Posts by BenN

    Hallo Christoph,


    danke für deine nette Worte !

    und nett, wie viele Varianten es von feist gibt. Terafeist klingt natürlich besonders deutlich :thumbup:

    Einer meiner Favoriten ist knorpelfeist :D - da denke ich an Galaxien wie M101 oder NGC 4449, wo schon mit mittleren Öffnungen knotige OB-Assoziationen drin sind. Falls du weiteren "feisten" Nachschub haben willst, könntest du in meinen ITT-Berichten von 2016 bis 2021 stöbern, da hat das Wetter meist gepasst und ich hab Haley jeweils umfangreich zitiert ;).


    Das Insekt / der Pilz / der Orionnebel in Türkisgrün waren der Knaller schlechthin.

    Absolut, das waren ganz fantastische Eindrücke, überaus spektakulär 8).


    Ich hab dazu eine interessante Zugabe bekommen. Heut an der VSW hat mir Philipp sein Video gezeigt, basierend auf Polarlichtbildern aus Unterhaching. Und da bildet sich rund anderthalb Minuten vor unserem Insekt eine grüne Erscheinung, die mich an eine Quietschente oder einen sitzenden Idefix erinnert (Bild 1). Daraus entwickelt sich dann eine eckige Figur (Bild 2) -ist das der Pilz ?- um schließlich in unser Insekt zu mutieren (Bild 3):


    Bild 1:



    Bild 2:



    Bild 3:



    Wäre ich allein gewesen, hätten meine Beobachtungen auch als Übertreibunng und Astrolatein gewertet werden können

    Das könnte schon sein, aber es gibt ja genügend begeisterte Zeugen. Haley hat dem Begriff terafeist wirklich ein würdiges Denkmal gesetzt :


    " Die Beamer werden immer mehr und mehr, die Helligkeit verstärkt sich derart, wie bei Vollmond Himmel. Jetzt bietet sich die epische, terafeiste Polarlicht Show, besser als alles, was wir in unserem Leben gesehen haben. Bald ist der gesamte Norden voller Beamer, die mal schmal, mal breit gefächert hernieder gehen" -- 8) 8)


    Servus

    Ben

    Hallo Ralph,


    danke auch dir ! Ich denk auch dass das fast gleichzeitig ist. Die markanten hellen Beamer zur Linken erscheinen auf unseren beiden Bildern ja auch fast identisch. Und die treten bei dir nur ein bisserl nach links zur Seite, viel weniger als das grüne Teil nach oben wandert. Demnach dürften sie ihre Show deutlich weiter im Hintergrund abgezogen haben, während unser - zugegeben kurzlebiges - Insekt relativ dazu ein viel lokaleres Phänomen war. Aus der Geometrie des Ganzen könnten dazu aufgelegte Nerds sicher die ungefähren Größenverhältnisse und Entfernungen berechnen ;).


    Servus

    Ben

    Hallo Jochen,


    ich hab dazu die Aufzeichnung einer visuellen Beobachtung mit dem 13-Zöller, die aber ganz und gar nicht repräsentativ für Mitteleuropa ist.


    Das war 1995 mit Friedhelm auf der Insel Reunion (21 Grad Süd) auf 2200 Metern Höhe bei teils unglaublich perfekten Bedingungen. Friedhelm schrieb in sein Tagebuch:

    "... die Antennen in Corvus [NGC 4038/39] sind extrem gut zu sehen." Ich hab es noch heute genau vor Augen, eine Antenne sprang ins Auge, die andere war zumindest indirekt sehr deutlich zu erkennen. Die Dinger standen bei bestem Himmel im Zenit.


    Das sind legendäre Erinnerungen, so aber bei uns hier niemals zu sehen. Ich denke das taugt nicht als Beobachtungsreferenz - höchstens als anekdotische Fußnote ;).


    Servus

    Ben

    Hallo Johannes, Bianka, Timm und Peter,


    danke für euer nettes Feedback !


    > Johannes:

    ich mußte herzlich lachen, daß neben dem 60cm Spiegelaufbau Ihr Euch den Mond mit dem Papilio gegeben habt ^^ .

