0,98)

    Fangspiegeldurchmesser 63 mm (<18%)

    Sucher: Baader SkySurfer III

    Okularauszug: KineOptics HC-2 (2“)

    Kompakter Transport: Oberteil passt in die Spiegelkiste

    Maße: 50 cm T x 51 cm B x 46 cm H (+ 15 cm Höhenräder)

    Schwerstes Einzelteil: ca. 19 kg (wie eine Kiste Bier...)

    Material: Birke Multiplex, geölt

    Sehr stabiler Aufbau, butterweiche Nachführung

    Zubehör: schwarze Stoffverkleidung


    Bei Interesse kann das Teleskop gern in den Bergen in der Nähe von München vorgeführt werden.


    Angebote bitte per PM







    Hallo Patrick,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: PatrickB</i>
    Der Grund warum Norbert (http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=121370) nichts gesehen hat, ist das die Oberfläche an der Fehlstrecke in sein Test nicht sichtbar war. Also keine Aussage in diesem Fall.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    genau - bei einem späteren Fangspiegel habe ich den Stapel beim Interferometrieren mal umgedreht, so dass die Linien an der "Fehlstrecke" sichtbar werden, und voilà:



    (Planscheibe oben, Fangspiegel unten)



    Wenn der Fangspiegel auf der Planscheibe liegt, deckt der mattierte Schrägschnitt den interessanten Teil ab und man sieht den Verzug nicht:



    (==&gt;) Stathis: Bei Deinem Projekt würde ich mir den Schrägschnitt wohl nicht antun, die winzige Zunahme an Obstruktion durch einen senkrechten Schnitt wirst Du bei einem 24-Zöller verkraften!


    Gruß
    Norbert

    Hallo Oskar,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich habe Deinen Thread über das Auschneiden des Fangspiegels ausgiebig studiert<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    ich war mir nicht sicher, ob Du den gefunden hattest... Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du mir gern eine Mail schreiben.


    Gruß
    Norbert

    Hallo Oskar,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Frage allgmein: Bezugsquelle für ein entsprechend dünnwandiges Rohr?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ich habe bisher 2 Fangspiegel ausgeschnitten und dafür Fallrohre für Dachrinnen verwendet - einfach mal googeln... Ich glaube, meine waren aus Titanzink und sehr dünnwandig. Das hat den Vorteil, dass die Auflagefläche auf dem Glas klein ist und damit auch das zu entfernende Glasvolumen. Die Rohre habe ich am Ende mit ein paar Schlitzen versehen. Ich war überrascht, wie wenig sich die abgenutzt haben. Eventuell haben sich die harten Karbokörner in das weiche Metall eingepresst und sind von diesem mitgeführt worden?


    Das Ausbohren hat mit 180er Karbo ca. 2 Stunden gedauert. Die Dauer der einzelnen Chargen? Hm, nach Gefühl... Ich habe schätzungsweise nach jeweils 5 Min. das Rohr hochgezogen und mit den Fingern Karboschlamm in den Ringspalt geschoben.




    Der Antrieb ging über die Schnur, an deren Enden ich abwechselnd gezogen habe.


    Auf beide Seiten der Planscheiben habe ich Glasplatten aus Bilderrahmen mit Polierpech aufgekittet: Im Backofen vorwärmen auf ca. 70°, Pechkrümel aufstreuen und schmelzen lassen, dann das Sandwich mit 2 Brettern und Schraubzwingen pressen. Damit Glas nicht auf Glas reiben kann, habe ich vorher ein paar Stücke von diesen selbstklebenden Haftnotizzetteln als Abstandshalter aufgeklebt.



    Der Stapel wurde in einer Kiste eingegipst - gewöhnlicher Gips aus dem Baumarkt. Die Maße der Kiste und der rechteckigen, aufgekitteten Glasscheibe waren so dimensioniert, dass sich der richtige Winkel beim Hineinlegen des Sandwichs zwangsläufig ergab, ebenso die Lage bezüglich des Rohres.


    So sah die Vorrichtung nach dem Bohren aus:



    Und so der Spiegel:


    Der abschließende Test nach dem Bohren:


    Fazit: Nur Mut, ist alles halb so wild! Ich hatte weder Muschelbrüche, noch andere unangenehme Zwischenfälle.


