Coronado oder Lunt H-alpha Teleskop?

  • Coronado oder Lunt?

    Das ist die Frage...



    Hallo,


    Mein PST möchte ich dieses Jahr ersetzen durch ein etwas größeres Sonnenteleskop. Mich treibt schon lange die Frage um: Coronado oder Lunt...


    Auf der einen Seite gibt es das "Coronado SolarMax III 70 mm Teleskop" mit 15mm Blockfilter, auf der anderen Seite das "Lunt LS60MT" mit B1200C Blockfilter.

    Beide Teleskope haben identische Werte:

    • Einen optischen Durchmesser von 70mm.
    • 60mm Durchmesser für die Beobachtung in der H-alpha Linie.
    • Eine nahezu identische Brennweite von 400 zu 420mm.

    Die Teleskope haben einen zueinander abweichenden Aufbau. Welches ist nun besser? Oder sind beide Teleskope als gleichwertig anzusehen?

    Habt ihr Erfahrungen mit diesen Teleskopen, gute als auch schlechte?


    Ich freue mich auf eure Meinungen.


    Viele Grüße

    Gerd

  • CorCaroli

    Changed the title of the thread from “Coronado oder Lunt H-alpha Teleskop” to “Coronado oder Lunt H-alpha Teleskop?”.
  • Hi Gerd,


    auf der ATT habe ich durch mehrere Coronado- und Lunt-Teleskope schauen können.

    Rein visuell an diesem Tag waren die Coronados sichtbar besser als die Lunts.

    Das bestätigen drei Kollegen, die bei mir waren, und die alle durch dieselben Teleskope geschaut haben.

    Uns fehlte es bei den Lunt-Geräten einfach an Brillianz.


    Das ist alles natürlich rein subjektiv, aber immerhin der identische Eindruck von vier Leuten und vergleichbaren Bedingungen. :)



    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Vielen Dank für die Infos.

    Ich tendiere ebenfalls zum Coronado Sonnenteleskop. ich werde hier im Forum berichten, welches es geworden ist.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd,


    selbst besitze ich seit vielen Jahren ein Coronado PST, das immer noch einen super Dienst tut.

    Anfang des Jahres habe ich über mehr Öffnung bei der Sonnenbeobachtung nachgedacht.

    Kauft man sich ein Teleskop mit fester Öffnung, ist man diesbezüglich begrenzt.

    So habe ich mich für ein Daystar Quark Chromosphäre entschieden und kann dieses nun an unterschiedlichen Öffnungen nutzen.

    Der visuelle Anblick ist schon sehr schön, fotografisch macht das Teil aber auch Spaß.

    Damit bin ich sehr zufrieden.


    Hier mal eines meiner ersten Testbilder mit dem TS Quadruplet 65/420 - da geht noch mehr.

    sunha_quark01mg.jpg

    VG Frank

    _____________________________________________________________________________

    Ein Blick in die Tiefen des Weltalls, ist immer ein Blick in die Vergangenheit.

    meine Website

  • Hallo Frank,


    Über das Daystar Quark habe ich schon einmal nachgedacht. Das Konzept möchte ich aber nicht. Ich möchte beim festem H-alpha Sonnenteleskop bleiben, dieses Konzept sagt mir mehr zu.


    Viele Grüße

    Gerd

  • […] auf der ATT habe ich durch mehrere Coronado- und Lunt-Teleskope schauen können.

    Rein visuell an diesem Tag waren die Coronados sichtbar besser als die Lunts. […]

    Hallo Thomas,


    ich konnte leider nicht auf der ATT sein. Welche Modelle wurden da verglichen? Wurden die gleichen Okulare verwendet? die gleichen Vergrößerungen?


    Beide Unternehmen verwenden Luftspaltetalons als Frontetalon oder innen im Tubus in Hilfsoptik platzierte Etalons. Auch in Kombinationen und gestackt.


    Frontetalons haben bezüglich der Filterwirkung möglicherweise Vorteile, weil sowohl die Strahlenbüschel des Feldes als auch die des Strahlenbüschels selbst, nahezu parallele Strahlen haben, und daher die Filterwirkung für alle Bildpunkte nahezu identisch ist. Das muss sich aber nicht zwingend bis ins Auge als Vorteil gegenüber einer intern parallelisierenden Hilfsoptik durchschlagen. Das könnte sich im visuellen Eindruck niederschlagen, wäre dann aber einem Systemunterschied zuzuschreiben und nicht einem Namensunterschied.


