Explore Scientific Ultra Light Dobson 254mm

  • Hallo zusammen,


    ich denke, wie fast bei allen Einsteigern in diesem Hobby ist man total überfordert mit der gigantischen Auswahl an Teleskopen und Hersteller.

    Man ist sich selbst noch ziemlich unsicher, was man überhaupt machen möchte und auch später einmal machen will ( Astrofotografie ect)

    Daß ein Dobson ein gutes und preislich annehmbares Teleskop für den Einstieg ist, habe ich schon verstanden.

    Könnte bitte jemand einmal etwas zu oben im Betreff genannten Teleskop sagen. Gibt es da Erfahrungen ? Welche Nachteile hat ein offenes Teleskop ?


    Vielen Dank schon einmal für die Hilfe ...

  • Hi,


    Bei 10" würde ich noch nicht auf Gitterrohr gehen, erst ab 12" - Volltubus ist preiswerter und noch einigermaßen hantierbar. Ultralight ist es auch nicht, vielleicht ultrakompakt im Transportzustand. Dafür das rumgedödel beim Aufbauen, statt wupp aus dem Auto gehoben, wupp in die Rockerbox eingesetzt, Los gehts mit Beobachten (naja, Abkühlen ;-)...).


    Es gibt eigentlich einige Reviews im Netz/ YT und/oder Astroforen des ES Ultralights. Die für 12" sind genau so valide wie die für 10". ...

  • Hallo Stefan


    Haben wir nicht schon heute über Kleinanzeigen geschrieben? Wenn ja -

    Da klang es noch mehr danach als ob du ziemlich zeitnah Fotos machen möchtest und dafür ist das Dobson jetzt nicht die erste Wahl. Ich glaube damit man dir weiterhelfen kann musst du noch ein paar Infos geben. Von wo willst du beobachten bzw Fotografieren. Willst du mit dem Gerät beides machen oder nur eins von beiden. Wie viel Geld willst du ausgeben.


    Wenn du nicht der Stefan bist, ignorier meinen Beitrag einfach 😉


    Gruß Christian

  • Hallo Christian, ( und auch alle anderen )


    ( da hast du mich aber schnell gefunden ... :) Super. Macht die Unterhaltung einfacher.)


    Das mit dem Fotografieren und jetzt Dobson zeigt, wie unschlüssig ich wirklich bin. Man hat als Einsteiger das Gefühl, am Anfang einen Fehler zu machen und das Geld in etwas zu investieren, was man letztendlich nicht braucht.

    Zu meiner Lage:

    * interessiert am Himmel und alles was es da gibt - ja, auf jeden Fall

    * Wissen um die Astronomie - wenig, vielleicht ein bisschen mehr als wenig

    * Interesse an Technik und Fotografie - groß

    * was ich möchte- ich möchte erstmal Dinge sehen, die ich "noch" nicht sehen kann und diese mit dem Teleskop am Nachthimmel finden möchte ( z.B. Atlas aufschlagen...M 67 ... aha ... wo steckst du und kann ich dich auch finden und sehen.

    * was ich aber dann glaube, ( und so kenne ich mich ) möchte ich das Gesehene auch fotografisch festhalten. Und da ist wohl mein Problem. Ich werde enttäuscht sein, was ich da fotografisch "nur" festhalten kann, da mir das Budget ganz einfach fehlt. Und auch das Wissen ( das kann man sich ja aneignen, nach und nach )


    Vom Handling sollte das Teleskop nicht zu riesig sein. Ich muss zum Gucken ins angrenzende Feld. Mein Wohnviertel ist, trotz Dorf, ziemlich lichtverseucht. Hier hat gefühlt jedes Haus eine Nachtbeleuchtung und bei jeder herumlaufenden Katze gehen sämtliche Bewegungsmelderbeleuchtungen an. X/


    Mein Budget- denke bis 1000 € Ich bräuchte etwas ausbau- und adaptierfähiges ? Ich habe kein Problem später noch Geld zu investieren, wenn ich merke, das gefällt mir und macht für mich Sinn.

