Mondtour - Zeichnung des Trios Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel

  • Liebe Mondbeobachter,


    die Schlechtwetterphase erlaubt mir, meine Beobachtungsberichte der letzten klaren Nächte, die ich im Jänner nutzen konnte, zu komplettieren. Am 10. Jänner 2022 unternahm ich eine Erkundungstour am 8 Tage alten Mond, dessen Oberfläche bereits zu 60% im Sonnenlicht strahlte. Das Wetter (0°C / 74% Luftfeuchtigkeit) war auf meiner Dachterrassen-Sternwarte erträglich und das Seeing (2) wie auch die Lufttransparenz (2-3) waren akzeptabel.


    Meine Aufmerksamkeit galt dem Kratertrio Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel, die östlich an das Mare Nubium angrenzen und sich in der Beobachtungsnacht nahe des Terminators befanden. Der Anblick des Mondes durch meinen 200/1000 Newton ist immer wieder ein Genuss. Bei 143-facher Vergrößerung (Omegon Super LE Okular, f = 7 mm) erkundete ich die imposanten Kraterlandschaften und spektakulären Schattenspiele.


    Diesmal hatte ich mal wieder richtig Lust darauf, die Bleistifte in die Hand zu nehmen und das Gesehene auf Papier zu bannen anstatt "nur" ein Foto (respektive Video) der Mondformationen zu machen. Meine Zeichenkünste sind sicherlich noch sehr verbesserungswürdig, daher bitte ich um Nachsicht durch die graphisch begabten Künstler unter euch. :)



    Ganz im Norden grenzt der 40km große Krater Herschel an Ptolemaeus, dem Big Guy (158 km Durchmesser) dieser interessanten Kraterreihe. Der Kratergrund von Herschel lag großteils im Schatten. Die bis zu 2900 Meter hohen und stark zerklüfteten Kraterwälle von Ptolemaeus garantieren unvergessliche Gebirgstouren - wenn man sie doch nur erklimmen könnte. Der Kraterboden ist mit Lava überflutet, lediglich der 8km große Binnenkrater Ammonius bringt etwas Action in dieses Flachland. Nördlich von Ammonius konnte ich noch die zarten Ränder eines elliptischen Geisterkraters erkennen.


    War das durch Ptolemaeus' östlichen Kraterrand verursachte Schattenspiel schon beeindruckend, so entlockten mir die bizarren, schwarzen, fast gespenstischen Zacken am Grund des im Süden angrenzenden Kraters Alphonsus ein lautes "Wow!" Der 1500 Meter hohe Zentralberg namens Alpha warf - ähnlich einem Gnomon - einen langen, nadelförmigen Schatten. Im März 1965 schlug in der Nähe von Alpha die Mondsonde Ranger 9 auf, welche die Menschheit mit Fernsehbildern aus dieser Region beglückte.


    Der Kraterboden von Alpetragius, der südöstlich an Alphonsus grenzt, lag komplett im Schatten, nur der östliche Kraterrand offenbarte im gleißenden Sonnenlicht seine schroffen Abhänge.


    Ganz im Süden erforschte ich noch Arzachel (96 km), den jüngsten der 3 großen Krater. Genau wie bei Alphonsus ragt ein 1500 Meter hoher Berg in der Kratermitte empor, dessen langer Schatten sich weit in den Kraterboden hineingrub.


    Gerne hätte ich meinen Mondspaziergang noch fortgesetzt, doch wanderte unser Trabant immer weiter über das Hausdach hinweg, wodurch das Seeing unerträglich wurde. Dieser halbstündige Mondspaziergang (20:15 - 20:45 MEZ) war wahrlich ein Genuss und indem ich diesen Bericht mit euch teile, treten die Kraterwälle und Zentralgebirge in meiner Erinnerung wieder plastisch hervor. :)


    Liebe Grüße,


    Christian

  • Hallo Christian,


    Deine Zeichnung sieht gut aus.

    Ich habe auch schon mal versucht, Mondkrater zu zeichnen. Mir fehlt dazu komplett das Talent und bin dazu viel zu ungeduldig. Ich bewundere die Leute, die so etwas können.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Christian.

    Du hast Recht, deine "Zeichenkünste" sind wirklich noch verbesserungswürdig.

    Übung macht den Meister. Ich weiß, von was ich rede, da Ölmalerei und Zeichnen schon lange mein Hobby ist. Realistisch zeichnen und malen ist schwer, anders als die Fotografie.

    Gruß Johann

  • Moin!


    Auch von mir als altem Mondzeichner gibts ein Daumen-hoch für deine Arbeit!

    Mir gefällt das Wort "verbesserungswürdig" in diesem Zusammenhang nicht so richtig - erst mal ist jede Zeichnung so gut, wie es eben geht! In deiner Zeichnung erkennt man einen - deinen - Stil, und mit jeder weiteren Gelegenheit liegt die Konzentration mehr auf den Details als auf dem Zeichnen selbst!


    Beste Grüße, Michael

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