    Viel Glück
    Norbert

    Hallo Norman,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: NormanG</i>
    <br />finde bisher nur keine Spikes so richtig ... und ´ne Gewindestange will ich jetzt nicht in den Boden jagen, das sammelt den Dreck...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    nach einem Zeltwochenende habe als Erdnägel für meinen Reisedob ein Stahlrohr in Stücke gesägt:



    In den Rohrdurchmesser passen die Füße meines Bodendreiecks. Mit einem Gummihammer kann man die Rohrstücke wie Häringe in den Boden treiben (und an den Schnüren wieder problemlos herausziehen).


    Viele Grüße
    Norbert

    Hallo Kalle,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Ich bin mir nicht sicher, ob der Kleber dauerhaft hält.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    bei mir (http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=147306 , in's untere Seitenviertel scrollen oder nach "Verbindungsmuttern" suchen...) hält das seit drei Jahren bestens und ist inzwischen sehr oft zu- und aufgeschraubt worden. Allerdings sind meine Hülsen nicht verchromt, sondern die haben eine leicht raue Oberfläche von ihrer Herstellung. Bei 20mm Länge und 10mm Außendurchmesser kommt man auf gut 600mm² Klebefläche.


    Ich gebe aber zu, dass ich in Namibia jedesmal ein Stückchen Schleifpapier und Zweikomponentenkleber im Gepäck hatte...


    Gruß
    Norbert

    =&gt; all
    danke für Eure positiven Rückmeldungen!


    Hallo Theo,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Theo60N11E</i>
    <br />Danke für den Tipp mit der Oberfräse.Werde den Billigsdorfern im grossen Bogen ausweichen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    ich habe meine Höhenräder auch mit einer guten, geliehenen Oberfräse hergestellt und kann das nur empfehlen. Die Oberfräse sorgt konstruktionsbedingt dafür, dass die Laufflächen der Höhenräder senkrecht zur Plattenoberfläche verlaufen. Bei der im Clip dargestellten Methode bin ich mir da nicht so sicher. Wenn man die Bohrmaschine leicht schräg hält, dann dürfte auch die Achse des herausgeschnittenen Zylinders schräg sein...


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Jedesmal, wenn ich grössere (Reise)dobsons sehe, fallen mir die Höhenräder mit relativ grossen Durchmesser auf.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das ist kein Zufall. Wenn ein so leichtes Gerät sich beim Rausnehmen des Okulars nicht aufrichten soll, dann brauchst Du ein entsprechendes Reibungsmoment. Das ergibt sich aus dem Radius des Höhenrades, dem Reibungsbeiwert und der bewegten Masse. Da die bei Reisedobsons klein ist, hast Du als Freiheitsgrade nur die Reibung und den Radius. Weiter oben im Thread habe ich einen Artikel mit Reibungsmessungen unterschiedlicher Materialkombinationen verlinkt. Darin wird gut beschrieben, wie man die Lagerung dimensionieren kann.


    Viele Grüße
    Norbert

    Hallo Nikolas,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Borofloat und 3µ ist imho schon sehr grenzwertig <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Kein Problem, ich habe für meine Fangspiegel 150mm Borofloat-Scheiben bis 1µ runter geschliffen. Da sind keine Kratzer aufgetreten.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das SK51 ist ein Schnäppchen <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Wenn Du das SK51 als Schnäppchen kaufst, wie genau ist bei Deiner Quelle der Brechungsindex als Funktion der Frequenz bekannt? Wenn ich mich nicht täusche, bestimmen Schott/Ohara diese bei jeder Schmelze auf ca. 5 Stellem nach dem Komma. Bei einem derartig zeitaufwändigen Projekt würde ich nicht unbedingt aus möglicherweise unsicheren Quellen kaufen. Die Korrektur eines fertigen Objektivs aus drei Gläsern hängt stark davon ab, wie gut die tatsächlichen Eigenschaften der verwendeten Gläser zu den in der Rechnung verwendeten Eigenschaften passen.