    Ist mir (noch) zu helfen ... ?


    Danke für jeden Kick in eine Richtung ...

  • Hallo Stefanus,


    Wenn du dir selbst schon sicher bist, später fotografieren zu wollen, dann nutze die 1000 Euro lieber gleich, um für eine AP-Ausrüstung zu sparen.

    Denn dort ist nicht Öffnung wichtig sondern eine präzise, motorisierte Nachführung. Sprich, das teuerste ist die Montierung. Als Optik reicht dann ein kleiner kurzbrennweitiger Apo. Viel Licht sammelst du da über die Belichtungszeit.


    Grundsätzlich sind visuelle Astronomie und Astrophotographie zwei verschiedene Hobbys.


    Ein Mittelweg wäre, wenn du dich auf Planetenfotografie beschränkst. Da sind große Öffnungen hilfreich und der Anspruch an Montierung und Kamera nicht hoch.


    Gruß,

    Peter

  • Hi Sterngucker85,


    das ist jetzt arg pauschal... kommt auch drauf an, mit welchem Anspruch man das betrachtet. Das wissen wir bei Erfahrungen aus zweiter Hand nicht.


    Ich hatte einen der allerersten aus der Serie und da gab es ein paar mechanische Kinderkrankheiten, die ES aber in der Zwischenzeit abgestellt hat. Für den Preis finde ich die Funktion recht brauchbar.

    Abgesehen davon würde ich bei 10" aber auch immer zum Volltubus greifen.


    Herzliche Grüße


    Holger

    :milky_way: 10" f/5 Newton-Bino :comet: 120mm f/5 Achromaten-Bino :hammer_and_wrench: 8" f/8 Jones-Schiefspiegler-Bino

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für deine Informationen.

    Ich habe hier im Forum schon sehr viel gelesen. Aber diesen Satz von dir nicht:


    "Grundsätzlich sind visuelle Astronomie und Astrophotographie zwei verschiedene Hobbys."


    Ich glaube (einschließlich mir) ist das bestimmt nicht jedem EInsteiger bekannt.


    Jetzt kommt eine Frage, wo wahrscheinlich 99% der Forumsmitglieder den Kopf schütteln:


    Was sehe ich durch ein 10" Dobson und einem 80 mm Apo anders ? Nehmen wir doch als Beispiel den genannten M67. Sehe ich den mit einem Apo 80 mm und wenn nicht, warum kann ich ihn (vielleicht) dann trotzdem eindrucksvoll fotografieren ? Ich weiß, mir mangelt es da komplett an Technikwissen, aber vielleicht gibt es ja eine einfache Erklärung.


    Herzliche Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    Ich bin jetzt kein Experte für offene Sternhaufen, da ich sie bis auf ihre bekanntesten Vertreter wie den Doppelhaufen ziemlich öde finde.

    Aber der Apo würde dir die helleren Sterne im Cluster auflösen und eventuell auch gut die Farben zeigen. Das Dobson zeigt dir schon deutlich mehr Sterne, hat aber eine schlechtere Kontrastabbildung aufgrund der Obstruktion durch den Fangspiegel.

    Fotografieren kannst du M67 mit dem Apo locker. Dann sind da je nach Belichtungszeit auch mehr Sterne drauf.


    Gruß,

    Peter

  • Servus Namensvetter,

    Was sehe ich durch ein 10" Dobson und einem 80 mm Apo anders ? Nehmen wir doch als Beispiel den genannten M67. Sehe ich den mit einem Apo 80 mm und wenn nicht, warum kann ich ihn (vielleicht) dann trotzdem eindrucksvoll fotografieren ?

    Der Dobson mit seinen 250mm sammelt wesentlich mehr Licht als der 80mm Refraktor und damit zeigt er dir auch auch deutlich mehr lichtschwächere Sterne. Dazu kannst du höher vergrößern und das Mehr an Öffnung liefert natürlich auch eine höhere Auflösung und damit werden in Sternhaufen mehr einzelne Sterne sichtbar. Das gilt für visuelle Beobachtung.


