Posts by astro_alex

    Ich glaube du machst dir da, meiner Meinung, tatsächlich zu viele Gedanken. Vergleich doch mal einfach die HFR/FWHM Werte der verschiedenen Filter über mehrere Nächte hinweg und ob es da signifikante Unterschiede gibt.


    Ein guter L Filter ist im IR dicht und die Empfindlichkeit der Kamera sinkt in der Regel auch erheblich, also aufgeblähte Sterne durch L vs einem anderen Filter, eher sehr unwahrscheinlich.


    Darüberhinaus nimmst du ja auch kaum aus der Atacama Wüste mit 0,5“ seeing auf.

    Du kannst im Plugin Offset Calculator ja die einzelnen Filter an- und ausschalten.


    Wenn Teleskop temperiert,

    1. Durchlauf L>R

    2. Durchlauf L>G

    3. Durchlauf L>B

    und so weiter. Standardmäßig werden im Plugin 3 Runden gedreht und die ermittelten Offsets gemittelt.


    Eventuelle Temperatureinflüsse, da Referenz und der jeweiligen Filter direkt hintereinander liegen, werden faktisch eliminiert.


    Ansonsten wenn du alle Filter auswählst wäre der Ablauf L>R>G>B> … und dann wieder von vorne. Je nach Länge des AF Lauf (bei mir 2 min) kann sich da schon ein Einfluss haben wenn Referenz und Filter fast 10min auseinander liegen).


    Meine Standardbelichungszeit ist 420 sek und ich nehme 3xL, 3xR, … auf, also 12 Aufnahmen, bevor gedithert wird. Da ich natürlich mehr L als RGB aufnehme, switched der Target Scheduler dann irgendwann auf nur L oder ich definiere L in einem separaten Projekt bspw. Das L nur aufgenommen wird wenn Höhe > 60° - aber das nur am Rande.


    Bei einer 8h Serie, ohne sonstigen Overhead kommen 68 Aufnahmen raus. Bei einem AF Lauf nach Filterwechsel, also alle 21 Minuten (3x7) kommen, gehen 45 min drauf in einer Nacht (!) das ist zu viel verschenkte Belichtungszeit. astrophin Serapin hat das ja schon schön vorgerechnet.


    Jetzt könnte man natürlich auf Filterwechsel nach 5 Aufnahmen umstellen, sind dann aber immer noch fast 30 min verlorene Zeit pro Nacht.


    Offsets plus Temperaturkompensation bzw. HFR Trigger und Dithern nur nach einem kompletten Durchlauf sind m.M. der beste Ansatz Belichtungszeit bei LRGB zu maximieren.


    Noch „besser“ rein aus der Sicht Overhead-Zeit wäre sicher eine Nacht pro Filter aber dann läuft man halt Gefahr ein Objekt kaum fertig zu bekommen selbst mit einem Remote-Setup.

    Wenn man sich die Grafiken anschaut, kommt für LRGB eigentlich nur der LCG Modus bei Gain 100 in Frage, da du so die größte Fullwell-Kapazität hast.


    Readnoise ist hier was höher, spielt aber keine Rolle, wenn hintergrundlimitiert.


    Wenn du es ausprobierst, wirst du sehen, dass du damit deutlich besser definierte Sterne bekommst.


    Du hast mit deinem Newton ja ein relativ lichtstarkes Instrument.


    Grüße,

    Alex


    Hallo Khayyam,


    ich habe bereits Flatpanel auf der Basis eines 270° Servos gebaut. Gibt dazu gute Anleitungen und Druckvorlagen.


    Schlussendlich dann aber doch eins von WandererAstro gekauft, dass an meinem Remotestandort die Flats macht und gleichzeitig als Staubdeckel dient. Für zuhause, wenn keine Sternwarte, ist das aber unnötige Komplexität.


    3D Drucker gibts insbesondere gebraucht oft schon recht günstig, muss man aber auch erstmal alles in Griff bekommen und Kalibrieren bevor da ansehnliche und maßhaltige Ergebnisse raus kommen.


