Bildfeld-Derotator

  • Hallo Sternenfreunde
    ich trage mich mit dem gedanken statt einer polwiege einen bildfeld-derotator zu kaufen.hat hier jemand erfahrung ob der bildfeld
    derotator seine aufgabe erfüllt oder doch lieber eine polwiege.
    ich besitze ein meade 12 zoll sc gp200.
    für eure hilfe voraus besten dank
    bernd r

  • Hallo,


    mich würden eure Erfahrungen auch interessieren. Ich habe meinen 14 Zöller bisher nur azimutal zur visuellen Beobachtung eingesetzt. Ich möchte aber eventuell in die digitale Astrofotografie mittels DSLR einsteigen. Die Bildfeldrehung wird aber zum Problem. Alternativ könnte natürlich eine Polhöhenwiege zum Einsatz kommen. Diese halte ich aber aufgrund der Gewichtsverteilung für problematisch.


    Gruß,
    Uwe

  • Hallo Bernd!
    Wenn Du ernsthaft Astrofotografie machen willst ist
    eine Polwiege ein MUSS!
    Die Negativas des Derotators:
    Es ist ja schon schwierig genug mit einer Polwiege
    1 Motor (RA) so genau zu betreiben, daß der Stern bei langer Brennweite punktförmig bleibt.
    Beim Betrieb in Azimutal kommt dann noch der 2. Motor (Dek) dazu und mit dem Derotator müssen 3 Motoren im Gleichklang gehalten werden.
    Auch bei höherwertigen Montierungen als bei solchen mit Meade- und Celestron Qualität ein unmögliches Unterfangen...
    Huckepack Aufnahmen mit DSLR und Tele gehen nicht.
    Belichtungen im Zenith gehen ebenfalls nicht.
    Für gute Deepsky Aufnahmen brauchts halt schon
    einen Autoguider oder ein Leitfernrohr.
    Autoguider und Derotator zusammen das geht nicht gut.
    Mit Leitfernrohr bräuchtest Du dann ebenfalls fürs
    Leitrohr einen Derotator der im Gleichklang mit den anderen
    3 Motoren läuft - völliger Unsinn.
    Langzeitbelichtungen mit Derotator sind unmöglich!
    Aufnahmen mit ein Paar Sekunden gehen sicher
    aber da kommen keine erwähnenswerten Bilder raus.
    Lass Dir von niemanden einreden, daß mit einem Bildfeldrotator Qualitäts Deep Sky Bilder gemacht werden können.
    Such mal im Internet nach Amateur Deepsky Bildern mit Derotator.
    Da findet man nix gscheites.
    Gute Bilder gelingen nur mit guter parallaktischer Montierung
    und gutem Guiden!!!
    Und dann brauchts noch jede Menge an Bildbearbeitungs Know how.


    Gerald

  • hallo gerald + benny
    erstmal vielen dank gerald für deine klaren worte betreff schwierigkeiten mit dem derotator, hat mich überzeugt, die finger davon zulassen. die idee von benny, selber eine zubauen, werde ich in die tat umsetzen.
    nochmals vielen dank für eure antworten


    bernd r [:)]

  • Moin allerseits,


    am 16" LX200 Classic (alt-az) der TUM arbeite ich auch mit einem Derotator und war anfangs was dessen Leistung angeht sehr skeptisch. Jetzt, nach vielen Aufnahmen, muß ich sagen, daß das Teil perfekt arbeitet. Probleme mit fehlerhafter oder falscher Drehung hatte ich noch keine. Selbst bei einer Aufnahmesession über eine Stunde hinweg waren die Einzelframes keineswegs gegeneinander verdreht.
    Schade ist einzig und allein, daß man nicht mal eine Kamera Piggyback draufsetzen kann um Großfeldaufnahmen zu machen.


    Ciao,
    Martin

  • Hallo Gerald,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Mostschaedel</i>
    Auch bei höherwertigen Montierungen als bei solchen mit Meade- und Celestron Qualität ein unmögliches Unterfangen...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Jetzt weiss ich endlich warum die Aufnahmen mit dem VLT und Konsorten immer so schrecklich aussehen. Vielleicht hätten die vor dem Bau dieser monströsen Teile mal besser einen echten Experten konsultiert.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Belichtungen im Zenith gehen ebenfalls nicht.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Grundsätzlich oder nur bei einer bestimmten Konfiguration aus Teleskop, Montierung und Rotator???