    Diesen Systemunterschied weisen die beiden von Gerd in den Vergleich gerufenen Modelle auf:

    […] Coronado SolarMax III 70 mm Teleskop" mit 15mm Blockfilter, auf der anderen Seite das "Lunt LS60MT" […]

    SolarMax III 70mm Solar Telescope with RichView system and 15mm Blocking Filter
    Fully Integrated 70mm f/5.7 H-alpha Telescope - 400mm Focal Length Includes Coronado’s patented RichView tuning system Sol Ranger Viewfinder Black and…
    www.meade.com

    Lunt 60 mm Universal Telescope - Lunt Solar Systems
    The LUNT Solar Systems 60 mm Universal Telescope is the smallest and most portable of the new line telescopes. You can enjoy this new versatile 60 mm telescope…
    luntsolarsystems.com


    Es wäre interessant zu erfahren, auf welche Modelle sich die Mehrheitsmeinung bezog.


    Grüße, Reinhold

  • Moin Reinhold,


    die Antwort galt für alle, die dort aufgeabaut waren, drei Stück waren das, glaube ich.

    Ganz rechts stand ein 130er (?), das hatte einen doppelten "Luftdruckpöppel", in der Mitte war ein 60er, ganz links stand ein einfaches 40er.

    Für alle galt unser Eindruck, was ich komisch fand.

    Wenn nur einer diesen Eindruck hat, okay.

    Aber alle?

    Vor allem haben wir unanbhängig durchgeschaut und uns erst hinterher besprochen.

    Denkbar ist aber, dass genau in der Zeit, in der wir geschaut haben, schlechtes Seeing war, oder leichte Cirren, wie auch immer.


    Seltsam, oder?


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo,

    stand ein 130er (?), das hatte einen doppelten "Luftdruckpöppel"

    Das war ein 130mm Sonnenteleskop mit Double-Stack Modul.

    Das Teleskop alleine ist erhältlich von circa 11.000 bis 13.000€, das Double-Stack Modul schlägt nochmals mit knapp 5.000€ zu Buche.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo,


    So wie es aussieht wird es ein Coronado SolarMax.

    Über das Daystar Quark hatte ich auch schon öfters nachgedacht und auch wieder verworfen. Ich möchte kein Teleskop für das ich Strom benötige, sondern eines das komplett ohne Elektronik auskommt.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo,


    Mir gefallen die Etalons mit Kipptuning nicht so gut. Im Okular oder Camera sehe ich wie der Kontrast als 'Weicher Konstrast reicher Balken' mit dem Kipp so langsam ins Bild driftet, und dann den besten Anblickt hat. Bei Luftdrucktuning kommt der gute Kontrast relativ gleichmäßig über das ganze Bild 'rein gesickert'. Ich finde da besser den Punkt, wo die ganze Sonne 'gut' aussieht. Diese Etalons sind optisch recht anspruchsvoll. (Würde mich mal interessieren, ob ATMs sowas gebaut haben?) (Ich wollte mal eine Lyot Filter bauen, habe das aber schlummern gelegt) Der H-Alpha Kontrast kommt nicht wie mit einem Lichtschalter auf einmal und auf der ganzen Sonne ins Bild sondern 'sickert so über verschiedene Bereiche des Bildes rein'. Das ist bei Kipp und Druck Tuning sogar recht ähnlich. Man denkt, man hat die Oberflächengranulation an einer Stelle gut eingestellt und plötzlich ist ein Filament am anderen Rand weg. Ein über den Blickwinkel der ganzen Sonne perfektes Etalon wird im Amateurbereich selten sein. In meiner persönlichen Beurteilung finde ich die Druck-Tuner besser, weil ich da 'sicherer' den Punkt treffe, wo das Bild am besten ist. Bei Aufnahmen mit Camera gibt es da noch andere Methoden, die H-A Linie zu treffen.


    Ich hatte mal ein Lunt 60mm (Druck) und ein Coronado 60mm (Kipp) zum Vergleich. Selber Tag, selber Beobachter, Camera, selbe Sonne und die von mir gesehenen Unterschiede dokumentiert.


    Vergleich Lunt60PT Coronado SolarMax60


    Unten auf der Seite sind Video Links, wo ich versucht habe das 'rein sickern' des H-A Kontrasts einzufangen.


    Clear Skies,

    Gert

  • Hallo,


    Für mich ist die Entscheidung, welches Teleskop es werden soll, gestern gefallen:


    Ich habe gestern das Coronado Gerät geliefert bekommen, leider ein Teleskop das nicht funktioniert.