    Fotografisch nutzt man das Auflösungsvermögen der Optik eigentlich nicht wirklich aus, aber gegenüber visuell kannst du lang belichten und damit sammelt de Kamera dann das Licht der schwachen Sterne und macht diese ebenfalls sichtbar. Dein Auge nimmt ja nur das Licht wahr, das gerade in die Pupille fällt und sammelt dieses nicht über die Zeit. Wenn du fotografisch die 250mm mit den 80mm vergleichst, hat die große Öffnung natürlich auch wieder einen Vorteil, sie liefert ja bereits mehr Licht der schwachen Sterne an die Kamera und ein damit erstelltes Bild wird daher auch mehr lichtschwache Sterne zeigen und die auch etwas besser aufgelöst. Wobei die Luftunruhe (das Seeing) nicht zu störend sein darf, denn das wird die Auflösung der größeren Optik wieder verringern.


    Zur Überlegung bezüglich dem ES-Dobson- das "Ultra Light" bezieht sich keinesfalls auf das Gewicht. Im Gegenteil, die sind im Vergleich zu anderen Newton dieser Bauart teilweise sogar schwerer.


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,


    visuelles Beobachten und fotografische Bildgewinnung lassen sich nicht vergleichen. Augenblickswahrnehmung gegen Lichtsammelleistung und Bildberarbeitung.


    Wenn du visuell einen 80er APO mit einem 10 Zöller vergleichst, egal ob das auch ein APO oder en Newton ist, dann hast du z.B. in einem definierten Bildfeld zwischen einigen Sternen die Du im 80er APO siehst schwarzen Himmel mit (von mir aus) 100% Kontrast zu den Sternen.

    Im 10-Zöller hast Du deutlich mehr Sterne in diesem definierten Bildfeld und noch einen schwachen Kugelsternhaufen oder eine Galaxie, halt irgendein flächiges Deepsky Objekt für welches das Auflösungsvermögen des kleinen Teleskops nicht ausgereicht hat, um es mit dem nötigen Kontrast zum Hintergrund sichtbar werden zu lassen.

    Kontrast ist im Übrigen dann vorrangig eher eine Frage der passenden AP (Austrittspupille) und der grundsätzlichen Optikqualität und Auslegung. Systemunterschiede kommen deutlich später zum Tragen.

    Fotografisch, mit entsprechender Belichtungaszeit zeigt Dir der Kleine dann das Objekt sogar in Farbe und der 10-Zöller zeigt fotografisch noch jede Menge mehr Sterne, Details im Objekt und Hintergrundobjekte.


    Kürzlich gab es mindestens zwei Threads die zu der Frage durchaus interessant sind:




    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Hallo Stefan


    Nun schaffe ich es auch dir endlich mal zu antworten.


    Vieles wurde ja schon beantwortet, wichtig ist glaube ich noch mal zu erwähnen das du auf keinem Fall erwarten darfst das du Visuell etwas annähernd so sehen wirst wie auf einem Foto. Unter gutem Himmel ( und der dunkle Himmel ist einfach das A und O ) mit großer Öffnung (Ab 8") sieht man natürlich schon Details in den Objekten und bei Ausnahme Objekten auch mit weniger Öffnung. Aber es gibt auch für kleinere Optiken viel zu sehen am Himmel. Das sehen am Teleskop muss trainiert werden, was dazu führt das jemand mit viel Erfahrung durchaus mehr sehen kann als ein Anfänger im gleichen Teleskop. Aber es bleibt trotzdem alles grau, außer bei Sternen und Planeten.


    Vlt wäre für den Anfang eine stabile Montierung und ein 6" Newton was für dich. Damit könntest du Visuell Eindrücke sammeln und schon mal erste versuche mit der Kamera machen. Aber was die Fotografie angeht habe ich keine Ahnung, und kann nicht beurteilen wie gut ein 6" Newton für den Foto Einstieg ist. Das müssten dir die anderen beantworten.


