Newton - Individuelle Justierung?

  • Hallo Zusammen,


    zum Thema Newton Justage gibt es zich Artikel und Diskussionen. Mich würde aber dennoch interessieren, ob einige von euch eine individuelle Justierung vornehmen und ob das überhaupt so viel mehr bei der Planetenfotografie bringt.


    Jeder kennt das Problem: Der Standardnewton wird kollimiert, der Justierlaser ist exakt in der HS-Mitte zu sehen. Dann wird geschwenkt, vorzugsweise mit einer EQ-Plattform. Plötzlich ist der Laserpunkt außerhalb der Mittenmarkierung. Den HS kann man seitlich zwar noch etwas stabiliseren, aber bei einem Newton 12" bewegt sich der HS nun mal minimal.


    Deshalb überlege ich für die Planetenfotografie das Teleskop zunächst dorthin zu schwenken, wo meine Aufnahmen stattfinden sollen und dann der FS und den HS nochmals anzupassen. UNd das sogar noch mit Filterrad, Barlowlinse und Adaptern davor, da diese ebenfalls leicht verkippen können.


    Macht das jemand von euch und bringt das überhaupt etwas? Ich komme mit der Barlow 2x auf etwa f/10 bis f/15, je nach Arbeitsabstand. Da bleibt dann die Frage, wieviel das ausmacht? Bei einem Dobson ist es meistens so, dass auf 45°C Stellung justiert wird und der HS bewegt sich beim schwenken nur in eine Richtung. Bei einer EQ Plattform sieht das anders aus und der HS kann sich von einer Ecke in die andere bewegen. Dadurch können größere Abweichungen stehen.


    Auf Anregungen und Ideen sowie eure Erfahrungen bin ich gespannt.


    Viele Grüße,

    Raul

  • Hi Ralf,


    dann war mein Gedanken ja doch sinnvoll. Damit dürfte ich dann auch mehr aus dem Aufnahmen herausholen. Bei deep Sky ist das kein Problem. Da habe ich nur einen Korrektur und die Kamera und mit Korrektur habe ich absolut keine Verkippung. Bei dem 12 Zöller habe ich jedoch eine Verlängerungshülse, einen 2" zu 1,25" Adapter, eine Barlow, einen ADC, ein 8fach filterrad sowie die eingespannte Kamera. Die Hebelwirkungen sind enorm. Die Barlow lasse ich vorher aber immer erst weg da der Punkt dann kaum noch sichtbar ist.


    Am Stern habe ich noch nie kollimiert. Bei deepsky ist das dann auch nochmal eine Nummer extremer. Eigentlich reicht es am Sterne, wenn nur am HS eingestellt wird. Der FS bleibt ja davon unberührt. Dennoch habe ich mich da noch nie herangetraut. Manchmal reicht eine Berührung am HS ist es passt nicht mehr. Und abends am Stern kann man auch viel falsch machen. Daher beschränke ich es stets mit dem Laser.


    Ach übrigens ist das mit einem ADC und Newton auf EQ Plattform auch nicht so einfach. Ich kenne die Position grob, da ich immer erst nach unten Richtung Balkon Geländer schwenke und so die horizontale einstellen kann, aber wenn ich die prismen einstelle, kann ich von der horizontalen etwa 30 Grad in jede Richtung drehen, sehr aber keine Abweichungen im Farbsaum. Daher mache ich es immer etwas nach Gefühl, wobei bei Saturn z.B. rot/gelb dominiert.



    Viele Grüsse,

    Raul

  • Jetzt habe ich doch noch eine Anmerkung. Wenn wir von Justage am Stern reden, ist das für mich stets die Einstellung des HS zum FS. Die wenigstens werden abends am Stern am FS herumschrauben.


    Der Laser trifft bei meiner Kamerakonfiguration nicht die Mittenmarkierung (Verkippung, etc..). Das kann ich mit dem Laser also grob einstellen. Das Feintuning würde ich dann aber nur am HS vornehmen, also HS zu FS.