    Das kommt vom ITT in Kärnten, wo Haley und ich Stammgäste sind. Wenn das Wetter sehr schlecht ausschaut, droht ja dass man vielleicht gar kein Deep-Sky Objekt im Fernrohr erwischt, eine Null-Nacht oder noch schlimmer ein ganzes Null-ITT - das nehmen wir schon ernst :S . Ein komplettes Null-ITT konnte ich bisher vermeiden, einmal waren es nur drei Fernglasobjekte in einem halbstündigen Wolkenloch (aus drei Nächten) was mich rettete. Oder ein andermal am Tag eine Sonne im PST, das gilt auch .


    Das drohte vom Wetter her neulich natürlich nicht, aber wos ma hod des hod ma ;) .


    > Bianka: Ich lese auch immer gerne deine Berichte :).


    > Timm: Dann bin ich gespannt wie weit ihr in La Palma unseren Spuren folgen werdet. Aber als alter Hase dürftest du unsere Objekte eh fast alle gut kennen 8).


    > Peter:

    ... ist NGC4565, die 'Nadel' unschwer zu finden ...

    Die grandioseste, par-excellence edge-on Galaxie die es am Nordhimmel gibt würde ich sagen.

    Ich würde sogar sagen des ganzen Himmels. Ich bin auch ein großer Fan von NGC 891, gerade wegen des 3D-Effekts relativ zu den vielen Vordergrundsternen der Milchstraße.


    Ich schlag vor wir überlegen das mit dem Zeitabgleich wenn es um einen konkreten Fall gehen sollte , vielleicht könnte man das dann rein detektivisch lösen ;).


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,

    Die franz. Seite kannte ich noch nicht, merci bien ! 😉

    De rien ;).


    PS: Bist Du eigentlich ein Anhänger von Druckkarten oder hantierst Du mit Planetariumssoftware ?

    Nachts vor Ort bin ich normal Dinosaurier und verwende Sternatlanten wie z.B. den isDSA. Davor steht natürlich sehr oft eine Vorbereitung über Computer und Internet; manchmal hab ich dann auch handgemachte Kartenskizzen fürs Starhopping bei schwachen Objekten mit dabei.


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    ein wie gewohnt sehr präziser & informativer Bericht mit zahlreichen interessanten Anregungen ! Und auch sehr schön wieder das "Allsky Time-Lapse 22:50 - 03:45 MESZ", das verstärkt für mich den unmittelbaren Bezug zu dieser spezifischen Nacht :).


    Das folgende Kapitel ...


    (1) Eine Viererbande: NGC4274 (Ring), NGCGC4314 (Bar), NGC4278 (E) und NGC4245 (GX, Com) ...

    ... erinnerte mich gleich an eine sehr lohnende Nacht im April 2018 im Mangfallgebirge, als ich mich mit Ralph`s 20-Zöller in der Gegend unterwegs war. Ich bette NGC 4274 und NGC 4314 dabei noch in Beobachtungen der Umgebung ein:


    'Ich hatte einige mittelhelle Galaxien auf dem Schirm, meist so im Bereich 10 bis 11 mag Helligkeit. Bei denen sah ich gute Chancen, im 20-Zöller einiges an Details erkennen zu können; im Frühling mit seiner schier unbegrenzten Fülle an Galaxien laufen die eher unter "ferner liefen" - am Herbsthimmel wären sie viel bekannter ! Ich war mehr auf Überblick und viele Galaxien als auf feinere Details aus, und so habe ich das 13mm Ethos Okular meist gar nicht gewechselt - die folgenden Eindrücke gelten alle schon für 160x. Einmal ging es in die nördliche Umgebung des Coma-Sternhaufens: Das enge Galaxienquartett "The Box" um NGC 4169 war gut in seine Komponenten aufgelöst, und die nahe NGC 4274 deutete an, warum ihr Aussehen mit dem Saturn verglichen wird. Sehr interessant dann NGC 4314, der markante Balken mit dem auffallend großen und scharf abgegrenzten Kernbereich fiel sofort ins Auge - siehe dazu auch Bertrand Laville's Zeichnung.

    Weiters kam ich bei NGC 4414 vorbei, auch mit auffallend großem Kernbereich. Richtig ergiebig dann NGC 4395: Insgesamt 10,5 mag hell, und im Fernrohr ein größerer Kernbereich plus einer Ansammlung von Knoten, teils mit eigenen NGC-Nummern - diese sind bei Bertrand auf der verlinkten Seite unten samt Zeichnung veröffentlicht, die angegebenen NGC-Knoten konnte ich alle ausmachen.'