    Der ganze Aufwand und die nötigen Teile für einen Selbstbau (Servo, Mikrocontroller, LED Streifen, gute Mattscheibe, Diffusor) plus Zeit dampfen den Unterschied zu einer Kauflösung, wenn du ein motorisiertes Panel möchtest, ziemlich zusammen.


    Grüße,

    Alex

    Hallo Jan,


    mit den Aufnahmen der Sternscheibchen ist nichts anzufangen. Zu verrauscht oder zu klein.


    Aus dem Bauch raus, so weit defokussieren dass das Sternscheibchen intra- und extrafokal ca. 100-150 Pixel groß ist und ausreichend lang belichtet, das die Pixelwerte bei +/- 15.000 (min. 10.000) bezogen auf eine 16bit Skala liegen, ohne das ein Bereich in Sättigung kommt. 10-15 Aufnahmen die im besten Falle kombiniert werden können.


    Dann kann man das ganze visuell begutachten oder auswerten. Der Spiegel sollte natürlich ausgekühlt sein.


    Ich habe vor längerem mal eine Anleitung zu einem fotografischen Sterntest geschrieben


    Grüße,

    Alex


    Hallo Martin,


    reiner Ansichtseffekt. roszl hat es eigentlich schon beschrieben.

    Es wäre auch überhaupt kein Problem ein gleich aussehendes (Live-)Bild in NINA oder SharpCap hinzubekommen. Das Rauschen, etc. ist das gleiche durch alle Programme hinweg, wenn die Belichtungsparameter die gleichen sind.


    Ebenso ob du den ASCOM oder nativen Treiber nutzt.


    Es gibt in PHD in der unteren Leiste noch den Schieberegler worüber du den ScreenStrech beeinflussen kannst, also das Bild „dunkler drehen“ kannst, aber wie geschrieben das ist nur die Ansicht.


    Grüße,

    Alex

    Deswegen hier zurück zum Thema und der grundsätzlichen Frage: Wer braucht Filteroffsets überhaupt?


    Ich meine eigentlich nur Jemand der Filter unterschiedlicher Glasdicke innerhalb des Stahlengangs verwendet und im Fall dass gar kein Filter nötig ist, kein gleichdickes Klarglas einlegt oder mit dem Filterrad eindreht! So dachte ich zumindest bis zur Verwendung des RASA.


    Prinzipiell hast du Recht, aber die Praxis zeigt, dass selbst bei sehr gut korrigierten Optiken und als parfokal beworbene Filter aus dem oberen Mittelfeld (bsp. Astronomik) Offsets sinnvoll sind zum Erzielen optimaler Ergebnisse.


    Hängt natürlich entscheidend mit der CFZ des Systems zusammen, die bei einem F2 System wie RASA, ist die nur noch wenige Mikrometer breit ist.


    Wahr ist aber auch, dass es schwer sein kann, an der Stelle zwischen Fokusverlagerung durch die Filter oder Seeing zu unterscheiden.


    Sorry, aber wenn die AF Routinen wie bspw. Hocus Focus nicht richtig funktionieren, liegt es aus der Erfahrung zu 99% an den Einstellungen, wie Star Detection oder Backlash-Kompensation.

    Übrigens, ich habe das Totorial von Patriot-Astro über Advanced Sequencer angeschaut. Danke nochmals für den Tipp!

    Der Sequencer ist doch nich so kompliziert, wie man am Anfang denkt!

    Sowas wie "Center After Drift" und "Restore Guiding" habe ich mir immer gewünscht. mit sowas hätte ich gestern trotz "zu" viel Dithern nicht meine Bilder verloren ...



    Stell deine gebaute Sequenz gerne als Screenshots hier ein, wenn du magst, zum drüber schauen.

    Wurde ja schon häufiger diskutiert, Offsets lohnen sich wenn man bspw. RR>GG>BB belichtet oder halt mit Schmalband und dann wieder von vorne. Das reduziert erheblich die Zeit, die ansonsten für die AF Läufe drauf geht.


    Wenns mit den Offsets nicht 100% klappt oder systemisch bedingt (RASA wie von serenus geschildert) macht eine Strategie von aneinander gereihten Aufnahmen mit einem Filter und AF bei Filterwechsel gegebenenfalls mehr Sinn.