    Grüße,
    Norbert

    Hallo Horia,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Horia</i>
    <br />Die Holz-auf-Teflon Lösung für die Höhenräder habe ich mal live erlebt und war positiv überrascht, wie gut das funktioniert. Auch die etwas größere Reibung ist sehr praktisch für leichte Strukturen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Mittlerweile habe ich auf die Höhenräder 15mm breites PVC-Isolierband gekelebt. Die Haftreibung auf Teflon ist etwas höher als bei lackiertem Holz - das ist ja bei einem so leichten Gerät sehr angenehm für die Balance mit und ohne Okular. Das Beste an der Paarung PVC-Teflon ist aber, dass Gleit- und Haftreibung so gut wie identisch sind.

    <font color="red">Grafik aus Copyrightgründen entfernt. Einzelheiten zu Haft- und Gleitreibung bitte aus dem Originaldokument entnehmen, es ist unten verlinkt</font id="red">


    Die Tabelle mit den Ergebnissen von Berrys Messungen von 1980 steht im folgendem Dokument auf S. 11:


    http://bossanova9.org/astro/ATM/2-DesignBasics.pdf


    Es muss nicht immer Ebonystar sein, vor allem, wenn man für kleine Dobsons etwas mehr Reibung wünscht. Mancher baut sich ja eine Bremse an seine Höhenräder, aber ein Versuch mit Isolierband geht schnell und kostet fast nichts. Wer nicht zufrieden ist, kann das Band leicht wieder abziehen...


    Viele Grüße
    Norbert

    Hallo Berndi,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Berndi</i>
    <br />
    Was mir bei deinem Teil aber nicht klar ist, wo machst du die leckere Flasche Andechser rein? Zwischen Zelle und Sichelräder? <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Na zwischen die Kiemen natürlich. So ein dunkler Doppelbock ist ideal zur forcierten Dunkeladaption - wenn man Nachmittags damit anfängt, sieht man schon zu Beginn der Dämmerung Sterne. [:D]


    Eigentlich war die Flasche eine Belohnung für die Fertigstellung des Dobsons, die ich dann beim Fotografieren zum Größenvergleich daneben gestellt habe...



    Viele Grüße
    Norbert

    Hallo Stefan,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Stefan_Privat</i>
    <br />
    Angeblich werden die in den USA hergestellt. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ganz unten auf der Seite steht: Prices are subject to change due to EUR - CZK - USD conversion. Wenn der Preis vom Kurs der Tschechischen Krone abhängt, wird die Optik wohl dort gefertigt.


    Wenn Du es getestet hat, lass mal hören, wie das Objektiv ist!


    Gruß
    Norbert

    Hallo Reiner,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: reiner</i>
    <br />Wie hast Du denn die teilbaren Stangen hin bekommen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    hier noch ein Bild zum besseren Verständnis, was ich mit "Gewindehülsen" gemeint habe:



    Man kann sowas z.B. als "Verbindungsmuttern RUND, durchgehendes Innengewinde" kaufen bei http://www.wegertseder.com/index_prod.asp


    Viele Grüße
    Norbert

    Hallo Reiner,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: reiner</i>
    <br />Wie hast Du denn die teilbaren Stangen hin bekommen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das geht ohne Drehbank! Meine Stangen haben einen Innendurchmesser von 10 mm. Es gibt Stahlzylinder mit M6 Innengewinde (Gewindehülsen), die genau 10mm Außendurchmesser haben. Meine sind 20 mm lang. In einen davon ist ein 40 mm langer Gewindebolzen so eingeklebt, dass er an einem Ende 20 mm herausragt.


    Die Gewindehülsen habe ich in mehrere Baumärkte mitgenommen und mir Rohre ausgesucht, in die sie genau passen. Es gab da auch mal Rohre, die minimal zu eng waren, und die ich nicht genommen habe. Die Hülsen habe ich dann mit Zweikomponentenkleber in die Rohre geklebt. Das hält super, wenn man alle Teile vor dem Kleben sorgfältig entfettet!


    Wenn man Alu-Rohre mit dem Rohrabschneider kürzt, dann werden die an der Schnittstelle etwas zusammengedrückt. Damit die Hülsen anschließend wieder reinpassen, habe ich die Rohre an den Schnittstellen etwas aufgerieben, indem ich um einen 9er Bohrer einen Streifen 400er Schleifpapier gewickelt habe.


    Viele Grüße
    Norbert