Posts by BenN

    Hallo Jochen,


    zu deinen beiden tollen letzten Aufnahmen habe ich visuelle Aufzeichnungen. Von Fernrohren im Bereich von 16- oder 20-Zoll Öffnung erinnere ich mich sowohl bei NGC 6888 als auch Abell 426 an zahlreiche interessante Details.


    Auch der 10-Zöller kann beim Perseus-Galaxienhaufen bereits ein Fülle kleiner Fleckchen zeigen - je nach Himmelsqualität. Im Oktober 2023 habe ich ihn bei sehr guten Bedingungen mal mit dem 4-Zoll Spektiv probiert, und auch seine hellsten Exemplare waren wie erwartet am Limit:


    'Anschließend peilte ich einige klassische Galaxiengruppen des Perseus-Pisces Superhaufens an, die im Bereich von rund 220 bis 250 Millionen Lichtjahren Entfernung liegen. Sie standen bei dem guten Himmel gerade auch sehr hoch - schau mer mal was da mit 99mm so geht ...
    Schließlich ging es zum "Perseus-Galaxienhaufen" (Abell 426) um die wissenschaftlich gut untersuchte, 11,9 mag helle NGC 1275, die auch als Radioquelle "Perseus A" bekannt ist. Der Ausschnitt zeigt ein Muster im Spektiv gut erkennbarer Feldsterne anhand derer ich mich orientierte.



    Dabei blitzte NGC 1275 selber indirekt mehrmals als diffuses Fleckchen an der richtigen Stelle auf. Das werte ich als gesehen, während ich mir bei NGC 1272 trotz immerhin 11,8 mag Helligkeit gar nicht sicher bin: Ich meine da ist indirekt schonmal etwas aufgetaucht, aber meist nicht. Von der 12,4 mag hellen Galaxie NGC 1278 habe ich nichts ausmachen können.'


    Und von NGC 6888 eine Beobachtung mit dem 9,5-Zoll Fünfling hoch oben im Tiroler Kaunertal (Juli 2019) :


    ' ... Desgleichen der Wolf-Rayet Bubble des Crescentnebels NGC 6888: Während ganz ohne Filter der Bogen des hellen Nordostteils sofort ins Auge sprang, war mit dem OIII-Filter die ganze "Epsilon"-Figur des Nebels gut erkennbar - sehr schön.'


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    danke für die tolle Erklärung :).


    Eine super Ergänzung zu meinem Post :

    Ausserdem, wie Ben schreibt, glättet (summiert + Mittelwertbildung) die 'Bildverarbeitung ' im (Netzhaut) und hinter (Verschaltung) dem Auge das Bild. Kleine UND schwache Objekte sterben den Kontrast-Tod zum Himmel, weil sie mit Himmelshintergrund (sozusagen 'zu grob') gemittelt werden. Ähnlich wie grosses Pixel-Bining in der Fotografie - das Signal wird zwar rauschärmer, aber eben auch schlechter aufgelöst. Irgendwann reicht der Kontrast nicht mehr.

    Ja, und der Kontrast ist bei so vielen Aspekten ganz entscheidend. Das fällt mir gerade beim Cirrusnebel oder zahlreichen schwachen Abell-PN's immer wieder ins Auge, wenn ich einen OIII-Filter verwende. Dazu hatte ich in unserer Vereinszeitschrift mal geschrieben:


    "Und zum Abschluss noch ein eher exotisches Objekt: Der Abell-Katalog, eine Liste meist lichtschwacher Planetarischer Nebel, ist im Allgemeinen nichts für einen Fünfzöller, bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Eine davon liegt an der Grenze der Sternbilder Kleiner Hund / Zwillinge, nämlich das breite, etwa zehn Bogenminuten große Hufeisen von Abell 21, auch als 'Medusa-Nebel' bekannt. 'Da ist aber wirklich nichts zu sehen', wird der unvorbereitete Beobachter jetzt sagen. Das stimmt, ohne einen speziellen Nebelfilter - am besten OIII - geht hier gar nichts. Der OIII-Filter nimmt bis auf einen schmalen Bereich mit besonders intensiven Sauerstoff-Emissionslinien fast alles Licht heraus, sodass der Kontrast drastisch erhöht wird - und wie mit Zauberhand wird der Nebel sichtbar."