    Hallo,


    AF per Hocus Focus Plugin ist deutlich besser als das eingebaute AF Modul, ohne jetzt in die Tiefe zu gehen.


    Für die Filter-Offsets nutze das Filter Offset Plugin mit mindestens 3 Durchläufen um verlässliche Offset-Werte zu bekommen.


    Die minimale AF Stepsize in NINA gibt nur an, um wieviele Steps zwischen den einzelnen AF Messpunkten verfahren wird, das hat nichts mit der Stepsize (also Anzahl Schritte bei Bewegung) zu tun.


    Viele Grüße,

    Alexander


    p.s. ich bin als Mitwirkender bei NINA in verschiedenen Bereichen und Plugin-Entwicklung aktiv, kenne daher die Logik/Code der AF Routinen und Plugins recht gut.

    Hallo Andreas,


    hier eine sortierte Suche bei Astrobin

    Link Astrobin


    Insbesondere im ersten Bild als großes Mosaik mit fast 200h Belichtungszeit sieht man sehr schön die Ausdehnung und Übergang in die staubreiche Region in der Milchstraße.


    NGC1499 ist wirklich ein Brocken auch durch seine relative Nähe („nur“ 1.000 Lj Entfernung).


    Grüße,

    Alex

    Hallo Armin,


    so dunkler so besser, wenn du also einen dunkleren Standort in Reichweite hast, mach das.


    Auf ISO 3200 würde ich nicht gehen, schränkt unnötig deine Dynamikumfang ein und rauscht deutlich mehr, ohne das du mehr Signal hast. Eher ISO400-800.


    mehrere Aufnahmen 15-20 machen, aufeinander ausrichten (registrieren) und stacken. Den unbewegten Vordergrund und den Himmel dann separat bearbeiten und zusammenfügen.


    Du kannst versuchen einmal auf den Vordergrund zu stacken, als ohne vorheriges alignment um den Vordergrund zu haben und dann separat die Sterne/Milchstrasse da dann mit verschmierten Vordergrund und nutzt jeweils den Vordergrund oder Himmelsteil.


    Stacken auf dem Vordergrund geht natürlich nur, wenn sich da nicht so viel bewegt.


    Alternativ könntest du auch eine länger belichtete Vordergrund Aufnahme (bspw. 60s) mit der gesteckten Milchstraße kombinieren.


    In dieser getrennten Bearbeitung entstehen auch die häufig sehr guten Aufnahmen mit beleuchtetem, hellem Vordergrund und gleichzeitig signalstarken Milchstraße.


    Grüße,

    Alex

    Hallo Markus,


    dem Sterntest nach kannst du mit deinem TS CF Apo zufrieden sein. Die Sternscheibchen sind zwar sehr körnig (wegen der hohen ISO) und dürften sich wohl , mit entsprechenden Sterntest-Programmen nicht auswerten lassen, aber kannst es ja mal probieren bspw. mit WinRoddier.


    Aber in Summe sehen die Sternscheibchen beidseitig des Fokus sehr gleichmäßig aus, was ein wichtiger Indikator ist. Auf der rechten Aufnahme ist das Zentrum leicht dunkler als links, je nachdem welche Fokusseite ist das ein kleines „Loch“ oder „Berg“. Aber nichts wirklich nennenswertes.


    Sehr gelungene Aufnahme von M31.


    Der Hintergrund ist für mein Empfinden noch ein bisschen zu hell, was den Kontrast etwas schmälert. Du könntest an der Stelle die GX noch ein bisschen besser betonen.


    Es gibt zudem eine leichten Grünschleier, was aber nicht ungewöhnlich ist, den du mit passenden Tools etwas reduzieren kannst.


    Die Galaxie könnte ebenfalls noch ein bisschen mehr Sättigung vertragen, was aber sehr subjektiv ist und es viele Meinungen gibt.