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,

    Leider bin ich an dem Abend NICHT 400m weiter auf meine Rundumblicks-Beobachtungswiese gefahren. Dann hätte ich auf 'Eure Himmelsgegend' im Osten einen besseren Blick gehabt (fast könnte man triangulieren !? ;) ). Da wo meine Bilder geschossen sind, hab ich eher viele Bäume und Begrenzungen (und Häuser) um mich rum

    Mein gewohnter Platz am Auerberg war bezüglich der Polarlichter auch nicht ideal, zumal mit vielen Bäumen von West über Nord bis fast nach Osten - darunter eine sehr nahe Fichte. Aber genau diese verdeckt mir die abends länger beleuchtete Kirche, und andere schirmen mich im NO vom kombinierten Lichtkegel Schongau / Peiting (näher) und München (ferner) ganz gut ab - fürs Spechteln sehr gut. So fehlte mir aber auch der durchgehende W-N-O-Horizont, und vom grünen Saum unten konnte ich nur einzelne Teile sehen. Aber ois komma ned hom - wie du sagst: "Wirklich super, dass wir das mal erleben durften (ohne Skandinavien oder Canada Reise) !!!"" :)


    Nach doch mehreren verschiedenen Versuchen, eine (für mich subjektiv) authentisch visuelle Version hinzubiegen, hab ich's etwas aufgegeben.

    Meine visuelle Version stimmt nicht so ganz richtig ...

    Aber ich greife vor, schreibe noch alles auf und lese noch in Web und Papers quer,

    Die visuelle Version trifft es nicht ganz, ist aber ungleich näher am visuellen Eindruck dran als die bunten Bilder; und wie du sagst, Farben sind auch was sehr individuelles, gerade im nächtlichen Grenzbereich. Freu mich auf deine Vollversion, ich werde im Kombination mit der Vornacht bei Haley auch noch einen Bericht veröffentlichen, dauert noch bisserl.


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    eine schöne Preview dieser für so viele von uns hier ganz besonderen Nacht ! Und die Kommentare im Forum zeigen, dass wohl die meisten so gar nicht auf das Spektakel vorbereitet waren das sie erwartet hat. Ja, wir leben halt nicht in Nordskandinavien.


    Dein Allsky Time-Lapse 00:40 - 00:53 MESZ zeigt gerade die interessante Phase, wo Christoph/Rene und ich in Richtung Schwan bzw. Kepheus/Drache so kuriose grüne Gebilde wie "Pilz" / "Insekt" bzw. "Orionnebel" ausmachen konnten. Diese Leuchterscheinungen sind bei dir alle bisserl weiter rechts und etwas verändert zu sehen; klar, vom Hotzenwald aus hast du eine Perspektive von weiter links gegenüber unserer Sichtlinie. Sehr interessant auch deine visuelle Version !


    Ich fand das auch visuell sehr beeindruckend; die Farben kamen natürlich längst nicht so grell rüber wie auf den Bildern, waren aber dennoch deutlich auszumachen - ein großes Spektakel 8).


    Servus

    Ben

    Hallo Christoph,


    ja, diese grünen Teile sind plötzlich irgendwo aufgetaucht, haben sich andauernd verwandelt, und sind dann genauso unvermittelt verschwunden wie sie gekommen sind. In der besten Zeit wo auch "Pilz / Insekt" oder "Orionnebel" auftauchten konnte ich die Farben visuell gut erkennen, das türkis erinnerte mich an das OIII-bedingte Leuchten heller planetarischer Nebel. Genauso kam auch das intensive hellviolett/-rosa der Beamer und das weitflächige rötliche Leuchten gut rüber. Das war echt großes Kino !

    Ich hab zu der Zeit auch mal ein Telefonat abrupt abgebrochen: "Es geht schon wieder ultraspektakulär weiter, I muas Buidln mocha - Servus" ^^.


    Das Flackern im Zenit ist mir ausgekommen, ich habe zu den Zeitpunkten wohl nicht nach oben geschaut. Haley hatte auch davon berichtet: " Zeitweise gabs Streamer aus dem Zenit raus und wenigstens 3mal war quasi stroboskopisches Flackern in den Streamern zu sehen. Nur noch terafeist!"