    Meintest du das so? Und dann wäre noch die Frage nach dem ADC. Der lässt den Laserpunkt ja komplett abdriften und weit von der Mittenmarkierung entfernt reflektieren. Und die Barlow bzw. die den Laserpunkt von HS auf FS und von FS auf HS sieht man auch kaum :(


    Viele Grüße,

    Raul

  • Wenn wir von Justage am Stern reden, ist das für mich stets die Einstellung des HS zum FS.

    Hallo,


    Das sehe ich auch so.

    Ich justiere den Fangspiegel vom 12"/f4 (ich beobachte allerdings nur visuell) zum größten Teil zuhause. Das betrifft sehr selten die genaue Ausrichtung zum Okularauszug (die Drehung vom Fangspiegel relativ zum Okularauszug und die Höhe oder die Position relativ zum Okularauszug).

    Nach dem Aufbau muss ich den Fangspiegel meist noch leicht zum Hauptspiegel ausrichten, entweder mit dem Laser oder dem Cheshire. Den Hauptspiegel justiere ich zurück zum Fangspiegel entweder mit dem Laser oder dem Cheshire.


    Wenn ich es jetzt noch ganz genau haben möchte, dann justiere ich den Hauptspiegel in Richtung Fangspiegel bei hoher Vergrößerung und geringer Defokussierung am Stern. Je näher ich am Fokus justiere, umso besser kann ich eine fehlerhafte Justage sehen.

    So mache ich das am Newton und am Cassegrain, wobei ich am Cassegrain nur dem Hauptspiegel im Feld am Stern nachjustiere.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne, Mond, Planeten und Kometen, Nebel, Sternhaufen und Galaxien.

  • Hallo Raul und Gerd,

    das sehe ich genau so. Den Fangspiegel habe ich ein mal gut justiert, da muss ich kaum wieder ran. Im Feld, am Stern justiere ich nur den HS. Wäre da der FS etwas dejustiert, dann würde das Bild nicht unschärfer, sondern man hätte eine Bildfeldkippung und eine Vignettierung etc. und die ist bei Planeten weniger das Problem.

    Die Sache mit dem ADC ist nicht ganz einfach und ich glaube das hängt auch von der Technik desselben ab. Mein Gedanke ist der, dass wenn ich alles eingestellt habe, mit ADC und Filter und ggf. Barlow, dann muss der Stern sternförmig sein. Gerade bei ganz leichter Unschärfe sieht man schön wohin das Licht "ausbricht", kann ich eine Richtung erkennen, dann ist justieren angesagt.

    Gruß,

    ralf

  • Hallo Zusammen,


    ich habe Mal nur das Filterrad mit Laser eingesetzt. Der Laser hat eine minimale Abweichung, liegt aber gerade so am Rand der HS Markierung. Dann habe ich schrittweise weiteres Zubehör dazwischengeklemmt. Mit dem ADC ist der Laserpunkt mit einer Abweichung zu sehen. Drehe ich den ADC samt filterrad andersherum, also um 180°, ist der Laserpunkt weit weg von der Mittelmarkierung. Dürfte wahrscheinlich am der Lichtbrechung durch den ADC liegen. Jedenfalls muss ich minimalen Abweichungen (ohne ADC) auf alle Fälle den FS nachjustieren, obwohl das eigentlich nicht nötig ist, da wie bereits erwähnt es bei Planeten Recht egal ist. Wichtig ist eher der HS zum FS.


    Eventuell teste ich den Aufbau ohne ADC und ohne Barlow und Stelle den HS zum FS zunächst mit dem Laser ein.


    Viele Grüsse,

    Raul

  • Hallo Raul.


    Ich interpretiere die Abweichungen vom Laserpunkt, lassen wir den ADC mal heraus, als eine Durchbiegung vom Tubus insgesamt, oder speziell eine Durchbiegung im Bereich vom Okularauszug wenn dieser mit Gewicht belastet wird.

    Gesehen und gelesen habe ich in den weiten des www von Versteifungen speziell am Okularauszug um eine Durchbiegung durch schweres Zubehör zu verhindern.

