Kaufempfehlung ZWO Widefield Kamera

  • Moin, ich überlege für mein Askar FMA 180 Pro eine Kamera anzuschauen für widefield Aufnahmen von großen Nebeln und Galaxiehaufen.


    Im Blick habe ich zz. Die Zwo 071mc, 294mc und die 2600mc. Wobei die 2600mc doch ordentlich Geld kostet und ich überlege wie groß ist der unterschied zu den anderen in der Qualität.. von der Abbildungsgröße sind diese nahe zu fast identisch im widefield.


    Was würdet ihr empfehlen bzw. Wie sind eure Erfahrungen? Oder gibt es sogar alternativen? Ich habe noch eine zwo 533mc aber die Vergrößerung ist schon extrem im Vergleich zu den anderen Kameras.


    Interessant ist natürlich auch, muss es dann zwingend eine gekühlte Kamera sein?


    Kann durch die höhere Auflösung vlt. Sogar die 533mc ersetzt werden durch Cropping?

  • Moin,


    ich persönlich würde empfehlen für widefields einen entsprechend großen Chip zu nutzen. Somit blieben noch die 071 und die 2600. Die 071 hat jedoch noch größere Pixel als die 2600.


    Meiner Meinung nach solltest Du die 2600 ins Auge fassen. Ich nutze den IMX571 Chip auch für widefields und bin sehr glücklich damit. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass die Kosten der Kamera eher abschrecken. Ging mir genauso, daher habe ich mich für eine ToupTek entschieden. Die lässt sich jedoch nicht mit der ASI Air steuern.


    Ich habe auch schon einmal meine 678MC an meine 250mm geschraubt. Das geht natürlich auch, allerdings geht dann der widefield-charme verloren und die dazugewonnen Details lassen sich mit größeren Teleskopen deutlich besser abbilden.


    Mit der 2600MC sollten sich durch 3fach drizzeln wieder einige Details zurückholen lassen. Inwieweit das auch mit der 071 geht, müsstest Du mal prüfen.


    Besten Gruß

    Marco

  • Hm okay, ja mein Grundgedanke war auch irgendwie vlt. Die 533mc durch die 2600mc dann zu ersetzen weil eben die Bildauflösung vlt. Den Vorteil bietet das Bild zu croppen und man dann theoretisch auf eine gleiche Abbildung kommt wie mit der 533mc. Zumal die 2600 ist glaube ich so das high end Model von Zwo... Da sollte man vlt. Wirklich überlegen einmal richtig investieren wie 2 mal neu kaufen.. hab das mit der Montierung auch gehabt. Von Az Gti zu iexos pmc 8 und dann die zwo am5 also da hat man ausgesorgt und man hätte vlt. Direkt in die AM5 gehen sollen.


    Wie gesagt erhoffe mir os ein bisschen mit der 2600er dann so eine Art Eierlegende Wohlmilchsau in Richtung Brennweite.. das man wie gesagt die Bilder dann croppen kann und dadurch eine höhere Brennweite erreicht. Die 533mc ist da wieder zu klein mit dem Sensor und hat dadurch eine schlechtere Abstimmung für widefield sozusagen.


    In meiner Theorie sind Bilder auch sowieso in sagen wir mal einer Auflösung von 2k am sinnvollsten auch für Upload etc. Also da kann man dann Mal eben von 6248x4176 auf zb. 2082x1392 runter croppen und hat sozusagen ne Brennweite von 500mm statt 180mm erzeugt.


    Und für widefield Widerrum könnte man dann die volle Sensorgröße verwenden und das Bild einfach verkleinern von der Auflösung, hat aber trotzdem ein tolles widefield.

  • Moin,


    ersteinmal muss festgehalten werden, dass ein crop einfach nur ein crop ist. Wenn du das Bild zuschneidest ändert sich nichts am Abbildungsmaßstab.


    Den IMX 571-Chip hatte ich mir geholt für Brennweiten zwischen 750 und 1000 mm. Da ist er gut aufgehoben, jedenfalls bei meinen Verhältnissen.


    Beim Widefield kommt es meiner Meinung nach nicht so sehr auf die Auflösung der Objekte an, sondern auf die "Szenengestaltung". Möchtest du hochauflösende Widefields haben, musst Du Mosaike erstellen.


    Ein Weg bei den Widefields etwas Auflösung zurückzugewinnen ist halt das Drizzeln, da Widefields in der Regel stark an undersampling leiden.


    Du musst dich da halt entscheiden: Entweder eine gute Kamera für größere Brennweiten, die aber auch super Widefields macht, oder eine Kamera die optimal auf das Auflösungsvermögen deines Teleskops abgestimmt ist. Dann geht jedoch der Charme des großen Feldes verloren, da die Chips in der Regel kleiner sind.


    Vom Gedanken der "eierlegende Wollmilchsau" wirst du dich trennen müssen, speziell in der Astrofotografie. Wenn dann immer nur mit Kompromissen.


