Spontan dem Winter etwas vorgegriffen

  • Hallo zusammen,


    habt ihr euch schon mal den Wecker gestellt, um in der zweiten Nachthälfte aufzustehen und zu beobachten? Ja? Ich auch … ich bin bis jetzt aber immer liegen geblieben.

    Letzte Nacht bin ich ohne Wecker aufgewacht … 3:15 Uhr … zu zeitig ins Bett gegangen und mir war klar, jetzt schläfst Du nicht mehr ein, liegst wach und wälzt Dich hin und her. Doof. Blick nach draußen … boah, was für ein Sternenhimmel, ein Funkeln wie schon lange nicht mehr.

    Am Tage hatte es geregnet. Nach 5 Wochen Trockenheit. Der Himmel schien freigespült. Die Bedenkzeit dauerte noch so ein, zwei Minuten, dann war mir klar, heute Nacht stehst Du auf und gehst raus zum Beobachten …


    … nur 20 Minuten später … ein Michelin-Männchen auf der Wiese in Garten, so gut eingepackt habe ich mich nach draußen gewagt. Das Thermometer an der Hauswand zeigte 2° C, der Rasen war aber schon schön überfroren, in Bodennähe also Temperaturen knapp unter den Gefrierpunkt. Nicht schlimm, wenn man Moonboots hat.


    Manch einer wird sich fragen, wie schafft es der Kerl in nur 20 Min. raus und einsatzbereit zu sein. So hier:

    Das Bild habe ich heute mal am Tag nachgeholt. Das ist echtes grab & go, nur einmal raus und fertig. Na gut, noch nicht ganz fertig. Ein Gang zur Straßenlaterne vor dem Haus ist immer noch dabei. Dort die Sicherungen raus gedreht und fertig der 6.3 bis 6.5 mag Himmel. Gestern wohl eher 6.5 mag.


    Mein Fernglas 12x42 NL Pure hatte sein fourth light (kein Schreibfehler). Meine spannendsten Fragen zu diesem Zeitpunkt waren, wer länger durchhält in dieser Nacht, das Fernglas oder ich. Manchmal knicke ich ein, bevor die Okulare oder Objektive des Fernglases beschlagen. In dieser Nacht wollte ich dem Fernglas einen kleinen Vorteil geben und habe überwiegend horizontnah beobachtet.


    Zu den Objekten diese Nacht. Ich lasse diesmal nix weg. Wer Doppelsterne nicht mag, überspringt den ersten Teil.

    Die Deep Sky Objekte habe ich mit einer Farbcodierung versehen: Grün jupp, konkret gut / Gelb geht so / Orange hab mir einen abgebrochen / Rot nix gewesen außer Spesen):


    Zum Warmwerden und zur Dunkeladaptionsanpassung ein paar Doppelsterne im Drei-Sternbild-Dreieck Ori-Tau-Eri wie 62 Eri (A strahlt B fast weg trotz 66“ Abstand!), S 457 (unscheinbar, aber leichter zu trennen als 62 Eri trotz geringerem Abstand von nur 44“), STTA 53 (zwei graue Mäuse), STTA 49 (getrennt, mehr gibt’s nicht zu schreiben), STTA 45 (schicker, dezenter Farbkontrast).


    So, dann mal abtauchen Richtung Süden ins Sternbild Eridanus, Cleoprata's Eye wartet. Stop, noch ein Doppelstern auf dem Weg STF 576 (12,3“ Abstand - nur leicht länglich erkennbar, aber ein schöner Prüfstern für 12-fache Vergrößerung). Ah, verdammt, noch ein Doppelstern … STF 560 (trennbar und wie so oft wirkt B mausgrau, weil die Komponente deutlich schwächer ist).


    Nun aber, NGC 1535. Ich meine, den PN lokalisiert zu haben und beschreibe die Stelle, wo ich ihn wahrnehme. Im Nachgang bei meinen Recherchen habe ich einen Stern südwestlich von der richtigen Stelle für den PN gehalten. Doof gelaufen. Schade, dass ich keine Aufsuchkarte dabei hatte. Gehen sollte er mit einer Gesamthelligkeit von 9.6 mag und einer Größe von 0,8‘, das heißt die Flächenhelligkeit liegt bei 9.0 mag. Na, der Bursche kommt diesen Winter auf jeden Fall nochmal dran.