    Servus

    Ben

    Hallo Christoph und Rainer,


    ich hab das auch wie Rainer empfunden:


    Einmal mit 20-Zoll LEDA 35631 im 20-Zöller "problemlos", dagegen LEDA 35609 "am schwierigsten".

    Und vorher mal mit 18-Zoll "LEDA 35609 "gar nicht erkannt."


    Da könnte noch ein anderer visueller Effekt ins Spiel kommen, wenn man sich sehr nahe am visuellen Limit befindet.

    LEDA 35609 ist im Vergleich sehr klein, und somit ist auf der Netzhaut ein rein flächenmäßig viel geringeres Areal von Stäbchenzellen damit "beauftragt", dem Gehirn zu melden, dass da was leuchtet. Während das viel größere von LEDA 35631 erzeugte Bild - obwohl noch flächenschwächer-,potentiell eine deutlich größere Anzahl von Stäbchenzellen triggern kann. Und dieser Effekt könnte gerade am visuellen Limit dem größeren Objekt einen zusätzlichen Vorteil geben, "dass die Info beim Gehirn ankommt", während der bei mehr Licht an Relevanz verliert. Ich hab das so auch mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo.


    Und bei Christoph war es dann vielleicht so, dass der Himmel für die größere LEDA 35631 insgesamt doch zu hell war, um "gemeldet" werden zu können. Irgendwann ist die Flächenhelligkeit halt zu niedrig.


    Servus

    Ben

    Hallo Christoph,


    sehr interessant, dann binde ich meinen obigen Post #2 bezüglich der Beobachtung von Hickson 56 nochmal spezifisch für deine Fragestellung ein - Ergänzungen zum Originalbericht in eckigen Klammern:


    Es bieten sich also folgende Fragen an:


    Ab welcher Öffnung geht LEDA 35615 visuell?

    Ab welcher Öffnung kommen LEDA 35618 und 35631 bzw. LEDA 35609 dazu?

    Welche der dreien ist am schwierigsten, welche am einfachsten?

    Schafft jemand auch noch LEDA 35615?

    [Mit 20-Zoll] ... "bei 220-facher Vergrößerung konnte ich vier Teile ausmachen:
    Einfach dabei die beiden zentralen länglichen Fleckchen [LEDA 35620 (am hellsten) und LEDA 35615 & LEDA 35618 (in Summe als ein Teil)]
    sowie indirekt auch problemlos der quer dazu gerichtete längliche Nebel im Osten [LEDA 35631];
    am schwierigsten - indirekt blickweise -, der kleine Fuzzel im Westen [LEDA 35609];"

    Insofern habe ich das Licht von LEDA 35615 schon erfasst, sonst hätte ich LEDA 35615 & LEDA 35618 in Summe nicht länglich gesehen; ein bisserl mehr Vergrößerung hätte für eine Trennung vermutlich genügt.

    Ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass ich zu dem genannten ersten Hickson 56-OdM von 2017 bereits eine Beobachtung mit 18-Zoll gepostet hatte; da erkannte ich im Vergleich zu 20" etwas weniger, z.B. gar nicht den westlichen Fuzzel LEDA 35609. Dieser Faden ist überhaupt sehr interessant, u.a. konnte Oliver bei La Palma-Roque-Himmel ja bereits mit 14" und 290-fach alle fünf Komponenten ausmachen 8)

    Servus

    Ben

    Hallo Dany,


    dieses Galaxienpaar finde ich auch sehr interessant, eine schöne Wahl !


    In einer hervorragenden Nacht im April 2021 im Mangfallgebirge habe ich das Paar in Ralph's 20-Zöller visuell genauer unter die Lupe genommen, und dabei noch besonderes Augenmerk auf die nahe, räumlich weit im Hintergrund liegende enge Galaxiengruppe Hickson 56 gelegt - auf deiner Aufnahme erkennt man sie sehr deutlich, direkt links oberhalb von NGC 3718. Ich zitiere aus meinen Aufzeichnungen:


    "... Nicht weit entfernt liegt ein helleres Galaxienpaar: Bei NGC 3729 konnte ich den Balken erkennen, und bei der benachbarten NGC 3718 indirekt auch das zentral durchlaufende Staubband als querlaufende Verdunkelung - sehr schön.