    Gruß Marco

  • Eine Weitfeld Kamera hat einen möglichst großen Chip. Die Brennweite der Optik wird einzig und allein vom optischen System selbst bestimmt und ist unabhängig von der Kamera, die hinten dran hängt. Dein FMA 180 hat 180 mm Brennweite, egal ob du eine APSC für große Felder oder eine MiniChip Planetenkamera dranhängst. Nur der Bildausschnitt wird kleiner, davon kriegst du jedoch nicht plötzlich 500 mm Brennweite, auch nicht durch croppen. Bei der Fotografie spricht man ohnehin nicht von "Vergrößerung" sondern vom "Abbildungsmaßstab" und "Bildfeld".


    Meines Wissens ist die 533MC und die 2600MC bis auf die Chipgröße gleich. Gleiche Pixelgeröße, gleiche Technologie, gleiche Kenndaten, gleiche Ansteuerung. Ich habe jedenfalls im Handling und Performance der beiden keine Unterschiede feststellen können. Wenn dir die 2600MC zu teuer ist, könntest du auch bei deiner 533 bleiben und große Felder durch Mosaike abdecken. Das Ergebnis wird gleich sein, nur dass du für das Mosaik mehr Gesamtbelichtungszeit aufwenden musst.


    Wenn man sich unbedingt an das ZWO Universum fesseln will, muss man halt zur Zeit für die APSC Kamera bei gleicher Leistung 1.000 Euro mehr zahlen. Ich war dazu nicht bereit, und habe mir die Touptek 2600C besorgt, mit der ich nach etwas Einarbeitung sehr zufrieden bin.


    ...mein Askar FMA 180 Pro eine Kamera ... für widefield Aufnahmen von großen Nebeln und Galaxiehaufen

    Welche Galaxienhaufen schweben dir vor, mit 40 mm Öffnung und 180 mm Brennweite fotografieren zu können?

  • Also mir geht es hauptsächlich um solche Aufnahmen:


    SADR AND CYGNUS NEBULA COMPLEX
    An astrophotograph by DeepLab on AstroBin
    www.astrobin.com


    Orion Region
    An astrophotograph by Jason Hyde on AstroBin
    www.astrobin.com


    mit dem Croppen meinte ich nur das man dann wenigstens auch Objekte vereinzelt zentral darstellen kann.. deswegen war ja auch die Annahme das bei größerer Auflösung man mit einem Crop in etwa an die Darstellung kommt wie mit einer Kamera die einen kleineren Chip hat.

  • Ich habe das ganze mal mit einem Foto veranschaulicht..


    Bild1 zeigt das Foto mit einer 2600MC


    Bild2 zeigt den Ausschnitt der bei einer 533MC dargestellt werden würde


    Bild 3 zeigt den Ausschnitt


    Bild 4 zeigt nun den Vergleich zwischen dem Bild einer 2600er und einer 533er


    Man erkennt keinen Unterschied bei der "Qualität" des Bildes.. das meinte ich damit.. das man die 2600er im Prinzip mit der 533er ersetzen kann wenn man das Bild dann Croppt.


    Wenn man jetzt noch bedenkt.. das Bild der 2600 wird ja als Beispiel!! in 6000x6000 erstellt.. davon braucht man effektiv bei so einem ausschnitt nur 3000x3000.. meistens speichert man sich Bilder nur in 2000er Auflösung oder lädt sie hier hoch.. vom prinzip kann man es auch damit vergleichen wie beim Digitalen Bildstabilisator einer Kamera.. die macht 4K aber nutzt nur 2K bei der Bildstabilisierung um mit den anderen 2k den Bildrand zu beschneiden.. die Qualität bleibt aber gleich.

  • Wenn du keine so große Auflösung brauchst, ist das doch prädestiniert für Software-Binning, mit dem Nebeneffekt, dass einerseits das große Bildfeld erhalten bleibt und dein SNR steigt. Natürlich dann auf Kosten des Abbildungsmaßstab bzw. Detailauflösung.


    Im Zweifel nimm eher die größere Kamera, muss ja nicht ZWO sein, wie Stathis schon angemerkt hatte. Vermutlich wird’s auf lange Sicht auch nicht nur beim FRA180 bleiben.


    Grüße,

    Alex

  • Habe ja eine Asiair, von daher würde ich schon bei Zwo bleiben wollen, alternativ war ich auch schon am überlegen ob nicht ein Kamera Objektiv sogar eine Lösung wäre mit zb. 60mm Brennweite um das widefield zu realisieren. Aber habe da bis jetzt keine brauchbaren Bilder gefunden in Verbindung mit einer Zwo Kamera.. das wäre zumindest eine günstige Alternative die man mal testen könnte.

  • Habe ja eine Asiair, von daher würde ich schon bei Zwo bleiben wollen, alternativ war ich auch schon am überlegen ob nicht ein Kamera Objektiv sogar eine Lösung wäre mit zb. 60mm Brennweite um das widefield zu realisieren. Aber habe da bis jetzt keine brauchbaren Bilder gefunden in Verbindung mit einer Zwo Kamera.. das wäre zumindest eine günstige Alternative die man mal testen könnte.


    Ein Samyang 135 mm f2 ist doch sehr gebräuchlich unter Astrofotografen mit guter Abbildungsleistung, insbesondere wenn etwas abgeblendet. Im Zusammenspiel mit einer APS-C Astrokamera, also mit anderen Worten der 2600 solltest du alle größeren Nebelgebiete gut drauf bekommen.

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