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Für gute Deepsky Aufnahmen brauchts halt schon
    einen Autoguider oder ein Leitfernrohr.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Oder einfach eine sehr gute Montierung...


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Langzeitbelichtungen mit Derotator sind unmöglich!<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Welcher grauen Theorie entstammt diese Weisheit ???


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Aufnahmen mit ein Paar Sekunden gehen sicher
    aber da kommen keine erwähnenswerten Bilder raus.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Auch das würde ich so mal nicht unterschreiben. Je nach Objhekt, Kamera und Processing kann da einiges bei rauskommen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Lass Dir von niemanden einreden, daß mit einem Bildfeldrotator Qualitäts Deep Sky Bilder gemacht werden können.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Genau, und bei der Gelegenheit schreibe gleich mal 10 Emails an NASA und ESO, dass ihre azimutalen Montierungen völliger Quatsch sind...


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Such mal im Internet nach Amateur Deepsky Bildern mit Derotator.Da findet man nix gscheites.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Muss das jetzt zwangsläufig am Derotator liegen???


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Gute Bilder gelingen nur mit guter parallaktischer Montierung
    und gutem Guiden!!!<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Aha, jetzt weiss ich also was ich falsch mache. Wenn ich bei 9m Brennweite nach 5 Minuten noch runde Sternabbildungen habe dann muss ich unbedingt einen Guider anschmeissen, damit die endlich wieder etwas länglich werden, oder?


    Sorry Gerald, aber Deine Aussagen sind mir ehrlich gesagt viel zu Pauschal. Auch ich bin kein Freund von azimutalen Montierungen für die Astrofotografie im Amateurbereich. Da ist mir persönlich noch nix wirklich feldtaugliches untergekommen. Das heisst aber nicht, dass es das nicht gibt oder irgendwann geben wird. Und in vielen Bereichen haben wir schon erlebt, dass wenn die Funktionen von der Hard- in die Software wechseln, was beim Einsatz eines Derotators letztlich der Fall ist, auch eine neue Flexibilität entsteht.


    Auch ist das mit dem Leitrohr nicht ganz so einfach. Bei kurzen Brennweiten ist das ok, aber je länger die Brennweiten werden umso mehr kommt das Problem der Durchbiegung der Teleskope zum tragen. Dabei kann es soweit kommen, dass Aufnahmen ohne Guiding besser werden als mit Guiding bei dem nur die unterschiedliche Durchbiegung der Teleskope "ausgeglichen" wird. Für optimale Ergebnisse muss es eigentlich ein Off-Axis Guider sein und der sollte auch mit einem Derotator funktionieren.


    steffen

  • Hallo Namensvetter,


    ich habe früher auch mal den Rotator an einem 12" Classic verwendet.
    Ich habe damit am (Meade-) offaxis-Guider mit Fadenkreuz Belichtungen bis 60Min gemacht. Autoguiding mit diesem setup bezweifle ich, daß es geht.
    Technisch hat das ganze (mit den 3 Motoren)funktioniert, was ich schon bemerkenswert fand. Ich hatte immer nur Schlechtes über den Rotator gehört und wollte es einfach selber wissen, was da dran ist.


    Wie Gerald aber absolut richtig schreibt, sind einfach (zu) viele Einschränkungen mit dem Rotator erbunden. Hauptmanko nach meiner Einschätzung:
    - Kein Leitrohr verwendbar
    - keine Zenitaufnahmen, wo der Himmel am besten ist (bzw. wäre).


    Wenn man einen (oer zwei) Vorteile nennen will:
    - Günstigere Gewichtsverhältnisse für die Gabel
    - Keine Polausrichtung nötig


    Inzwischen verwende ich auch eine große Wiege und würde dies empfehlen.


    CS
    Bernd

  • Hi Bernd,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">ich habe früher auch mal den Rotator an einem 12" Classic verwendet.
    Ich habe damit am (Meade-) offaxis-Guider mit Fadenkreuz Belichtungen bis 60Min gemacht. Autoguiding mit diesem setup bezweifle ich, daß es geht.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    welches Autoguider-Setup hast Du denn genau verwendet? Bei mir an der TUM hängt am 16" eine ST9E (selfguiding) - und das funktioniert wie weiter oben schon geschrieben, perfekt. Guidingwerte in der Größe von 0.2-0.5 Pixel kann ich konstant halten.