    Und interessant gleich nebenan die enge Galaxiengruppe Hickson 56, rund 400 Millionen Lichtjahre entfernt, die Komponenten sind jeweils rund 15 mag hell: Bei 220-facher Vergrößerung konnte ich vier Teile ausmachen: Einfach dabei die beiden zentralen länglichen Fleckchen, sowie indirekt auch problemlos der quer dazu gerichtete längliche Nebel im Osten; am schwierigsten - indirekt blickweise -, der kleine Fuzzel im Westen;
    zum Vergleich die Zeichnung von Uwe."


    Servus

    Ben

    Hallo Seraphin,


    Gratulation zu der guten Nacht, eine sehr lesenswerte Tour durch den Frühlingshimmel ! Da hast du den Galaxien mit dem 12-Zöller eine Menge an interessanten Details entlockt :).


    Da dachte ich gleich an eigene Eindrücke mit dem 9,5-Zoll "Fünfling", mit der größeren Öffnung hast du in der Regel natürlich mehr an Einzelheiten -beziehungsweise diese deutlicher-, ausmachen können. Während ich etwa bei M97 und M108, bei sehr guten Bedingungen am Alpenrand, ungefähr das Gleiche erkannte, bekamst du bei M106 ...


    M106

    Die steile Lage fällt sofort auf. Auch das deutliche "S" war sofort zu sehen: die charakteristische, leicht gewundene Balkenstruktur dieser Balkenspiralgalaxie.


    … einen viel deutlicheren Eindruck8) ; ich lag bei dem "Z" vergleichsweise am Limit: "... Und M106 ließ bereits die beiden Spiralarme erahnen, durch jeweils deutlicher definierte Außenkanten; und vielleicht auch den dazu schiefliegenden zentralen Balken - wobei meine gute Kenntnis des Objekts den Eindruck in der Vorstellung auch schnell mal verstärken könnte; ansatzweise dürfte aber was 'da' gewesen sein."


    Besonders gefielen mir dabei NGC 4438 und NGC 4435, die einen wie zwei Augen anschauen. Dieses Paar wird tatsächlich international "The Eyes" genannt und bildet zusammen Arp 120. NGC 4438 ist die größere der beiden und zeigt deutliche Gezeitenstörungen durch vergangene Interaktionen – möglicherweise mit NGC 4435 selbst oder mit der massereichen M86. NGC 4435 erscheint dagegen kompakter und regelmäßiger – dieser Kontrast zwischen dem "gestörten" und dem "ruhigen" Auge macht das Paar so einzigartig.

    Ja, ein sehr interessantes Paar, das Ralph und ich mit dem 20-Zöller auch mal genauer unter die Lupe genommen haben. Das war im April 2018 in den Bayerischen Bergen, Ralph's damalige Skizze zeigt die Details (rechts unten), die wir beide erkennen konnten:



    Servus

    Ben

    Hallo Stefan,


    gratuliere zu der ergiebigen Astrowanderung, da wo der (Spät-) Winterhimmel in den (Vor-) Frühlingshimmel übergeht :)

    [Abell 31] ... Erst nur indirekt als Aufhellung sichtbar, nach ein paar tiefen Atemzügen und Momenten der Tiefenentspannung schält er sich dann als leicht fleckige Wolke aus dem Himmelshintergrund. Stellenweise sehe ich ihn auch direkt – man muss sich halt Zeit lassen, die Augen abdunkeln und entspannt schauen. Mein Highlight heute Nacht!

    Dazu habe ich auch eine Beobachtung mit dem 9,5-Zöller gepostet:



    Oben in dem Thread hat Heinz sehr schöne Aufnahmen zu Abell 31 erstellt.


    Servus

    Ben

    Hallo Mira,


    eine schöne Auswahl mit den beiden interagierenden Galaxienpaaren :).


    Als ich mir dein Bild von Arp 84 so anschaute, kam mir der Anblick irgendwie bekannt vor. Ja genau, die NGC 5395 war schon mal Monatsthema, und ich hatte sie in dem Zusammenhang auch visuell genauer unter die Lupe genommen.


