1,25“ Okular an Minolta 800mm Spiegelobjektiv ansetzen?

  • Hallo zusammen,

    ich habe ein 800mm, F8, Minolta Spiegelobjektiv mit Leica R Kamerabajonett (das ist ein echter Exote und ist nicht sooo weit verbreitet). Daran habe ich seit Jahren ein über das Bajonett adaptiertes 12,5mm Okular mit Umkehrprisma, das auch an jedes andere Objektiv mit R-Anschluss passt. Das Okular hat zu DM-Zeiten ein Schweinegeld gekostet. Diese Kombination habe ich eine zeitlang als Teleskop für Himmelsbeobachtung genutzt.


    Nun stellt sich mit die Frage, ob nicht auch „normale“ 1,25“ Okulare adaptiert werden können.


    Schaut man hinten in das Objektiv, so sieht man das Kamerabajonett. Darin integriert ist ein Einsteckfilterhalter. Das Filterglas hat ca 32,5mm lichte Weite. Tiefer im Objektiv befindet sich ein Gewinde für ein 39mm Einschraubfilter. Noch Tiefer im Objektiv ist ein Gewinde, dass ich auf 32mm schätze, dessen Funktion mir aber nicht bekannt ist. Dokumentation zum Objektiv habe ich keine gefunden. Wenn ich an das innerste Gewinde ein 1,25“ Okular anhalte und durchschaue, kann ich mit der Objektivfokussierung ein scharfes Bild im Okular sehen. Für eine praktische Nutzung ist das so jedoch nicht sonderlich geeignet ;)


    Kennt jemand von Euch eine verfügbare Adaptierung, um hier 1,25“ Okulare nutzen zu können? Dann wäre das ein optisch hochwertiges, kompaktes Teleskop.


    Gruß

    Siegfried

  • Hallo Siegfried,

    also ich kenn mich gar nicht aus, aber hab mich schon für die "Russentonnen" interessiert. Google mal nach dem Wort. Bei Teleskop Express und anderen Händlern findest Du Adapter für eine astronomische Verwendung (Okulare, Zenitspiegel) von Spiegel-Teleobjektiven (nicht spezifisch für Dein Minolta). vielleicht passen die ja !

  • Hallo Sigfried,

    ganz genau einen Adapter für genau dieses Objektiv wird es wohl nicht so einfach geben. Ich selbst habe immer etwas „gebastelt“ oft über ein Bajonett, das ich anderswo übrig hatte etc.

    Ich melde mich aber aus einem anderen Grund. Achte darauf, dass die Unendlich-Einstellung deines Objektivs nicht allzu weit von der Unendlichkeit entfernt ist. D.h. du musst nicht nur irgendwie in den Fokus kommen, sondern das auch noch mit der richtigen Entfernung. Ansonsten verschlechtert sich das Bild oft deutlich.

    Vg ralf

  • Hallo Rudi,

    hallo Ralf,


    danke für Eure Anregungen. Die Russentonnen haben meinem Verständnis nach einen M42 Anschluss, den man leicht adaptieren kann. Mein Objektiv hat das leider nicht. Ich habe daher bereits den Ansatz verfolgt, den Ralf aufgezeigt hat. Habe mir dazu einen Leica auf Fuji Adapter sowie ein Okularverlängerungsrohr bestellt. Diese möchte ich dann so miteinander verbinden (kleben oder klemmen), dass ich eine möglichst nichtinvasive Ankopplung herstellen kann. Dabei soll dann das Okular möglichst tief in das Objektiv eintauchen, damit wie von Ralf beschrieben, der bisherige Fokuspunkt erhalten bleibt. Für Gerade-Einsicht sollte das zu machen sein, mit Spiegel wohl nicht - mal sehen.


    Der heute von Amazon gelieferte Adapter Leica auf Fuji, war allerdings für die Tonne, da zu viel Spiel am Objektiv. Da sind 18 EUR wohl zu niedrig angesetzt gewesen. Mal sehen wie das nächste Exemplar für 35 EUR passen wird. Adapter von Novoflex will ich hier nicht einsetzen, weil das wäre vom Preis nicht mehr angemessen.


    Ich werde über den Fortgang berichten…


    Gruß

    Siegfried

  • Ich hätte mir auch aus einem Objektivdeckel (mit etwas Glück findet man sogar einen aus Metall, meist Alu) einen passenden Stutzen gebastelt. Das Loch muss gebohrt werden, aber mit etwas weiteren Glück findest Du eine 1/14"-Hülse mit einem Gewinde wo eine Ringmutter drauf passt. Den Filter würde ich immer im optischen Weg belassen oder gegen einen anderen im Okular tauschen, da das Filterglas zumeist mit 2mm Dicke in den optischen Weg bei Spiegelteles mit eingerechnet ist.