    Weiter gen Osten ins Sternbild Hase eintauchen und zum nächsten PN IC 418 vorkämpfen. Auf dem Weg liegt - wie soll es anders sein - ein Doppelstern, S 473, hier verschätze ich mich mächtig mit dem Helligkeitsunterschied (es sind nur 1.5 mag statt den von mir geschätzten 3 mag).

    Oh, ein mit der Hand in den Atlas eingezeichneter Doppelstern, also eine Empfehlung von irgend jemandem, S 470 (beide Komponenten gleich hell bzw. schwach, ein zartes Sternpaar im FG).

    Ich schweife ab, denn nicht unweit steht S 476, sehr schick im FG, ein auffallendes Sternpaar mit ordentlichem Farbkontrast.

    Dann noch HJ 3759 ein schön enges Paar, A ist gelblich weiß, B wirkt zart kupferweiß, wenn es die Farbe geben sollte.

    Noch weiter weg vom eigentlichen Ziel steht Gamma Leporis (H VI 40), ein Augenöffner und sehr imposanter, heller Doppelstern, B wirkt bräunlich weiß gegen die strahlend weißgelbe Komponente A.


    Keine Nacht ohne Sternmuster, hier O’Neal 4

    Sechs gleich helle relativ schwache Sterne bilden ein auffällig gleichseitiges Dreieck, die drei Sterne auf den Seiten verteilen sich unregelmäßig auf je einer Flanke. Westlich dieses Dreiecks ist noch ein ähnlich heller Stern zu erkennen, der ebenfalls dazu gehören soll. Südlich und östlich kann ich zudem einige noch schwächere Sterne ausmachen.


    Ach, unmittelbar nördlich noch O’Neal 5. Ich zähle neun locker verteilte Sterne, die in Zweier- und Dreiergruppen angeordnet sind. Die Stelle ist im FG noch nicht als Verdichtung erkennbar, unauffällig.

    Ein Veränderlicher, RX Lep, nehme ich immer gern mit. Der Stern schimmert in einem feinen, zarten Orange.


    Endlich! Der zweite PN dieser Nacht, IC 418, der Spirographennebel. Dieser ist relativ einfach direkt erkennbar, stellar und leider ohne Farbe. Ich hatte wohl vergessen, dass die Farbe nur in mittelgroßen Teleskopen sichtbar wird. Der PN wirkt etwas heller als der 9 mag helle 20' südwestlich stehende Stern HD 35734.

    Schaut mal hier, habe ich bei der Nachrecherche gesehen, was könnte das Blaue im Bild wohl sein 8):


    So, das sollte reichen zum Warmlaufen, eigentlich habe ich viel zu viel Zeit vertrödelt mit Doppelsternen.

    Jetzt aber ab nach Osten in das Paradies für Sternhaufenfreunde, in die Wintermilchstraßensterhaufenreichensternbilder Großer Hund, Einhorn und Achterdeck.


    Als erstes M 41. Wenn ich viel diktiert habe, hat mir das Objekt immer gut gefallen, so auch hier: „… der OS streift Beobachtung am Baumkronenrand entlang - wunderschön, M 41 wirkt komplett aufgelöst und leicht rechteckig - im Zentrum dominieren zwei helle Sterne - ringsherum viele kleine Sprenkel - nach Osten fächert der Haufen etwas auf - gut 20 helle und unzählige schwächere Sterne sind erkennbar“.

    Hier habe ich erstmals das Gefühl, das Fernglas lässt die Muskeln spielen und die besonders feine, saubere Sternabbildung kommt der Beobachtung hier zu Gute. Ungefähr fast so habe ich den Haufen auch gefühlt wahrgenommen:


    Dann ein großer Sprung nach Norden ins Sternbild Einhorn zu Lorenzin 15 (auch Pakan‘s 3 genannt). Ein sehenswertes Sternmuster. Eine doppelt gebogene Spur feiner Sterne, der Form einer 3 entfernt ähnlich. Ich sehe eher das M wie bei McDonald's, naja, nicht ganz so spitz die Bögen.


    Nicht weit entfernt nordwestlich das Sternmuster Harrington 5, indirekt eine auffällig neblige Verdichtung, die wie ein spitzes Dreieck nach Norden zeigt. Dieses Muster trägt bezeichnenderweise den Namen Arrowhead.