    Ich verlinke auf meinen damaligen Post dazu, der ganze Thread enthält zahlreiche schöne Aufnahmen, Zeichnungen & visuelle Beschreibungen:



    Servus

    Ben

    Hallo Jochen,


    da hab ich für dich wieder einen visuellen Eintrag mit dem 9,5-Zöller, aus einer sehr guten Nacht im April 2020 am Alpenrand - sicher auch begünstigt durch den geringen Flugverkehr damals in der Coronazeit:


    'Der planetarische Nebel M97 ("Eulennebel") ließ - relativ deutlich sogar - zwei dunklere Gebiete erkennen, die beiden "Augen" der Eule. Ihre Verbindung weist in etwa in Richtung der nahen Galaxie M108: Auch hier zeigte der Fünfling knotige Details, einen Vordergrundstern und deutliche Helligkeitsunterschiede.'


    Ich erinnere mich auch nicht, in meinem alten 10-Zöller die Augen der Eule je besser gesehen zu haben.


    Eine legendäre Erinnerung ist für mich eine gute Rückseitennacht am ITV (Vogelsberg) 2004, wo mich die Augen in Erhard's 42-Zöller regelrecht angeglotzt haben - fast wie ausgestanzt 8) .


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    ja, NGC 4449 finde ich visuell auch sehr lohnend, da zeigt bei gutem Himmel schon der 10-Zöller knotige Details.


    Zu dieser Galaxie gibt es für den März 2022 ein eigenes OdM mit vielen interessanten Beiträgen - übrigens vorgestellt von Rainer, meinem Kommentator-Kollegen hier :). Hier mein damaliger Post dazu:



    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    gratuliere zu der tollen Nacht ! Und wie üblich präsentierst du zu den Objekten wieder ein sehr reichhaltiges Buffet an interessanten Details 8):thumbup:


    Sehr interessant finde ich deine Infos zu NGC 4395 (Seyfert-Galaxie), und auch zum Thema Entfernung:


    ... Die nach Hubble-Gesetz - zunächst versuchsweise - berechnete Entfernung kommt also de facto hin - Foreground Objekt ! - weil: 16.5Mpc Entfernung (zu M87) abzüglich 7.3Mpc ZV-radius ergibt Dnear=9.2Mpc Entfernung des nahen Rands des Virgo Clusters zu uns. NGC4395 liegt DEUTLICH näher, mit ca 4.5Mpc halb so weit entfernt von uns.

    Also rund 15 Mio. Lichtjahre entfernt, sowas in dem Bereich hätt ich auch vermutet ; zumal die Galaxie einige OB-Assoziationen enthält, die hell genug für eigene NGC-Nummern sind - da sollte sich die Entfernung zu uns in Grenzen halten. Das Teil erinnert mich an NGC 4449, die hat ja auch sehr helle HII-Regionen/Knoten, und liegt auch relativ nahe.

    Oder von der Art auch an die Große Magellansche Wolke mit zahlreichen hellen Knoten aus jungen Sternentstehungsgebieten.


    Und visuell habe ich diese Galaxie auch in guter Erinnerung habe ; das war gleichermaßen mit 20-Zoll Öffnung, im April 2018 mit Ralph im Mangfallgebirge, auch in toller Nacht ("Ein super Himmel, die Temperatur relativ mild, und ein großes Fernrohr zur Hand: Spechtlerherz was willst du mehr ... "):


    "Richtig ergiebig dann NGC 4395: Insgesamt 10,5 mag hell, und im Fernrohr ein größerer Kernbereich plus einer Ansammlung
    von Knoten, teils mit eigenen NGC-Nummern: Die sind bei Bertrand auf der verlinkten Seite schön zu sehen, und auf seiner Zeichnung ganz unten sind drei der NGC-Knoten bezeichnet - diese konnte ich auch alle ausmachen."


    Servus

    Ben

    Hallo Stathis,


    eine tolle Aufnahme & Zeichnung von NGC 3044 !


    Zu dieser edge-on Galaxie habe ich auch eine visuelle Beobachtung, das war mit dem 9,5-Zoll "Fünfling" im April 2020 am Alpenrand. Zwecks meines Vergleiches bette ich noch ein Umgebungsobjekt mit ein:


    "... habe ich mich vorbei an der recht auffälligen Sternkette von "Lor 23" zu Rene's "Superthin" NGC 3395 hingehangelt: Subtil, indirekt ein zarter Hauch eines dünnen Striches; sie ist übrigens in meinem Sternatlas nicht eingezeichnet, daher hatte ich die Position vorab händisch markiert.