    Servus

    Ben

    Hallo Christoph,


    ein toller Bericht, der die besondere Situation mit den spektakulären Polarlichtern sehr anschaulich beschreibt. Ja, da wurde Spechteln zur Nebensache - bei euch noch bisserl anders, weil ihr ja Gäste hattet die es auch am Fernrohr zu verköstigen galt.


    Ich war am Rückweg aus dem Allgäu, wo ich bei Haley eine schöne Spechtelnacht am 24-Zöller erlebt hatte. Der Auerberg war dann als Zwischenstation für eine weitere Galaxiennacht mit dem Fünfling gedacht, die Polarlichter hatte ich dabei auch nur eher vage im Kopf - freilich, der Sonnenfleck war schon gewaltig gewesen, mit bloßem Auge und Sonnenschutz überdeutlich. Ich wurde von dem Schauspiel dann aber auch sehr überrascht.



    (1) So sah das bei mir um 1:07 MESZ aus:



    (2) War das dieses Teil um 0:44 ? Ich sehe da ein grünes Insekt auf mich zufliegen ^^.



    (3) Um 0:52 hatte ich diese Erscheinung:



    Du warst ja nur rund 30 Kilometer Richtung NO von mir weg, da müsstest du die Lichter fast identisch gesehen haben - nur noch kleines bisserl näher dran, die Richtung passt ja ;)


    (5) Gegen 1:55 MESZ lag eine deutliche Grenze an der Verbindung Atair - Ras Alhague:



    (4) Allerdings - ein famoses Spektakel 8) 8)


    Servus

    Ben

    Hallo Simon,


    tolles Video ! Beim Anschauen fiel mir gleich das "grüne Insekt" bei 0:49 auf, weil ich es auch aufgenommen habe und sehr reizvoll finde:



    Passt auch geometrisch sehr gut. Das grüne Teil liegt Richtung NO, und die Schweiz vom Auerberg (Südbayern) aus grob in Gegenrichtung W-SW. Daher bin ich näher dran, und das Insekt steht bei mir höher am Himmel (bei Epsilon Cyg) als bei dir (bei Zeta Cygni).

    Und es wird so nie wiederkommen ;).


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    gestern am Auerberg habe ich NGC 6085 / 6086 mit dem 9,5-Zoll Fünfling probiert, bei 97x und 155x. Ich konnte aber nichts Definitives erkennen, auch wenn es mir so schien als ob an der Stelle von NGC 6086 indirekt mal was aufgetaucht ist. Aber viel zu unsicher, also nicht gesehen.


    Von den Werten her kann ich mir schon vorstellen, dass bei richtig gutem Himmel mit der Öffnung hier was geht. Die hellsten Exemplare des klassischen Herkules-Galaxienhaufens Abell 2151 konnte ich im 10-Zöller schon gut erkennen.


    Gestern kam natürlich noch das spektakuläre Polarlicht dazu, dass nicht nur ablenkend sondern auch aufhellend war ;). Die Nördliche Krone war gegen ein Uhr spürbar im "roten Bereich":



    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    ja, das war letzte Nacht ein eindrucksvolles Spektakel ! Dieser Zwischenstopp am Auerberg war schon ein paar Tage geplant, und eigentlich für eine Beobachtung von Frühlingsgalaxien vorgesehen. Dann zeigte sich das Polarlicht aber derart spektakulär - und himmelsaufhellend ;) - dass ich dafür kaum mehr ein Auge hatte.


    Es begann ja schon sehr gut:



    Und erreichte in der dreiviertel Stunde bis ein Uhr den Höhepunkt. Auch visuell kam das rot, violett und türkis dann sehr deutlich rüber, mit schnellen Veränderungen der Lichtstrukturen - ein grandioses Spektakel.




    Und auch am Rückweg zum Auto kurz vor drei Uhr war es noch lange nicht vorbei:



    Servus

    Ben

    Hallo Yorick,


    ein Bortle 2 Himmel ist für Mitteleuropa ganz hervorragend, und wenn die Messier-Objekte nicht zu tief stehen gehen sie in klarer Nacht mit einem 4-Zoll Dobson dann alle - ohne größere Probleme. Aber wie die Kollegen schreiben, sie müssen natürlich erst gefunden werden.