    Bei NGC 2306 blinken indirekt ab und an ein, zwei Sterne auf, ohne dass der Hintergrund heller ist. Je länger ich auf die Stelle schaue, desto mehr Lichtfünkchen glimmen auf, aber immer sehr zentral. Das ist zu wenig. Im Nachgang betrachtet scheint der Haufen zu locker verteilt zu sein, als dass sich der Eindruck einer nebligen Verdichtung ergibt, wie ich es bei Sternhaufen in Ferngläsern so sehr liebe.


    Dafür hat mich M 50 schon immer vom Bildfeldrand angelacht, na gut Bursche. Bist dranne. Vier helle Sterne, angeordnet wie ein Parallelogramm, dominieren den Haufen. Dazwischen wuseln viele schwächere Sterne. Indirekt wirkt der Haufen schön granular und leicht länglich.


    Weiter gen Osten zu Alessi 11. Der Haufen sieht aus wie ein nach Südosten abstürzender Vogel, die Sterne sind ähnlich angeordnet wie ASCC 101 im Sternbild Leier. Der Haufen fällt trotzdem nur mäßig auf in diesem sternreichen Umfeld.


    Dann ein Doppelsternhaufenfeld leicht nördlich von Alessi 21. Dias 3 und NGC 2349. Dias 3 zeigt sich indirekt eine neblige, leicht granulare Verdichtung. Ich habe das Gefühl, dass der Durchbruch erster Lichtpunkte kurz bevor steht. Von NGC 2349 keine Spur. Dias 3 ist der erste Sternhaufen dieses Kataloges, den ich zu sehen bekommen und ausgerechnet da sticht dieser einen benachbarten NGC-Haufen aus, der den visuellen Entdeckern des 17. Und 18. Jahrhunderts aufgefallen ist, Dias 3 dagegen nicht. Naja, mit den Sternhaufen ist das so eine Sache.


    NGC 2353, die hellsten Sterne bilden einen unförmigen Umriss, ähnlich einem verschrumpelten Pilzkopf.


    - weiter in Teil 2 -

  • - Teil 2 -


    Au Backe, ich stehe vor dem Seagull Nebula IC 2177, heute ausnahmsweise mal unter dunklem Himmel, und ich habe die Filter nicht mit heraus genommen. Sonst ist der Horizont bei mir immer aufhellt, aber um die Zeit scheinen auch die Lichter der nahen Großstadt mal weitestgehend abgeschalten zu sein. Bequem wie ich bin, lasse ich die Möwe Möwe sein und widme mich weiter den Sternhaufen. Holger wird jetzt sicher den Kopf schütteln =O ;)


    Vorher aber noch ein Übersichtsbild:


    NGC 2343, schick im FG, indirekt zeigt sich eine schöne, zarte Aufhellung nordwestlich eines schwachen Sterns. Die Aufhellung klebt dreieckig, kometarisch am Stern.


    NGC 2335, indirekt zart und kompakt erkennbar, auf den ersten Blick fast stellar. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass der Fleck diffus ist. Der Anblick ähnelt dem einer schwachen Galaxie mit hellem Zentrum und schnellem Helligkeitsabfall nach außen hin.


    Ein Doppelstern für Ferngläser mittendrin im Möwennebel, STF 1019. Mit etwas Konzentration zeigt sich B extrem schwach nordwestlich von A, Abstand ordentlich.

    STF 1026 am südlichen Rand der Möwe, trotz 17,8" Abstand keine Chance, der Helligkeitsunterschied von 3.6 mag ist vermutlich zu groß.


    W CMA, ein ausgesprochen hübscher Veränderlicher. Der Stern ist doppelt so hell wie sein nordöstlicher 7.7 mag heller Nachbar HD 54439, also wirkt der Veränderliche etwa 6.7 mag hell. Er ist sehr auffallend im Umfeld, zart gelb-orange.


    NGC 2345 indirekt ist ein nebliger Hauch zwischen zwei Sternen erkennbar, ein wunderschöner diffuser Hauch. Einer der schönsten Haufeneindrücke in dieser Nacht.


    NGC 2360, boah, ein schöner Haufen nach dem anderen jetzt. Auffällig, sobald er am Gesichtsfeldrand erscheint. Ostwest-Elongation 2:1, am Ostrand klebt ein Stern und westlich im Haufen ist die Helligkeit am größten und erste Granulation erkennbar.