    Du kannst ja mal mit eingesetzten Laser auf dem Okularauszug mit den Händen (leichten) Druck ausüben um zu sehen ob dort etwas nachgibt und wie leicht das passiert und im welchem Umfang.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne, Mond, Planeten und Kometen, Nebel, Sternhaufen und Galaxien.

  • Um welches Teleskop geht es überhaupt?

    Falls es um den 12" Flextube von deiner HP geht, dann bezweifle ich das die drei Stangen Konstruktion hohe Gewichte vom Okularauszug abfangen kann ohne sich zu verziehen oder zu verwinden.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne, Mond, Planeten und Kometen, Nebel, Sternhaufen und Galaxien.

  • Hallo Gerd,

    ich habe so einen Flextube und ich habe den Stangen auch nicht getraut. Fakt ist aber, dass sie genau so steif sind wie mein C11. Auch das musste ich nach dem Umschwenken nachjustieren.

    Nur damit wird das mal qualitativ erfassen, das hier ist ein Stern in einem ziemlich dejustiertest Teleskop.


    Einen Laser benutze ich übrigens fast nie.

    Gruß,

    ralf

  • Hallo Gerd,


    der Flextube ist sehr stabil, wenn die Schrauben fest angezogen werden. Ich habe mich mal leicht mit dem Körpergewicht drangehängt. Da verkippt nichts. Eine sehr einfaches Konzept und im Vergleich zur Gitterrohrvariante mit 6 Streben definitiv schneller einsatzbereit.


    Also mein Filterrad erzeugt schon mal eine Verkippung. Meistens sind es diese billigen 1,25" Festklemmadapter bzw. Steckhülsen, die als Filterrad- Zubehör mitgeliefert werden. Wenn ich nämlich das Filterrad rotiere, rotiert der Laser um die HS Markierung. Der Laser ist aber justiert. Und das Filterradgewicht spielt auch keine Rolle, denn auch wenn ich es nach oben drücken, passiert nichts. Also liegt es am Filterrad bzw. an der Steckhülse. Ist natürlich unvorteilhaft zu justieren, da ich aufgrund des ADCs abends immer Filterrad und ADC gleichzeitig rotiere, weil es einfach ist. Dann bleibt mir nichts anderers übrig als alles fest zu installieren und abends dann nur noch den ADC ohne Filterrad zu rotieren. Das wird ein gefummel.


    Viele Grüße,

    Raul

  • Immer wieder das gleiche Leid mit der Laserjustage.

    Der Laser reagiert nun mal überempfindlich selbst auf kleinste Verkippungen in der Okularauszug Hülse, da der Weg hin und zurück sehr lang ist. Man denkt, das Teleskop hat sich dejustiert und fummelt ständig am Fangspiegel herum, dabei ist es nur der Laser der kippt. Das ist für die Justage jedoch eher unbedeutend. Entscheidend ist, dass die optische Achse des Hauptspiegels in der Mitte des Bildfeldes ist und genau das zeigt der Laser nicht eindeutig genug an. Ich bevorzuge daher das Cheshire bzw. transparente Filmdose und das Feintuning am Stern und hoher Vergrößerung.


    Ein Teleskop das ich je nach Blickrichtung ständig individuell neu einjustieren müsste, würde mich wahnsinnig machen.

  • Hi,


    das kann natürlich gut möglich sein. Mit dem Filterrad und Steckhülse dazwischen habe ich mindestens 80mm Arbeitsabstand. Hinzu kommt eine minimale Verkippung. Das kann dann schon gut möglich sein, dass der Laserstrahl dann nicht ganz mittig sitzt. Am besten justiere ich erst einmal alles ohne große Belastung, jedoch mit dem Teleskop in die Richtung geschwenkt, in der ich auch fotografieren möchte. Dann mache ich den Sterntest. An diesem Punkt kann ich aber höchstens den HS zum FS einstellen. Am FS drehe ich dann nicht mehr herum :)


    Viele Grüße,

    Raul

  • Ein Teleskop das ich je nach Blickrichtung ständig individuell neu einjustieren müsste, würde mich wahnsinnig machen.