    Es gibt ja sogar Spezialisten unter den Beobachtern, die alle Messiers mit einem 8x30 Feldstecher zumindest indirekt blickweise ausmachen konnten. Der obige Link von Stathis führt zu Uwe Glahn, der das geschafft hat. Ein anderer ist Tom Polakis aus Arizona, ich war dabei als er (fast) das Gleiche beim Messier Marathon 2015 erreicht hat -

    ihm fehlte schließlich nur der Kugelhaufen M30, der für einen kleinen Feldstecher in der schnell zunehmenden Morgendämmerung viel zu tief stand.


    Aber das sind Extrembeobachter, ich würde das nicht schaffen. Aber im 4-Zoll Dobson ist das ja ungleich einfacher.


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    wieder ein sehr professioneller & detaillierter Bericht, und besonders informativ was die räumliche Lage der Galaxien innerhalb des Virgohaufens betrifft:thumbup:.Wenn ich mal wieder bei M90 vorbeikomme werd ich dran denken dass die Galaxie vielleicht nur auf der Durchreise durch den Haufen ist und ihr eine gute Weiterreise wünschen ;).


    Viele interessante Objekte ! Die echt sehenswerten Paare NGC 4298 / NGC 4302 und NGC 4567 / 68 (Siamese Twins) nehme ich auch immer gerne mit. Bei Letzteren hab ich auch schon verschiedene Interpretationen gelesen ob sie nun physisch interagieren oder nicht.


    Die ganze Gegend stellt sich dort als sehr sehenswert heraus - alles voller WCBS Galaxien ! NGC4261 liegt im Fokuspunkt einer Bogengruppe von Sternen. Am deren Nordende steht noch NGC4260, eine Sa Glaxie mit BTmag= 12.47 mag bei D= 37.7 Mpc, also noch etwas weiter im hinteren Teil des Background-Sheets. In der Gegenrichtung im Süden gibt es eine sehr schöne Formation von GXs in Mercedesstern-Form: NGC4268, NGC4270, NGC4273, NGC4281 (eine ZV-class Gx dabei: NGC4270). ... Zusammengefasst: wenn man 40' Gesichtsfeld hat, stehen alle diese GXs in einem Feld - wow ! - annähernd so sehenswert wie die Markarian Kette. - unbedingt angucken !

    Ja, und in der Mercedesstern-Gruppe gab es im April 2020 eine Supernova, die hatte ich im 9,5-Zoll Fünfling bei sehr guten Bedingungen am Alpenrand eingestellt :


    " ... Über den schönen Farbkontrast-Doppelstern 17 Vir habe ich mich zu der nahen Galaxiengruppe um NGC 4281 und NGC 4273 hingehangelt, die fallen mit Helligkeiten ab 11,3 mag im Fünfling ins Auge. Die Supernova lag in der nur 13,4 mag hellen Galaxie NGC 4277 - hier eine Aufnahme von G. Locatelli mit Vergleichshelligkeit. Sie war etwa 14 mag hell, und ich konnte sie indirekt sehr gut erkennen; den abgebildeten Vergleichstern habe ich auch identifiziert, für eine Vergleichsabschätzung war mir die Supernova aber zu schwach."


    Nahe dran, direkt zuvor, hatte ich eine meiner Lieblingsgalaxien mitgenommen: "Auf dem Weg zur Supernova bin ich an der schönen Galaxie M61 vorbei gekommen. Im Fünfling konnte ich ausmachen, dass sie einen eher eckigen Umriss hat, anders als die meisten anderen Spiralgalaxien. Zudem war auch die Richtung des zentralen Balkens zu erkennen, und ansatzweise auch der kurze helle Arm, der im Norden wegknickt. Von Fernrohren im Bereich von 16- und 20 Zoll Öffnung habe ich die eckige Spiralstruktur sehr schön in Erinnerung."


    erstmal sehr prominent NGC4526, eine helle S0 Galaxie. Sie ist sehr flächenhell, problemlos. 30' nördlich dann die schöne Sc NGC4535 ... ja klar, die Scheibe sieht man einwandfrei, auch dass diese recht gross (!) ist (mit field sweep). Der Kern ist elongiert NO-SW. ABER: die Arme kommen bestenfalls schwächlichst angedeutet rüber, insbesondere erstmal ohne Vorwissen

    Zu diesem schönen Paar habe ich einen Eintrag aus den Bayerischen Alpen, mit Ralph's 20-Zöller:


    'Im südlichen Bereich des Virgohaufens liegen die benachbarten Galaxien NGC 4526 und NGC 4535 - erstere ist einfach zwischen zwei 7 mag hellen Sternen zu finden.