    Nun der unvermeidliche Schwenk nach Norden zu M 46 und M 47. Da brauche ich ja nicht viel schreiben. Ich sag nur, der Harte und der Zarte. Wobei mir zart natürlich besser gefällt.


    Irgendwo kräht ein Hahn, ich schaue auf die Uhr. Man, die Zeit ist ja wie im Fluge vergangen. Es ist kurz vor 5 Uhr.

    Mir geht’s noch gut. Wie geht es meinem Fernglas? Tja, bei M 46 und 47 war nix zu merken, aber die Okulare sind inzwischen beschlagen. Komisch, ein Objektiv auch leicht. Nur eins? Egal, habe ich wohl gegen das Fernglas gewonnen in dieser Nacht. Beim Nachbarn brennt auch schon Licht in der Küche, der muss aber zeitig raus. Also Zeit für mich, wieder ins Bett zu verschwinden.

    15 Minuten später schleiche ich in unser Schlafzimmer. Trotzdem kommt die Kontrollfrage meiner besseren Hälfte: "Wo kommst‘n Du jetzt her? "

    Ich glaube, dass sie mich das manchmal selbst im Schlaf fragt. Ich steige mit einem Grinsen ins Bett und antworte: "… von draußen, habe den Michelin-Mann getroffen."


    Beste Grüße


    René

  • habt ihr euch schon mal den Wecker gestellt, um in der zweiten Nachthälfte aufzustehen und zu beobachten? Ja?

    Ja klar! M83 am 4. Advent im Morgengrauen als letztes noch fehlendes Messierobjekt - werde ich nie vergessen!


    Danke schonmal für den laaaaaangen Bericht, ist mir nur gerade zu lang um diese Uhrzeit :)


    Bis morgen! - Holger

  • Moin René,

    Man,was ein toller flockig geschriebener Bericht! Ich musste ständig grinsen. Vielen Dank für die tolle Gutenacht Lektüre!!

    Und gleich so viel Vorlagen zum Nachmachen mit dem FG :)

    Ja,das Schleichen funzt nicht,kenn ich auch :+) Aber am nächsten Morgen wissense von nix :-))


    Schöne Grüße!

    Norman

  • Hallo Holger,

    M83 habe ich bis jetzt immer klassisch verpasst. Geht also um Weihnachten zu morgendlicher Stunde rum, hm. Wär mal einen Versuch wert.


    Hallo Norman,

    vielen Dank. Vorlagen mit dem Fernglas, na Du wirst mir doch nicht etwa zum Sternhaufenfuzzi ;).

    Und Du wirst es nicht glauben, ich habe meine Frau heute gefragt, sie konnte sich an nichts erinnern :D.


    Beste Grüße


    Rene

  • Hallo Rene,


    ich glaube, Weihnachten ist eigentlich zu früh für M83, aber ich wollte die Messiers unbedingt alle beieinanderhaben :)


    So eine Sicherung zum Rausschrauben hätte ich jedenfalls auch gern an der Laterne bei mir vor dem Haus - das ist echt Luxus!

    Noch ein NL Pure im Einsatz, das scheint ja schwer um sich zu greifen. Grübel... aber geradsichtig ist einfach nix für mich. Nur mit Liegestuhl.


    Die kleinen planetarischen Fuzzelnebel mit dem Fernglas aufzusuchen finde ich jedenfalls schlimmer als den Möwennebel links liegen zu lassen ^^

    Nein, im Ernst: wirklich ein schöner Spaziergang. M46/47 zum Abschluss gönne ich mir im Winter auch gern, so Sternhaufenpärchen haben schon was.


    Viele Grüße


    Holger

  • Servus René,


    *hihi, ich Nachteule würde vorher gar nicht schlafen können. Danke für den coolen Bericht! Dein Garten liegt ja perfekt. Ich hocke unter zwei Straßenlaternen und bei Nachbarn mit Außenlicht (vor allem einer...).