    Den GX Kern kannst du mit verschiedenen (HDR-) Tools auch etwas besser „einhegen“. Es gibt teils sehr flach wirkende Aufnahmen, wo das Zentrum quasi platt gemacht wurde, dafür aber auch innere Staubbänder deutlich besser zur Geltung kommen. Davon halte ich persönlich nichts, aber von einer Mischung von hellem Zentrum und etwas besser sichtbaren Zentrum.


    aber bitte nicht falsch verstehen. Du hast jetzt schon eine gelungene, gute Aufnahme von M31.


    Grüße,

    Alex



    p.s. da du um Bildbearbeitung bittest, hier so ungefähr die Richtung was ich meine, natürlich auf Basis deines hier gezeigten, bearbeiteten und komprimierten JPG. Soll heißen, aus dem Rohstack, wie von dir vorgeschlagen, würde sich da natürlich nochmal mehr machen lassen.


    Diese ZWO-Montierungen harmonieren am besten im ASI-System, da sollte man sich gleich im Klaren sein, am besten gleich ein komplettes System zu erwerben.

    Rein aus Interesse, bin montierungsseitig denke ganz ordentlich versorgt, woran konkret machst du das fest, dass die ZWO Montierungen am besten im ASI System arbeiten? ASCOM Schnittstelle mit dem gegebenen Funktionsumfang haben sie doch alle oder etwa nicht?

    Filter von Kameraherstellern sind ja immer irgendwie Zusatzprodukt, neudeutsch Ancillaries, die so zumindest meine Vermutung, irgendwo no-name zugekauft und gelabelt werden. Wenn sich das Zusatzgeschäft nicht bewährt, wird es eingestellt.


    Also auch in Hinblick auf eventuellen Wiederverkauf, wenn bspw. die Kamera mal größer wird und damit die Filter, würde ich eher bei einem der bekannten Filterhersteller bleiben.


    Grüße,

    Alex

    Hallo,


    Kurz zum Punkt fokussieren. Wenn du planst mit einer Mono-Kamera LRGB und Schmalband aufzunehmen, ist aus verschiedenen Gründen ein Motorfokus quasi Pflicht.


    Es gibt verschiedene Rangehensweisen/Filterwechsel-Strategien aber häufig wird LLLL-RR-GG-BB (oder Abwandlungen davon) aufgenommen. Wenn eine Runde durch, dann wieder von vorne.


    Mit einem Motorfokus kannst du die Offsets zwischen den Filtern bestimmen und berücksichtigen. Es muss dann bei Filterwechseln nicht nachfokussiert werden, der optimale Schärfepunkt bleibt erhalten.


    Zudem hast du mit einem MF die Möglichkeit auf Temperaturänderungen und daraus resultierende Fokusveränderungen automatisch zu reagieren.


    Mit den Schmalband Filtern wird das Fokussieren tatsächlich schwieriger, da erhöht man aber die Belichtungszeit von bspw. 2 Sek mit L Filter auf 5 sek mit Ha Filter. Oder halt die Offsets, dann wird immer mit L fokussiert und beim Wechsel auf Ha oder OIII um den ermittelten Offset verfahren, um optimal im Fokus zu bleiben.


    Wie relevant das, insbesondere bei deinem C8 mit f/10 ist, da recht breiter Fokusbereich, muss man dann in der Praxis sehen.


    Zu den Filtern, ob Antlia, Astronomik oder Baader - das sind so weit alles gute Filter im mittleren Segment, wo du an sich nichts falsch machst. Ich persönlich verwende Astronomik, da es zu den (Schmalband)-Filtern die gemessene Transmission mit dazu gibt.

    Also wenn es asüßer dem Orion im Winter gar nichts gibt was ich mit Spiegelreflex und objektiv einfangen kann, dann kann ich es auch ganz lassen und mir das Geld einfach sparen. Durch den F12 mal muss ich nix versuchen und dem Newton fehlt jede Nachführung und ein Koma correktor ist auch viel zu teuer.


    Eine Sternkarte/-Atlas oder Application wie Stellarium hast du doch sicher oder?


    Da wirst du schnell sehen, dass es insbesondere im Winter zahlreiche lohnende Ziele für Fotoobjektive in unterschiedlichen Brennweiten gibt, egal ob die Kamera astromodifiziert ist oder nicht.