    Mich auch, deshalb habe ich mit minimalem Aufwand zwei kleine Motoren angebaut. jetzt habe ich einen Handtaster und kann das Sternchen immer in die Richtung fahren wo es das wenigste Licht hat und bringe es danach wieder in die Mitte. Das dauert i.d.R. nicht länger als eine Minute. Fotografisch ist das ganze ja noch mal viel empfindlicher / sichtbarer. Jedes mal die Justierung zu sehen gibt mir auch ein sichereres Gefühl als nur zu hoffen. Außerdem kann man so das Seeing abschätzen und auch sehr schön sehen, ob das Teleskop gut ausgekühlt ist. Kann ich wirklich nur empfehlen.

    Gruß,

    ralf

  • Hi Ralf,


    Motoren am Hauptspiegel?


    Das heisst, du verstellst den Fokus extra oder intrafokal und schaust, in welcher Ecke das Sternchen am dunkelsten ist und stellst den HS dann so ein, dass der Sternenring sozusagen überall gleichhell ist? Es gibt ja dann zusätzlich noch die Methode, bei der geschaut wird, wie der FS Schatten extra und intrafokal sitzt.



    Viele Grüsse,

    Raul

  • Hallo Raul,

    ja genau, wenn du aber ganz kurz vorm Schärfepunkt bist, dann siehst du den Schatten des FS nicht mehr, da ist dann nur noch ein heller Fleck, der in verschiedene Richtungen überstrahlt. Diese Überstrahlungen gilt es dann möglichst gleichmäßig zu sehen. Habe ich also statistisch mehr Ausbrüche, z.B. rechts oben, dann muss ich das Sternchen in der Justierung nach links unten bewegen und danach aber unbedingt wieder mit der Montierungssteuerung in die Mitte bringen.

    Hier kann man dann auch testen, ob die Ausbrüche z.B. alle nach "oben" stattfinden, (Hand vor die Optik halten), Ist das der Fall, dann ist der HS zu warm, und das ist fast immer, zumindest ein bisschen, der Fall. Aus diesem Grund habe ich auch noch eine aktive Kühlung des HS. Ich bringe ihn etwa 3°C unter die Umgebungstemperatur, die Außentemperatur fällt (vor allem in der ersten Nachthälfte) und der HS erwärmt sich ein bisschen wieder und die Kurven gleichen sich so gut an. Ein zu kühler HS ist übrigens deutlich weniger schlimm als ein zu warmer.

    Viele Grüße,

    ralf

  • Hi Ralf,


    hast du zufällg ein Foto von den Motoren am Hauptspiegel?


    Lüfter habe ich zu Hause noch genug herumliegen. Eine Kühlung könnte ich auch umsetzen. Mit dem 3D-Drucker kann ich mir dazu auch die Halter drucken.


    Ah, jetzt verstehe ich, wie du die Justage am Stern prüfst. Als machst du die Justage nicht mithilfe des FS-Schattens sondern eher mithilfe der Überstrahlung kurz vor dem Schärfepunkt? Die Methode ist mir bekannt, indem einfach leicht unscharf gestellt wird und schwach ausgeprägtes Koma entfernt wird. Und da ich keine Komakorrektor verwende, gilt das nur in der Bildmitte. Das wäre auch die beste Methode, denn wenn ich recht überlege, werde ich mit dem Laser keine vernünftige Kollimation hinbekommen. Dafür habe ich viel zu viele Geräte hintereinander angeschlossen (Verlängerungshülse, Adapter, Barlow, ADC, Filterrad, Steckhülse, Kamera). Daher denke ich, ist es sinnvoller, wenn ich das Teleskop in der Stellung in Richtung Süden zu den Planeten mit Laser kollimiere und dann einfach mit der Ausrüstung am Stern nachjustiere.