    Ich kann gut verstehen, warum du die Offenen Sternhaufen der Möwe vorgezogen hast.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Meine Ausrüstung

    Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624

    Montierung: iOptron CEM40G

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert)

    Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

    wenn gepäckarm mobil: Omegon Mini Track LX3 (für Kamera plus Objektiv)

  • Hey Christoph,


    Ich wollte eigentlich nicht als derjenige in die Astrotreff-Geschichte eingehen, der nach "Linse vs. Spiegel" einen zweiten Grundsatzstreit "Sternhaufen oder Nebel" vom Zaun gebrochen hat :speak_no_evil_monkey: :astonished_face:

    Aber gönn mir die Kabbelei mit René :evil1: :grinning_face_with_smiling_eyes:


    Viele Grüße, Holger

  • Moin Norman,

    Grüße sind ausgerichtet und dankbar empfangen worden. Ich habe meiner Holden die Bilder Deiner letzten Expedition gezeigt. Wir fragen uns hier beide noch immer etwas ungläubig, wie du die flache Einöde namens Heide hier reizvoll finden konntest.


    Moin Christoph,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Bis um 3 Uhr wach bleiben, puh, ne, da fall ich vorher um.

    Dafür kann ich jeden Tag spätestens um 8 Uhr aufstehen, egal wie spät ich vorher ins Bett gegangen bin.


    Moin Holger,

    ich habe mal geschaut. M 83 würde am 31.12. um 6 Uhr gerade so gehen. Das wäre mal eine Aktion. Besser ist es aber in der Tat, noch mindestens bis Februar März zu warten.


    Hey Christoph,

    Ich wollte eigentlich nicht als derjenige in die Astrotreff-Geschichte eingehen, der nach "Linse vs. Spiegel" einen zweiten Grundsatzstreit "Sternhaufen oder Nebel" vom Zaun gebrochen hat :speak_no_evil_monkey: :astonished_face:

    Aber gönn mir die Kabbelei mit René :evil1: :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Haha. Zu spät. Der Gong wurde geschlagen, der Kampf ist eröffnet :orangutan: vs. :elephant:  :backhand_index_pointing_right_medium_skin_tone: :face_with_symbols_on_mouth: :collision: :skull_and_crossbones:

    Ach schade, ganz vergessen, ich mag Nebel aller Art ja eigentlich auch ... und Sternhaufen, wenn sie so richtig schön neblig daher kommen :smiling_face_with_sunglasses:.


    Beste Grüße


    Rene

  • Hallo Rene,


    ein wirklich sehr schön aufgemachter Bericht ! Und die verwendeten Farben machen ihn gleich zu einem praktischen Handbuch für Fernglasbeobachter.


    Mit so einem Glas im eigenen Garten zu beobachten, bei 6,5 mag - mal bayerisch ausgedrückt: Muss echt griabig sein :) 8) .


    O’Neal 4 sieht hübsch aus, hab ich bewusst noch nie danach geschaut. Etliche deiner Sternhaufen waren auch bei meiner 5-Zoll Refraktor-Tour mit dabei, ich nehme mal die Gegend rund um den Mövennebel: "Im südlichen Einhorn finden sich zwei richtig lohnende Sternhaufen: Einmal der 6 mag helle, sternreiche und etwas herzförmige Haufen M50, und zum anderen NGC 2343 - dieser hat eine sehr charakteristische Form, die an die Hyaden erinnert. Wesentlich unauffälliger erscheinen dagegen NGC 2335 und NGC 2353 nebenan."


    Servus

    Ben

  • Hallo Rene,


    Vioelen Dank für diesen Schmunzeln erzeugenden Bericht. Also so früh hab ich auch schon den Wecker für einen Planeten, oder Planeten/Mondereignis, gestellt. Aber Teleskop stand dann schon auf dem Balkon und mit Anzihen, das geht auch schnell, ist es ja dann nur für 15min. Den Michelin mache ich dabei nicht. Am Balkon ;-)!


    Soso also, einfach die Sicherung raus und schon hast Du einen 6,5mag Himmel. Muss ich mir merken, mach ich nächstes mal auch. Muss nur die Hauptsicherung des Frankfurter Flughafen raus kriegen...


    Wenn Du bei Kleopatra warst, wieso hast Du diesen großen PN (NGC Nummer ist grad nicht präsent) etwas tiefer in Eridanus nicht probiert? Das ist, meine ich ein Fernglasobjekt? Hast Du da Bäume? Zu tief? Mit dem 12x50 hab ich in einer dieser Nächte zuletzt gerade mal so den Helix sehen können. Ohne Filter. Dann müsste dieser PN auch gehen. Muss ich mal im November, oder Dezember, oder Januar selbst mal wieder probieren.