    Bei NGC 4535, der "Lost Galaxy", schien mir das seitenrichtige "S" der Spiralstruktur blickweise immer wieder aufzutauchen, hauchzart innerhalb des rundlichen Nebels; ich habe mir die genaue Ausrichtung des S eingeprägt, und konnte den Eindruck daheim anhand von Fotos im Netz bestätigen - hier noch eine Zeichnung von Uwe. Ein Objekt subtiler Schönheit !'


    Servus

    Ben

    Hallo Peter,


    deine originellen Sternfiguren als Suchhilfe im Virgohaufen gefallen mir gut - sehr schön :).


    Ich hab mir da im Lauf der Zeit eine Grundstruktur eingeprägt, einen gewundenen Starhopping-Pfad, der mehr von den helleren Galaxien selber als von den Sternen gebildet wird. Dabei steige ich von Norden kommend bei 6 Comae ein, oder von Süden her bei Rho bzw. 20 Virginis. Das sind sozusagen meine Einfahrten auf die Galaxienautobahn,

    und auf der geht es direkt am Weitwinkelokular weiter - zumindest im 10-Zöller und den kleineren Geräten. Von Norden über M99 kommend ist das tolle Zentrum um M84/86 nicht allzu weit weg, und von Süden die Gegend um M59/M60 bzw. die Siamese Twins; und diese Areale sind über die gewundene 'Autobahn' miteinander verbunden. Ein besonders spektakulärer Teil der Route ist natürlich die Markarian-Kette !


    Die Vertrautheit mit der Gegend kam mir bei den Messier-Marathons sehr zupass, das ging dann ab M85 / 6 Comae in einem Rutsch durch. Mit anschließender Fortsetzung entlang der Stern-Ränder deines 'suitcase' zu M49 und schließlich hinüber zu M61.


    Servus

    Ben

    Hallo Günter,


    eine tolle Aufnahme dieses großartigen Galaxienpaares !

    Kritik und Anmerkungen sind wie immer herzlich willkommen.

    Gerne, und von mir wie gewohnt eine Ergänzung aus der Sicht des visuellen Beobachters. In einer sehr guten Nacht am Alpenrand konnte ich im 9,5-Zoll Fünfling hier Details ausmachen:


    ' ... Weiter ging es über "Fisch" und "Haken": NGC 4631 ist eine schöne große edge-on Galaxie, der Umriss eines Herings trat über ihre dickere Osthälfte deutlich hervor. Gut zu sehen auch ein heller Knoten, und von dem aus über den 12 mag-Vordergrundstern hinaus verlängert war im Norden die kleine Begleitgalaxie NGC 4627 klar zu erkennen - Uwe hat mit 16-Zoll eine Menge an Details herausgekitzelt. Und auch der "Haken" NGC 4657/57 machte visuell seiner Bezeichnung alle Ehre - ein tolles Paar.'


    Servus

    Ben

    Hallo Stathis,


    ein tolle Aufnahme dieses schönen Abell-PN's ! Ich hatte den Nebel vor einem Jahr auch visuell im 9,5-Zoll Fünfling eingestellt, bei einer guten Nacht im Oberpfälzer Wald.

    Ich zitiere aus meinem Bericht, hier eingebettet zusammen mit dem nicht weit entfernten Abell 31:


    " ... zum besonders großflächigen Abell 31: Mit OIII-Filter machte sich bei indirektem Sehen und 45-facher Vergrößerung ein diffuses bogenförmiges Leuchten bemerkbar.

    Die Position seines Kollegen Abell 33 war nahe Iota im Sternbild Hydra auch schnell gefunden, er liegt fast an dem mittleren Stern einer kleinen Dreierkette an. Wieder nur mit OIII konnte ich hier indirekt blickweise eine zarte rundliche Aufhellung ausmachen. Das sind zwei interessante Objekte, die im Fünfling natürlich viel subtiler rüberkamen als im 16-Zöller vor gut zehn Jahren."