    Oder du kaufst dir ein Dobson und zeichnest erstmal deine Beobachtungen ;)



    Gruß Christian

  • Hallo und guten Morgen,


    erst einmal vielen Dank für die guten Tipps und Informationen, die mir gut weiterhelfen und mir, im wahrsten Sinne des Wortes, die Augen öffnen.

    Und noch etwas wollte ich vorher schreiben: Ihr habt hier im Forum eine sehr gute Community. Man hat als Anfänger hier ein gutes Gefühl. Das ist in anderen Foren nicht immer selbstverständlich.


    Was ich jetzt aus den Antworten herausgefischt habe und die Überlegungen, die sich für mich daraus ergeben:


    Die Idee von Christian finde ich für mich jetzt erst einmal den besten Einstieg: Ein stabiles Stativ und Montierung. Ich denke, und das habe ich auch schon aus anderen Konversationen herausgefunden, ist sehr wichtig. Ich habe übrigens schon ein Bauhausteleskop mit Wackeldackelmontierung. In diesem Fall weiß ich, von was ihr redet. Nicht zu gebrauchen.

    Ob nun mit automatischer Nachführung oder nicht weiß ich noch nicht genau und mein Geldbeutel wird sich bei dieser Entscheidung auch noch einmischen.


    Jetzt zum Teleskop: Auch da finde ich Christians Idee nicht schlecht, doch zuerst ein Spiegelteleskop zu benutzen. Da wäre doch auch der spätere Einstieg in die Fotografie möglich ?

    Und das händische Aufzeichnen von Sichtungen finde ich auch keine so schlechte Idee. Ich glaube, dass machen hier auch einige Forenmitglieder. Ich muss mich in diesen Rubriken einmal im Forum umschauen.


    Und nun noch die Frage der Größe ( 6", 8 " oder gar 10") ) und des Herstellers ? Gebraucht oder neu ?


    Liebe Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    mit einem 8-Zöller überspringst Du bei sehr vielen Objekten auch unter nicht ganz optimalen Bedingungen einen Punkt bei dem es von der reinen Sichtung zu mehr Detail des Objets geht. Auflösung von vielen Kugelsternhaufen in Einzelsterne, Sichtung von Spiralstrukturen in einigen Galaxien.

    Ein 8-Zöller kann Dir in jeder Objektklasse die für uns Amateure visuell erreichbar ist, einige Objekte SICHER so weit auflösen,. dass Du die Natur des Objekts erklennen kannst.

    Schon knapp unterhalb von 8 Zoll Öffnung, also bei 6 Zoll, braucht es dazu hervorragende äußere Bedingungen (auch sehr gute Optiken), darüber fällt es dann immer leichter.


    Gebraucht oder neu ist eigentlich egal. Bei Dobsons weisen z.B. Gebrauchsspuren an den richtigen Stellen auf rege Beobachtungstätigkeit des Besitzers hin, was immer ein gutes Zeichen bezüglich der Qualität ist.

    Im Übrigen ist so einen Rockerbox, also im Prinzip eine einfache Holzkiste, als Montierung, deutlich stabiler und sicherer zu handhaben als das, was so als Teleskop- Monti- Stativkombi mit günstigen Preisen Einsteiger anlocken soll. Da sind Stative und Montierungen in aller Regel mindestens eine gewichtsklasse unterdimensioniert und so was landet dann sehr häufig auch auf dem Gebrauchtmarkt, weil es keinen Spass macht, schlechtenstenfalls sogar keine vernünftigen Beobachtungen und schon gar keine sinnvolle fotografische Nutzung zulässt.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Hallo,


    Mmmh, so ein Eq5 ohne Nachführung bringt mich halt für die spätere Fotografie auch nicht weiter, das stimmt. Dann kanns natürlich auch eine Rockerbox sein.

    Wo ich wieder beim Anfang meiner Überlegung wäre ^^ Ein Spiegelteleskop mit Dobson Montierung. Ist halt für den Transport sehr klobig und unhandlich ?!