    Und den O'Neal4 - der gefällt mir. Was sind seine Koordinaten? Wo finde ich den?


    Und das Blaue, hmm, Fangspiegel eines Gitterrohrdobson? Aber wieso blau?? Klär uns mal bitte auf...


    CS,

    Walter

  • Hi Walter,


    vermutlich meinst Du NGC1360 - der ist bereits im Fornax.

    Meine Logbuch enthält eine Beobachtung mit dem 127/1200 FH: "sehr schwach, groß, gleichmäßig hell"

    Sollte auch ein schönes Fernglasobjekt sein.


    Viele Grüße


    Holger

  • Ja , richtig, jetzt setzt die Erinnerung ein: 1360. Fornax also? Dachte das wäre ein Südhimmelobjekt (Fornax Haufen). Na wieder was gelernt. Aber stimmt, nletztens wurde bei uns was von "Taube geht auf" geschrieben, wo ich dachte "Wat? Hier in Deutschland?"


    CS,

    Walter (wieder schlauer)

  • Hallo Rene,

    auch mich ergreift zuweilen die greise Bettflucht, wunderbare Momente im Garten um 4 Uhr morgens nach sich ziehend. Sie aber so gründlich zu dokumentieren und so lebhaft zu schildern, das schaffe ich kaum. Ein feiner, belebender Bericht ist das, wie auch die vielen Rückmeldungen hier bezeugen!

    Beste Grüße, Christopher

  • Halo Ben,

    freut mich, dass dir der Bericht und die Codierung gefällt.

    Bei NGC 2343 habe ich mit 4" ähnliche Erfahrungen gemacht wie du mit 5".


    Hallo Walter, Danke auch Dir. Balkon ist auch cool.

    Dann noch in der Höhe beobachten, 12. Stock war das bei Dir oder? Hat auch was. Damit entgehst Du sämtlichen, wirklich sämtlichen, Seeingeffekten :upside_down_face:.


    O'Neal 4 RA 05h45m40s / Dekl. -15°55'00"


    Soso also, einfach die Sicherung raus und schon hast Du einen 6,5mag Himmel. Muss ich mir merken, mach ich nächstes mal auch. Muss nur die Hauptsicherung des Frankfurter Flughafen raus kriegen...

    :rolling_on_the_floor_laughing: :face_with_tears_of_joy: :grinning_face_with_sweat:

    Das wäre mal ne Aktion. Damit würdest Du nicht nur Dir einen Gefallen tun.


    An NGC 1360 habe ich in der Tat noch gar nicht gedacht, ja, das ist cool, der fehlt mir auch noch in der Sammlung. Nur bei mir zu Hause klappt der nicht. M 41 bei -21° südlicher Deklination ist die Schmerzuntergrenze.

    Heute soll es in der zweiten Nachthälfte klar werden. Vielleicht versuche ich es ja mal anderswo mit besserem Horizontblick .. mit dem FG natürlich ...


    Hallo Christopher, Danke für Deinen netten Kommentar. An die greise Bettflucht, sofern freiwillig und ohne Wecker, könnte ich mich gewöhnen.

    Ich finde Deine Umschreibungen mitunter viel lebhafter und phantasievoller.


    Beste Grüße


    Rene

  • Danke für die Karte Rene,


    ist ja ein Ding - bei uns soll es auch ab Mitternacht auch frei werden (bis auf so was wie Schäfchen Wolken, nach Wetterapp Grafik), da werf ich mal ein Blick drauf auf den O'Neal #4.

    Was bei NGC1360 auf jeden Fall gut hilft, ist ein OIII Filter, oder UHC+OIII falls Du die irgendwie vor die Objektive halten kannst. Jedenfalls wenn irgendeine Stadt einen Lichtdom dort hineingießt in den Fornax.

    ...ooh ich seh grad, der ist noch nicht OdM gewesen ...


    CS,

    Walter


    PS: Das mit dem Seeing kannst du fett unterstreichen. Ich habe alle Schornsteine der Stadt unter mir im Winter und alle heißen Dächer im Sommer ebenfalls. Aber die Aussicht mit Frei Auge und Fernglas ist gigantisch. Sonnenuntergänge und Aufgänge von O-bis-O frei Haus inklusive.

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