    Servus

    Ben

    Hallo Caro,


    tolle Eindrücke, Glückwunsch !


    Zwei Freunde aus der VSW München hatten auch Glück, und mailten:


    Aus Mexiko: " ... wir melden erfolgreich Vollzug! ... Ich schwimme grade noch in Endorphinen. VIVA Mexico!"


    Aus Texas: " ... ein Riesenglück mit der Sofi!!! Zur Totalität, wenige Minuten vorher lösten sich alle Wolken nahe der Sonne auf, nur wenige Cirren!!! Sagenhaft! ... Nach der Finsternis nach 10 Minute alles bewölkt, jetzt wieder klar. Unglaublich, wie das Wetter hier mitspielt!!"


    Servus

    Ben

    Hallo Andreas,


    tolle Aufnahmen zweier großartiger Objekte vom Südhimmel ! Ich finde beide auch visuell ganz toll, und hab 2018 in Südafrika zum Sternhaufen notiert:


    " ... ganz nah bei Eta Carina in einem enorm reichen Feld. Dabei ist NGC 3293 - wie schon erwähnt mit einem roten Überriesen - mit 4,7 mag ziemlich hell, und dabei klein und sehr dicht gepackt - wunderbar ! Er liegt rund 6000 Lichtjahre entfernt im Carina-Sagittarius-Spiralarm unserer Milchstraße, genauso wie der Eta-Carina-Nebel selbst, und etliche andere helle Haufen der weiteren Umgebung."


    Gerne weitere remote Beobachtungstermine der VdS ... ;)


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    in der Abendführung der VSW konnten wir den Gästen heute einen Superlativ anbieten. Der Himmel war derart eingestaubt, dass von M42 im 20-Zöller (!) nur das Trapez übrigblieb, ganz ohne Nebel. So meinte Kollege Martin: "Der schlechteste Orionnebel aller Zeiten" ^^ 8).


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    in Südbayern ist der Regen noch nicht angekommen, und der Himmel weiterhin recht eingestaubt; erst für die Nacht auf Mittwoch sind Niederschläge angesagt. Vorgestern am Auerberg musste ich beim Sonnenuntergang (linkes Bild) an den Vulkanstaub des Eyjafjallajökull von 2010 (rechtes Bild) denken.




    Damals traf sich eine Münchner Runde zum Spechteln am Alpenrand, und im Zenit war der Himmel doch brauchbar: "Trotz der sehr sichtbaren trüben 'Vulkansuppe' - man konnte recht früh direkt in die Sonne schauen, was bei dieser Sonnenhöhe normal nicht geht - wurde es nachts in zenitnäheren Bereichen ein recht ordentlicher Himmel - bei schön ruhiger Luft mit scharfen Bildern."


    Servus

    Ben

    Hallo miteinander,


    gestern habe ich mit einem alten Freund einen Ausflug an den Alpenrand gemacht, es war richtig sommerlich. Mit der Idee, Wandern & Sightseeing mit einer anschließenden Beobachtung auf dem Auerberg zu verbinden, und ihm im Fünfling ein paar schöne Objekte zu zeigen. Die Wetterprognosen hatten eigentlich recht gut ausgesehen, aber auch bei uns kam der Saharastaub dann stark ins Geschäft.


    Ich hab den Kometen in Rahmen des vielen Siffs im Feldstecher nicht gefunden, und schließlich ein paar Stimmungsbilder des sinkenden Wintersechsecks gemacht. Auf einem von denen sehe ich nachträglich ein Objekt ...



    ... das der Komet sein könnte, im rechten Ausschnitt durch ein grünes "x" markiert, die Position sollte etwa passen. Den hellen Stern beim " ? " kann ich dann aber nicht zuordnen, Hamal wäre dann weiter weg - vielleicht ein Artefakt ?


    Wir haben uns noch ein paar schöne Sternhaufen und Galaxien angeschaut. Der ganze Himmel erschien spürbar heruntergedimmt, und sah nicht nach Auerberg, sondern eher nach Münchner Vorstadt aus. Mei, dem Freund haben die Objekte im Fernrohr trotzdem gefallen, und gleichermaßen das Drumherum der Natur mit tollem Bergpanorama und späterem Waldkauzkonzert - hat sich allemal gelohnt :)


    Servus

    Ben