    Bei der Feinjustage für Fotografie gibt es ja noch eine weitere Methode, bei der solange defokussiert wird, bis eine Art Donuts entstehen. Die Ringe sollten dann gleichhell sein. Noch genauer geht es mit der Position des Schattens in den intra- und extrafokalen Sternscheibchen. Der Schatten sollte seine Position wechseln und zwar gespiegelt. Wenn nicht, dann dickste Position des Scheibchen bestimmen von intra und extrafokal und die Position dann mitteln.


    Ich habe mir mal eien künstlichen Stern für Trockenläufe bestellt. Damit kann ich das zumindest mal üben bzw. schonmal etwas verfeinern. Am echten Himmel macht das ja sowieso nur dann Sinn, wenn auch zum Rand hin optimiert wird. Ich bin gespannt, ob ich mit der Feinjustage bessere Ergebnisse erzielen kann.


    Das hier war mein bisher bester Jupiter, wahrscheinlich habe ich durch eine Verkippung auch eine gute Position gehabt :)



    Viele Grüße,

    Raul

  • Hallo Ralf,


    tolle Umsetzung. Gibt es bei Temperaturen unter 0° Grad keine Kristalle auf dem Spiegel, die infolge der Luftzirkulation verursacht durch die Lüfter entstehen?


    Zum Thema Justage: Mit dem künstlichen Stern hat es nicht geklappt. Ich denke mal, dass 8 Meter Abstand zum Teleskop einfach zu wenig sind und ich nicht in den Fokus komme. Zumindest konnte ich diesen nicht ausfindig machen.


    Justierst du den FS eigentlich auch in der Position, in der du fotografierst? Wenn ich nämlich mit der EQ Plattform nach Süden schwenke, dann ist der Laserpunkt nicht mehr mittig im HS. Daher würde ich den FS zunächst für diese Position nachjustieren und dann erst die Reflektion des HS zum FS mittels der Schrauben anpassen. Im letzten Schritt dann die Justage am Stern.


    Machst du das mit oder ohne ADC?


    Viele Grüße,

    Raul

  • Hallo Raul,

    ich glaube nicht, dass der Fangspiegel sich bewegt, also ist´s egal. der Tubus biegt sich vllt. durch, der OAZ biegt sich evtl. in eine andere Richtung, der HS liegt nicht mehr so fest in seiner Fassung, das alles ist wahrscheinlicher.

    Schon bei +15°C beginnen die Kühlrippen zu vereisen. Deshalb ist der Wirkungsgrad auch so schlecht. das Kondenswasser wird von einem Küchenschwamm aufgefangen. Beim ersten mal ist´s mir auf den Spiegel getropft.

    7 m sind tatsächlich sehr knapp. Du könntest versuchen den Lichtstrahl mit einem Spiegel zu falten. Gene genommen sind auch Weihnachtskugeln :)

    Ich justiere mit ADC

    Viele Grüße,

    ralf

  • Guten Morgen Ralf,


    nein, der Fangspiegel bewegt sich nicht. Wenn ich den Tubus aber horizontal ausrichte, dann ist der Punkt leicht zur Mittenmarkierung verschoben und befindet sich dann außerhalb des Kreises auf dem HS. Der Nachteil einer EQ-Plattform ist, dass der Tubus zwar in dieser Position nachjustiert werden kann, sobald ich aber umschwenke und dieser um 180° rotiert ist, habe ich einen viel höhere Abweichung bei der Justage als wenn ich es mit dem Spiegel nach unten ausgerichtet mache. Beim Dobson ist das wesentlich komfortabler, da sich der HS nur in eine Richtung beim Schwenken bewegen kann. Ich denke, ich baue den HS heute Abend aus und werde etwas Filtz runtherum aufkleben, so dass dieser weniger rutschen kann.


    Bezüglich der Justage mit dem ADC ist mir mit dem laser aufgefallen, dass der Laserpunkt um satte 10cm von der HS-Mittelmarkierung abweicht. Daher war meine Frage, ob die Justage damit Sinn macht.