  • Hallo zusammen,


    zunächst vielen Dank für die verschiedensten Anregungen. Einige davon waren mir neu.


    Ich habe gerade einen Adapter zur Adaption von Leica-R Objektiven an Fuji-X Kameras sowie eine 56mm lange 1,25“ Okularverlängerung von Amazon erhalten. Die Adaption auf Fuji-X habe ich gewählt, weil die kameraseitige Öffnung für Fuji-X wegen des APSC Formats relativ klein ist. Somit passt die Okularverländerung durch die Öffnung, nicht jedoch die Verdickung für die Okularklemmung, die liegt plan auf dem Rand des Bajonetts auf.


    Ich habe nun zwei flache Sanitärdichtungen, die einen etwas kleinere Innendurchmesser als die Okularverlängerung haben bis zur Versickung der Klemmung aufgeschoben. Das Ganze dann von der Kammeraseite des Adapters in diesen eingesteckt. Auf der anderen Seite, also im Adapter, habe ich ebenfalls eine Dichtung aufgeschoben, so dass die Okularverlängerung nun einigermaßen mittig und plan im Adapter klemmt. Diese Konstruktion lässt sich nun problemlos an das Bajonett des Objektivs anbringen.


    Schnell mal ein Okular eingesteckt und durchgeschaut. Passt! Der Fokuspunkt liegt sehr nahe an der bisherigen Einstellung. Meine mittlerweile drei 1,25 Okulare lassen sich am Okular fokussieren. Das ist zwar etwas fummelig, geht aber durchaus. Das visuelle Ergebnis ist wesentlich besser, als mit meinem Discounter-Teleskop. Insbesondere heller.


    Mission accomplished :)


    Ich muss das nun noch in Ruhe mechanisch etwas optimieren. Danach werde ich mal ein Foto der Konstruktion einstellen. Das schaffe ich heute nicht mehr.


    Gruß

    Siegfried

  • Hallo zusammen,


    hier noch die angekündigten Bilder:


    1. Reihenfolge des Zusammenbaus

    • Zwei Gummidichtungen, für die Klemmung der Okularverlängerung im Objektivadapter von innen.
    • Der Objektivadapter "Leica-R Objektiv auf Fuji-X Kamera" von K&FConcept
    • Zwei weitere Gummidichtungen, um den Abstand der Okularverlängerung zur Schärfebene herzustellen.
    • Die 56mm Okularverlängerung von Neewer.


    2. Zusammengebaut

    Die Okularverlängerung steht etwas vor und ragt beim Ansetzen an das Objektiv in dieses hinein. Das ist bei dem verwendeten 800mm Spiegelobjektiv kein Problem, weil noch genügend Platz auch für Filter vorhanden ist. Für anderen Leica Tele-Objektive ist es so zu lang, da die hinteren Linsen in der Regel zu weit vorstehen. Absägen der hier verwendeten Okularverlängerung wäre eine Option. Dabei würde man allerdings das Filtergewinde aufgeben müssen.



    3. Einsatzbereit



    Nun muss noch ein längerer Praxistest zeigen, dass das Ganze dauerhaft in Position verbleibt. Ansonsten werde ich die Gummiringe durch aus Platinenmaterial für die Leiterplattenherstellung ausgesägte Ringe austauschen und diese einkleben.


    Gruß

    Siegfried

  • Da ginge ja auch noch das - seit Jahren hochgeschätzte - 6 mm Goldkanten - Okular: http://www.svenwienstein.de/HTML/goldkanten_mit_fmc.html

    (gibt's auch als Blaukanten und neurdings auch als Rotkanten - von SvBony).


    Aber Achtung, so gut es für die Nacht ist, bei Tagbeobachtungen kann (durch die "zwei Feldblenden" die originale und die zweite durch die eingebaute Barlowlinse) sog. "kidney beaning" auftreten (schwarze bohnenförmige Abschattungen, wenn man das Auge nicht genau in der richtigen Position hält).

  • Hallo Rudi,


    danke für den Tipp! Werde jetzt zunächst mal meine neuen Möglichkeiten mit den bereits vorhandenen Okularen ausprobieren. Dazu müssen die Wolken verschwinden. Die halten sich nun schon seit Wochen sehr beharrlich…


    Gruß

    Siegfried

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