    Das SolarMax das ich bekommen habe, zeigt keinerlei Struktur auf der Sonne. Es ist, als würde durch eine orange Milchglasscheibe geschaut, mit einem hellem orange Kreis in der Mitte und einen hellen orange Halo um diesem Kreis.

    Egal wie ich dieses Teleskop einstelle, es verändert sich nichts. Es bringt gerade so die Protuberanzen zum Vorschein. Bei einer Zeitgleichen Beobachtung mit meinem PST kann ich sofort die Strukturen auf der Chromosphäre mit großem Kontrast sehen.


    Bei diesem Teleskop gefällt mir die Mechanik des Tunings nicht. Ich denke, ich bin bei den Lunt Teleskopen mit dem Luftdrucktuning besser aufgehoben.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd

    Das ist sehr ärgerlich mit deinem Teleskop. Hoffe du hast mit dem nächsten Glück. Ich beobachte auch mit einem Lunt (50 mm), die Abbildung ist super finde ich. Das einzige was ich nicht gut finde ist der helical-Auszug, der ist etwas wackelig. Beim 60er ist ja ein anderer verbaut. Freue mich auf deinen Bericht vom First Light wenn das Teleskop umgetauscht ist.

    Gruß Alex

  • Hallo Alex,

    Freue mich auf deinen Bericht vom First Light wenn das Teleskop umgetauscht ist

    Ein wenig wird es Dauern, da die Lunt Geräte zur Zeit ausverkauft sind. Laut Händler sind aber schon welche bestellt und sollten auch bald geliefert werden. Ich hoffe, das diese Geräte dann auch gut abbilden.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Drücke dir die Daumen und wünsche dir schon mal sonniges Wetter. Bei uns ist es leider komplett bewölkt gerade.

    Gruß Alex

  • Das ist natürlich mega-ärgerlich.

    Manchmal habe ich den Eindruck, dass man inzwischen bei allem, was man kauft, damit rechnen muss, dass es nicht funktioniert, auch bei Geräten, die viereckiges Geld kosten.

    Hast du es mal bei den Teleskop Spezialisten versucht?

    Die gucken sich das Gerät garantiert vorher an und schicken keine Gurken raus.


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Von meinem Händler, der das Teleskop zurück nimmt habe ich ein Angebot über ein Lunt Gerät bekommen. Das Teleskop werde ich auch nehmen.

    Auf dem Karton vom Coronado-Gerät ist ein Aufkleber vom Hersteller mit einem Qualitäts-Check. Da sollte davon ausgegangen werden, das dass Teleskop auch funktioniert.


    Beim näheren betrachten würde ich das Coronado-Gerät nicht mehr nehmen, denn da gefällt mir das Tuning nicht so ganz:

    Das kleine Rädchen, das auf dieser Grafik zu sehen ist verkippt den vorderen Teil mit dem Etalon. Dadurch entsteht ein leichter Spalt zwischen der vorderen, auf dem Bild links, und dem weiteren Teil vom Teleskop. Das ist schon eine Stelle in der Schmutz und Fremdlicht eindringen kann.

    Auf der Gegenseite befindet sich ein kleines Scharnier, wie es auf diesem Bildzu sehen ist. Das ist die kleine messingfarbene Platte mit den vier Schrauben. Ich bin mir nicht sicher, wie Langzeit-beständig das alles ist.


    Das Lunt System ist ein geschlossenes System.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Das ist schade mit dem Coronado. Ist mir aber mit einem Daystar Solar Scout auch passiert vor zwei Jahren: Die Sonne als homogen Orange ohne Oberflaechendetails oder Protuberanzen. Das ging dann auch gleich zurueck. Mein Lunt50 dagegen ist sehr gut. Einzige Mankos: (i) Der Fokus ist fuer Kameras schlecht zugaenglich und ich musste mir was selbst drehen, (ii) die Ordnungstrennungsfilter im Diagonal setzen nach einiger Zeit Schleim an, der mit vorsichtiger Reinigung entfernt werden muss, und (iii) der Gummiring vom Drehfokussierer loeste sich rasch in Wohlgefallen auf, weswegen ich auf O-Ringe aus dem Baumarkt umgestiegen bin.