    Ja, bei 7m bräuchte ich wohl bis zu 40cm lange Verlängerungshülsen, um in den Fokus zu kommen. Schade :(


    Jetzt hätte ich an dich bezüglich deines Dobsons noch eine Frage. Meine AZ-EQ 6 trägt den 12" Newton gerade so, arbeitet aber am Limit. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken mir eine EQ8 zuzulegen. Wäre das sinnvoll oder würdest du eher das GoTo Nachrüstset empfehlen?


    Arbeitet das GoTo beim Dobson bezüglich Planeten zuverlässig oder muss ständig nachkorrigiert und nachgeschoben werden? Klar, eine EQ-Plattform ist etwas anderes, aber wir reden ja nur von Planeten und dafür bedarf es eigentlich keiner großen Nachführgenauigkeit wie bei DeepSky.

    Denn eigentlich möchte ich das große Gerät nur für Planeten nutzen und ob dafür eine EQ8 nicht doch zu überteuert ist?! Klar, andererseits könnte ich damit auch Deep Sky Objekte einfacher fotografieren. Nur ist der Aufbau recht kräfteaufreibend. Andererseits sollen die Goto Motoren des Dobsons recht laut sein. Ich kann mich irgendwie nicht entscheiden. Parallel dazu überlege ich auch, ob ein 14 oder 16 Zoll Newton nicht noch besser wäre. Eigentlich kann man mit einem gut justierten 12 Zoll Teleskop super Ergebnisse erzielen. Aber ab nächstem jahr stehen die Platen höher und Mars wird bald auch wieder ablichtbar sein. Da möchte ich möglichst viele Details einfangen. Nur werde ich zum einen einen 14-16 Zoll schlecht alleine auf eine EQ8 heben können. Außerdem sind die Teleskope nur als Dobson in der Größe zu haben. Das kostet dann extra. Was denkst du? EQ8 mit 12 Zoll oder EQ8 mit 14-16 Zoll oder doch besser ein Goto-Upgrade für mein Dobson 12" oder dann doch gleich ein 16" mit Goto?



    Viele Grüße,

    Raul

  • Hallo Raul,

    na, das sind Fragen :)

    Das GoTo bei meinem Dobson funktioniert einwandfrei.

    Mit dem Laser und dem ADC das kann so auch nicht klappen. Ich justiere am Stern und das mit korrekt eingestelltem ADC.

    Ob 12, 14 oder 16´" kann ich dir nicht sagen, ich weiß nur, dass es wenige Geräte dieser Größenordnung gibt, die wirklich ausgereizt werden.

    Mein 16" ist definitiv nicht mehr zum Auf-und Abbau gedacht, das schafft einer alleine i.d.R. nicht mehr.

    Viele Grüße,

    ralf

  • Hallo,


    das motorische Justieren mit Getriebemotoren mache ich seit 3 Jahren am 28“ f/3,1.

    Das ist so einfach und schnell am Stern gemacht, dass man keine Angst mehr vor der Justage hat.

    Justieren mit dem Auge am Okular ist so easy 😎

    Das Grobe, wenn überhaupt nötig, mache ich im Hellen mit der Filmdose.


    Beim Justieren sollte man auf einen Laser verzichten. Der ist überempfindlich bei der Lage im OAZ.

    Ich mache die Justage ganz einfach: durch Filmdose schauen, ob im Fangspiegel der gesamte Hauptspiegel sichtbar ist.

    Wenn ja, stimmt sogar der Offset. Dann das Loch in der Filmdose mit dem Mittelring zur Deckung bringen. Fertig.

    Die restlichen Millimeter mache ich am Stern.


    cs

    Timm


    Auf meiner Webseite kann man die Konstruktion sehen: http://www.klosevideo.de/32694.html

    Etwas nach unten scrollen.

  • Hallo Zusammen,


    erklärt mich für doof, aber ich komme mit der Justage am Stern absolut nicht klar. Oder mein Teleskop ist bereit mit Laser gut justiert. Ich habe es gestern mal an Altair versucht, aber leider konnte ich keinen großen Erfolg verzeichnen.