    Zum Vergleich habe ich die gleichfalls superdünne NGC 3044 weiter im Westen eingestellt: Die ist etwas deutlicher zu erkennen, und liegt sehr nett von einem flachen Dreieck aus drei fast gleichgerichteten Sternpaaren eingerahmt."


    Servus

    Ben

    Hallo Christoph,


    ja, ein sehr interessantes Objekt für größere Geräte - eine schöne Wahl !

    Wer bei 93 Leonis das Sternhoppeln beginnt, kann natürlich auch erstmal (oder danach) Abell 1367 bewundern. Da sind so viele Galaxien zu sehen, dass die Beobachtung und Analyse richtig Zeit beansprucht.

    Dazu habe ich eine Beobachtung mit dem 9,5-Zoll "Fünfling", im März 2019 am Alpenrand:


    " ... Dann ging es zum 300 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen Abell 1367, bei dem ich vom 20-Zöller her viele schwache Fleckchen in Erinnerung hatte. Als Einstieg für die Suche diente mir der nahe Stern 93 Leonis, den ich direkt über den Leuchtpunktsucher bequem eingestellt habe. Die Hauptgalaxie NGC 3842 (11,8 mag) war leicht zu finden, und nach geduldiger Beobachtung konnte ich in der Umgebung weitere Galaxienfuzzel eindeutig zuordnen: Am einfachsten NGC 3837, und schließlich auch die jeweils 13,6 mag hellen NGC 3841 und UGC 6697; letztere ist sehr länglich, das war indirekt gut zu erkennen, und hatte gefühlt schon fast "Superthin"-Charakter - dazu ein Bild von Jerry Lodriguss."


    Und Copelands Septett kam in Ralph's 20-Zöller sehr detailliert heraus, im April 2016 im Mangfallgebirge:


    "... Danach ging es über den nahen Stern 92 Leonis zur mit etwa 450 Millionen Lichtjahren noch weiter entfernten Gruppe 'Copeland's Septett' (Hickson 57): Wunderschön, am besten bei 335x im 6mm Ethos Okular, mit indirektem Sehen waren alle sieben Komponenten (13,6 bis 15,2 mag hell) - zwei enge Dreiergruppen und eine einzeln stehende Galaxie - gut auszumachen; hier eine Aufnahme von Detlef Hartmann."


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    hier noch ein recht verspäteter Bericht von Ralph's 12-Zoll Firstlight auf dem Land, der Abend an dem später noch die spektakulären Nordlichter aufgetaucht sind. Unser Ausflug liegt gut zwei Monate zurück:


    Beobachtung im Münchner Süden


    Und noch ein Sammelbericht vom letzten Dezember; zweimal ging es in verschiedener Besetzung nach Geitau, und einmal mit dem "Fünfling" ins Mangfallgebirge:


    Verschiedenes in 2025


    Servus

    Ben

    Hallo Wolfgang,


    ein schöner Beobachtungsbericht mit vielen interessanten Details - ja, willkommen im Astrotreff !

    NGC 2420 (OH) in Gem, Instrument C8: Wow, was für ein schönes Objekt! Bereits im 40mm-Okular ein toller Anblick, ein mit sehr vielen Sternen schwächeren gesprenkeltes Wölkchen vor grießigem Hintergrund.

    Dieser alte Sternhaufen gefällt mir auch gut, der liegt ja schon recht abseits der zentralen Milchstraßenebene. Ich hab dazu eine visuelle Notiz mit dem 120mm Refraktor, in Verbindung mit einem weiteren Haufen in den Zwillingen:


    "... Weiter östlich sind die jeweils etwa 8 mag hellen Sternhaufen NGC 2266 und NGC 2420 beide mit 47x und 67x schon teilweise aufgelöst, man ahnt jeweils den Sternreichtum - NGC 2266 ist kleiner und kompakter, mit auffälliger Sternkette entlang einer Kante."