    Bei Coronado ist auch die Frage, wie gut der Service nach dem Verkauf ist. Ich habe gerade ein Lunt60 Doublestack hier, der einer Volkssternwarte gehoert und ueberhaupt keine Sonne zeigt. Die Fehlersuche weist auf einen defekten Ordnungstrennungsfilter hin. Doch die englische Vertretung (eine Firma "Opticstar", hier in UK inzwischen der Meade-Haendler und damit auch Coronado) hatte ueberhaupt kein Interesse, mir zu helfen: Erst wurde ich ermahnt, dass sie nur fuer UK zustaendig seien - ja, ich habe einen deutschen Namen, aber die UK-Adresse stand gleich darunter - und dann hiess es nur, ich muesste Meade in den USA direkt kontaktieren. Ist Meade nicht pleite? Opticstar scheinen wohl nur Kistenschieber zu sein, und keinen Service zu bieten. Wie dem auch sei, fuer die Volkssternwarte wird es wohl auf ein neues Lunt hinauslaufen.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Hallo Jurgen,


    Das Problem mit dem Daystar Solar Scout habe ich hier im Forum verfolgt. Das gleiche Bild zeigt auch das Coronado-Gerät.

    Ich hoffe, das der Service hierzulande besser oder problemloser ist. Über Bresser werden Ersatz- oder Verschleißteile für die Lunt Teleskope angeboten. Unter anderem wird dort auch ein "Blauglas" angeboten, das dem Problem mit dem "Ordnungstrennungsfilter im Diagonal setzen nach einiger Zeit Schleim an" entsprechen kann.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Was es alles gibt an Technik-Problemchen :face_screaming_in_fear: Da bin ich doch froh, meine Kohle erstmal in ein Fernglas versenkt zu haben.

    Bisl schiele ich ja auch seit einer Weile auf ein kleines Sonnentelesköpchen, aber wenn ich sowas hier lese, geht die Kohle lieber in ein schönes neues Radel :smiling_face_with_hearts:

    „Imagination will often carry us to worlds that never were. But without it we go nowhere.“


    Carl Sagan.

  • Quote

    Was es alles gibt an Technik-Problemchen :face_screaming_in_fear: Da bin ich doch froh, meine Kohle erstmal in ein Fernglas versenkt zu haben.

    Bisl schiele ich ja auch seit einer Weile auf ein kleines Sonnentelesköpchen, aber wenn ich sowas hier lese, geht die Kohle lieber in ein schönes neues Radel :smiling_face_with_hearts:

    Da kann ich jetzt von dem Mountainbike von Halfords erzaehlen, dem bereits bei der Jungfernfahrt die Luft ausging. Die Schaltungskomponenten passten nicht zueinander, und die Schutzbleche entfalteten bei ihrer spontanen Abloesung eine exzellente Bremswirkung ... dann doch lieber ein Sonnenteleskop! ;)

    (Wobei ich mit meinem jetzigen Prallgleiter, interessanterweise Markte Peugeot, bislang zufrieden bin).


    Um wieder zum Thema zurueckzukommen: Diese Etalons sind schon sehr empflindlich. Es sind ja Planplatten, die auf Lambda/100 genau geschliffen sind und genau im richtigen Abstand stehen muessen, um ueber mehrere hundert Lambda eine ganz genau ganzzahlige Anzahl an Wellen durchzulassen. Dann das Ordnungstrennungsfilter (meist zwei), die extrem steile Flanken brauchen, um die ganzen "harmonischen Freunde", fuer die die Transmissionsbedingung ebenfalls erfuellt ist, aussen vorzulassen. Das sind alles Komponenten, die in Bezug auf Oberflaechenguete, Beschichtungsbestaendigkeit, Positionierung zueinander und Sauberkeit hoechste Anforderungen erfuellen muessen. Es ist ja beispielsweise eindrucksvoll zu sehen, wie schnell auch schon leichter Dunst die Objektwahrnehmung beeintraechtigen kann, weil es eben auf hohen Kontrast ankommt. Und deshalb sind die Dinger halt so teuer.


    Zur Not tuts ja auch Weisslicht. Seit ca. 1 Jahr ist die Sonne ja nur noch selten eine rein weisse Mattscheibe, und mitunter interessante dicke Brummer darauf zu sehen.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • okay, dann doch nur neue Sneakers ^^


    CS

    Norman

    „Imagination will often carry us to worlds that never were. But without it we go nowhere.“


    Carl Sagan.

  • Hallo Gert,

    Mir gefallen die Etalons mit Kipptuning nicht so gut.

    Dein Bericht ist interessant, auch wenn es sich im deinem Bericht um ein älteres Modell von Coronado handelt.