    Also zunächst habe ich die Methode aus dem Newton Primer von Tommy probiert. Leicht defokussieren, einige Sekunden belichten und prüfen, ob der Stern in der Mitte irgendwo Koma hat, also nicht rund ist. Das funktioniert bei mir aber garnicht gut, da ich einen 12" Newton f/4.9 auf einer AZ-EQ 6 habe und nur minimaler Wind sowie das Gewicht dazu führen, dass nicht sauber nachgeführt wird. Daher sehen die Sterne dann auch so nicht rund aus, wenn ich lange belichte.


    Also habe ich zunächst mal ein Bild extra- und intrafokal gemacht, auch wenn hier nicht optimal.


    Aktuell lade ich ein Video hoch und werde es dann hier veröffentlichen.


    Eine Methode beschreibt, dass nahe dem Fokus die Sternscheibchen in Form von Donuts rundherum gleichhell sein sollten. Das sieht so aus, als wäre es bei mir so, wobei die Ecke oben links etwas dunkler zu sein scheint. Also habe ich eine 1/4 Umdrehung durchgeführt und den Stern in diese Richtung gebracht. Das ist aber mehr ein Rätselraten als wirklich fein zu justieren.



    Parallel dazu habe ich Ralfs Methode probiert. Leicht defokussiert und geschaut, wo das Licht ausbricht. Ja, es gab eine Richtung links unten auf 19 Uhr, wo ich der Meinung bin, dass der Stern sich in dieser Richtung leicht deformierte bzw. das Licht in diese Richtung ausbrach. Zumindest sah das für mich so aus:



    Wiederspricht aber der anderen Methode mit der Helligkeit des Rings.


    Beim starken Defokussieren konnte ich alle drei Spiegelhalter gleichermaßen sehen.



    Am 12" Newton sind eine eine Verlängerungshülse, 2,5x Powermate Barlow verschraubt mit ZWO ADC sowie ein Filterrad mit Kamera angeschlossen.



    Viele Grüße,

    Raul

  • Hallo Raul,


    Du verwendest ja keinen Komakorrektor, das erlaubt eine zweite Strategie für die Justage am Stern, die ich als visueller Beobachter verwende. Vielleicht taugt die auch fotografisch.

    Mit Komakorrektor ist im Idealfall das ganze Feld komafrei bzw. die Koma überall gleich groß und soll gleichmäßig minimiert werden. Hier muss man nach kleinen Asymmetrien des (defokussierten) Sternscheibchens Ausschau halten.


    Ohne Komakorrektor hingegen geht es "nur" darum, den komafreien Feldpunkt zumindest einigermaßen in die Mitte des Bildfeldes zu bekommen, während die Koma dann von dort aus in alle Richtungen zunimmt. Ich finde es deutlich einfacher, im Feld herumzuschwenken und zu schauen, wo der aktuell beste Bildpunkt liegt, als in der Feldmitte zu erkennen, in welcher Richtung und wie weit ich justieren müsste. Außerdem erhält man damit quantitative Information, wie weit man verstellen muss, und ist im Idealfall mit einem Schritt fertig. Die Strategie lautet:


    1.) suche die Stelle im Feld mit den symmetrischsten Sternscheibchen (bzw. die Mitte zwischen entgegengesetzt asymmetrischen Sternscheibchen)

    2.) stelle dort einen Stern hin und justiere den Hauptspiegel so, dass dieser Stern auf der entgegengesetzten Seite der Feldmitte zu liegen kommt (also bis zur Feldmitte und dann noch einmal so weit).

    3.) Zentriere den Stern wieder mit der Montierung. Er ist dann komafrei und liegt in der Feldmitte. Fertig!


    Warum muss man bei Schritt zwei doppelt so weit stellen, wie man vielleicht erwarten würde: beim Verstellen des Hauptspiegels bewegt sich wegen der Reflexion ein Stern doppelt so schnell wie die Achse des Spiegels.


    Vielleicht bist Du damit erfolgreicher bzw. tust Dich leichter, etwas zu erkennen. Verschaff Dir mal einen Überblick, wie die Sternscheibchen übers Feld aussehen.


    Viele Grüße


    Holger

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