    Servus

    Ben

    Hallo Christian,


    willkommen im Astrotreff ! Ich schau ja nur gelegentlich ins Einsteigerforum rein - bei der Gelegenheit möchte ich meinen Respekt für die Kollegen aussprechen, die hier sehr intensiv helfen und beraten:thumbup:. Dein Forenname hat mich neugierig gemacht, zumal ich selber ein großer Fan von h&Chi bin.


    Und auch hier kann ich nicht widersprechen ;) :

    Derzeit beobachte ich hauptsächlich mit kleinen und mittleren Teleskopen und Spektiven. Letztere sind meiner Meinung nach gerade im Bereich des "Schnellspechtelns" eine häufig unterschätzte Geräteklasse.

    Ich beobachte auch sehr gerne mit meinem 99mm Spektiv, mit dem war ich im Februar 2023 am Alpenrand unterwegs - eines der Ziele war h&Chi:


    " ... Bleiben als Sternhaufen noch M37 und h+Chi Persei: Die beiden spielten visuell im Spektiv - wie schon neulich im 9,5 Zöller - erneut in einer eigenen Liga: Fantastisch, für mich die beiden besten Offenen Sternhaufen des Nordhimmels, so gut wie M11, der ja schon knapp südlich des Himmelsäquators liegt. Bei h+Chi Persei konnte ich die hellsten Roten Überriesen an ihrer im Kontrast gelblicheren Farbe gut erkennen."


    Der (Offene-Sternhaufen-) Bericht dazu: Wetzstein-Bilder


    Servus

    Ben

    Hallo Eike,


    eine schöne Aufnahme dieser beiden interessanten Galaxien !

    Vor allem würden mich visuelle Beschreibungen interessieren, da ich selbst in meinen Aufzeichnungen nichts dazu finde.

    Zu der Superthin NGC 3365 von Stathis fällt mir auch keine eigene visuelle Notiz ein, aber zu deinen beiden Objekten hab ich diese mit dem 9,5-Zoll "Fünfling", im März 2021 im Mangfallgebirge, bei richtig guter Durchsicht - mit "Anpirschen":


    "Nun ging es weiter nach Norden zu dem 4 mag Stern 31 Lynxis, dem Einstiegspunkt für eine Suche per Starhopping. Die Gegend ist richtig abgelegen, tiefste Pampa am nördlichen Sternenhimmel ... Ich hangelte mich zu einer markanten Sternen-Dreierkette hin, die auch im Sternatlas auffällt.


    Ganz in der Nähe konnte ich das Fleckchen von NGC 2537 dann gleich erkennen; diese "Bearpaw-Galaxie" zeigt im 20-Zöller sehr lohnende und eigenwillige Details. Ich war aber wegen der benachbarten IC 2233 hier, das ist eine superschmale edge-on Galaxie - eine der extremsten ihrer Art: Bei 100x war indirekt ein zarter Strich auszumachen, mit einem 13 mag hellen Sternchen in den Nordteil eingebettet - sehr delikat."


    Servus

    Ben

    Hallo Marcus,


    ja, wie die Kollegen schon schreiben, je dunkler und transparenter der Himmel, desto mehr kann man visuell im Fernrohr erkennen.


    Wir machen Abendführungen an der Volkssternwarte, aber München ist natürlich sehr stark aufgehellt: Da heben sich die Objekte im Kontrast zum hellen Himmelshintergrund einfach viel schlechter ab. Daher zeigen wir dort vor allem flächenhelle Objekte - Mond, Planeten, Doppelsterne, kleine & helle planetarische Nebel, auch einige offene Sternhaufen und Kugelhaufen. Und bei für die Stadt guten Bedingungen auch Galaxien, da gehört M82 zu den besten Kandidaten - weil ziemlich flächenhell. Bei der Andromedagalaxie M31 erkennt man meist nur den hellen Kern.


    Wenn ich dann 20-30 Kilometer aus der Stadt herausfahre, geht visuell schon viel mehr, aber immer noch viel weniger als z.B. mal im Januar 2025 in den Bayerischen Bergen. Da beobachtete ich M81 & M82 in einer richtig guten Nacht mit meinem 9,5-Zoll Dobson:


    "Bei der großartigen Durchsicht war ich auf einige klassische Galaxien gespannt: Das helle Paar M81/M82 präsentierte sich
    prächtig, bei M81 fiel das 'S' der Spirale gleich ins Auge, das kenne ich von meinem alten 10-Zöller her auch nur von sehr
    guten Bedingungen. Und die 'Zigarre' M82 zeigte bei 155x und 225x einige Details seiner chaotischen Dunkelstrukturen, ..."