    Aber der Preis wäre in Ordnung und vielleicht dann sogar ein 10" in Betracht zu ziehen. :huh:


    Viele Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    wenn es um Transport geht, in in aller Regel vom Auto die Rede.

    Da passt ein 8 Zoll f/6 oder 10Zoll f/5 Tubus mit rund 110 cm Länge bei den allermeisten Modellen auf die Rücksitzbank und die Rockerbox in den Kofferraum.

    Dabei fallen zwei, je nachdem auch drei Sitzplätze weg und ein Teil vom Kofferraum ist belegt.

    Besser ist es, den kleinen Teil der meistens geteilt umklappbaren Rücksitze umzulegen, den Tubus von Kofferraum aus durchzuladen und die Rockerbox hinten unter den Tubus zu schieben. Z.B. bei Skywatcher Dobsons gibt es sogar eine feste, stabile Verbindung, sodass der Dobs in einem Stück eingeladen und ausgeladen werden kann. Ein par Meter zum Beobachtungsort tragen können die meisten Erwachsenen so ein Teil am Stück auch noch. Jedenfalls fällt beim Autotransport dann nur ein Sitzplatz weg und vom Kofferraum ist auch nicht mehr Platz belegt. Nachmessen, ob das alles so geht, ist immer ratsam, aber ich transportiere z.B. einen komplatt zusammengebauten 12 Zoll f/5,3 Dobson so im Kombi.


    Fotografie ist das andere Thema, da habe ich, weil ich einige gute Astrofotografen und ihren Werdegang kenne, nur eine Meinung als Begleiter.

    Völlig von der visuellen Beobachtung getrennt, also teils zweigleisig, kann man sehr sinnvoll mit einer stabilen motorisierten Montierung und einer Kamera mit Normalobjektiven in die Astrofotografie mit Zielrichtung lange Belichtungszeiten und Deepsky einsteigen, dann kommt der kleine ED oder APO mit wenig Brennweite und danach erst wird Öffnung und Brennweite gesteigert.

    Das ist ein mehrjähriger, teils jahrzehntelanger Prozess, der aber vo0n Anfang an gute, ansehnliche Ergebnisse wesentlich sicherer bringen kann, als ein Einstig mit dicken Rohren und großen Brennweiten.


    Mond- und Planetenvideografie geht auch mit einem großen Dobson auf EQ-Plattform. Hier zeigen viele Leute ganz hervorragende Ergebnisse aus Summierung von Einzelbildern, das kommt auch immer mehr im Deepsky Bereich auf, weil die Plattformen genauer werden.


    Dann gibt es noch den Bereich der EAA mit weitgehend automatisierten Kleinteleskopen. Je mehr integrierte technische Helferlein, um so teurer, um so einfache Bedienung, schnelle Bilder für nicht allzu hohe Ansprüche ohne viel Kopfzerbrechen oder dann doch mit mehr oder weniger Aufwand bei der Bearbeitung am PC.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Hallo Sterngucker85,

    Ich glaube, ich bin jetzt tatsächlich erstmal beim Dobson gelandet und werde das Teleskop erstmal visuell nutzen. Das Seestar 50 habe ich mal nachgeschaut, ist aber in meinem Budget momentan nicht drin. Vielleicht später. Aber danke dir für den Hinweis.

    Viele Grüße

  • Hallo nochmal,


    auf dem Weg zu meinem Einsteigerteleskop bin ich gestern auf einen Bericht gestoßen, bei dem gesagt wird, dass mit steigendem Durchmesser der Teleskopöffnung man mehr schwächere Objekte betrachten kann. Das ist soweit ja klar. Aber das von 200 mm Durchmesser aufwärts kaum noch eine Steigerung in Punkt Sicherbarkeit zu erwarten ist. In der Graphik, bei der Grenzgröße gegen Teleskop-Durchmesser aufgezeigt wurde, wird die Kurve ab 200 mm deutlich flacher. Das heißt, das ab dieser Größe viel weniger Objekte, die man sehen kann, hinzukommen. Ist das so richtig ?