    Zu dem Streulichtproblem in deinem Bericht:

    Mein geliefertes Coronado hat ebenfalls dieses Kipptuning. Dadurch entsteht wie weiter oben beschrieben ein kleiner Spalt nach dem frontseitigen Etalon. Eventuell ist dieser Spalt eine Streulichtquelle.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Nochmal zu den Tunings:

    Ziel ist, die Interferenzbedingung zu aendern: Welche Wellenlaenge, N-mal repliziert, trifft genau den Abstand?


    Beim Kipptuning wird der Umstand ausgenutzt, dass Interferenzfilter (und nichts Anderes ist ein Etalon, nur extremer) kuerzere Wellen transmittieren, wenn der kollimierte Strahl unter einem Winkel kleiner als 90 Grad auf das Etalon trifft.

    Beim Drucktuning wird durch minimale Druckdifferenzen die Brechzahl der Luft drei Stellen hinter dem Komma geaendert. Hierdurch aendert sich die Interferenzbedingung: Bei hoeherem Druck ist die Interferenzbedingung fuer eine geringfuegig hoehere Wellenlaenge erfuellt.

    Der Nachteil des Kipptunings mag der Streulichteinfall sein. Der Nachteil des Drucktunings ist, dass es ab und zu wie ein Fahrradreifen wieder aufgepumpt werden muss, da das Teil nicht 100% luftdicht ist. Die Luftdruckaenderung ist dabei sehr schwach und nicht mit dem Druck in einem Reifen vergleichbar.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Hallo Gerd,



    An Streulicht glaube ich da nicht. Der Spalt ist schmal und quer zum Strahlengang. Dort einfallendes Licht müsste im Tubus mindestens nochmal auf eine Streu-Fläche fallen, um in den Fokus gelenkt zu werden.


    Ein Problem werden eher Mehrfach-Reflexionen. Z.B. sehe ich beim Kipp-Tuning wenn man bei 'ganz gerade' startet wie eine schwache unscharfe Sonne, die über der richtigen liegt sich langsam aus dem Bild macht. Zum Glück ist der Kipp-Punkt wo das H-A genau getroffen ist woanders, also ist das kein Problem.


    Beim Doppelstack ist das noch eine ganz andere Kategorie. Da gibt es so viele hin und zurück Reflexionen des Lichts, dass es immer irgendwo einen Reflex gibt. Ich habe mich da mal lange mit Lunt gestritten, und mit Drehungen von Optik, Etalon, Camera und Beobachter erst haarklein beweisen müssen, dass es tatsächlich das Lunt DS Modul ist, was den Reflex macht. Gelöst ist das dann mit einem Zirkular Polfilter, der den Reflex unterbindet, aber auch das Bild nochmal um eine Stufe dunkler macht. (Will man bei DS auch nicht haben!)


    Hier mal ein Beispiel:




    Clear Skies,

    Gert

  • Hallo Jürgen,

    ...


    Der Nachteil des Kipptunings mag der Streulichteinfall sein. Der Nachteil des Drucktunings ist, dass es ab und zu wie ein Fahrradreifen wieder aufgepumpt werden muss, da das Teil nicht 100% luftdicht ist. Die Luftdruckaenderung ist dabei sehr schwach und nicht mit dem Druck in einem Reifen vergleichbar.

    Ich habe mal mit Lunt Leuten gesprochen und gemeint, man kann doch den Luftdruck-Drehknauf (im Prinzip wird das ein Kolben in einem Zylinder bewegt) mit einem Motor betreiben. Sowas wie ein Motor an einem Fokussierer mit ASCOM Treiber wäre eine tolle Sache. Oder was auch schon Leute gemacht haben, per Schlauch eine Druckgasflasche angehängt und mit Regulierventil eingestellt. Auch da könnte das Regulierventil mit Aktuator ASCOM haben und die Sache wäre perfekt. Nur nicht das arme Etalon bis zum bersten aufpumpen!


    Ich habe mehrere Lunt Druckmodule (an verschiedenen Scopes) und habe kein Problem mit undichten Stellen. Der Druck hält Stunden stabil! Viel lieber hätte ich eine automatische Nachstellmöglichkeit, die Erwärmung ausgleicht. Wenn das Lunt Scope 2Std in der Sonne steht und ein Time-Lape von einer Protuberanz macht, wird es warm, der Gasdruck im Etalon steigt und langsam driftet das H-A weg. Einen ASCOM Treiber im Laptop, wo ich das nachstellen kann wäre toll. :)


    Clear Skies,

    Gert

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