    Ciao,
    Martin

  • Hallo Martin,


    da hast Du recht, selfguiding-Cams sind wohl die Ausnahme bzgl. meiner Aussage. Ich dachte an die Verwendung eines seperaten Autoguiders, wie es ja eher verbreitet ist und im Zeitalter der immer größer werdenden chips auch eher einzig die praktizierbare Lösung darstellt. (Wenn man kein 16" hat, ist aber ja auch die Lichtausbeute für den Guidechip in Verbindung mit den Filtern nicht ganz unproblematisch...)
    Und beim (Meade)OAG (,der schön kurz baut) ist man dann mit dem Lichtweg und der Lichtausbeute schon relativ stark eingeschränkt, sodaß eine WEB-cam überaupt nicht mehr gehen dürfte, eine seperate CCD zum Nachführen muß auch schon was besseres sein... .
    Ich habe dann später auf der Wiege zuerst weiter den Meade OAG, dann den kleinen Lumicon, zuletzt den großen Lumicon OAG verwendet.
    Mit dem GEG kann man wirklich brauchbar autoguiding-Sterne finden, der geht aber ja nicht mehr zusammen mit dem Rotator... .
    (Ich verwende inzwischen wieder eine seperate Leitrohroptik.)




    Allerdings kenne ich Dein 16" setup nicht, meine Erfahrungswerte beziehen sich ausschließlich auf das 12", zu dem ja auch gefragt wurde.
    CS
    Bernd

  • hallo


    die Probleme der az. Aufstellung mit Derotator liegen halt beim Guiden.
    Wenn der Leitstern nicht in der Mitte des aufzunehmenden Bildfeldes liegt, bleibt ein Rotationseffekt erhalten.


    Es gibt aber sogar dafür ein Lösung von einem Amateur:


    http://www.ghg.net/cshaw/guiderot.htm


    Zugegeben, der Aufwand dürfte nicht Jedermanns Sache sein -
    aber es zeigt, dass sogar das Guiden mit Leitrohr im Alt/Az-Betrieb funktioniert!


    clear skies


    Wolfgang

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Frosty_Theo</i>
    <br />hallo


    die Probleme der az. Aufstellung mit Derotator liegen halt beim Guiden.
    Wenn der Leitstern nicht in der Mitte des aufzunehmenden Bildfeldes liegt, bleibt ein Rotationseffekt erhalten.


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Wolfgang,


    aber wenn der OAG hinten am Rotator hängt, dreht sich doch der Leitstern mit! - Oder liege ich da falsch mt meiner bisherigen Annahme? [?]


    Dein link ist übrigens spitze! Gehört absolut ins Kuriositäten-Sammelsurium...[:)]


    CS
    Bernd

  • hallo Bernd,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Hallo Wolfgang,


    aber wenn der OAG hinten am Rotator hängt, dreht sich doch der Leitstern mit! - Oder liege ich da falsch mt meiner bisherigen Annahme?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Doch, da hast du sicherlich recht.
    Wenn der OAG mitrotiert, bleibt die Position des Leitsterns gg. den Aufnahmesensor ja immer erhalten und das Ganze sollte funktionieren.


    clear skies


    Wolfgang

  • Hallo nochmal,


    habe mal in der Festplatte gewühlt und sogar noch ein Bild des Rotator-setups gefunden.
    Das stammt noch aus der Phase, wo ich auch mal sehen wollte, wie gut oder schlecht der pictor201 funktioniert... .
    (Ergebnis: Mit OAG = negativ, mit Leitrohr = ja. Bleibende Erinnerung: Langdruck, Mitteldruck und Kurzdruck sind zu unterscheiden! - Nur für sensible Nicht-Choleriker [:D] Das Teil geht aber grundsätzlich und ist nicht so schlecht wie sein Ruf, meine ich... .)



    Man kann den Rotator sehen, der am Recucer angeschraubt ist; er ist nach oben gedreht, damit unten mehr "headroom" [:o)] ist;
    und da d'ran hängt dann der Meade OAG mit dem pictor201 und dann die Minolta.
    Das waren noch Abenteuerzeiten, mannomann [;)] [;)][;)]



    CS
    Bernd

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