    Heißt das nun, für mich als Anfänger, dass es gar keinen Sinn macht, ein Teleskop größer 8" zu kaufen ?

    Oder vernachlässigt man mit so einer Überlegung Spiegelqualität, Okularqualität ect...


    Viele Grüße

  • Hallo Stefan,


    das kannst du schon geometrisch erkennen, denn während sich die Fläche der Öffnung bei einer Steigerung des Duchmessers von 50 mm im 20 mm auf 70 mm in etwa verdoppelt, kommt bei einer Steigerung von 200 auf 220 mm nur noch ein ein Bruchteil davon rum. Für eine ungefähre Verdoppelung der Fläche brauchst Du schon eine Steigerung von 200 auf 280 mm.

    Lichtsammelleistung und Auflösung hängen erstrangig an der Öffnungsgröße.


    Während due die Steigerung der Öffnung von 50 mm auf 75 mm deutlich bemerken kannst, brauchst Du für ein ähnlich deutliches, unter allen Bedingungen und an allen Objekten gut erkennbares Ergebnis, vom 8 Zöller schon die Steigerung auf einen 12-Zöller.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Servus Stefan,


    10 Zoll sammeln mehr Licht als 8 Zoll und auch die Auflösung wird etwas besser. Du kannst dir den Zugewinn ja ausrechnen:


    A ~ r^2


    Bei 8 Zoll vs 10 Zoll ( 101,5 mm Radius vs. 127 mm) sind das 1,6 mal mehr Licht beim 10-Zöller. Um eine visuell Größenklasse tiefer zu kommen, müsstest du 2,5 mal mehr Licht sammeln. Dennoch: du siehst einen Tick mehr, hast einen Tick mehr Auflösung. Ist der Himmel nicht ganz so gut, dann kompensiert der 10-Zöller durchaus. Oder ein Stern ist im 8-Zöller gerade nicht mehr zu erkennen, im 10-Zöller dann doch (oder der eine oder andere Spiralarm...).


    Hättest du einen 8-Zöller und überlegst, auf einen 10-Zöller umzusteigen, würde ich eher sagen, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Kaufst du aber eh neu, dann würde ich, wenn finanziell o.k. und auch logistisch machbar immer zum größeren greifen. Mit Beginner hat das weniger zu tun.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (8 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Stefan,


    auf gar keinen Fall stimme ich da zu.


    Vom reinen Auflösungsvermögen her kann ein 8-Zöller Dir, unter hierzulande erreichbaren Bedingungen, einige Objekte aller visuell zugänglicher Objektklassen so zeigen, dass Du die Natur des Objekts erkennen kannst.

    Also wird aus einem Wattebausch der genau so gut eine Galaxie sein kann, ein Kugelsternhaufen mit aufgelösten Einzelsternen, einige Galaxien zeigen Ansätze von Spiralstruktur, womit sie sich von Emissionsnebeln unterscheiden lassen, ein kleines Sternfünkchen in einer kleinen Nebelblase verrät den Planetarischen Nebel.


    Das geht unter sehr guten Bedingungen auch schon mit 6 Zoll und fällt eben unter nicht ganz so günstigen Bedingungen mit einem 10-Zöller leicher als mit einem 8-Zöller.


    Ob Du z.B. unter 5 Mag Himmel stehst oder unter 6 Mag Himmel, macht zufällig, von der erreichbaren Sterngrenzgröße her, etwa den Unterschied zwischen 6 und 8 Zoll Öffnung aus. Fortsetzung nach Belieben.


    Das bedeutet, dass Du unter allen Bedingungen mit der größeren Öffnung auf jeden Fall mehr Objekte erkennen kannst und an Objekten die ein 8 Zöller zeigt, im 10 Zöller mehr Detail siehst.


    Natürlich gibt es Hobbyatronomen, die sehen mit einem 12_Zöller und dann im 18-Zöller immer etwa die Anblicke von Galaxien, die sie schon im 8-Zöller gesehen haben. Das liegt aber daran, dass sie vom Katalog der Messier Objekte bis in den UGC-Katalog vorstoßen. :S


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

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