    Gerade wollte ich noch eine Lichtverschmutzungskarte verlinken, aber Erposs hat es ja schon gemacht. Solche Karten waren mich Basis für zahlreiche Beobachtungsausflüge :)


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,

    Bist Du Dir sicher von dieser Woche ? Wohnort ? Deutschland geht der erst mitten in der Nacht auf

    Das Bild ist vom letzten Sonntag 1.3.26 um 17.03Uhr....da ist er noch nicht Nachts aufgegangen

    Euer Austausch hat mich neugierig gemacht, und so hab ich mal im "Himmelsjahr" nachgeschaut warum der Mond vergangene Woche so schnell "die Seiten gewechselt" hat.


    Bei der Aufnahme von Thomas -Sonntag letzter Woche, zwei Tage vor Vollmond-, stand der Mond auf etwa +18° im Krebs. Eine Woche später, diesen Sonntag gegen 1:00, lag er bereits 37° südlicher, auf fast -19° in der Waage. Die Ekliptik fällt in diesem Bereich stark nach Süden ab. Somit stand der Mond vor Vollmond tendenziell schon höher am noch hellen Taghimmel im Osten, und zog sich nach Vollmond besonders schnell vom nächtlichen Abendhimmel zurück. Diesmal kam noch dazu, dass der Vollmond mit dem absteigenden Knoten zusammenfiel; somit wanderte der Mond von einer Position nördlich in eine zunehmend südliche Lage relativ zur Ekliptik, und hat in den acht Tagen noch zusätzlich einiges an Deklination verloren.


    Ich hab eine eigene Aufnahme nochmal zwei Tage früher (vom Freitag den 27.2), da stand der Mond sogar auf etwa +26° Deklination. So war er vier Tage vor Vollmond schon recht lang am Nachmittagshimmel zu sehen:



    Servus

    Ben

    Hallo Christian,


    das finde ich sehr interessant ! Ich war da ...

    Die ganze Assoziation ist ziemlich riesig, so dass die Aufname nur ein kleiner Ausschnitt ist – sogar ziemlich zentral gelegen. Zunächst fallen zwei Sternhaufen auf, nämlich Bica 1 und Bica 2,

    ... mit meinem alten 10-Zöller visuell auch schon unterwegs, 2016 im Karwendel:


    " ... und schließlich über die dichten Regionen um P Cygni weiter in das markante Staubband des 'Great Rift'. Dort liegen die beiden Sternhaufen Bica 1 und Bica 2, interessant weniger wegen ihres Eindrucks im 10-Zöller, sondern vielmehr wegen ihrer tatsächlichen Natur: Sie enthalten viele junge Überriesen, und wären am Himmel schon mit bloßen Augen sehr auffällig, wenn sie nicht durch den dichten Staub so drastisch heruntergedimmt würden."


    Die Haufen kamen recht blass rüber, aber die Ahnung darum, was sich hinter dem dichten Staub verbergen könnte ... 8)


    Servus

    Ben

    Hallo Rainer,


    da kann ich den Kollegen nur zustimmen, ein tolles Komposit mit vielen interessanten Details !

    Die (mir bekannte) Referenz inklusive Pulsar ist bei Uwe Glahn zu finden, der dafür einen 27er auf die Edelweißspitze geschleift hat... das gab mein Landhimmel hier leider nicht her.

    Mit diesem Fernrohr hat mich Uwe am Sudelfeld (November 2012) auch mal explizit zu dem Pulsar hingeführt, ich habe notiert:


    ".... und in Uwe's 27-Zöller gab es bei 600-facher Vergrößerung den Pulsar im 'Crabnebel' M1 zu sehen - war mit indirektem Sehen als eine Komponente eines optischen Doppelsternes auszumachen."


    Ich erinnere mich noch gut an das zarte "Doppelsternchen", war schon was Besonderes. Das war eine gute, durchgehend klare (Sternschnuppen-) Nacht, in der wir auch etwa 30 Leoniden gesehen haben.


    Servus

    Ben